Prufrock

When I return to a poem in this small volume, I have a sense of having been there before, the resonances deepen. On an electronic screen, each time is as though it were the first. The media doesn’t conspire with me, it doesn’t seem to keep up its end of the conversation.
echovar über tossability und keepability und den doppelten genuss von keepworthy tossables.
Boring Interestingness
The lowest price for any good worth pricing is now available to anyone, anywhere. Which makes the market for boring stuff a lot more perfect than it used to be.
…
The networked revolution is creating huge profits, significant opportunities and a lot of change. What it’s not doing is providing millions of brain-dead, corner office, follow-the-manual middle class jobs. And it’s not going to.
And so, the endgame: it was boringifying a business that made a good business great. You know the score: keep it middle of the road, passionless, bloodless, compromise, horse-trade, find the lowest common denominator, make sure it doesn’t offend anyone, please everyone just a little sliver of a little bit (and never mind about not really delighting anyone not one bit.
…
So here’s my tiny hypothesis. Today’s great business aren’t built by being boring – but by being interesting.
Seth Godin und Umair Haque im Paartanz.
Juli 07

noch ein kleines abfalldiagramm: launches von deutschen startups 2005 bis 2010 (der peak waren 99 im juli 07, seit august 2008 tickelt .de mit ~40/m doch vglw. konstant dahin, entgegen meiner gefühlten wahrnehmung (der abfall in den letzten monaten dürfte sich noch angleichen, weil es eine zeitlang dauert bis ich sie aufschnappe)).
Grand Taxonomy

