When he does an accent I am not familiar with it sounds excellent because he’s doing it the way we’d do it ourselves.
But when when he does an accent I am familiar with the problems jump out.. and yet they are things I can’t quantify: it’s one of those ingrained things deep in the back of your mind where you just hear that something, somewhere, just isn’t quite right.

Kommentar zu dem kid does 24 accents Video und diese Beobachtung trifft auf sehr vieles zu – nachgemacht wird nicht das eigentliche Ding, sondern die anderen Nachmacher des Dings, und steckt man nicht drinnen, dann klingt das nachgemachte Nachgemachte richtiger als das nachgemachte Eigentliche und eigentlich sogar richtiger als das Eigentliche selbst.

(es gibt natürlich ausnahmen, etwa franz beckenbauer, der klingt beckenbauerischer als die besten beckenbauer-imitatoren, für den gilt der witz: er schaut aus wie franz beckenbauer und er klingt wie franz beckenbauer, aber lassen sie sich nicht täuschen, es ist franz beckenbauer)

Das gleiche Prinzip kennt man aber auch von Zeitungen, Zeitschriften, Personen, etc. Da hat man auch über weiteste Strecken das Gefühl eine gute Einschätzung zu bekommen (sag ich mal), bis sie über ein Thema schreiben über das man selbst mehr Ahnung hat, dann wirken die Ergüsse plötzlich völlig daneben, sie werden aber üblicherweise in der gleichen autoritativen Selbstverständlichkeit wie alles andere auch vorgetragen.

Die Schlussfolgerung ist natürlich, dass alles immer im Grunde falsch ist, es aber auch gut genug ist, um für die meisten Leute für die meisten Felder zu funktionieren.

Aber warum ich das hier erwähne: Mit einem Schlag wird plötzlich verständlich, warum der Grossteil des (nicht nur massenmedialen) Beschreibungsdiskurses des Webs so gut funktioniert, obwohl er so dermaßen doof ist. Aber für die Schreiber ist das nicht doof, weil sie sich selbst nur auf der Ebene des nachgesagten Nachsagens bewegen und dort halt die üblichen Versatzstücke rekombinieren. Und für die Leser ist es auch nicht doof, weil eben die Ebene des nachgemachten Nachgemachten sogar richtiger klingt, als jeder Versuch das Eigentliche zu erklären oder Aussagen aus dem Eigentlichen selbst.

Und auch der ganze Komplex social media wird plötzlich verständlich, nämlich als kollektiver Übergang vom eigenen Dialekt (aka web 2.0) zum kollektiven Nachmachen der Nachmachung eines sich als kleinsten gemeinsamen Nenners herausgebildeten Basisdialekts, der gleichzeitig eine Art negative beckenbauerische Schließung (also die funktionslogik eines beckenbauers ohne dass es einen eigentlichen beckenbauer gibt) bewirkte.

(die teilnehmer selbst und die externen beobachter kommen auf der ebene des nachgemachten nachgemachten plötzlich zusammen; es schaut aus wie social media und es klingt wie social media, aber lassen sie sich nicht täuschen, es ist social media. die kosten der richtigen externen/etischen beschreibung waren also, dass die internen/emischen selbstbeschreibungen auf eine dünnere selbstsimulation reduziert wurden)