Google Mini-Me
gerüchte um ein kommendes ‘google me’ kursieren ja schon eine weile, was ich mir wünschen würde, pretty please:
google sollte sich auf das konzentrieren, was sie ursprünglich wollten und auch wirklich gut können – “die auf der Welt vorhandenen Informationen zu organisieren und allgemein zugänglich und nutzbar zu machen” – und nicht versuchen, selbst ein player im social zu werden. ersteres ist im bereich social web noch nicht gelöst und schreit fast nach einer lösung, zweiteres ist gelöst und sie haben dafür einfach kein händchen, wie sie immer wieder demonstrieren.
wenn man ihr mission statement auf das soziale web überträgt, dann wäre die aufgabe für google – ‘die auf der welt von menschen auf sozialen plattformen erzeugten informationen zu organisieren und allen daran interessierten zugänglich und damit interagierbar zu machen’.
mit fünf kleinen komponenten könnte ein google me diesen anspruch leicht und mit bestehenden mitteln, protokollen, apis und gegebenheiten erfüllen und sich selbst in eine soziale metawollmilchsau verwandeln:
- social search
- social reader
- social writer
- social contacts
- profile
social search
die social search sucht und findet: (1) alles, was ich selbst auf den verschiedensten diensten gepostet habe, auch im privaten also nicht für alle sichtbaren. (2) alles, was meine freunde auf den verschiedensten diensten geposten haben, auch im privaten, wenn ich es auf dem jeweiligen dienst sehen dürfte. (3) alles, was alle anderen auf den verschiedensten diensten geposten haben, wenn es public ist.
mit buzz sind sie teilweise schon dort, friendfeed ist es schon fast ganz, auch mit den sinnvollen such-operatoren, nur suchen buzz und ff derzeit halt nur im von auf buzz resp. friendfeed publizierten anteil, google me müsste nur noch in die tiefen der tools hineingehen (wie es etwa greplin tut). und sie sollten zumindest nicht ausschliesslich auf den googleschen relevanz-saft setzen (wie bei buzz), sondern ergebnisse auch chronologisch anzeigen. eine google-gute suche im gesamten selbstoutput wär jedenfalls auch die beste motivation, leute zum anmelden und verknüpfen von services zu bewegen.
social reader
der social reader ist ein reader für alles soziale: (1) als reader für alles, was meine freunde auf den verschiedensten diensten geposten haben, auch im privaten, wenn ich es auf dem jeweiligen dienst sehen dürfte, auch wenn sie nicht bei google me angemeldet sind (think brizzly nicht nur für facebook und twitter sondern jeden beliebigen dienst). (2) als reader für alles, was alle anderen auf den verschiedensten diensten geposten haben, wenn es public ist.
unterm strich also wie der google reader, nur dass man damit alle existierenden sozialen outputs konsumieren und darauf reagieren kann. der reader sollte vollständig und nahtlos mit den anderen diensten integriert sein, reaktionen auf die beiträge anderer sollten nativ auf dem jeweiligen dienst erfolgen (ein like auf irgendwas auf facebook sollte ein facebook like sein, eine antwort auf einen tweet ein tweet mit gesetztem in_reply_too, ein kommentar auf einen blogeintrag sollte dort als echter kommentar erscheinen, ggf. mit assoziierung des eigenen disqus handles, etc.) google sollte aber keine weitere ebene der privacy einführen, könnte aber die google contacts in den mix werfen und dort dann mit irgendwelchen gruppen differenzieren, und sollte die auf den jeweiligen diensten gewählten settings respektieren und auch ströme von leuten integrieren, die nicht auf google me sind.
der knackpunkt aber auch das potential beim social reader sind die filter und views. im grunde reicht es aber schon aus, wenn man sich beliebig viele views selbst erstellen könnte. eine view ist der output einer liste von usern mit beliebig vielen include und exclude filtern (etwa: aus der liste meiner kontaktgruppe webmonkeys (skopus der user) zeige mir alle status updates von twitter, laconica und buzz (include filter), verstecke aber alle, die dort jeweils nur syndiziert wurden (also via twitterfeed, foursquare, …; exclude filter)).
