Revisited

  • 618786157799849984 Revisited
    Anmerkung zu: reines bauchgefühl: das 'genie' wandelt sich von 'produktiv' zu 'perzeptiv' (zettelkasten idiosynkratisch dazwischen).
  • 618394991371620352 Revisited
    Kleine Anmerkung zum Tweet 618394991371620352.
  • Quiz Pt. 77 Revisited
    welche ehemalige Haupterzählfigur für neue Googledingsbumse ist in diesem Jahr wieder völlig verschwunden?
  • 598425890696073216 Revisited
    Warum mir der Gedanke, dass die open crowd das Web verbessern will, Unbehagen bereitet.
  • 596681851009380353 Revisited
    kl. nachtrag zu 596681851009380353.
  • 429270640944627712 Revisited
    Ein paar Eindrücke zu Payback (2009) von Frank Schirrmacher.
  • My little Tijuana Revisited
    aus der beliebten abt. heute vor 10 jahren: ein mashup von my little tijuana.
  • 老总发 Revisited
    Mister Wong China tuckelt offensichtlich (anders als das mutterschiff) noch immer fröhlich vor sich hin.
  • Short Cuts Pt. 5 Revisited
    Short Cuts Pt. 5 Early Adopter Edition Revisted.
  • Textpattern, Wordpress, Rails Revisited
    Aus der beliebten abt. heute vor 10 Jahren: der Tag an dem ich Textpattern, Wordpress und Rails kennenlernte.
  • Aleatoric Next Action Revisited
    Heute vor 10 Jahren: die aleatorische next action.
  • Let it Snow Revisited
    This just made my day.
  • Privacy Ltd Revisited
    aus der beliebten abt. heute vor 6 jahren: Seth Godin über Privacy.
  • Am Ende der Wurst Revisited
    Über das Ende der Wurst.
  • Links vom 28. Nov 2005 Revisited
    Die Links vom 28. Nov 2005 Revisited.
  • Passwort: Monkey Revisited
    monkey konnte sich erstaunlich gut behaupten und hat in den letzten 7 jahren nur 6 plätze bei den beliebtesten passwörtern (in diesem fall bei adobe) eingebüsst.
  • 5s Revisited
    5s anno 2004
  • Flickr Memes Revisited
    Transparent Screens und What's in your Bag revisited.
  • Proprioception Revisited
    Wie aus der sozialen Propriozeption eine diskursive Propriozeption wurde.
  • #2233435 Revisited
    revisited: "wären die dazugehörigen diskussionen nicht immer noch blöder, man müßte fast sagen, es wird immer noch blöder."
  • Lazy Blog Ep. 25 Revisited
    (falls noch wer an lazy blog 25 tüftelt und noch eine fallstudie sucht: der aktuelle schwung an neuen (und alten) feedreadern könnte sich ev. gut dafür eignen.)
  • Tweet des Tages 831707312 Revisited
    heute vor fünf Jahren: Stop asking 'Is this a good or bad thing?' and start asking 'What's going on?
  • Readers Edition II Revisited
    Heute vor 7 Jahren ist gestern die Readers Edition gestartet, siehe Readers Edition II.
  • Attention Suckers Rerevisited
    Web 2.0 Anwendungen, Blogs oder sonstigen Internetschrebergärten versuchen nicht das Aufmerksamkeitsproblem zu lösen, sondern für sich zu entscheiden.
  • Kurzschuss Revisited
    aus gegebenem anlass muss ich fast noch ein (in den eingeweiden eines wildschweins gelesenes) posting aus dem märz 2010 – 15 monate vor google+ – ausgraben: Kurzschuss
  • The Night of the Living Feeds Revisited
    aus gegebenem anlass muss ich fast ein posting aus 2010 ausgraben: The Night of the Living Feeds
  • Lazy Blog Ep. 2 Revisited
    der fall lsr wird deshalb spannend zu beobachten sein, weil es für die betroffenen durchaus möglichkeiten gibt, den verlagen ganz reale und auch spürbare kosten zu verursachen
  • Twitteur der Woche Pt. 1 Revisited
    heute vor 5 jahren: Twitteur der Woche Pt. 1
  • ReQuoting pt. 36 (The March of Technology Edition) Revisited
    "The thing that’s hard for the sociopaths to get their head around is that this isn’t because one of their rivals has outsmarted them – it’s just the march of technology."
  • Lazy Blog Ep. 15 Revisited
    falls sich wer an LB 15 versuchen will, der Appell von Spreeblick das Web 2013 zurückzuerobern bietet einiges an Stoff
  • Schwarmacher Revisited
    Anlässlich der jüngsten Tirade von Frank Schirrmacher ein kurzes Zitat aus Schwarmacher, das irgendwie diesmal fast noch besser zutrifft.
  • Der Parasit Revisited
    Den Parasit in Hinblick auf das lsr wieder lesen.
  • Object Socials Revisited
    Heute vor zwei Jahren: Social Objects vs. Object Socials
  • Attention Suckers Revisited
    Web 2.0 Anwendungen, Blogs oder sonstigen Internetschrebergärten versuchen nicht das Aufmerksamkeitsproblem zu lösen, sondern für sich zu entscheiden.
  • SemWeb 3.0 Revisited
    und heute vor einem Jahr: SemWeb 3.0
  • Schnell vs. Beschleunigend Revisited
    heute vor 2 Jahren: schnell vs. beschleunigend.

