2006.02
Die Aufmerksamkeit, die Literatur, ihre Tekkiefeinde und deren Denkfehler -
Wer ein feuilletonistisches Verständnis vom Bloggen hat, geht halt auf Bloglesungen; wer das Web 2.0 spannend findet, schart sich halt auf sowas wie den Webmontagen (von denen gibt es derzeit ja mehr als Bloglesungen); da wie dort gibt es Rampensäue und Zuhörer, die das dann als gelungen empfinden oder Scheisse.
2006.01
The Good, The Bad and The Taggy -
Schöner Eintrag. Hast du Lust, den Satz “Die dicksten Tags sind einfach da, wo sich das größte Häufchen an Spielgeld befindet. Andere assoziative Elemente - emotionale, soziale, alltägliche - bleiben außen vor.” mal zu erläutern, ich verstehe da irgendwie nicht, warum emotionale,… Assoziationen außen vorbleiben sollten, bzw. was du damit meinst?
Zu abstrakt klingt es nicht, aber warum was unter den Tisch fallen sollte verstehe ich immer noch nicht. Beim Weiterprozessieren von Tags in anderen Kontexten ist man ja nicht gezwungen sich auf die ‘most popular’ Tags zu beschränken (auch wenn die doch rel. gut funktionieren). Qualifizierende Tags funktionieren aggregiert auch gar nicht so schlecht (zumindest funny, cool, interesting, daily und ein paar andere sieht man oft bei den recommended tags) und auf einer per User Basis (auf dessen Terminologie man sich dann halt einstellen muß) kann man das dann quasi als Facette verwenden.
2mal Senf noch:
“Wer seinen Artikel für Technorati taggt, ordnet der sich nicht freiwillig in irgendeine grade kursierende Meme ein?”
aber das bedeutet doch gleichzeitig, dass es einen Tag-Raum gibt, der eben funktioniert (ich sollte das wohl ‘ajax’ taggen, obwohl ich das für einen Hype halte und lieber ‘XMLHttpRequest’ schreiben würde) und dieser Raum aktualisiert sich ständig neu via Selbst- und Kollektivbeobachtung.
“Und wenn del.icio.us Vorschlagslisten für Link-Tags unterbreitet, heißt das nicht, dass man offenbar dem Assoziationsvermögen der Nutzer doch nicht so ganz traut? Am Ende wählen alle doch nur die beliebtesten Tags, und das System kreist um sich selbst.”
das stimmt (soweit ich das beurteilen kann) auch nicht so ganz. Ein paar Tags werden dadurch sicher verstärkt, aber schau dir mal die Streuung von Seiten mit mehr als 100 oder 500 Bookmarks an, da taggt zumindest die Hälfte mit sehr eigenem Vokabular. Recommended sind bei del.icio.us ja zuerst einmal die Tags, die man selbst schon einmal verwendet hat und die für das jew. Link eben auch schon vergeben wurden und nicht die populären.
Fairy Tale - Schöne Antwort auf einen doofen Zeldman Text.
2005.12
Mini MoMB - Für kurze Zeit gibt es nur kleine Bilder im MoMB.
Any beta maniacs im Haus? - Danke für die nette Idee, Johnny, und danke an alle, die mitgestimmt haben. Ich fasse das Spreeblick-Votum mal so zusammen:
SearchFox - 1 pt.
Pando - 1 pt.
flickr - 0.5 pt.
Google Blog Search - 0.5 pt.
alle anderen Google Betas: 0.04 pt.
Sonderkategorie ‘eigentlich Beta’:
Google Analytics - 1 pt.
Sonderkategorie ‘Beta eines Betas’:
Google Earth OS X - 1 pt.
Three Degrees of Snoop Dogg - Hmm, Rapper sind also eher Yahoo! My Web 2.0 als del.icio.us.
Mich würde interessieren, wie du die Web 2.0 Dienste entlang einer Assortativitätsskala klassifizieren würdest.
...
Mit Yahoo My Web 2.0 im Sinne, dass sie sich in Trauben organisieren, dort kann man ja die Sichtbarkeit der Links auf privat setzen, oder auf seine Bekannten und Verwandten einschränken.
(eigentlich fehlt eine komplementäre Studie, die auswertet, wie sich die Props und/oder Disses in den Lyrics verteilen, ich schätze mal da kommt ein anderes Bild heraus)
“Dass es auch ironische, doppeldeutige, mißverständliche oder schlicht fehlerhafte Verwendungen des Tagging geben könnte, kommt in der Diskussion noch fast gar nicht vor.”
Meine Heuristik dazu: das ist (zumindest für den Normalverbraucher) vernachlässigbar. Aggregiert sind die Tags oft erstaunlich gut (sieht man z.B. wenn man sich die common tags für eine URL anschaut).
...
Das vom Autor her aufzuziehen finde ich pers. überhaupt nicht weniger sozial/2.0 als vom Nutzer. Gerade weil jeder mit seinem egoistischen Tagverhalten eine individuelle Sinnstiftung vornimmt, funktioniert das ja so gut, und eben auf mehreren Ebenen (microskopisch reichhaltig, wenn man sich auf den Autor einstellt; und macroskopisch irgendwie konsensuell).