live.hackr

die romantische komödie

Puritanism

The framing of the debate in advance of the availability of the iPad device has centered around control of the words “freedom, choice and health.” The reactionary forces claim the iPad will be detrimental to all three. Within minutes of the conclusion of Steve Jobs’s presentation, the swiftboating of the iPad was under way. Our freedoms are being curtailed; our choices limited and the health of the ecosystem is threatened. The iPad is a deviation from the one true path.

echovar zum iPad, dem puritanismus der debatte und dem iPotential.

(abt. sorry)

☍ 03.02.2010 /via @echovar # echovar ipad

Weitergehen

dazu passend und gwm. auf einer eigenen immanenzebene: siggi becker, j. martin und tim bruysten im gespräch.

Wenn etwas wirklich weitergeht, dann meist nicht dort wo der “Schwung der Figur” sie hätte hintragen sollen. Die selbstversichernde Identitäts- und Öffentlichkeitssimulation Bloggen muss da schon hin und wieder etwas gebrochen werden, denn “was sich ins Bleiben verschliesst, schon ist´s das Erstarrte.”

☍ 03.02.2010 /via @siggibecker # becker video

From Infinity to Fish

vielleicht nunja: Nico Lumma über die Irrelevanz von Blogs usw.

(die traurige trope bzgl. der blogs ist halt, dass im ersten schritt ein bündel von erwartungshaltungen geschnürt wird, das mit dem ding an sich wenig zu tun hat, und in der folge dann die nichterfüllung mit gewisser genugtuung ausgeweidet wird, interessanterweise glauben ja nicht nur die msm sondern auch die blogger selbst an die gleichen kontingenten geschichten und abgeleiteten metriken.)

☍ 03.02.2010 /via @lumma # blogging germany

From Fish to Infinity

vielleicht nett: Steven Strogatz hat für die NYT eine Blogserie zum Thema Mathematik im gebloggten Bildungsweg gestartet. (via)

☍ 03.02.2010 /via @nytimes # nyt math

Pimp

momb subs

hmm, irgendwas fühlt sich da nicht ganz richtig an.

☍ 02.02.2010 # momb feedburner

Disco

disco

YouTube Disco [war http://www.youtube.com/disco] (via @benjamin)

☍ 01.02.2010 # youtube music deadpool

Stealth Delisting

verwunderlich ist doch immer wieder das völlige fehlen jeglichen fingerspitzengefühls.

(siehe 1984)

☍ 01.02.2010 # amazon kindle duh media

Das offene Web und seine Feinde

ipad

iDiss revisited, ca. 200 meinungen später.

ein pattern dabei ist recht interessant: die protagonisten der offenheit und des hackens haben wenig vertrauen in die systemkraft der offenheit resp. die kreativkraft der menschen. viele sehen im ipad fast schon eine art endgame, bei dem offenheit und eigensinn kurz vor dem matt stehen, weil sie der grossartigkeit des ipads / dem schrecklichen weil lustvollen matmos / nichts entgegensetzen können.

The iPad is an attractive, thoughtfully designed, deeply cynical thing. It is a digital consumption machine.

alex payne zb macht aus dem ipad fast schon eine art bioadapter der gesellschaft.

(kreativität wird nicht angeregt, sondern unterdrückt; das ist umso schlimmer, weil die vorgeschlagene metapher zur verwendunge von computern u.u. bei vielen sogar besser ankommen könnte als das (sinnlose aber lehrreiche) herumtinkern; wer nur das ipad kennt, wird kein hacker; viele iphone user kennen ausser ihren apps nichts; apple unterstützt das auch noch, die werbung sagt ‘da gibts ne app für’, vom web sagt sie nichts; apple schert sich keinen deut um offenheit und kann oder will offenheit nicht mit usability und eleganz verknüpfen;die entscheidung dafür hat keine technische grundlage, sondern ist strategisch; der weg den uns das ipad weist ist also verführerisch und dystopisch; usw.)

Yet I am concerned that it will get a flow of great apps from people who are willing to compromise on their freedom and users’ freedom.

dave winer rundet die befürchtungen ab. es könnte zu einem brain drain kommen, bei dem entwickler ihre kreativität in eine plattform pumpen, die dann – etwa wegen patentrechten auf multitouch – noch nicht mal auf anderen plattformen emuliert werden kann.

leichter dahergesagt als getan aber trotzdem: wer an die offenheit glaubt, der muss auch an ihre konkurrenzfähigkeit in einem milieu glauben, in dem es auch geschlossene systeme gibt.

