live.hackr

die romantische komödie

Follownomics

people you might want to follow

nach twitter bekommt jetzt auch buzz verfolgungsempfehlungen.

bei beiden ist offensichtlich warum (erhöhung der netzwerkdichte etc.), aber beide lösen damit nicht das eigentliche problem, nämlich einen effizienten verfolgungsmarkt zu ermöglichen. das paradox der ansätze ist, dass die effizienz umso mehr abnimmt, je besser die empfehlungsalgorithmen werden.

wer rational infoökonomisch folgt, der wird so lange neuen leuten folgen, solange deren nutzen (gute links oder gedanken etc.) grösser als deren kosten (zeit, die man mit dem durchklicken oder lesen oder überlesen verbringt) ist.

empfehlungsalgorithmen haben nun zwei offensichtliche möglichkeiten: sie empfehlen entweder auf basis des social graphs (viele deiner freunde folgen auch xy, die populärsten von deinen freunden verfolgten sind yz, etc.) oder auf basis von einem vermeintlichen interesse (dich interessieren ja lolcats, beliebte lolcats buzzer sind xyz).

folgt man aber allen, denen auch die freunde folgen, dann folgen irgendwann alle den gleichen in verfolgungsclustern und das system verliert die filter- und aggregierungsleistung auf kosten des mehraufwands für alle – ich muss aber eben gerade nicht allen folgen, weil andere ihnen folgen und für mich die rosinen retweeten o.ä.; und folgt man leuten mit gleichen interessen, dann nimmt die redundanz der geposteten infos zunehmend zu – auf sozialer ebene ist die dysfunktionalität ja quasi eingebaut: je mehr man sich für ein thema interessiert, desto weniger interessant werden alle anderen, die sich für das gleiche interessieren.

informativer sind nach dem in jedem fall nützlichen grundrauschen also eher die, die komplementäre und kompatible interessen haben, die also einen bereich abdecken, für den man sich peripher interessiert. und genau die kann ein empfehlungssystem nicht vorschlagen, die muss man für sich selbst entdecken.

das ist natürlich alles sehr simplifiziert dargestellt, auch redundanz ist informativ (beobachtung welche themen aufgegriffen werden, wie sie aufgegriffen werden, usw.) und infoökonomische effizienz ist auf twitter oder buzz auch nicht unbedingt das anzustrebende ziel, etc., aber der effekt von gepushten aber ineffizienten empfehlungssystemen mit dem hauptziel verbindungen zu vermehren ist eine inflation der beziehungen.

☍ 18.08.2010 # googlebuzz twitter

Less Than Zero

chris yurista / bbc

ps zur nullpunkt-serie: man kann die dinge natürlich auch übertreiben…

☍ 16.08.2010 /via @bbc # minimalism

Die Grenzen deiner Fassade bedeuten die Grenzen deiner Welt

kleine anmerkung zur sommerlochserregung google street view: irgendwie ist die ganze diskussion ein wunderbares symptom der gesellschaft, das tiefer geht, als es die üblichen hinweise auf politischen populismus, mangelnde internetkompetenz der bevölkerung oder allgemeine technologische rückständigkeit andeuten. das stimmt zwar natürlich alles, aber im grunde stellt google street view eine grundsätzlichere frage:

was passiert, wenn die kosten der informationsbeschaffung, wie es an jedem beliebigen ort ausschaut, gegen null gehen?

wie man diese frage beantwortet, ist weniger ausdruck eines technologieverständnisses (bei wenig verständnis: um himmels willen, nicht mit mir! was denn noch?; bei fortgeschrittenem verständnis: awesome, lovin’ it) sondern viel mehr ausdruck eines genuinen systemvertrauens.

wie bei vielen anderen bereichen auch verändert das internet das ökonomische gefüge von märkten, indem es die transaktionskosten eliminiert. es entstehen neue formen des verhaltens und neue geschäftsmodelle, die davor wirtschaftlich nicht sinnvoll waren. was man von google street view hält, ist also weitestgehend geframed von der eigenen vorstellungskraft, welche auswirkungen das mögliche neue verhalten anderer auf das system und einen selbst haben könnte.

