Der Eisbrecher (m/w) ist einer der am allerseltensten gesehenen Zeitgenossen, der sich dadurch auszeichnet, dass er kommunikativ auch durch vereiste Diskurse fahren kann – und dadurch etwa auch üblicherweise verhinderte Argumente oder Positionen in anderen Köpfen ankommen lassen kann.

(die metapher ist mir beim spazierengehen mit dem podcast von macpowerusers mit david allen im ohr aufgefallen, weil ich da wirklich einmal den für mich etwas peinlichen vergleich, wie ich bzw. david auf die probleme und fragen der zwei hosts reagieren, vor die nase gesetzt bekommen habe; während ich durchgehend seufzend mit dem rotstift die ganzen missverständnisse, falschen grundannahmen, non sequiturs, übertreibungen, übersehungen, irrelevanzen, etc. markiere, kann man bei allen fast schon den spass an der mustererkennung ebendieser fehlerpatterns erkennen, die er aber je nach situation einfach durchgehen lässt, oder mit kleinen fallen ironisch subvertiert, oder aber mit einem grossen gedanken oder prinzip in ihrer fehlerhaftigkeit im gesamtsystem positioniert, aber immer auf akzeptierbare und gesichtwahrenlassende und oft augenöffnende weise; vorraussetzung für einen eisbrecher scheint mir jedenfalls zu sein, dass man einerseits wirklich etwas zu sagen hat oder eine position mit differenz öffnen möchte, dass man andererseits aber auch einen gewissen grad der abgeklärtheit erreicht bzw. alles gesehen hat, damit man sich nicht in nebenfronten verzettelt)

(abt. supermarket studies)