Chandler Bing

well, bing geht social (facebook ed.)
(mit bing wird die konstellation google – facebook irgendwie interessanter, nicht weil mit microsoft ein neuer spieler dabei ist, sondern weil sich google (dem netz) plötzlich nicht nur mit facebook (der spinne im netz) beschäftigen muss, sondern auch noch von bing dauerirritiert wird, was den ohnehin schon ramponierten fokus von google noch mehr zerstreut.)
(siehe auch)
ha.qr

hui, bit.ly kann jetzt auch QR Codes, einfach an bit.ly URLs .qr anhängen (via)
Empfohlen V

Matador

ReQuoting pt. 52 (The Vaudeville Edition)
Were copyright law followed to the letter, little audio preservation would be undertaken. Were the law strictly enforced, it would brand virtually all audio preservation as illegal,
…
There are more problems. While the recording industry undertakes some preservation, they will only preserve those recordings from which they think they might profit in the future (what a surprise). For instance, consider a researcher working on vaudeville who may be interested in vaudevillian recordings on cylinders.
Library of Congress via Boing Boing
Replies and Retweets

studie mit einigen erstaunlichen beobachtungen zum ‘engagement’ von tweets (29% aller tweets – mit 1,2 milliarden tweets aus den letzten 4 monaten als datenbasis – bekommen eine reaktion in form von @reply oder RT, 96% resp. 92% davon in der ersten stunde, 1,5% gehen über drei ecken)
((wie man daraus ein ‘omg, 71% aller tweets werden ignoriert’ machen kann ist mir ein rätsel, bzw. kein rätsel, zeugt aber von einer fortgeschrittenen sm/alzheimer demenz, das muss man sich ja nur mal vorstellen, fast ein drittel aller nachrichten die irgendwer irgendwo auf der welt absetzt findet tatsächlich nicht nur mindestens einen empfänger, sondern einen empfänger, der darauf auch noch reagiert, wobei ich mir das auch nicht wirklich vorstellen kann, wahrscheinlich liegt der %satz deutlich tiefer (wenn man rt- und rplybots mal rausrechnet, ein @un tweet ist auch nicht notwendigerweise eine antwort auf einen vorherigen tweet des adressierten, gleichzeitig gibt es natürlich den chatspace, der automatisch fast immer eine antwort triggert, etc.), aber selbst dann wäre das immer noch irre ‘engagiert’))
Expect less
45 Thesen über unsere Zukunft von Douglas Coupland (via)
(abt. canadian sensibility)
Hype Cycle 2010

und alle Jahre wieder der Hype Cycle von Gartner (siehe auch hype cycle und hype cycle 2008 und hype cycle 2009)
Ethische Rocker
dunno, irgendwie verrennt sich mspro da ein bisschen. sein kernthema – der kontrollverlust – ist natürlich so selbstevident, dass man etwas überspitzen muss, um eine wahrnehmbare aussage zu treffen; aber sein kurzschluss zwischen der (teilweise durchaus nicht unzutreffenden) beschreibung einer entwicklung mit einer präskriptiven ethik als gebot oszilliert irgendwo zwischen skurrilität und (an den grossen, die summer aller möglichen queries abschickenden anderen gekoppelte) megalomanie.
(beim lesen fand ich ganz witzig, dass er sich in einigen bereichen zwar mit meiner gefühlten einstellung deckt (etwa: es ist eigentlich wünschenswert, dass möglichst vieles möglichst unvorgefiltert strömt, damit in der folge via selbstselektion diverseste anschlusskommunikationen stattfinden können, die dann auch zerfaserte und/oder unvorhergesehene mikropolitische ereignisse triggern können, etc.), dass er aber von ganz woanders kommt und komplett woanders hin will)
((sehr schön dazu kusanowsky
Trotz der Beschädigungen der Bewusstseinsfähigkeit durch die Psychoanalyse, trotz der Einschränkung der Rationalität durch die Quantenphysik und trotz aller Massenorganisationsverfahren, die das Subjekt lediglich zu einer statistischen Größe degradiert, als Wähler, als Kunde oder Konsument, beharren die Systeme auf diese Einseitenform, deren Legitimität begründet werden kann, sofern sie zweiseitig zugestanden wird, etwa als „das Recht des Anderen“. Gelingen kann dies, weil das „Ich“ durch Verweis auf das „Nicht-Ich“ jederzeit sich selbst als das „Nicht-Ich“ des „Nicht-Ichs“ beobachten lässt und damit eine Form findet, durch die eine selbstreferenzielle Indifferenz illusioniert werden kann, deren Herkunft auf eine Gesellschaft „da draußen“ zugerechnet werden muss, die sich durch beständige Reaktualisierung unerfüllter Versprechungen auszeichnet.
und (wie immer gründlich aber in seiner übermensch/wer sonst sollte das nur tragen können diagnose vl. ein bisschen zu besorgt) fxneumann))
Snow White