die filter könnten durchaus dumm sein, durch die verknüpfung ließen sich aber supernützliche konstrukte bauen (unix prinzip der pipes).
social writer
mit dem social writer kann man von google me aus auf allen anderen diensten publizieren. bonuspunkte, wenn man selbst dafür regelwerke definieren könnte (wie etwa bei tarpipe). der writer ist eig. nur eine standalone ergänzung zu den reaktionsmöglichkeiten vom reader, man müsste dann aber google me nie mehr verlassen, wenn man nicht will.
der vorteil eines writers wäre auch, dass alle anwendungen mit einem schlag inputdevice-agnostisch würden, solange google me das gerät unterstützt (web, email, android, sms, …). think posterous ohne die posterous-einträge.
social contacts
das ist ein bisschen trickreich, man könnte hier auch sehr coole g’schichten machen, aber wichtig würde ich finden, dass google hier zwar den existierenden social graph (also die summe alle existierenden partialgraphen auf twitter, facebook, gmail contacts, etc.) aufsaugt und ggf. aufwertet, es aber bei en bestehenden beziehungen auf den jeweiligen diensten belässt und selbst keine zusätzliche komplexitäten einführt, ausser vl. listen.
in der minimalversion ist es ein sich selbst aktualisierendes adressbuch, das sich automagisch aus den bestehenden beziehungen befüllt, egal ob wer auf google me ist oder nicht. think friendfeed mit den virtual contacts.
profile
ums profil kommt man wohl nicht herum, hier kann man selbst jene dienste hinzufügen und verwalten, die man claimen möchte (auch mehrere twitter accounts, etc.). alle anderen sehen die kerndaten, die assoziierten dienste und einen lifestream mit den letzten outputs, für die sie sichtbarkeitsberechtigung haben (freunde bei facebook sehen meine facebook updates, die anderen nicht, usw.). man kennt das prinzip von den lifestream-aggregatoren und auch von google profiles, zu ergänzen wäre diese aber um eine vollständige und nahtlose integration mit autorisierungspflichtigen diensten (im grunde ein etwas aufgemotztes friendfeed). auch ums folgen/verfolgt werden kommt man wohl nicht herum, eigentlich sollten sie aber die finger davon lassen und das nur auf reader-basis verwenden.
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(hmm, friendfeed habe ich ja mehrmals erwähnt, friendfeed hat wirklich einen schönen sprung – zumindest auf der social-reader seite und bzgl. der filter – vorgelegt. friendfeed hat aber (neben dem verkauf an facebook) einen grossen fehler gemacht: sie haben den reader selbst an einen eigenen social graph gekoppelt und in der folge einerseits weniger den nutzen als reader vom sozialen der freunde sondern als distributionsplattform für das eigene soziale (inkl. dem anhäufen von followern, cross postings auf gruppen, etc.) promotet, andererseits die gesamten ströme auf sich gwm. reterritorialisiert und die diskussion damit vom ursprünglichen auslöser dissoziiert (man muss an die ebene des limbo bei inception denken: plötzlich befindet man sich in einem kommentarstrang, weil ein kontakt bei einem friendfeed kommentar-thread mitdiskutiert, der selbst nur der like des retweets eines tweets über einen artikel auf digg ist, usw.). diese vertikale vernestelung hat natürlich auch was an sich und auch die dissoziation ist an sich nicht tragisch, aber es ist vielen nicht sehr leicht gefallen, für sich einen i/o-modus zu finden.)
anyway, in einem satz sollte google me ein dashboard für das social web sein, ein meta-read/writer für alles soziale. google hätte damit zwar nichts eigenes, würde aber das gesamte soziale weitestgehend durchdringen (alles was öffentlich ist und zusätzlich alles private, was mit dem eigenen account verbunden wurde), hätte damit also eigentlich ohnehin alles.
und das alles ließe sich, wie gesagt, mit existierenden standards und technologien realisieren (inputs via apis, pubsubhubbub oder als fallback rss, autorisierung via oauth, etwaigen anderen mechanismen oder un/pw, posts via api, likes, comments via api oder salmon, etc.).
Particles Doodle

