Die Bildung und das Netz
eine art nanoreview von die bildung und das netz von martin lindner in tweets:
die bildung und das netz (2017)
— Markus Spath (@hackr) 19. März 2018
(huch, liest sich gut an)
— Markus Spath (@hackr) 19. März 2018
(pos 188-1272: ganz gute einführung. vl. hängt er ein bisschen zu sehr an den selbstbeschreibungen und steckt das objektiv absteckbare zu wenig ab. was meinst du, wenn du von bildung faselst? usw.)
— Markus Spath (@hackr) 19. März 2018
(pos 1273-2307: lustigerweise nimmt er die absteckung hier sofort vor (formal sehr schön: die pos/dnw-matrix), nur macht er den gleichen fehler eine ebene höher, i.e. unterliegt der schönheit der metaphern, steckt aber 'das kategorische' nicht ab)
— Markus Spath (@hackr) 20. März 2018
(pos 2308-3426: lustigerweise nimmt er die absteckung vom kategorischen hier sofort vor, nur verschiebt er den gleichen fehler eine weitere ebene, i.e. er setzt die ethik vom web normativ, wo man es nur emergent/empirisch beschreiben bräuchte)
— Markus Spath (@hackr) 20. März 2018
(pos 3427-4390 : schöner überblick zumal er mit dem blick 'von heute' die mit dem 'digitalen' eingeführten differenzen auch historisch positioniert, aber nicht als 'gab es ja schon immer' sondern gwm. als 'retrospektiv konstituierbares')
— Markus Spath (@hackr) 21. März 2018
(pos 4391-4751: wie goethe sagte: geht ins netz, der geist wird folgen)
— Markus Spath (@hackr) 21. März 2018
(pos 4752-5603: recht sinistre beschreibung zum stand und ausblick von schulen, lol)
— Markus Spath (@hackr) 21. März 2018
(pos 5704-7438: recht sinistre beschreibung vom stand der universitäten, lol, aber doch mit positivem ausblick. kl. anmerkung: er tendiert zum romantisch-postmodernen, wo vl. zumindest der umweg über 'den grossen anderen' nützlich wäre, siehe zizek https://hackr.de/2015/03/27/papierkorb-pt-68 )
— Markus Spath (@hackr) 22. März 2018
(pos 7439-8733: eig. recht optimistische beschreibung vom stand der interpenetration von bildung/organisationsentwicklung und digitalen medien in unternehmen)
— Markus Spath (@hackr) 22. März 2018
(pos 8734-9765: musste an einigen stellen lachen, weil er mitunter zwischen himmelhoch jauchzend und zu tode betrübt oszilliert. praktisch jedenfalls supernützlich: literanz, ZONS, VHS, die 8Cs von belshaw, etc.)
— Markus Spath (@hackr) 23. März 2018
(kl. nachtrag: die tweets klingen, wenn ich sie so sehe, doch etwas muffig, nur zur sicherheit: es ist eine absolute leseempfehlung, schon allein deshalb, weil martin einen ganz eigenen blickwinkel gefunden und ganz allgemein eine der angenehmsten stimmen überhaupt hat. lustigerweise enthalten die tweets trotzdem auch schon meine beiden einwürfe, wenngleich etwas zu kompakt u/o kryptisch, also vl. zur ergänzung:
einwurf 1: das absteckbare abstecken usw: mit bildung ist es wie bei vielen begriffen, die auf mehreren/allen gesellschaftlichen u/o technologischen ebenen wirksam sind: sie ist ein homonym, das nicht nur auf jeder ebene des stacks was grundsätzlich anderes bedeutet, es gibt auf jeder ebene auch noch eine art horizontale streuung, bei der jeder einfach das damit bezeichnet, was er damit gerade bezeichnen will (es teilt dieses schicksal zb mit der armen ‘plattform’. auch die hätte auf jeder ebene eine grundsätzlich definierbare sinnvolle bedeutung, aber jenseits davon assoziieren die leute damit frei vor sich hin und berücksichtigen in den seltensten fällen auf welcher ebene sich ein etwaiger anderer damit gerade befindet). das insistieren auf das abstecken ist sicher ein bisschen anal und im jeweiligen ‘sprechakt’ mitunter irrelevant oder sogar kontraproduktiv, es ist aber dort notwendig, wo man grundannahmen macht oder erkenntnisse übertragen will. beim dokumentieren/reflektieren der jeweiligen grundannahmen oder geltungsbereiche stellt man übrigens nicht selten fest, dass anscheinend konfliktierende positionen überhaupt kein problem mehr sind, aber auch, dass man bestimmte lektionen vl. nicht einfach so übertragen kann.
und weil das immer noch etwas abstrakt klingt ein konkretes beispiel: die MOOCs. über MOOCs gäbe es fast nichts zu diskutieren oder problematisieren, wenn man sich einfach anschauen und abstecken würde, was sie sind (und nicht, was andere darüber sagen). das sprengt hier ein bisschen den rahmen aber unterm strich sind sie einfach eine spezifische form eines kurses mit einigen variablen (gut/schlecht gemacht, als event/permanent, primär linear/offen, usw.) das in der konkreten instanziierung dann ein konkretes potential zum lernen entfaltet (das je nach lerner auch völlig variieren kann). und man würde leicht einige buckets finden, für die sie bestens (und mitunter besser als alles andere) geeignet sind, und müsste sie auch nicht länger mit aufgaben oder annahmen versehen, für die sie halt nicht geeignet sind. skurrilerweise findet das aber ohne übertreibung einfach nicht statt und es wird immer nur etwas angenommen oder diskutiert, was ein anderer angenommen oder darüber gesagt hat, was auch wieder üblicherweise mit einer hanebüchen übertreibenden selbstdarstellung beginnt, die dann nachgeplappert und verstärkt oder ohne eigenen blick weggeschüttet wird.
einwurf 2: er setzt die logik vom web ethisch/normativ und landet dadurch in einer position, die blöderweise genau das erschwert, was sie eigentlich bewirken will. damit steht er in guter schule mehr oder weniger aller, die mit dem herzen am rechten fleck (also humanistisch, emanzipatorisch, sozial, indie) in den letzten 29 jahren über das web nachgedacht haben, nur nützt das nix (wobei es auch nicht schadet). das webbige am web ist eine nützliche und völlig valide kategorie zur beschreibung von phänomenen, es ist aber ein fast unerreichbarer imperativ, der das subjekt/die organisation in eine fast unmögliche position bringt.
und das klingt as is nicht nur kontraintuitiv sondern eher doof aber als beispiel: das bloggen. der bösartigste tipp, den man jemandem geben kann, ist das gutgemeinte ‘sei frei und blogge!’. ich hab das (gee, auch schon wieder 5 jahre her) mal hier kurz thematisiert aber dazu ergänzend: das problem beim bloggen ist ja paradoxerweise genau der umstand, dass blogs ein perfektes medium sind, nicht nur weil einfach jeder einfach alles schreiben kann (man braucht noch nicht mal geld und ein zimmer, man braucht nur noch ein iphone und ein bluetooth keyboard). und genau weil man alles tun könnte, was man will, erfordert das das allerschwerste: man muss etwas wollen und den sinn für sich selbst erzeugen. keine likes oder follower, die das leben versüßen. blogs haben also unendliches potential, aber sie brauchen auch einen akt der selbsterzeugung (der als forderung eine zumutung ist).
oje, das wurde nicht viel klarer, anyhow und wie gesagt: großer lesetipp)
signing up 11

