live.hackr

die romantische komödie

Politische Diversität

notiz am rande: gesetze, die das internet regulieren oder auch fördern sollen, werden von leuten gemacht, die davon wenig ahnung haben – und sich deshalb oft auf berater verlassen, die ihnen mit massiven eigeninteressen was einreden.

oder sie werden von leuten gemacht, die wirtschaftlich oder militärisch gewinnen wollen und für dieses gewinnen ein set an parametern verwenden, die mit dem ‘wohl’ der gesellschaft nichts zu tun haben und dieses eher zerstören.

bildung zum umgang mit computern und dem internet wird von leuten vorgenommen, die davon wenig ahnung haben und oft ein völligen blödsinn glauben und dann gutmeinend blödsinn machen.

massenmediale information über das internet – und dadurch schon auch eine art stimmungsmacher – wird von massenmedien und journalisten gemacht, die davon kaum ahnung haben und oft starke eigeninteressan haben.

was ich deshalb vorschlage:

(1) es sollte einer besonderen rechtfertigung bedürfen, wenn dinge anders als überall sonst gemacht werden. es kann ja durchaus sein, dass man selbst der einzige ist, der recht hat, aber es sollte dann eben wirklich gut begründet werden.

(2) es müsste eine objektive quantifizierung stattfinden, die den eigenen stand im internationalen vergleich irgendwie fassbar macht. und man müsste dabei ein bisschen aufpassen, nicht zu schnell (falsche) schlüsse zu ziehen, metriken führen oft auch in die irre. aber man sollte dinge kennen wie: wie viele menschen haben grundsätzlichen zugang zum internet? wie viele können es zumindest in den basics – webseite anschauen, email verschicken, googlen – verwenden? wie viele können auch die zweite ebene der basics – sich wo anmelden, dinge kaufen oder verkaufen, tickets bestellen, chatten, fotos posten, facebook verwenden – verwenden und adäquat einschätzen? wie viele sind auf sozialen netzwerken aktiv? wie ist die stimmung, haben die leute angst, vermeiden sie dinge, usw. analyse der netzwerkdichte und des outputs? wie viele haben zugang zum mobilen internet und wie wird es verwendet? wie ist der ausbau der bandbreite, wieviel MBs/min laufen maximal durch, wieviel durchschnittlich? wie viele apps haben die leute installiert? wie ist die ausstattung der schulen? und vieles mehr.

(3) es müsste eine diverse besetzung bei beraterpositionen stattfinden. für jeden gorny oder oettinger sollte es immer auch einen piraten und einen techniker geben, und nicht nur einen mechanismus für lobbyisten. und es müsste auch eine art test bzgl. zumindest einiger basics für die politiker geben, die die dinge dann entscheiden.

☍ 26.03.2015 # germany web politics

Die Zeitgenossen der Gesellschaft Pt. 20: Der Privatprogrammierer

Der Privatprogrammierer (m/w) ist ein derzeit eher hypothetisch angenommener Zeitgenosse, der sich dadurch auszeichnet, dass er rein privat motiviert und jedenfalls finanziell unabhängig und ohne Auftrag vor sich hinprogrammiert.

(abt. supermarket studies)

☍ 25.03.2015 # programming

Take MyWord

myword editor

^ eher devoha, aber auch weil rastloses insistieren eine gewisse anerkennung verdient und weil es fast schon eine paradigmatische fallstudie für lazy blog ep. 46 ist: dave winer stellt seinen myword editor vor, eine art tool zum veröffentlichen von ‘essay pages’, das nur einen node.js server, amazons s3 für storage und twitter für identity braucht, um das ganze dann mit der betonung auf radikal silofrei via api-calls und cli-basierter administration zu betreiben.

☍ 25.03.2015 /via @scripting # publishing winer

Bruce Sterling SXSW2015

bruce sterling mal wieder in hochform bei der sxsw.

☍ 25.03.2015 # sterling sxsw

Papierkorb pt. 67

(wenn wir in diesen sogenannten debatten gelegentlich zwischen dem gesagten und dem gemeinten unterscheiden würden, würden wir uns auch viel ersparen)

☍ 23.03.2015 # linguistics

signing up 8

signing up

heute vor acht jahren: 11746761

☍ 23.03.2015 # hackr twitter birthday

Leftovers 2014 (Relevance Editon)

auch nicht weitergekommen sind wir 2014 jedenfalls mit unserem sensorium für die tatsächliche relevanz (oder irrelevanz) von dingen. und zwar tatsächlich auf allen ebenen.

(was auf der einen seite wirklich absurd ist, weil man vermuten könnte, dass uns ein besseres sensorium für die tatsächliche relevanz (oder irrelevanz) doch bei formulieren von informierteren entscheidungen helfen dürfte, was uns dann zu besseren menschen mit besseren gesellschaften in einer besseren welt machen sollte, usw.)

