Papierkorb pt. 39
(wir sind an einem punkt angekommen, an dem es so viel mist gibt, dass man sich – und das galt natürlich trotzdem eh immer schon, aber in anderen verstärkungs- und aufmerksamkeitsdispositiven – wirklich für etwas interessieren muss, man sich selbst in die dinge investieren muss, usw., um noch einen nutzen zu haben und/oder sinnvollerweise funktionieren zu können)
Internet Archive Commons

^ Flickr begrüßt 14 Millionen Fotos aus dem Internet Archive in den Flickr Commons.
140 Prozent Pinterest
Eine Art Aktualisierung von 140 Prozent Plus : Holger Schmidt ist mit Twitter zwar der Saft ausgegangen, aber er hat für seine Serie zum Glück mit Pinterest einen zumindest semiwürdigen Nachfolger gefunden:
Seit dem vergangenen Sommer hat sich die Zahl der Website-Besucher hierzulande schon von 600 000 auf 2,1 Millionen erhöht
2014/08/22: Pinterest-Nutzung in Deutschland schnellt hoch
Pinterest, das soziale Foto-Netzwerk, ist in Deutschland auf Wachstumskurs.
2014/06/23: Pinterest legt in Deutschland zu
Innerhalb eines Jahres ist die Besucherzahl von Pinterest in Deutschland um 181 Prozent auf 864000 gestiegen.
2013/06/09: Pinterest kommt in Deutschland auf Touren
Nach dem sprunghaften Wachstum im Februar wächst Pinterest in Deutschland weiter, aber erheblich langsamer.
2012/05/21: Pinterest wächst langsamer
Im Februar ist die Besucherzahl in Deutschland um 288 Prozent emporgeschnellt.
2012/03/19: Pinterest wächst in Deutschland um 288 Prozent
Die Foto-Website Pinterest hat ihr Wachstumstempo abermals erhöht.
2012/03/16: Pinterest wächst immer schneller
Pinterest hat in Deutschland nur 69 000 Nutzer
2012/02/20: Die zweite Reihe rüttelt an Facebook
Die Zeitgenossen der Gesellschaft Pt. 14: Der endlose Geschichtenerzähler
Der endlose Geschichtenerzähler ist ein wirklich selten gesehener Zeitgenosse, der sich dadurch auszeichnet, dass er Thesen, Behauptungen und Aussagen quasi endlos fortsetzen kann und jedenfalls nie zu einem echten Punkt bringen muss, weil er in seiner Narration an fast beliebiger Stelle Abzweigungen folgen kann, die er dann mit der gleichen narrativen Qualität vorträgt, oder indem er in Begriffe oder Themen hineinzoomt, die er dann oft in enzyklopädischer Gebildetheit erklärt und darlegt, usw.
(wenn es wirklich gut läuft erzeugt er einen raum, der selbst interessanter ist, als es die these jemals gewesen wäre und den man quasi ‘serendipitös’ durchlaufen kann; üblicherweise ist der effekt aber, dass ein gedanke wesentlich wichtiger klingt, als er ist und der gwm. nur mit einer bedeutungsscheinschwangerheit aufgeladen wird. anders als der schaumschläger, der einfach willkürliche anschlüsse mit einem rolodex aus bullshit bingo permutiert, steht sich der endlose geschichtenerzähler mit seiner bildung und tief empfundenen assoziationen quasi selbst im weg)
(abt. supermarket studies)
Der Postillon
2014 zumindest einmal rivva verlinken: ✓ Everything as a Service
Lazy Blog Ep. 37
(blogpost über DAS fundamentale dilemma im derzeitigen web: den umstand, dass grösste teile des diskurses über das web nicht erkennen, wann es sich um ein spieltheoretisches problem handelt, das wenn schon nicht spieltheoretisch dann zumindest unter anerkennung des spieltheoretischen spielfelds behandelt werden müsste, und also die teilnehmer in deren jeweiligen argumentationsmodi vergleichen und/oder bewerten und/oder in den jeweils anderen oder einen dritten beobachtungsmodus übersetzen usw., was natürlich dann nicht nur selten was bringt, sondern was eben ein genuines übersehen der grundsätzlichen unauflösbarkeit der diskussion selbst bedingt)
((dass es überhaupt zu einer auflösung kommt liegt dann meistens nur daran, dass länger laufende diskussionen früher oder später in der sackgasse faktizität von recht oder ökonomie landen, also auf einem ggf. anderen schauplatz entweder entschieden werden oder sich entscheiden))
(((bonuspunkte wie immer für konkrete fallstudien und sternchen für eine umfassende typologie; anbieten würde sich hier sicherlich zb der aktuelle streit zwischen amazon und den verlagen um den preis von ebooks, da sind nicht nur die verschiedensten ebenen vertreten, amazon gwm. volkswirtschaftlich, hachette betriebswirtschaftlich, die autoren eine mischung aus schäferhund und naivem idealismus, da gibt es, kommt mir vor, sogar eine art metaspiel, bei dem alle den spieltheoretischen charakter sogar erkennen, es aber zum spiel gehört so zu tun als würde man das nicht)))
ReQuoting pt. 104 (The Lazy Horse Edition)
Horses aren’t unemployed now because they got lazy as a species, they’re unemployable.
Humans need not apply via kottke
Hype Cycle 2014