☍ 01.02.2010 /via @al3x # apple ipad openweb

ReQuoting pt. 38 (The Meters Edition)

The deal constructs a world in which control can be exercised at the level of a page, and maybe even a quote. It is a world in which every bit, every published word, could be licensed. It is the opposite of the old slogan about nuclear power: every bit gets metered, because metering is so cheap.

Lessig via tc

☍ 27.01.2010 # lessig copyright

iDiss

ipad

yay, das iPad ist da, von hinten nach vorne nachzulesen etwa bei engadget.

(in meinem stream witzigerweise fast ausschliesslich herumgemotze, das deutsche äquivalent zum amerikanischen fanboy mit consumerblick ist der dissboy mit ingenieursblick, meh, das soll es sein, ein grösseres iphone, wer braucht denn das, und zugeschraubt ist es auch noch, …)

((ich verstehe die argumentationslinie closed platform, die angst vor einem quasimonopol der istores, nach music und apps jetzt auch noch bücher, usw., aber unterm strich ist es das geilste fenster ins internet und also mit allen damit verbunden möglichkeitsräumen yet, warum faseln wir denn alle seit vier jahren von der cloud, und auch preislich ist es mit $500 + monatlich $30 ohne vertragliche knebelung mehr als attraktiv; die fraktion open hätte mehr davon, apple als benchmark für die eigenen aktivitäten zu verwenden))

☍ 27.01.2010 /via @engadget # apple ipad

Kollektivismus revisited

Kollektivismus

(abt. diggin in the crates, subabt. dönerblase)

☍ 27.01.2010 # lanier

Local Trends

local trends

Local Trends usw. (noch nicht für de, aber für mexiko)

☍ 27.01.2010 # twitter

ReQuoting pt. 37 (The Ours vs Theirs Edition)

The Net as a medium is not for anything in particular — not for making calls, sending videos, etc. It also works at every scale, from one to one to many to many. This makes it highly unusual as a medium. In fact, we generally don’t treat it as a medium but as a world, rich with connections, persistent, and social. Because everything we encounter in this world is something that we as humans made (albeit sometimes indirectly), it feels like it’s ours. Obviously it’s not ours in the property sense. Rather, it’s ours in the way that our government is ours and our culture is ours. There aren’t too many other things that are ours in that way.

So, if we’re going to talk about the value of the open Internet, we have to ask what the opposite of “open” is. No one is proposing a closed Internet. When it comes to the Internet, the opposite of “open” is “theirs.”

David Weinberger via Techdirt

☍ 23.01.2010 /via @hyperorg # weinberger web

BB10

boing boing

55,000+ posts later, I still feel like we’ve barely scratched the surface of the Internet’s inexhaustible supply of “wonderful things.” You know, you sometimes hear people talking about how crap everything on the net is (sometimes, they’ll add “except all the ‘stolen’ professional content”) and I wonder, “Are these people looking at a different Internet than the one that I get?”

happy birthday boing boing

☍ 21.01.2010 /via @boingboing # boingboing birthday

Short Cuts Pt. 5 (Early Adopter Edition)

Eine der traurigsten Tropen im Diskurs im und um das Web ist die des Early Adopters. Der Begriff Early Adopter bringt nichts, stört nur und verhindert die Entwicklung von Positionen.

Die Beschreibung von Personen als Early Adopter basiert auf der im Web sinnlosen Notion einer fortschrittlichen Zeitlichkeit. Die Entwicklungsgeschichte wird als linearer, zeitlicher, teleologischer Strahl konzipiert. Wer vor den anderen auf neue Entwicklungen aufspringt, gilt als schneller und besser. Das erworbene kulturelle Kapital ist allerdings kurzlebig, weil es keinen Stillstand geben darf. Es ist schnell wieder verspielt, wenn man nicht immer auf die nächste neue Entwicklung umsteigt.

Aber im Web gibt es keine Zeitlichkeit, weil alles für alle immer schon gleichzeitig ist. Jede neue Anwendung ist sofort für alle verfügbar, jeder neue Inhalt ist sofort für alle zugänglich. Das Web ist keine Serie von disparaten Linearitäten, sondern ein Gewebe, das alles in sich aufnimmt und synchron miteinander verbindet; eine Gleichzeitigkeit von Ungleichzeitigkeiten; ein Potential, dessen Möglichkeiten angezapft werden können, oder nicht. Das Web ist postkontemporär.