(was aber auf der anderen seite wohl eine voraussetzung dafür sein dürfte, dass wir überhaupt zumindest noch irgendwie funktionieren können; der uns eingebaute relativismus – wir nehmen irritationen immer nur lokal war, und wir werden potentiell umso irritierter, je genauer wir hinschauen – macht die meisten von uns zwar auf individueller ebene extrem ineffizient, ermöglicht aber erst die ausbildung von komplexeren strukturen auf sozialer ebene, für die wir dann halt eben kein sensorium haben, also ist alles irgendwie gut)

☍ 22.03.2015 # misc

Papierkorb pt. 66

meerkat

(als wendepunkt vl. ganz interessant: das erdmännchen könnte die erste anwendung gewesen sein, aus deren hype (und in deutschland beobachtung vom hype) kein soziales kapital geschlagen werden konnte)

(und am rande: ich hab bis dato noch keine einzige ‘analyse’ von meerkat gelesen, die auch nur im ansatz die kosten von ‘live video’ berücksichtigt hätte, dass es also für den zuschauer sehr aufwändig ist, usw.)

☍ 21.03.2015 # socialmedia

Lazy Startup Ep. 36

fff

weil friendfeed ja in 2 wochen dicht macht:

kleines tool oder script, das mit den eigenen friendfeed friends eine twitter list befüllt.

(bin übrigens vorhin noch ein bisschen darin herumgestreunt und es ist nach wie vor erstaunlich, wie gut es schon 2008 war, so features wie virtual friends sind nach wie vor unerreicht. lustigerweise sind dem tool genau die zwei dinge auf den fuss gefallen, die es ursprünglich motiviert hat: das soziale und die echtzeit. indem sie das interagieren – kommentieren, liken, etc. – mit den aggregierten beiträgen auf friendfeed selbst gezogen haben, haben sie eine situation des alles oder nichts erzeugt, die eben nur so lange funktioniert hat, solange die bekannten und verwandten selbst auch dort aktiv waren, was eine fragile struktur ist und den exodus dann gwm. gefördert hat. das potential als antisozialer reader von sozialem, das die interaktion zum jeweiligen dienst zurückspielt, wurde genau deshalb nie ‘entwickelt’. und echtzeit war ein gimmick, das retrospektiv betrachtet aus dem irritierenden arsenal von professor horn aus den merowingern stammen könnte)

☍ 21.03.2015 # friendfeed

Lazy Startup Ep. 35

Tool oder Plattform, das diese amerikanischen Sportstatistiken bzw. -Ausreisser für Startups generiert.

(xy ist erst das zweite productivity-startups aus einer deutschen stadt mit weniger als 100.000 Einwohnern, das die android-app noch vor der ios-app lanciert hat und bei ello mehr als 1000 verfolger hat)

☍ 21.03.2015 # startup

Leftovers 2014 (Don't Bug Me Editon)

auch nicht weitergekommen sind wir 2014 jedenfalls mit dem bereitstellen/einfordern von den ursprünglichen und einfachen defaults von webdiensten.

(was absurd ist, weil viel bei vielen plattformen verzeihbar wäre, wenn man es einfach abstellen könnte)

☍ 21.03.2015 # web

just setting up my twttr 9

just setting up my twttr

Huch, vor neun Jahren wurde der erste Tweet abgesetzt.

(siehe just setting up my twttr 8, t7, just setting up my twttr 6, just setting up my twttr 5, just setting up my twttr 4, just setting up my twttr, 2 jahre twitter und immr)

☍ 21.03.2015 # twitter birthday

My little Tijuana Revisited

my little tijuana

aus der beliebten abt. heute vor 10 jahren: ein mashup von my little tijuana

☍ 20.03.2015 # mashup

Ofen-Hits

ofen hits mit hack

^ devoha: Ofen-Hits mit Hack

☍ 19.03.2015 # hackr

Captain Koons

endlich wieder einmal ein Quiz: Was kann man von Pulp Fiction über die Apple Watch lernen?

ich bin euch ja noch die auflösung von quiz pt. 96 schuldig und die verbirgt sich in der frage, wie der film wohl geworden wäre, wenn der vater von butch coolidge statt seiner goldenen uhr eine apple watch edition getragen hätte, aber first things first:

nach der vorstellung der watch im september konnte man ja sehen, dass sie als ding die von apple erwartbare tollheit haben wird. smartwatches sind natürlich keine ganz neue kategorie, man denke an die pebble oder einiges im umfeld von android wear und michael knight hat schon in den 80ern eine gehabt. aber apple hat damit wohl den ersten sich als uhr verkleidenden minicomputer gebaut, an dem sich fortan alles andere messen lassen muss.

