live.hackr feiert heute seinen 10. Geburtstag!

Einen herzlichen Dank an alle, die hier immer noch vorbeischauen, ohne euch wäre es nicht so lustig!

(ich empfehle ja niemandem zu bloggen, einfach weil es für die damit assoziierten kommunikationsakte mittlerweile mitunter deutlich bessere plattformen gibt; anders gesagt: wer nicht selbst weiß, warum er selbst ein blog betreiben sollte, statt zu twittern, zu redditen, zu tumblrn, zu instagrammen, zu facebooken, zu medium’en, für die exzentrischen auch statt zu plussen, zu appen oder zu elloen, wer also nicht selbst weiß, warum er auf die dort jeweils angebotenen karotten verzichten wollte, der fährt auf den spezialisierten plattformen ohnehin besser, für den ist der aufruf zum bloggen eher fahrlässig. ein unbestreitbarer vorteil vom bloggen ist allerdings, dass doch so einiges zusammenkommt, wenn man ein paar jahre dranbleibt, dass eine art bau entsteht, der seine eigenen gesetzmässigkeiten entwickelt und serien triggert, in dem es seine eigenen gänge und verbindungslinien und abkürzungen und transversalen gibt. nur ein paar beispiele:

serien wie

oder sammlungen wie

oder selections wie

auf der startseite gibt’s eine art inhaltsverzeichnis mit den größeren gängen. das ist zugegebenerweise nur für einen selbst interessant, aber es fällt ja als nebenprodukt einfach an und erzeugt im laufe der zeit die möglichkeit von zunehmend komplexeren strukturen, während der output auf plattformen ja die halbwertszeit von ein, zwei wochen wenn nicht ein, zwei tagen hat)


^ umair haque mit einer art miniserie über eu vs. griechenland.

update: hier auch noch in blogform: seven greek myths

(völlig kindisch, ich weiss, aber ich empfinde gerade eine seltsame genugtuung darin, auf allen meinen ios-devices google music zu installieren und mit den dortigen playlists zu befüllen)

Dass es niemanden zu geben scheint im ganzen Apparat des Bundespräsidialamtes, der etwas von Kunst versteht oder zumindest ahnt, dass man bei mangelnder Eigenkompetenz jemanden zu Rate ziehen sollte, der dies tut.

blitzkunst via wirres (über das portrait auf blauem pferd, das joachim gauck der queen als erinnerung an den besuch geschenkt hat)

(ich seh das eher in der tradition der cucumber sandwiches, aber ansonsten beschränkt sich dieses phänomen natürlich nicht nur auf symbolische staatsorgane, das kommt auch in den technokratischsten unternehmen im valley vor – auch im gesamten google hat zb. niemand larry page gesteckt, dass google+ die soziale version wirklich schlechter kunst ist, siehe den absatz ‘lack of leadership’ in googleheimer)

8021831 schritte

(völlig irrational, ich weiss, aber irgendwie finde ich mein fitbit seit es ein börsennotiertes gadget ist ein bisschen weniger lässig)

google news lab

^ Google hat Google News Lab (ann) gestartet, eine Art Minisite für ihr Friendship Bracelet mit den Verlagen.

schon wieder ein offenes Quiz:

was wissen eigentlich die Geisteswissenschaften über das Web?

(im sinne von: das web gibt’s ja jetzt auch schon 20 jahre, und wenn man so will ist das web das verbindungskabel von allem mit allem, irgendwie sollte das ja irgendwas bewirkt oder beobachtbar oder beobachtbarerweise bewirkt haben; was also wäre das?)

(these warum alles noch immer so zumindest halbwegs gut funktioniert: die ganzen verrücktheiten nach oben und unten, links und rechts, etc. heben sich gegenseitig auf)

geeknote

untested aber super: Geeknote – eine Art CLI für Evernote (via)

fyi: die gute nachricht ist: was die anderen machen/glauben/twittern etc. ändert für einen selbst nichts.

undo

^ oh nein, gmails sind jetzt nicht mehr authentisch, sondern können bis zu 30 sec lang ungeschehen gemacht werden (in settings – general – enable undo send) (ann)

