ReQuoting pt. 83 (The Pain of the Archivist Edition)
There’s no memory at Twitter: everything is fleeting. Though that concept may seem daunting to some (archivists, I feel your pain), it also means the content in my feed is an endless stream of new information, either comments on what is happening right now or thoughts about the future.
Matt Haughey via Kottke
Ho Ho Gif

^ hübsche animierte christmas gifs (via)
zensunday #2

The Infinity of Communities
I do not want to belong to any community that would accept me as a member.
- g. marx
(note to self: groucho marx öfter zitieren)
so, nachdem es die gplus’schen communites schon zwei tage gibt, kann man schon ein endgültiges urteil fällen? jedenfalls ein paar lose anmerkungen:
(a) communities waren auf jeden fall, egal wie man dann die realisierung einschätzt, nötig. hier biss google das tollpatschige soziale design der circles in den arsch – siehe Im Namen des Kreises und Der Kreis der Gesellschaft das soziale design der kreise ist zwar patschert, hat aber den funken einer nicht uninteressanten phantastischen qualität (im sinne von todorov/polanski als riss in der realität / unsicherheit, ob man selbst oder die welt verrückt ist, man denke an repulsion, rosemary’s baby, usw.). was man sieht ist zwar für einen selbst selbstevident, korrespondiert aber mit keiner intersubjektiv teilbaren realität
– und sie mussten irgendwas für thematische diskussionen in gruppen machen.
(b) communities könnten auf jeden fall, egal wie man die realisierung konkret einschätzt und bewertet, für viele use cases funktionieren. im kleinen (zwei, drei leute unter sich) wie im mittleren (squirrels) und grossen (cats). das ist gar keine frage, das ist ein emergentes potential, wenn man menschen die grundsätzliche möglichkeit dazu gibt und man ausreichend durchlauf generiert, und das scheint g+ ja mittlerweile zu offerieren. gleichzeitig wirken auf die verschiedenen community-typen dann verschiedene kräfte ein (zu wenig engagement und es trocknet aus, zu viel engagement und es ist too much, grössere ziehen social spam an und werden infoökonomisch teuer, etctrara) die die jeweilige dynamik zwischen entwicklung und lebendigkeit und qualität beeinflussen, aber das ist eh klar und wir kennen auch die grundsätzlichen typen und die historischen verlaufskurven dafür, wobei ich kleinere überraschungen sogar vermute, weil G+ natürlich eben eine andere grundumwelt bietet als damals friendfeed (das noch immer unheimlich ähnlich wirkt und eben schon damals deutlich bessere pro-features wie smart filter und facettierter suche, auch für gruppen, hatte), oder dedizierte community-plattformen wie mixxt, oder seiten mit thematischen communities wie reddit, oder communities für spezifische aktivitäten (etwa q/a) wie quora, oder pre-community portale wie foren, etctrara. google wirft hier zwar nix konzeptionell interessantes in den mix, aber eben sich selbst als schon existierenden durchlauferhitzer, und das kann eben auch neuartigere erscheinungen triggern. dass vieles nicht funktionieren wird ist eh klar, interessanter wird hier sein, was funktioniert.
© ich hab noch überhaupt keine intuition dafür, wie sich der ‘besitz’ von communities auswirken könnte. derzeit findet ja gerade der landrush um die 1000 grundthemen statt und üblicherweise hat der erste da einen grossen startvorteil, aber ist das ein hinreichend sinnvolles kriterium? wie gesagt, kein gefühl und irgendwie müssen sie ja entstehen. ich kann mir aber vorstellen, dass das nicht ideal ist.
(d) G+ wird langsam unübersichtlich. das zusammenführen von verschiedensten dingen zu einer zentralen stelle hat zwar auch seine vorteile, aber G+ beginnt sich vor ort zu zerfasern, bevor es eine echte identität entwickelt hat (das ist der grosse unterschied zu facebook. facebook fasert zwar auch, aber die essenz von facebook ist jedem und facebook selbst klar). aber was ist G+? home stream, circles und particularstreams, games, photos, local, pages, hangouts, events, jetzt communities, alles sehr postmodern eierlegend um ein undefiniertes macguffin herum.
Lost Tweets 57
(kleiner schautipp: brian solis bei der leweb. ich vergesse den immer, aber der ist nicht schlecht)
privacy-enhanced mode