nun gibt es natürlich ein breites spektrum an möglichen neuen verhaltensformen. das beginnt beim browsen in der eigenen geschichte (wie schaut’s jetzt aus in meinem geburtsort, gibt’s das zuckerlgeschäft noch, …), geht über hunderte denkbare fälle einer pragmatischen informationsbeschaffung, die einem dabei helfen kann, eine fundiertere (kauf-, ausgeh-, reise-, miet-, …) entscheidung zu treffen, und endet bei panzerknackerbanden, die sich auf die suche nach geeigneten tatorten machen.

welche der neuen möglichkeiten man als bewertungsrelevant selektiert, ist ein ausdruck der eigenen disposition und hängt vom vertrauen in alle anderen und in das system ab. anders als etwa beim datenschutz, wo es – auch wenn die diskussion hysterisch und uninformiert geführt wird – dennoch um das echte problem geht, was passiert, wenn einzelne private unternehmen sehr sehr viele mitunter auch personen konkret zuordenbare daten sammeln, geht es bei der street view ja primär darum, was andere menschen damit machen könnten. und hier liegt der eigentliche knackpunkt: ganz offensichtlich haben grösste teile der medien und politik ein sehr geringes vertrauen in die bevölkerung und das system. die ängstlichkeit zieht sich als grundhaltung durch die abgegebenen statements, wer weiss, was die leute nicht alles damit anstellen könnten, aber sicher nichts gutes.

☍ 16.08.2010 # googlemaps

Nullpunkt Pt. 7 (Thing Sweep Edition)

things sweep

15. August 11:10

(bin am ende meines thing sweeps und also auch dieser serie angekommen: nach feedbox zero und inbox zero und alle actionable folders zero und linkbox zero und reference material system clean und zettelwesen clean und things clean und accounts clean ist jetzt auch mein archiv clean, sprich der gesamtbestand an vinyl, büchern, zeitschriften, dvds, cds, mcs, vcs und mds ist beim analogen anteil gesichtet und entmistet (3 grosse ikea schachteln, uff) und beim digitalen gesichtet, entmistet, verfestplattet und upgebacked (auch uff).)

((in gtd terms entsprach das alles zusammen in etwa dem vorbereitenden erfassen und durcharbeiten des eigenen zeugs (ohne dem mind sweep und dem 20k feet+ stuff), die dafür veranschlagten 2 bis 20 stunden scheinen mir allerdings ein bisschen sehr optimistisch ausgelegt zu sein. aber es zahlt sich schon aus. zu wissen, dass man alles kennt, was man (analog und digital) hat, dass sich darin gwm. keine unknown unknowns verstecken, triggert doch so ein gefühl der gelassenheit.))

☍ 15.08.2010 # gtd stuff

ReQuoting pt. 47 (The Lockstep Conformity Edition)

The entertainment is not packaged; it is intrinsic.

cluetrain via exciting commerce

☍ 13.08.2010 /via @excitingcommerce # socialmedia cluetrain

Schwarzfahren in der Aufmerksamkeitsökonomie

bryzc hd ultra pro xl

kathrin passig über schwarzfahren in der aufmerksamkeitsökonomie [waren 2 artikel auf buzz, beide tot]

dunno. grundsätzlich bin ich bei ihr (problem: es gibt leute, die verbringen jeden tag stunden damit, hunderte blogs zu scannen und die rosinen herauszupicken und im google reader und also meistens auch auf buzz zu sharen, und dann kommen andere daher und resharen das ohne attribution; das ist aber nicht nur unhöflich, sondern verschweigt die leistung des ursprünglichen jäger und sammlers und hat negative auswirkungen auf das gesamte system der aufmerksamkeitsökonomie. ihre lösung: auch im google reader und oder auf buzz in der notiz die fundstelle vermerken, auf twitter funktioniert das ja auch).

aber es gibt auf mehreren ebenen kosten und probleme.

was tut man, wenn man über ein shared item aus einen feed stolpert, den man selbst abonniert hat?

ab wann greift die sharungshöhe? verdient man attribution, wenn man artikel aus blogs wie techcrunch, boing boing, kottke, etc. shared, die jeder ohnehin kennt? oder wenn man ökonomischerweise die top-news bei techmeme oder rivva wiederholt?