  • 618786157799849984 Revisited

    19.07.2015


    kl. nachtrag zu 618786157799849984 :

    vorgeschichte war dieser tweet mit einem video über luhmann und seinem zettelkasten, in dessen thread dann kusanowsky an seinen kurzvortrag über die koinzidenz von luhmann und dem internet erinnert hat, in dem er nicht weniger als einen epochalen übergang der funktion/position des gelehrten unter den bedingungen des internets skizziert. (schaut es auch ggf. an, es ist kaum zu komprimieren, aber verkürzt ist seine beobachtung, dass es die traditionelle aufgabe des gelehrten war, erkenntnis zu produzieren, die er dann der öffentlichkeit durch lehre zur verfügung stellt, wobei ihm einerseits herausragende kognitive kompetenz/genialität unterstellt wurde, deren würde er andererseits durch abschirmung vor den trollen und allem gemeinen bewahren mußte; luhmann hat dann aber sowohl dem begriff des genies als erzeuger von wissen, als auch mit dem begriff der lehre als ‘übertragung’ von wissen von einem (intelligenten) kopf in die köpfe aller anderen gebrochen, da kommunikation eben gerade nur deshalb funktionieren kann, weil die menschen nicht füreinander ereichbar sind, und der begriff des genies sinnlos ist, weil die gesellschaft nicht aus menschen, sondern aus kommunikationen besteht. das zeitliche zusammenfallen von luhmann und der entstehung vom internet könnte uns, so vermutet klaus, nun hinweise darauf geben, was wir mit dem internet nun auch im komplex ‘wissen’ anstellen könnten, wobei wir blöderweise das problem haben, dass nicht mal luhmann-schüler mit dem zettelkasten noch etwas anfangen können und wir vom internet nun überhaupt keine vorstellung haben). der tweet ist gwm. eine abrundende ergänzung: ich glaube klaus war tatsächlich auf der richtigen spur, luhmann und sein zettelkasten ist gwm. der drehpunkt für die reformatierung vom system ‘diskurs’. mit dem internet ist nämlich zwar die konzeption vom genie, das erkenntnis produziert, gestorben (just google it, big data, etc.), aber gleichzeitig als perzeptor und selektor, der im endlosstrom der daten die muster und zusammenhänge erkennt und als storyteller in eine share- und likebare narration verpackt, wiederauferstanden. luhmann hat mit der selbstdistanzierung vom ‘genie’ sicherlich ein bisschen kokettiert, aber er hat die aufgabe vom ‘genie’ konkret verschoben und zwar hin zum ‘anwender eines (nontrivialen, unwahrscheinlichen) algorithmus’. der witz bei der gesamten systemtheorie ist ja, dass sie sich tatsächlich von selbst schreibt, wenn man sie einmal verstanden hat – und für luhmann war der zettelkasten gwm. nur der inputstrom, auf den er sich freiwillig selbst beschränkt hat (was bei ihm natürlich nicht weniger als die behandlung aller hauptsysteme der gesellschaft war). das genie kann man aber trotzdem nicht ganz streichen, weil es nun der algorithmus ist, auf den man kommen oder den man erst mal verstehen muß. als mechanismus ist das nicht ganz neu, deleuze hat zb. seine philosophie in den verschiedensten feldern ‘gefunden’. aber mit dem internet bekommt dieses methodische ‘sich von selbst schreiben’ natürlich seine bestimmung, weil potentiell alles und zwar in echtzeit zum inputstrom werden kann (wobei natürlich nicht alles für jeden algorithmus sinnvoll ist, genaugenommen fast nichts für keinen, wobei dieses nichts auch wieder gigantisch groß ist, es gibt halt einfach sehr viel). man danke nur an zizek, der kann seine theorie zu so ziemlich jedem politischen oder gesellschaftlichen thema in zwei, drei tagen zu einem aufsatz implementieren, oder an bolz oder auch kusanowski, wenn man nach einem luhmann-schüler sucht.