phantastisch: eine grand taxonomy of rap names (via)
Future Horizon

über nano-, micro- und macro-futures
Superheroes in NY

sehr nett: mexikanische Superheroes in NY (via viavia)
Woodwards Collage

Das 5.000.000.000ste Foto auf Flickr
JBU295

heh, Google Earth hat ein Layer für Flüge bekommen.
Powerful Colors

Studie über die Machtverteilung der Farben.
Verdichteter Stoff
Doch genau jetzt, im September 2010, hat sich der doppelte Quantensprung erst ereignet: Erst mit dem Kindle 3 verschwindet wirklich das technische Drumherum beim Lesen im Hintergrund. Erst jetzt bleiben Buchtexte zugleich digital und flüssig. Und umgekehrt: Erst jetzt ist es wirklich möglich, Texte aus dem Web in den neuen Aggregatzustand verwandeln: typographisch perfektes Licht-Schriftbild, Print ohne Druck.
Lotmans Lobgesang auf den Kindle.
Hello, I Must Be Going
But I think the kind of open I was working on is mostly gone. This is not a bad thing, just the result of the changing industry, people’s careers, and economic conditions. For the most part, the movement that started with OpenID and OAuth is largely over.
..
There is still interesting work done by Blaine Cook, Status.net, and the federated social web folks, but it’s all too experimental, and I don’t see it anywhere near mass market anytime soon.
In seiner Symptomatik ganz interessanter Eintrag von hueniverse zum Stand/Ende von ‘open’, social und corporate culture (via). Er zeichnet zwar eher ein ernüchtertes Bild, nicht ohne Hoffnung, aber der Shift geht vom talking (open) zum doing (product).
(ein aspekt wird indirekt wieder einmal klar: teile des potentials von offenen technologien werden deshalb verspielt, weil die entwicklungen selbst im valleyschen geist des gewinnen wollens betrieben werden. wenn etwas den massenmarkt nicht erreicht, wird es ultimativ als versager abgeschrieben. es wär vielleicht mal nicht uninteressant, wenn sich die entwicklung nicht an der möglichen kompatibilität mit allen orientieren würde, sondern an den bedürfnissen von leuten, die tech-savvy sind und denen offenheit und selbstbestimmbarkeit wichtig ist. man kann da sicher zwischen standards und protokollen unterscheiden, die basistechnologie oder webinfrastruktur sind, und jenen, die kulturelle serien triggern können. bei ersteren muss man sich halt einmal drauf einigen und dann funktioniert die maschine halt besser.)
Hackröllchen
Apropos The Last Thing und Dezentralismus, Diaspora hat gestern die erste öffentliche Version vorgestellt, und während zwar noch nicht wirklich ersichtlich ist, was es dann in der ersten Vollausbaustufe konkret tun können wird, so gibt es wohl eine Art umgedrehtes Verhältnis zum dezentralisierten Ausgangspunkt aka Facebook. (während ein dezentrales twitter automatisch mit einer schwer zu stopfenden kulturellen lücke startet, spielt das bei einem dezentralen privaten sozialen netzwerk überhaupt keine rolle und die verbindungen sind automatisch dicht genug; andererseits hat ein dezentrales twitter ein evolutionspotential, es kann zu eigenen kulturellen ausdifferenzierungen kommen usw., diaspora hingegen bekommt wohl mittelfristig eher ein privacy-technisches komplexitätsproblem, weil die kette nur so stark ist, wie das schwächste glied etc.)
The Last Thing
In a way, the Twitter platform has come full circle. Twitter’s API grew out of its website as a means to enable outside developers to accomplish what the company, with its then-tiny and overburdened team, could not. Now that Twitter has ample resources, the matured platform is enabling the company to build the best applications in the ecosystem in-house. Going forward, it may be that the Twitter Platform primarily serves Twitter’s interests, in stark contrast to the era of API growth I was around for, in which platform development was driven almost exclusively by the needs of the developer community.
…
The call for a decentralized Twitter speaks to deeper motives than profit: good engineering and social justice. Done right, a decentralized one-to-many communications mechanism could boast a resilience and efficiency that the current centralized Twitter does not. Decentralization isn’t just a better architecture, it’s an architecture that resists censorship and the corrupting influences of capital and marketing. At the very least, decentralization would make tweeting as fundamental and irrevocable a part of the Internet as email. Now that would be a triumph of humanity.
Alex Payne mit einer Art Vermächtnis anlässlich der jüngsten Entwicklungen bei Twitter.
(mit seinem vorschlag, dass sich twitter dezentralisieren möge – mit dem triumph der menschlichkeit als ergebnis -, ist er nicht durchgekommen, jetzt befürchtet er bei twitter den triumph der corporate weasel, die nur noch vermarkten und in ihren eigenen interessen entscheiden werden. dunno, irgendwie kauf ich das nicht ganz. an der plattformhaftigkeit von twitter hat sich zunächst einmal nichts verändert, im gegenteil, mit der streaming api ist eine neue facette dazugekommen, und die rate limits wurden mit oauth deutlich erhöht. was sich verändert hat, ist der prozentuale anteil der energie, den twitter darauf verwendet, twitter, die webseite, zu utilisieren und zu vermarkten. während also davor die erzählbare geschichte war: wir lieben die entwickler, wir tun alles für sie, ist jetzt die geschichte: wir lieben unsere user, die entwickler lieben wir auch, aber schaut euch bitte nach was anderem als den low hanging fruits um. als ehemaliger mastermind der api sieht er da natürlich die damit assoziierbaren qualitäten (mit der trope api und plattform, die die pawlowsche la ola triggert, omg) schwinden, aber der schwund ist ja nur ein relativer. das problem ist eher, dass die api auch zum zeitpunkt der totalen aufmerksamkeit darauf nie so wirklich tolle war (sie haben sich sicher jahrelang den arsch aufgerissen, um mit gegebenen mitteln mit dem wachstum klarzukommen, aber die besondere liebe zu den entwicklern / die extra meile sehe ich trotzdem nicht; die api ist völlig ok, aber im grunde ein CRUD ohne U auf die vorhandenen funktionalitäten von twitter, die über die rate limits und die anzahl an abrufbaren historischen tweets ausbalanciert wurde), nur waren das damals halt 95% der aufmerksamkeit, jetzt sind es 30. interessanterweise erwähnt er den potentiell massivsten eingriff in die neutralität der plattformhaftigkeit nicht, mit t.co koppelt twitter nämlich möglicherweise bald alle geposteten links an sich selbst)
((im übrigen bin ich durchaus sympathetisch mit seiner hoffnung auf einen dezentralen nachrichtenstrom, nur sehe ich die dafür verantwortliche kraft nicht bei twitter. nicht weil twitter keine soziale/kulturelle/webökosystemische/etc. verantwortung hätte (die haben sie und es bleibt zu beobachten, ob sie beginnen zu zensieren, links zu blocken, accounts zu sperren, usw.), sondern weil twitter eine spezifische formation – eine kultur, wenn man will – etabliert, die die micronachrichten zu tweets und also eben zu dem macht, was sie sind.))
Seeking to Understand
If you are seeking to understand what is happening and how to respond to it, calling it “theft” immediately shuts the door on a variety of important points. It closes off a path to understanding both what’s happening and how one might best deal with it. I find that incredibly dangerous from the perspective of a content creator. Calling infringement theft or not isn’t just a semantic argument from people who like to argue.
Mike Masnick über den Kampf um die korrekte Terminologie.
(masnick ist übrigens einer der wenigen, die die verschiedenen ebenen von positionen (in diesem fall also die rechtliche, die betriebswirtschaftliche, die netzökonomische, die kulturelle, die moralische, etc.) auch in den ebendiese ebenen völlig vermischenden diskursgemengen auseinanderhalten können; wobei das (eigentlich interessante) szenario bleibt: wie reagiert das system auf einen kämpferischen platzhirsch, dem ganz grundsätzlich an keiner lösung gelegen ist usw.)
The Night of the Living Feeds
Schöner Satz zum RSS ist wieder einmal tot hubbub von Dave Winer:
I keep saying the same thing over and over, the Google Reader approach is wrong, it isn’t giving you what’s new — and that’s all that matters in news.
Succinctly put — news is about what’s new — and that’s it.
Die eigene Antwort auf die Frage, ob sich mit Twitter und Memetrackern die Technik des Abonnierens und Lesens von Feeds erübrigt hat oder nicht, hängt davon ab, für was man sich wie sehr interessiert (bzw. ob man sich überhaupt für etwas interessiert).
Interessiert man sich für die die Neuigkeit der Neuigkeit an sich, dann haben Feedreader tatsächlich ausgedient. Twitter ist da einfach der wesentlich effektivere Kanal, und die vollständige Anschlusskommunikation findet auf Twitter selbst (durch wiederholung der nachricht mit eigenem senf, durch retweets) statt. Was dabei neuigkeitswertig ist, ist systemeigenrichtig (um bolz zu paraphrasieren) – ist eine Nachricht neuwertig, dann findet sie mich automagisch indem ich den Strom einschalte; was mich nicht findet, kann es per definitionem nicht sein, sonst würde es ja im neuigkeitsrelevanten Zeitfenster von [die letzten 10 min, in de die letzten 10h] auftauchen. Zur Lückenfüllung am Abend noch Techmeme und passt.
Interessiert man sich aber für etwas (ein thema, eine person, etc.) selbst, dann sind und bleiben Feedreader die beste Technik, um dieses Interesse zu vertiefen.
Die erste Disposition führt als Organisationsstruktur zu einem (hypereffektiven, postmodernen) Schwarm, die zweite zu mehr oder weniger einsamen (existentialistischen, modernen) Individuen, die im Levy Flight herumkrebsen.
Ich mag beide Formen, was mich aber zunehmend nervt ist der latente Nihilismus des Schwarms. Es reicht ihm nicht der Wille zur Macht (unter den kollektiv geführten aber singulär repräsentierten regimen von facebook, twitter, 4chan, etc.), öfter als nicht ist damit auch eine Lust am Zerstören aller anderen Formen verbunden (können wir bitte RSS und das damit verbundene schuldgefühl der unread items endlich beerdigen und uns alle auf twitter einigen? nochmal winer: You don’t have to hunt around to find the newest stuff. And it doesn’t waste your time by telling you how many unread items you have. Who cares.
; können wir bitte endlich einen schlussstrich unter gedruckte bücher und zeitungen ziehen und uns auf das (strahlende) ipad und wenn’s sein muss den (hässlichen) kindle konzentrieren? etc.)
Mute Buzz