wie weit soll die quellenforschung gehen, wenn man sich aus einem aggregator wie hacker news bedient, die sich selbst wiederum aus den sammelleistungen der dortigen user befüllen? greift ein via hacker news dann nicht zu kurz und müsste man da dann nicht auch dem ursprünglichen poster bei hacker news tribut zollen?

was tut man, wenn einen artikel mehrere leute geshared haben? der erste, wo man darüber stolpert, ist zwar der, auf dem man es halt selbst gefunden hat, alle anderen sieht man aber erst danach, sie haben es aber vor dem dann attributierten geshared. noch komplizierter wird das, wenn der, bei dem man es selbst gefunden hat und bei dem man sich bedankt, es selbst nur von einem anderen gereshared hat, also gwm. die attributions-früchte völlig unverdient erntet.

es ist ein bruch im flow. die aussage ‘Auch bei Twitter und in Blogs spart es Zeit und Arbeit, Quellenangaben wegzulassen. Und doch machen sich die meisten die Mühe.’ stimmt zwar, aber auf twitter oder im blog ist man beim verfassen schon im schreib-modus, hängt die attribution also nur an; im google reader müsste man den texteingabemodus erst starten.

es stimmt das gesamtbild des outputs nicht, die attribution bekommt bei shared items mit note den prominentesten platz.

ich sehe auch die gefahr der belohnung des falschen verhaltens. in dem moment, wo man irgendwas ernten kann (in dem fall also vias und thanks und gefunden beis) sharen die leute nicht mehr nur aus der intention des sharens heraus, sondern wollen auch vias und thanks und gefunden beis zählen und sammeln; es könnte/dürfte/würde wohl also das über-sharen fördern, ‘je mehr ich share, desto grösser die wahrscheinlichkeit, dass ein anderer sich dann bei mir bedankt, right?’ genau das aber widerspricht der ursprünglichen intention, die aufwändige filterleistung zu belohnen, die ja vor allem im auslassen besteht.

ein paar der ableitbaren argumente/konsequenzen sind stärker als andere (das mit der optik: so what…), aber unterm strich sehe ich keine verallgemeinbare handlungsanweisung für sharepolitisch korrektes verhalten im google reader, das nicht gegen die dynamik der von der plattform nahegelegten benutzungsformen schwimmen muss (kathrins form ist sehr spezifisch, da sie ohnehin annotiert geht das via auch schneller und stört gleichzeitig weniger) und den kognitiven overhead in überschaubaren grenzen hält.

my take:

geshared wird vieles und auf vielen plattformen. einige der plattformen eignen sich besser für eine vertikale integration der angabe der quellen und zur quellenforschung als andere. auf einigen plattformen geht es zb. ausschliesslich um das anhäufen von attributionen vom geshareten (etwa digg, man kennt die dysfunktionalen konsequenzen). auf anderen geht es überhaupt nicht darum (etwa delicious) – aber auch auf diesen entwickeln die netten spieler gelegentlich praktiken der attribution (auf delicious etwa via:xxx tags). playing nicely mit den anderen ist im allgemeinen nicht nur gut für das infoökonomische gesamtsystem, sondern üblicherweise auch vorteilhaft für einen selbst (alle beobachten alle und die muster, wie man sich verhält, werden einem nicht nur zugeschrieben, sondern wirken lange nach). wie sich das playing nicely aber am besten manifestiert, muss sich auf den jeweiligen plattformen jeweils konkret ausdifferenzieren – und das tut es üblicherweise auch. es wird sich aber nichts durchsetzen, was gegen den vibe der plattform läuft oder was zuviel overhead erzeugt. was nicht heisst, dass man sich da nichts überlegen sollte und dann mit gutem beispiel voranschreitet. auf geht’s, der goaß nach. was aber auch nicht heisst, dass das dann so ausschauen muss, wie es auf anderen seiten funktioniert (per item attribution funktioniert im GR imho nicht, was aber andere formen nicht ausschliesst usw.)


Meet The Button

meet the tweet button

oh, Twitter hat noch ein zu füllendes Loch entdeckt: The Tweet Button

update: gibt’s jetzt hier, ich hab’s mal testweise eingebaut.

update 2: nett aber wieder ausgebaut.