    618394991371620352 Revisited

    08.07.2015


    kl. nachtrag zu 618394991371620352 weil man es doch auch missverstehen kann:

    vorgeschichte war diese anmerkung von diplix über eine anmerkung von niggemeier, in der dieser sich über die pseudo-wirlassenunsauchgernekorrigieren-prozesse der medien mokiert und diplix stattdessen mehr demut im journalismus fordert, damit gewinne man eher vertrauen zurück als als ignoranter, besserwisserischer gockel. aber während demut natürlich nie schlecht ist und wenn man von der korrektur handwerklicher fehler (etwa der verwechslung einer riesigen demo gegen mit einer riesigen demo für etwas oder umgekehrt) einmal absieht, das ‘große problem’ in der berichterstattung über griechenland ist doch nicht die mangelnde demut und dass man nicht durchblicken lässt, dass man eigentlich überhaupt keine ahnung hat (und dann vermutlich die eigene ahnungslosigkeit zur eigentlichen krise erklärt und das dann diskutiert), sondern dass ein grossteil der leitmedien nicht nur keine uninformierte aber zumindest im versuch neutrale, sondern im tandem mit der regierungspolitik eine über weite strecken desinformierende, polemische und den griechen gegenüber völlig unverantwortliche und asoziale linie gefahren ist, und das auch lange, nachdem wirklich offensichtlich war, dass sowohl die maßnahmen, als auch der die maßnahmen flankierende diskurs in einer sackgasse gelandet sind und man am ende angekommen nun auch noch ein loch graben will. wer den twitterstrom von @martinlindner ein paar monate zurückliest, wird seinen augen nicht trauen, wie lange die deutschen massenmedien und allen voran die öffentlich-rechtlichen talkshows – anders als ihre internationalen kollegen, die die dissonanz zwischen plan und wirklichkeit spät aber doch irgendwann erkannten und verdauten – unisono die trope vom faulen griechen wiederholten, der sich alle probleme selbst eingebrockt hat, der jetzt schon seit jahren trotz konkreter anweisungen seine hausaufgaben nicht macht und der doch wirklich von alleine darauf kommen sollte, dass er einfach noch ein bisschen mehr sparen muss, usw. da fehlt nicht die demut, da wird ganz gezielt nur eine sehr einseitige wirklichkeit konstruiert und überhaupt nur jene stimmen zugelassen, die eben diese wirklichkeit bestätigen. ich kenne mich null aus, aber dass das gesamte hilfsprogramm nichts anderes war als ein hilfsprogramm für die betroffenen banken, dass man ein wirtschaftlich ohnehin am boden liegendes land nicht schuldenfrei sparen kann, dass die verschuldung als mittel beliebiger politischer erpressungen verwendet wird, dass deutschland mit diesem politischen gehabe gerade weltweit viel von dem ansehen verspielt, das es sich in den letzten 60, 70 jahren völlig zurecht erarbeitet hat (ehemals exzellente medien, die von aussen mittlerweile nur noch als hinterwäldlerisch wahrgenommen werden; wertebasierte politik (liberal und sozial), die zumindest in der causa griechenland von aussen nur noch als unfähig und stur wahrgenommen wird) scheint mir offensichtlich zu sein. man muß keine lösung im köcher haben, um eine falsche lösung als falsch zu erkennen.