Check-in Your Head
was ich derzeit am komplex location am interessantesten finde ist, dass sich an der entwicklung die logik von social media in reinkultur beobachten lässt.
location ist natürlich ein thema, das sicherlich wichtig werden wird. einfach deshalb, weil der ort in vielen situationen ein wichtiger kontext ist und man also unter berücksichtigung dieses kontexts was sehr nützliches damit anstellen könnte.
schaut man sich aber die neueren dienste rund um location – foursquare, gowalla, brightkite, facebook places, usw. – an, dann ist deren entwicklung nicht davon getrieben, dieses eventuell sehr nützliche zu entdecken, sondern ausschliesslich davon, so schnell wie möglich soviele user wie möglich heranzukarren (die chance zum fundierenden viral loop gibts nur einmal, die zweiten fressen die hunde). sie bieten keinen wieauchimmergearteten nutzen an, sondern verwenden jeden möglichen trick aus dem game mechanics handbuch, um check-ins als leere signifikanten in einem sozialen raum zirkulieren zu lassen. virale virealität sozusagen, das soziale objekt check-in wird zum bedeutungslosen sozialen macguffin, das aber das system am laufen hält.1
der einzige konkrete nutzen liegt in der vermarktbarkeit. check dich ein monat lang jeden tag bei starbucks ein und bekomme einen cookie gratis, etc. aber während nichts gegen eine selbstgewählte satie’sche regelmässigkeit der lebensgestaltung spricht, ist eine anpassung, nur um an irgendwelche freebies oder badges zu kommen, natürlich völlig schwachsinnig. (die relation der massenmedien (wir produzieren zeug und verkaufen die aufmerksamkeit/eyeballs an die werbetreibenden) wird zur relation der sozialen medien (user machen was auf unserer plattform und wir verkaufen die möglichkeit zur aufgedrängten ‘konversation’ mit ihnen an die werbetreibenden)).
auch die berichterstattung über die services beschränkt sich im grunde darauf, das wachstum zu beobachten/zu feiern. die leere stört nicht weiter, die bewertung der dienste erfolgt auf basis der geschwindigkeit, mit der sich neue user anmelden, oder auf basis der anzahl an check-ins. die frage nach der nützlichkeit eines dienstes stellt sich nicht, die frage ist, welcher dienst wohl der gewinner wird und alle anderen killed. interessanterweise wird die abstrakte logik von social media durchaus gerne mitgedacht, entweder als begründung für den erfolg des gerade führenden dienstes oder als gute tipps für schwächelnde dienste, bevor man sie dann endlich abschreiben kann.
(das paradoxe am bejubeln des wachstums ist ja, dass je mehr es wächst, desto grösser die frustration zu werden scheint, dass es nicht noch viel schneller wächst. omg, twitter schickt nur 1/4 der referrals von facebook zu den gawker properties; hier ist der plan, den sie befolgen müssen, damit sie endlich auch den mainstream erreichen, etc. und dass es zu einer art verachtung von allem anderen kommt, idealerweise begleitet von einem grabgesang (etwa vom bloggen, man denke nur an vox, man braucht sich ja nur die stats anschauen, alles ausser tumblr ist im freien fall, bloggen ist überhaupt eigentlich nicht besonders sozial , etc.))
((firmen sehen diese entwicklung sicher nicht ungern. hatte man davor mit einer amorphen masse zu tun, gibts jetzt einige stellen, auf die man sich konzentrieren kann. ein bisschen sentiment analysis auf facebook und twitter und man bekommt hinreichend differenzierte kennzahlen und kann seine interventionen planen; aber das ist natürlich auch ein pyrrhussieg, weil man sich einerseits die möglichkeiten aller alternativen verbaut, und weil man andererseits keinen wettbewerbsvorteil hat, weil alle anderen ja das gleiche tun können, bis es zu einer übersättigung kommt und dann gar nichts mehr funktioniert))
das wäre natürlich alles völlig wurscht, wenn es parallel dazu eine ‘gesunde’ ausdifferenzierung in diesem bereich (also den social media kernfeldern; in anderen bereichen funktioniert die ausdiffernzierung zumindest hinreichend gut genug) gäbe. aber die gibt es nicht, bzw. immer seltener. die gründer selbst haben die funktionslogik verinnerlicht, spätestens nach der ersten finanzierungsrunde wird der letzte funke ‘idee’ ausgetrieben und die ‘dummen’ kriterien in das eigene angebot injiziert und der eigene dienst in bezug auf den möglichen marktanteil hin restrukturiert. man denke etwa an die autodekonstruktion von digg, auch bei twitter werden erste symptome ersichtlich.
(mir fällt kein anderer bereich ein, der sich selbst so stark subordiniert. pop von der stange hin oder her, kein musikjournalist würde auch nur auf die idee kommen, innerhalb eines genres den weniger erfolgreichen acts nahezulegen, wie die erfolgreicheren zu klingen; und kein fan hat ein problem mit seinem eigenen geschmack, der ist per definitionem eigenrichtig, die distinktionsgewinne entstehen ja gerade durch die abweichung vom mainstream und dann innerhalb des eigenen clusters; der vergleich hinkt natürlich, aber man kann sich leicht als gedankenspiel durchdenken, was der social media diskurs zu spielen, sport, essen, etctrara sagen würde, bzw. welche effekte das hätte, wenn sich diese bereiche dann daran hielten.)
aber ich schweife ab. die sozial mediale autopoiesis von location ist jedenfalls faszinierend.
1 natürlich ist der datentyp check-in offen, hackbar und also nicht völlig sinnlos, es spricht ja nichts dagegen, es etwa als dokumentation des eigenen situationistischen streunens zu verwenden, etc. nur wird das halt nicht von den tools nahegelegt oder gefördert.
ReQuoting pt. 49 (The Rechtsfreier Raum Edition)
The Internet is a space without any Law. In this space without Law, a new kind of Law must emerge. In the world of tomorrow, a new type of Law must emerge. If you want to regulate the world of today with old Law, you will fail
Michel Serres via Guillaume’s blog
Tele-Internet

