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die romantische komödie


429270640944627712 Revisited


kl. nachtrag zu 429270640944627712 : irgendwie war (der kauf von payback) überhaupt eine ethische katastrophe für mich: zuerst hatte ich ein schlechtes gewissen, weil ich es erst im ‘last call’ stapel für läppische $3 gekauft habe1, dann hatte ich ein schlechtes gewissen, weil ich es nicht gelesen habe und es mahnend herumlag, dann war es irgendwie unangemessen, es so kurz nach seinem tod zu lesen, und jetzt habe ich es doch gelesen und hab nichts wirklich gutes darüber zu sagen, usw. trotzdem ein paar minianmerkungen …

es ist ein ärgerliches2 buch, weil er eigentlich knapp dran war und er im grunde nur leicht vermeidbare fehler gemacht hat: er hat seine persönliche einzelerfahrung als allgemeingültig gesetzt. er konnte nicht zwischen den kontingenten effekten und den notwendigen gesetzmässigkeiten unterscheiden; die idee, dass gewisse probleme für die (manchmal massen an) betroffen zwar real, aber grundsätzlich auch vermeidbar sind, kommt ihm aus irgendeinem grund ganz einfach nicht. er versteht nicht, dass irgendeine kontingenz immer notwendig ist. und um seine erfahrung dann also objektivieren zu können, ohne den anderen menschen den eigenen handlungsspielraum und deren subjektivität einfach schnell mal grundsätzlich abzusprechen, wendet er einen kniff an: er biologisiert das problem. das netz ist nicht nur selbst ein expandierendes gehirn (im grunde eine dämliche metapher, aber damit ist er nicht allein), das netz ändert auch unsere hirne und verdrahtet sie alle neu. und nimmt man das dann einfach an, kann man damit ohne weitere argumentation alles (wir werden dümmer, wir verlieren die fähigkeit zur aufmerksamkeit, unser textverständnis erodiert, wir werden zu nervösen wracks weil in jeder email überlebensnotwendige infos versteckt sein können, wir werden durch den zustand der dauererschöpfung lust- und leblos, etc.) erklären.

(eine technik, mit der wir uns in diesem szenario dann als menschen reetablieren können, zaubert er am ende dann übrigens doch aus dem hut: den perspektivenwechsel. leider befolgt er seinen eigenen ratschlag nicht, er hätte damit einige der von ihm vorgestellten auswegslosigkeiten selbst mit alternativen gängen umbauen können)

((zwei perspektiven, die sich zum gelegentlichen wechsel oft nicht nur angeboten hätten sondern die sich fast aufdrängen, die er aber gewissenhaft vermieden hat, sind persönliche produktivitätstechnicken/gtd und soziologie; david allen und gina trapani erwähnt er zwar, er kennt sie aber wohl nur vom hörensagen und tut sie vorschnell ab; mit pierre bourdieu hat er angeblich sogar einmal gespeist, wenn er dessen begriff vom ‘habitus’ zur beschreibung von unbewusst automatisiertem verhalten statt dem begriff ‘algorithmus’ verwendet hätte, hätte er sich und uns einige doofe anschlussüberlegungen erspart, weil gewisse blöde assoziationshöfe – der wahn um die algorithmen verfolgt uns ja bis heute – erst gar nicht aufgekommen wären))

unterm strich hätte er es als techniktagebucheintrag schreiben sollen; als subjektive erzählung eines eigenen konfliktes ist es durchaus interessant und wäre auch nicht ohne relevanz. als theorie oder erklärmuster der gesellschaftlichen verhältnisse ist es leider eher doof – und nicht, weil es zum damaligen zeitpunkt so doof sein musste.

1 meine heuristik ist bei büchern, dass man weniger für das buch bezahlt, sondern dass man sich selbst für das lesen bezahlt, weil einem die eigene zeit, die man mit dem buch verbringt, zumindest bei taschenbüchern immer mehr wert sein sollte als der preis des buches, und dass man also keine bücher kaufen sollte, nur weil sie verbilligt sind.

2 ärgerlich natürlich nur deshalb, weil der als herausgeber der faz dann die nächsten jahre ganz wesentlich den tonfall und das niveau der ‘internetdebatten’ vorgegeben hat. schirrmacher war halt wohl auch der fortschrittlichste unter den zeitungsmachern, alle anderen haben das immer als oberste grenze konzipert.