☍ 11.08.2010 /via @mashable # twitter

Fantastic Communities

hui, disqus kriegt likes (hab ich deaktiviert), revamped profiles und eine art community

expand community box
auf expand community box klicken

community on hackr
community on hackr

(nicht soo super, aber auch nicht schlecht und eine durchaus logische weiterentwicklung. setzt ein bisschen bei mybloglog an, das yahoo ja leider vergammeln ließ)

☍ 10.08.2010 # disqus

Fantastic Spaces

places spaces

A space, unlike a place, is an electronically created environment. It is where more and more of the economy happens. Unlike place, space has unlimited dimensions. Entities (people, objects, agents, bits, nodes, etc.) can be adjacent in a thousand different ways and a thousand different directions. A person in an electronic space can communicate to 10 million people at once, or interact in a game with 20,000 others—things that would be impossible in physical space.

The invention of communication allowed life to evolve from globular organisms into fantastic beings, just as networks allow place-based firms to blossom into fantastic spaces.

kevin kelly in seinem new rules reblog

☍ 10.08.2010 /via @kk # kelly

Meh too

[war ein meh button, gibts nicht mehr]

^ meh me.

(siehe und)

☍ 10.08.2010 /via @boingboing # meh

Smells Like Fish Spirit

hmm, irgendwas riecht fischig, bei diesem google und verizon proposal (“A joint policy proposal for an open Internet”).

(vorgeschichte: letzte woche hat die nyt über gespräche zwischen google und verizon berichtet und einen möglichen deal bzgl. priorisierter datenübertragung vermutet; google hat das dann kategorisch bestritten, blödsinn, we are committed to an open internet, allgemeine gespräche gibt’s schon lange; ein paar tage später dann diese erklärung und ein zusammengeschusterter conference call)

inhalt: wir lieben das internet und solange das zeugs legal ist, darf bei wireline nicht diskriminiert werden, aber es könnte mal neue dienste geben, und da darf dann schon diskriminiert werden, wie sonst könnte es innovationen geben, aber das muss transparent kommuniziert werden.

gigaom hat das u.a. inhaltlich kritisiert und beschrieben, was das für andere startups bedeuten könnte – aber was sich mir echt nicht einleuchtet ist, warum sich google auf politischer ebene in so eine jauchegrube setzt. politisches intervenieren ist sicher auch google nicht fremd, aber bis dato haben sie sich, soweit ich das überblicken kann, eher defensiv verhalten und ihre praktiken (natürlich im namen der offenheit, aber die interessen haben sich da gedeckt) verteidigt (i.e. ihre stellungnahme zur us-version des leistungsschutzrechts). warum sie sich aber gerade in einem so heiklen bereich öffentlich hinstellen und einen lauen kompromiss vorstellen, der im kern gegen alles läuft wofür sie bis dato gestanden sind und bei dem sie ganz offensichtlich ein künftiges mobiles tafelsilber, das ihnen nicht einmal gehört, gegen jetzige interessen verscherbelt haben, und eine art regelwerk inkl. sanktionsmechanismen (”… a penalty of up to $2 million on bad actors …”) vorstellen, das aber eben auch nicht mehr als eine stellungnahme von zwei privaten unternehmen ist, an dem sie aber natürlich trotzdem gemessen werden und bei dem ihr don’t worry, we love the public internet eher wie ein schlechtes doublespeak wirkt, ist unverständlich.

☍ 10.08.2010 # netneutrality google hmm

Cows Revisited

(abt. tag der kurzkritik der langkritik…) miriam meckel hingegen ist in ihrem text über die tragik der digitalen allmende auf einem sehr eigentümlichen trip: sie skizziert ein schirrmacher-kompatibles infoökonomisches desaster (wobei sie in ihrer apokalyptik nicht unwitzig ist: “Milliarden von Papieren mit Nachrichten flögen durch die Luft und verdunkelten den Himmel, ein ohrenbetäubender Krach aus Musikfiles und Youtube Videos dröhnte über den Platz, vom Rasen wäre ob der unzähligen in den Boden gestampften Werbeplakate längst nichts mehr zu sehen” usw.), nennt gleichzeitig aber auch alle gegenmittel, führt beide stränge aber nicht zusammen und bleibt beim pessimistischen bild. (das internet ist für sie eine weide, deren endlosigkeit zu einer masslosigkeit der produzenten führen wird, die uns mit ihren inhalten und werbebotschaften zuscheissen, was die sicherungen unserer aufmerksamkeiten zum durchbrennen bringen wird, weswegen wir uns dann in ein disneyland zurückziehen werden und damit die chance zum guten verpassen.)

