netvibes

^ hui, netvibes wird 9.

(der fantechnischen vollständigkeithalber sei dazugesagt, dass ich netvibes seit dem googlereadertot als feedreader der wahl verwende und wirklich nur empfehlen kann; netvibes ist schnell, zuverlässig, unterstützt multiple tags, kann die gängigen keyboard shorcuts und hat mich bisher noch nicht genervt und was will man mehr)

weil es @_jk mehr oder weniger aufgelöst hat hier auch meine antwort auf quiz pt. 90 :

der grundlegende fehler ist zu glauben, dass es DIE universelle killerapp für die apple watch überhaupt gibt bzw. dass die apple watch eine solche universelle killerapp überhaupt braucht, um sinnvoll und/oder erfolgreich zu sein.

anders als bei anderen einführungen von apple gibt es bei der watch am ersten tag vl. keine langen schlangen vor den geschäften, aber der mittelfristige erfolg und der wert der watch hängt nicht davon ab, dass sie irgendwas universell besonders gut kann und gwm. universell gut löst (aka die vermisste killerapplikation), sondern nur davon, dass jeder einzelne für sich selbst zumindest eine einzige, idiosynkratische ‘killeranwendung’ entdeckt, die ein begehren erzeugt und den kaufreflex triggert.

und das muss noch nicht mal so besonders ‘killer’ sein: es reicht ja schon aus, dass man sich – übers jahr abgeschrieben – einen gegenwert von einem euro pro tag verspricht, um die uhr für einen persönlich attraktiv zu machen. und das wiederum kann jetzt schon das herzchen sein, das man einmal am tag als kleine aufmerksamkeit verschickt, oder ein dezenter farblicher hinweis, dass man noch 4000 schritte bis zum plansoll von 5000 schritten gehen sollte, oder eine schicke visualisierung des eigenen biorhythmus im vergleich zum biorhythmus des aktuellen gegenübers, oder oder oder. unterm strich: wenn man sich einmal am tag kurz darüber freut, hat man den anschaffungspreis gwm. bereits herinnen, alles andere ist ein bonus. der wert der uhr besteht also nicht darin, eine killeranwendung für alle zu sein, sondern darin, einen möglichkeitsraum für selbstbestimmte werte aufzuspannen.

und anders als bei bestehenden kategorien wie phones und tablets und notebooks, deren wert mittlerweile natürlich schon kommodifiziert ist und deren wert also immer gegen alle jeweiligen alternativen und damit verbundenen opportunitätskosten aufgerechnet werden muss – ein iphone 5s ist halt nur das ‘mehr’ (oder weniger) wert, was das aktuelle nexus oder huawei noch nicht so gut kann usw -, ist alles, was die erste watch neu offeriert, quasi ein unmittelbar als wertvoll empfindbarer wert, weil alles eben neu ist und noch mit nichts anderem verglichen werden kann.

beer chomatology

^ sehr nett: Beer labels match brewed contents to Pantone color / Beer colors

endlich wieder einmal ein quiz:

welchen grundlegenden fehler machen alle1, die bei der apple watch DIE killer application vermissen?

1 soweit ich sehe sind das fast überhaupt alle, die sich bisher zur watch geäussert haben

enthalten hier (wobei ich glaube, dass es im huckepack mit disruption als begriff viel weniger interessant ist als gerade ohne disruption als allgemeines auf-/lösungsmittel)

tim cook

yay, die apple watch ist da, von hinten nach vorne (wie schon vor 5 jahren beim ipad) nachzulesen etwa bei engadget

(der stream der keynote scheint mittlerweile auch zu funktionieren, das one more thing beginnt in minute 56)

((sie schaut schon recht schnuckelig aus und der nutzen der ganz offensichtlich sinnvollen anwendungsfälle reicht auf alle fälle aus das als kategorie zu etablieren, aber mir kommt vor, dass sich auch apple bei einigen promoteten features noch schwer verschätzt und dass einiges mehr störend als sonstwas ist; gleichzeitig ist sie eben ein canvas für alles darauf mögliche und das hat bei iphones und ipads ja auch unvorstellbar gut funktioniert. wie sich akku und abhängigkeit vom iphone 5 auswirkt ist noch völlig unklar))

(((neue iphones gibts auch, die gehen aber eher in richtung ipad mini mit denen man auch telefonieren kann)))

huch, wie die Zeit vergeht… Heute vor zehn Jahren hat Merlin Mann seine seminale Einführung in Getting Things Done gepostet, den Urknall für sämtliche productivity-Geschichten im Web.

