Last.fm Unplugged

^ gute Idee, Last.fm startet Last.fm Unplugged (ann), interessant dabei auch, wie das Moleskine befüllt wird:
Once we receive your sheets, we’ll then attempt to scan them – and if that fails, use our troop of monkeys to manually enter your scrobbles.
Immr Revisited

^ nett, twitter gibt es jetzt auch ohne vokale: twttr (ann)
(siehe immr)
NYR3-KW13
(kontext)
Books:
- Der Implex p. 99 – 144
- Generation X
- Unendlicher Spass p. 291 – 350
- Houllebecq/Levy – Volksfeinde
- Roland Barthes – Vorbereitung des Romans p. 1 – 202
(vorbereitung des romans sehr super, ein vorbereitung der app wäre wirklich nicht schlecht)
Movies
- Pulp Fiction
Series:
- The Amazing Race S22 E6
- The Americans S1 E9
- GNTM S8 E5
- Survivor S26 E7
Apps
-
Nützliche Unterscheidungen pt. 14 (The Bricolage Edition)
Eine weitere besonders nützliche Unterscheidung ist ganz sicherlich die Unterscheidung: fordere ich (von Tools / von der Welt / …) Features, die genau das tun, was ich will, oder nehme ich (die Tools / die Welt / …) wie sie sind und schaue, was damit möglich wird.
(es ist natürlich nicht ganz so einfach und es haben beide ihren wert, aber die erste disposition führt tendenziell zu serien, die komplexitäten aufbauen und dabei aber die möglichkeiten verringern, die zweite disposition führt tendenziell zu serien, bei denen die möglichkeiten aus den einschränkungen entstehen; bürokrat mit pflichtenheft vs. bastler mit skills; akkumulation vs. rekombination; etc.)
((die tangente der zweiten disposition könnte man mit deleuze tier werden nennen, man denke an ninja cat))
(abt: draw the distinction!)
Lazy Startup Ep. 12
Plattform, die die Pomodoro-Technik für 2-min Aktivitäten umsetzt, vl. Pomodorino oder so.
(siehe Paradeiser)
Lazy Book Ep. 8
Vorbereitung der App von Roland Barthes.
Notizen (stw)

^ sehr super: stw notizen.
Die Untergeher
relevanzdebattieren ist das neue metabloggen.
— Markus Spath (@hackr) March 24, 2013
sehr seltsam ist ja dieses wundenlecken, das nicht wenige deutsche techblogger erfasst hat, u.a.
- Unsere Mütter, unsere Fehler (sascha lobo: ‘versagen der netzgemeinde’, ‘versagen der vereine’, ‘versagen der parteien’, ‘versagen der blogs’, ‘versagen der unternehmen’, ‘versagen der vernetzung’)
- Die Netzgemeinde muss sich ihre Konflikte besser aussuchen (link tot, martin weigert: ‘netzgemeinde’, ‘niederlage’, ‘konflikte besser aussuchen’, ‘kräfte bündeln’, …)
- Ich habe vergessen wo vorn ist (mspro: ‘netzgemeinde’ zynisch (haben wir verdient), technodystopische sinnkrise, was tun?)
- und viele mehr.
das problem dabei:
(1) dieser unsägliche begriff einer netzgemeinde, der ansonsten immer abgelehnt wird, zumindest wenn er von irgendwelchen journalisten kommt, wird damit nicht nur legitimiert, sondern fast schon als diskursiver zentralbegriff festbetoniert.
(2) das unsägliche attribut ‘selbsternannt’, das eigentlich grundsätzlich abzulehnen ist und immer, wenn es von irgendwelchen journalisten kommt, wird damit nicht nur legitimiert, sondern tatsächlich zutreffend.
(3) das ‘anerkennen einer niederlage’, eines versagens, etc. macht die ganze sache erst zu einer niederlage, einem versagen, etc.
plötzlich haben wir also tatsächlich eine selbsternannte netzgemeinde, die armseligst verloren hat. na super.