(die mir von coursera empfohlenen ‘recommended courses’ sind keine empfehlung für ihren kurs ‘introduction to recommender systems’ – sie haben doch schon einiges an daten von mir und könnten zb zumindest auch berücksichtigen, was ich schon gemacht habe usw., aber das soll gar kein vorwurf an coursera sein, die recommendations sind ja bei fast allen diensten auf eine weise schlecht, die man so nicht einmal als schlimmsten fall befürchten könnte, zumal im richtigen kontext vorgestellte gute recommendations ja eine der saftigsten früchte zur koppelung von benutzern an dienste wären und also dementsprechende aufmerksamkeit verdienen sollten was dann einerseits schon vermuten lässt, dass es sich um ein weniger triviales problem handelt, als man vermuten würde, was aber andererseits durch die lieblosigkeit der umsetzung konterkariert wird, in mehr fällen als nicht werden sie lästig und mental ausgeblendet wie banner ads)

blocked

^ Sascha Lobo zerlegt einen der dümmsten Tweets aller Zeiten in seine Bestandteile und dokumentiert Wort für Wort die implizit enthaltenen ideologischen Annahmen.

(grossartiger text, da eine bonusanmerkung zu machen kommt mir fast ein bisschen pietätlos vor, anyway: ein weiterer, ganz fundamentaler wenn nicht katastrophaler fehler scheint mir die annahme zu sein, dass sicherheitspolitik selbst keine unerwünschten nebeneffekte hat; es wird so getan, als könne man mit den geforderten maßnahmen bestimmte verbrechen zumindest mit höherer wahrscheinlichkeit idealerweise verhindern oder sonst zumindest aufklären und bestrafen, ein bisschen weniger freiheit und ein bisschen mehr überwachung ist da ein zumutbares opfer und alles andere bleibt wie es ist. aber man kann bei keiner maßnahme wissen, welche nebeneffekte durch sie ausgelöst werden, denen dann unter umständen noch entschlossener mit noch schärferen maßnahmen und noch weniger freiheiten und noch viel mehr überwachung begegnet werden muß, wo man dann aber noch weniger wissen kann, welche nebeneffekte dadurch dann ausgelöst werden, usw. das soll jetzt kein appell für eine politische untätigkeit sein, in vielen zielen sind sich die meisten ohnehin einig, sondern ein appell an den hausverstand: jede form von gesellschaftlichem druck muss behandelt werden und eine gesellschaft, die sich permanent überwacht fühlen muss und die nicht mehr unbeobachtet kommunzieren kann, wird viel zusätzlichen druck absorbieren müssen. viele derzeitige fundamentalismen sind erst dadurch entstanden, dass andere probleme behandelt werden sollten)

(minianmerkung zum gestrigen durchwinken der vds auf dem spdkonvent: das ist nach dem doktorarbeitsmashup das zweite paradigmatische beispiel für die sich durch das internet verschiebenden zeit- und jetzt eben auch sinnachsen. im falle guttenberg, siehe am rande der guttenberg galaxis, hat es sich noch um ein reines zeitproblem gehandelt; wer auf twitter war, hat ja stunden vor guttenberg selbst schon gewusst, dass der verfasser nicht nur kleinste, dem stress als familienvater bedingte zitierfehler gemacht hat (die guttenplagger haben ja nur auf 23 aus 392 seiten keinen ‘zitierfehler’ gefunden). im fall vds handelt es sich neben der zeitverschiebung nun aber auch noch um eine sinnverschiebung, aber auch hier lässt sich das problem darauf zurückführen, dass die informationsströme, auf die sich politiker normalerweise als handlungsbedarfsrelevant verlassen können – also wasauchimmersieverwenden und wasauchimmerihnenvonsekretärenzusammengefiltert wird – von der lebenswirklichkeit nicht nur großer teile der bevölkerung sondern auch großer teile der eigenen basis getrennt sind, und dass ihnen bis dato also überhaupt nicht einmal bewußt wurde, dass gerade dieses thema eher die fragilität von porzellan als die sonst übliche resilienz eines sandsacks hat und sie gerade einiges davon im grunde völlig leichtfertig und für nichts zerschlagen haben. man hat an der patzigkeit von gabriel und maas in der anschliessenden pressekonferenz förmlich gespürt, wir froh sie darüber waren, dieses leidliche thema nun endlich abhaken und für beendet erklären zu können; die delegierten haben gewählt und jetzt muss aber auch mal ein deckel auf die diskussionen, man will ja auch gesetze machen. was ihnen ihre informationsströme aber nicht gesagt haben ist, dass die vds (oder dinge wie netzneutralität) grundwerte einer digitalen gesellschaft sind, die sie selbst allerdings nicht als solche wahrnehmen können, einfach weil sie daran nicht teilnehmen. für sie ist es ein thema wie jedes andere und etwaige kritik im netz darf man nicht überbewerten, die wird, so versichern es uns unsere berater, von einer handvoll agitatoren aufgestachelt. die ganze bewertung als grundrechtsverletzung ist ja doch eher hysterisch, man muss dann doch die kirche im dorf lassen. es geht mir gar nicht darum, wer dabei recht hat (zynisch betrachtet wird wohl nur ein insignifikanter bruchteil von dem legalisiert, was seit jahren ohnehin gemacht wird), es geht eher darum, dass die gesellschaftlichen sinn-ebenen nicht mehr synchronisiert werden, was natürlich mittelfristig sich verstärkende gesellschaftliche dissonanzen erzeugen wird)