(ein paar tage vorher hat er den hipster pda geboren, das disruptive retro-tool schlechthin)

(siehe auch 5 Jahre Hipster PDA und GTD)

(hab echt so ein jucken alle gerätschaften, also imac, ibook, ipad, ipod, usw. komplett neu und unschuldig und völlig frisch aufzusetzen und hab aber ein bisschen angst mir dann kurz danach zu denken, dass das doch eine ziemliche schnapsidee war)

getitelt hier

(wir sind an einem punkt angekommen, an dem es so viel mist gibt, dass man sich – und das galt natürlich trotzdem eh immer schon, aber in anderen verstärkungs- und aufmerksamkeitsdispositiven – wirklich für etwas interessieren muss, man sich selbst in die dinge investieren muss, usw., um noch einen nutzen zu haben und/oder sinnvollerweise funktionieren zu können)

internet archive

^ Flickr begrüßt 14 Millionen Fotos aus dem Internet Archive in den Flickr Commons.

Internet Archive Book Images

gopro dog

^ gibts leider noch nicht für katzen aber trotzdem sehr super: gopro für hunde

apropos Aktualisierung von 140 Prozent Plus : auch kathrin passig hat ihre (auch schon wieder in die jahre gekommenen) standardsituationen der technologiekritik überarbeitet : Neue Technologien, alte Reflexe. der vollständigkeit halber also auch eine art aktualisierung meiner damaligen kritik (siehe Standardsituationen aus 2009; ich empfehle überhaupt zuerst standardsituationen zu lesen, dann kathrins standardsituationen 2014 und dann das hier):

wie schon bei den alten standardsituationen dreht es sich auch bei den neuen standardsituationen um ein erfassen der technologischen gegenwart, nur hat sie diesmal die standardargumente der luddistischen neinsager antithetisch mit standardargumenten technoptimistischer jasager konfrontiert, um das ganze dann dialektisch in einigen pragmatischen handlungsanleitungen für ein dem neuen gegenüber aufgeschlossenes leben und/oder wirtschaften aufzulösen.

und während mir zwar die allegorie des laubhaufens für den igel wie jedem echten freund von katzencontent das herz wärmt, meine kleine kritik an ihrem ansatz ist, dass sie das problem (‘was bedeutet technologie für uns jetzt und in zukunft?’) schon wieder auf der falschen, oder was heisst falsch, aber auf einer für den diskurs unfruchtbaren ebene löst.

das problem mit ihrer parade von nein- und jasagern ist, dass sie sie nur ‘literaturwissenschaftlich’ dokumentiert, aber überhaupt nicht epistemologisch kritisiert (sie überlegt sich nicht, was der tätiger einer aussage über das ausgesagte überhaupt wissen kann, und wenn es um das web geht ist das in den seltensten fällen besonders viel, die leute glauben und sagen halt irgendwas, auch zu dingen von denen sie keine ahnung haben oder die ganz grundsätzlich unwissbar sind). ein rudimentärer nutzen davon ist sicherlich eine art pattern recognition für die eben standardtropen und denkreflexe von menschen, aber das hat alles mit der möglichen wissbarkeit überhaupt nichts zu tun und bringt uns auch nicht weiter.

das problem mit ihrer synthese ist, dass sie den diskursiven anspruch überhaupt über bord wirft und die lösung gwm. in den bereich lifehacks und/oder produktivitätstechnik verschiebt (sie also plateautechnisch lustigerweise wieder bei ihrem ‘dinge geregelt kriegen’ landet). ihre tipps – genauso wie viele andere tipps vieler anderer – sind dann sicherlich nicht falsch und tatsächlich nützlich, besonders auch als starthilfe oder erste hilfe, aber im dispositiv der aussagemöglichkeiten über das web und technologie kommen wir damit natürlich nicht weiter.

Eine Art Aktualisierung von 140 Prozent Plus : Holger Schmidt ist mit Twitter zwar der Saft ausgegangen, aber er hat für seine Serie zum Glück mit Pinterest einen zumindest semiwürdigen Nachfolger gefunden:

Seit dem vergangenen Sommer hat sich die Zahl der Website-Besucher hierzulande schon von 600 000 auf 2,1 Millionen erhöht

2014/08/22: Pinterest-Nutzung in Deutschland schnellt hoch

Pinterest, das soziale Foto-Netzwerk, ist in Deutschland auf Wachstumskurs.

