wer jetzt nicht mitzieht, der ist voll daneben

marcus alexander

nur mal leise dahingedacht … ich frage mich gerade, ob facebook mit der vorgestellten open graph / graph api / social plugins kombi (eine genauere beschreibung davon gibt’s hier oder hier) nicht gerade einen steilpass für twitter hingelegt hat.

twitter könnte nämlich ohne probleme das gesamte prinzip übernehmen und aber gleichzeitig das für die publisher, die user und alle anderen zusammen wesentlich attraktivere angebot schnüren.

facebook was macht facebook?

- nun, es gibt einige widgets, allen voran der like-button, den man auf seine eigene seite pappen kann. man macht das, weil man sich zwei dinge verspricht: mehr attraktivität für die besucher, weil sie ggf. schon die spuren ihrer freunde finden können; und für sich selbst, weil die besucher idealerweise liken und also die seite unter den freunden streuen und also neue besucher bringen (omg, 500 mio facebooker liken unser zeug).

- und es gibt einen sich zunehmend verdichtenden und schlauer werdenden supergraph, der den in facebook vorhandenen social graph mit dem ‘open graph’ via iliketrischer impulse verwebt; mit der graph api lässt sich das dann auch befragen.

twitter was könnte twitter machen?

der open graph ist ja nichts anderes als die summe aller webseiten, die sich selbst dem protokoll entsprechend semantisch auszeichnen. aber das protokoll ist offen und auf diese daten haben alle zugriff, auch twitter (oder google).

und einen eigenen – mehr als ausreichend grossen – social graph hat twitter auch, mit dem nicht unwesentlichen unterschied, dass er (private accounts ausgenommen) öffentlich ist.

open graph

was twitter also fehlt sind die widgets, eine api und die möglichkeit tweets mit open graph objekten zu verknüpfen.

- aber mit den kommenden annotations hat twitter schon bald die möglichkeit, die tweets mit den open graph daten zu annotieren. jeder tweet zu einem og-objekt könnte also mit den jeweiligen metadaten ausgezeichnet werden.

- und die api ist zwar kein projekt fürs wochenende, aber kein unlösbares problem. und wenn sie die api haben sind die widgets ein klacks.

twitter könnte also dem restweb das gleiche angebot wie facebook machen (pappe unseren like button und widgets drauf, gerne auch neben denen von facebook), nur wäre es für die webseitenbetreiber eigentlich noch viel besser, weil diese widgets nicht den eiertanz rund um die privacy-einstellungen von facebook machen müssten.

anders als facebook könnte twitter die widgets nicht nur personalisieren (die und der deiner freunde haben auch darüber getwittert, das und das könnte dich auf basis des verhaltens deiner verfolgten interessieren) sondern der betreiber könnte die aktivitäten eben auch publizieren und vollwertig in sein angebot integrieren, weil die tweets eben (grösstenteils) public sind.

man könnte das jetzt noch lange weiterspinnen, aber unterm strich: a gmahte wiesn ist das für facebook nicht. das konzept und die umsetzung ist zwar genial und facebook wird damit sich und das web nachhaltig transformieren, aber der relative wettbewerbsvorteil von facebook im bereich social könnte auch abnehmen. twitter könnte damit das fehlende stückchen gefunden haben, das tweets semantisch mit der welt verankert, und auch das offene web könnte damit den notwendigen tritt in den allerwertesten bekommen haben und mit einer eigenen reinterpretation aufwarten.

the feedtail

(anlässlich dieser basicthinking kürzt feed debatte (etwa, oder, oder) eine persönliche miniökonomie der feeds, wobei ich den ganzen komplex monetarisierung und die damit meistens verbundene moralisierung ausklammere, der ist auf mehreren ebenen unfruchtbar)

  • die y-achse indiziert mein interesse an einer quelle
  • die x-achse die anzahl an mit der jeweiligen interessantheit assoziierten quellen
  • die rote l-kurve zeigt meine verteilung an

es gibt also nur sehr sehr wenige quellen, an denen ich sehr sehr grosses interesse habe, es gibt hunderte quellen, an denen ich eigentlich doch schon interessiert bin, und es gibt millionen quellen, die sicher auch gelegentlich irgendwas irgendwie interessantes beinhalten.

(welche quelle für einen interessant ist oder nicht ist übrigens nicht nur naturgemäss für jeden verschieden, das hängt auch davon ab, welche anderen quellen man kennt und liest. je mehr andere quellen man liest, desto mehr verschiebt sich das attribut interessant ins kompatibel komplementierende)

nun ist es so, dass es natürlich toll wäre, alles auch nur irgendwie interessante zu lesen, nur geht sich das zeitlich nicht aus. man muss also für sich selbst infoökonomische verfahren entwickeln, was man wie in sich reinlässt und was nicht.

je nach disposition gibt es eine ganze reihe möglicher verfahren. man kann zb. einzelne quellen und/oder redaktionell vorselektierende portale und/oder algorithmisch vorselektierende memetracker bookmarken und täglich ansteuern und alles andere ignorieren (oder mit anderen praktiken kombinieren). oder man kann (wichtige nachrichten finden mich blabla) in div. sozialen empfehlungsströmen treiben und alles aufsaugen und alles andere ignorieren (oder mit anderen praktiken kombinieren). oder man kann – und das ist die mit abstand bequemste und effizienteste methode, um viele heterogene inputströme zu konsumieren – sich sein eigenes bündel an quellen via RSS zusammenstellen und diese in einem feedreader lesen (und das mit anderen praktiken kombinieren).

