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die romantische komödie


Ninjafox

ninjafox

Firefox im Ninja-Mode.

22.07.2010 # https://hackr.de/2010/07/22/ninjafox

News Media Workshop

hab’s heute schon im linkwertig erwähnt, aber auch hier nochmal nahegelegt: googles stellungnahme an die FTC (ann), die wohl gerade von den us-verlagen mit forderungen bombardiert wird.

21.07.2010 # https://hackr.de/2010/07/21/news-media-workshop

140 Prozent

Twitter in Deutschland: 144 Prozent Wachstum

Twitter hat seine Besucherzahl in Deutschland im Juni kräftig erhöht.

Twitter wächst weiter

Der Kurznachrichtendienst Twitter hat im Mai sein starkes Wachstum in aller Welt fortgesetzt.

Twitter erhöht das Tempo

Die Entwickler haben also wesentlich zum schnellen Wachstum von Twitter beigetragen

Kleine Mädchen in VZ-Netzwerken, große Jungs bei Facebook

Twitter ist mit 2,6 Millionen Nutzern im Februar deutlich kleiner, wächst seit einigen Monaten aber wieder.

Twitter wieder auf Kurs: 18 Prozent Zuwachs in Deutschland

Der Kurznachrichtendienst Twitter ist nach der Wachstumsdelle im Herbst zurück in der Spur.

Die Schrittmacher im Internet

Den drittgrößten Sprung (in absoluten Zuwächsen) und den prozentual stärksten Zuwachs hat aber Twitter geschafft

Twitter: Viel mehr passive Leser, nur wenig mehr aktive Schreiber

Das Interesse an Twitter wächst in Deutschland ungebrochen weiter.

Die Medien lieben Twitter

Twitter und Co. wächst stetig.

Die Wette auf Twitter

Dass Twitter seine Kraft in dieser frühen Phase auf das Wachstum legt und nicht auf Umsatz, ist angesichts der im Internet dominanten Skaleneffekte logisch.

Twitter bleibt auf Kurs: 20 Prozent Zuwachs in Deutschand

Der Kurznachrichendienst Twitter.com ist im August in Deutschland um rund 20 Prozent gegenüber Juli gewachsen.

Twitter wächst in Deutschland rasant weiter

Auch die Zahl der täglichen User von Twitter.com in Deutschland wächst seit April stark.

Zahl der Twitterer in Deutschland legt um 34 Prozent zu

Die Zahl der aktiven deutschsprachigen Twitterer in Deutschland ist im Juni um 34 Prozent auf 105.000 gestiegen

734 Millionen Menschen nutzen soziale Netzwerke

In Deutschland wächst Twitter ebenfalls sehr schnell, ist aber noch klein.

Dämpfer für Twitter: 60 Prozent der Nutzer kehren nicht zurück

Trotz des rasanten Wachstums kehren 60 Prozent der Nutzer im Folgemonat nicht wieder zurück

Twitter: Großes Interesse, wenige Anmeldungen

Das Interesse an Twitter wächst auch in Deutschland sprunghaft

Google und Web 2.0 treiben klassische Portale in die Enge

Das gilt ebenso für den Mikro-Blogging-Dienst Twitter, der auch in Deutschland sprunghaft wächst.

Twitterer sind Nachrichten-Junkies

Twitter wächst immer schneller

Twitter wächst um 1200 Prozent im Jahr

Der Micro-Blogging-Dienst Twitter hat sein Wachstumstempo noch einmal erhöht.

Twitter-Suche 2.0

Twitter, das gerade auch in Deutschland abhebt, …

Twitter will Geld nur für Premium-Firmenaccounts

Die Nutzerzahl des 2006 gegründeten amerikanischen Unternehmens wächst aber mit einer Rate von 600 Prozent im Jahr

Twitters Popularität steigt rasant

Die Popularität des Micro-Bloggingdienstes Twitter steigt ungebremst an.

Web 2.0 in Unternehmen: Schichtleiter-Blog statt Twitter

Von Hypes wie Twitter ist nicht die Rede.

(abt. ich mag ja solche serien)

20.07.2010 # https://hackr.de/2010/07/20/140-prozent

The Final Goal

goal gol spain pulpo

ein bissl spät aber nett: das wordle zum tor im finale der wm, das auch auf twitter mit 3.051 TPS einen neuen rekord aufgestellt hat.

18.07.2010 # https://hackr.de/2010/07/18/the-final-goal

Open Trap

O’Reilly Radar entdeckt den App Inventor und macht draus das erwartbare Manifest der Offenheit (apple: closed und böse, google: offen und gut und eröffnet sogar dumpfbacken die möglichkeit programme zu erstellen, kreativ zu sein, das alleine ist schon ein heroischer akt).