ihr fehler ist, die aufmerksamkeit der konsumenten als das gefährdete und zerstörbare gut zu betrachten (“Für den Tausch der Informationen in der virtuellen Welt gibt es eine zentrale Währung, die durch diesen Prozess inflationiert und damit entwertet wird: Aufmerksamkeit” usw.). aber unsere aufmerksamkeit ist zwar ein knappes – aber eben nicht zu zerstörendes gut (im schlimmsten fall kann uns unnötiges zeug für jeweils fünf sekunden belästigen, und auch das kann mit entsprechenden tools und techniken weitestgehend minimiert werden), ihr wert nimmt also mehr und mehr zu, je mehr und mehr zeug um sie buhlt, und wir können selbstbestimmt mit ihr umgehen und uns für uns massgeschneiderte info-pakete schnüren. nicht die weiden werden zerstört, sondern die kühe sind nichts mehr wert. wenn es also eine tragik der virtuellen commons gibt, dann besteht sie nicht darin, dass wir im datenmüll ersticken, sondern darin, dass wir einige perlen nicht entdecken (aber auch das hängt noch am bild der vollständigkeit und/oder maximierung; in den meisten fällen reicht etwas selbstsystemirritation völlig aus). die kosten tragen jedenfalls die produzenten, nicht – wie bei den analogen commons – die allgemeinheit.

☍ 09.08.2010 # hmm

Original: July 8, 2004

hui, Nova Spivack legt seinen Text zur Physik der Ideen/Meme aus dem Jahr 2004 neu auf (via), was die damals schon wussten.

(durchaus ein grosser wurf mit einer ganzen reihe von guten gedanken und ansätzen, ein bisschen beigeschmack hat für mich allerdings (1) eben diese grösse des projekts (zu gross bedeutet immer auch gleichzeitig, dass man die realisierung immer auf morgen verschieben kann, siehe die probleme mit dem semantic web, welches ja nur ein müdes subset von seinem ansatz ist), (2) die grösse der metapher (physik sagt sich leicht, ist aber schwerer zu verstehen und noch schwerer zu implementieren; gleichzeitig ist es leicht zu übertreiben, er deutet das eh mit der quantenmechanik, die man eigentlich bräuchte, an, aber natürlich bräuchten wir mindestens eine allgemeine relativitätstheorie der meme etc.), (3) die utilitaristische haltung, wie man die ergebnisse auswerten könnte (was könnte man nicht alles machen: börsenprognosen, auswertung der effektivität von werbekampagnen, hyperdemographie und -targeting, usw.))

☍ 09.08.2010 # memes

Der Dispositon macht die Musik

es ist natürlich völlig unsinnig den spiegel auch nur irgendwie mit dem guardian zu vergleichen, aber es ist doch ganz lustig diesen null blog artikel vom spiegel mit dem failure to connect artikel vom guardian zu lesen. beide setzen sich ‘kritisch’ mit den auswirkungen des internets auf die ‘heutige jugend’ auseinander und trotzdem könnte die haltung und der vibe und die emphase nicht unterschiedlicher sein.

(der spiegel text wurde ohnehin schon in angemessenem maße zerklaubt, nur ein satz: während es dem spiegel durchaus anzurechnen ist, dass er die mär der generation digital natives hinterfragt, und vielleicht auch noch, dass er sich anschaut, wie schüler wirklich damit umgehen (übrigens nicht besonders smart), ist alles andere ein blödsinn, vor allem natürlich dieses peinliche triumphieren darüber, dass sich die jugendlichen anders verhalten, als sich das zwei 60-jährige vorgestellt haben, was natürlich nichts anderes bedeuten kann, als dass das ganze internet insgesamt ein (vor allem von sich selbst, spiegel-leser wissen es jetzt ja besser) völlig überschätztes phänomen ist.)