Bei Buzz kann man jetzt Quellen muten.
Hackrezepte

mjam.
WordPress Subscriptions

Apropos Bloglines … im selben Atemzug hat WordPress Subscriptions eingeführt, in einem Dashboard werden die neuen Einträge der Abonnierten aufgelistet usw., der Trend scheint überhaupt wieder so ein bisschen in Richtung Communities bleiben auch bei den mittellangen Formaten unter sich zu gehen (quasi eingebaut in Tumblr, Posterous, Soup und Co, immer schon auf LiveJournal, aber auch auf Blogger, dem bald auch toten Vox, jetzt auch WordPress usw.) ((was ja ganz witzig ist, weil das ja auch der Modus der frühen Blogtools in Deutschland war, da gabs ja auch diese Cluster an antville / twoday / blogger.de Bloggern))
Dead by Shooting

Eine Art Nachtrag zu Sort by Shooting … Ask killt nun Bloglines endgültig :
A little perspective: when we originally acquired Bloglines in 2005, RSS was in its infancy. The concept of “push” versus “search” around information consumption had become very real, and we were bullish about the opportunity Bloglines presented for our users.
Flash forward to 2010. The Internet has undergone a major evolution. The real-time information RSS was so astute at delivering (primarily, blog feeds) is now gained through conversations, and consuming this information has become a social experience. As Steve Gillmor pointed out in TechCrunch last year, being locked in an RSS reader makes less and less sense to people as Twitter and Facebook dominate real-time information flow. Today RSS is the enabling technology – the infrastructure, the delivery system. RSS is a means to an end, not a consumer experience in and of itself. As a result, RSS aggregator usage has slowed significantly, and Bloglines isn’t the only service to feel the impact.. The writing is on the wall.
(abt. i’m not happy)
dotty dots