15.07.2010 # https://hackr.de/2010/07/15/open-trap

Without a Name

minianmerkung zur anonyme kommentierer debatte (aufgeworfen von martin w. hier / these: anonyme sind mir suspekt, erreichen mich nicht voll; umgedreht von martin l. [auf google buzz und also verschwunden] / these: anonymität ist ein feature, man kommentiert sich in die welt; politisiert von heinz w. hier / these: wir brauchen furchtlose rede, ‘wer sich selbst versteckt, kann nicht von anderen transparenz verlangen’):

was ich an anonymen kommentaren spannend finde: sie sind wohl ehrlicher als die zivilisierte version, die man mit seinem real name (oder stabilen pseudonym) abgeben würde; gibt man sich zu erkennen, dann läuft im hintergrund automatisch der strategische apparat des sozialen miteinanders ab (man trifft sich immer zweimal und vl. ist es keine so gute idee, wenn ich ihm jetzt klar und deutlich sage, wohin er sich seine schwachsinnigen thesen am besten stecken sollte, vl. sollte ich ihm eher etwas honig ums maul schmieren, etc.); ist man aber anonym, dann fallen nicht nur die sozialen restriktionen, sondern es setzt für einen kurzen moment auch das über-ich aus (das einem normalerweise ja auch sagen würde ‘schäm dich, dass du so was auch nur denken kannst’) – man ist also für diesen kurzen moment wirklich man selbst.

14.07.2010 # https://hackr.de/2010/07/14/without-a-name

The Real Life

devoha: die The Real Life Social Network v2 Präsentation von Paul Adams, einem UX-Spezialisten von Google. (an sich nicht schlecht, aber einerseits ist das problem ja nicht die beschreibung (man hat verschiedene freundesbündel, es gibt verschiedene grade von nähe), sondern die schlussfolgerungen und (social-)design-entscheidungen, die man auf basis der dieser beschreibung zugrundeliegenden unterscheidungen trifft, und andererseits ist natürlich gerade der versuch der abbildung der strukturen vom real life der falsche dampfer.

12.07.2010 # https://hackr.de/2010/07/12/the-real-life

cnnbrk

paul the octopus predicts spain to beat the netherlands

^ gestern auf CNN, nachdem Pulpo Paul das WM-Finale vorhergesagt hat.

10.07.2010 # https://hackr.de/2010/07/10/cnnbrk

Die Peripherie der Peripherie

ronaldo lemos

schautipp: interview mit ronaldo lemos vom center for technology and society in rio de janeiro

(wie kann technologie an der peripherie emanzipativ appropriiert werden, LAN houses als information hubs, die dialektik zwischen formalität und informalität (die überhaupt eine treffendere beschreibung für viele phänomene zu sein scheint, als die üblichen gegensatzpaare mass/social, profi/amateur, paid/illegal, etc.), das letzte aufbäumen des 20 jhrs und mehr)

((die ganze interviewserie ist nett))

06.07.2010 # https://hackr.de/2010/07/06/die-peripherie-der-peripherie

5 Jahre live.hackr

live.hackr feiert heute seinen 5ten Geburtstag!

fünf jahre sind doch ein kompakter block, guter anlass für einen kleinen (eher assoziativen und nicht ansatzweise vollständigen) rückblick:

wie wars?

vor fünf jahren stellte sich die situation etwa so dar, dass der übergang zum ‘web 2.0’ quasi vollzogen war. o’reilly hat die elemente und die sich daraus ergebende dynamik sehr treffend erkannt und benannt, die fundamentalen datentypen (links: delicious, fotos: flickr, video: youtube, musik: last.fm, maps: google maps, location: plazes, usw.) wurden gerade besetzt, die zutaten (profile, tags, ajax) waren bekannt, die design-ästhetik wurde (sicherlich auch damals schon ironisch affirmativ) eingehalten.

vieles davon war auch damals schon nicht neu (es gab zb. auch 2004 eine gefühlte social network erschöpfung (yasn/yet another social network), einen seit jahren vor allem akademisch geführten diskurs über social software, usw.), aber es war auch spürbar, dass sich eine spezifische formation (die abstraktion von allem tu- und denkbaren in den raum web; die interpenetration der systeme menschen und maschinen) gebündelt hat, die ein aufbruch zu etwas neuartigem war. und das war es dann auch und wir stecken mittendrin.

was ist passiert?