^ oh, youtube kann jetzt auch privacy-enhanced eingebettet werden, zumindest bis zum starten des videos werden dann keine cookies gesetzt.
Communities Plus

^ nach ca. 1,5 jahren ist google endlich draufgekommen, dass sendecircles und empfangcircles nix miteinander zu tun haben, und startet eine art communities fürs gemeinsame plussen.
Internet. Segen oder Fluch: Segen oder Fluch?
kleiner nachtrag zu Lost Tweets 56 : hab es tatsächlich back to back gelesen, ein paar schnelle anmerkungen (ein bisschen für ml ): hmm, dunno, bin etwas gespalten:
der segen
- ISoF ist tatsächlich ganz wunderbar geschrieben, stilistisch, vom pacing, von der dramaturgischen struktur her gelungen, sogar die witze sind gut und gut getimed, allein dafür gibts von mir eine uneingeschränkte leseempfehlung.
- einige themen (etwa regulierungsbeschwerden und zuckerbergs brille) sind wirklich gut abgehandelt.
- einige passagen enthalten echte einsichten und halten einer eigenen ignoranz oder indifferenz einen behutsamen und vl. also auch akzeptierbaren spiegel vor.
der fluch
- mir fehlt der knochen. die ersten sechs kapitel werden fast vollständig zur absicherung der eigenen beobachterposition verbraucht, indem ein natürlich für sich schon wieder beachtlicher aufmarsch an optimistischen und pessimistischen aussagen aus der gesamten übermittelten menschheitsgeschichte relativ unbewertet dargelegt und in jedem kapitel mit einer unterschiedlichen wissenschaftlichen disziplin (1: psychologisch/erkenntnistheoretisch, 2: linguistisch, 3: historisch, 4: ethisch, 5: ?, 6: soziologisch) rudimentär kontextualisiert und/oder leicht ironisiert werden. und irgendwie hab ich vermutet, dass sie damit ein bisschen sachliche autorität etablieren wollen (‘seht her, wir können alle diese neutralen positionen einnehmen’), die sie dann später bei der beurteilung von phänomenen quasi einlösen werden, aber das ‘die einen sagen das, aber die anderen sagen das, und wer will da schon richter sein, es ist halt kompliziert, versucht euch auch mal in das gegenüber zu versetzen’ hat dann nicht aufgehört und ging ja bis zum schluss.
- es ist also unterm strich dann eher eine literaturwissenschaftliche analyse von texten die das internet und andere technologien zum thema haben, das mapping zu realitäten wird aber eher umschifft, sie wollen sich lieber nicht festlegen müssen. dabei wäre das mitunter spannend gewesen, es gibt in jedem konkreten diskursiven dispositiv neben retrospektiv offensichtlich falschen optimistischen oder pessimistischen natürlich immer auch ein spektrum an mehr oder weniger ‘richtigen’ aussagen zu sachverhalten oder begriffsbildungen die sachverhalte selbst erst konstituieren, oft lassen sich vermeintliche probleme und widersprüche tatsächlich mit etwas wissen und oder techniken lösen, usw.
- nur am rande: die einzigen zwei bereiche, in die es vor allem deutsche stimmen geschafft haben, waren privacy und urheberrecht, haha.
aber wie gesagt: lesetipp.
Lost Tweets 56
(segen oder fluch)
The Socl

^ devo: Microsoft hat endlich das Socl gestartet (ann)
(abt. real hipsters socl)
1000 km