(welche praktiken für einen passend sind oder nicht ist übrigens wiederum nicht nur naturgemäss für jeden verschieden, es ist auch völlig unwertend. allerdings trifft man idealerweise seine entscheidung, nachdem man sich etwas mit allen möglichkeiten herumgespielt hat)

aber wie gesagt: wer viele quellen effizient lesen möchte, der kommt um einen feedreader nicht herum. das ist nix für alle, es erfordert zeit, aber es hat auch einige von anderen methoden nicht emulierbare vorteile. vor allem bei echtem interesse an einem thema. auch die besten portale, thematisch fokusiertesten memetracker und smartesten aggregatoren tendieren zum hochspülen des kleinsten gemeinsamen nenners, die echten goodies findet man nur im feedreader.

doch zurück zum diagramm:

jedes der oben erwähnten (und aller anderer) verfahren verursacht neben dem sich ergebenden informationsnutzen auch rezeptionskosten (zeit, anzahl an klicks, anzahl an medienbrüchen, usw.). der wert einer quelle unterm strich ergibt sich also nicht alleine aus der interessantheit, sondern auch aus dem damit verbundenen aufwand. (man könnte die rote kurve also auch als indifferenzkurve lesen: je interessanter, desto mehr aufwand nehm ich in kauf, je weniger (aber natürlich immer noch) interessant, desto weniger.)

in meinem setup gibt es zwei grenzwerte:

  • blauer punkt: quellen, die ich immer lese, egal ob fullfeed oder excerptfeed oder nofeed. rein theoretisch übrigens, in meinem feedreader hab ich glaub ich zwei excerptfeeds, alle anderen haben ohnehin fullfeeds.
  • grüner punkt: quellen, die ich nur lese, wenn es sie im fullfeed gibt.

anders als noch vor zwei, drei jahren ist es mir als kleine randbemerkung mittlerweile übrigens völlig wurscht, ob wer einen fullfeed hat oder nicht; twitter und friendfeed und alle memetracker haben meine klickbereitschaft doch deutlich verändert und im dortigen kontext stört mich auch das herumklicken nicht. aber im feedreader empfinde ich excerptfeeds als extrem störend, weil sie den leseflow doch stark unterbrechen, und also subscribe ich sie nur seltenst. nicht weil ich mich als klickvieh verraten fühle etc., sondern einfach weil es für mich bessere alternativen gibt.

als publisher muss man sich über eines jedenfalls im klaren sein: das umstellen von fullfeeds auf excerptfeeds bringt vl. einige klicks, birgt aber auch mitunter signifikante opportunitätskosten. man verliert nicht nur leser (alle, bei denen man auf deren eigenen indifferenzkurve zwischen dem grünen und blauen punkt liegt), man verliert gerade die, denen das wichtig ist, weil sie mehr als nur eine quelle lesen und ihren output dann sharen und faven und streuen usw, man verliert die katalysatoren und damit alle von diesen getriggerten indirekten klicks. do the math, wobei das natürlich von der verteilung der dispositionen der leserschaft abhängt.

(im falle basicthinking (oder auch heise etc.) ist das, glaub ich, eher egal, weil die vorwiegend, glaub ich wiederum – das müsste mal jemand statistisch auswerten -, vor allem leute ansprechen, die wenige andere quellen kennen, die wenige feeds lesen, und für die basicthinking also ohnehin sehr interessant ist, also im blauen bereich liegt.)

ipad

iDiss revisited, ca. 200 meinungen später.

ein pattern dabei ist recht interessant: die protagonisten der offenheit und des hackens haben wenig vertrauen in die systemkraft der offenheit resp. die kreativkraft der menschen. viele sehen im ipad fast schon eine art endgame, bei dem offenheit und eigensinn kurz vor dem matt stehen, weil sie der grossartigkeit des ipads / dem schrecklichen weil lustvollen matmos / nichts entgegensetzen können.

The iPad is an attractive, thoughtfully designed, deeply cynical thing. It is a digital consumption machine.

alex payne zb macht aus dem ipad fast schon eine art bioadapter der gesellschaft.

(kreativität wird nicht angeregt, sondern unterdrückt;
das ist umso schlimmer, weil die vorgeschlagene metapher zur verwendunge von computern u.u. bei vielen sogar besser ankommen könnte als das (sinnlose aber lehrreiche) herumtinkern;
wer nur das ipad kennt, wird kein hacker; viele iphone user kennen ausser ihren apps nichts; apple unterstützt das auch noch, die werbung sagt ‘da gibts ne app für’, vom web sagt sie nichts;
apple schert sich keinen deut um offenheit und kann oder will offenheit nicht mit usability und eleganz verknüpfen;
die entscheidung dafür hat keine technische grundlage, sondern ist strategisch;
der weg den uns das ipad weist ist also verführerisch und dystopisch;
usw.)