  • die besetzung der fundamentalen datentypen hat sich weitestgehend granularisiert (neben delicious: ma.gnolia, diigo, pinboard.in, …; neben flickr: picasa, ffffound, zooomr, …; neben youtube: ustream, blip, dailymotion, hulu, …; neben last.fm: hypemachine, soundcloud, spotify, pandora, …; neben google maps: openstreetmap, bing maps, yahoo maps, …; neben plazes: brightkite, fireeagle, foursquare, …)
    dienste entstanden entlang aller sinnvollen achsen (regionale klone, thematische vertikale, achse zeit (live video, timestamp check-in), open source, etc.). üblicherweise gab es zunächst viele direkte klone, nachdem sich aber ein gewinner abgezeichnet hat, kam es zu stratifizierungen und spezialisierungen.
  • so gut wie jeder andere sozialisierbare datentyp wurde besetzt und in das gesamtgewebe eingebunden (ich bin über 25.000 webapps gestolpert, die zu guten teilen kleinere datentypen sozialisieren; nur ein paar beispiele: bücher: library thing, farben: kuler, dokumente: scribd, finanzen: mint, …) das kernkonzept dabei ist das der social objects – die dienste entstanden rund um beziehungsgeflechte rund um getauschte objekte.
  • was die traditionellen medien betrifft kam es zu einer atomarisierung der vorherigen, an bestimmte formen geknüpfte aggregatszustände für inhalte (stichworte: unbundling, microchunking) und zu verschiedenen formen der rekombination.
    das betraf im übrigen nicht nur die traditionellen formen (albums zu tracks zu samples; zeitung zu artikel zu zitaten; etc.) sondern auch die webnativen formen wie etwa blogging (micro aka twitter, tumblelogs wie tumblr, soup.io).
  • es enstanden einige genuin neue und eben molekulare fundamentale datentypen: tweets / twitter (die kleinste gedankentragende einheit), check-ins / foursquare (die kleinste ortbesetzende einheit), likes / facebook (die kleinste aufmerksamkeit-indizierende einheit), usw., und eine neue semiotik bzw. ökonomie der produktion, distribution und rezeption dieser neuen datentypen.
  • the rise of the stream
    der stream wurde in der folge zur zentralen metapher für den konsum (input) und die transformation (output) dieser klein- und kleinstformatigen inhalte.
    der konsum von streams ist nach dem lesen von feeds tatsächlich auch die zweite grundsätzliche, web-native kulturtechnik des rezipierens. beide muss man sich aneignen bzw. erlernen, wenn man sie nicht kann, versteht man bestimmte phänomene nicht bzw. ist mit ihnen nicht kompatibel.
    imho ist das lesen von feeds die wertvollere (effizientere, optimierbarere, personalisierbarere) technik, aber das schwimmen im strom hat natürlich auch seine qualitäten (wireds proprioception / social 6th sense).
    (nur am rande: insofern ist es mehr als verwunderlich, dass es da nicht mehr gute lösungen gibt; friendfeed gibt’s jetzt auch schon drei jahre und viel hat sich seither nicht getan, buzz etwa hinkt konzeptionell und technisch noch immer hinter friendfeed stand 2008 hinterher).
  • the rise of mobile
    (devoha weil nicht wirklich mein thema; das iphone hat mehr oder weniger alleine das potential des mobilen internets freigesetzt, mit dem ipad machen sie jetzt das gleiche mit tablets, apps!, google versucht mit android den anschluss zu halten, etc; damit verbunden natürlich auch die zarten versuche rund um location).
  • der shift in die cloud.
    auch das war als vision und wunschvorstellung nicht neu (man denke an suns ansatz in den 90ern, grid computing, etc.) – aber auch hier hat sich wohl in den letzten fünf jahren eine konkrete formation gebildet, die erstmals auch marktfähig ist und auch gefühlsmässig hier ist; um zu den 25.000 webapps zurückzukommen: ein guter anderer teil davon sind tools, die ehemalige desktop apps in die cloud bringen; wie immer entlang der achsen private tools, kollaborative tools, enterprise tools und per definitionem auch soziale tools; man kann mittlerweile wirklich fast alles im browser machen. neben der abwanderung von funktionalitäten in die cloud hat sich auch eine neue infrastruktur für die cloud entwickelt, sprich amazons cloud-folio, google app engine, heroku, etctrara.
  • the rise and fall of the real time
    auch das real time web war nichts neues – technorati hat sich glaub ich schon 2004 damals das ‘live web’ auf die fahne geschrieben, instant messaging gab’s schon immer usw. – aber die letzte meile (von minuten zu sekunden) sind wir wohl erst jetzt gegangen. was aber ausblieb waren wirklich schlüssige anwendungen. das kleine gefühl der sich autoaktualisierenden intimität braucht eben nicht nur zufällige zeitgleichheit, sondern auch noch den unwahrscheinlichen fall der aufmerksamkeitskoinzidenz.
    (würde ich als thema nicht abschreiben, da werden sicher weniger ‘naive’ anwendungsfälle kommen, vor allem im bereich rekombination, filtering, analytics der gigantischen mengen an rohen echtzeitdaten)
  • the death of theory
    konzeptionell hingegen hat sich das web jeden funken theorie ausgetrieben. der eher akademische diskurs rund um social software wurde von niemandem gelesen und in der folge vom eher technokratischen diskurs web 2.0 abgelöst, dieser wiederum wurde von niemandem verstanden und in der folge von social media abgelöst, der aber eigentlich nur angewandte pr ist. was fehlt ist eine theorie, die konsequent den wirklichen wert für den user (entlang des gesamten spektrums individuum – gruppe – gesellschaft – system) in den mittelpunkt stellt. (in ansätzen gibt es das bei shirky (wie transformieren wir den cognitive surplus in civic value) und haque (was sind die relevanten kennzahlen für eine nicht selbstzerstörerische ökonomie)).
  • die gleichzeitigkeit von ungleichzeitigkeiten
    ohne das breit zu problematisieren, 2004/05 gab es eine art kultur der gleichzeitigkeit, einfach deshalb, weil alles für alle neu war und gerade kollektiv erarbeitet wurde. heute ist die situation eher eine radikale gleichzeitigkeit von ungleichzeitigkeiten, ständig fliessen neue gruppen hinzu und werden ein einer art atemporality, die auch die gesamte vergangenheit schluckt, aufgelöst.
    ein effekt davon ist, dass es für neue user insgesamt sehr viel schwerer geworden ist, die wichtigsten basics zu verstehen, weil das web nicht sehr gut dabei ist, wissen zu bewahren, und weil natürlich tonnenweise gänzlich uninformierte aussagen zirkulieren (nicht nur das systematische und hysterische verblödungsprogramm der massenmedien, auch die social media platituden, etc.), aber woher soll man das als frischling wissen oder richtig einschätzen können.
  • die übersättigung
    für neue apps wurde es ab einem gewissen grad der sättigung an apps unglaublich schwer, eine gesunde grund-community anzuziehen. eine solche ist aber unendlich wichtig, weil sie die kultur des dienstes definiert, den vibe vorgibt, weil sie sich und den dienst gegen einflüsse und angriffe von aussen verteidigt, weil sie oft überhaupt erst den dienst erfindet – siehe twitter. (das gefüge der community kann sich verändern und in den meisten fällen verändert es sich auch und oft zieht die grundcommunity weiter, aber sie wirkt trotzdem nach. man denke an delicious, flickr, ffffound oder dysfunktional digg). viele neue tools suchen ihr heil in der flucht (we’re in it to win it, fokus auf betriebswirtschaftliche zahlen und die social media metriken, herankarren von beliebigen usern, virality) – aber ignorieren die kulturelle dynamik von diensten. die sensiblere variante setzt derzeit auf game mechanics (paradebeispiele foursquare und gowalla mit ihren badges), aber auch hier muss man aufpassen, welche anreize man setzt. ein dienst ist nicht nur das von ihm ermöglichte angebot, sondern auch das spezifische ökosystem an usern und das zusammenspiel mit dem ökosystem at large.