ice

^ endlich hat auch Google den Sommer ausgerufen.

kl. nachtrag zu curate or die: die nyt hat vor kurzem ja von ihren kollegen viel bewunderndes kopfnicken geerntet, weil sie intern mal eine woche den zugang zur eigenen desktop-version gesperrt hat, damit alle ihre mobilen gerätschaften verwenden müssen und dadurch quasi gezwungen werden, sich in die mehrzahl der leser zu versetzen und die kommende ‘bedeutung’ von mobile zu verstehen.

ich glaube als experiment machen sie da etwas sehr richtiges, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass sie daraus die falschen schlüsse ziehen werden, weil sie bei ihren bestehenden grundsätzlichen annahmen bleiben werden. und die axiomatische annahme aller verlage ist, dass es einerseits eine grundstätzlich gegebene nachfrage nach journalistischen inhalten gibt und dass sie andererseits die gottgegebenen produzenten ebendieser journalistischen produkte sind.

diese im papierzeitalter quasi seine perfekte realisation gefunden habende natürliche ordnung erlebt aus diesem blickwinkel zuerst mit dem internet/web und dann mit mobile zwar eine krise der verkauf- und verwertbarkeit, aber die struktur der ordnung selbst wird nicht in frage gestellt. wer kein zeitungspapier mehr liest, der hat vor 10 jahren die zeitung als startseite im browser gehabt, mehr web braucht man nicht; und wer kein zeitungsportal mehr liest, der verwendet google um zeitungsartikel zu finden oder facebook, um sich von den freunden zeitungsartikel empfehlen zu lassen und darüber zu diskutieren; und wer nur noch ein handy hat, der verwendet es um sich in der strassenbahn oder im park mit zeitungsartikeln über die geschehnisse zu informieren.

das medium, wie die leserschaft das eigene angebot konsumiert, wandelt sich und die aktuellen trends (omg, mehr und mehr mobile) erkennt man im analyse-tool der wahl, aber die struktur und die aufgabe resp. position der beteiligten parteien bleibt konstant.

für die zeitungsmacher ist zu jedem zeitpunkt ganz klar, dass sie der fixpunkt sind, um den die welt sich dreht. und der typische deutsche verleger geht zusätzlich auch noch davon aus, dass ihnen google, facebook und twitter einfach alles zu verdanken haben, dass leute nur auf google gehen, um die verlagsinhalte zu finden, dass leute nur auf facebook und twitter gehen, um dort verlagsinhalte zu teilen, usw. (aus dieser sicht sind so dinge wie das leistungsschutzrecht oder die forderung nach 11% vom umsatz von google zumindest nicht mehr wirr oder wahnhaft, sondern einfach kontrafaktisch grundbegründet.)

die neuen umstände werden also immer nur als fragen der form und der distribution und der monetarisierbarkeit behandelt, was nicht gestellt wird, ist die frage nach dem eigenen sinn und den neuen umständen selbst. aber der eigene sinn ist vielleicht fragiler, als nicht nur von ihnen angenommen wird.

was wie eine evolution von ‘trends’ im konsum von nachrichten ausschaut – leute lesen sie zuerst auf papier, dann auf dem portal, dann auf facebook, dann auf dem handy – müsste nämlich eher als ganz grundsätzlich neuentwicklung des gesamten ‘dispositivs’ unter grundsätzlich neuen bedingungen bewertet werden, für das alles andere als klar ist, was dort funktionieren kann und wie das funktionieren wird. die welt versucht gwm. gerade herauszufinden, wie sie ausschauen würde, wenn es das web und mobile immer schon gegeben hätte.