und alle Jahre wieder der Hype Cycle von Gartner (siehe auch hype cycle und hype cycle 2008 und hype cycle 2009 und hype cycle 2010 und hype cycle 2011 und hype cycle 2012 und hype cycle 2013 und wie immer siehe auch die siggi beckersche sozio-technologische voraussetzung für einen hype)
Sabbatical Revisited
kl. update zu sabbatical : live.hackr wird langsam wieder den gewohnten betrieb aufnehmen. es hat sich zwar nichts am grundsätzlichen unbehagen geändert, aber die möglichen lektionen haben sich auch ausgeschöpft, zumindest innerhalb meiner parameter. (für mich das erfreulichste war, dass ich einige serien, die mich davor selbst zunehmend genervt haben, also eben papierkörbe, lazy blogs, leftovers, zeitgenossen, quizzes, etc., dann doch vermisst habe, zumindest als psychohygienisches ventil, aber auch als outboard brain um es gleich wieder mit gutem gewissen vergessen zu können usw.)
Caturday nach Datum sortiert

^ oha, bin mir nicht sicher wie lange das schon geht, aber wenn man in einer google suche auf suchoptionen/search tools – beliebige zeit zu letzte woche/any time zu past week – nach relevanz sortiert zu nach datum sortiert/sorted by relevance zu sorted by date klickt, dann bekommt man die suchergebnisse tatsächlich einmal fast chronologisch angezeigt. that’s quite huge, insgesamt fühlt sich google in letzter zeit wieder deutlich weniger mit ‘sozialen’ und ‘kontextuellen’ verschlimmbesserungen zugemüllt an.
Lauwarme Cervisia Revisited
oh, gestern vor 5 jahren hat die infantilisierung/verlauwarmung von twitter begonnen: https://hackr.de/2009/07/29/lauwarme-cervisia #ornithology
— Markus Spath (@hackr) July 30, 2014kleiner nachtrag zu lauwarme cervisia das vor ziemlich genau 5 jahren den anfang vom (natürlich endlosen) ende von twitter markierte. seit diesem zeitpunkt versuchen sie, twitter zu managen. einerseits bezüglich den imperativen wachstum und monetarisierbarkeit; andererseits als versuch den usern nahezulegen, was twitter resp. ein tweet zu sein hat.
ich wärme das auf, weil die resilienz von twitter, also wie gut es nach fünf jahren interventionen der teilweise schon blöderen sorte immer noch funktioniert, doch erstaunlich ist (wobei das natürlich eben keine leistung von twitter ist, sondern eine eigenschaft des datentyps tweet. das antifragile potential haben sie natürlich zerstört.)
(die aktuelle kampfmetrik ist deklarierterweise die anzahl aktiver eingeloggter user und das ausgemachte mittel scheint konversation um jeden preis zu sein. die startseite ist für alle nichteingeloggten zb überhaupt nur noch ein formular zur anmeldung, sogar das suchfeld wurde eliminiert:

^ twitter 2014.