neben dieser serie an entwicklungen, die (tendenziell) expandierende und deterritorialisierende kräfte freisetzte, gab es eine andere serie an entwicklungen, die (tendenziell) alles wieder aufsaugte und auf sich reterritorialisierte:

darth facebook

an sich ist facebook eine extrem gut gemachte und extrem gut durchdachte seite, die für viele leute wirlich ganz super ist. etwas abstrahiert betrachtet ist facebook ein ding gelungen: sie haben grössere teile ehemals privater kommunikation ins web gebracht und vernetzt. für sich allein betrachtet ist das super aber für das web at large ist der aufstieg von facebook zum schwarzen loch ein holzweg. nicht wegen facebook selbst, sondern wegen der reaktionen aller anderen (was man facebook eigentlich nicht vorwerfen kann.)

(privacy ist bei facebook übrigens kein echtes problem. wer sich eine stunde mit den settings auseinandersetzt, der kann die sichtbarkeit seiner outputs grundsätzlich kontrollieren; ein echtes problem wäre eher die übertragung der ownership des eigenen outputs an facebook, die auslieferung unter die willkür der tos, usw., aber das ist dann teilweise auch egal, weil die aktivitäten oft nur einen temporären charakter haben und von einem selbst gwm. abgeschrieben werden können.)

einige der sich aus facebook ableitenden probleme sind:

die neutralisierung des potentials des offenen webs

die dominanz von facebook hat dazu geführt, dass grosse teile des offenen webs (natürlich nicht alle, es gab auch eine fülle an interessantesten entwicklungen) von facebooks grösse quasi mesmerisiert nur noch eines wollen: offene alternativen zu facebook zu schaffen. reflexartig wird bei jedem neuen feature von facebook oft innerhalb von wenigen tagen ein offenes gegenprodukt ausgerufen (fb connect – openid; likes – openlike; share – openexchange; facebook plattform – open social; usw.)

