Sssounds

Bei sonicyouth.com gibts gerade die Sonic Mixtape Vol.2. Bekanntes und (mir) unbekanntes, sehr schön.
Nicht entgehen lassen sollte man sich auch die dieswöchige Solid Steel Show. Nur noch ein paar Tage online.
Im Umfeld von Creative Commons gibt es nun auch eine an die cc angelehnte Sampling License, die regelt, was man mit den Sounds so anstellen darf:

(Sampling, Sampling Plus, Noncommercial Sampling Plus)
Eine CD-Länge voller sample-, remix-, mashup- bzw. dekonstruierbarer Tracks findet man bei Wired.
Social BBC
Tom Coates von plasticbag stellt die Folien seiner Präsentation zu BBCs Experimenten mit social software, die er im Rahmen O’Reilly’s Emerging Technology Conference gehalten hat, zur Verfügung.
Unter anderem wird daran gearbeitet, die Metapher Tagging (also die frei flottierende Annotation von Objekten wie etwa URLs (del.icio.us) oder Fotos (Flickr)) auf ihrem gesamten Radioprogramm anzuwenden. Via Phonetags funktioniert das auch ber SMS. Entstehen soll ein intermediary space, der mit dem gängigen Modell des broadcasting bricht und die Hörer auch untereinander vernetzt.
Gadget Spanner
Eine nette kollektive Fotoserie zum Thema Inhalt eurer Taschen gibt es bei Flickr.
Fast alle enthalten: ein Powerbook (oder wenn der Besitzer wirklich Geschmack hat: ein iBook), 2 Akus, 3 PDAs und 4 Cellular Phones (oder BlackBerrys,…).
Die Interessen einiger weniger
.. setzen sich üblicherweise gerne durch, wenn sie nur stark genug sind, auch wenn sie gegen die Interessen der allermeisten laufen, wenn diese das noch nicht so genau wissen.
Der EU-Rat segnet die Richtlinie zu Softwarepatenten ab und gibt dem Lobbyismus einiger Unternehmen nach, die tausende und zehntausende Patente auf jeden softwaretechnischen Furz gestellt haben oder stellen werden. Ich vermute da weniger Korruption als Ahnungslosigkeit, Dummheit und Kurzsichtigkeit.
Wozu wird das führen? Zu einer Art quasi-Kartellbildung, bei der sich die globalen Spieler mit Gegengeschäften schadlos halten, bei gleichzeitiger Verunmöglichung des Markteintritts von allen anderen. Sie werden sich auch nicht so blöd anstellen sofort alle zuzuklagen und abzumahnen, aber es wird als Damoklesschwert über unser aller Köpfen schwingen.
In Patents for profit: dystopian visions of the new economy zitiert Becky Hogge Bill Gates (1991):
The solution is patenting as much as we can. A future startup with no patents of its own will be forced to pay whatever price the giants choose to impose… Established companies have an interest in excluding future competitors.
Skurril: Microsoft hat vor kurzem einen Patentantrag auf einen IstNicht Operator gestellt.
Auf Kuro5hin [http://www.kuro5hin.org/] gibt es einen anderen interessanten Artikel, der die Absurdität von Softwarepatenten via der Analogie aufzeigt, was Patente im Feld der Literatur bedeuten würden.
Farewell Gates
Geoff Hargadon’s Somerville Gates sind nun leider zu einem Ende gekommen. Zusammenfassung für alle nicht boingboing Leser: Geoff hat sich über die hysterische Begeisterung seiner New Yorker Mitbewohner ber die Installation The Gates von Christo and Jeanne-Claude gewundert und diese dann persifliert, indem er Photos von 13 ‘Gates’ Miniinstallationen auf seiner Homepage publizierte. Boingboing berichtete fast täglich (zuletzt hier) und bescherte dadurch Geoff über 4 Millionen Hits in einer Woche, worüber er sich dann vermutlich noch mehr gewundert hat.

von Geoff Hargadon
Micropatron Blogger
A-List Blogger Jason Kottke gründet eine Ich-AG und finanziert sich künftig durch micropatronships (30 $ von Lesern – in den USA funktioniert das wahrscheinlich auch, das ist mir was wert, das unterstütze ich und so).
Stealth Mode X
Gruseliger als das Texas Chainsaw Massacre: der Stealth Mode, einzusortieren unter stupid OS X tricks : ‘Apfel’ + ‘Ctrl’ + ‘alt’ + 8


Konfabulator
Ich hab in einem Blog über eine unter Apple-Usern vor einiger Zeit geführten Debatte gelesen in der es darum ging, dass das auf der WWDC vorgestellte Dashboard nichts als ein Ideenklau von Apple von einem Tool namens Konfabulator seien. Ich hab Konfabulator nicht gekannt, aber die Ähnlichkeit ist wohl nicht zu bestreiten.
In beiden Systemen wird eine Art Laufzeitumgebung bereitgestellt, in der kleine Miniapplikationen die in JavaScript programmiert werden leben, die irgendetwas nützliches tun, oder zumindest nett anzusehen sind.