2014/06/23: Pinterest legt in Deutschland zu

Innerhalb eines Jahres ist die Besucherzahl von Pinterest in Deutschland um 181 Prozent auf 864000 gestiegen.

2013/06/09: Pinterest kommt in Deutschland auf Touren

Nach dem sprunghaften Wachstum im Februar wächst Pinterest in Deutschland weiter, aber erheblich langsamer.

2012/05/21: Pinterest wächst langsamer

Im Februar ist die Besucherzahl in Deutschland um 288 Prozent emporgeschnellt.

2012/03/19: Pinterest wächst in Deutschland um 288 Prozent

Die Foto-Website Pinterest hat ihr Wachstumstempo abermals erhöht.

2012/03/16: Pinterest wächst immer schneller

Pinterest hat in Deutschland nur 69 000 Nutzer

2012/02/20: Die zweite Reihe rüttelt an Facebook

ello world

^ ello – eine art politisch und designtechnisch korrektes twitter. diese ‘you are not the product’ trope reicht zwar sicher nicht aus, aber es besteht sowohl in der knetmasse des designs als auch der funktionalität ein gewisses potential, könnte also zumindest ein neues subjot werden.

(thx und via to @kosmar)

((ich bin @hackr ))

Der endlose Geschichtenerzähler ist ein wirklich selten gesehener Zeitgenosse, der sich dadurch auszeichnet, dass er Thesen, Behauptungen und Aussagen quasi endlos fortsetzen kann und jedenfalls nie zu einem echten Punkt bringen muss, weil er in seiner Narration an fast beliebiger Stelle Abzweigungen folgen kann, die er dann mit der gleichen narrativen Qualität vorträgt, oder indem er in Begriffe oder Themen hineinzoomt, die er dann oft in enzyklopädischer Gebildetheit erklärt und darlegt, usw.

(wenn es wirklich gut läuft erzeugt er einen raum, der selbst interessanter ist, als es die these jemals gewesen wäre und den man quasi ‘serendipitös’ durchlaufen kann; üblicherweise ist der effekt aber, dass ein gedanke wesentlich wichtiger klingt, als er ist und der gwm. nur mit einer bedeutungsscheinschwangerheit aufgeladen wird. anders als der schaumschläger, der einfach willkürliche anschlüsse mit einem rolodex aus bullshit bingo permutiert, steht sich der endlose geschichtenerzähler mit seiner bildung und tief empfundenen assoziationen quasi selbst im weg)

(abt. supermarket studies)

2014 zumindest einmal rivva verlinken: ✓ Everything as a Service

(blogpost über DAS fundamentale dilemma im derzeitigen web: den umstand, dass grösste teile des diskurses über das web nicht erkennen, wann es sich um ein spieltheoretisches problem handelt, das wenn schon nicht spieltheoretisch dann zumindest unter anerkennung des spieltheoretischen spielfelds behandelt werden müsste, und also die teilnehmer in deren jeweiligen argumentationsmodi vergleichen und/oder bewerten und/oder in den jeweils anderen oder einen dritten beobachtungsmodus übersetzen usw., was natürlich dann nicht nur selten was bringt, sondern was eben ein genuines übersehen der grundsätzlichen unauflösbarkeit der diskussion selbst bedingt)

((dass es überhaupt zu einer auflösung kommt liegt dann meistens nur daran, dass länger laufende diskussionen früher oder später in der sackgasse faktizität von recht oder ökonomie landen, also auf einem ggf. anderen schauplatz entweder entschieden werden oder sich entscheiden))

(((bonuspunkte wie immer für konkrete fallstudien und sternchen für eine umfassende typologie; anbieten würde sich hier sicherlich zb der aktuelle streit zwischen amazon und den verlagen um den preis von ebooks, da sind nicht nur die verschiedensten ebenen vertreten, amazon gwm. volkswirtschaftlich, hachette betriebswirtschaftlich, die autoren eine mischung aus schäferhund und naivem idealismus, da gibt es, kommt mir vor, sogar eine art metaspiel, bei dem alle den spieltheoretischen charakter sogar erkennen, es aber zum spiel gehört so zu tun als würde man das nicht)))

Horses aren’t unemployed now because they got lazy as a species, they’re unemployable.

Humans need not apply via kottke

endlich wieder einmal ein quiz:

welche features wurden bei hackr.de in jüngster zeit entfernt?

(für alle quizmaster: pro feature gibt es einen punkt, maximal gibt es 3)

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