effekt ist, dass sie nur von facebook ohnehin schon gelöste probleme nochmal lösen, aber keinen neuen horizont öffnen, keine bessere alternative offerieren. der einzige anspruch ist, von facebook vl. ein paar prozentpunkte marktanteil abzuknabbern.

der wahrscheinlich blockierendste selbstgewählte würgegriff: sie setzen auf noch mehr privacy – wir alle wissen: facebook kann man nicht trauen, das ist unser usp – und machen dadurch für sich selbst alles wirklich kompliziert. wenn das open web privacy zunächst einmal ausklammern würde und versuchen würde, das fliessen von allem öffentlichen zu katalysieren, dann wären wir schon jahre weiter.

the one social graph

ein weiterer von facebook ausgehender bremsklotz für die entwicklung des webs ist die grundannahme, dass jeder seinen sozialen graphen hat und den dann idealerweise von dienst zu dienst mit sich mitschleppt (was eben auf facebook zentralsiert geschieht).

schon die vorstellung ist schrecklich: man kann gehen wohin man will – und überall sind immer schon die gleichen leute da.

der ganze punkt am web aber ist, dass man nicht auf den handlungs- und denkkosmos seiner freunde beschränkt bleibt, sondern dass man sich interessengetrieben ausdifferenzieren kann. die eigenen freunde sind immer die besten und sie bleiben es auch, aber einerseits weiss man ohnehin, was man von ihnen erwarten kann (i.e. ich weiss wen ich fragen kann, was ich lesen oder hören oder mir anschauen soll, und wen ich besser nicht frage), und andererseits macht sie die tatsache der freundschaft nicht notwendigerweise in jedem bereich interessant.
(ich vermute mal der studentische background von facebook ist der grund, dass facebook das noch nicht erkannt hat. in der high school und im college hängt man halt mit seinen freunden ab und darüber hinaus interessiert einen wenig; es ist jedoch unverständlich, dass etwa google etwas noch viel blöderes glauben konnte, nämlich dass das adressbuch des email-accounts auch nur irgendwas bedeutet, geschweige denn ein indikator für globales interesse ist, wobei sich das wahrscheinlich daraus erklärt, dass das im googleverse zusammenfällt)

wir brauchen jedenfalls eine entkoppelung vom engen social graph der freunde und eigentlich auch vom halt mitgeschleppten social graph aus twitter, gmail und allen anderen sammelgraphen und bessere mechanismen für frei flottierende graphen, die sich konkret via der zirkulation von social objects ausdifferenzieren können. das ist jetzt sicher nicht das grösste problem, aber angesichts der tatsache, dass jeder zweite neue dienst als erste amtshandlung facebook connect anbietet und mehr als eine million seiten die social widgets integrieren, zumindest ein bedenkenswerter.

das verlernen von sharing

das klingt ein bisschen paradox, aber facebook verlernt uns das sharen oder genauer: erschwert den moment des aha-erlebnis des erkennens des prinzips sharing, das uns quasi zu sozialen bürgern macht (und der, wenn man will, mit dem spiegelstadium vergleichbar ist, also jenem moment, in dem ein kind sich selbst als individuum neben anderen erkennt). sharing ist ja mehr als ein bloßes veröffentlichen, sharing ist eine sehr spezifische, soziale form des publizieren, die das milieu eines dienstes kennt und berücksichtigt, die das jeweils gegebene beziehungsgeflecht kennt und berücksichtigt, usw.

der parasit

es gibt viele gute köpfe auch im deutschen web, aber mit der kollektiven kompatibilität mit dem web ist es so eine sache. irgendwie läuft es mit selbstauferlegten fussfesseln herum. für das dahinmurksen gibt es wohl viele gründe, zumindest einen strukturellen, den ich sehr spannend finde, möchte ich erwähnen:

das nicht ertragen können, dass ein anderer aus der eigenen existenz ungefragt und ohne direkte bezahlung irgendeinen nutzen zieht.

dieses grundgefühl zieht sich durch alle schichten und ist – so verständlich auch die haltung ist, wer wollte das schon – im web die blockade schlechthin.

paradigmatisch wird das von der kulturindustrie repräsentiert: zeitungsverleger halten es nicht aus, dass eine nachricht ohne direkte bezahlung gelesen wird und dass google davon sogar finanziell profitiert, musikverwerter halten es nicht aus, dass ein track ohne bezahlung angehört oder als untermalung einer slideshow benutzt werden kann und dass google davon sogar finanziell profitiert, usw., aber – wie wir eben im fall faz vs. mspro miterleben konnten – es reicht schon aus, einmal ein falsch lizenziertes bild zu verwenden, um als ausbeuter wahrgenommen zu werden, oder noch viel schlimmer: als jemand, der sich als gänzlich unsensibel gegenüber den globalen ausbeutungszusammenhängen erweist.