heute vor elf jahren: 11746761
Gemeingefährlich Facebook Edition
heute ist es fünf jahre her, dass ich über google gejammert habe, weil mit der kaltblütigen ermordung vom google reader etwas fundamentales kaputt gegangen ist – siehe gemeingefährlich
lustigerweise wiederholt sich auf den tag genau mit facebook im rahmen der geschichte rund um cambridge analytica ein ähnliches desaster. und zwischen der ganzen hysterie auf der einen und panik auf der anderen seite kann man sich wieder die frage stellen:
was ist wirklich kaputt gegangen?
und wie damals bei google ist die offizielle antwort ‘das vertrauen! das vertrauen in den schutz unserer daten und unserer privatsphäre auf facebook ist kaputt gegangen! facebook gehört reguliert, kontrolliert oder zerschlagen!’ usw. aber ich glaube auch diesmal ist es wieder etwas fundamental anderes. facebook spielt sich mit der auflockerung des konzepts privacy im grunde seit beginn ihrer zeiten herum und hatte immer wieder kleinere und grössere breaches und leaks. und ihr geschäftsmodell der monetarisierung ihres wissens über unsere interessen und begierden ist allgemein bekannt und akzeptiert (auch wenn pro forma dagegen protestiert wird).
das radikal andere im fall cambridge analytica ist, dass nicht daten von innen nach aussen gesickert sind, sondern umgekehrt: diesmal ist das begehren eines anderen von ‘aussen’ ins innere des sozialen körpers eingedrungen und hat uns in der folge nicht nur individuell, sondern im kollektiv manipuliert. und als beleidigung schlechthin: es hat auch noch funktioniert!
wir kommen also um die erkenntnis nicht herum, dass wir uns einen nasenring haben verpassen lassen, wohl schon vor langem und mit dem laufen wir herum. es ist dabei egal, ob das im konkreten fall überhaupt stimmt oder nicht, ob die interventionen von CA also tatsächlich wahlentscheidend waren – die empörung bezieht sich ja ohnehin auf die anderen; aber die sind mit uns untrennbar im selben raum. verloren gegangen ist also nicht ein vertrauen in facebook, sondern die möglichkeit, an unsere eigene autonomie und selbstbestimmtheit als sozialer organismus zu glauben. gemeingefährlich sind wir gwm. selbst.
ein paar links:
- The Cambridge Analytica Files
- A Hurricane Flattens Facebook
- Der eigentliche Skandal liegt im System Facebook
- Update on the Cambridge Analytica situation
- neunetz Miniserie 1 , 2 , 3 , 4
just setting up my twttr 12

