Nützliche Unterscheidungen pt. 57 (The Scientific Edition)
Eine weitere pragmatisch sehr nützliche Unterscheidung ist die Unterscheidung ob es notwendig ist ob eine Aussage ‘wissenschaftlich’ richtig ist oder nicht (und egal ob oder ob nicht, was das dann jeweils im anschluss bedeutet oder nicht, ob es was hilft oder nicht usw.)
(etwas umformuliert: wisschenschaftlich richtige aussagen können für empfehlungen völlig wertlos sein, wenn sie nicht praktikabel sind, gleichzeitig können techniken die auf wissenschaftlich falschen annahmen beruhen wunderbare ergebnisse liefern, vor allem wenn ihre art der falschheit ‘orthogonal’ zur wissenschaft sind und sie gleichzeitig indirekt wirksame praktiken ermöglichen)
(abt: draw the distinction!)
Nützliche Unterscheidungen pt. 56 (The Invariant Edition)
Eine weitere zumindest pragmatisch sehr nützliche Unterscheidung ist die Unterscheidung ob etwas im Zuge der Digitalisierung/Vernetzung/Sozialisierung/Rekalibrierung/whatever konstant bleibt oder nicht bzw. konzentrierter gefragt: was?
(es ist übrigens nicht immer das, was man vermuten würde)
(abt: draw the distinction!)
Obsidian

^ kl. nachtrag zu 1270475641188745217 : obsidian hat sich in den letzten drei wochen in meiner toolbox ein platzerl gesichert, das passiert ja mittlerweile nicht mehr sehr oft, insofern ein kleiner nod auch an dieser stelle.
(entstanden ist es ja im zuge der welle an knowledge-tools nach notion und roam, ich verwende es aber eig. nur als editor für docs, die sich leicht informell via #hashtags und [[wikilinks]] verlinken lassen, und dafür ist es wirklich super, weil es einerseits alles an seinem platz lässt und unaufgefordert schluckt was man dazukopiert resp. droppt was man löscht, weil es andererseits optisch ohnehin schon hübsch via css auch noch beliebig personalisiert werden kann)
Hey

^ aus den abt. untested aber super und devoha: hey von 37signals/basecamp.
(nix für mich, aber es ist nett, dass es sie noch gibt, dass sie einen eigensinn bewahrt haben, dass sie ihre ästhetik evolved aber treu geblieben sind und dass sie tatsächlich ein paar gute ideen für das format email hatten)
Zwei Pole

^ endlich die pole to pole badge für 20.003 gegangene kilometer bei fitbit.
FYI 117
fyi: corona ist der zweite echte intelligenztest für unsere gesellschaften.
(siehe FYI 005 für den ersten)
signing up 13

heute vor dreizehn jahren: 11746761
just setting up my twttr 14

Huch, vor 14 Jahren wurde der erste Tweet abgesetzt.
(siehe just setting up my twttr 13, just setting up my twttr 12, just setting up my twttr 11, just setting up my twttr 10, just setting up my twttr 9, just setting up my twttr 8, t7, just setting up my twttr 6, just setting up my twttr 5, just setting up my twttr 4, just setting up my twttr, 2 jahre twitter und immr)
Rivvvvvvvvvvvvva

^ 2007

^ 2020
kleines update zu Rivva : Rivva wird heute dreizehn Jahre alt.
Happy Leap Day

^ devoha der leap day doodle.
Die Zeitgenossen der Gesellschaft Pt. 44: Das Millenial
Das Millenial (m/f) ist ein jüngerer, in letzter Zeit eig. überall zu sehender, schon in die Jahre gekommener Zeitgenosse, der sich dadurch auszeichnet, dass er die Welt primär als Zeichensystem erfasst.
(das ist eine etwas idiosynkratische konzeption der millenials, die ja üblicherweise eher über den jahrgang und bestimmte kulturelle charakteristika und technopolitische umstände verstanden werden, aber es ist vl. die wesentliche neue qualität, die sie von gen x’ern, ok boomern, etc. genuin unterscheidet. ich beobachte das natürlich nur lateral, aber zwei phänomene schimmern doch recht deutlich: einerseits eine ‘intensive’ wirkung nach innen, bei der (pop)kulturelle produkte (bücher, tv serien, spiele, mode, gadgets, etc.) immer komplexere (aber gleichzeitig einfache, weil bestimmbare) systeme von attributen, regeln und (fort)schritten entwickeln, was sich etwa auch in den buchserien, über mehrere seasons laufende fernsehserien, den seasons in spielen, etc. wiederspiegelt, andererseits eine ‘extensive’ wirkung nach aussen, bei der imaginiert wird, dass die benennung im system selbst schon einer aussenwirkung entspricht. ganz witzig jedenfalls, dass die bedingungen des webs als erstes eine phase des angewandten strukturalismus getriggert hat)
Konzept des Tages: Der Fad
Most new things in technology turn out to be fads: patterns of talking and doing that come and go without leaving a permanent mark.
How Big Technical Changes Happen at Slack
(der fad ist deshalb recht nützlich, weil er eine vglw. neutrale bezeichnung für einen umstand ist, der gleichzeitig sowohl unbestreitbar als auch unerträglich ist. als konzept halt der fad gwm. die zukunft in die gegenwart)
The Decade In Review (2010s Edition) Pt. 5