^ 2009 gab es zumindest noch ein suchformular und eine liste mit den trendenden hashtags.
die falsche strategie von ihnen ist, nichts ahnende leute zu fleissigen twitterern machen wollen, nachdem man sie erst mal zur anmeldung genervt hat. bis sie den bereich zum abstellen der benachrichtigungsmails gefunden haben, haben wir sie schon im sack und mit den monatlichen ‘we missed you’ emails bekommen wir zumindest einen klick für unsere metrik für unsere investoren. miniquiz: was wäre die richtige(re) strategie?
die falsche grundannahme von ihnen ist, dass twitter eine plattform für überhaupt alle ist – und das geht zurück bis zu ev williams und ihren anfängen. im falle twitter stimmt das zwar tatsächlich, aber nur als ‘ideal’, und das ist ein fundamentaler unterschied. real gibt es nämlich zu jedem zeitpunkt nur eine potentialität (die sich im laufe der zeit natürlich verschiebt). statt also zu versuchen, die jeweils konkreten potentialitäten zu entfalten und das gesamtmilieu für die potentialität zu verbessern, versuchen sie zu rekrutieren und zu missionieren und zerstören gerade damit die latenten potentialitäten.)
Pinboard Is Five Years Old

^ Pinboard wird fünf
My job is to project an aura of calm, solvency, and permanence in an industry where none of those adjectives applies. People are justifiably risk-averse when it comes to their bookmarks, and they are looking for stability.
(siehe Pinboard Is Four Years Old, Pinboard Turns Three, Two Years of Pinboard und One Year Of Pinboard)
omg, Popular Plus

^ next up in der selfreaggregate reihe: Popular Plus (meine plusse mit 5+ plussen; man muss ein paar sekunden warten, bis das google richtig anzeigt)
siehe auch:
- Plusses 1-100
- Plusses 101-200
- Plusses 201-300
- Plusses 301-400
- Plusses 401-500
- Plusses 501-600
- Plusses 601-700
9 Jahre live.hackr
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live.hackr feiert heute seinen 9ten Geburtstag!
Einen herzlichen Dank an alle, die hier immer noch vorbeischauen, ohne euch wäre es nicht wirklich lustig!
Annie Edison

Nur ein kleines Update zu Tough Graders und Data Moocs Spring/Summer 2014 und Data Moocs Spring 2014 : ich hab mich jetzt auch noch durch die 9 Kurse der Data Science Specialization von Johns Hopkins auf Coursera (ich muss leider sagen) durchgewerkelt.
- The Data Scientist’s Toolbox
- R Programming
- Getting and Cleaning Data
- Exploratory Data Analysis
- Reproducible Research
- Statistical Inference
- Regression Models
- Practical Machine Learning
- Developing Data Products
Unterm Strich sind die 9 Kurse zwar eine Zumutung auf jeder Ebene (bipolare schwierigkeit der kurse, überwiegend eine lieblose neuverteilung von material das bei ihnen halt herumlag, nonpräsenz der professoren in den foren und nonreaktivität auf auch massive technische probleme, ungetestete quizzes, zusammenhanglose und aus dem leftfield kommende projekte, uvm.) aber es verstecken sich schon auch das eine oder andere Nugget; gute Statistiker und R-Zauberer sind die Johns Hopkins Biostats Guys sicherlich (ich erspare euch und mir hier ein genaueres was und warum, aber falls ihr die kurse in erwägung zieht fragt mich jederzeit)
Ein Grundskill ist für Selbstlernen sicherlich, einerseits die Qualität des moocs adäquat einzuschätzen und andererseits auch bei suboptimalen moocs das Beste für sich draus zu machen – und dafür ist die Spezialisation wohl das Boot Camp.
Orkut Badges