Huch, vor zwölf Jahren wurde der erste Tweet abgesetzt.
(siehe just setting up my twttr 11, just setting up my twttr 10, just setting up my twttr 9, just setting up my twttr 8, t7, just setting up my twttr 6, just setting up my twttr 5, just setting up my twttr 4, just setting up my twttr, 2 jahre twitter und immr)
iPhone

devoha und aus der abt. spät aber doch: seit gestern auch ein iphone (wollte mir nur ein tee-ei kaufen, und während es die nicht mehr gab, lagen wohl restposten an SEs für 290 an der kasse usw. und doch auch schon auf die schnelle schon erstaunlich super)
kottke 20
Rivvvvvvvvvvva

^ 2007

^ 2018
kleines update zu Rivva : Rivva wird heute elf Jahre alt.
Leftovers 2017 (Settings Edition)
auch nicht weitergekommen sind wir 2017 jedenfalls damit, settings oder optionen auch nur für die fundamentalsten aspekte von plattformen anzubieten.
(ich hab mich mittlerweile schon damit abgefunden, dass dienste ihre defaults an den uninteressiertesten aller erreichbaren usern orientieren, um die meisten marktanteile herauszuquetschen, man’s gotta eat. und ich kann zumindest auch noch nachvollziehen, dass sie versuchen ihre features zu entwickeln und an trends oder konkurrierende dienste anzupassen, auch wenn sie dabei die nützlichkeit für einige benutzergruppen oder anwendungsfälle reduzieren oder eliminieren. was ich aber echt nicht nachvollziehen kann ist, dass sie auch die offensichtlichsten einstellungen wie der teufel das weihwasser meiden und nicht zumindest irgendwo tief in den settings opt-outs für das nervigste und opt-ins für das nützlichste offerieren)
((nur als beispiel, weil ich gestern ein zweites echo dot in der küche eingerichtet habe, um dann feststellen zu müssen, dass timer nicht mit anderen echos geteilt werden: dass die echos per default isoliert operieren ist sicher sinnvoll, dass es aber kein häkchen ‘share timers’ gibt ein echter kopfkratzer; die nützlichste fehlende einstellung aller wäre natürlich die möglichkeit, diese twitter-cards zu deaktivieren und die tweets as is anzuzeigen))
Leftovers 2017 (Meta Edition)
auch nicht weitergekommen sind wir 2017 jedenfalls beim offerieren und utilisieren von metadaten auf den plattformen für unsere medien, also bücher, alben, fotos usw.
(schaut man sich die möglichkeiten zum editieren der metadaten auf den platzhirschen der verschiedenen formate an, dann muss man sich schon etwas wundern, wie schlecht das implementiert und wie lieblos davon gebrauch gemacht wird, wenn überhaupt (im kindle kann man nicht mal autor oder titel editieren, ohne den umweg über etwa calibre machen zu müssen). wundern vor allem deshalb, weil metadaten die vl. am tiefsten hängende frucht sind, um die haptik und nützlichkeit von sammlungen zu verbessern, und ab einer gewissen größe überhaupt benutzbar zu halten. und ich meine jetzt nicht metadaten nach irgendwelchen bibliographischen standards, sondern einfach die für den jeweiligen datentyp im normalgebrauch offensichtlichsten (google music ist da gar nicht so schlecht, nur machen sie in der folge davon keinen gebrauch))
((auch auffallend ist die völlige abwesenheit von tags, die in kombination mit metadaten natürlich bei minimalsten vorgaben von seiten der plattform die größte universalität und konfigurierbarkeit bieten würden, aber die sind mit dem ende von delicious auf die liste gefährderter kulturtechniken gelandet, fürchte ich))
Paperwhite