Tele-Internet (“A Hackerspace, (Un-)Conference, Exhibition, Performance and Social Installation 2nd-6th of September at ‘Digital Communities’ Ars Electronica 2010”)
(abt. unstarted aber vl. super)
Gaining Altitude

But after examining what they’ve done, I have to admit that it’s actually part of a really big idea. (Are these Googlers aware of just how big an idea they’re playing with…dunno!) It’s not a complete solution, but I think it’s an important step. They’ve begun to address two key things in how we manage our focus: (1) what kind of attention should I be paying to something, and (2) once I’ve put that attention on it, what do I do with it?
hmm, David Allen wird alt und gutmütig und gibt der Priority Inbox von Gmail seinen Segen.
Das Konversumistische Manifest
eine Art Standortbestimmung zur postinformationellen Gesellschaft, die sich aus sozialen Daten speist, von Andreas ‘AAL Prinzip’ Weigend.
(bin mir nicht sicher, warum das bei mir so einen nachgeschmack hinterlässt, es ist glaub ich die kompakteste (business-lastige) zusammenfassung von social data, über die ich bisher gestolpert bin, die ‘die macht liegt jetzt beim konsumenten’ plattitüden stören kaum; ich glaub es ist das gleiche, was mich auch bei kruse stört, dass nämlich der subtext das gegenteil von dem ist, was er eigentlich sagt (kruse ist ja weniger ein sympathisant der entwicklungen, sondern eher ein seher im asterixschen sinn, der also den menschen im web zwar eine gewaltige macht zuspricht, aber nur als partikel eines sich in kreisenden erregungen aufschachtelnden unwetters, das sich dann in unvorhersehbaren donnern und blitzen auf die alten strukturen entlädt usw.))
Autonomously Flying Robotic Penguin
… I’d rather watch other people use new things than use them myself.
…
Agnostic, in a sense. Whatever personal opinions I form tend to have more to do with what we find to do with the new thing.
…
I like physical browsing. It activates the hunter-gatherer module differently.
William Gibson im Interview
Social Machines
We speak of social media, but rarely of social machines. On the Network, the machine is virtualized and hidden in the cloud. For a machine to operate at full efficiency, each of its cogs must do its part reliably and be able to repeat its performance exactly each time it is called upon. Generally some form of operant conditioning (game mechanics) will need to be employed as a form of crowd control. Through a combination of choice architecture and tightly-defined metadata (link, click, like, share, retweet, comment, rate, follow, check-in), the behavior of individuals interacting within networked media channels can be scrapped for input into the machine.
echovar über crowds, social machines und social media.
Programmierer und Programmierte
Jeder bemerkenswerte Mensch arbeitet gegen sein eigenes Profil
einige haben ein kleines problem mit diesem bolz-artikel, ich weiss nicht, ich finde den nicht so schlecht. es gibt sicher ein paar irrelevante grundannahmen, non sequiturs und selbstwidersprüche, der bezug (krypto-emigration) auf walter benjamin, der vor den nazis fliehen musste und sich vor der auslieferung das leben nahm, ist vl. auch etwas unglücklich, aber es gibt auch einige gute verdichtungen (privatheit 2.0 ist eigenrichtig, aus bürokratie wird software, ..). interessant ist jedenfalls seine konzeption vom neuen bürgertum, das er vollständig entpolitisiert und in einer keine spuren hinterlassenden monade der selbstbestimmten privatheit positioniert, schweigend aber bemerkenswert.
Redigg

(mit der neuen version ist digg ja wirklich etwas erstaunliches gelungen: statt einem mehr oder weniger heterogenen set an quellen, die von einem oligopol an powerusern eingereicht wurden, gibt’s jetzt eine monokultur an quellen, die von den meisten verfolgt werden; statt zu versuchen, die anzeize zum gamen in einem offenen system zu verkleinern und die effekte zu verringern, haben sie das gaming zwar verunmöglicht, aber die effekte davon jetzt systemisch eingebaut)
LikeBull

