The Favrd Situation
schöne überlegungen von venomous porridge, getriggert durch das ende von favrd :
When something has a real scarcity, you value it more when you have less of it. But for a currency without scarcity, like Twitter stars, the function is inverted: the more you spend, the less it’s worth to others. In particular, the less yours is worth, since this currency comes with a name attached.
…
Simply put, I think what happened to Favrd was that a new crop of users appeared who didn’t know how to value the currency, and thus they inadvertently devalued it.
(ich kenne kein tool, das diesen umstand der devaluierung auf per user basis algorithmisch berücksichtigt)
The Year In Review (2009 Edition) Pt. 1

Rivva’s Retrospektive 2009
(siehe The Year In Review 2008 Edition Pt. 1)
Kritische Jubelperser
The reason a person is critical of a thing is because he is passionate about that thing. In order to have a critical opinion, you have to love something enough to understand it, and then love it so much more that you want it to be better. Passion breeds critical thinking.
Schöner Artikel zu den Unterschieden von Kritik und Negativität von Alex Payne: Criticism, Cheerleading, and Negativity
(in deutschland ist es gefühlsmässig ein bisschen anders, hier wird skeptisch als positiv konnotiertes kritisch wahrgenommen und eigentliches kritisch als negativ und cheerleading wird von den einen noch positiver konnotiert, weil endlich mal nicht kritisch und von den anderen als noch negativer weil gänzlich unskeptisch, das grundmuster ist aber das gleiche)
Google Updates

well, nach yahoo (teilweise) und bing (teilweise) hat jetzt auch Google (teilweise) den Twitterstrom integriert, neben Twitter übrigens auch noch Facebook, MySpace, FriendFeed, Jaiku und Identi.ca.
we’re introducing new features that bring your search results to life with a dynamic stream of real-time content from across the web. Now, immediately after conducting a search, you can see live updates from people on popular sites like Twitter and FriendFeed, as well as headlines from news and blog posts published just seconds before. When they are relevant, we’ll rank these latest results to show the freshest information right on the search results page.
(neben dem eher irritierenden hineingemische in die normalen serps kann man die ergebnisse auch in den options aktivieren (show options – updates) und dann nach beliebigem suchen, startpunkt etwa google)
Noch mehr Suchen des Jahres (2009 Edition)
Pt. 3: Bing
- Michael Jackson
- Swine Flu
- Stock Market
- Farrah Fawcett
- Patrick Swayze
- Cash for Clunkers
- Jon and Kate Gosselin
- Billy Mays
- Jaycee Dugard
Mehr Suchen des Jahres (2009 Edition)
Pt. 2: Google
Google.com – Fastest Rising
- michael jackson
- hulu
- hi5
- glee
- paranormal activity
- natasha richardson
- farrah fawcett
- lady gaga
de
- youtube
- ebay
- wetter
- hamburg
- gmx
- web.de
- wikipedia
- video
(viele mehr)
(siehe Mehr Suchen des Jahres 2008 Edition und Noch mehr Suchen des Jahres)
Suchen des Jahres (2009 Edition)
Pt. 1: Yahoo
- Michael Jackson
- Twilight
- WWE
- Megan Fox
- Britney Spears
- Naruto
- American Idol
- Kim Kardashian
- NASCAR
- RuneScape
(siehe Suchen des Jahres 2008 Edition und Suchen des Jahres)
Desperate Housewives
highly recommended: Arianna Huffingtons Pamphlet zur Selbst- und Welteinschätzungskrise der Medien – etwas lang, aber ein mehr oder weniger vollständiger Rundown über fast alle damit verbundenen Thesen und durchaus auch mit Emphase für die Position der MSM (die unfruchtbarkeit des us vs. them, kritik an den immer abwegiger werdenden metaphern, die zu immer abwegigererem denken führt, das paradox mit dem geschäftsmodell die wall st. zufrieden stellen zu müssen und mit den abgeleiteten aktivitäten genau gegen alles zu arbeiten, was sie sich auf die fähnchen stecken, eine relativierung der aktuell ausgemachten feindbilder (google, aggregatoren), die lächerlich im vergleich zum gesamten shift sind, zum irrglauben von exklusivität, zum versagen bei den wichtigsten stories (irak, finanzkrise), zum social turn von news an sich usw.)