—
kleine nebenbemerkung: vor kurzem hab ich mich darüber gewundert, warum es in deutschland einen so guten pop-diskurs und so schwachen web-diskurs gibt
eigenartig, dass es in deutschland doch einen so starken pop-diskurs gibt, aber nur so einen im guten fall verzettelten und im normalfall vertrottelten web-diskurs; interessanterweise scheint gerade die politische aufladung dem pop-diskurs sehr gut aber dem web-diskurs sehr schlecht zu tun
(nts: mich öfter selbst zitieren)
mit der vermutung politische aufladung als grund hatte ich vl. sogar recht und an den aktuellen vorgängen sieht man ggf. warum:
der pop-diskurs hat die politische aufladung auf der ebene der zeichen und des diskurses selbst betrieben und politik in den praktiken des pops / der kunst selbst konzipiert. die form selbst (von macro – etwa explizit im punk oder wasweissich – bis micro – etwa das erfassen eines gesellschaftlichen snapshots durch samplen das essentiellen breaks eines tracks gwm. als zeitlose monade) war das politische medium, die arbeit in und an der form das politische handeln.
die nun selbsternannte netzgemeinde andererseits will realpolitisch wirksam sein, ohne dementsprechend zu agieren oder auch nur ansatzweise die strukturellen voraussetzungen dafür vorzufinden. ich vermute die möglichkeit der illusion einfach mal so wirksam zu sein basiert auf der selbstüberschätzung, die dadurch getriggert wurde (und andauernd getriggert wird), dass man emergente (netzwerk)effekte des webs einer eigenen leistung, sei es von einem selbst oder von einer gruppe, zugeschrieben hat (nur als analogie: man kennt das gefühl beim arabischen frühling nicht nur via twitter selbst dabeigesen zu sein, sondern sogar ein bisschen mitgemacht wenn nicht durch eigene retweets sogar mitverantwortet zu haben; anderes beispiel: der ursprüngliche erfolg der piraten basierte nicht auf einer konzeptionellen eigenleistung, sondern war das ergebnis einer kollektiven unzufriedenheit, in einer situation bei der alle anderen alternativen einfach noch schlechter waren und man mal ein zeichen setzen wollte; mspro (siehe oben) hat das zwar erkannt (die videoblogger, die anonymous maskierten, …), allerdings sind es bei ihm noch immer (zu mobilisierende) massen).
Lazy Startup Ep. 11
Plattform die gwm. das genaue Gegenteil von tldr.io ist – also nicht lange Texte auf 160 Zeichen verkürzt, sondern die tatsächliche Bedeutung von Tweets in langen Texten vollständig erklärt.
NYR3-KW12
(kontext)
Books:
- Marshall McLuhan – Das Medium ist die Massage
- Passig/Lobo – Dinge geregelt kriegen
- Rainald Goetz – Abfall für Alle p. 1 – 65
(abfall für alle schaff ich irgendwie nicht mehr; er hat zwar immer wieder sehr schöne stellen, aber drumherum ist für mich zu viel literaturbetriebcruft; p/l: hmm, auch wenn sie gtd zumindest damals wohl nur vom hörensagen gekannt haben nicht schlecht, den anarchismus des wortspiels find ich wunderbar, allerdings musste ich mich beim lesen über internet ärgern, weil mir erst dabei klar wurde, wie sehr sie dort alles relativiert haben, um nur nicht als internetbefürworter beschimpft werden zu können; mcluhan fast jeder satz ein blitz)
Movies
-
Series:
- The Amazing Race S22 E5
- The Americans S1 E8
- GNTM S8 E4
- Survivor S26 E6
Apps
-
signing up 6

heute vor sechs jahren: 11746761
t7
RT jack inviting coworkers https://t.co/tgoDeJWSwc
— Markus Spath (@hackr) March 21, 2013^ devoha: twitter wurde (intern) 7
Hermetisch hermeneutisch bloggen
Hermetisch hermeneutisch bloggen – i.e. ab einem gewissen Zeitpunkt immer weniger Einflüsse von aussen ins Blog lassen und zuerst zunehmend und irgendwann nur noch den exisitierenden eigenen Vortext erklären (in loops, in dialektischen spiralen, in antidialektischen regressions below the mean, etc.)
Programmieren mit Zizek Revisited
aus der abt. heute vor 10 jahren in irgendeinem txt-file:
Bruce Sterling SXSW2013
bruce sterling mal wieder in hochform bei der sxsw on soundcloud
Shoemail

^ hab aus psychohygienischen gründen und aus gründen symbolischen zivilen ungehorsams bei allen google diensten mit custom background einen schuh als hintergrundbild genommen. hat übrigens geholfen.
Kurzschuss Revisited
aus gegebenem anlass muss ich fast noch ein (in den eingeweiden eines wildschweins gelesenes) posting aus dem märz 2010 – 15 monate vor google+ – ausgraben: Kurzschuss :
…
google und facebook kommen von den entgegengesetzten enden (google ist der könig des öffentlichen, facebook der des privaten), beide sind damit aber nicht zufrieden und haben begehrlichkeiten auf das reich des anderen (google will den social graph interpenetrieren, facebook will den vorhandenen social graph veröffentlichen), beide sind auf jeweils unterschiedliche art bereit, ihre stärken dafür zu opfern. beide bauen komplexitäten ein, die das eigene angebot mittelfristig unattraktiver machen.