Yet I am concerned that it will get a flow of great apps from people who are willing to compromise on their freedom and users’ freedom.

dave winer rundet die befürchtungen ab. es könnte zu einem brain drain kommen, bei dem entwickler ihre kreativität in eine plattform pumpen, die dann – etwa wegen patentrechten auf multitouch – noch nicht mal auf anderen plattformen emuliert werden kann.

leichter dahergesagt als getan aber trotzdem: wer an die offenheit glaubt, der muss auch an ihre konkurrenzfähigkeit in einem milieu glauben, in dem es auch geschlossene systeme gibt.

pardon me while I drown in your bullshit

psychohygiene bei gapingvoid

(im nächsten eintrag dann folgende stelle:

Yes, all that talk about “Con­ver­sa­tion”, “The Social Graph”, “End of Mar­ke­ting”, “Adver­ti­sing Is Dead”, “Authen­ti­city”, “Trans­pa­rency” and “Bypas­sing The Gate­kee­pers” had its place.
At the same time, I think we all collec­ti­vely was­ted a lot of time by end­lessly yak­king on about it. “Buil­ding Brand Advo­ca­tes through Influen­cer Enga­ge­ment” and simi­lar cor­po­rate drivel.
I think 2010 will the year we all start actually being more TRANSPARENT about why we’re really here in the first place: To make money.

und mit dem letzten satz ist er, glaub ich, was auf der spur. nicht wegen der antwort, aber wegen der frage. irgendwie sind wir auf so einem nullpunkt angelangt, dass es gar nicht anders geht, als sich diese grundsätzliche frage zu stellen und sich selbst also in diesem ganzen gewirr irgendwie zu definieren. und das könnte spannender werden als im ersten loop des social web (2004 – 2009, r.i.p.), weil der einen guten teil der freigesetzten energie daraus bezogen hat, dass sich diese ganzen möglichkeitsräume erschlossen haben und dass man gwm. während dieser explosion mittendrin steckte und dem universum / der umwelt beim entstehen zuschauen konnte. interessant war aber vor allem die verkoppelung der systeme und subsysteme (im grunde alles mit allem und die menschen zwischendrin und live dabei) selbst, nicht so sehr die spezifische ausdifferenzierung.)

und noch eine Liste: die Top 50 Apps aus 2009 aus dem deutschen Sprachraum (auch hier auf basis der bookmarks bei delicious, was für deutsche seiten eine suboptimale metrik ist)

  1. screencastle (1483 bookmarks)
  2. linguee (761 bookmarks)
  3. scripty2 (618 bookmarks)
  4. eyeplorer (607 bookmarks)
  5. picol (463 bookmarks)
  6. sketchory (406 bookmarks)
  7. play.fm (330 bookmarks)
  8. stepmap (301 bookmarks)
  9. tweetranking (197 bookmarks)
  10. 12designer (191 bookmarks)
  11. alertfox (179 bookmarks)
  12. wahlgetwitter (169 bookmarks)
  13. parteigefluester (168 bookmarks)
  14. rssinclude (148 bookmarks)
  15. twittersphere (143 bookmarks)
  16. pagetweet (140 bookmarks)
  17. niiu (136 bookmarks)
  18. img.ly (136 bookmarks)
  19. twittermap (134 bookmarks)
  20. picok (133 bookmarks)
  21. berlintwitterwall (130 bookmarks)
  22. trakkboard (127 bookmarks)
  23. tweet-rank (105 bookmarks)
  24. routerank (103 bookmarks)
  25. semsix (102 bookmarks)
  26. junaio (100 bookmarks)
  27. twittagessen (95 bookmarks)
  28. songbeat360 (88 bookmarks)
  29. scoreloop (74 bookmarks)
  30. tweetalert (72 bookmarks)
  31. polylooks (70 bookmarks)
  32. lesercharts (69 bookmarks)
  33. smart.apnoti.com (68 bookmarks)
  34. mite-en (66 bookmarks)
  35. trigga.me (65 bookmarks)
  36. rapidrabb.it/ (64 bookmarks)
  37. zeeyoo (63 bookmarks)
  38. mageleo (63 bookmarks)
  39. rssfriends (62 bookmarks)
  40. versandtarif (61 bookmarks)
  41. fytch (61 bookmarks)
  42. tweeterate (60 bookmarks)
  43. gutscheinpony (59 bookmarks)
  44. mindmeto (55 bookmarks)
  45. guzuu (55 bookmarks)
  46. kochplaner (54 bookmarks)
  47. charts.fm (54 bookmarks)
  48. semsix (53 bookmarks)
  49. rsslounge (53 bookmarks)
  50. nachrichten.de (52 bookmarks)

mal wieder eine Liste…: die Top 50 Apps aus 2009 (wie immer auf basis der bookmarks bei delicious) ((seltsame liste irgendwie, aber hey))