Zur Debatte: naja, Apple stellt sich ja gerne als DIE Plattform für den kleinen Developer dar. Apple macht die ganze schwere Arbeit, die Developer schwärmen aus und realisieren grossartige Software. Konfabulator ist nach Watson anscheinend der zweite Fall, wo Apple dann mehr oder weniger gleichartige Software selbst realisiert hat und die Firmen dann aus dem Markt drängt (im Gegensatz zu Microsoft, wo die Strategie eher darin besteht, solche Firmen halt zu kaufen).
Andererseits gibt es halt Ideen, die entweder so unwahrscheinlich nicht sind (RSS tauglich wird bald auch ein Taschenrechner sein (zieht sich via Airport irgendwelche Wechselkurse oder so)) oder zumindest früher oder später gemacht worden wären und das Prinzip Widgets gibts auf den Macs schon immer. Vom look and feel wurde aber wahrscheinlich eine Grenze überschritten, es war etwas zu offensichtlich. Nervig war vor allem die Bissigkeit, mit der die Vorgehensweise Apple von den Jüngern verteidigt wurde (Apple selbst hat da überhaupt keine Stellungsnahme abgegeben).
Digital Color Meter

In meiner fortlaufenden Serie nette tools die man kennen sollte heute der Digital Color Meter (DigitalColor Farbmesser), der sich gut in den Utilites versteckt.
Wiretap
Wiretap ist wahrscheinlich die puristischste und / oder fokussierteste Anwendung überhaupt:

Record, Stop, Pause. Auf 4 × 2 × 0 cm ein vollwertiger Rekorder für Sounds, die sich in einem Rechner tummeln. Essentiell.
Review: Austerlitz
Vor drei Tagen ist ein Packerl von A angekommen: Austerlitz von W.G. Sebald. Ich habs seitdem verschlungen, hier nur lose Anmerkungen:
Die erste Hälfte liest sich wie ein Bernhard gekreuzt mit einem Handke des Chinese des Schmerzes. Ab seite 200 kippt es dann und wird etwas ganz anderes. Aber die Grundkonstellation ist ein ohnehin schon begabter Erzähler, der einen noch begabteren (Austerlitz) erzählen bzw. präziseste Beschreibungen vornehmen lässt.
Dabei vergehen eigentlich nie mehr als 10 Seiten, in denen nicht irgendein wunderbarer Gedanke oder sonst ein Effekt (Emphase, Wahrnehmung etwas sonst nicht wahrnehmbaren, Witz, Leid, Unfassbares) ausgelöst wird, und das immer in einer im Grunde einfachen und klaren Sprache -im Grunde, weil es manchmal von Fachtermini wuchert, oder Architekturen die man nicht kennt, die aber eine eigene verstehende Aufladung erhalten.
Sehr viel läuft dabei über eine Findung/Wiederfindung durch Spuren (Photographien, Archive, Gebäude, Orte) und natürlich in und gegen die Sprache. Das wesentliche Motiv ist natürlich die De-/Rekonstruktion einer Identität unter den Bedingungen einer Unmöglichkeit und Unausprechbarkeit und Unverstehbarkeit und Unvorstellbarkeit, aber ohne Pathos, ohne Zeigefinger, eher sublim und mit Damian Hurstschen Präzision.
Insofern Staunen
H. ermuntert mich dazu, etwas journalistischen Output zu generieren, vielleicht macht mir das auch Spass. Problem sehe ich etwas in meinem doch eher autoreflexiven Schreibstil (man schaue sich nur den Grad an reuse und sampling bei meinen Seminararbeiten an) und in meinen Windungen mich auf irgendwas festzulegen.
Ich operiere ja im grundsätzlichen Modus, dass ich an nichts nur deshalb glaube, weil es so gesagt wird, sondern eher, weil etwas für mich in einer gegebenen Situation funktioniert. Andererseits habe ich eine echte Abneigung gegen Meinungen. Mir fehlt echt das Verständnis dafür, einerseits eine vorgefasste Meinung zu irgendwas überhaupt zu haben, und noch mehr der Drang, diese dann auch irgendwie evangelistisch zu kommunizieren (insofern auch mein Staunen über Talkshows).
(dadurch aber auch zumindest das Staunen, wenn Leute eine Position einnehmen können, und aus dieser dann auch noch etwas Gutes generieren).
Review: Empire
Bin zwar noch nicht ganz durch, aber ich verstehe den Hype um Empire nicht so ganz. Wie kaum ein anderes Buch hat dieses sofort den Einzug in diverseste Studiengänge gefunden, viele big names haben Lobeshymnen gesungen, es wurde ziemlich abgefeiert.
Mir kommt es eher vor wie ein Akte X für Diplomanden und Universitätsassistenten: es wird ein da draussen gibt es irgendwas deklariert, das zwar gut benannt ist, aber weniger gut beschrieben wird. Das merke ich an Themen, bei denen ich mich auskenne (etwa Postmodernismus oder Postkolonialismus) und deduziere ich dann halt auch auf den Rest. Was sie irgendwie häufig machen ist Theoreme zunächst eingeschränkt oder falsch zu beschreiben und dannach mit Schlussfolgerungen zu triumphieren, die dann nur zum Teil originell sind.
Für die für mich nicht eingelösten Vorschusslorbeeren können sie nichts, wohl aber für ihren eigenen Anspruch, den sie nicht einlösen, und für ihr oberflächliches Runtermachen von Ansätzen, die sie nur verknappt lesen -man vergleiche nur ihre Klugscheisserei und Rundumschlag gegen feinere Theoretiker wie Deleuze, die sich eigentlich nie gegen etwas wenden, sondern aus den unterschiedlichsten Phänomenen Begriffe zaubern. Ich glaube echt, dass sie dumm genug zum Politischen sind, die meinen das so und die street credibility scheinen sie zu haben.
Und natürlich gibt es einen gewissen Kern, der sehr gut ist. Allerdings wäre der in einem 100 Seiten Text besser aufgehoben, sie reissen einfach zuviel zu oberflächlich an.
Deutschland sucht den Supersozi
… war das Motto des diesjährigen Erster Mai Festes in der Vereinsstrasse. Es war wie üblich nett.