Ganz allgemein gesagt sind Webdienste Möglichkeitsräume. Möglichkeitsräume, die zwei Serien triggern können:

Eine Serie der individuellen Intensität, also dem Grad mit dem man den Dienst für sich selbst (aktiv oder passiv) nutzt und sein Leben dadurch besser, interessanter, spannender macht. (Auch wenn man etwas nicht benutzt, ist es gewissermassen doch als Umwelt da. Allerdings ist die persönliche Intensitätsstufe dann halt null.)

Und eine Serie der kollektiven Resonanz, also dem Grad mit dem der Dienst zum Schwingen gerät, Koppelungen und Rückkoppelungen mit anderen Diensten, Systemen, Feldern eingeht und dabei das Leben für die Freunde und die Welt besser, interessanter, spannender macht.

Für jeden Einzelnen geht es also, um zum Early Adopter zurückzukommen, weniger darum, ob man früher oder später damit beginnt, einen Dienst zu nutzen, sondern um die Intensität, mit der man ihn zu einem je gegebenem Zeitpunkt nutzt, und um die Resonanzkörper, die dadurch um ihn herum entstehen. Wenn man etwas nicht verwendet, weil man keinen persönlichen Anknüpfungspunkt darin sieht, dann ist man nicht hinten, sondern handelt rational. Wenn man auf jeden Zug aufspringt, der gerade losdüst, ohne sein Leben dadurch besser zu machen, ist man zwar Early Adopter, aber auch ein Dummkopf.

Das bedeutet jetzt nicht, dass es nicht sinnvoll ist, zu versuchen am Laufenden zu bleiben. Wer kein Sensorium für die ja stetig wachsenden Möglichkeiten entwickelt und kultiviert, wer nicht weiss, was es alles gibt, der hat natürlich die Opportunitätskosten der Nichtbenutzung.

Aber die fast schon penetrante Ungeduld der Neuheit und des jeweils Nächsten hilft dabei selten weiter. Und die Erzählfigur des Early Adopters ist besonders traurig, weil sie gleich zwei Positionen in ihrem Blickwinkel einschränkt:

Die Fremdzuschreibung spart sich durch die Diagnose ‘das ist halt was für Early Adopters’ die Auseinandersetzung mit den Phänomenen. Early Adopters wird gerne mit anderen Begriffen wie ‘selbsternannte Internetelite’ oder (nie konkret benannten) ‘Propheten’ oder ‘Vordenkern’ kombiniert, um eine künstliche Differenz zwischen ‘denen’ und dem ‘normalen wir’ zu konstruieren. Sollen die halt machen, mit ihren Zauberwörtern Blog und Wiki und Flickr und Twitter, wir sind normal und wir wissen, dass das alles ein Blödsinn ist.

Die Selbstzuschreibung ‘ich bin ein Early Adopter, weil ich tool yxr benutze’ ist allerdings fast noch blöder, weil mitunter ein Selbstbild und Gruppengefühl konstruiert wird, das auf nichts begründet ist, und weil ein Tunnelblick entwickelt wird, der blind für die Eigentlichkeiten ist. Es ist keine Leistung früher als andere einen Dienst zu verwenden. Wer ein, zwei Blogs liest und sich überall anmeldet ist der Earliest Adopter schlechthin und erzeugt dadurch alleine noch überhaupt keinen Wert, weder für sich, noch für andere. Was aber getrübt wird, ist der Blick auf das, was funktioniert und warum.

Wer sich selbst als Early Adopter konzipiert, tappt nur allzuleicht in die Falle, eine individuell wertvollere Verwendung von Webdiensten gegen eine wertlosere aber neue Verwendung einzutauschen.

☍ 20.01.2010 # infoeconomy web tropes

Trust

firefox 1.5

the browser you can trust.

(abt. istwitterdown?)

☍ 20.01.2010 # firefox

Short Cuts Pt. 4 (Tod von RSS Edition)

In den letzten Wochen war mal wieder viel vom Tod von RSS zu hören. Ohne auf die jeweiligen Thesen im Detail einzugehen trotzdem ein paar Worte dazu, warum das ein blödsinniger hubbub ist.

Zunächst werden oft zwei Dinge vermischt: RSS als Format und RSS als kulturelle Technik des Abonnierens und Lesens von Feeds. Gemeint wird immer zweiteres, aber die Schlussfolgerungen werden manchmal vermischt. Egal, diese Unstimmigkeit erkennt man schnell und kann man abheften.

