Eine weitere zumindest pragmatisch sehr nützliche Unterscheidung ist die Unterscheidung ob resp. wie privat etwas bleiben soll oder nicht.

(ein guter teil aller privacy-bezogenen probleme verabschiedet sich, wenn man sich kurz überlegt, wie privat man das jeweilige ding haben will und dann entsprechend agiert. weder muss man alles wie seinen augapfel behüten, noch muss alles öffentlich auf facebook gepostet werden. es gibt dinge, die will man vielleicht nicht von google getrackt haben, da passt man halt auf und sichert sie vl. verschlüsselt und nur lokal; der betriebene aufwand orientiert sich idealerweise am bereich und an den möglichen konsequenzen, einfach aus prinzip kann man tracker ja auch mit einem randomiser verwirren usw.)

(abt: draw the distinction!)

fyi: subtilität ist (im offenen, sozialen, im ozean) nicht anschlussfähig (bzw. nur, wenn die möglichkeit dazu kultiviert wird, wenigen publikationen, manchen blogs, einigen communities gelingt das) ((frage natürlich: unter welchen bedingungen wird/würde subtilität anschlussfähig))

(was fehlt ist ein erwartbares basisverständnis von linguistik/dem linguistischen stack; allein schon die ebenen phonetik, morphologie, semantik, syntaktik und pragmatik lassen sich relativ fruchtbar auf fast alles andere übertragen)

fyi: roboter zerstören keine arbeitsplätze, sie befreien menschliche lebenszeit von aufgaben, die nicht notwendig sind (jeder der arbeitsplätze retten will, löst das falsche problem) ((das heisst nicht, dass es zu bestimmten zeitpunkten und in bestimmten konstellationen nicht notwendig ist, weil man existierende kräfteverhältnisse halt auch nicht wegdenken kann; aber man muss es aus dem neoliberalen szenario befreien, das ist nicht das einzig mögliche))

(es ist ein fehler/unfruchtbar, an facebook zu kritisieren, dass es menschen nicht als menschen, sondern nur als daten und netz von beziehungen wahrnimmt – wie jedes system erzeugt und verwendet es ein eigenes bündel an unterscheidungen (journalismus nimmt auch nicht menschen als menschen wahr sondern als charaktere in stories usw.))

(blogpost über DAS dilemma des derzeitigen webs: den umstand, dass soziale medien nicht besonders nützlich öfter als nicht eher schädlich sind, wenn ein phänomen/ereignis/entwicklung klare trennlinien in 2 lager hat)

((leute differenzieren sich nicht nach meinungen aus, sondern nach seiten und die cluster bewegen sich immer stärker an die ränder und moderate positionen werden immer schwerer haltbar, weil die jackasses von allen seiten interferieren))

(((bonuspunkte wie immer für konkrete ethnographische und infoökonomische beschreibungen und sternchen für eine umfassende typologie)))

signing up

heute vor zwölf jahren: 11746761

just setting up my twttr

Huch, vor 13 Jahren wurde der erste Tweet abgesetzt.

(siehe just setting up my twttr 12, just setting up my twttr 11, just setting up my twttr 10, just setting up my twttr 9, just setting up my twttr 8, t7, just setting up my twttr 6, just setting up my twttr 5, just setting up my twttr 4, just setting up my twttr, 2 jahre twitter und immr)

(hackr.de)

fyi: das ‘problem’ bildung, vor allem alles rund um die unsäglicherweise so genannte digitale kompetenz, ist ein im grunde gelöstes problem; es gibt fast nichts, was man sich nicht mit schon jetzt im web vorhandenen mitteln beibringen kann, wenn man einen grundblock an allgemeinbildung (man kann ja nicht immer mit englisch oder basic algebra anfangen müssen) und – je nachdem – einige stunden oder einige hunderte stunden und ein gewisses mass an ausdauer und motivation mitbringt (wer zb programmieren lernen will, der kann die basics in ein paar wochen mit dem einen oder anderen mooc besser als an jeder schule lernen, und wer dann darauf aufbauend mobile apps entwickeln will, der kommt in weiteren 3, 4 monaten schon sehr weit, und wer sich denkt, KI wird doch gesucht, der müsste sich halt mit etwas mehr aufwand zunächst in die mathematischen und statistischen grundlagen einarbeiten und dann halt ein paar monate in die tools und techniken investieren, ist dann aber auch auf zumindest einem ähnlichen level wie die, die wohl aus den 100 geplanten KI professuren in deutschland stammen werden; das problem ist nur, dass lernen halt einfach nicht einfach ist, sondern dass man schon wissen sollte, warum man ein paar hundert stunden in irgendwas investiert, usw. man muss halt wissen warum und das tut man natürlich nicht.

(der für mich unerwartetste nebeneffekt vom web ist, dass tatsächlich jede diskussion/debatte/etc. bei so ziemlich jedem thema immer wieder am nullpunkt beginnt)

(blogpost über DAS dilemma des derzeitigen webs: den umstand, dass wir uns die (web) dinge nicht in ihrem potential anschauen, sondern immer von anfang an in bezug auf eine mehr oder weniger willkürliche vorgefasste funktion, immer mit von anfang an willkürlichen und unnotwendigen grundannahmen darüber, was sie sein könnten oder sein sollten oder wofür sie eine lösung oder wovon sie eine erlösung sein könnten usw.)

