Die Finger verbranding
mrtopf mit einem sehr schönen Text zu openID: The OpenID Branding problem
(der grösste fehler von openID war imho, dass zu früh vom grassroots/geek-modus – eine technische lösung für ein tatsächliches problem von einigen – in den bwl-modus umgestellt wurde, der sich dann eher an wachstumsraten und marktanteilen orientierte. es wäre besser gewesen es langsam und am tatsächlichen bedarf angepasst wachsen zu lassen, in einer koevolution zwischen providern, tools die es unterstützen und darüber aufklären, und usern die das problem viele logins haben und es aus eigeninteresse verstehen wollen, und nicht so schnell wie möglich so grosse wie möglich ins boot zu holen, nur um sagen zu können es gibt 1,3 milliarden (hausnummer) openids, yay, mit dem derzeit bestehenden usability horror und der forcierung von partikularinteressen, wo wirklich kaum noch durchzublicken ist warum wann was wie und mit der damit verbunden abwendung von den ursprünglich damit verbunden vorteilen.)
Browseraufschwung


Asa Dotzler postet Browsermarktanteilcharts (siehe auch)
Suchen des Jahres (2008 Edition)
Pt. 1: Yahoo
- Britney Spears
- WWE
- Barack Obama
- Miley Cyrus
- RuneScape
- Jessica Alba
- Naruto
- Lindsay Lohan
- Angelina Jolie
- American Idol
(via, siehe auch die Suchen d.J. von 2006)
Tim O'Twitter
Tim O’Reilly mit einer Liebeserklärung an Twitter. Nichts wirklich neues (Einfachheit, Erweiterbarkeit, Trans-Web, erlaubt Evolution der Praktiken) und ein bisschen aus dem Nachhinein beschrieben, aber trotzdem natürlich alles sehr schön beschrieben.
Die Pownce Lektion: data exportability
Pownce zieht den Stecker, das hat mittlerweile die Runde gemacht und einige Deutungsversuche getriggert.
Im Nachhinein ist man immer schlauer, mein best take für den Hauptfehler ist, dass sich Pownce zu sehr als besseres Twitter verkleidet hat, während es etwas ganz anderes sein wollte. Die Selbstbeschreibung ging ja immer in Richtung Tool zum Austausch von Dateien unter Freunden. Durch die optische Anlehnung an Twitter haben sie aufs falsche Pferd gesetzt. Sie hätten nichts dagegen gehabt, wenn die Micro-Blogging Community zu ihnen migriert wäre, eigentlich haben sie es darauf angelegt, aber Twitter ist davon gallopiert. Der eigene Wertvorschlag wurde dadurch aber zu wenig herausgearbeitet und niemandem deutlich, das Ende ist also eher konsequent.
Die Lektion die man aber als User aus diesem Exit ziehen kann (natürlich nicht nur aus diesem, auch aus vielen anderen, siehe etwa den Aufkauf von Rael Dornfest von Twitter, der auch mit dem im Grunde unnötigen Ende von stikkit und iwantsandy einherging) ist, dass man verdammt aufpassen muss, in welche Körbe man seine Eier legt. Mit jedem Dienst der verschwindet, verschwinden oft auch alle dort geposteten Daten, das aufgebaute Beziehungsnetzwerk, das mühsam erworbene symbolische bzw. soziale Kapital.
Das ist nix neues, aber die Radikalität mit der eigentlich auch funktionierende Dienste einfach zugemacht werden, scheint zuzunehmen.
Problem fürs Ökosystem Webanwendungen dabei: Die etablierten Dienste werden begünstigt, kleinere Dienste haben es noch schwerer. Ich mag z.B. Mento [war http://www.mento.info/], aber es ist riskant, es als primären Bookmarking-Dienst zu verwenden. Hat der Entwickler eine schlechte Woche und verliert die Motivation, kann es sehr schnell auch wieder weg sein. Mit dem grossartigen Stikipad ist mir das etwa so ergangen, das war auch ohne Vorankündigung plötzlich weg.
Ansätze wie data portability zielen darauf ab, helfen aber auf absehbare Zeit noch nicht weiter. Worauf man schon jetzt als User zumindest achten kann (und sollte) ist data exportability. Tools, in die man ein signifikantes Mass an Energie investiert, sollten zumindest die Möglichkeit bieten, die Daten auch wieder rauszulassen. Idealerweise automatisierbar via einer API.
YUI Test
Das YUI Blog hat eine Einführung in test driven javascripting mit YUI Test
(abt. untested aber super)
So Cloud It Hurts

BigTweet rennt auf der Amazon Elastic Compute Cloud. Usernames/Passwords kommen in die Amazon SimpleDB. Designmässig gibts YUI Grids, Prototype und script.aculo.us. Auch noch dabei Catalyst und Memcached. Und auch das Uservoice-Feedback (siehe) fehlt nicht. Ich brauch ein Duff.
Quiz Pt. 40 (Catcha Edition)

Noch ein ‘welche Seite?’ Quiz (minimalste Abzüge nur dafür, dass man beim Registrieren nicht auf einen Affen klicken muss).
4.0.7