Was bleibt ist die Annahme, dass Feedlesen eine aussterbende Gattung ist, die von neueren, besseren, effizienteren, fortgeschritteneren Techniken abgelöst wurde. Und diese Annahme ist auf mehreren Ebenen problematisch. Das Äugen auf und die Bervorzugung von Charts (Wachstum hier, Verluste dort) anstelle der Wahrnehmung von Wert; die Notion eines ‘weiter ist besser’ bei blinder Zerstörung der Vorhandenen; der Begriff von Early Adopters, die die fortgeschrittensten Techniken reflektieren aber in Wirklichkeit dichtere Formen gegen dünnere eintauschen; die Annahme, dass was sich nicht als mainstreamtauglich für alle herausstellt nix wert ist; usw.

Das alles ist im Grunde egal, jeder soll machen was er will, und was andere tun tangiert einen persönlich wenig (anders als bei sozialen systemen, wo die koppelung viel stärker ist). Aber ganz stimmt das dann doch wieder nicht, weil man selbst natürlich auch nur irgendwie im Gesamtökosystem verankert ist, und auch wenn man seinen eigenen informationsökonomischen Haushalt selbst bestimmen kann, so schwimmt man eben im aggregierten Ergebnis der Aktionen aller anderen; und die Resonanzräume, die durch die Praktik des Rezipierens und Prozessierens von Feeds getriggert werden, sind interessanter, als die Resonanzräume, die durch verstümmelte Formen wie Beschränkung auf Twitter und Memetracker und Empfehlungssysteme mit anschliessendem Retweeten und Liken getriggert werden.

Nix gegen Memetracker und Twitter und Empfehlungssysteme, die sind super und haben ihren Wert und können einige Dinge viel besser, als das persönliche (zuerst einmal Finden und) Abonnieren und Lesen von Feeds.

Aber das (zuerst einmal Finden und) Abonnieren und Lesen von Feeds ist die potentiell dichteste, effizienteste und persönlich wertvollste Technik. Sie sollte das Herz der individuellen Anbindung an den Gesamtstrom sein.

Die wunderbarste Eigenschaft des Webs sind die kleinen Dinge und die Möglichkeit einer Ausdifferenzierung an den Rändern. Wie strange man auch immer selbst veranlagt ist, wie noch so unwahrscheinlich die eigenen Interessen, im Web gibt es für alles Anschlusskommunikation. Massenmedien müssen per definitionem immer Massen ansprechen, aber niemand ist Masse und also pendelt sich das was sie tun auf irgendeinem kleinsten gemeinsamen Nenner ein. Aber im Web gibt es immer einen, der sich auch mit dem Thema beschäftigt, der Dinge radikaler beschreiben kann, der ohne Rücksichtnahme auf Allgemeinverständlichkeit und also dichter denken kann und vielleicht für einen gerade richtig ist etc. Massenmedien müssen für alle gut genug sein, aber im Web dürfen Spezialisten für andere Spezialisten gut genug sein, und auch wenn das nur 10 Leute sind ist die Welt ein besserer Ort.

Blogs sind nun die ideale Form, um partikulare Expertise von anderen mit spezifischen Interessen zu mappen, und das Abonnieren und Lesen von Feeds ist die ideale Form, um die spezifischen eigenen Interessen zu beliefern. Blogs sind deshalb ideal, weil es drei Dinge besser als jede andere Form vereint: Geschmack, Urteilskraft und Komplementarität.

Geschmack

Über Geschmack kann und braucht man nicht zu streiten, aber es ist eine binäre Kategorie. Wird der eigene Geschmack getroffen, ist man happy, sonst muss man halt durch.

Urteilskraft

Bei der Urteilskraft ist es ein bissl wie bei dem Geschmack, die gefühlte Unterstellung einer Urteilskraft ist immer ein subjektives Gefühl, die vom eigenen Wissenstand abhängt. Anders als beim Geschmack muss das Vertrauen in die Urteilskraft des Anderen allerdings erst aufgebaut werden und wachsen. Auch anders als beim Geschmack kann man über die Urteilskraft schon streiten.

Komplementarität

Bei der Komplementarität geht es darum, zu welchem Grad das, was man selbst ohnehin weiß, ergänzt wird. Auch Dinge mit wunderbarem Geschmack und präzisester Urteilskraft sind völlig witzlos und wertlos, wenn man alles ohnehin schon kennt. (einer der grössten fehler der mehrzahl von systemen ist die annahme, dass sich möglichst gleiches mit gleichem mischen soll)

☍ 20.01.2010 # rss blogging

Short Cuts Pt. 3 (User Edition)

Im Grunde funktioniert das Web sehr einfach. Das Web ist wahrscheinlich der grösste Möglichkeitsraum, den die Menschheit je hervorgebracht hat. Nicht weil die zugrundeliegende Denkleistung so phänomenal ist, sondern weil es eine Infrastruktur definiert, die sämtliche Medien subsummiert und in sich aufnimmt, und vor allem: weil es unsere Möglichkeiten der Kommunikation potenziert.

