Die Bauchrednerpuppe ist ein in letzter Zeit öfter gesehener Zeitgenosse, der sich dadurch auszeichnet, dass er Aussagen produziert, die ganz offensichtlich von woanders her kommen und dabei ein unheimliches Verhältnis zum Ausgesagten definieren.

Die Aussagen selbst sind dabei oft gar nicht falsch, die verwendeten Wörter stimmen alle und stammen aus dem aktuellen Diskurs. Was aber irgendwie nicht stimmt ist die Rekonstruktion der Position aus der sie gesagt werden. Wenn man will kommt es zu keiner Schliessung zwischen den Wörtern und den Worten im Imaginären.

(nur als beispiel: einige stellungnahmen oder programme von organisationen oder parteien klingen in letzter zeit entgegen jeder davor gezeigten disposition plötzlich, als wären sie mal schnell von netzpolitik via copy und paste genommen. inhaltlich ist es nicht zu kritisieren, aber man spürt auf der anderen seite der signifikanten nur einen unheimlichen abgrund)

(den begriff beziehe ich übrigens weniger auf subjekte als auf den diskurs selbst; ein verwandtes, aber genuin davon zu unterscheidendes phänomen ist das von they live bekannte prinzip des geheimen/anderen subtextes, also das eine zu sagen aber das andere zu meinen. bei der bauchrednerpuppe ist das verhältnis zum gesagten selbst gespenstisch)

(abt. supermarket studies)