☍ 09.08.2010 /via @guardian # web

The Decision (Before the Decision Edition)

This is the one that was made before you even showed up. This is the one that sets the agenda, determines the goal and establishes the frame. The decision before the decision is the box.

mal wieder seth godin

☍ 09.08.2010 /via @sethgodin # thoughts

Wave Runner

doch noch ein kleiner nachtrag zu R.I.P. Wave … es war doch ganz lustig die kollektive sinnstiftung zu verfolgen, die die frage ‘warum musste es sterben?’ beantworten und also symbolisch verdaulich machen wollte. wirklich überzeugend fand ich dabei keine, deshalb noch mein senf:

der fast immer genannte grund: people didn’t get it. war sicher ein faktor, aber kein ausschlaggebender. natürlich gibt es immer leute, die irgendwas einfach nicht getten, man denke nur an twitter, das ding bei wave aber ist eher, dass die leute schon verstanden haben, was bei wave zu getten ist, dass das aber für sie einfach nicht nützlich war. wave war ein tool zur zusammenarbeit in echtzeit, und das braucht man halt nur dann, wenn man gerade mit anderen an irgendwas zusammenarbeiten muss und besonders eine echtzeit-komponente dabei wirklich unheimlich nützlich wäre (was schätzomativ auf 0,03% aller aktivitäten im web zutrifft; ein google wave for farmville würde diesen prozentsatz wohl deutlich erhöhen).

zum grundsätzlichen verstehen von wave braucht man nicht drei tage, man braucht 30 – 60 minuten, aber wenn man es grundsätzlich nicht braucht, dann wird wave durch das verständnis auch nicht verstandener. (viele scheinen das verstehen, dass es für sie nichts zu verstehen gibt, als nichtverstehen zu interpretieren).

aber das war ja auch nicht das eigentliche problem von google wave. 0,03% aller aktivitäten wären auch noch ein riesiger markt, wenn auch nicht für techblogger und die social media crowd, die user und follower zählen und möglichen einfluss abschätzen wollen. das problem von wave war, dass es auch für die, die es verstanden haben UND die dafür einen bedarf an so etwas hätten, einfach keine gute lösung war. nicht weil es nichts konnte, sondern weil es zuviel zugleich wollte und nichts wirklich gut löste.

(wer die folge ‘oh brother, where art thou?’ der simpsons kennt (die, bei der homer seinen bruder, den autofabrikanten, kennenlernt): wave war das äquivalent zu ‘the homer’ – dem von homer in freier featuritis entworfenen auto, das den bruder dann in den ruin trieb)

etwas abstrahiert war der fehler von wave, dass es zu viele grenzen vermischte. (ich bin da derzeit durch meine aufräumaktion vl. ein bisschen übersensibel, aber klare grenzen sind in einigen bereichen extrem nützlich). unter anderen:

  • funktionelle grenzen

wave war gleichzeitig chat, kollaboratives schreiben, sharing von dokumenten und über plugins was-nicht-alles. aber jede dieser funktionen wird einzeln schon von anderen diensten gut gelöst. wenn man chatten will, dann gibt es skype und IM und campfire; wenn man kollaborativ schreiben will, dann gibt es google docs und etherpad und writeboard; wenn man abstimmen will, dann gibt es dutzende vote widgets; etc. alle tools sind einzeln schärfer, mitunter weil sie ihre grenze haben und darin bleiben.

  • soziale grenzen

eine der doofsten entscheidungen dürfte gewesen sein, dass sie wave einerseits nach dem gestreuten einladungsprinzip (first come, first serve) vergeben haben, dass sie andererseits (wie bei google buzz) das adressbuch laut gmail als primäre kontaktliste herangezogen haben. ersteres hat dazu geführt, dass leute im erstkontakt kaum kollegen vorfanden, mit denen sie wave projektbezogen auschecken konnten (retrospektiv offensichtlich: sie hätten es für blöcke von google apps usern freischalten sollen); zweiteres hat mitunter zu einem völlig unnötigen rauschen geführt (andere konnten einen ja nach freiem gutdünken zu beliebigen waves hinzufügen; das war besonders nervend, weil:)