devoha und aus der abt. spät aber doch: seit vorgestern auch ein kindle (doch auch schon auf die schnelle schon erstaunlich super, zumal ich irgendwie vom falschen glauben ausgegangen bin, dass man damit primär an die proprietären formate und das universum von amazon gebunden wird, weil epub überhaupt nicht unterstützt wird und pdfs auf einem so kleinen screen natürlich suboptimal sind, usw. – aber epubs lassen sich konvertieren und auch pdfs/htmls/dokumente, die man sich schickt, werden öfter als nicht überraschend gut aufbereitet, wenn man ‘convert’ in die betreffzeile schreibt, es lässt sich also problemlos mit dem eigenen gesamtwerk befüllen oder als lesegerät für erstolperte longreads utilisieren)
(da muss ich noch ein bisschen tüfteln, aber auch ein workflow auf basis von textile -> pandoc (wenn man fancy sein will -> kindlegen) -> kindle scheint mir keine zauberei zu sein, vor allem wenn man sich auf ein kontrolliertes subset an formatierungsmöglichkeiten beschränkt)
Lazy Blog Ep. 68
(blogpost ausnahmsweise mal über kein dilemma, sondern eher als studie, die sich systematisch anschaut und dokumentiert, was passiert, wenn sich der modus trump institutionell legitimiert ausleben und materialisieren kann)
((ich hab in was man von big brother über trump lernen kann vor ziemlich genau einem jahr ja einige elemente und prozesse skizziert, die seinen damaligen wahlerfolg vl. nicht bedingt haben, die präsidentschaft in der folge aber doch zu dem machten, was sie dann wurde:
- die entwicklung von filter- und gruppierungsprozessen, bei denen man zunehmend nur noch das zu sehen bekommt, was man sehen will und was die eigene meinung bestärkt […]. ich bin kein fan des konzepts der filterbubble, weil es auf individueller ebene einfach kein problem ist, weil jeder seinen inputstrom so variabel halten kann wie er will; aber sozial verschaltet wird tatsächlich eine eigene dynamik getriggert, wenn leute beginnen den realitätsbezug sozial aufzugeben. wobei dabei ganz interessant ist, dass es weniger ein problem der sichtbarkeit von aussagen oder fakten ist – die gruppen besuchen sich auch gegenseitig um zu trollen usw. – sondern dass es eher darum geht, die eigene bewertung davon zu bestätigen.
- die ausbildung einer paranoiden wahrnehmung, bei der schon die kleinsten dinge als beweis für eine verschwörung herhalten können. der ursprung der paranoia entsteht dadurch, dass das wahrgenommene gefühl des eigenen stroms nicht in der wahl amerikas reflektiert wird […]. einmal etabliert beweist aber potentiell alles die verschwörung.
- damit verbunden das verlieren von jedem maßstab resp. das verzerren von aussagen. stundenlange schimpftiraden sind gleichwertig wie ein ‘jeez, das sind solche idioten’, schon eine handvoll an fehlern reicht aus, um sie im argumentativen tresor zu verwahren und bei bedarf immer wieder herauszuholen.
- eine verpflichtung für alles sein zu müssen, was den eigenen kandidaten begünstigt oder den anderen kandidaten benachteiligt, und gegen alles sein zu müssen, was den eigenen kandidaten benachteiligt oder den anderen kandidaten begünstigt […]
- ganz interessant dabei ist, dass neben der genuinen dummheit auf semantischer ebene, das kollektiv durchaus eine systemische schlauheit entwickeln und zu erstaunlich effektiven verfahren kommen kann […]
- neben der entwicklung von schlauen spielzügen eine parallele entwicklung von mehr oder weniger legalen tricks, das spiel selbst zu unterlaufen […]. viele aktivitäten griffen dann auch schnell unter die gürtellinie, verspottende meme sind noch eher die angenehmeren symptome. das problem der legitimität stellt sich deshalb nicht, weil man eben selbst die unterdrückte gruppe ist und in reiner notwehr handelt.
- das spiel ist selbst asymmetrisch; where they go low we go high oder ein bezug auf rationalität sind keine strategien, mit denen man gewinnen kann. blöderweise hätte man mit einem where they go low we go lower noch mehr verloren.
(nts: mich öfter selbst zitieren)
und ohne mir selbst auf die schulter klopfen zu wollen war das dann tatsächlich das playbook, mit dem die republikanische partei – die neben dem präsidenten ja auch die mehrheit im kongress und im senat halten – die letzten 12 monate regiert haben. allerdings war damals noch nicht abzusehen, was passiert, wenn das aus einer position der hegemonie betrieben wird, und es war noch weniger abzusehen, wie weit sie tatsächlich bereit sein würden zu gehen))
(((genauer beschreiben müsste man also sicherlich die dialektik zwischen den de- und reterritorialisierenden kräften, die sich nicht nur gegenseitig verstärken (immer dreistere lügen, immer unverschämtere umverteilung nach oben, usw.) sondern gwm. auch wenn man so will neue politische aggregatzustände annimmt (exemplarisch sicherlich der übergang von der mit sich selbst ringenden witzfigur sean spencer zum amoralischen, mit sich selbst völlig im reinen vollprofi sarah huckabee sanders); es ist ja nicht so, dass alles postmodern als halt flottierende signifikanten abgetan werden kann. ein führer, ein in- und exkludierender container/aka partei und ein zentralorgan/aka fox scheinen als struktur notwendig zu sein, um den im inneren irrsinn kontrolliert zu erzeugen, zu verdichten resp. verbreiten und maximal zu utilisieren; breitbart, infowars und konsorten sind in diesem gefüge gwm. nur labore, in denen alle möglichen konspirativen theorien durchpermutiert und auf ihre resonanzfähigkeit angetestet werden. gleichzeitig beschränkt sich der irrsinn dann auch nicht auf der ebene der simulation, sondern rematerialisiert sich im allgemeinen diskurs (algorithmische und menschliche bots überschwemmen die socmeds, eine endlose schar an sprechern haut in den nachrichten ein koordiniertes set an talking points raus, usw.) und auch ganz kafkaesk als gesetze und massnahmen (die dann nicht nur innenpolitisch – 1,5 billionen dollar zusätzliche verschuldung für tax cuts die zu 70% den top 1% zugute kommt aber 22 millionen um die versicherung bringt usw. – sondern auch global – man denke nur an den ausstieg aus dem klimaabkommen – wirksam werden)))
((((bonuspunkte wie immer für konkrete ethnographische, ökonomische und semiotische beschreibungen und sternchen für eine umfassende typologie))))
Project Things