(siehe 750 km, siehe auch hackr_fitbit)
New Year's Resolution 2013 Pt. 3
mehr lesen. quantifizierbarer: jede woche ein buch.
(open book stack : wer will kann empfehlungen auf den stack pushen und ich komme dem wenn möglich nach)
Jammerheimer
Der vierte Megatrend 2012 ist ganz eindeutig dieses kollektive Gejammere. Mittlerweile jammern ja fast alle fast andauernd über fast alles*.
(mir pers. kommt das sehr gelegen; ich bin bei gejammer lange zeit sehr emphatisch, aber ab einem grenzwert kippt das und es wirkt auf gute art witzig und hebt die stimmung)
* hier immer web related stuff(siehe Googleheimer, Appheimer und Digestheimer)
Auffanggesellschaften
Es wird sowieso hässlich – ob mit oder ohne Nachdenken über Zukunft. Also warum nicht Würde und Kreativität bewahren, was nur mit Neuanfängen möglich ist. Auffang- und Beschäftigungsgesellschaften werden wir noch genug erleben…
^ siggi becker in einem plusthread
Lost Tweets 55
oh, leweb http://www.youtube.com/user/leweb/featured
Digestheimer
Der dritte Megatrend 2012 sind ganz eindeutig diese daily- oder weekly digests, die aus dem jeweils eigenen Strom (Twitter, Quora, seit kurzem Disqus, etc.) generiert werden.
(find ich eigentlich auch recht nützlich, könnte man archivieren, kann man üblicherweise abbestellen)
(siehe Googleheimer und Appheimer)
Lost Tweets 54
(eig. interessant, dass ein neues gadget das gesamte bisherige app- und infoökonomische milieu total verändern kann)
Lost Tweets 53
(laberschutzrecht)
Civic
The first step is people who care making a product for people who care.
The second step is people who care making a product for people who don’t care.
And the third step, so difficult to avoid, is that the growing organization starts hiring people, not necessarily people who care, to grow their ever-industrializing company. And since they are servicing customers who don’t care, those employees who don’t care can get away with it (for a while).
^ seth godin erklärt in wenigen worten nicht wenig, mitunter auch das dilemma vom ‘sozialen’, weil die verschiedenen interessen gegenläufige serien triggern.
True Stories
kl. nachtrag zu stop making sense : marcels das ist quatsch
hat mich zum nachdenken gebracht, und es gibt vl. noch eine andere erklärung, die bei unterstellter rationalität der beteiligten möglich ist:
die zu beantwortende frage ist ja, warum sich politik und medien für vglw. wenig zu gewinnendes – wenn man die kosten für damit verpasste gelegenheiten mitrechnet sicherlich ein totalschaden – auf einen kampf einlassen, mit dem sie sich nicht nur unnötigerweise einen (wachsenden) gegner schaffen, sondern in dem sie dann tatsächlich leichtfertig eines der wichtigsten dinge überhaupt aufs spiel setzen: ihre glaubwürdigkeit und das in sie setzbare vertrauen.
(ich lasse hier den komplex politik aussen vor, nur soviel: dort ist es wohl eher business as usual, insgesamt ist noch nicht angekommen, dass sich die beobachtungsverhältnisse verändert haben. wir sehen ja, die piraten waren nur ein strohfeuer, carry on)
Ich bin gerade ernsthaft am Überlegen, mein FAZ Abo zu kündigen.
^ der immer eher besonnene carsten pötter
aber die qualitätsmedien spielen mit ihrer glaubwürdigkeit und damit mit ihrem leben russisches roulette. die wissenschaftliche dokumentation dazu liefert natürlich stefan niggemeier, und man kommt aus dem staunen nicht heraus, siehe oder usw., unterm strich tun sie aber eines: sie tun dokumentierbar und vor aller augen genau das gegenteil von dem, was sie als eigene hauptleisung und existenzberechtigung proklamieren. und wie gesagt aber es ist einfach so skurril: alles völlig freiwillig und für nichts.
wie schon bei stop making sense ist diese diese sinnlosigkeit des verlusts der glaubwürdigkeit nicht die frage, sondern die antwort. wer hat am wenigsten von einem verlust einer glaubwürdigkeit zu verlieren, weil er keine hat und ohnehin postglaubwürdig publiziert? genau, springer mit der bild. zu verlieren haben aber alle anderen, die faz und die süddeutsche und die zeit und wie sie alle heissen, die zumindest noch so tun als ob sie wollen. und wie bei stop making sense erweist sich springer auch in diesem szenario als fast schon unheimlich genialer stratege.