minidesignupdate: die quicklinklisten (shared, news und chronicle) sind jetzt winterlich weiß und in der einzelansicht ein bisschen informativer; die ganzen share-me-please buttons hab ich auch rausgeschmissen, dafür gibt’s jetzt einen tweet-me-please button, der allerdings direkt den jeweils verlinkten artikel tweetet (und auch die anzahl an tweets über den jeweils verlinkten artikel anzeigt).
ReQuoting pt. 51 (The Centralized Edition)
People have been talking about recreating Twitter as a set of standards and protocols pretty much since we launched and started getting popular. In fact these standards and protocols exist and Twitter is so open that people can just make Twitter work with a more open and federated network.
So far that hasn’t taken off, I believe because it hasn’t provided as good a user experience. I think there are advantages to a decentralized system and there are also many disadvantages. The disadvantage is that it’s very hard to innovate and do some of the things you can do with a centralized service with a decentralized service, that’s just part of the trade-off and so far it doesn’t seem like a worthwhile trade-off.
Ev Williams via RWW
(sehe ich pretty much auch so; twitter ist zwar ein zentralisiertes system, aber es ist funktional offen (genug). das mit dem innovieren und der ux stimmt sicher auch, aber der entscheidende nachteil von dezentralen gegenentwürfen ist, dass die ströme reterritorialisierungen brauchen, um ‘kultur’ zu ermöglichen, ein tweet ist eben mehr als ein 140 zeichen blurb sondern eingebettet in ein spezifisches gefüge, etctrara. die falsche grundannahme so ziemlich aller offenen gegenentwürfe (von twitter, von facebook, …) ist der glaube, dass es das soziale anundfürsich gibt)
Banana Stickers

Facebook Exportability

nicht nur devoha: Facebook kriegt Gruppen und vor allem: einen vollständigen Export aller eigenen Daten (vid):
First, we’ve built an easy way to quickly download to your computer everything you’ve ever posted on Facebook and all your correspondences with friends: your messages, Wall posts, photos, status updates and profile information.
If you want a copy of the information you’ve put on Facebook for any reason, you can click a link and easily get a copy of all of it in a single download.
(dabei ganz nett: der export enthält auch ein bündel von html-files, die die ganze sache lokal browsbar machen, bzw. man kann es, wenn man will, woanders republizieren etc.)
Why Bother
But here’s what I do care about. I care if your plan involves using “digital rights management” technologies that prohibit people from opening up and improving their own property; if your plan requires that online services censor their user submissions; if your plan involves disconnecting whole families from the internet because they are accused of infringement; if your plan involves bulk surveillance of the internet to catch infringers, if your plan requires extraordinarily complex legislation to be shoved through parliament without democratic debate;
Cory Doctorow mit einem schönen Schnappschuss rund um das ganze Free.
Quizmasters
apropos quiz: Quizmasters Leaderboard
Quiz Pt. 44 (Duck Duck Go Edition)