  1. wolframalpha (20947 bookmarks)
  2. colorschemedesigner (18243 bookmarks)
  3. wefollow (6973 bookmarks)
  4. alternativeto (6463 bookmarks)
  5. tinychat (5853 bookmarks)
  6. fontcapture (5435 bookmarks)
  7. commandlinefu (5001 bookmarks)
  8. screenr (4972 bookmarks)
  9. namechk (4661 bookmarks)
  10. hootsuite (4411 bookmarks)
  11. mockingbird (4120 bookmarks)
  12. slickmap-css (4079 bookmarks)
  13. stilltasty (4046 bookmarks)
  14. youtube-edu (3688 bookmarks)
  15. browser-size (3626 bookmarks)
  16. textsfromlastnight (3625 bookmarks)
  17. google-fast-flip (3623 bookmarks)
  18. google-wave (3600 bookmarks)
  19. idaft (3380 bookmarks)
  20. colorotate (3098 bookmarks)
  21. imagepalette (3020 bookmarks)
  22. twitterfall (3005 bookmarks)
  23. omegle (2969 bookmarks)
  24. estimator (2859 bookmarks)
  25. inbflat (2842 bookmarks)
  26. wearehunted (2792 bookmarks)
  27. twtpoll (2778 bookmarks)
  28. trendsmap (2741 bookmarks)
  29. webdosanddonts (2736 bookmarks)
  30. google-news-timeline (2676 bookmarks)
  31. dropular (2661 bookmarks)
  32. bespin (2602 bookmarks)
  33. screenjelly (2583 bookmarks)
  34. highcharts (2564 bookmarks)
  35. measurement-lab (2502 bookmarks)
  36. free-ocr (2464 bookmarks)
  37. preloaders (2455 bookmarks)
  38. pictaculous (2365 bookmarks)
  39. google-squared (2337 bookmarks)
  40. yuml (2281 bookmarks)
  41. typekit (2258 bookmarks)
  42. whatthetrend (2237 bookmarks)
  43. punypng (2222 bookmarks)
  44. knowem (2206 bookmarks)
  45. airbnb (2196 bookmarks)
  46. topsy (2183 bookmarks)
  47. pattern8 (2171 bookmarks)
  48. odosketch (2160 bookmarks)
  49. open-atrium (2069 bookmarks)
  50. yooouuutuuube (2050 bookmarks)

präzisierende nachfrage: abgesehen von “warum gerade formspring “ (antwort: zufall, abweichungsverstärkung, kritische masse, zackwumm), warum ist so was im prinzip faszinosum für viele?

a in zeitknappheit:

(voraussetzung)

  • es ist einfach genug und das prinzip (ah, ich kann entweder eine frage stellen und der antwortet dann oder ich melde mich an und dann können mir andere fragen stellen und ich antworte dann) erschliesst sich den meisten (und jedenfalls allen, die schon ein twitter-account haben) auf den ersten blick.

(distribution)

  • die verbreitung hat virales potential. wer angefixt ist will mehr und promotet sein formspring auf twitbook, und weil es einfach genug ist und es sich auf den ersten blick erschliesst, probieren andere das auch.

(narzismus)

  • es hat eine narzistische komponente (schmeichelfaktor, dass irgendwer gerade von mir etwas wissen will, ich bin das subjekt, dem wissen unterstellt wird, usw.)
  • damit verbunden ein emotionales attachment (muss mal die inbox checken, ob es neue fragen gibt)

(platt-form)

  • es hat die essenz des prinzips frage&antwort (das es ja im web in hunderten variationen gibt und das sich auf sokrates und sicher auch bis in die steinzeit zurückverfolgen lässt) gwm. als fundamentalen datentyp extrahiert, indem es alle üblichen kontextualisierung eliminiert hat. und es hat sich selbst als plattform dafür etabliert.
  • die form ist deshalb also flüssig und passt sich an jede individuelle interpretation an. man kann witzig, eloquent, ehrlich, whatever antworten (bzw. fragen) und soviel aufwand reinstecken, wie man will.
  • gleichzeitig sind die formsprings öffentlich aber non-kompetitiv. öffentlich ist wichtig, weil man sonst auch via email, via dm etc. fragen könnte, die öffentlichkeit führt aber die phantasie der universalität und der ‘verantwortung’ ein, weil es publiziert ist; non-kompetitiv ist auch nicht unwichtig, weil man auf seinem platzerl machen kann was man will, und es ist ok.
  • das führt wiederum dazu, dass man die wunderlichsten blüten sieht. menschen haben einen eingebauten spieltrieb, und je offener das rohmaterial und das endergebnis ist, desto grösser ist das potential für diverseste spannende selbstselektionen und ausdifferenzierungen.
  • diese individuellen ausdifferenzierungen führen wiederum zu kollektiven lernprozessen und feedbackschleifen. wir sind affen und haben neben dem spieltrieb ein eingebautes mimetisches potential, machen also das beste nach, bauen darauf aber auch auf. frage hier ist, wieviel davon nachhaltig handlebar wird, sich als stil etablieren kann usw.

((limits))

  • es skaliert wohl nicht. es ist lustig, am ersten, zweiten und dritten tag drei (oder bei entsprechender disposition fünfzig) fragen zu beantworten oder sich selbst fragen zu stellen, die man schon immer beantworten wollte. wochenlanges beantworten von hunderten fragen am tag wird, glaub ich, mühsam. zunächst sind alle fragen toll, fragen werden sich wiederholen, werden irgendwann lästig usw. das muss nicht so sein, aber gefühlsmässig fackelt sich das potential ab.
  • und wenn die mischung irgendwann nicht mehr stimmt, setzt eine abwärtsspirale ein (man antwortet nicht mehr, oder ungelaunt, das wiederum reduziert die motivation fragen zu stellen etc.)

Netter Text zu den Standardsituationen der Technologiekritik von Kathrin Passig, eine Art Systematisierung der Reflexe auf Neues, zuletzt also auch auf iPhone, Twitter und Co (was natürlich auf twitter zu einem sturm an über sich selbst gerührten schulterklopfern führte; aber schaut als kleines weekend project mal nach, wann ihr aufgehört habt, twitter und hype in einem satz zu verwenden oder als dingsbums für early adopters abzutun).