Ether
(devoha: Google übernimmt EtherPad und will es als Borg in Google Wave absorbieren, gefühltes halb-Twitter ruft faul und einen Tag später schwenken sie um, lassen EtherPad als eigenständiges Produkt am Leben und werden es samt AppJet open sourcen.)
((marshallk hat das muster schön beschrieben, zwar vor dem happy end aber trotzdem trefflich))
Standardsituationen
Netter Text zu den Standardsituationen der Technologiekritik [war http://www.online-merkur.de/seiten/lp200912adz.htm] von Kathrin Passig, eine Art Systematisierung der Reflexe auf Neues, zuletzt also auch auf iPhone, Twitter und Co (was natürlich auf twitter zu einem sturm an über sich selbst gerührten schulterklopfern führte; aber schaut als kleines weekend project mal nach, wann ihr aufgehört habt, twitter und hype in einem satz zu verwenden oder als dingsbums für early adopters abzutun).
(die auflistung von offensichtlichen dummheiten von anderen aus einer position des im nachhinein ist natürlich immer amüsant. was mich ein bisschen stört, ist der fokus auf die luddistischen neinsager, weil er impliziert, als hätte man es immer schon gewusst. für jeden neinsager gab es zu jedem zeitpunkt immer auch einen jasager, dessen utopien im nachhinein genauso lächerlich wirken. gerade im und um das internet lagen eigentlich alle schon immer falsch, man braucht nur an die metaphern und visionen von vor 15 jahren denken. niemand hat vor 10 jahren mit wikipedia, google oder blogs, vor fünf jahren mit facebook, youtube oder flickr, noch vor zweieinhalb jahren mit twitter und mit den damit einhergegangenen strukturveränderungen gerechnet, einfach auch deshalb, weil die meisten tools selbst reine zufälle waren, deren effekte noch nicht mal die gründer auch nur erahnten. facebook entstand, weil zuckerberg ein fauler hund war und aufgaben crowdsourcen wollte; flickr war ein abfallprodukt eines online-games; die wikipedia entstand, weil aus der eigentlich angedachten nupedia, die von experten geschrieben werden sollte, nix wurde; twitter war als sms-dienst unter freunden gedacht, den die user dann umfunktionalisiert haben und zu dem gemacht haben, was es ist. wir wissen alle nix und selbst wenn man mit einer aussage/prognose zufällig richtig liegt, dann eher deshalb, weil irgendeine aussage immer stimmt, und nicht weil man es wissen konnte.)
((was es glaub ich gibt, ist das verständnis von prinzipien, deshalb sind leute wie kevin kelly, umair haque, clay shirky, bruce sterling immer so spot-on; was uns normalsterblichen bleibt, ist die entwicklung eines mehr oder weniger feinen sensoriums für das wahrnehmen von wellen und strömungen im ozean, in dem wir alle treiben))
supernova.tv


Wieder einmal (siehe wildciety.tv) ein Benchmark zwischen dem Livestream der Supernova (152 Zuschauer) und dem Wasserloch im südafrikanischen Busch (60 Zuschauer).
(die supernova wird übrigens archiviert: day 1, day 2)
Scroll Keys
apropos scrollen, live.hackr kann jetzt auch mit den keyboard-shortcuts j und k durchzappt werden (j = nächster artikel, k = voriger artikel).
update: hab ich wieder entfernt, weil es zu wartungsaufwändig war.
Scroll Clock

lovely scroll clock
Dear Geniuses
The problem isn’t that Google’s being an evil monopolist. It’s that you used to be evil monopolists, and failed to invest in the quality of production.
