2015.07
Hallo Markus, Hallo Martin! Internet und Zettelkasten -
lieben dank.
kl. anmerkung zum ‘schwachpunkt’ dass jeder zettel genau eine stelle braucht und ansonsten verloren wäre:
das ist eigentlich nur dann ein schwachpunkt, wenn man einerseits ‘vollständigkeit’ sucht (die sicherlich nicht notwendig ist, dann fehlt halt der passende verweis zu einem obskuren aufsatz von shannon und weaver… – nur war luhmann offensichtlich ungewöhnlich akribisch oder wollte nichts prozessierte ungenützt lassen) und es andererseits zu ‘teuer’ ist, den kasten periodisch zu sortieren.
(der sortieralgorithmus ist trivial, man geht den kasten einfach von anfang bis ende durch und sortiert etwaige falsch eingeordnete zettel am richtigen platz ein).
die mit dem internet eingeführten komplikationen (zettel können verdoppelt, modifiziert, falsch kombiniert, falsch zitiert, etc. werden, sie können verschwinden, sie können von jedem erzeugt werden und sind also nicht mehr bürokratisch abgesichert) beschreibst du dann sehr schön – da vl. nur eine vermutung, nämlich dass sich die ‘autorität’ resp. das ‘vertrauen’ via indizes wieder einschleicht, wobei diese indizes mitunter auch verschiedene ‘sichten’ auf die gleichen zettel werfen können, es ihnen andererseits aber auch gänzlich egal ist, auf welchem server ein zettel wirklich liegt (solange er via URL erreichbar ist). wobei für die natürlich die frage sein wird, wie und entlang welcher achsen sie ‘bewertbar’ werden.
623142047273238528 - @kusanowsky @openmedi also ist der schwachpunkt, dass es ihm nicht gelungen ist, dass sich der zettelkasten selbst erzeugt :)
622799669190619136 - für (provinzialströmische) internet-archäologen: heute vor 5 jahren hat google buzz eine firehose API (auf basis vonpubsubhubbub) bekommen.
622331440836030465 - (der gesellschaftliche raum zwischen plutokratie und populismus wird derzeit gerade aufgerieben)
CRFCtj3jTrp - nur gefühlsmäßig halte ich das
genannte beispiel im fußball für kein gutes für fairness, weil die primäre idee dabei das verhindern von vorteilen zu sein scheint, die keiner eigenen 'leistung' zuzuschreiben sind. es geht also nicht um irgendeine art von fairness (ausgleichende gerechtigkeit, unbezahlter verzicht, ..), sondern nur darum, nach dem spiel das ergebnis einer erbrachten 'leistung' / höheren leistungsfähigkeit und nicht einem zufälligen unglück zuschreiben zu können, um also die ideologie des spiels selbst nicht zu gefährden. (fehlentscheidungen der schiedsrichter können zwar einen nachgeschmack erzeugen, werden aber als höhere gewalt abgeschrieben.)
622163126604140544 - @guenterhack it's a cultural problem, hence no technological solution will work. (blogs/rss just solve pub/dist, but not 'compression')
622082176243384320 - socmed dialektik: kritik -> selbstkritik -> über sich selbst gerührt.
621629406193258496 - (wer für youtuber verständnis aufbringt, wenn sie sich in einer neuen situation unbeholfen anstellen, der sollte das auch für politiker tun)
621232797701828609 - war seit jahren wieder einmal auf der startseite von
mashable, wann wurde das denn zum general interest medium?
620898633622388736 - (symptomatisch, wie spürbar erleichtert journalisten sind, dass ein youtuber bei seinem ersten versuch keinen besseren job als sie macht)
Was ist eigentlich ein Buch? -
ich bin mir nicht sicher, ob ich richtig verstehe, was du mit 'textbegriff' meinst (die vermutung, dass das in der jeweils gewählten textausdrucksform ausgedrückte immer auch eine art abstrakte texthaftigkeit transportiert, die alle phasen transzendiert?) - aber davon abgesehen ignorierst du glaub ich einen nicht unwichtigen punkt: während sich an den sprach- und literaturwissenschaftlichen konstanten nichts ändert, wie sollte es auch?, verändern neue technologische milieus natürlich schon etwas anderes mitunter dramatisch, nämlich die *verteilung* vom geschriebenen resp. gelesenen. und während perry rhodan die form des häppchenweise dargebotenen, süchtigmachenden endlostextes auf fast schon unheimliche art antizipiert hat, man muss kein großer pessimist sein um zu vermuten, dass die von amazon gesetzten anreize nicht unbedingt gesellschaftlich wünschenswerte neuausdifferenzierungen incentivieren. die diagnose, dass wir lesen und lesen tut irgendwie so, als sei das lesen selbst schon ein ethischer akt.
619253106161938432 - @openmedi nur zu twitter: das einzige, das T festlegt, ist die 'registry' der tweets und accounts; alles andere sind views die auch anders sein könnten. twitter ist gwm. nur die referenzimplementierung von sich selbst.
619159333511806976 - @openmedi jein; das verstehen drückt eigentlich/zumindest oft das 'echte' interesse aus (das ist natürlich eine schwer zu schluckende pille)
619125555552780288 - die ablehnung der aufhebung der panoramafreiheit ist bestürzend, weil sie zeigt, dass urheberrechtlicher unsinn auch abgelehnt werden könnte
619091467261321216 - (scream ist gar nicht schlecht; schlüssige mischung aus den filmen und clueless)