Unterscheidungen, Buckets, Begriffe
nur ein kl. nachtrag zu den nützliche unterscheidungen: neben binären unterscheidungen – die eine differenz zwischen einem einzigen kriterium etablieren – gibt es natürlich auch komplexere gefässe, etwa ein bucket, eine art becken für mehrere entscheidungen, oder begriffe, also komplexere kombinationen von entscheidungen.
Nützliche Unterscheidungen pt. 2 (The Society of Control Edition)
Eine weitere besonders nützliche Unterscheidung ist ganz sicherlich die Unterscheidung brauch ich die publizistische Kontrolle über meinen Output/oder nicht.
Die muss man niemandem erklären, aber es ist eine andere Sache, den eigenen Output dann auch (a) tatsächlich so zu unterscheiden und dann (b) auch an die Unterscheidung zu halten und das geeignete Medium zu wählen.
(ein nicht nur gelegentlich gesehenes problem entsteht dann, wenn man so tut als müsste der inhalt unbedingt unter der eigenen kontrolle stehen, man aber gleichzeitig eine plattform wie facebook/twitter/g+ verwendet, die jederzeit ihre bedingungen ändern kann und das in der vergangenheit wohl auch getan hat. der saure apfel ‘gut, dann hoste ich das selbst’ ist da zwar die eine option, die andere ist aber, einfach den anspruch an die kontrolle bewusst abzugeben; dann lebt es sich leichter und man kann es sich auch in einem (mit sterling gesprochen) favela gemütlich machen und die kommunikation eher als mündliche und abschreibbare zu verstehen, was sie in den meisten fällen ohnehin ist, nur fallen die kosten für das so-tun als wär es nicht so und die gesamte unsicherheit weg)
(abt: draw the distinction!)
Nützliche Unterscheidungen pt. 1 (The Trinity Edition)
Eine besonders nützliche Unterscheidung ist ganz sicherlich das Bündel der Dreiheit Produktions-, Distributions- und Rezeptionsbedingungen.
Wenn man sich überlegt, welche Auswirkungen das Web (oder eine neue Technologie, oder eine soziale Praktik oder Plastik, etc.) auf die Art, wie und warum wer oder was produziert, wie und warum das in der Folge verteilt werden kann, wer was wie und warum konsumiert haben könnte und wie sich diese drei Faktoren auch wechselseitig beeinflussen und zu welchen Milieus sie sich formieren könnten, dann bekommt man eine durchaus gute Intuition von den mittelfristig erwartbaren Effekten.
Man kann damit nicht wissen, wie sich das dann im Detail realisieren wird, aber man wird sich über wenig wirklich wundern müssen und man wird auch naive Vorhersagen oder Arbeiten an unfruchtbaren Äckern als solche erkennen können.
(abt: draw the distinction!)
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ad hoc bonus case study: bildung
(nur als oberflächlich angerisses beispiel zur bestimmung des ballparks könnte man sich zb die frage stellen, wie sich das internet auf unser bildungssystem, unsere ausbildung, weiterbildung, bildungsinhalte, etc. auswirkt. konkrete analysen sind natürlich etwas differenzierter und ich schliesse hier die ‘erzeugung von neuem wissen’ aus, da schaut es nämlich etwas anders aus und kombiniert würde das schnell wieder eine verkettung von bedingungen und ein- und ausschlussklauseln etc. geben. und ich schliesse hier auch konkretes handlungswissen wie kochen oder stricken oder diy etc. aus, auch das hat nämlich wieder eine andere dynamik. der faktor produktion bezieht sich also eher auf die erzeugung und bündelung von (durchaus auch nano- aber) kanonischen lehrinhalten. und es geht auch nicht um die problematisierung der gesellschaftlichen interpenetration, also die funktion von ausbildung als produktionsfaktor von arbeitsfähigen subjekten, etc. als beispiel hier geht es wirklich nur – und das ist ja trotzdem massiv – um die dynamik der vermittlung bestehender wissenssysteme, also schulwissen und nicht forschendem universitärem und sonstigem fachwissen)
- produktion
schocker: im bereich der produktion ändert sich nicht viel.
(grund: es bleibt im grunde genauso teuer, inhalte zu erzeugen und die ‘kosten’ dafür liegen jedenfalls deutlich über dem ‘ich mach dann halt mal so’, das sieht man jetzt schon auf vielen lernplattformen mit ugc: nach dem hello world ‘so geht in javascript die for-loop’ verlässt fasst alle die lust. es ändern sich teilweise die motivationsstrukturen, einige sonderfälle werden sicherlich getriggert; vor allem bei inhalten an den rändern wird man das vl. auch spüren; und es gibt einige neue formen – youtube, ipad, plattformen wie moodle oder course builder – die befüllt werden wollen, aber that’s about it.)
((in einer zweiten iteration gibt es dann eine riesiges möglichkeitsfenster für die, die die inhalte unter den neuen distributions- und rezeptionsbedingungen reproduzieren, man denke an udacity, wenn sie ihren coursera-komplex nicht hätten, aber auch das ist ein eher triviales und rein technisches problem. die inhalte selbst sind da.))
- distribution
omg: hier ändert sich alles, das problem ist mit dem web im grunde gelöst.
