Demoskopie
In Konflikten wie dem um Stuttgart 21 zeigt sich eine Krise des repräsentativ-demokratischen Systems. Es geht nicht darum, ob die Demonstrierenden Recht haben oder sie wenigstens eine gesellschaftliche Mehrheit abbilden – es ist denkbar, dass tatsächlich nur eine wortmächtige Minderheit demonstriert. Es geht darum, dass es in einer pluralen, zunehmend differenzierteren Gesellschaft nicht genügt, die reichlich binäre Entscheidung zwischen einer Handvoll Parteien alle paar Jahre als hinreichende Legitimierung für alles politische Handeln dazwischen anzusehen und jeden Verweis auf Stimmungen in der Gesellschaft mit dem Mantra »Demokratie, nicht Demoskopie« einfach abzutun.
w i r k l i c h ein schöner text über die spannungen zwischen legitimation, protest, polizeilicher gewalt, gesellschaftlicher komplexität und verkrusteten politischen strukturen.
MoMB 5

Das MoMB wird fünf (inkl. useless stats)
Beta like it's 2005

^ und beta studies technisch hat google vl. sogar sein mojo zurück?
Chinstrap Penguins

nett, die Google Street View gibt’s jetzt auch in der Antarktis.
Turn off

gmail kann die emails jetzt auch konversationskontextlos anzeigen, aber warum sollte man das wollen usw. ein gelegentlich supernützliches abfallfeature dabei ist, dass man aus den konversationen endlich einzelne mails löschen kann, bis dato war das ja immer hop oder drop.
Konzept des Tages: Disruption Deficit Disorder
enthalten und ausgeführt hier
Click Click Interrupt
also wenn man die berichte von der picnic mit der tcdisrupt vergleicht, dann wirkt das valley wie scheintote auf viagra
— Markus Spath (@hackr) September 28, 2010(nts: mich öfter selbst zitieren)
(ich habe ja fast bis zum ende gewartet, in der hoffnung, das noch irgendwie zu relativieren, aber diese ausgabe der tcdisrupt war wirklich schwach, schliesst irgendwie nahtlos an meiner kritik an der dialektischen abwärtsspirale der location services an, nur dass sich die social mediale invasion nicht pur autopoietisch (und also harmlos) sondern auch noch in den letzten möglichen winkel ausbreitet, badges und game mechanics und noise about nothing ftw (etwa onetruefan, bei dem man um die fanhoheit von webseiten kämpfen kann, indem man sich dort durchklickt, kommentiert, artikel tweetet und seine kontakte auf jede andere art belästigt; oder gripe, wo man bei unzufriedenheit mit dem sozialen graph droht). es gab natürlich auch ein paar ganz interessante ideen (etwa datasift, eine art programmierbare metaapi für twitter inkl. visualisierungen; badgeville interpretiert das badges thingy ganz nett für webseiten; cloudflare, eine art supercache; shwowp, indem es gwm. die lektionen aus den ehemaligen diskussionen rund um attention data (aus denen nix wurde) data portapolitisch korrekt auf shopping data überträgt) und (design-) technisch wirken fast alle irgendwie gut, aber konzeptionell sind fast alle inkrementelle verschlimmbesserungen oder völlige schnapsideen, von disruption jedenfalls keine spur, die gedanken drehen sich wirklich nur darum, wie man leute möglichst effektiv und lange mit beliebig blöden aktivitäten beschäftigen kann, was zynga gwm. zur wissenschaft erhoben (net promoter score als hauptindikator als internet treasure) hat, etctrara. aber jetzt muss ich mir noch kevin rose und marissa mayer anschauen…)
Brizzled

ui, AOL hat Brizzly übernommen.
(gestern war AOL überhaupt auf shopping spree, neben brizzly und techcrunch auch noch 5min)
Was Sie immer schon über Butler wissen wollten und Buffy nie zu fragen wagten
sehr lesenswerter beitrag (pdf) zu den buffy studies von @mauszfabrick und @supereichhorn.
RePssst

apropos Pssst : BackTweets hat sich auch ein neues Design verpasst (und scheint auch wieder so halbwegs zu funktionieren).
Pssst

devoha: gestern wurde auch mir die ehre zuteil, in den genuss des neuen twitter zu kommen, und die simple eleganz fehlt tatsächlich, und die rechte sidebar ist wirklich fast schon eine zumutung, aber ansonsten ist es ziemlich super, zumal es für fast alles keyboard shortcuts gibt (die man sich übrigens mit ? in erinnerung rufen kann):

