charted

^ medium stellt charted vor – eine art tool für charts.

pinterest, snapchat, tumblr

^ information is beautiful mit einer gendertechnischen visualisierung der verschiedenen plattformen.

(statt der bürokratischen informatik sollten sie logik, viel model thinking und ein bisschen hacken unterrichten)

(omg, web 2.0 wurde 10 jahre alt1 und niemand hat’s bemerkt)

1 die erste web 2.0 conference, später dann summit, fand im oktober 2004 statt

(nature beats palace)

Der Rechtmacher ist ein abstrakter aber in den verschiedenen Instantiierungen extrem weit verbreiteter Zeitgenosse, der sich dadurch auszeichnet, dass er es den anderen Leuten Recht machen will.

Das ist sicher nicht die bösartigste Einstellung, die man haben kann, allerdings führt sie öfter als nicht zu unserem beliebten gut gemeint ist schlecht gemacht oder durchdacht.

Der mit Abstand größte Rechtmacher-Doofus ist natürlich Google – bei denen kann man fast die Hypothese aufstellen, dass das Rechtmachen ihre große Schwäche ist, sprich sie immer dann genial oder zumindest gut sind, wo sie versuchen irgendwas so gut wie möglich zu machen und mit diesen Serien dann etwa bei einem neutralen Funktionalismus (etwa gmail vor 6, 7 jahren) oder einer autoritären Algorithmokratie (etwa google suche vor 6, 7 jahren) landen, und immer dann bestenfalls unbeholfen oder debil sind, wo sie versuchen das dann noch besser zu machen, indem sie es personalisieren, antizipieren und eben dem User rechter zu machen (so ziemlich jeder versuch email oder die suchergebnisse in dieser richtung zu verbessern ist bis dato in einem fiasko oder einer stillen revision geendet, siehe dazu googleheimer). Wobei Gmail und Suche ja noch tendenziell resilient sind und die Interventionen von Google noch relativ locker wegstecken konnten, problematischer ist natürlich, dass die ganze Vision von Google in diese Richtung schielt.

die genuin falsche grundannahme ist, dass es dieses im moment ‘richtige’ gibt und man es nur auf basis der daten ausrechnen muß, daten hat google ja im idealfall wohl genug, es kennt den ort, es kennt die zeit, es kennt die gesamte vorgeschichte, alle bisherigen suchen, käufe, mahlzeiten, treffen, alle kontakte, die gesamte kommunikation, usw., da kann das dann wohl nicht so schwer sein. aber genau das ist der fehler. dieses ‘richtige’ gibt es nicht vorab, sondern nur retrospektiv. bei allem was den funken eines persönlichen werts hat, spielt das begehren eine viel grössere rolle als die summe aller neutraler sachverhalte. man kann glaub ich fast sagen, dass alles, was uns eine suchmaschine vorschlagen kann, per definitionem ‘wertlos’ wird und das begehren verscheucht. das begehren kommt immer nur von der seite, von der wir es nicht erwarten oder sehen können. google will also wohin, wohin es – zumindest für moderat komplexe lebewesen – nicht kann.

The Google Supposed To Know (nts: mich öfter selbst zitieren)

In eine ähnliche Sackgasse laufen aber auch alle anderen Rechtmacher, die die Zukunft der Ausdifferenzierung von sozialen Objekten (Zeitungen als personalisierte Nachrichtenströme, Fernsehen als personalisierte Ströme von Sendungen und Serien, etc.) in personalisierten Empfehlungssystemen sehen. Sie übersehen den entscheidenden Punkt, nämlich dass Wert nur aus Differenz entsteht. Wenn alles gut ist, ist nichts gut. Intensitäten kann man nur in Relation zu einem ‘Mangel’ erzeugen. Hunger ist der beste Koch. Und sie übersehen, dass Identitäten nur im aktiven Auslassen von dem, was man nicht ist, entsteht; das registrierende Auslassen ist eine wichtige Geste.

Empfehlungssysteme sind grossartig zur Inspiration, als Reize, als Serendipity, usw. – aber sie sind kein guter kategorischer Imperativ für gesellschaftliche mediale Produkte.