(smartwatches selbst haben imo mit ‘innovation’ ohnehin wenig zu tun, sie sind die offensichtliche extrapolation in einer serie an kleiner werdenden touchscreens als user interface für universelle mobile computation. sprich: auf die idee kommt jeder, die leistung besteht in der ‘exekution’, also dem design und der entwicklung/produktion und vor allem auch dem zusammenspiel von soft- und hardware und dem bereitstellen eines ökosystems für andere, und da ist apple natürlich in der einzigartigen situation den ganzen stack in der eigenen hand zu haben)

neben dieser dinghaften schlüssigkeit scheint mir aber auch der preis zu stimmen. mit $350 liegt sie in diesem mental als taschengeld abschreibbaren bereich von übers jahr betrachtet weniger als einem euro pro tag.

der preis ist deshalb bei der watch so wichtig (und wir kommen weiter unten nochmal darauf), weil apple selbst auch 6 monate nach der ersten vorstellung der watch noch überhaupt kein gespür dafür hat, für was sie wirklich gut sein wird.

ich frage mich wirklich, was apple im letzten halben jahr gemacht hat. fast alle von ihnen gezeigten beispiele sind noch immer im grunde nur störungen des menschen bei anwendungsfällen, die vom iphone – das man ohnehin eingesteckt haben muss, damit die uhr überhaupt funktioniert – wesentlich besser gelöst werden. sie betonen zwar die eigenschaft ‘most personal device’ als mantra immer und immer wieder, aber sie interpretieren sie zumindest derzeit nur als irritant.

zu apples glück tut das der attraktivität der watch deshalb keinen abbruch, weil es wegen dem preis eben rational ausreicht, wenn jeder für sich den einen usecase entdeckt, der einen einmal am tag kurz happy macht. für die watch also jedenfalls ein thumbs up.

aber all das konnte man sich auch schon nach der vorstellung im september denken, die einzige katze, die sie jetzt im jüngsten kick-off event aus dem sack gelassen haben, war das pricing für die watch edition. und die hat dann für etwas kognitive dissonanz gesorgt:


die diskussion war nicht unwitzig, weil sie eigentlich nur darin bestand, dass apple analysten/cheerleader dem säkularen rest unterstellt haben, dass sie über den preis sicherlich jammern werden, dass sie dabei aber überhaupt nicht verstehen, wie genial der schachzug von apple ist und was apple damit will und tut und kann und welche märkte apple damit erschliesst, think vogue not chip, usw.

Und jetzt kommt Ihr ins Spiel, die Ihr hämische, amüsierte oder neiderfüllte Scherze macht über die superteure, goldene Apple-Uhr, die nur Deppen kaufen. Wie jeder einzelne davon Apple glücklich macht!

sascha lobo etwa bleibt noch vergleichsweise pragmatisch und unterstreicht nur – iirc asymco folgend – die verkaufspsychologische these, dass teure dinge im direkten vergleich weniger teure dinge billiger erscheinen lassen, und dass sich deshalb die immer noch viel zu teuren watches neben den editions billig wie semmeln anfühlen und entsprechend verkaufen werden.

Wer sich eine 10k+-Uhr leisten kann, sieht den kommenden Wertverlust der Technik als Teil des Statussymbols.

marcel weiss andererseits verabschiedet sich gleich von jeglicher rationalität und sieht im zu erwartenden wertverlust selbst den eigentlichen sinn. auch er folgt iirc einer anderen einschätzung von asymco, dass sich nämlich die neureichen asiaten nur so darauf stürzen werden.

was die zwei und alle anderen positionen dazwischen, die den luxus-charakter der editions betonen und damit den preis erklären, aber nicht verstehen ist, dass es nicht der preis ist, der das zu erklärende ist.

dass es luxusgüter gibt, die hochwertig und mit edelsten materialien in handarbeit in abgeschotteten bergdörfern gefertigt werden, um dann unverschämt teuerer verkauft werden zu können, leuchtet jedem ein, auch denen die sich das dann nicht leisten können oder wollen.

das zu erklärende ist, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass apple eine solche nur außenrum luxuriöse uhr konzipiert und baut, wenn ganz offensichtlich ist, dass das technische herz ein stück technologie für $50 ist, das in eher 3 als 5 jahren völlig veraltet sein wird und dass man dann also auf einer uhr für $10.000 sitzt, die technisch und funktionell jeder nächsten generation an normalwatches für 350$ deutlich unterlegen sein wird.

und auch wenn man über die software selbst viel abstrahieren kann, dinge wie verbesserte akkulaufzeit oder chips für den aktuellsten übertragungsstandard oder unabhängigkeit von einem mitzuschleppenden mutterschiff iphone definieren doch mitunter radikale unterschiede in der nützlichkeit.