(die auflistung von offensichtlichen dummheiten von anderen aus einer position des im nachhinein ist natürlich immer amüsant. was mich ein bisschen stört, ist der fokus auf die luddistischen neinsager, weil er impliziert, als hätte man es immer schon gewusst. für jeden neinsager gab es zu jedem zeitpunkt immer auch einen jasager, dessen utopien im nachhinein genauso lächerlich wirken. gerade im und um das internet lagen eigentlich alle schon immer falsch, man braucht nur an die metaphern und visionen von vor 15 jahren denken. niemand hat vor 10 jahren mit wikipedia, google oder blogs, vor fünf jahren mit facebook, youtube oder flickr, noch vor zweieinhalb jahren mit twitter und mit den damit einhergegangenen strukturveränderungen gerechnet, einfach auch deshalb, weil die meisten tools selbst reine zufälle waren, deren effekte noch nicht mal die gründer auch nur erahnten. facebook entstand, weil zuckerberg ein fauler hund war und aufgaben crowdsourcen wollte; flickr war ein abfallprodukt eines online-games; die wikipedia entstand, weil aus der eigentlich angedachten nupedia, die von experten geschrieben werden sollte, nix wurde; twitter war als sms-dienst unter freunden gedacht, den die user dann umfunktionalisiert haben und zu dem gemacht haben, was es ist. wir wissen alle nix und selbst wenn man mit einer aussage/prognose zufällig richtig liegt, dann eher deshalb, weil irgendeine aussage immer stimmt, und nicht weil man es wissen konnte.)

((was es glaub ich gibt, ist das verständnis von prinzipien, deshalb sind leute wie kevin kelly, umair haque, clay shirky, bruce sterling immer so spot-on; was uns normalsterblichen bleibt, ist die entwicklung eines mehr oder weniger feinen sensoriums für das wahrnehmen von wellen und strömungen im ozean, in dem wir alle treiben))

hab gestern, durch twitter aufgescheucht, ein paar minuten der beckmann, jauch, schirrmacher runde geschaut, die über die gefahren von computern und web für denken, bildung und volkswirtschaft sinnierten, und während es mit der beschreibung ‘alte säcke die nichts raffen und die nicht raffen, dass sie es nicht raffen’ auch recht zutreffend beschrieben wäre, ist mir witzigerweise auch das erste mal in gewisser klarheit bewusst geworden, warum es die, die es nicht raffen, nicht raffen.

ganz pauschal gesagt sind viele dieser generation vom internet schlicht und einfach überfordert. nicht weil sie zu dumm oder zu begriffsstutzig sind, sondern weil es durch das internet einen exzess der kommunikation gibt, den sie nicht verarbeiten können, mit dem sie nichts anfangen können, den sie nicht einschätzen können.

der grund dafür ist, dass ihnen das organ fehlt, wichtiges von unwichtigem zu unterscheiden.

fast jedes vorgetragene beispiel lässt sich auf diese genuine nicht-unterscheidungsfähigkeit zurückführen, fast jedes vorgetragene problemszenario wäre keines mehr, würde man die unterscheidung treffen.

die kommen alle aus einer welt, in der alles wichtig ist bzw. in der es ein vorgefertigtes ordnungssystem für wichtiges gibt. wer jede email, jeden blogpost, jedes kommentar bei heise, jeden tweet gleich behandelt wie einen liebesbrief, eine rechnung oder einen leitartikel in der faz, der kommt im web nicht weit, weil die sicherungen nach 10 minuten durchbrennen.

das problem dabei ist, dass dann auch alle anschlussüberlegungen falsch sind, weil sie auf einer falschen prämisse basieren, und dass sie nie durch herumexperimentieren adäquat einschätzen können, für was das web gut ist und (fast noch wichtiger) für was nicht. das ist zunächst ein problem für den jeweiligen selbst, ein gesellschaftliches problem wird es allerdings, wenn das meinungsmacher oder politische einflüsterer sind, weil dadurch gesellschaftliche opportunitätskosten angehäuft werden, einerseits indem unfruchtbare praktiken weitergetragen werden, andererseits indem unfruchtbare strukturen etabliert werden. sie meinen es sicher gut, aber sie werden zu verhinderern.

(es gibt im web natürlich eine dialektik der unwichtigkeit, sprich: die grössten glücksgefühle entstehen im einen selbst überraschenden übergang von vermeintlich unwichtigem in persönlich wichtiges, vl. kann man auch lernen oder persönliche entwicklung dazu sagen, das unwichtige ist jedenfalls genauso wichtig wie das wichtige; aber die unterscheidung in wichtiges und unwichtiges muss als primäre unterscheidung zunächst einmal getroffen werden und das organ zur effizienten unterscheidungskraft muss in der folge ausgebildet werden, weil man sich nur dann nicht in dinge verzettelt und verbeisst, die eben unwichtig und also nicht verzettel- und verbeissenswert sind.)

Hab mich, nachdem die API für die Twitter Lists jetzt dokumentiert ist, am Wochenende ein bisschen damit herumgespielt, und man kann doch einiges damit machen. Neben dem expliziten Layer (vor allem natürlich: Twitterer nach Themen sortieren) tun sich vor allem Möglichkeiten auf, einige implizite Schichten herauszuschälen bzw. zu organisieren.