^ google killt jetzt auch noch orkut – ich will hiermit nur meine badges retten.
—
orkut badges:
kosmar
http://www.orkut.com/Main#Profile?uid=2986529123676920731
konterfai
http://www.orkut.com/Main#Profile?uid=11348050944916154663
chl
http://www.orkut.com/Main#Profile?uid=6108653050712448426
lotman
http://www.orkut.com/Main#Profile?uid=7631298122942634788
rany keddo
http://www.orkut.com/Main#Profile?uid=17346300698472834362
mauszfabrick
http://www.orkut.com/Main#Profile?uid=11686907458612718389
omg, Popular Tweets

^ next up in der selfreaggregate reihe: Popular Tweets (meine tweets mit 5+ favs und/oder retweets)
siehe auch:
Google Cardboard

^ der Hit der I/O: Cardboard
I/O 2014 (Android Edition)
in alter Tradition zumindest eine kleine Übersicht der Google I/0:
- Coming to a screen near you – der Überblick von Google
- Google I/O: Design, Develop, Distribute – noch ein etwas technischerer Überblick von Google
- This is material design – eine Art Vorstellung von Material Design, dem neuen Design vom kommenden Android L
- Cloud Platform at Google I/O – new Big Data, Mobile and Monitoring products – es gibt ein bissl Monitoring und einen Cloud Dataflow
- Cast Away with Android TV and Google Cast – neben Chromecast gibts jetzt auch ein Android TV
von Projekten wie Google+ oder Google Glass hat man nicht viel gehört, ingesamt sind sie wieder bei der neuen Bescheidenheit von 2012 gelandet.
Die Einmischer
Kl. Nachtrag zur Rede zur Lage der Nation :
Einmischen, machen oder zumindest spenden sind ja gerne genannte Anweisungen. Leider sind auch sie ein Beispiel für ‘gut gemeint ist schlecht gemacht’ weil sie as is leere Imperative sind, die es einer Gruppe erlaubt, kurz über sich selbst gerührt zu sein, dann aber konsequenzlos und ohne Anschluss bleiben, weil die Bissen und Probleme zu gross sind.
Ich würde deshalb vorschlagen, die ‘Verpflichtung’ zum Einmischen nach den Faktoren Nähe und Möglichkeit zu parametrisieren bzw. sie als ‘Funktion’ davon zu verstehen.
Man hat mehr ‘Verpflichtung’ sich um die Dinge zu kümmern, die einem nahe sind, und der Grad dieser Verpflichtung nimmt mit zunehmender Entfernung zunehmend ab. (Nähe kann sich dabei natürlich durchaus auch durch Interesse konstituieren usw.)
Und man hat mehr ‘Verpflichtung’ sich um die Dinge zu kümmern, die man selbst auch effektiv lösen kann oder zu denen man effizient beitragen kann, etwa weil man in der gesellschaftlichen Position dazu ist, und auch der Grad dieser Verpflichtung nimmt mit abnehmender Möglichkeit zunehmend ab.
Pick your battles.
Es bringt ja nichts, wenn man sich ein Jahr um irgendwas strauchelt, was aber keinen Effekt hat, oder was für einen anderen einen Anruf bedeutet hätte, oder was ein anderer dann mit einem Anruf blockieren kann, oder von dem man überhaupt nicht wissen kann, welche Effekte es überhaupt hat. Was aber auch nicht bedeutet, dass man vor größeren Themen resignieren soll, wenn man keinen direkten Einfluss hat; oft kann man etwa an Zwischenschritten arbeiten, Dinge synthetisieren und aktivieren usw.
Gleichzeitig entsteht Wertschätzung nur durch Einsatz, es zahlt sich also schon aus, im Rahmen der eigenen Mitteln und Möglichkeiten an Dingen und Verbesserungen zu arbeiten. Nette Geschichte Opa, komm, setz dich.