    (ich vermute, dass die wurzel dieses deutschen sonderweges im fall griechenland die gleiche ist wie im fall web 2.0 oder lsr, nämlich das zusammentreffen vom grundgefühl, dass es keinen nutznießer geben darf (dieses ich schneide mir lieber den finger ab, bevor ein anderer von meiner leistung profitiert, siehe der parasit), mit dem umstand, dass sich die deutschen medien nur selbst lesen – und also den internationalen diskurs auf der einen seite, den socmed diskurs auf der anderen seite einfach nicht registrieren und nur in ihrem eigenen saft dahinköcheln, ohne dadurch einen wettbewerbsnachteil zu haben, weil es ja alle anderen auch tun)


    Quiz Pt. 77 Revisited

    29.05.2015

    welches neue Motiv/Thema hat sich in den letzten Monaten fast zur Haupterzählfigur von vielen neuen Googledingsbumsen gemausert?

    ^ die Frage blieb leider fast 2 Jahre unbeantwortet, aber nach dem ersten Tag der Google I/O kann man sie aktualisieren:

    welche ehemalige Haupterzählfigur für neue Googledingsbumse ist in diesem Jahr wieder völlig verschwunden?


    598425890696073216 Revisited

    18.05.2015

    kl. nachtrag zu 598425890696073216 – zumindest eine erste iteration, die sich lustigerweise aus der überschneidung mit einem anderen tweet ergibt, den ich am gleichen tag aber in einem völlig anderen kontext (verizon schluckt aol) getwittert hatte:


    um die zwei tweets zusammenzubringen, sollte ich zwei dinge erwähnen:

    (1) einer der größten, wenn nicht der größte im allgemeinen ausgemachte feinde des offenes webs sind projekte wie facebook zero oder internet.org, also konstrukte, die ein kontrolliertes subset an webseiten oder apps kostenlos offerieren, um der nächsten milliarde menschen zugang zum internet zu ermöglichen. was sich als akt der nächstenliebe gibt, ist jedoch, so die verteidiger des offenen webs unisono, nichts anderes als die ausbeutung ökonomischer benachteiligung, die nur neue user einfangen und an sich binden und damit das eigene wachstum anheizen will, also digitaler imperialismus (und wem das nicht reicht nachtürlich auch eine freche verletzung der netzneutralität, aber um das geht es hier nicht). und ihr plan geht auch noch auf, viele der so angelockten glauben dann sogar, facebook sei das internet. statt im offenen web zu publizieren, verkaufen sich diese armen seelen an facebook und landen im vorraum zur hölle.

    (2) compuserve war anno dazumal, also plus/minus vor 20 jahren, neben aol die einfachste möglichkeit, mit einem macintosh zugang zum internet und email zu bekommen. es gab auch schon einige websites und der netscape navigator war gerade neu und hip, aber ein grosser teil des nutzens war zunächst das angebot, das compuserve bereitstellte. über die uni hatte ich dann bald auch ein bisschen webspace und zugang zum usenet und unter der ägide von hotwired und webmonkey dann irgendwann auch ein rudimentäres verständnis von html und framesets, aber die möglichkeiten von compuserve hat meine erfahrung mit dem internet in den ersten jahren weitgehend dominiert. und auch wenn ich dann quasi das web ‘mitbegleitet’ habe, bis zu meinem eigentlichen knacks im kopf dauerte es dann weitere 10 jahre.

    der punkt dieser zweiten, zugegebenerweise schon etwas verstaubten geschichte ist, dass die erste geschichte nicht notwendigerweise den dystopischen verlauf nehmen muss, von dem alle ausgehen. wer in einem geschlossenen garten aufwächst, muss nicht notwendigerweise den rest seines lebens darin verbringen. menschen können lernen und zusammenhänge verstehen. manchmal fehlt nur eine einzige information. wer heute zb. glaubt, dass facebook das internet ist, dem muss nur einer einmal zeigen, dass das nicht der fall ist, sondern dass facebook im besten fall ein nützlicher und in jedem fall ein grosser wal in einem riesigen ozean namens web ist, das man mit etwas entdeckergeist dann selbst erforschen kann (ob das dann angenommen wird und denjenigen interessiert ist eine andere frage). und wir brauchen gar nicht so betroffen tun, noch vor 10 jahren haben hierzulande die meisten geglaubt, dass das internet dieses blaue ‘e’ am desktop ist.