Ich glaube zwar es ist wichtig, trotz aller listgegebenen Segmentierungsmöglichkeiten einen in sich intakten Hauptstrom zu behalten (sprich: nicht hunderten/tausenden zu folgen, um sie dann in listen abzuheften) – die Selektionskosten sind wertvoll, aber es gibt doch einige interessante (und am besten komplementär genossene) List-Paare. Etwa:

twitter lists

Filter nach Volumen

Alle Twitterer sind gleich, aber einige sind fleissiger als andere. Ich habs bei mir mal überflogen: 10% aller Tweeps (bei mir 20) erzeugen die Hälfte aller Tweets. Das ist bei anderen Accounts sicher nicht anders.

Diese Tweets können natürlich genauso super etc. sein, es stellt sich aber die Frage, ob man will, dass wenige den eigenen Strom dominieren, nur weil sie es halt tun. Immerhin verdrängen sie u.U. auch Tweets von denen, die weniger twittern.

Manchen fehlt das Gespür für einen Filter, manche sehen auch einfach nicht, dass Tweets neben dem Nutzen auch Rezeptionskosten verursachen. (Richtwert: mehr als 10.000 Tweets insgesamt, wer noch nicht lange dabei ist: mehr als 100 Tweets in der Woche).

Listen:

  • volume-high für die Vieltwitterer
  • volume-low für alle anderen

Filter nach Nähe

Alle Twitterer sind gleich, aber einige kennt man, oder man hat einen Bezug (liest seit Jahren das Blog etc.), und andere kennt man nicht.

Auch hier gibt es keine direkte Relation zur Superheit der Tweets (eher im gegenteil, lol), diese ergibt sich jedoch durch den Bezug. Anyway, man will eigentlich nicht, dass der Strom aller die Tweets der friends-and-relations verdrängt.

Listen:

  • rabbits-friends-and-relations für die Bezugspersonen
  • rabbits-wood für alle anderen

Filter nach Reziprozität

Alle Twitterer sind gleich, aber manchen folgt man, aber sie folgen einem nicht, und manche folgen einem, aber man folgt ihnen nicht, und manche folgen sich gegenseitig.

Listen:

  • heroes für die, denen man folgt, die nicht zurückfolgen
  • fans für die, die einem folgen, denen man nicht folgt
  • reciprocal-affection für wechselseitiges Verfolge

Ich bin zwar kein Fan vom Auge ums Auge Prinzip (i.e. automatisches reziprokes unfollowen), aber es bietet sich doch an, die heroes Liste sauber zu halten, man sollte wissen warum man denen folgt. Wenn sie sie weder friends-and-relations sind, noch thematisch interessant, und dann auch noch high-volume, dann konsumieren sie Bandbreite, die man anders besser nützen könnte.

Und es bietet sich an, die reciprocal-fans Liste zu scannen, weil man Leute entdecken kann, deren Notification man verpasst hat. Wer einem folgt, muss ja eigentlich interessant sein.

Public Service Announcement

Ich habe Scripts für die Volume- und Reziprozitäts-Listen, kann sie also für beliebige Accounts generieren. Ping me, wenn ihr so eine Liste wollt.

The functional act of constructing a tweet or a status update is very similar. Produce text in roughly 140 characters or less inside a single line text box and click a button. Voila! Even the stream based ways in which the text gets consumed look awfully similar. Yet, the more I talk with people engaged in practices around Twitter and Facebook, the more I’m convinced these two things are not actually the same practice. Why? Audience.

danah boyd über die unterschiede zwischen twitter und facebook, auch über normen, kulturelle praktiken, usw.

stimmt schon alles irgendwie, und sie schält schön heraus, dass ein ding, auch wenn es von aussen gleich ausschaut, jeweils ganz was anderes sein kann, nur macht sie den gleichen fehler wie alle anderen, nämlich alles am mantra konversation mit der ausrichtung auf zuhörerschaft / audience aufzuhängen.

natürlich wird gebabbelt und natürlich gibts zuhörerschaften und natürlich wird jeweils unterschiedlich gebabbelt für jeweils unterschiedliche zuhörerschaften, aber der eigentliche unterschied liegt im grundsätzlichen gewebe von facebook resp. twitter, die beide völlig verschiedene motive der produktion, erwartungshaltungen an die rezeption und serien der anschlusskommunikation haben (privat vs. öffentlich; kommunikation unter freunden vs. information unter interessierten; reterritorialisierung auf dem ursprünglichen thread vs. deterritorialisierung via retweets und den 2000 twitterapps; etc.).

der grund, warum es so schwer zu sein scheint, diese beiden sphären auseinanderzuhalten und nicht konzeptionell zu vermischen, liegt glaub ich an oben erwähntem mantra der konversation bzw. audience. nicht nur rekonzipieren privatpersonen ihre freunde bei facebook als ‘audience’ auf die sie einfluss ausüben wollen, für die sie publishen wollen und anderen blödsinn (der übergang vom auf ein bier gehen zum social networken), auch facebook selbst rekonzipiert sich als twitter.

der twitterneid von facebook ist zwar verständlich – was soll denn das? da sind wir der 350 mio pfund schwere gorilla und dieser makake bekommt die ganze aufmerksamkeit? – aber facebook begibt sich auf ganz dünnes eis. im versuch die streams der user öffentlich zu machen, schaut her, auch bei uns wird ganz toll über produkte und gott und die welt geplaudert, viel mehr noch als bei twitter, das könnte man auch echtzeitmässig aufbereiten, viel besser noch als twitter, unterminiert facebook sukzessive den grundvertrag, den es mit seinen usern eingegangen ist, und dekonstruiert sich selbst.

grr, hab den Geburtstag des MoMB vor zwei Wochen verpasst, ein paar verspätete Charts.