Das Web macht also ein Angebot, genauer: das Web ist die Summe aller Einzelangebote in Form von Anwendungen und deren Zusammenspiel.

Um ein beliebiges Angebot wahrzunehmen müssen 3 Voraussetzungen erfüllt sein:

  • man muss das Angebot kennen.
  • man muss das Angebot verstehen.
  • man kennt kein ‘besseres’ Bündel das mehr Nutzen bringt.

Unter dem Strich: es geht darum, dass wir durch die Benutzung eines Dienstes besser dastehen, als ohne.

Man kann – wenn man will – Webanwendungen in zwei Kategorien unterteilen:

  • Anwendungen, deren Sinn sich selbst erklärt.
  • Anwendungen, deren Sinn sich erst durch Nachdenken / Nachahmen / Anwendung etc. erschliesst.

Ich will niemandem zu nahe treten, aber es sprechen einige Symptome dafür, dass die meisten Menschen sehr gut darin sind, Anwendungen die sich selbst erklären für sich nutzbar zu machen, wenn sie ihnen Nutzen bringen (i.e. die meisten schauen mal schnell was in der Wikipedia nach, oder gehen auf ebay auf Schnäppchenjagd, oder bestellen sich Bücher bei Amazon, oder bestellen Zugtickets, oder schauen Videos auf YouTube, usw usf.)

Doch schon deutlich weniger erkennen das Potential von Anwendungen, deren Sinn und Nutzen sich nicht sofort erschliesst und aufdrängt. Man darf glaub ich 2 Fehler nicht machen: glauben, dass man alles verwenden muss. Oder glauben, dass man nichts versäumt. Man darf auch nicht glauben, dass nur Wert hat, was für alle wertvoll ist. Die Schönheit im Web ist das Potential der Ausdifferenzierung, dass sich jeder das Bündel an Anwendungen zusammenstellen kann, das mit den eigenen Interessen am meisten kompatibel ist, dass jeder genau soviel Zeit investieren kann, wie er will.

Dass sich Leute, die beruflich mit dem Web zu tun haben, ein anderes Produktportfolio zusammenstellen und mehr Zeit investieren ist klar, sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es trotzdem Opportunitätskosten gibt, Tools nicht zu kennen und zu verstehen.

Ich stelle mir seit langem die Frage: woher kommt der Widerstand sich 30 Minuten hinzusetzen und zu versuchen RSS zu verstehen, wenn das die eigene Produktivität was den Konsum von Nachrichten betrifft, um den Faktor 5 bis 10 erhöht? Mehr als 30 Minuten dauert es nicht, dennoch halten sich die Adaptionsraten in Grenzen.

Wenn man die Voraussetzungen oben als Matrix verwendet: viele kennen es nicht, und vielen, die irgendwie darüber gestolpert sind, erschlisst sich der Sinn nicht. Es geht nicht darum, ob RSS jetzt ein Hype ist oder nicht und was irgendwer über RSS sagt oder nicht sagt, es geht darum, dass RSS einen enormen Wertvorschlag macht, den man annehmen kann, oder nicht. Und nur wer RSS kennt kann eine informierte Entscheidung darüber treffen, in welchem Umfang er RSS einsetzt oder nicht. Wer dann lieber den Guardian genüsslich in seinem Lieblingscafe liest, der macht alles richtig. Aber wer aufgrund einer Ignoranz die Möglichkeiten erst gar nicht kennt, der bleibt halt auf seinen Opportunitätskosten sitzen. Macht natürlich auch nichts, aber trotzdem ist es schade drum.