^ audrey watters mit einer wirklich guten liste (und einem guten begleitenden take) der 100 größten debakel im bereich ed-tech
Apple Rev 2015-19

^ random abfallchart, aber weil apple vor kurzem die quartalszahlen veröffentlicht hat und ich da ein google sheet immer brav aktualisiere, ich weiss gar nicht mehr warum, ich fand jedenfalls ganz interessant, dass sich die für ein kalenderjahr aggregierten revenues von apple in den letzten 5 jahren eig. kaum verändert haben, iphone, ipad und mac tuckeln egal was dahin usw.

bonuslink: auch google hat das getan, diesmal haben sie anscheinend das erste mal die zahlen für youtube und ihre cloud ausgewiesen: exhibit 99.1 (pdf).
Lazy Blog Ep. 73
(blogpost ausnahmsweise mal über kein dilemma, sondern über den umstand, dass es vl. doch gar nicht schlecht wäre, wenn alle programmieren lernen würden)
((wenn man der sache nachgeht würde man vermutlich herausfinden, dass der wert weniger in dem besteht, was bei diesen etwa biennalen wellen an forderungen von politikern, consultants oder zukunftsforschern herbeivermutet wird, das ist ziemlicher quatsch, was aber nicht bedeutet, dass es nicht andere nützlichkeiten haben könnte. nur ein paar ideen: programmiersprachen als kontemporäre philosophien, die alle ihre eigen- und nützlichkeiten und plätzchen im technosozialen gefüge haben; computation als gesellschaftliches spiegelstadium, in dem wir das erste mal gezwungen sind uns selbst sehen zu können; usw.))
((bonuspunkte wie immer für konkrete demographische, soziologische und semiotische beschreibungen und sternchen für eine umfassende typologie))
The Year In Review (2019 Edition) Pt. 9

^ das Jahr in Apple
Nützliche Unterscheidungen pt. 55 (The Affect Edition)
Eine weitere zumindest pragmatisch sehr nützliche Unterscheidung ist die Unterscheidung ob etwas einen persönlich tangiert oder nicht.
(eine ganz andere frage ist, was das bedeutet resp. welche konsequenzen man daraus zieht, und machen wir uns nichts vor, so souverän wie katzen werden wir nie sein, aber ab und an würde es das leben doch einfacher/leichter/besser/schöner machen, wenn man das als kriterium zumindest im hinterkopf behalten würde)
(abt: draw the distinction!)
The Year In Review (2019 Edition) Pt. 8

^ das Jahr in Google
Leftovers 2019 (Private Edition)
auch keinen zentimeter weitergekommen sind wir 2019 jedenfalls im feld ‘privacy’. eher im gegenteil, die debatten werden immer dämlicher, die beteiligten immer hysterischer, die praktiken immer schamloser, die wahrnehmung immer hilfloser.
(das wirkt auf den ersten impuls hin doch zumindest seltsam, zumal ein guter teil der damit verbunden problematisierungen kein problem im nützlich unterschiedenen sinn sind, also leicht mit etwas wissen und technik selbst behandelt werden könnten, aber erklärt sich dann doch recht leicht damit, dass keiner der beteiligten parteien das ‘problem’ privacy lösen will, sondern darin vielmehr das ideale mittel erkennt, eigene interessen durchzusetzen, alle dabei natürlich mit völlig gegensätzlichen motivationen und zugkräften, die sich aber nicht gegenseitig neutralisieren, sondern immer mehr aufstacheln. die einzigen, die dabei gwm. ehrlich und also am leichtesten auszuhalten sind, sind ausgerechnet die datenschützer. deren interventionen sind pragmatisch oft völlig sinnlos, aber sie wissen das auch selbst, sie folgen nur anweisungen)
Leftovers 2019 (Perspective Edition)
auch nicht weitergekommen sind wir 2019 jedenfalls dabei, auch nur ansatzweise ein gewisses gefühl für unsere neuen ‘perspektiven’ zu entwickeln, die sich unter den bedingungen vom internet und den sich darin tummelnden plattformen und technologien ergeben.
(unreflektierte perspektiven waren und sind natürlich immer schon das grundproblem von so ziemlich jedem unnötigen problem, ich glaub das ist noch nicht einmal eine übertreibung, und das kann man sich auch nicht schnell mal wegwünschen, aber im und mit dem internet hat das als trigger/katalysator/verstärker/resonator/etc. von eig. leicht vermeidbaren dummheiten wie vieles andere auch doch eine neue qualität und quantität bekommen)