live.hackr

die romantische komödie

Lazy Blog Ep. 76

(blogpost über DAS dilemma des derzeitigen dispositivs im und um das indieweb und aller dazugehörigen debatten, diskurse und narrative: den umstand, dass die rezeptionsbedingungen und also die position der rezipienten quasi vergessen werden)

im grunde lässt sich unser dilemma auf ganz wenige dinge zurückführen: fehlende beachtung der logik der ströme und/oder der ökononomie der produktions-, rezeptions- und distributionsbedingungen; falsche grundannahmen und non sequiturs; dämliche, zu große oder zu kleine buckets.

^ zur erinnerung mein mantra, weil hier schon länger nix mehr war

((mein diesbezügliches hauptframing war ja eher die abwesenheit von kultur und sinn, also die genuine kultur- und sinn-losigkeit der disposition der OC und all ihrer diskurse und debatten, was natürlich nicht meint, dass keiner kultur hat und keine sinnvolles denkt oder tut, ganz im gegenteil, sondern nur, dass die dimensionen dieser beiden faktoren in ihrer bedeutung für technosoziale strukturen und vor allem plattformen als fasziesches gewebe einfach nicht behandelt werden, während es die wichtigsten zu verstehenden dimensionen wären usw. aber das erklärt dann zwar schnell vieles, aber es hilft aber auch nix selbst wenn man sie inkorporiert, weil man damit keine next actions in die richtige richtung bekommt. aber in den letzten tagen ist mir beim nachhören von einigen podcasts1) ein noch viel offensichtlicheres framing, das potentiell sogar einen gewissen grad an anschlussfähigkeit hat, aufgefallen: die abwesenheit der position des rezipienten))

(aufgefallen ist das vmtl. bisher noch niemandem, weil das user-wohl natürlich die gesetzte grundannahme ist, nicht nur im sinne der befreiung aus den klauen der tyrannen, sondern auch in der wahl der mittel, in den besitzverhältnissen der produktionsmittel, uswusf. man kann posten wie und wo und was man will, man kann lesen und strömen und liken und kommentieren was und wo und wie man will, es gibt überhaupt nix usernützlicheres, als freie wahl bei allem zu haben. und ich würde den grundsätzlichen wert dieser freiheiten nicht unter den tisch kehren, das ist für vieles gut und nötig und wichtig, aber tatsächlich nur für ein sehr spezifisches subset aller dinge wirklich ideal ist)

((in einem exkurs könnte man hier überlegen, für welche art an text völlige offenheit zu welchem grad funktionert, das wäre superwichtig))

(aber als thema läuft das dann schnell in alle richtungen, merke ich gerade, deshalb könnte man sich vl. auf ein zentrales versäumnis bei der konzeption der rezipienten: die bedeutung der möglichkeit des formulierens von erwartungshaltungen. plattformen sind im grunde nichts anderes, als maschinen zur etablierung von milieus von erwartungshaltungen für rezipienten, alles andere, inkl. der incentives für produzenten leitet sich daraus ab, auch alle verpönte faktoren schmiegen sich da, durchaus auch als rohmaterial dafür, eher sekundär ein. sinnieren könnte man jedenfalls darüber, unter welchen bedingungen, mit welchen entscheidungen, selektionen und rahmenbedingungen stabile milieus und bündel von erwartungshaltungen sich in welchen intensitäten ausdifferenzieren könnten. und auch hier könnte man das ding mit der kultur und dem sinn wieder injekten, aber auf haptischerer ebene ist ein anderer aspekt sehr wichtig: das treffen von entscheidungen für und gegen bestimmte bündel von formen und formaten, für und gegen bestimmte mittel zur rezeption und anschlusskommunikation, für und gegen bestimmte qualitäten und quantitäten, für und gegen bestimmte themen und dispositonen etctrara. wie es sein kann, dass der wert von entscheidungen, einschränkungen und spezifizität auf so überhaupt keinem schirm ist, ist eines dieser wundernisse)

((in einem anderen exkurs könnte man das exemplarisch für tiktok durchpermutieren, denn tiktok ist gwm. die paradigmatische ausprägung des objekttyps erwartungshaltung, wobei die erwartungshaltungen der produzenten und der konsumenten eine art quantum entanglement bilden, wenn man so will, aber auch das führt wohl zu weit))

(((bonuspunkte wie immer für konkrete ethnographische und infosemiotische beschreibungen und sternchen für eine umfassende typologie)))

1 namely die letzten paar von neunetz und über pfefferle bei neunetz dann über pfefferle bei decentered auch die letzten paar von decentered

☍ 09.05.2024 # web
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