Nun sind alleine in den letzten 3 Jahren mindestens 20.000 Services gestartet (keine Hausnummer) und es wäre mehr als ein Fulltimejob, jeden dieser Dienste auf den individuellen Nutzen hin zu überprüfen. Es gibt also auch Informationsbeschaffungskosten. Wenn es mehr Aufwand macht einen Dienst zu finden als er dann nutzen bringt, dann ist es nicht sinnvoll diesen Aufwand einzugehen. Zum Glück hat das Web Mechanismen etabliert, die einem die meiste Arbeit abnehmen. Die Antwort heisst nicht Massenmedien wie TV, Spiegel oder Heise, sondern Blogs. Einige Tausend Blogger haben es sich zur Aufgabe gemacht wie Eichhörnchen auf die Suche nach dem nächsten grossen Ding zu gehen, sie testen aus, filtern, bewerten usw. Blogs, die sich dabei als besonders gut erweisen bekommen grössere Leserschaften und fungieren als Verstärker. Das heisst nicht, dass sie alles finden oder dass sie das beste toll bewerten, aber im grossen und ganzen funktioniert das nicht schlecht.

☍ 20.01.2010 # infoeconomy web

Erzähls meim Sackerl

pardon me while I drown in your bullshit

psychohygiene bei gapingvoid

(im nächsten eintrag dann folgende stelle:

Yes, all that talk about “Con­ver­sa­tion”, “The Social Graph”, “End of Mar­ke­ting”, “Adver­ti­sing Is Dead”, “Authen­ti­city”, “Trans­pa­rency” and “Bypas­sing The Gate­kee­pers” had its place.
At the same time, I think we all collec­ti­vely was­ted a lot of time by end­lessly yak­king on about it. “Buil­ding Brand Advo­ca­tes through Influen­cer Enga­ge­ment” and simi­lar cor­po­rate drivel.
I think 2010 will the year we all start actually being more TRANSPARENT about why we’re really here in the first place: To make money.

und mit dem letzten satz ist er, glaub ich, was auf der spur. nicht wegen der antwort, aber wegen der frage. irgendwie sind wir auf so einem nullpunkt angelangt, dass es gar nicht anders geht, als sich diese grundsätzliche frage zu stellen und sich selbst also in diesem ganzen gewirr irgendwie zu definieren. und das könnte spannender werden als im ersten loop des social web (2004 – 2009, r.i.p.), weil der einen guten teil der freigesetzten energie daraus bezogen hat, dass sich diese ganzen möglichkeitsräume erschlossen haben und dass man gwm. während dieser explosion mittendrin steckte und dem universum / der umwelt beim entstehen zuschauen konnte. interessant war aber vor allem die verkoppelung der systeme und subsysteme (im grunde alles mit allem und die menschen zwischendrin und live dabei) selbst, nicht so sehr die spezifische ausdifferenzierung.)

☍ 14.01.2010 /via @gapingvoid # gapingvoid web

the good, the bad and the ugly

Slavoj Zizek hat in letzter Zeit ja immer wieder die Selbstauflösung des linken Diskurses beschrieben, der verloren hat und nichts anderes mehr tut, als zu versuchen dem rechten Diskurs ein ein bisschen humaneres Antlitz zu verleihen (ein bisschen mehr menschenrechte, ein bisschen mehr soziale gerechtigkeit, ein bisschen mehr umweltschutz, …), die Grundannahmen (globaler Kapitalismus, …) wurden aber als einzige Denkbarkeit geschluckt.

(beispiel etwa seine kritik am oskar-prämierten ‘das leben der anderen’ – der film tut zwar so als wäre er eine abrechnung mit dem system der ddr und der stasibespitzelung, zurückgeführt wird das amorphe böse aber dann auf die jedem nachvollziehbaren egoistischen motive des hauptmanns, der einfach das tut, was jedes gesunde neoliberale subjekt täte, nämlich die zur verfügung stehenden mittel für die befriedigung der eigenen begierden (die frau des anderen) einzusetzen usw.)

Wie stark dieses Subjekt das Denken rahmt zeigt Google, es ist ganz einfach eine Undenkbarkeit, dass es da irgendwas gibt, das so was wie eine Moral hat und tatsächlich auch danach handelt, auch wenn es was kostet.

(allgemein etwa jaja, gut tun ist leicht, solange man davon profitiert, aber wartet nur bis die werbeeinnahmen weniger lukrativ sprudeln, dann wird sich die wahre fratze zeigen (vor kurzem louis gray, glaub ich, finds nicht mehr), klingt ja schön, aber kostet es ihnen wirklich soviel, so toll hat sich das geschäft ja nicht entwickelt, und sie schauen gut aus und bringen andere unter zugzwang, etc., ist es jedenfalls nicht so, dass hinter jedem akt, so gut auch immer er tut, oder so offensichtlich böse auch immer er ist, nicht ganz einfach ein banales eigeninteresse steckt? wo kommen wir denn sonst hin.)

☍ 13.01.2010 # google china zizek