  • leben/tod grenze

bis vor wenigen wochen gab es in wave keine möglichkeit, eine wave zu löschen oder auch nur endgültig aus der sichtbarkeit zu verbannen. diese unfähigkeit zu sterben war vl. die massivste überschreitung (auch wenn es vom prinzip ja nicht uninteressant ist, total recall, night of the living dead, usw.). die vorstellung etwas in den mülleimer zu ziehen, und dann ist es aus dem blick, und den mülleimer zu entleeren, und dann ist es endgültig weg, ist für viele dinge essentiell. schneller chat und alles andere, was man nicht mit dem gefühl ‘das mach ist jetzt für die ewigkeit’ angeht, und eigentlich auch das nicht, weil man einmal drüber geschlafen die sache wieder ganz anders sieht, etc., wird dadurch fast ausgeschlossen.

  • zeit grenze

neben der ausdehnung der zeitlichkeit in die ewigkeit hat wave gleichzeitig die zeitlichkeit zur gleichzeitigkeit komprimiert. aber abgesehen vom wow effekt (oh, da ändert einer, der in australien sitzt, das dokument oben und ich sehe es und ändere es unten und dann machen wir kleine klickspielchen und übersetzt wird es auch noch) stellt sich das schnell als extrem irritierendes feature heraus, weil man sich nicht auf das schreiben konzentriert, sondern auf das, was der andere treibt.

  • intelligibilitäts grenze

waves laufen schnell aus dem limit. waves mit 20+ chatfreudigen members sind in kürzester zeit völlig sinnlos. das portionieren von informationseinheiten ist natürlich bei vielen formen so eine sache, aber der mix aus den verschiedenen datentypen macht aus waves schnell einen eintopf.

das tragikomische an wave ist ja, dass sie ein problem des verhaltens (zusammenarbeit im webzeitalter ist primär ein verhaltensproblem) mit technischen mitteln lösen wollten, dass sie dabei aber ein tool erschaffen haben, dass nur bei extremster verhaltensdisziplin in einem idealtypischen umfeld wirklich nützlich ist. das komiktragische ist, dass wave jetzt in die organe zerlegt und als lebender toter in anderen projekten weiterleben wird.

trotz der genannten fehler war wave ja wirklich ein faszinierendes stück software, das neben den grundeigenschaften ja noch eine ganze welt an technischem subtext angedacht hat (robots rejoice, über die wave bots wären ja die erstaunlichsten integrationen mit anderen systemen möglich gewesen). wave war also, wenn man so will, die erste wirklich postmoderne webanwendung. es gab nichts zu verstehen, keinen modernistisch/traumatischen kern, der durch interpretation eingeordnet und zugänglich gemacht werden konnte (beispiel wieder twitter). wave war ein sich selbst zitierendes, bladerunnereskes patchwork aus funktionszitaten (chat, editor, messaging, …) und technikzitaten (federation protokol over xmpp, open social, robot http protocol, …). im grunde wurden wir in wave zu deckards, die in dieser welt dann herumtappen mussten, und wenn wir genauer hinschauten feststellen konnten, dass sich das gesamte gewebe des realen unter unseren füssen auflöst und als artifizielles konstrukt entpuppt.

(abt. postmodernism, the cultural logic of late googlicism)


Nullpunkt Pt. 6 (Accounts Edition)

accounts

5. August 17:51

(noch eine art meilenstein: nach feedbox zero und inbox zero und alle actionable folders zero und linkbox zero und reference material system clean und zettelwesen clean und things clean bin ich jetzt gwm. auch accounts clean, sprich alle accounts bei webdiensten (auch email, foren, partnerprogramme, etc., auch die selbst betriebenen thingies) sind gesichtet, entmistet und priorisiert. die selbst gehosteten (tracks, activecollab, reblog, ein paar instikis, haufenweise demo-installationen, ..) hab ich – mit ausnahme der blogs – kurzerhand gekillt, davor nur noch einige rettenswerte texte, links und daten übertragen. der aufwand das zu betreiben, aktualisieren, backupen war einfach zu hoch. alle anderen accounts hab ich in drei listen gruppiert: active, holding und deprecated; active für alles weiterhin benutzte; holding für accounts, die ich ggf. mal brauche, aber nicht mehr proaktiv verwende und inhaltlich ansonsten abgeschrieben habe; und deprecated für den rest, den ich vollständig abgeschrieben habe. auch holding und deprecated hab ich, wo sinnvoll, gesichtet (uff). geniale idee oder killer-link hab ich nicht gefunden, aber dafür weiss ich’s jetzt.)