26.04.2015 # https://hackr.de/2015/04/26/429270640944627712-revisited

Lazy Blog Ep. 47

(blogpost über DAS fundamentale dilemma im derzeitigen web: den umstand, dass öfter als nicht das gesamte ‘web’ als beobachtungs- und bewertungsebene für dinge ausgemacht wird)

((was leider eine sinn- weil diskriminationslose abstraktionsebene ist, weil das web keine ontologische substanz ist oder hat, in der irgendwas stattfinden kann, sondern bestenfall die aggregierte summe aller einzelereignisse ist, die auf allen jeweils konkreten plattformen halt stattfinden. das zu unterscheiden ist deshalb wichtig, weil es eben keine allgemeine logik des webs gibt, sondern nur konkrete einzellogiken konkreter plattformen, die aber mitunter auch völlig verschieden sein und verschiedenste dynamiken triggern können))

(((nur als kleines beispiel, weil wir das in letzter zeit häufiger hören: die aussage ‘im web werden die umgangsformen immer barbarischer’ klingt zunächst völlig plausibel; man muss schon ein sehr behütetes dasein führen, wenn man noch nie über kommentare gestolpert ist, wo man sich nur fassungslos fragen konnte, wo man denn da gelandet ist. und gefühlsmässig weitet sich das tatsächlich auch in bereiche aus, die vor einigen jahren noch nicht betroffen waren. es breitet sich also aus, im netz, und da muss man was gegen tun.

das ding ist halt: die kommunikationskultur ist kein abstraktes phänomen, das im web seine ausdruckskraft sucht, kommunikationskultur entsteht immer nur als konkretes produkt auf konkreten plattformen. die gute nachricht dabei ist, dass sich damit das problem sofort zerteilt und dass es also viel leichter ist, die ‘pathologischen’ ereignisse auf plattformen zu isolieren und zu versuchen zu verstehen, was bei ihnen warum ‘schiefläuft’. die schlechte nachricht ist, dass trotzdem immer auch plattformen betroffen sein können, die das wirklich nicht wollen (etwa die kommentarspalten der qualitätszeitungen), oder die eingebaute verstärkungseffekte haben, die das ganze also auch noch multiplizieren (etwa facebook). die gute nachricht ist wieder, dass man das verständnis der plattformdynamik in die bewertung hinein fakturieren kann und man die tatsächliche signifikanz vl. realistischer versteht. die schlechte nachricht ist, dass man sicher auch gelegentlich plattformen gwm. abschreiben bzw. aufgeben muss, zumindest was die erwartungshaltung einer idylle zum erzeugen von kommunikativer vernunft betrifft (was nicht heisst, dass eine solche nicht auch stattfinden kann, das kann sie immer; nur stellen sich plattformen im konkreten gebrauch früher oder später als mehr oder weniger resilient heraus). was als gute nachricht nochmal die einschätzung des stattfindenden diskurses verbessert; das ist übrigens deshalb wirklich wichtig, weil das übliche hysterische skandalisieren oft selbst mehr schadet als nützt.

jedenfalls ist es wichtig im hinterkopf zu behalten, dass der kommunikative umgangston kein symptom vom web ist, sondern immer das symptom einer konkreten plattform, die halt im web ist, aber immer neben allen anderen plattformen steht, die halt auch im web sind und ihre eigenen verhältnisse und dynamiken und umgangstöne erzeugen. es gibt zum glück ja auch viele, die wirklich angenehm funktionieren. der gedanke ist übrigens auch dann nützlich, wenn man sich überlegt, wie man kommunikativ resiliente oder sogar antifragile plattformen bauen könnte)))

(bonuspunkte also wie immer für konkrete fallstudien und sternchen für eine umfassende typologie)

22.04.2015 # https://hackr.de/2015/04/22/lazy-blog-ep-47

Papierkorb pt. 75

(twitter cards folgen der logik von überwachungskameras; hat einer angefangen müssen alle nachziehen und am ende hat niemand einen vorteil, aber die qualität des gesamtsystems ist geschrumpft)

22.04.2015 # https://hackr.de/2015/04/22/papierkorb-pt-75

Papierkorb pt. 74

(ein buch sagt mehr als tausend tweets)

22.04.2015 # https://hackr.de/2015/04/22/papierkorb-pt-74

Loch Ness

nessie

^ Google heute mit einem Nessie Doodle. Im Blog gibt es dann auch ein paar Hinweise, wie man dem mit einer speziellen underwater view auch selbst auf/unter den Grund gehen kann.