Bonuscharts:

Einer der falschen Grundannahmen ist, Entwicklung automatisch als Progression zu verstehen. Zuerst war Radio, TV und Printjournalismus, dann kamen Podcasts, Vidcasts und Blogs, dann kamen Tumblr, Microblogging und Lifestreaming, dann kam das mobile Realtime Web. Die jeweils letzte Form ist grösser, besser, weiter und löst das bisherige ab.

(in der frühphase ist das phylogenetisch zu verstehen; manchmal braucht es einen psychohygienischen reflex der abgrenzung und selbstwahrnehmung als in-crowd, wenn die anderen medienformen sich dumm stellen und über einen lachen; das macht diese selbstwahrnehmung aber nicht treffender oder schlauer)

Passender wäre zu versuchen, die verschiedenen Ausdrucksformen im jeweiligen Milieu zu verstehen und die Milieuverschiebungen zu beschreiben. Was sind ihre Produktionsbedingungen, was ihre Vernetzungsdynamiken, was ihre Rezeptionsbedingungen, wo haben sie Stärken, für was sind sie eher weniger gut geeignet. Die Ausdifferenzierung erledigt den Rest.

Formen werden seltenst völlig abgelöst. Die Zeitung und der Roman haben auch im Zeitalter von Twitter und dem Handyroman noch ihren Wert, einfach weil sie ein bestimmtes Problem gut lösen. Was sich allerdings verändert, sind die relativen Wettberwerbsvorteile gegenüber den anderen Medien.

Beispiel Blogs: eine der grossen Stärken ist die Anschlusskommunikation. Auch wenn es Feuilletonisten lieber anders sehen, besser als Gedichte schreiben oder Seminararbeiten zu verfassen oder die Demokratie zu verteidigen sind Blogs geeignet, um Themen aufzugreifen und mehr oder weniger annotiert zu diffusieren. Blogs als kommentierendes Nervensystem der News. Doch ein Ding hat sich als wesentlich effektiver für die Verbreitung von News herausgestellt: Twitter. Und auch Dienste wie Tumblr oder Posterous sind besser fürs einfache Sharen geeignet. Für die Entwicklung von Blogs ist das vielleicht gar nicht das Schlechteste, vieles macht unter den Bedingungen von Twitter und Co keinen Sinn, es bleiben aber andere Qualitäten.

screenshot twitter

Darf ich vorstellen: twitter – ein neues Subblog für Twitter-Apps.

Zum kick-off hab ich einmal die 100 populärsten Twitter-Tools nach delicious gepostet, in den nächsten Wochen kommen sicher einige dazu.

subscribe

Natürlich gibt es einen Feed ( http://feeds.feedburner.com/hackr-twitter ), die Einträge werden auch im Masterfeed ( http://feeds.feedburner.com/hackr ) auftauchen.

Auf FriendFeed ( http://friendfeed.com/hackr ) werden sie bald auch gepostet.

sharing

retweet this

Unter jedem Eintrag gibt es (nur in der Einzelartikelansicht, etwa) standesgemäß die Möglichkeit zum Retweeten – das besondere dabei ist, dass neben dem Link zum Eintrag auch ein Direktlink zum jeweiligen Tool generiert wird.

Das schöne am Begriff Social Media ist, dass er nicht falsch verstanden werden kann.

Social Media ist die eingedampfte und von jedem konzeptionellen Überbau befreite Version von Web 2.0. Web 2.0 beschrieb eine sehr spezifische Form der Ausdifferenzierung im System Web; Social Media übernimmt ein Element – es gibt Seiten mit user generated content – und verkauft einige ausgewählte Effekte dieser Tatsache als gelobtes Land. Web 2.0 hat sich für den disruptiven Wert interessiert, den spezifische neue Formationen generierten; Social Media übernimmt die entstandenen Plattformen als leeres Gefäß, macht eine quantitative Bestandsaufnahme und stellt die Frage ‘bist du schon drin?’. Die Zielgruppe von Web 2.0 waren Webmonkeys; die Zielgruppe von Social Media sind Leute und Organisationen, die vom Web keine Ahnung haben. Und während Web 2.0 immer unter der Diskrepanz zwischen dem, was es eigentlich bedeutet, und dem, wie es ankam, zu leiden hatte, liefert Social Media zwar nur wenig diskursiven Unterscheidungswert, ist deshalb aber auch kaum misszuverstehen.

Alle sind auf dem gleichen Blatt und der kognitive Overhead des Interpretationsaufwands für Aussagen fällt weg. Wenn wer von Social Media faselt, muss man als Zuhörer nicht mehr die zwangsemphatische Maschine anwerfen, die versucht zu rekonstruieren, wie derjenige gestrickt sein muss, damit er die jeweilige Aussage treffen kann.