The Anti-Google Counter-Revolution
beckmann, jauch, schirrmacher
hab gestern, durch twitter aufgescheucht, ein paar minuten der beckmann, jauch, schirrmacher runde geschaut, die über die gefahren von computern und web für denken, bildung und volkswirtschaft sinnierten, und während es mit der beschreibung ‘ältere herren, die nichts raffen und die nicht raffen, dass sie es nicht raffen’ auch recht zutreffend beschrieben wäre, ist mir witzigerweise auch das erste mal in gewisser klarheit bewusst geworden, warum es die, die es nicht raffen, nicht raffen.
ganz pauschal gesagt sind viele dieser generation vom internet schlicht und einfach überfordert. nicht weil sie zu dumm oder zu begriffsstutzig sind, sondern weil es durch das internet einen exzess der kommunikation gibt, den sie nicht verarbeiten können, mit dem sie nichts anfangen können, den sie nicht einschätzen können.
der grund dafür ist, dass ihnen das organ fehlt, wichtiges von unwichtigem zu unterscheiden.
fast jedes vorgetragene beispiel lässt sich auf diese genuine nicht-unterscheidungsfähigkeit zurückführen, fast jedes vorgetragene problemszenario wäre keines mehr, würde man die unterscheidung treffen.
die kommen alle aus einer welt, in der alles wichtig ist bzw. in der es ein vorgefertigtes ordnungssystem für wichtiges gibt. wer jede email, jeden blogpost, jedes kommentar bei heise, jeden tweet gleich behandelt wie einen liebesbrief, eine rechnung oder einen leitartikel in der faz, der kommt im web nicht weit, weil die sicherungen nach 10 minuten durchbrennen.
das problem dabei ist, dass dann auch alle anschlussüberlegungen falsch sind, weil sie auf einer falschen prämisse basieren, und dass sie nie durch herumexperimentieren adäquat einschätzen können, für was das web gut ist und (fast noch wichtiger) für was nicht. das ist zunächst ein problem für den jeweiligen selbst, ein gesellschaftliches problem wird es allerdings, wenn das meinungsmacher oder politische einflüsterer sind, weil dadurch gesellschaftliche opportunitätskosten angehäuft werden, einerseits indem unfruchtbare praktiken weitergetragen werden, andererseits indem unfruchtbare strukturen etabliert werden. sie meinen es sicher gut, aber sie werden zu verhinderern.
(es gibt im web natürlich eine dialektik der unwichtigkeit, sprich: die grössten glücksgefühle entstehen im einen selbst überraschenden übergang von vermeintlich unwichtigem in persönlich wichtiges, vl. kann man auch lernen oder persönliche entwicklung dazu sagen, das unwichtige ist jedenfalls genauso wichtig wie das wichtige; aber die unterscheidung in wichtiges und unwichtiges muss als primäre unterscheidung zunächst einmal getroffen werden und das organ zur effizienten unterscheidungskraft muss in der folge ausgebildet werden, weil man sich nur dann nicht in dinge verzettelt und verbeisst, die eben unwichtig und also nicht verzettel- und verbeissenswert sind.)
Liebe ist

Irgendwie symptomatisch ^ die Google suggests für ‘newspapers are’ (via)
(mir pers. ist das zwar mehr oder weniger egal, die deutschen verlage haben es in den letzten vier jahren geschafft, ein gefühl des respekts in ein gefühl der uninteressierten verachtung zu verwandeln, aber ein satz zum leistungsschutzrecht: auf was das raufläuft ist glaub ich klar, auch wenn das wie noch unklar ist, aber auch nicht klar sein muss:
das leistungsschutzrecht schützt nichts schützenwertes, was nicht ohnehin schon durch das urheberrecht geschützt ist. mit dem leistungsschutzrecht soll einfach ein anspruch der verlage gesetzlich festgeschrieben werden, der, nachdem er dann festgeschrieben ist, zu einer serie an forderungen führen wird, die diesen anspruch dann auch durchsetzen sollen, weil was nützt ein gesetzlich festgeschriebener anspruch, wenn er nicht durchgesetzt oder leicht durchsetzbar ist. das leistungsschutzrecht soll eine card blanche werden für allen möglichen blödsinn und vor allem für eine völlige unverhältnismässigkeit der dann zum einsatz kommenden mittel.)
Lists (Transformers Edition)
Hab mich, nachdem die API für die Twitter Lists jetzt dokumentiert ist, am Wochenende ein bisschen damit herumgespielt, und man kann doch einiges damit machen. Neben dem expliziten Layer (vor allem natürlich: Twitterer nach Themen sortieren) tun sich vor allem Möglichkeiten auf, einige implizite Schichten herauszuschälen bzw. zu organisieren.
