Jammerheimer
Der vierte Megatrend 2012 ist ganz eindeutig dieses kollektive Gejammere. Mittlerweile jammern ja fast alle fast andauernd über fast alles*.
(mir pers. kommt das sehr gelegen; ich bin bei gejammer lange zeit sehr emphatisch, aber ab einem grenzwert kippt das und es wirkt auf gute art witzig und hebt die stimmung)
* hier immer web related stuff(siehe Googleheimer, Appheimer und Digestheimer)
Lost Tweets 55
oh, leweb http://www.youtube.com/user/leweb/featured
Digestheimer
Der dritte Megatrend 2012 sind ganz eindeutig diese daily- oder weekly digests, die aus dem jeweils eigenen Strom (Twitter, Quora, seit kurzem Disqus, etc.) generiert werden.
(find ich eigentlich auch recht nützlich, könnte man archivieren, kann man üblicherweise abbestellen)
(siehe Googleheimer und Appheimer)
Lost Tweets 54
(eig. interessant, dass ein neues gadget das gesamte bisherige app- und infoökonomische milieu total verändern kann)
Lost Tweets 53
(laberschutzrecht)
True Stories
kl. nachtrag zu stop making sense : marcels das ist quatsch
hat mich zum nachdenken gebracht, und es gibt vl. noch eine andere erklärung, die bei unterstellter rationalität der beteiligten möglich ist:
die zu beantwortende frage ist ja, warum sich politik und medien für vglw. wenig zu gewinnendes – wenn man die kosten für damit verpasste gelegenheiten mitrechnet sicherlich ein totalschaden – auf einen kampf einlassen, mit dem sie sich nicht nur unnötigerweise einen (wachsenden) gegner schaffen, sondern in dem sie dann tatsächlich leichtfertig eines der wichtigsten dinge überhaupt aufs spiel setzen: ihre glaubwürdigkeit und das in sie setzbare vertrauen.
(ich lasse hier den komplex politik aussen vor, nur soviel: dort ist es wohl eher business as usual, insgesamt ist noch nicht angekommen, dass sich die beobachtungsverhältnisse verändert haben. wir sehen ja, die piraten waren nur ein strohfeuer, carry on)
Ich bin gerade ernsthaft am Überlegen, mein FAZ Abo zu kündigen.
^ der immer eher besonnene carsten pötter
aber die qualitätsmedien spielen mit ihrer glaubwürdigkeit und damit mit ihrem leben russisches roulette. die wissenschaftliche dokumentation dazu liefert natürlich stefan niggemeier, und man kommt aus dem staunen nicht heraus, siehe oder usw., unterm strich tun sie aber eines: sie tun dokumentierbar und vor aller augen genau das gegenteil von dem, was sie als eigene hauptleisung und existenzberechtigung proklamieren. und wie gesagt aber es ist einfach so skurril: alles völlig freiwillig und für nichts.
wie schon bei stop making sense ist diese diese sinnlosigkeit des verlusts der glaubwürdigkeit nicht die frage, sondern die antwort. wer hat am wenigsten von einem verlust einer glaubwürdigkeit zu verlieren, weil er keine hat und ohnehin postglaubwürdig publiziert? genau, springer mit der bild. zu verlieren haben aber alle anderen, die faz und die süddeutsche und die zeit und wie sie alle heissen, die zumindest noch so tun als ob sie wollen. und wie bei stop making sense erweist sich springer auch in diesem szenario als fast schon unheimlich genialer stratege.
zensunday #1

Stop making sense
(a) Mike Masnick zerlegt wie so oft in Hochform einen Fall an Copyfraud, was natürlich lesenswert aber hier nicht unbedingt erwähnenswert wäre, auch wenn die Sachlage auch einen humoristischen Aspekt hat – er hatte die bemängelte Textstelle nämlich nur zitiert, um aufzuzeigen, wie ebendieses Unternehmen das Gleiche bei einem anderen Blogger ungerechtfertigterweise gemacht hat -, wenn es nicht
(b) die schöne Lektion darin gäbe, wie auch ökonomisch bizarr die ganze Aktion war:
It’s that last point that is the most bizarre in all of this. The original blog post, by Patti O’Shea, which we were commenting upon, said nothing negative about your organization or the exercise, which she seemed to enjoy. Most reasonable persons would actually have read it as an endorsement of the exercise itself, which would reflect well on you and could lead more people to wish to hire your organization or license the specific exercise details. Thus, the end result of your bizarre copyright extremism is that you caused a blog post that would likely drive more business for you to be disappeared from the internet. In response, you received criticism from us. And, rather than change your ways, you have now dug yourself an even bigger hole by threatening us with what appears to be a clearly bogus threat. So you have gone from one mostly positive blog post to an increasing series of negative blog posts criticizing your activities.
was aber hier noch immer nicht unbedingt erwähnenswert wäre, wenn es uns nicht
© sehr an die aktuelle Frage erinnern würde, wie es denn überhaupt sein kann, dass sich Medien und Politik mit dem Leistungsschutzrecht ein eigenes Loch schaufeln und dabei – das ist auch Springer klar – nichts gewinnen, aber eine massive Front gegen sich aufbauen und sich völlig unnötigerweise einen Gegner schaffen.
was sicher auch noch nicht unbedingt erwähnenswert wäre, wenn nicht
(d) genau wegen der Grund- und Sinnlosigkeit der eigentliche Grund und Sinn durchschimmern würde, der hinter der Sache steckt.
Würden sie sich nämlich rational-pragmatisch verhalten, was sie zweifellos tun könnten, dann würden sie einfach die Baustelle wechseln und die Beute an anderer, weniger beobachteter und verteidigter Stelle suchen, was sie ebenfalls zweifellos tun könnten.
Das Ziel von Springer und Co ist aber nicht die Beute, sondern das Überprüfen des Überwachungssystems. Es geht ihnen nicht um ein Leistungsschutzrecht, es geht ihnen um die Überprüfung und Bewertung der aktuellen Fähigkeit des Systems ‘Netzgemeinde’ inkl. der Piratenpartei, mit einer solchen, sinnlosen Irritation umzugehen. Man muss Springer ein gewisses Maß an Chuzpe zugestehen: Gerade die völlige Idiotie des Leistungschutzrechts ist für dieses Experiment tatsächlich genial, weil in Abwesenheit von Sinn die Machtverhältnisse messbar werden. Grandios.
Google Developers Academy