(ich befürchte facebook hat im bereich öffentlich-sozialer rundfunk den besseren plan (im sinne von ist sich der konsequenzen besser bewusst und nimmt sie bewusster in kauf) und google hat diesbezüglich leider überhaupt keinen plan. leider, weil ein offenes web zumindest auf absehbare zeit wohl google braucht, um unter den neuen bedingungen (echtzeit, mobil, lokal, transsozial, etc.) zu sich zu finden)
((mir ist es ein echtes rätsel, warum google die gier hat, auch das soziale an sich koppeln zu wollen, und sich nicht darauf beschränkt, das vorhandene soziale zu fördern, zu sichten, zu vernetzen und zu organisieren. wenn man so will ist facebook die molare kraft, die zwar böse ist, aber bzgl. der eigenen funktionslogik alles richtig macht, und google ist auf dem besten weg, das eigene molekulare mojo zu verspielen und eine art molares mini-me von facebook zu werden))
(nts: mich öfter selbst zitieren)
Abfall für Alle (Reader Edition)
ich frage mich gerade, warum die – ich sag mal – erregung über das kommende aus vom google reader primär aus rezipientensicht betrieben wurde, sprich: es wurde primär darüber gejammert, dass man selbst nicht mehr so gut feeds lesen kann (und mit einem spektrum an angedachten alternativen und konsequenzen). und es wurde gejammert. gejammert haben aber eben nur die unmittelbar betroffenen benutzer des google readers.
tatsächlich zumindest gleichviel, wenn nicht mehr grund zum jammern hätten nämlich die produzenten der feeds, besonders also die blogger, und tatsächlich alle blogger, egal ob sie selbst den google reader verwenden oder nicht. denn mit dem ende vom reader verliert jedes blog einen signifikanten teil seiner leser, einfach weil es im prozess der migration eine ganze reihe an ausschuss und abfall gibt (einige gr-nutzer werden gar nix machen, einige werden zu einem anderen feedreader wechseln und dabei ausmisten, einige werden sich im social media strom auflösen und ggf. auf twitter einen reader emulieren wo vieles rausfällt, etc.). ich schätze diesen wechselbedingten verlust an lesern auf 10-30%, das variiert aber sicher von blog zu blog.
ich glaub nicht, dass blogs die echten freunde – btw: danke! – des blogs verlieren, die machen bei sich zur not im browser ein bookmark oder schreiben sich die url ins moleskine. aber man darf auch nicht den wert von losen leser/schreiber-koppelungen unterschätzen (gelegenheitsleser machen einen eher auf einen etwaigen bullshit aufmerksam, den man verzapft, usw.)
die erregung sollte also durchaus auch von den produzenten – also allen bloggern – getragen werden, denn google verschlechtert einfach die infoinfrastruktur für alle. für die blogger werden die auswirkungen nicht am ersten tag nach dem ende sichtbar sein, zumal sich die leser mit dem google reader nicht in den referrern wiederfinden. der schwund wird sich aber langsam und indirekt einschleichen, das uh-oh wird dann aber umso stärker.
—
aus der serie: Reader—
NYR3-KW11
(kontext)
Books:
- Diedrich Diederichsen – Eigenblutdoping
- Thomas Bernhard – Holzfällen
(eigenblutdoping ist sehr super, hat teilweise fast schon deleuzianische qualitäten bei den begriffs- und konzeptbildungen; eigenartig, dass es in deutschland doch einen so starken pop-diskurs gibt, aber nur so einen im guten fall verzettelten und im normalfall vertrottelten web-diskurs; interessanterweise scheint gerade die politische aufladung dem pop-diskurs sehr gut aber dem web-diskurs sehr schlecht zu tun; leider tut sich auch dd mit dem web sehr schwer und schaut in die falsche richtung)
Movies
-
Series:
- The Amazing Race S22 E4
- The Americans S1 E7
- GNTM S8 E3
- Survivor S26 E5
(amazing race ist einfach eine nette show. diese woche nicht nur mit affen, die für die racer eine kokosnuss öffnen müssen, die die nächste aufgabe enthält, sondern auch mit einer herrlichen szene, wo ein pärchen, das vom hinweis nur wusste, dass sie irgendwas traditionelles nachbauen und traditionell gekleidet präsentieren müssen, sich mit dem ort vertan haben und im garten eines ahnungslosen gelandet sind, der aber zufälligerweise gerade irgendein potpourri gemacht hat, was sie dann nachgemacht haben, der aber kein englisch konnte und leicht verwirrt war, sie aber machen ließ, usw.)