Jabber, Wiki und Blog
Es ist ganz interessant, wie sich Phänomene manchmal ausbreiten, ohne dass man etwas davon mitkriegt, wenn man nicht ununterbrochen seine Augen und Ohren offenhält. Diese 3 Technologien hab ich zwar registriert, aber irgendwie als nicht für mich relevant übersehen, und plötzlich bekommt man einen ganzen Kommunikationsmodus gar nicht mit, der wunderbar floriert.
Jabber: instant massaging auf Basis eines offenen XML-basierten Protokolls.
Blog: Weblogs bzw. Internet-vermittelte Tagebücher – hab ich hiermit auch aufgegriffen; das wirklich spannende Phänomen ist dabei die Vernetzung der Blogs, welche Referenzsysteme sich da auftun, welche Stimmen hörbar werden.
Wiki: für mich der eigentliche Winner, obwohl es auch das einfachste Konzept ist: jeder kann alles editieren. Auch für den Bereich Software Engineering ist das ein interessanteste Konzept, besonders aus Blickwinkel der neueren (agilen) Methodologien (shared ownership,…).
Programmieren mit Zizek
Die 3 Abstraktionsniveaus des psychischen Seins (das Symbolische, das Reale, das Imaginäre) finden auch in der Software-Entwickling ihre Analogie:
- das Imaginäre ist das, was man sich vorstellen kann
- das Symbolische ist, was man programmieren kann
- das Reale ist der komplementäre Rest, also die schiere Materialität der Prozesse und Maschinen, bits und bytes, aber erweitert auch das System als Umwelt im luhmannschen Sinne.
Je nach Entwicklungssituation ergeben sich dabei Konstellationen, die den borromäischen Knoten von Lacan entsprechen, eine dahingehende Analyse zeigt also topologisch die Verflechtungen auf.
Solidaritätsfrühstück

Knowbotic Systems

Retrospektiv war KS ein 2-jähriges Theaterstück mit permanenten Introspektionen / Reflexionen aller gegen alle. Alle Aktivitäten waren dabei völlig autoreflexiv – keine Eindrücke oder Einflüsse von aussen waren zugelassen. Systembegriff paradigmatisch luhmannesk.
SoziCamp