21.04.2015 # https://hackr.de/2015/04/21/loch-ness

Tweet des Tages 590408937838682112

Für die Offenlegung aller Machtalgorithmen

(schon wieder) guenterhack

21.04.2015 # https://hackr.de/2015/04/21/tweet-des-tages-590408937838682112

Konzept des Tages: Asshole Factory

See my point? Mara’s job isn’t to benefit customers. It isn’t to educate, understand, listen to, or even to chat with them. It isn’t to stop them from buying what they don’t want; to help them find what they might need; to match them with the right stuff. Nope. It’s merely to push more and more and more and more shit at them…faster, meaner, and dumber than any sane person would think is humanly possible…using advanced military technology and techniques… programmed to abuse her…so she can wage advanced psychological warfare…on her customers. And they were just suckers, gaping maws, fools, marks. And be yelled at…by a robot…if she doesn’t.

enthalten und angedacht hier.

21.04.2015 # https://hackr.de/2015/04/21/konzept-des-tages-asshole-factory

Spargel 2015

google

^ endlich spargel.

15.04.2015 # https://hackr.de/2015/04/15/spargel-2015

Lazy Startup Ep. 37

Tool oder Plattform, das das Prinzip von IFTTT – also dem programmierbaren Verketten von Ereignissen – aufgreift, aber auf historische, auf Webdiensten schon abgebildete Ereignisse überträgt.

14.04.2015 # https://hackr.de/2015/04/14/lazy-startup-ep-37

You may also like Karl

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^ der dokumentarischen voha kleiner nachtrag zu 587191314317496320 : twitter hat offensichtlich damit begonnen, bei manchen tweets in der einzelansicht empfehlungen für potentiell interessante andere tweets abzugeben. ohne dem weiter nachzugehen ist vl. das interessanteste, wie fast schon google-patschert sie das implementiert haben; sie zeigen die empfehlungen nur bei tweets ab einem gewissen threshold an favs und retweets an, und die empfehlungen sind dann ein wirklich völlig kontexloses gemisch an auch wieder zumindest semipopulären tweets (bevorzugt, aber nicht notwendigerweise mit assoziiertem bild) von leuten, denen man selbst nicht folgt, oder so. weil sich bekanntlich viele auf twitter denken: twitter ist super und alles, aber was ich wirklich oft vermisse sind irgendwelche tweets von irgendwelchen leuten, die zumindest 5 favs haben usw.)

12.04.2015 # https://hackr.de/2015/04/12/you-may-also-like-karl

FYI 003

fyi: wir müssen nicht für alle/alles sein, das eines unserer argumente unterstützt. wir müssen auch nicht gegen alle/alles sein, das einem unserer argumente widerspricht.

10.04.2015 # https://hackr.de/2015/04/10/fyi-003

Papierkorb pt. 72

(ganz witzig ist eigentlich, dass gerade die materialität vom papier über die hintertür eine art absolution vom ‘lesenmüssen’ einführt, während die digitalität des links eine art andauernde kafkaeske unerfüllbarkeit konstituiert)

10.04.2015 # https://hackr.de/2015/04/10/papierkorb-pt-72

Lazy Book Ep. 25

Die nicht notwendigerweise feinen Unterschiede von Pierre Bourdieu.

10.04.2015 # https://hackr.de/2015/04/10/lazy-book-ep-25

Die Zeitgenossen der Gesellschaft Pt. 21: Der Gamer

Der Gamer (m/w) ist ein relativ weit verbreiteter Zeitgenosse, der sich dadurch auszeichnet, dass er Dinge/Plattformen/Systeme/die Welt als Spiele konzipiert, die es zu gewinnen gilt.