Apps
-
The Night of the Living Feeds Revisited
aus gegebenem anlass muss ich fast ein posting aus 2010 ausgraben: The Night of the Living Feeds (daraus die zitate unten; nts: mich öfter selbst zitieren); damals ging es um die auslaufrille rss ist tot, aber zwei angesprochene punkte wurden eben wieder relevant:
1. interesse
ob das (aufwändigere) lesen von feeds für einen sinnvoll ist, oder ob das dahinplätschern im social media strom nicht ausreicht, hängt vom grad des eigenen interesses an einem thema ab.
Interessiert man sich für die die Neuigkeit der Neuigkeit an sich, dann haben Feedreader tatsächlich ausgedient. Twitter ist da einfach der wesentlich effektivere Kanal, und die vollständige Anschlusskommunikation findet auf Twitter selbst (durch wiederholung der nachricht mit eigenem senf, durch retweets) statt. Was dabei neuigkeitswertig ist, ist systemeigenrichtig (um bolz zu paraphrasieren) – ist eine Nachricht neuwertig, dann findet sie mich automagisch indem ich den Strom einschalte; was mich nicht findet, kann es per definitionem nicht sein, sonst würde es ja im neuigkeitsrelevanten Zeitfenster von [die letzten 10 min, in de die letzten 10h] auftauchen. Zur Lückenfüllung am Abend noch Techmeme und passt.
wenn man sich ein bisschen interessiert, dann treibt man am besten im strom und fischt aus dem vorbeitreibenden heraus. das wichtigste ist da sicher dabei und sicher auch was nettes und was zufälliges, das reicht völlig aus.
wenn man sich doch schon für etwas interessiert, dann treibt man am besten im strom und schaut vielleicht, dass man einigen menschlichen filtern folgt, die einem einige nuggets herauspicken, und checkt am abend vl. den aggregator zum thema. auch das reicht dann völlig aus.
wenn man sich wirklich für etwas interessiert, dann fischt man natürlich auch im strom, aber dann kommt man um das lesen von einem selbstselektierten bündel an feeds nicht herum, weil man dann ja alles wissen will, weil man selbst derjenige ist, der die anderen spezialisten kennt, der für andere kuratiert, weil man die allerbesten texte tatsächlich nie im strom und schon gar nicht auf einem aggregator findet.
(nur zur sicherheit: ob man sich bzw. wie sehr man sich für etwas interessiert ist keine leistung an sich, man interessiert sich oder man interessiert sich nicht, das ist halt so. aber der grad des interesses korrespondiert idealerweise mit der den techniken des rezipierens. und wer sagt, dass er keine feeds braucht, weil ihn twitter ausreichend informiert, der sagt damit halt auch, dass er sich nicht sehr für das thema interessiert)
^ ((diese klammer als satzzeichen wurscht lesen. wurscht auf, wurscht zu, alles dazwischen ist wurscht))
2. nihilismus des schwarms
das strömen in tweets und das lesen von feeds führt zu verschiedenen strukturen:
Die erste Disposition führt als Organisationsstruktur zu einem (hypereffektiven, postmodernen) Schwarm, die zweite zu mehr oder weniger einsamen (existentialistischen, modernen) Individuen, die im Levy Flight herumkrebsen.
interessanter aber ist fast, wie sehr sich der damals schon spürbare nihilismus seither verstärkt hat:
Ich mag beide Formen, was mich aber zunehmend nervt ist der latente Nihilismus des Schwarms. Es reicht ihm nicht der Wille zur Macht (unter den kollektiv geführten aber singulär repräsentierten regimen von facebook, twitter, 4chan, etc.), öfter als nicht ist damit auch eine Lust am Zerstören aller anderen Formen verbunden (können wir bitte RSS und das damit verbundene schuldgefühl der unread items endlich beerdigen und uns alle auf twitter einigen?
der ganze bullshit von twitter seit dick costolo und der ganz blödsinn von google, seit sie auf social machen, auf der spitze der schwachsinnigkeit eben jetzt die vernichtung vom google reader, das alles ist ein symptom dieses nihilismus, der den verbliebenen frei flottierenden eigensinn am liebsten weglöschen will. ich beginne langsam zu befürchten, google weiß, was sie da tun (auch wenn sie wohl nicht mit diesem grad an aufschrei gerechnet haben und auch wenn ihnen wohl die indirekten folgekosten erst jetzt langsam zu dämmern beginnen), die wollen das ökosystem zertrampeln im naiven glauben, teile werden sich schon auf g+ reterritorialisieren.
—
aus der serie: Reader—