(sprich: das gesamte wissen – das gesamte schulwissen und jede vorlesung und die gesamte aufgezeichnete vorgeschichte – könnte grundsätzlich jedem zur verfügung stehen. nur inhalte, die sich explizit verweigern, würden es nicht. aber auch die verweigerung tut (anders als bei anderen bereichen wie literatur, film oder musik) dem system nicht weh, weil dann halt ein anderer (oder tausend andere) den inhalt zur verfügung stellt.)
- rezeption
autsch, die wird für den ‘lernenden’ teuer, plötzlich hat nämlich er das problem.
(etwas überspitzt sehen wir den übergang von einem vorgegebenem linearen system mit wenigen auswahlmöglichkeiten – welche schule vor ort, ggf. welcher studiengang bei welcher uni – bei denen die leistung institutionell überprüft und sanktioniert wird zu einem völlig rhizomatischen system mit hundertausenden ein- und ausgängen. das ist zwar grundsätzlich super, aber die möglichkeiten triggern eine palette an problemen – suche von inhalten, die riesigen kosten der bewertung von inhalten für den lernenden, motivation, legitimation, etctrara. -, die eine lösung suchen und deren ausdifferenzierung das feld in den nächsten jahren massgeblich festlegen werden (und wo es noch lange nicht ausgemacht ist, welcher anteil am potential freigesetzt werden kann, wir sehen jetzt schon, wie sich frühe verkrustungen bilden, wie etwa coursera die luft aus dem raum ‘vertrauen durch reputation’ saugt)).
(abt: draw the distinction!)
Lost Tweets 13
serie über nützliche differenzen #todo
update: gesagt, getan: Nützliche Unterscheidungen
Lost Tweets 12
(bei sich selbst praktikant sein)
Lost Tweets 11
kann es sein, dass es kein ’10 tips for giving tips’ und variationen (100, great, simple, best, …) gibt?
10 Simple Rules for Online Learning
Ten Simple Rules for Online Learning (übrigens recht vernünfitge: Make a Plan, Be Selective, Organize Your Learning Environment, Do the Readings, Do the Exercises, Do the Assessments, Exploit the Advantages, Reach Out, Document Your Achievements, Be Realistic)
ReQuoting pt. 78 (The Roth Edition)
Wikipedia succeeds by “not doing the things that nobody ever thought of not doing”
Cory Doctorow via Cory Doctorow (über den versteckten sinn als Philip Roth auf der wikipedia nicht Philip Roth einfach korrigieren zu können)
Lost Tweets 10
in meinem strom haben sicher 20 klick mich gelesen. who are you, people?
Lost Tweets 9
omg, frank93 ist auf app.
Lazy Book Ep. 4
Das soziale Kapital von Karl Marx.
Lost Tweets 8
tausche 5 socmed tweeter gegen einen soliden cat content tweeter.
And no, it's not peerified
(kl. nachtrag zu And no, it’s not gamified : das dort eingesetzte peer reviewing zur gegenseitigen bewertung der ‘hausaufgaben’ funktioniert erstaunlich gut (viel viel besser, als ich vermutet hätte) und macht nicht nur irgendwie spass, es öffnet tatsächlich auch augen auf andere und teilweise überraschend unwahrscheinliche blicke)
((wobei ich mir trotzdem nicht vorstellen kann, dass es üblicherweise funktioniert; das setup und die umstände müssen wohl stimmen))
Quiz Pt. 69 (The Recombinator Edition)
eigentlich ein privates gedächtnisspiel: schnapp dir ein blatt papier und liste aus dem gedächtnis (und ohne zu schummeln oder zu googeln) alle y combinator startups auf, an die du dich erinnern kannst.
ReQuoting pt. 77 (The Bohemia Edition)
How would it become a thing, as we used to say? I think that’s one of the ways in which things are really different today. How can you distinguish your communal new thing — how can that happen? Bohemia used to be self-imposed backwaters of a sort. They were other countries within the landscape of Western industrial civilization. They were countries that most people would never see — mysterious places. You’d pay a price, potentially, for going there.
Lazy Startup Ep. 6
Plattform, die den eigenen Output an den Strom – also wieder ftg+ etc. – und andere via API anzapfbare Textprodukte – also piratepad, ascii, etc. – quant- und gamifiziert.
(wie fitbit aber für text, also textbit oder so)
(siehe L9fftJSFo5e)
Lazy Blog Ep. 12
(blogpost über DAS fundamentale dilemma im derzeitigen web: den umstand, dass man irgendwann voll ist – voll an tools, die man verwendet; voll an feeds, die man abonniert hat; voll an ‘freunden’ bei tfg+, etc. – und dass sich völligkeitsbedingt aber verkrustungen bilden und man immer weniger im strom schwimmt; bonuspunkte für eine theorie der escape velocity dafür)
Lost Tweets 7
irackerspace http://www.wired.com/dangerroom/2012/09/iraq-hackerspace/
(abt. weitere entzugserscheinungen treten auf, traumatische bzw. zumindest neurotische verschiebung des sozialen objekts, etc.)
Lost Tweets 6
oh, twitter hat ein neues me tab.
Jason Stackhouse

devoha auch hier: Networked Life auf Coursera ist nicht so schlecht
(… wenn man sich einmal an das format voice over slideshow gewöhnt hat, was hier nicht wirklich stört; formal ansonsten interessant, dass coursera hier vom pacing her einen mittelweg ausprobiert: man kann den kurs so schnell machen wie man will, aber es gibt trotzdem verbindliche wöchentliche deadlines und ein ende)