welches blog beweist einen gewissen grad an eigensinn?
The Way We Live Now
Find the minimum amount of technology that will maximize your options.
Kevin Kelly über Techno-Literacy etc.
Meme Central
kleiner Nachtrag zu Negativer Dialekt … an dieser Konstellation lässt sich übrigens auch schön das Wesen der Meme beschreiben.
Auch Meme sind ja irgendwie in diesem Bereich des Imitierens verortet, aber Meme sind ein genuin anderes Biest.
Auch bei Memen gibt es dieses Element des Nachmachens, aber bei Memen geht es nicht darum, in der Nachahmung irgendein Ursprüngliches zu imitieren bzw. zu irgendeinem Ursprünglichen zurückzukommen, sondern darum, Serien von Verkettungen von Variationen einer Form zu etablieren.
Ein Meme bezieht sich dabei in seiner Variation nie auf das Original selbst, sondern immer schon auf die Möglichkeit der Verdoppelung als Variation. Insofern hat ein Meme auch keinen ‘Autor’. Es braucht natürlich ein Original (ein erstes photo einer katze mit text in lolcat drauf) und es braucht eine erste Variation als Variationsoriginal, aber erst die Variationen unter Bezug auf die Variierbarkeit innerhalb einer Serie anderer Variationen selbst machen die Angelegenheit zum Meme.
(gut funktionierende meme sind also sehr spezifisch in der form/dem format, aber völlig offen im inhalt)
Hackeroids
Kleiner Test von diesem Asteroids Bookmarklet … zum Aktivieren hier klicken – ich hab es auch auf der Startseite in der Sidebar eingebaut.

(via)
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update: hackeroids – the movie
Negativer Dialekt
When he does an accent I am not familiar with it sounds excellent because he’s doing it the way we’d do it ourselves.
But when when he does an accent I am familiar with the problems jump out.. and yet they are things I can’t quantify: it’s one of those ingrained things deep in the back of your mind where you just hear that something, somewhere, just isn’t quite right.
Kommentar zu dem kid does 24 accents Video und diese Beobachtung trifft auf sehr vieles zu – nachgemacht wird nicht das eigentliche Ding, sondern die anderen Nachmacher des Dings, und steckt man nicht drinnen, dann klingt das nachgemachte Nachgemachte richtiger als das nachgemachte Eigentliche und eigentlich sogar richtiger als das Eigentliche selbst.
(es gibt natürlich ausnahmen, etwa franz beckenbauer, der klingt beckenbauerischer als die besten beckenbauer-imitatoren, für den gilt der witz: er schaut aus wie franz beckenbauer und er klingt wie franz beckenbauer, aber lassen sie sich nicht täuschen, es ist franz beckenbauer)
Das gleiche Prinzip kennt man aber auch von Zeitungen, Zeitschriften, Personen, etc. Da hat man auch über weiteste Strecken das Gefühl eine gute Einschätzung zu bekommen (sag ich mal), bis sie über ein Thema schreiben über das man selbst mehr Ahnung hat, dann wirken die Ergüsse plötzlich völlig daneben, sie werden aber üblicherweise in der gleichen autoritativen Selbstverständlichkeit wie alles andere auch vorgetragen.
Die Schlussfolgerung ist natürlich, dass alles immer im Grunde falsch ist, es aber auch gut genug ist, um für die meisten Leute für die meisten Felder zu funktionieren.
Aber warum ich das hier erwähne: Mit einem Schlag wird plötzlich verständlich, warum der Großteil des (nicht nur massenmedialen) Beschreibungsdiskurses des Webs so gut funktioniert, obwohl er so dermaßen doof ist. Aber für die Schreiber ist das nicht doof, weil sie sich selbst nur auf der Ebene des nachgesagten Nachsagens bewegen und dort halt die üblichen Versatzstücke rekombinieren. Und für die Leser ist es auch nicht doof, weil eben die Ebene des nachgemachten Nachgemachten sogar richtiger klingt, als jeder Versuch das Eigentliche zu erklären oder Aussagen aus dem Eigentlichen selbst.
Und auch der ganze Komplex social media wird plötzlich verständlich, nämlich als kollektiver Übergang vom eigenen Dialekt (aka web 2.0) zum kollektiven Nachmachen der Nachmachung eines sich als kleinsten gemeinsamen Nenners herausgebildeten Basisdialekts, der gleichzeitig eine Art negative beckenbauerische Schließung (also die funktionslogik eines beckenbauers ohne dass es einen eigentlichen beckenbauer gibt) bewirkte.
(die teilnehmer selbst und die externen beobachter kommen auf der ebene des nachgemachten nachgemachten plötzlich zusammen; es schaut aus wie social media und es klingt wie social media, aber lassen sie sich nicht täuschen, es ist social media. die kosten der richtigen externen/etischen beschreibung waren also, dass die internen/emischen selbstbeschreibungen auf eine dünnere selbstsimulation reduziert wurden)