Das bedeutet natürlich nicht, dass Social Media völlig sinnlos ist. Die Sphären Web und Nichtweb haben Synchronisierungsbedarf und Social Media ist verständlich und kann vermitteln, während sich Web 2.0 retrospektiv als völlig unverständlich und unvermittelbar erwiesen hat. Das bedeutet aber natürlich auch nicht, dass die auf Basis von Social Media getriggerte Anschlusskommunikation deshalb fruchtbarer ist, ganz im Gegenteil. Begrifflichkeiten helfen bei systemischen Ausdifferenzierungen und schwächere Begriffe machen bestimmte Phänomene nicht greifbar und triggern bestimmte Entwicklungen nicht (siehe dazu exciting commerce).

(es entbehrt ja nicht einer gewissen ironie, dass die deutsche verdünnung von web 2.0 zum mitmachweb schon 2006 social media mehr oder weniger vorweggenommen hat und also der welt zwei jahre voraus war. der einzige unterschied ist, dass der deutsche blick damals vornehmlich aus dem (wenig fruchtbaren) blickwinkel des andere-arbeiten-lassen getroffen wurde, social media aber den (fruchtbareren) blickwinkel der konversation einnimmt. das mantra konversation ist natürlich noch viel problematischer als social media, aber das ist eine andere geschichte)

Andreas Göldi ist manchmal irgendwie echt ein Anti-Haque, dachte ich in meinem Ohrensessel, als ich Smart Bundling: Was die Medienkonzerne von Microsoft lernen können las.

(nach einem crashkurs in preisdifferenzierung empfiehlt er medienkonzernen das schnüren von attraktiveren bündeln für ihre angebote; ich glaub zwar, dass das in einigen bereichen eine inkrementelle verbesserung der situation bewirken könnte, aber der ansatz an sich ist zum scheitern verurteilt, weil er sich gegen die logik des web sperrt. bündeln (die organisation aller prozesse die am ende eine zeitung, die man dann verkaufen kann, ausspucken etc.) ist ja genau die kernkompetenz der traditionellen medienkonzerne, die dann vom web untergraben wurde. das unbundling und dekonstruieren von allem in seine atomaren einzelteile mit anschliessendem, eigenen gesetzen folgenden rebundling und rekonstruieren in neue formationen und rekombinationen (memetracker, smart aggregators, usw.) ist genau die kraft, gegen die kein kontrollkraut gewachsen ist. ein ein bisschen smarteres bundlen bringt da nix, sie müssten sich eher überlegen, wie sie ihre produkte besser mit der funktionslogik des web verknüpfen. aber genau das erfordert eine moral/dna, die sie wie den beelzebub meiden, weil sie nicht mehr ausschliesslich auf sich und die sicherung ihrer interessen denken dürften. je mehr sie aber mauern, desto effizienter werden die antikörper in form von google, twitter und co.)

screenshot chronicle

Darf ich vorstellen: chronicle – eine neue Sektion mit News von Startups kompiliert aus deren Company-Blogs. Eine Art Ergänzung zu news und shared.

schichten

nettes Diagramm zur Geologie der Medien von baekdal

(via rubel der mit seiner ankündigung sich fortan dem lifestream zu widmen und sein blog blog sein zu lassen einiges an sinnstiftungssuche ausgelöst hat, etwa #1 oder #2 oder #3 oder #4 oder #5 und viele mehr)

((anders als andere solche debatten und sinnsuchen ist diese gar nicht so uninteressant, der übergang von der formation blog mit den damit verbundenen produktions-, distributions- und rezeptionshaushalten zur formation stream mit den gänzlich anderen produktions-, distributions- und rezeptionshaushalten ist derzeit die primäre verschiebung; sie leidet aber darunter, dass die achse ganz altbacken in einem vermeintlichen vorne und/oder weiter und nicht im jeweiligen wert gesucht wird. den ersten begriff, den man kicken müsste, ist der early adopter, der ist im web sinnlos, weil damit weder kosten noch eine individuelle leistung verbunden ist))

hackr chat

neu und famos: der hackr chat (via friendfeed)

(ist wahrscheinlich eine blöde idee, anyhoo; btw: einerseits muss man dafür bei friendfeed sein, andererseits will ich friendfeed damit nicht zumüllen, falls das gelegentlich nach oben bubbelt; bei nichtinteresse einfach mit ‘hide’ verstecken)

(idee von hier via)

Nachtrag zu Tratschtanten : dominik hat zu Recht angemerkt, dass der Zeitraum berücksichtigt werden muss. Interessanterweise sind es mehr oder weniger die gleichen Twitteure, allerdings wirkt das noise level doch deutlich handlebarer.

  1. paulinepauline (23 t/t)
  2. Jay16K (21 t/t)
  3. Nico (21 t/t)
  4. kosmar (16 t/t)
  5. signifikanten (16 t/t)
  6. textundblog (15 t/t)
  7. mic2007 (14 t/t)
  8. CemB (12 t/t)
  9. thombl (12 t/t)
  10. Ute (12 t/t)
  11. mspro (12 t/t)
  12. linzerschnitte (11 t/t)
  13. bobbes (11 t/t)
  14. RobGreen (10 t/t)
  15. Filterraum (10 t/t)
  16. igorschwarzmann (10 t/t)
  17. gigold (9 t/t)
  18. kigo (9 t/t)
  19. presseschauer (9 t/t)
  20. assbach (9 t/t)

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