komplementär zu diesem grundgefühl kommt der anspruch, aus der verwertung eines produktes auch noch den letzten tropfen wert aussaugen zu wollen.

dass auch die produzenten vorteile davon hätten, wenn sie ihre objekte/produkte netzwerktauglich machten, ist dabei egal. ich schneide mir lieber den finger ab, bevor ein anderer von meiner leistung profitiert, ohne dass ich direkt bezahlt werde oder mein explizites einverständnis gebe, und den finger schneide ich mir übrigens ganz sicher nicht ab, also fordere ich umfassende kontroll- und sanktionssysteme, die diesem treiben der nutznießer einhalt gebieten. die kosten für die systemische verunmöglichung von missbrauch sind aber üblicherweise um faktoren höher, als der tatsächliche schaden selbst.

im web gilt aber (mit o’reilly): erzeuge mehr wert als du abschöpfst. niemand im web will die produzenten, egal jetzt ob gross oder klein, um die früchte ihrer arbeit bringen. aber man muss sich vom anspruch befreien, die gesamte wertschöpfungskette kontrollieren zu können und jeden tropfen wert abschöpfen zu müssen. gefragt ist nicht das pochen auf sein recht und das festbetonieren von monetarisierungsmodellen und der krieg gegen die fans, gefragt sind neue geschäftsmodelle unter den bedingungen des webs. dass man nicht jeden track und jeden artikel verkaufen (oder oft nur lizenzieren) kann, bedeutet nicht, dass man damit kein geld verdienen kann.

inklusion : exklusion

eine der mich am meisten nervenden immer wieder gestellten forderungen ist, dass alles für alle voraussetzungslos zugänglich und unmittelbar verständlich sein muss, dass das internet viel zu kompliziert ist. mir ist klar, dass das gut gemeint ist (alle sollen sich an den früchten erfreuen dürfen/können/wollen, sonst verbaut man sich die chance, dass es jeder verwenden könnte, etc.) – aber der effekt davon ist, dass alles wertloser wird.

natürlich sollten verschiedene klassen von diensten so verständlich und bedienbar sein, dass sie auch von leuten, die nur seltenst das web benutzen und nicht täglich vier stunden webtechblogs lesen, angstfrei benutzt werden können. aber für spannendere geschichten ist es üblicherweise fast eine voraussetzung, wenn sie etwas sperriger sind, wenn man vorab einen bestimmten grad an eigener kognitiver leistung aufbringen muss, wenn man ein spezifisches set an problemen haben muss, bevor das tool als sinnvoll erscheint.

es geht mir um himmelswillen nicht um ausschlussmechanismen (türsteher vorm p1: mit diesen schuhen kommst du hier nicht rein) sondern um komplexitäten, die selbstselektionen ermöglichen, die in der folge eine kulturelle ausdifferenzierung auf diensten triggern (torhüter bei kafka: dieser eingang war immer schon nur für dich bestimmt).

nanocasestudy delicious: bis zum verkauf an yahoo gab sich delicious in der neuuserakquise sehr, wirklich sehr spröde, es hat sich tatsächlich überhaupt nicht erklärt. viele haben es nicht verstanden (warum soll ich überhaupt bookmarken? warum sollte ich meine bookmarks auch noch öffentlich machen? was sollen diese tags überhaupt? die seite schaut ja hässlich aus! etc.) – der effekt des nichterklärens war aber, dass es in den ersten jahren fast ausschliesslich leute verwendet haben, die sich diese fragen selbst beantworten konnten. der effekt davon war, dass die qualität der geposteten links und der vergebenen tags sehr hoch war und dass eine community entstand, die ein regelwerk an akzeptablen verhalten entwickelte und die sich gegen störungen verteidigte. auch nach dem verkauf an yahoo blieb es spröde. sie haben zwar eine art begründung und anleitung geschrieben, aber auch nach yahoo blieb das wichtigste feature die verweigerung der implementierung von geforderten features.

nanocasestudy hacker news: hacker news ist ein paradebeispiel dafür, wie sich ein dienst durch eigensinn auch in einem gesättigt scheinenden markt positionieren kann. 2007 gab es schon hunderte soziale aggregatoren für technews, allen voran digg. aber diggs dna war traffic und einfluss, es wurde zu einer art MMORPG mit der währung diggs und dem sozialen objekt links, das in der folge in die inhaltliche irrelevanz gegamed wurde (aber natürlich noch immer tonnen an traffic verschickte, was leider als relevanz interpretiert wurde). hackr news tat einen teufel, um auf sich aufmerksam zu machen, und hat der quantität an usern, links, diggs und klicks ein einfaches regelwerk entgegengesetzt, welches die höchste qualität an startup news und fast immer auch interessante kommentar-threads produzierte. der unterschied ist die qualität der community und das ignorieren unfruchtbarer metriken.