Goooooooooooogle

Google wird 12.
Angry Bees
hm, dieses hadopi ist jetzt also in frankreich seit dieser woche live, und wenn man torrent freak glauben kann, dann werden jetzt 10.000 und bald 150.000 IP-adressen täglich angefragt und dann nach dem three strikes motto weiter prozessiert.
eigentlich ist das ein interessantes sozio-politisches experiment: was passiert wenn
- man millionen jugendliche anpisst und diese also wütend auf die musikindustrie bzw. kulturindustrie macht;
- und man diese angepissten millionen von jugendlichen dann also auch wütend auf die verantwortlichen politiker bzw. den staat macht;
- und diese angepissten und wütenden jugendlichen dann gleichzeitig viel mehr zeit (die sie davor mit dem hören von geklauter musik, dem sehen von geklauten filmen, dem spielen von geklauten games oder im internet verbracht haben) und also viel weniger ablenkungen zur verfügung haben?
etwas allegorischer gefragt: was passiert, wenn man einen wilden bienenstock nimmt (die bienen haben nicht immer für ihren nektar bezahlt, aber sie haben fleissig bestäubt und auch honig abgeworfen) und am boden zerschmettert?
Quiz Pt. 43
Was haben Actuatr, Adioso, FutureAdvisor, HootCourse, Kwwika, Koitunes, Levtronic, Levelous, Listiki, Mov.io, OnePage, Swipe, Taskforce, Tripping, Tweetdeck, Youphonics oder Zimly gemeinsam?
(hint: es ist nicht leicht, es ist aber was sehr konkretes; sieht man in letzter zeit immer öfter)
Threes Hugger
you’ve got to do three things really well
…
America used to be, like Google, a killer example of the power of threes. Today, not so much. Once upon a time, it was a hotbed of entrepreneurship and innovation. Today, Silicon Valley’s busy pumping out…minigames.
Umair Haque mit einer Theorie der Dreiheit.
ReQuoting pt. 50 (The Social Is Edition)
One thing that I think is really important — that I think is context for this, is that I generally think that most other companies now are undervaluing how important social integration is. Right, so even the companies that are starting to come around to thinking, ‘oh maybe we should do some social stuff’, I still think a lot of them are only thinking about it on a surface layer, where it’s like “OK, I have my product, maybe I’ll add two or three social features and we’ll check that box”. That’s not what social is. Social is.
Michael Arrington via MG Siegler
(ist natürlich eine kleine breitseite an google (deren me laut eric schmidt dann doch eher in richtung social layers über einige existierende produkte geht), und während er in bezug auf google spot on ist, für google ist social scheinbar immer noch ein feature, liegt er selbst bzgl. dem social auch völlig daneben, er interpretiert social fundamentalistisch/essentialistisch als gerüst, auf dem alles andere basiert. social ist aber weder ein feature, noch ein ding an sich, sondern ein funktiv einer jeweiligen immanenzebene)
prldr

was ähnliches wie feedlooks macht übrigens auch prldr. bonuspunkte für den namen, die keyboard shortcuts j/k und den river of news style, wirkt teilweise noch ein bisschen buggy (was aber egal ist, wenn man sein setup einmal hat).
Feedlooks

Hab mal Feedlooks ein bisschen angetestet, so als Bloglines Ersatz. Ist nicht gänzlich uncharmant, vom look her sehr retro. Ist auch kein echter Feedreader, sondern eher eine Art Mechanismus zum Organisieren und effizienten Lesen von Seiten mit Feeds, es wird nämlich der orginale Artikel geladen, in einem Overlay kann man dann zum nächsten springen, einen Eintrag pinnen, usw. Ggf. nützlich für Seiten mit Excrpt-Feeds oder mit haptischer Qualität.
Kulturhackropologie
apropos boing boing: The Anthropology of Hackers (via)
Prufrock 2.0
wenn man vom Prufrock spricht…
The .DOC File of J Alfred Prufrock