Textpattern, zweifellos das beste aller CMS’e, gibts jetzt in Version 4.0.7: Ladies and gentlemen, please welcome on stage: Textpattern 4.0.7! (via)
Suche des Tages: ☃
^… (klein aber oho)
Tools (yay)
Apropos Tools, nicht verbloggt heisst ja nicht nicht entdeckt oder nicht interessiert. Ich hab jetzt endlich einen Workaround für die Änderungen der API von delicious gefunden, die meine listenmachenden Aktivitäten ja mehr oder weniger abrupt beendet hatten, die Listen im MoMB (dort in der Sidebar) sind jetzt also wieder aktualisiert.
(Für mich ist dabei immer wieder spannend ist die vollständige Diskrepanz zwischen dem im durch Techmeme abgebildeten Diskurs und dem – ich sag mal – tatsächlichen Userinteresse, zumindest wie es sich in Bookmarks ausdrückt. Am ehesten haben noch so Blogs wie Lifehacker einen Einfluss.)
Die interessanteste ist vl. die Interesting Liste, die die innerhalb der letzten 7 Tage am häufigsten gebookmarkten Tools auflistet, wobei weitestgehend bekannte Dienste (alle die mehr als 6000 Bookmarks haben) rausgefiltert sind.
Die ersten 20 davon:
- usernamecheck (283 recently) (4490 overall)
- dimdim (252 recently) (5407 overall)
- pipl (194 recently) (4372 overall)
- popacular (190 recently) (896 overall)
- big-think (185 recently) (3114 overall)
- yapta (175 recently) (3916 overall)
- generatus (169 recently) (368 overall)
- twistory (136 recently) (304 overall)
- twingr (120 recently) (456 overall)
- multicolr (117 recently) (4138 overall)
- delicious (111 recently) (2687 overall)
- addictomatic (100 recently) (2267 overall)
- storytlr (96 recently) (443 overall)
- patterntap (96 recently) (5356 overall)
- appjet (96 recently) (1245 overall)
- uservoice (94 recently) (1410 overall)
- typeracer (90 recently) (2929 overall)
- pixlr (90 recently) (3531 overall)
- weebly (87 recently) (5744 overall)
- 99designs (86 recently) (2724 overall)
Die volle Liste ist hier
Auch noch interessant ist die mixin hot Liste. Wie interesting, nur dass die bekannten Seiten auch dabei sind.
Die ersten 20 wieder:
- wordle (306 recently) (17108 overall)
- youtube (284 recently) (57303 overall)
- usernamecheck (283 recently) (4490 overall)
- hulu (258 recently) (16251 overall)
- facebook (253 recently) (26355 overall)
- dimdim (252 recently) (5407 overall)
- flickr (202 recently) (60310 overall)
- pipl (194 recently) (4372 overall)
- popacular (190 recently) (896 overall)
- big-think (185 recently) (3114 overall)
- kuler (178 recently) (29566 overall)
- yapta (175 recently) (3916 overall)
- generatus (169 recently) (368 overall)
- browsershots (162 recently) (24478 overall)
- slideshare (160 recently) (20127 overall)
- ffffound (160 recently) (15226 overall)
- teachertube (159 recently) (12612 overall)
- scribd (154 recently) (21390 overall)
- zamzar (144 recently) (30164 overall)
- twistory (136 recently) (304 overall)
und die volle Liste ist hier
Ungebloggt soll man nicht schlafen gehen
Kleine Notiz am Rande: Mir fällt schon seit einiger Zeit auf, dass die blogosphärische Resonanz auf neue Tools am Abnehmen ist.
Ich hab jetzt gestern einmal an die hundert Links zu Betas fürs MoMB, die sich in den letzten Wochen angesammelt haben, weil ich sie nicht sofort gepostet hab, en block prozessiert und interessehalber auf Technorati die Reaktionen gegengecheckt.
Breit diskutiert wurden die wenigsten, und da kann man jetzt sicher sagen, na gut, wer soll denn über die zehntausendste Permutation von einem durchgekauten Prinzip noch gross was schreiben, aber auffallend war dabei besonders, dass auch Tools, die auf allen Grossblogs (TechCrunch, RWW, Mashable, VentureBeat, Webware) und bekannteren Listblogs (KillerStartus, eHub, …) die Runde gemacht haben, dann auf 40, manchmal 100 Gesamtreaktionen gekommen sind, wobei man da dann oft die Zahl von eigentlichen Reaktionen auch gleich wieder halbieren kann, weil die Einträge dann oft von irgendwelchen Reblogs noch 10x wiederholt werden.
Jedenfalls geht die Anschlusskommunikation in 9 von 10 Fällen wirklich gegen Null, und zwar nicht nur bei überflüssigen Tools, sondern auch bei nicht so schlechten und teilweise auch bei völlig netten. Es gibt keine Blogger mehr, die jenseits einer Verkündung neue Tools ausprobieren, mit ihnen herumspielen, und dann darüber schreiben.
Ein Faktor ist sicher, dass sich die Kommunikation / die Berichterstattung von gerade entdeckt’s in Richtung Twitter oder FriendFeed verschoben hat, und das ist auch völlig ok so. Ob man 10x liest blabla ist gestartet, oder 200x ist tatsächlich wurschtegal. Ich glaub nicht, dass Twitter & Co. deshalb und dadurch eine Verdünnung des Diskures fördern. (ein kleines problem, bzw. kein problem, aber eine verschiebung der milieus, hier ist, dass microblogging / lifestreaming keinen diachronen wert hat; was nicht sofort aufgegriffen wird ist eine stunde später in die unauffindbarkeit weitergespült.)
Doch die völlige Nichtvorhandenheit von Blogs, die spielerisch, kreativ, wenn man will auch kritisch neue Tools beschreiben (und die nicht nur den launch, alle fundings und ggf. den deadpool vermelden), wie es sie 2005 / 2006 doch noch in stattlicher Anzahl gegeben hat, ist ein echtes Problem, weil sich der diskursive Wert in einer Spirale nach unten bewegt.
Meine Hypothese ist, dass Blogs ursprünglich einen grossen Teil ihrer Kraft als Gegenentwurf zu den MSM bezogen haben, der sich dann tatsächlich auch in einer Ausdruckskraft wiedergespiegelt hat, dass Blogs aber (noch) kein Mittel gegen die daran anschliessende Ausdifferenzierung und die einsetzenden Power Laws der Blogosphäre gefunden haben, die in einer negativen Auslese mehr und mehr die Blogs mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner begünstigt hat, was die zugrundeliegenden Ökonomien destabilisierte. Was auch egal wäre, wenn nicht dadurch die kollektiven Selektionsmechanismen verdummen würden, was den verblödenden Trend nochmal verstärkt.
(abt. offene loops)
ReQuoting pt. 32 (The Crowd Goes Wild Edition)
‘I read a great insight about Google – while they set out to passively observe the internet, they are in fact a giant TV camera pointed at the crowd. Wherever it points, the crowd goes wild, flashing their tits and putting up “hi mom” signs.
Damien Morton via langreiter
White Noisebar