livecasestudy tumblr vs. posterous: ein interessanter fall spielt sich gerade vor unseren augen ab: der kampf zwischen tumblr und posterous um die hegemonie unter den tumblogs. beide tun im grunde das gleiche, aber tumblr setzt (tendenziell) auf kultur und community und posterous setzt (tendenziell) auf alles was sich bewegt (inklusive yo mama und abwerbeaktionen von anderen publishing-plattformen) und auf ein aggressives virales cross-posting der posteroustings auf jeder möglichen plattform. der ausgang ist ungewiss (die lage ist etwas komplizierter, weil die soziale dynamik nur eine und vielleicht nicht die wichtigste komponente bei der benutzung ist. posterous ist, bei aller platzhirschigkeit, ein gutes tool und nichts verhindert das betreiben von coolen posterous-blogs. gleichzeitig sind diverse traffic acquisition stunts auch tumblr nicht fremd), aber tumblr sollte die kulturell interessantere plattform werden, weil es wuchernde serien fördert, die sich aufeinander beziehen. beide sind übrigens schon so gross, dass es auch wieder platz für nachzügler gibt, wenn sie das problem gute und selbstselektierende community knacken.

dienste für alle sind also völlig ok, aber es muss nicht jeder dienst für alle sein. wir brauchen mehr tools, die sich an den rändern ausdifferenzieren, die für wenige aber für diese dafür extrem gut geeignet sind. auch die spezielleren dienste brauchen üblicherweise eine gewisse kritische masse, davor greifen die verstärkungslogiken und sozialen dynamiken nicht. es gibt aber auch eine kritische masse nach oben, einen punkt, an dem der dienst nur noch schlechter wird. (dabei ganz interessant: facebook ist gegen diesen punkt resistent, weil es kein eigentliches ‘soziales’ tool ist, sondern nur ein überraum über partialgraphen; auch wenn facebook eine milliarde mitglieder hat, tangiert mich das nicht).

mit d/g könnte man sagen: wir brauchen ein web der tausend plateaus, der milieus, der falten.

konversation

words are cheap und conversation ist auch cheap.

natürlich nichts gegen das prinzip konversation, aber wie oben im bereich theorie hat auch der begriff konversation in den letzten fünf jahren eine eine konzeptionelle abwertung erlebt; ging es im cluetrain manifesto noch um die veränderung und transformation von märkten, fehlt mittlerweile in der gleichung die transformation der märkte und der reine akt der konversation als solcher wird gefeiert. die folge ist leider systematisierte zeitverschwendung.

ich kann mich an keinen tag in den letzten drei jahren erinnern, wo nicht irgendwer irgendwarum irgendwas über konversation gefaselt hat, sei es weil sie fehlt, oder als lobende erwähnung, weil sie da ist, oder als kategorischer imperativ für das web. ich kann mich aber nicht daran erinnern, dass irgendwer in den letzten drei jahren den tatsächlichen wert der tatsächlich geführten konversationen jenseits ihres bloßen haltdaseins hinterfragt hat. natürlich, sie muss authentisch und menschlich sein, engaging sein, auf augenhöhe geführt werden, durch zuhören getriggert sein, etc., aber wenn sie das ist (oder so tut, was auch nicht so schwer ist), dann geht schnell die la ola los und alle sind über sich selbst gerührt. und kann man mit seiner checkliste technische fehler ausmachen, dann wird gleich mit verve erklärt, wie man das jetzt in social media so macht. aber niemand schaut sich an, was der eigentliche mehrwert der konversation ist und vor allem: ob es tatsächlich effekte gibt. (ok, ok, jarvis hat natürlich dell vom taylorismus ins googlezeitalter geführt).

mein eindruck: unterm strich sind grösste teile des gequatsches (von unternehmen auf ihren gefundenen social media kanälen) eine reine beschäftigungstherapie und also reine zeitverschwendung für alle beteiligten. ich habe zwar überhaupt nichts gegen selbstbestimmte zeitverschwendung. wer jeden tag eine stunde (oder drei stunden) farmville spielen will, weil ihm das spass macht, der soll das tun, besser als fernsehen ist es allemal. das problem ist, wenn unternehmen diese zeitverschwendung künstlich und systematisch in ihre aussenkommunikation hineinbauen, um irgendwelche (engagement-) metriken optisch aufzubessern, ohne aber auch nur im ansatz darüber nachzudenken, wie sie bessere produkte und weniger crap produzieren. (den unternehmen kann man wie oben facebook natürlich keinen vorwurf machen. klar findet es coca-cola super, wenn ein promoted tweet 85 mio impressions und 6% engagement kriegt und leute dann auf dem youtube-kanal von coke landen, wo man teil der coca-cola jubelkette werden kann).

uff, ist doch etwas länger geworden. und auch etwas jammernder, als es mir lieb ist. und natürlich teilweise auch sehr pauschalisierend.