^ redbulls dezenter hinweis, dass man redbull liken sollte. (via, wobei ich das anders sehe; der hinweis wirkt zwar wenig subtil, demonstriert aber im grunde fast schon eine sublime selbstwahrnehmung)
Die große Enttäuschung
#nts: hab während der sichtung meines buchbestandes einige bücher in eine wiedermaldurchblättern queue gestellt und hab gestern und heute snow crash (92), data trash (94) und netzkritik, materialien zur internet-debatte (97) gescannt, und während das schon ein paar monde her ist, der blick zurück ist nicht unwitzig, weil es tatsächlich so was wie einen politisierten diskurs gegeben hat, der mit dem heutigen gebabbel nicht vergleichbar ist, der einzig darunter leidet, dass sich keine der metaphern (cyberspace als virtueller raum für dematerialisierte körper, information superhighway, virtual worlds/classes, ..) dann als relevant beweisen konnten und es im grunde einfach anders gekommen ist (dabei ganz witzig, dass der linke und autonome diskurs von anfang an die entwicklungen eher mit skepsis beobachtet hat, weil ausgerechnet der rechte diskurs sich einige traditionelle linke konzepte auf das internet zurechtgemappt und umkodiert hat (postmoderner lingo wird zur kalifornischen ideologie, technischer fortschritt dient automagisch dem staat (überwachungstechnologien, ..) und/oder dem freien markt (biotech, …) und/oder den telcos und medienkonzernen (we will like totally rock the cyberspace), ..), was den linken diskurs auf eine seltsame position des befürchtens festnagelte. gleichzeitig haben sie den gegner und seine kommende macht so hoch phantasiert, dass nur aktivismus, sabotage der netze, symbolische interventionen, usw. als handlungsspielraum blieb (teilweise auch retrospektiv nett, hakim bey etwa befürchtete eine klassengesellschaft, weil sich die wenigsten die teuren vr-ausrüstungen und datenhandschuhe leisten werden können; teilweise auch ein bisschen zu gut gemeint: was soll daran gut sein, wenn informationen frei zugänglich sind? wir wissen alle, dass informationen und wissen nichts anderes als mittel eines herrschaftsapparates sind, den gilt es also an der wurzel zu bekämpfen; unterm strich wurde das baby jedenfalls mit dem grundsätzlichen antikapitalismus ausgeschüttet).
October 7, 2005

hmm (GR – Your Stuff – Trends) (via)
ReQuoting pt. 48 (The Steam Edition)
After getting one step ahead of the pack, he remained ahead not by superior innovation, but by superior exploitation of the legal system.
Out of Sync
Building your success on being more in sync than everyone else is a sharp edge to walk on. You’ll always be near the edge of perfect sync, but never there.
The alternative is to be a lot out of sync.
The History of the Internet
… und andere Infografiken




Shared Media on Facebook (dabei ganz interessant, dass die social media crew anscheinend weit näher am entwurf einer ‘semiotik’ des webs ist, als die academic, die km oder andere crews, siehe auch brian solis u.a.)
Quiz Pt. 42 (Y CombiCrunch Edition)
Eigentlich ein Suchspiel: Finde ein Y Combinator gebacktes Startup, das keine eigene Review bei TechCrunch hat.
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… Enter The Fridge, a Y Combinator-funded site launching today …
… YCombinator-funded database analytics company Chart.io launches today …
… WePay, a Y Combinator backed startup that aims to …
… Koduco is a new Y Combinator company that is looking to …
… Enter Y Combinator-backed GinzaMetrics, which is unveiling its “pro-sumer” SEO software today. …
… alle Hinweise nach dem Piep
Likestream

vom lifestream zum likestream
Mo Betta Places

Facebook stellt Places vor. schöner überblick bei netzwertig, mehr bei techmeme
(tut das erwartbare, passt natürlich wie die faust aufs auge; ganz interessant ist wie immer der vergleich mit google. während google places (zumindest in der ersten ausbaustufe) völlig utilitaristisch auslegt (unternehmen ihr listing auf google maps anreichern lassen, eher liebloses layer aus google buzz, dunno inwieweit android das ergänzt) und spürbar keine vision hat, erklärt facebook places mit einer emotionalisierten story (stellt euch die gesammelten geschichten von plätzen vor, die durch eure geschichten erzählt werden; eure kinder checken in 20 jahren in der strandbar ein und sehen, dass sich ihre eltern dort das erste mal geküsst haben etc.). google muss neue felder immer integrieren (und ist leider bei allem ausser dem daten-layer nicht besonders geschickt), facebook kann nahtlos expandieren)