man kann aber fast davon ausgehen, dass der ‘journalismus’ wir wir ihn kennen retrospektiv betrachtet eher wie ein historischer zufall ausschauen wird, als wie eine gegebenheit, die nur ein zeitgemäßes gefäß suchen muss. man braucht ja nur die perspektive auf die entwicklung zu wechseln: leute haben zeitungen nur solange gelesen, solange es nichts gab, was leichter und gleichzeit gut genug war (online portale); und leute haben die zeitungsportale nur solange als startseite benutzt, solange es nichts gab, was leichter und gleichzeitig gut genug war (facebook); und auf facebook nehmen die leute die nachrichten bestenfalls noch hin, ein bisschen informiert werden und synchronisation mit der welt ist ja nicht schlecht, aber sie sind doch nicht der grund, um auf facebook zu gehen, die leute interessieren sich für sich selbst und ihre bekannten und verwandten; anders gesagt: zeitungen konnte es nur deshalb geben, weil es damals noch kein facebook gab.

und die radikalste transformation deutet sich natürlich gerade mit dem übergang zu mobile an, weil damit zwar auf der einen seite ein universeller und permanenter zugang für alle gegeben sein wird, gleichzeitig aber ganz grundsätzliche begrenzungen der komplexität des ‘rezipierten’ etabliert werden, die aber natürlich immer noch gut genug sein werden.

die leute waren gwm. jahrzehntelang zu ihrem journalistischen ‘glück’ gezwungen, aber sie haben jede möglichkeit zu was einfacherem auch immer sofort genutzt, sobald sie sich ergeben hat. der journalismus in der uns bekannten form ist also eine reine historische kontingenz, die zwar gesellschaftlich wünschenswert ist, aber niemanden wirklich interessiert.

selbst beim am weltgeschehen interessierten bildungsbürger ist die disposition grundsätzlich anders, wenn er eine mobile gerätschaft verwendet. auch wenn es theoretisch natürlich möglich ist, auf dem iphone täglich ein potpourri an kritischen, gesellschaftspolitischen, analytischen longreads zu lesen, die form und die disposition verstärkt natürlich alles snackbare und unmittelbar intensive, also die snapchats und whatsapps, die vines und instagrams, die tweets mit animierten katzengifs.

(nur am rande: gerade deshalb ist es so absurd, dass die verlage mit aller gewalt gegen google kämpfen aber apple und facebook in den arsch kriechen, weil google gwm. der einzige kanal ist, über den sie intentional offene, weil eben genau nach dem thema suchende besucher bekommen. alles was sich über sharing aufschaukelt oder ausdifferenziert ist zwar viel ‘erfolgreicher’, muss aber auch mit einem gähnenden wegwischen nach 2 sekunden rechnen)

aber um zur ausgangsthese zurückzukommen: die frage ist natürlich, was die richtigen schlüsse auf das experiment der nyt sein könnten. und das wird ein harter knochen, weil das baumaterial nur der sinn sein kann.

Der dritte Megatrend 2015 ist ganz eindeutig diese auch schon wieder fast kollektive fixe Idee, im Kuratieren das Heil für die Flut an Nachrichten, Infos, Songs, etc. zu sehen.

Twitter sucht gerade ‘real-time curators’ mit newsroom backgrounds, Apple sucht gerade Kuratoren für das kommende Apple News und das auch kommende Apple Music hat den (kuratierenden) menschlichen Geschmack ja schon fast als primären selling point (omfg, von DJs ausgewählte Musik, weltweit und rund um die Uhr als Radiostation), Google hat auf Youtube gerade den Youtube Newswire lanciert, auf dem die interessantesten Augenzeugenvideos kuratiert und verifiziert werden, uswusf.

(linkblogger und prototumbler machen das natürlich schon seit 20 jahren, die ausdifferenzierung des feldes könnte also durchaus unerwartete blüten erzeugen, weil verschiedene kräfte an verschiedenen strängen ziehen)

(leute die mangos oder bananen nicht mögen)

ramadan

^ aus der abt. minisites sind die neuen doodles: Google hilft uns beim Ramadan (ann)

fyi: die meisten dinge im web sind ein verbrauchsgut und wer es eben als solches konzipiert, tut sich deutlich leichter.

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