(ich könnte die editions ja noch irgendwie verstehen, wenn apple für sie eine eingeweidetechnische upgradeability offerieren und garantieren würde; alle zwei jahre bekommt man, wenn man will, für eine pauschale service-gebühr den aktuellsten und besten chip eingebaut, was kommt ist sicher nicht grösser und hätte bei standardisierter schnittstelle also locker platz. aber as is entsprechen die uhren spätestens in ein paar jahren bestenfalls vergoldeten minis, die aber von selbstfahrenden smarts in allen kategorien übertroffen werden)

um zb auf das argument von lobo zurückzukommen: der fehler in seiner analogie ist, dass es sich bei den watches nicht um rolexes handelt, die sich als swatches verkleiden, sondern dass es sich bei den editions um swatches handelt, die sich als rolex verkleiden.

was und finally, sorry, zu meiner antwort auf das quiz bringt: hätte butch’s vater im vietnamkrieg statt der goldenen uhr seines grossvaters eine apple watch edition getragen, er hätte sie wohl nicht in der gefangenschaft 5 jahre lang in seinem hintern versteckt, und spätestens captain koons hätte sie nicht weitere zwei jahre in seinem hintern versteckt und butch hätte sie also nie bekommen. er hätte sie dann also auch nie in seinem apartment vergessen und hätte also nie vincent dann dort beim holen der uhr erschossen und wäre also dann nie auf der flucht marsellus begegnet, was ja erst die seminale szene mit dem schwert getriggert hat, die butch dann ja im grunde gerettet hat, weil er seine schuld begleichen konnte usw.

und ich will jetzt nicht apple unterstellen, dass ihre watch am vermutlichen tod von butch in der alternativwelt schuld gewesen wäre. man kann aber lernen, dass wertschätzung immer auch ein element der narration benötigt. und die narration von luxus operiert natürlich auf einer trivialeren ebene als familiengeschichte, aber auch luxus ist keine reine funktion von preis oder exklusivität, sondern benötigt für die symbolische schliessung zumindest eine imaginierbare qualität als anker in der realität, und die ist, wie wir gesehen haben, bei der edition halt nicht gegeben.

☍ 16.03.2015 # applewatch pulpfiction

Quiz Pt. 96 (The Butch Coolidge Edition)

endlich wieder einmal ein Quiz: Was kann man von Pulp Fiction über die Apple Watch lernen?

update: hab es hier aufgelöst

☍ 14.03.2015 # applewatch quiz

Google Store

google store

^ Google hat einen neuen Store namens Google Store (ann)

☍ 13.03.2015 # google

Die Zeitgenossen der Gesellschaft Pt. 19: Der Verweigerer

Der Verweigerer (m/w) ist ein relativ weit verbreiteter Zeitgenosse, der sich dadurch auszeichnet, dass er sich Dingen verweigert.

Der Verweigerer verwendet also Dinge nicht deshalb nicht, weil er ahnungslos oder unfähig oder aus anderen Gründen ausgeschlossen ist (stichwort digital divide resp. literacy), oder weil er aus anderen, etwa infoökonomischen Gründen halt nicht verwendet (for personal reasons), es geht ihm mit seinem Verweigern um den Akt der Verweigerung selbst.

(für die verweigerung kann es dann viele gute oder schlechte gründe geben, öfter als nicht ist der grund jedoch die übertragung der (vermuteten) eigenschaften der black box hinter der schnittstelle auf die eigenschaften der plattform selbst, die ich vor ein paar tagen im lazy blog ep. 46 angedeutet habe, paradebeispiel ilse aigners ‘sehe ich mich gezwungen’ bei facebook. so nobel oft das ziel ist, der einzige effekt ist üblicherweise, dass man halt selbst an etwas nicht mehr teilnimmt und also die möglichkeiten nicht nutzt und sich im schlimmsten fall über alle anderen ärgert)

(für systemische ausdifferenzierungen ist der verweigerer aus ähnlichen gründen wie der sturschädel wichtig, weil er nämlich verharrt und in seinem verharren gelegentlich der opportunistischen homogenisierung entgegenwirkt und mitunter die möglichkeiten für alternativen skizziert)

(abt. supermarket studies)

☍ 11.03.2015 # psychology

0.04 GB used

0.04 gb

^ kl. nachtrag zu 566262738172002304 : google hat uns die 2gb endlich gutgeschrieben.

☍ 09.03.2015 # google cloud

Konzept des Tages: Zirkus

The circus doesn’t work that way. They don’t wait to be called. They show up. They show up and sell tickets.
When you transform the order of things, the power shifts.

enthalten und angedacht hier.

☍ 06.03.2015 /via @sethgodin # concepts