(wer sich noch daran erinnern kann: die über die filterbubble jammerten, jammerten exakt über den falschen punkt. das problem einer algorithmischen bubble ist nicht, dass man die alternativen stimmen nicht mehr zu sehen bekommt und deshalb auch keine alternativen blickwinkel kennen lernt, das problem der algorithmischen bubble ist, dass man die alternativen stimmen nicht mehr zu sehen bekommt und deshalb nicht mehr so tun kann, als gäbe es die ohnehin bestehende bubble nicht)

(abt. supermarket studies)

Eine weitere zumindest pragmatisch nützliche Unterscheidung kommt von Seth Godin und unterscheidet 2 Arten von Jobs: welche, die man nur selbst machen kann, und alle anderen, die man auch delegieren könnte.

When you get rid of every job you do that could be done by someone else, something needs to fill your time. And what you discover is that you’re imagining growth, building partnerships, rethinking the enterprise (working on your business instead of in it, as the emyth guys would say). Right now, you don’t even see those jobs, because you’re busy doing things that feel efficient instead.

(^ diese seine schlussfolgerung ist dann natürlich teilweise falsch, vor allem die vollständige eliminierung von allgemeinen skills aus dem eigenen bündel ist nicht nur nicht wünschenswert, sondern kann auch schnell die bedingung der möglichkeit für das eigene selbst zersetzen, aber als gedanklicher hintergrund ist die unterscheidung seminal)

(abt: draw the distinction!)

stellen wir uns nach dem minimal model pt. 1 nun eine andere welt mit 100 teilnehmern vor, und in dieser welt kann kann man jede woche entweder eine stunde schreiben oder eine stunde lesen; und nehmen wir auch an, dass schreiben etwa 10x so lang dauert wie lesen.

szenario 1: 10 schreiber, 90 leser
90h lesen verteilen sich auf 10 schreiber -> 9h lesen pro schreiber (es wird jeder text von allen lesern gelesen)

szenario 2: 50 schreiber, 50 leser
50h lesen verteilen sich auf 50 schreiber -> 1h lesen pro schreiber (jeder text wird immerhin von 10 lesern gelesen)

szenario 3: 90 schreiber, 10 leser
10h lesen verteilen sich auf 90 schreiber -> 7 min lesen pro schreiber (jeder text wird von immerhin noch einem leser gelesen)

was kann man nun schon aus diesem allereinfachsten modell lernen?

  • produktion braucht konsumption und umgekehrt
  • mehr ‘produktion’ ist nicht unbedingt das wünschenswerte
  • es geht vielmehr um das erzeugen von milieus, auf denen sich die produktionsbedingungen und rezeptionsbedingungen auf einem für alle beteiligten nützlichen gleichgewicht einpendeln kann
  • genau das erzeugen dieser milieus für die produktion und rezeption von spezifischen sozialen objekten ist die aufgabe der verschiedenen dienste. wie das dann jeweils idealerweise ausschaut folgt keiner faustregel, sondern muss man sich von fall zu fall genau anschauen. sowas wie diese unsägliche 90-9-1 regel zeigt vielleicht den median der verteilungen an (i.e. auf vielen foren pendelt es sich da ein), ist ansonsten aber völlig nutzlos.

nur zur sicherheit: das modell ist natürlich nicht realistisch. leute können üblicherweise lesen und schreiben, ob man produziert hängt von einer jeweils individuellen motivationsfunktion ab, ob und was man konsumiert hängt von einer jeweils individuellen interessefunktion ab, daraus leiten sich verteilungskurven mit abnehmendem grenznutzen ab, die wiederum verschiedene triggermilieus bzgl. der motivationsfunktion bilden, die wiederum feedbackloops innerhalb einer allgemeinen ausdifferenzierung erzeugen, usw.

(und nur am rande: wenn man sich die realen verteilungen auf webdiensten anschaut, dann sind die meistens erstaunlich plausibel. die wikipedia pendelt sich auf einem niveau ein, das zur aktualisierung völlig reicht; die 0,1% produzenten (hausnummer) erzeugen immer noch einen massiven inhaltlichen überschuss, der halt in den löschdiskussionen abgefackelt wird, aber der nutzen jeder änderung betrifft natürlich immer gleich millionen; auf twitter ist mit dem produzieren von tweets kaum aufwand verbunden, da entstehen dann wilde mischungen von den verschiedensten subbündeln, aber insgesamt hat twitter, wenn es ein problem hat, sicher nicht wie oft naiv angenommen eines von zu wenig produzenten, sondern von zu wenig lesern, die faven, subscriben, auf die links klicken, auf die ads klicken; usw.)

Note: Ich spiele mich gerade mit dem Design der Startseite herum, hier nur die letzten 8 Einträge. Die normale Pagination mit jeweils 20 Einträgen pro Seite gibt es wie bisher bei live.hackr.

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