untested aber super: Project Things von Mozilla, u.a. mit einer Web Thing API usw. (ann)
Follower Factory

apropos bot-studies (siehe): die NYT hat vor kurzem ein durchaus beeindruckendes feature über follower-bots publiziert: the follower factory
The Year In Review (2017 Edition) Pt. 4

Das Jahr in pingdom (ann , wie immer eig. ganz interessant)
FYI 099
fyi: um ein kontrolliertes vokabular kommt man beim taggen nicht herum.
(zumindest bei action tags)
Lost Tweets 62
(mein ganzes inputtechnologisches ökosystem wurde verwuschtelt, aber da muss man durch)
FYI 098
fyi: vom neid auf das zeug, das leute haben, zum neid darauf, dass leute kein zeug mehr haben.
Lost Tweets 61
(leichte brise ist gut)
Sorry, this carrier is currently not supported.

^ hmm, kurz nach diesem meilenstein und mitgliedschaft seit märz 2007 begrüsst mich twitter heute damit:

nicht eingeloggterweise sieht man das:

aus den suchen nach ‘hackr’ bin ich völlig draussen, quasi gelöscht.
twitter offeriert nach dieser maßnahme nun die möglichkeit eines einspruchs, bei dem man zunächst seine identität bestätigen muss, indem man auf eine SMS antwortet, die sie an die verknüpfte telefonnummer schicken, vermute ich mal.

^ nachdem ich nach dem captcha auf der nächsten seite also auf ‘code senden’ klickte, bekam ich die info, dass mein carrier derzeit nicht unterstützt wird, allerdings wird dann keine einzige alternative die identität anders zu verifizieren offeriert und auch sonst wird kein schritt angedeutet, den man als nächstes unternehmen könnte. ich stecke also gwm. auf der seite, auf der man sich den code schicken lassen kann fest, auch die android und ios apps zeigen mir nichts mehr anderes, ich sehe auch nicht mehr eure tweets.
(ich hab jetzt mal hier versucht, kontakt aufzunehmen, aber der umstand, dass sie einen nach mehr als 10 jahren einfach auslöschen, ohne funktionierenden prozess zum einspruch, ohne möglichkeit zumindest nochmal ein backup der tweets, follower, listen und likes zu machen, ohne info zum möglichen weiteren prozedere, und das ohne jegliche begründung wieauchimmer ist doch ein starkes stück)
update: die sperre wurde wieder aufgehoben, zumindest das hat recht zügig und unkompliziert funktioniert
Lazy Startup Ep. 61
eine art google reader fürs newsletters.