    ich will mit dieser anmerkung nicht die grundsätzliche korrektheit der kritik an facebook (und co) kritisieren und ich will die machenschaften von facebook (und co) weder relativieren noch legitimieren. was sie abziehen ist unterm strich eine riesige sauerei, vor allem deshalb, weil sie es auch ganz einfach auch anders andenken und umsetzen hätten können.

    der fehler liegt nicht in der vorgetragenen kritik, sondern in der analyse und der bewertung, was das bedeutet. und eine hysterische bewertung (es ist ganz eindeutig das endgame, wenn wir jetzt verlieren, dann ist das offene web verloren, usw.) führt zu einer hysterischen überreaktion, die dann, wenn wir pech haben, mehr schaden anrichtet als der feind, wegen dem man überhaupt erst losgelegt hat.

    (interessanterweise teilen die protagonisten eines offenen webs, hier fortan stellvertretend mozilla, und die ideologisch mehr oder weniger aus der gegenteiligen ecke kommenden verlage diesen schaum vor dem mund, wenn sie es mit google oder facebook oder apple zu tun bekommen; aber lassen wir hier die verlage einmal beiseite)

    der allgemeine fehler von mozilla ist, vom offenen web kein ‘sinnverständnis’ zu haben, sondern den sinn in der vorhandenheit selbst zu sehen, was bedeutet, dass sie den erzeugten wert also nur am marktanteil messen können. alles, was von facebook (und co) aufgesaugt wird, ist ein verlust und die masse des von facebook aufgesaugten ist eine katastrophe. als reaktion bleibt ihnen also nur der ‘kampf’ um marktanteile und als grund für die beliebtheit von facebook (und co) ist ihnen leider nur eingefallen, dass der offene stack technisch unterlegen ist, was nur bedeuten kann, dass sämtliche apis der geschlossenen plattformen nachgebaut werden müssen, siehe den kleinen überblick ihrer aktuellen interventionen.

    (man erkennt auch die wiederholung eines musters: als das soziale web der katalysator für das wachstum war, wurde im ‘social graph’ von facebook der zaubertrank gesehen, und die damalige erwartung war, dass man den nur offen nachbrauen muss, dann wird alles gut. wir erinnern uns an projekte wie open social, friend connect, portable contacts, chi.mp, diaspora, usw.)

    der spezifische fehler in hinblick auf die ‘emerging markets’ neuer user, die gleich mit dem smartphone einsteigen, ist, dass die entwicklung als lineare, technik-getriebene evolution vom statischen über das soziale hin zum mobilen web gesehen wird, und den menschen innerhalb dieser entwicklung keine subjektivität oder möglichkeit zum widerstand oder zur reinterpretation zuzutrauen. wir sehen es ja bei uns, da kleben die jungen ja nur noch an ihren handys und chatten oder posten selfies statt zu bloggen oder die wikipedia zu verbessern. was wir bei uns erleben ist aber weniger eine evolution, sondern eine angleichung an das ‘natürliche’ kommunikative gleichgewicht unter den bedingungen vom mobilen internet, das halt erst jetzt möglich geworden ist, aber immer schon so veranlagt war. die phasen waren also, wenn man so will, in ihrem historischen ablauf notwendig, weil wir uns immer kollektiv an das gerade technisch machbare angepasst haben, aber einmal vorhanden verhalten sie sich, als wären sie immer schon da gewesen.

    aber die technische ebene ist ja nicht die einzige. auch interessant ist mitunter, wie sich die technik / das web auf gesellschaftlicher ebene auswirkt – und da macht das narrativ der evolution einen u-turn. da sind dann plötzlich die apps des mobilen webs die primitive form, die halt (natürlich massenweise) private kommunikationsereignisse ermöglichen, die aber weder für die öffentlichkeit bestimmt noch für die gesellschaft nützlich wären. erst mit dem offenen und sozialen web bekommen wir einen viel interessanteren hebel, um gesellschaftliche probleme zu behandeln und gemeinsame lösungen auf sozialer sinnebene zu finden.