Ich glaube zwar es ist wichtig, trotz aller listgegebenen Segmentierungsmöglichkeiten einen in sich intakten Hauptstrom zu behalten (sprich: nicht hunderten/tausenden zu folgen, um sie dann in listen abzuheften) – die Selektionskosten sind wertvoll, aber es gibt doch einige interessante (und am besten komplementär genossene) List-Paare. Etwa:

Filter nach Volumen
Alle Twitterer sind gleich, aber einige sind fleissiger als andere. Ich habs bei mir mal überflogen: 10% aller Tweeps (bei mir 20) erzeugen die Hälfte aller Tweets. Das ist bei anderen Accounts sicher nicht anders.
Diese Tweets können natürlich genauso super etc. sein, es stellt sich aber die Frage, ob man will, dass wenige den eigenen Strom dominieren, nur weil sie es halt tun. Immerhin verdrängen sie u.U. auch Tweets von denen, die weniger twittern.
Manchen fehlt das Gespür für einen Filter, manche sehen auch einfach nicht, dass Tweets neben dem Nutzen auch Rezeptionskosten verursachen. (Richtwert: mehr als 10.000 Tweets insgesamt, wer noch nicht lange dabei ist: mehr als 100 Tweets in der Woche).
Listen:
- volume-high für die Vieltwitterer
- volume-low für alle anderen
Filter nach Nähe
Alle Twitterer sind gleich, aber einige kennt man, oder man hat einen Bezug (liest seit Jahren das Blog etc.), und andere kennt man nicht.
Auch hier gibt es keine direkte Relation zur Superheit der Tweets (eher im gegenteil, lol), diese ergibt sich jedoch durch den Bezug. Anyway, man will eigentlich nicht, dass der Strom aller die Tweets der friends-and-relations verdrängt.
Listen:
- rabbits-friends-and-relations für die Bezugspersonen
- rabbits-wood für alle anderen
Filter nach Reziprozität
Alle Twitterer sind gleich, aber manchen folgt man, aber sie folgen einem nicht, und manche folgen einem, aber man folgt ihnen nicht, und manche folgen sich gegenseitig.
Listen:
- heroes für die, denen man folgt, die nicht zurückfolgen
- fans für die, die einem folgen, denen man nicht folgt
- reciprocal-affection für wechselseitiges Verfolge
Ich bin zwar kein Fan vom Auge ums Auge Prinzip (i.e. automatisches reziprokes unfollowen), aber es bietet sich doch an, die heroes Liste sauber zu halten, man sollte wissen warum man denen folgt. Wenn sie sie weder friends-and-relations sind, noch thematisch interessant, und dann auch noch high-volume, dann konsumieren sie Bandbreite, die man anders besser nützen könnte.
Und es bietet sich an, die reciprocal-fans Liste zu scannen, weil man Leute entdecken kann, deren Notification man verpasst hat. Wer einem folgt, muss ja eigentlich interessant sein.
Public Service Announcement
Ich habe Scripts für die Volume- und Reziprozitäts-Listen, kann sie also für beliebige Accounts generieren. Ping me, wenn ihr so eine Liste wollt.
MC Hammer
When the market changes, you may be seeing all the new opportunities and problems the wrong way because of the solutions you’re used to. The reason so many organizations have trouble using social media is that they are using precisely the wrong hammer. And odds are, they will continue to do so until their organization fails. PR firms try to use the new tools to send press releases, because, you guessed it, that’s their hammer.
time-worn steps
Toxicity. Wall Street’s subprime crisis was built on toxic financial instruments. The mediascape’s subprime crisis is being built on toxic communications.
…
Umair Haque extrahiert die Parallelen zwischen der Finanzkrise und der Krise der Medien.
Wetterfrösche
This sense of the cloud emerges when the number of things in front of us are too many to count. The things vaporize and form clouds. Here we move up the stack and relate to patterns instead of individual things. … But even before we begin to see patterns, we intuit the disposition of the cloud. We sense its energy, speed and direction; its density, the quality of its make up.
The Disposition of the Information Cloud