((nur ein paar beispiele: das web wurde von anfang an als heilsbringer deklariert, als hort der freiheit, offenheit, gleichheit und demokratie, dabei gibt es kein einziges inhärentes merkmal, das einen solchen effekt erzwingt (auch wenn es natürlich ganz spezifische konstellationen geben kann und gibt, in denen das stimmt); oder blogs, die von anfang an mit einigen bündeln an erwartungshaltungen belegt wurden (der neue journalismus, bürgerjournalismus, hyperlokal, der platz für authentische kommunikation, usw.) oder moocs, die von anfang an als lösung und zukunft der bildung geframt wurden, im grunde gilt das aber für so ziemlich jedes phänomen, und während überhaupt nichts dagegen spricht, sich zu überlegen, was dinge für einen selbst machen könnten oder wie sie sich ins eigene referenzsystem einfügen könnten, so steht das einem verständnis, für was sie eigentlich wirklich geeignet sind fast immer im weg))

(((bonuspunkte wie immer für konkrete ethnographische und ökonomische beschreibungen und sternchen für eine umfassende typologie)))

bitte unterstützt rivva über steady

Kann ich Euch irgendwie mit ins Boot holen, um Rivva.de als (auch integralen) Teil des offenen Internets zu retten?

^ das großartige rivva und sein unermüdlicher und hartnäckiger frank westphal bräuchten etwas unterstützung

abt. be there or be square

fyi: die unterscheidung zentral/dezentral ist auf inhaltlicher, semantischer ebene völlig sinnlos; twitter ist stromtechnisch zb völlig dezentral, weil jeder seine eigene timeline baut; facebook ist stromtechnisch am besten als amorph beschrieben (man denke an den matmos von barbarella)

Ich bin euch ja noch meine Antwort auf Quiz Pt. 113 schuldig:

der Umstand, dass es für den Grad der individuellen Nützlichkeit völlig irrelevant ist, was die anderen damit machen (und ob resp. wie viele andere überhaupt was damit machen), weil jeder die jeweilige Nützlichkeit für sich selbst im konkreten Gebrauch für sich selbst erzeugt

(es schwingt ja immer so ein resignativer tonfall mit, wenn konstatiert wird, dass feeds als format halt enttäuschen oder versagt haben, wenn es halt nur ein paar hunderttausend oder wenns hoch kommt ein paar millionen benutzer von feedreadern gibt, während sich hunderte millionen oder milliarden auf twitter und facebook tummeln und sich ihren strom primär dort befüllen lassen, weil die ausdifferenzierung von technologischen entwicklungen einerseits nur als lineare evolution gedacht werden kann (neuer ist besser und twitter/facebook sind neuer und also besser) und andererseits nur über kennzahlen für die popularität validiert werden kann (mehr ist besser und zwei milliarden sind mehr als ein paar millionen und also viel besser). was dabei aber übersehen wird ist, dass feeds eine immer schon perfekte form zur ausdifferenzierung und ausbalancierung des eigenen inputstroms sind, und anders als facebook/twitter eben völlig unabhängig davon, was die anderen machen)

(wenn man so will sind feeds die emanzipative form des inputstroms, während twitter und facebook regressive und unmündige formen sind, weil man einfach von anderen irgendwas vorgesetzt bekommt, das man dann in sich aufnimmt (im falle facebook auch noch von irgendwelchen algorithmen selektiert, die ihren jeweiligen parameter de jour, den sie gerade pimpen wollen abbilden). übrigens spricht in einer ausgewogenen mediendiät überhaupt nichts dagegen, sich auf F/T inspirieren zu lassen, weil die eigene selektion eben auch eine art bubble definiert, aber als primäre form ist der soziale strom halt ungesund und führt bei vielen mittelfristig zu diesem gefühl der übersättigung und erschöpfung)

(wer sich nun fragt, moment mal, wenn feeds so perfekt sind, warum sind sie denn dann nicht viel populärer? zwei gründe: (1) sie sind aufwendiger und sie erfordern ein echtes interesse an einem oder mehreren themen, was unwahrscheinlich ist; und (2) es fehlen ihnen die externen signale, die likes und retweets und das gefühl einer gemeinschaftlichkeit, man operiert halt im stillen kämmerchen isoliert vor sich hin und muss den gesamten sinn also für sich selbst erzeugen, was noch unwahrscheinlicher ist)

(wenn man will funktionieren feeds nur an der schnittstelle einer sehr spezifischen doppelten kontingenz: der leser muß sich so sehr für ein angebot interessieren, dass er der aufwand in kauf nimmt, es zu abonnieren und permanent alle abos zu kuratieren; der anbieter muß am potentiellen leser mehr interesse haben, als ihn als klickvieh verwerten zu wollen (wer das nicht hat, hat mit feeds natürlich ein problem, weil damit die kontrolle über den konsum der inhalte aufgegeben wird, weil nicht mehr getrackt, gezählt, geworben, geoverlayed und gewasauchimmered werden kann, und da das maschinenlesbar ist könnte es auch noch weiterverarbeitet und, gott behüte, republiziert werden))

Endlich wieder einmal ein Quiz: welcher (für den jeweils einzelnen im grunde entscheidende) Umstand wird üblicherweise, im Grunde immer übersehen u/o ignoriert, wenn über den Zustand von RSS / Feeds gejammert u/o sinniert wird?

(es ist eine extrem einfache beobachtung, die ich aber glaub ich noch nie in der gebotenen klarheit gelesen habe, die aber irgendwie doch den schlüssel zur entfaltung des vorhandenen potentials beinhaltet)

Bruce Sterling und Jon Lebkowsky / The Well zum Stand der Dinge

(siehe SotW 2018, 2017, 2016, 2015, 2014, 2013, 2012, 2011, 2010, 2009, 2008, 2007 und 2006)

piglet

happy new year!

facebook zeitgeist

Das Jahr in Facebook

pulsator, der dinge alle 10 jahre wieder in den strom einschleust (heute vor 100, 50, 40, 30, 20, 10 jahren), zumindest mit musik, film und literatur, vl. auch noch nachrichten.

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