((todo für die active accounts ist eine durchdachte backup und/oder exit strategy (siehe wave); bei vielen ist wohl nicht viel zu tun (keep the pw save), bei einigen lässt sich das leicht automatisieren (einmal im monat einen dump via der api), bei wenigen muss ich wohl ein bissl frickeln, oder die entscheidung treffen, dass es auch egal ist, etc.))

☍ 05.08.2010 # gtd

R.I.P. Wave

Wave has taught us a lot, and we are proud of the team for the ways in which they have pushed the boundaries of computer science.

Google killt Google Wave

hmm, irgendwie bin ich nicht unglücklich, es zeigt, dass Google auch bei Vorzeige-Projekten ein gewisses Sensorium für den Markt / die Akzeptanz bei den Usern hat und dann auch symbolisch schmerzliche Konsequenzen zieht; allerdings fürchte ich, dass sie nicht die richtigen Lektionen daraus lernen (und etwa die schuld eher bei den usern sieht etc.).

(im übrigen würde man bei einer ursachenforschung und retrospektiven fehlermöglichkeits- und einflussanalyse wohl auf mehreren ebenen fündig werden, der kern des problems, der sich durch das gesamte googleverse zieht, ist imho das google web toolkit (ihre entwicklungsumgebung, in der man webapps in java programmiert und das teil generiert dann die app). gute webapps entstehen üblicherweise dialektisch zwischen lust (am programmieren, am ergebnis) und constraints, die dann einen fokus auf das wesentliche bedingt, gwt-apps hingegen hängen einerseits an der metapher des desktops (was als webapps seltenst funktioniert), machen vieles möglich (was sonst dem bullshit-filter zum opfer fiele) und haben in den meisten fällen ein grauenhaftes design (das sich auch durch alle google-apps zieht, google hat nur das glück, dass das bei den pragmatischen und daten-intensiven diensten nicht so auffällt). wenn man so will, dann fehlt dem gwt und also google das mit liebe gekocht)

☍ 05.08.2010 # googlewave deadpool

Nullpunkt Pt. 5 (Dings Edition)

4. August 13:01

(noch eine art meilenstein: nach feedbox zero und inbox zero und alle actionable folders zero und linkbox zero und reference material system clean und zettelwesen clean bin ich jetzt auch quasi dinge clean, sprich das gesamte sich materiell manifestierende zeug ist gesichtet, entmistet und hat seinen platz gefunden; allerdings haben sich dabei auch die ersten knochen gezeigt: (a) dinge, die zu reparieren sind; (b) dinge, deren ende der lebenszeit wohl gekommen ist, die mir aber noch am herzen liegen (der 15kg schwere sampler mit 1mb speicher, etc.); und © das archiv aus 2000+ LPs, 1000+ büchern, den gesammelten zeitschriftenabos und dem stuff auf dvds, cds, mcs, vcs, mds; für die (a)s hab ich jetzt platzhalter und die müssen halt erledigt werden, für die (b)s brauch ich einen rappel, das kann ich nicht erzwingen, oder einen selbstüberlistungshack, aber ich wüsste nicht welchen, und © ist ein eigenes grossprojekt, allerdings ohne akuten überichdruck, weil es ja keine bomben et al. beinhaltet und entsprechend verschachtelt oder regalisiert ist und also mit nichts anderem interferiert; kurzfristiges ziel ist trotzdem eine reduzierung um 10 – 20%, einfach eine ausdünnung um das, was ich sicher nie wieder freiwillig in die hand nehmen werde)

☍ 04.08.2010 # gtd stuff

SmileFwd

smile
smile
smile

Entrepreneurship, it’s fun.

☍ 03.08.2010 # hackfwd video