Einen herzlichen Dank an alle, die es bis hierher geschafft haben oder gelegentlich hier mitlesen und kommentieren, ohne euch wäre es nicht so lustig!

01.07.2010 # https://hackr.de/2010/07/01/5-jahre-livehackr

Hacker Angels

hacker angels

hmm, nach HackFwd und Hacker Monthly jetzt auch noch die Hacker Angels [war http://hackerangels.com/] (We are hackers who are also angel investors.) ((via))

24.06.2010 # https://hackr.de/2010/06/24/hacker-angels

Enjoy your Semiocapitalism

und schon wieder die FAZ mit einem eigentlich nicht schlechten text von geert lovink und weil in der FAZ fast schon natürlich mit einer kritik der informationsüberflutung (die old-school referenztechnisch alle stückerl spielt, mcluhan, deleuze/guattari, virilio, bey, shirky, usw.) – das problem ist wie eig. immer das verallgemeinern von kontingenzen bei gleichzeitiger vermischung der logischen klassen, wobei bei ihm (wie bei lanier) das beleidigtsein ob des nichteintretens des in den 90ern aussinnierten revolutionären potentials des netzes dazukommt.

23.06.2010 # https://hackr.de/2010/06/23/enjoy-your-semiokapitalism

Facebook By Numbers Revisited

kinda funny: Facebook By Numbers (2005)

- 5M+ registered users
– coverage of 45% of US colleges (a total of 2,000 – representing 8M students)
– 80% penetration among students of colleges that are on the platform
– 10th most visited Internet site in the US
– 5.5B page/views a month (230M page/views a day)
– 8.5M unique visitors
– signing 20,000 new users a day
– repeat usage: daily 70%, weekly 85%, monthly 93% – can you think of another site that sees 93% of its registered users coming back every month ?

21.06.2010 # https://hackr.de/2010/06/21/facebook-by-numbers-revisited

Electricity and Globalization

zufällig zusammengespült aber ganz witzig miteinander zu lesen: kathrin passigs annotierte lektüre von dark light und the missing folkways of globalization

(die tech ways als vergessener folkway, der wohl der paradigmatische pfad ist, der auch unter den bedingungen der globalisierung die anderen folkways nicht nur destabilisiert (wie die pfade kapital und macht) sondern der eben auch das potential für eine sich restabilisierende (jeweils lokale aber dadurch auch kulturell informierte) transformation hat usw.)

18.06.2010 # https://hackr.de/2010/06/18/electricity-and-globalization

Emergency Room

ebs

Dave Winer konzipiert ein Emergency Broadcast System für Twitter, GigaOM denkt das dann noch ein bisschen weiter.

(verwunderlich aber erfreunlich, dass winer von seiner standardpredigt wo bleibt das offene, föderalisierte, etc. twitter ablässt und die sache komplementär denkt; trotzdem bleibt die falsche grundannahme, dass twitter etwas ist, was hochverfügbar sein muss. und die natürlich nachvollziehbare aber megalomanische vermutung, dass die verfolgenden ohne die eigenen tweets als muttermilch kaum überlebensfähig wären.)

18.06.2010 # https://hackr.de/2010/06/18/emergency-room

The Notificator

the notificator

The Notificator – Twitter anno 1935.

15.06.2010 # https://hackr.de/2010/06/15/the-notificator

Hacker Monthly

hacker monthly

hmm, nach hackfwd jetzt auch noch hacker monthly (the print magazine of hacker news) ((via))

10.06.2010 # https://hackr.de/2010/06/10/hacker-monthly

Gooooooooooal

gooooooooooal.png

haha

10.06.2010 # https://hackr.de/2010/06/10/gooooooooooal

HackFwd

hackfwd poster

(auch aber nicht nur devoha und der namensvetterschaft wegen): HackFwd – der neue Inkubator von Lars Hinrichs (wirkt irgendwie nicht unsympathisch, ein mashup aus ycombinator und deutscher gründlichkeit/prozesshaftigkeit)

(siehe, und, und, und, uvm)

09.06.2010 # https://hackr.de/2010/06/09/hackfwd

t.co


und Twitter plant einen URL-Shortener, der – wenn ich das richtig interpretiere – alle getwitterten Links verschrumpft (und ihnen in der folge also einen sensor für den gesamten click-through gibt; naja)

09.06.2010 # https://hackr.de/2010/06/09/tco