    und hier muss man der kommenden ‘mobilen milliarde’ einfach zutrauen, dass sie ihre eigene entwicklungsgeschichte durchmachen und dabei vl. auf einem viel höheren niveau landen, als wir es bis dato geschafft haben, oder aber auch nicht. sie beginnen zwanzig jahre später und das dauert sicher ein bisschen zeit, aber der umstand, dass sie bei unserem ‘ende’ beginnen bedeutet eben nicht, dass sie dort bis in alle ewigkeit braten müssen.

    (man erkennt übrigens die wiederholung eines weiteren musters: als etwa das ipad vorgestellt wurde, haben es die vertreter des offenen webs als zynische und infantilisierende konsumationsmaschine wahrgenommen und die kollektive volksverblödung befürchtet, siehe das offene web und seine feinde. gekommen ist es natürlich anders, nur das mangelnde vertrauen in die systemkraft der eigenen offenheit und die kreativkraft der menschen ist ihnen leider geblieben)


    596681851009380353 Revisited

    10.05.2015


    kl. nachtrag zu 596681851009380353 weil man es doch auch missverstehen kann:

    in den ersten 20 minuten seiner keynote hat er – unterhaltsam und sympathisch wie immer – in mehreren iterationen einen gedanken etabliert: die eulen sind nicht, was sie scheinen; wir erzeugen die realität auf basis unserer selektiven wahrnehmung, die sich im historischen verlauf auch ständig kulturell rekalibrieren muss.

    in den verbliebenen 10 minuten hat er dann das problem skizziert – mit dem netz werden plötzlich massive konflikte wie unglaublicher hass sichtbar – und dann einige techniken zur gemeinsamen bewältigung/verarbeitung vorgestellt, wie man mit den konflikten umgehen müsste. man könnte filtern, selbstreflexion betreiben, die ichbezogenheit ablegen, inseln der vernunft etablieren, mit humor reagieren oder ambiguitätstolerant sein.

    und das sind alles keine schlechten tipps, aber sie sind doch einerseits eher generell und stimmen immer und überall, sind aber andererseits auch leichter gesagt als getan. mal schnell die ichbezogenheit abzulegen ist halt nicht so einfach, das hat er ja im ersten teil eindrucksvoll gezeigt.

    und das ist in etwa, was ich mit ‘sein grundsätzlicher fehler ist, das problem wahrnehmungsphysiologisch zu framen’ gemeint habe. indem er das thema primär im dilemma unserer wahrnehmungen positioniert hat, wahrnehmungen, die uns einerseits täuschen und die wir andererseits kollektiv anpassen müssen, blieb ihm dann nicht viel anderes übrig, als den von ihm mit dem netz gesehen konflikten durch ‘verschiebungen’ unserer wahrnehmungen mit den von ihm genannten techniken zu behandeln.

    trotz der inseln der vernunft steht er dem nachdenken (lummas ‘denkt da mal drüber nach’ oder dem alternativen versuch, die sich mit dem web ergebenen verhältnisse zu verstehen) eher ironisch gegenüber. das ist deshalb nicht unkonsequent, weil er den damit verbunden drang zu ‘gewissheiten’ eben misstrauen muss, wahrheit ist für ihn halt ein kompromiss.

    dabei – und das ist in etwa, was ich mit ‘fruchtbarer wäre vl. gewesen, das problem epistemologisch zu framen’ gemeint habe – schliessen sich die beiden ebenen, also wahrnehmung/bewusstsein auf der einen seite und wissen/wahrheit auf der anderen, nicht nur nicht aus, nur im zusammenspiel kommt man aus den eigenen falschen wahrnehmungen gwm. raus, ohne sie dabei aufgeben zu müssen.