autodoc: bye alte sidebar, hello noisy newsriver (sie war sehr hübsch und dezent, aber es hat sich glaub ich niemandem erschlossen, dass man auf die icons auch klicken konnte)
Spelling

und nach 4 Jahren (oder so) Gmail fällt mir auf, dass es auch ein Check spelling gibt.
(siehe auch Vorschau)
((bei tools hinzuschauen ist überhaupt ein unterschätztes key-skill; note to self: bei allen tools die ich zumindest semiregelmässig verwende echt einmal bewusst hinschauen))
ReQuoting pt. 31 (Parsimonious Error Messages Edition)
Ken Thompson is known for parsimonious error messages. (The ubiquitous “?” from ed is [in]famous.) He mentioned a (FORTRAN?) compiler once (mercifully never released) that produced only two syntax error messages: JIM and JOE, for “Junk In Middle” and “Junk Off End”.
Tom Duff via langreiter
Pimp My Fox
Fashion Your Firefox (via) – eine Art directory mit offiziell empfohlenen Erweiterungen, kategorisiert u.a. in Social Butterfly, Shopaholic, Digital Pack Rat, oder Decorator.
Quiz Pt. 39

Welchen (nagelneuen) Dienst schmückt dieses beta?
Brave New World
Umair Haque’s Checkliste für neue Weltordnung:
| (Old) | (New) |
| Choose evil. Industrial era business is unrepentantly and almost sociopathically evil: shifting costs onto others, while striving to internalize benefits. |
Choose good. … The opportunity cost of defending evil for Detroit was never learning how to choose good – and that’s a crucial mistake. |
| Selfishness is self-interest. What’s strategic is supposed to be what’s in the firm’s self-interest. |
Purpose is self-interest. |
| Maximize destructiveness. The goal of orthodox strategy is to destroy the ability of others’ to imitate or commoditize you. And Detroit was a master of the art of destructive strategy: patenting, trademarking, and litigating |
Get constructive. … Can they let demand spark and fuel co-creation, can they co-produce from a pool of shared resources, are they capable of letting value activities be co-managed, are they tuned to cooperate? |
| Seek differentiation. … industrial era differentiation is too often just skin-deep: the same lemons with slightly different marketing, distribution, and branding. |
Seek difference. Ultimately, the problem is simple: differentiation is about perception. Difference is about reality. People in the 21st century aren’t the zombified, braindead consumers of the 20th century. |
| Seek agility. Strategy is in many ways simply the avoidance of crisis – the evasion of threat, weakness, and vulnerability. The goal of strategy as the avoidance of crisis is simple: agility. |
Seek crisis. By insulating themselves from real-world economic pressures, boardrooms also dilute and sap incentives for innovation and renewal. |
| Advantage happens against. Orthodox econ holds that it is through the pursuit of competitive advantage that corporations create the most value most quickly and reliably. … It sought a nakedly competitive advantage – against suppliers, dealers, consumers, and society alike. The result is an industry crippled by structurally antagonistic relationships with labour, buyers, suppliers, consumers, and society alike. |
Advantage happens for. |
Post Whale

(abt. failure semiotics)