^ huch, google jetzt auch noch mit einer Google Developers Academy, die, soweit ich sehe, eine art strukturierte navigation über teilweise bestehende docs und howtos und teilweise neue course builder classes ist.
(nur am rande: ihr designtechnisches problem alles mit den eigenen mitteln – google sites, google moderator, google course builder, am lange zeit fatalsten: gwt, kommend wohl google drive pub, usw. – lösen zu wollen (oder aus sicht der jeweils verantwortlichen sicher auch: zu müssen) simmert zwar noch immer überdeutlich durch und hat noch immer vorrang vor allem anderen, aber man spürt zumindest ein ringen darum)
New Year's Resolution 2013 Pt. 2
shut up and code.
(abt. 25% literal, 25% conceptual, 25% allegorical, 25% contextual)
Artball

^ nett: styn (die bilder könnte man nach der score benennen) ((via))
Lost Tweets 52
irre ich mich, oder gibt es in letzter zeit wieder deutlich weniger infografiken?
Lazy Blog Ep. 19
(blogpost über DAS fundamentale dilemma im derzeitigen web: den umstand, dass wir alle in diesem internet quasi zusammengesperrt sind und nicht wegkönnen. wie bei survivor sitzt man plötzlich mit leuten, mit denen wir im normalen leben nie zu tun haben würden, auf einer insel zusammen und muss schauen, wie man überlebt)
Konzept des Tages: Anticipation vs. anxiety
enthalten und ausgeführt hier
If you work with anxiety, on the other hand, you’ll be covering the possible lost bets, you’ll be insuring against disaster and most of all, building deniability into everything you do.
New Year's Resolution 2013 Pt. 1
join facebook.
(abt. es nützt ja alles nix)
Lazy Startup Ep. 8
Erweiterung für alle gängigen Browser, die gelegentlich ‘canned laughter’ einspielt.
(könnte man sicher auch natural language processing und/oder ai mässig und/oder via crowdsourcing / aai aufpeppen, aber konzeptionell wär das eher kontraproduktiv und statistisch ist wohl ohnehin kaum was drin)
Sitcoms
Live in the future, then build what’s missing.
devoha auch hier: Paul Graham über Ideen für Startups (an seine alte form anschliessend, wenngleich er (natürlich noch immer, damit hört er nicht mehr auf) ans wissenkönnen glaubt und sich auch selbst glaubt)
Konzept des Tages: Moral Machines
enthalten und ausgeführt hier
What we really want are machines that can go a step further, endowed not only with the soundest codes of ethics that our best contemporary philosophers can devise, but also with the possibility of machines making their own moral progress, bringing them past our own limited early-twenty-first century idea of morality.
Lazy Blog Ep. 18 Expanded
(so, jetzt auch noch Lazy Blog Ep. 18 expanded: ich hab ein bisschen überlegt, mit welcher aktivitätstechnischen analogie man programmieren eigentlich am besten beschreiben könnte, also sportler, musiker, arzt, anwalt, maler, politiker, architekt, handwerker, etc., und irgendwie bin ich am ehesten beim koch bzw. kochen gelandet. es gibt gewisse grundtechniken, die man können muss (und die man durchaus auch perfektionieren kann); es gibt gewisse rezepte, die man immer wieder verwenden kann, wenn man sie verinnerlicht hat; es gibt ein breites spektrum an komplexität und formaler qualität der gerichte, die aber alle ihre berechtigung haben: von der eierspeis bis zur arbeitsteiligen großküche im fünfsterne-hotel; beide sind ein prozess, bei dem sich frühe entscheidungen später rächen oder auch auszahlen können, bei dem aber immer auch improvisiert werden kann; last not least gibt es eine ultimative ausrichtung am ‘kunden’ der entscheidet, obs geschmeckt hat oder nicht. usw.)
Lazy Blog Ep. 17 Expanded
(mininachtrag zu Lazy Blog Ep. 17 : wer will könnte natürlich auch über das übergeordnete phänomen schreiben, also über die grundsätzliche frage, wie sinnvoll das problem ist, das gelöst wird/werden soll und ob man sich damit nicht etwa auf ein lokales optimum beschränkt oder in einem immer tieferen loch vergräbt, ob man nicht die opportunitätskosten übersieht, usw, also jedenfalls über das problem sich den falschen problemen zu stellen. wie immer bonuspunkte für konkrete fallstudien und sternchen für eine umfassende typologie)