Dem reinen Gamer geht es also nicht primär um die Erzeugung oder Abschöpfung von Wert oder Sinn (wobei er mit seinem tun durchaus wert und/oder sinn erzeugen und/oder abschöpfen kann), es geht ihm um das Maximieren von Punkten entlang einer Skala an Scores auf einem Leaderboard.

Öfter als den reinen Gamer gibt es aber den Abschöpfer, also den Gamer, der das Spiel mit dem ausschließlichen Ziel des Abschöpfens von Wert in ein anderes System verfolgt (wobei er damit trotzdem durchaus wert und/oder sinn erzeugen kann). Das kann durchaus oft funktionieren, weil viele als ‘Spiele’ konzipierbare Verhältnisse eine ‘Gewinnfunktion’ haben, die von gewinnenwollenden Spielern relativ leicht angezapft werden kann, weil die meisten ‘Mitspieler’ gar nicht bewusst spielen; das bedeutet oft aber auch, dass das ganze Spiel zu einem Nullsummenspiel oszilliert, weil alle einfach zu gewinnenden Spiele früher oder später auch viele andere Abschöpfer anzieht, mit denen man sich dann herumstreiten muss (man denke an den ganzen komplex google- oder ebay basierten ecommerce).

(den gamer bei analysen im hinterkopf zu behalten kann durchaus nützlich sein, weil wir in den letzten jahren ja immer wieder konstellationen hatten, bei denen irgendwelche incumbents plötzlich mit gamern zu tun bekamen, die ihnen die wurst vom brot stahlen und sich nun anschicken, auch noch ihr brot anzuknabbern)

((der grundsätzliche fehler ist dann fast immer, sich selbst in einen spieler im ‘vorgegebenen’ spiel verwandeln zu wollen, statt zumindest für sich selbst ein eigenes spiel zu definieren))

(abt. supermarket studies)

09.04.2015 # https://hackr.de/2015/04/09/die-zeitgenossen-der-gesellschaft-pt-21-der-gamer

Tweet des Tages 586080917187362817

Nicht in Technologien denken, sondern in Habitualisierungsprozessen

guenterhack

09.04.2015 # https://hackr.de/2015/04/09/tweet-des-tages-586080917187362817

Poodle Bookmarks

poodle

^ omg, bei pinboard kann man auch mit poodles taggen.

08.04.2015 # https://hackr.de/2015/04/08/poodle-bookmarks

FYI 002

fyi: aussagen müssen nicht notwendigerweise allgemeingültig sein, sondern können sich auch auf bestimmte felder unter bestimmten rahmenbedingungen zu bestimmten zeiten oder gegebenheiten beziehen.

08.04.2015 # https://hackr.de/2015/04/08/fyi-002

Poodle Retweets

poodle

^ eher devoha: twitter hat ‘neue’ retweets. wenn man auf retweet klickt, kann man wie bisher retweeten, oder man kann den retweet annotieren.

(leicht verwirrend/ganz interessant/nicht uninteressant/etwas inkonsistent ist der umstand, dass diese retweets keine eigentlichen retweets sind, sondern ‘nur’ autonome/eigenständige tweets, die mit der URL des ‘geretweeteten’ tweets vorpopuliert sind, wobei twitter den verlinkten tweet als solchen erkennt und als spezialfall inline ‘expandiert’. das bedeutet aber, dass die referenz auf das original verloren geht und der retweet eher eine resimulation ist; man sieht es beim original weder unter den retweets noch unter den replies; ich frage mich, ob sie das wollten (was durchaus sein kann, wobei mich dann interessieren wäre warum), oder ob sie das übersehen haben (was durchaus sein kann, wobei mich auch dann interessieren würde, wie ein solches übersehen bei einem so zentralen ding möglich ist)

08.04.2015 # https://hackr.de/2015/04/08/poodle-retweets

FYI 001

fyi: am internet gibt’s nichts zu verstehen, es ist selbstevident. jeglicher diskurs darüber ist nichts als verwirrung.

06.04.2015 # https://hackr.de/2015/04/06/fyi-001

MicroFools

Der erste Nanotrend 2015 war eindeutig der Minimalismus, den Microsoft am ersten April demonstrieren durfte. Statt aufwendigen Minisites haben sich die meisten Produktteams auf genau einen Tweet konzentriert:


03.04.2015 # https://hackr.de/2015/04/03/microfools