    die von ihm im ersten teil erwähnten beispiele haben ja alle gemein, dass wir (zumindest grundsätzlich) wissen, wie sie funktionieren. und während uns unsere sinne weiterhin ‘täuschen’, können wir etwa optische illusionen weiterhin geniessen, genau weil wir wissen, dass und wie sie uns täuschen. wir kommen zwar nicht aus unserem bewusstsein raus, aber das ist auch nicht nötig, wir können uns nämlich immer im bewusstsein über die damit verbundenen limitationen bewusst sein, wenn wir sie verstanden haben. (wir müssen das ja nicht andauernd und immer machen, das wär wohl nicht praktikabel; aber wir können es machen, wenn es wichtig ist)

    und wir kommen auch aus unserem netz nicht raus, aber auch hier könnten wir lernen, wie es funktioniert, welche prozesse und/oder dynamiken und/oder gesetzmässigkeiten es gibt oder auch nicht, und mit diesem wissen könnten wir dann unsere empfindungen, die wir im oder wegen dem netz machen, relativieren bzw. adäquater einschätzen. bevor wir also unsere wahrnehmungen verschieben, sollten wir versuchen zu verstehen, was warum wie eigentlich wirklich passiert.

    paradoxerweise ist es ja genau der bezug auf eine ‘echte wirklichkeit’, mit denen sich verschiedene ‘falsche wahrnehmungen’ nicht als feinde (wer hat die einzige richtige falsche wahrnehmung? nieder mit den blaulosen) sondern als willkommene und nützliche diversität verstehen lassen (cool, ihr seht blaus und wir sehen grüns, machen wir beim klassifizieren von pflanzen ein team). sein mantra für ein besseres miteinander ‘wahrheit ist immer ein kompromiss’ ist gut gemeint, bewirkt unterm strich aber genau das gegenteil vom intentierten, weil es die partikularität des einzelnen gwm. nicht schätzen kann, sondern im kompromiss auflösen muss (ok, da kommen wir nicht weiter, dann sagen wir halt zu allem türkis).

    (nur am rande: lustigerweise irritierte mich hier an diplix das gleiche, was mich schon vor kurzem bei seinem bevorzugen der dummheit über die bösartigkeit irritiert hat, nur war damals das problem entlang anderer gegensätze fomuliert)

    (und nur prophylaktisch: den einwurf ‘dann mach’s doch selbst’ weise ich zurück)


    429270640944627712 Revisited

    26.04.2015


    kl. nachtrag zu 429270640944627712 : irgendwie war (der kauf von payback) überhaupt eine ethische katastrophe für mich: zuerst hatte ich ein schlechtes gewissen, weil ich es erst im ‘last call’ stapel für läppische $3 gekauft habe1, dann hatte ich ein schlechtes gewissen, weil ich es nicht gelesen habe und es mahnend herumlag, dann war es irgendwie unangemessen, es so kurz nach seinem tod zu lesen, und jetzt habe ich es doch gelesen und hab nichts wirklich gutes darüber zu sagen, usw. trotzdem ein paar minianmerkungen …

    es ist ein ärgerliches2 buch, weil er eigentlich knapp dran war und er im grunde nur leicht vermeidbare fehler gemacht hat: er hat seine persönliche einzelerfahrung als allgemeingültig gesetzt. er konnte nicht zwischen den kontingenten effekten und den notwendigen gesetzmässigkeiten unterscheiden; die idee, dass gewisse probleme für die (manchmal massen an) betroffen zwar real, aber grundsätzlich auch vermeidbar sind, kommt ihm aus irgendeinem grund ganz einfach nicht. er versteht nicht, dass irgendeine kontingenz immer notwendig ist. und um seine erfahrung dann also objektivieren zu können, ohne den anderen menschen den eigenen handlungsspielraum und deren subjektivität einfach schnell mal grundsätzlich abzusprechen, wendet er einen kniff an: er biologisiert das problem. das netz ist nicht nur selbst ein expandierendes gehirn (im grunde eine dämliche metapher, aber damit ist er nicht allein), das netz ändert auch unsere hirne und verdrahtet sie alle neu. und nimmt man das dann einfach an, kann man damit ohne weitere argumentation alles (wir werden dümmer, wir verlieren die fähigkeit zur aufmerksamkeit, unser textverständnis erodiert, wir werden zu nervösen wracks weil in jeder email überlebensnotwendige infos versteckt sein können, wir werden durch den zustand der dauererschöpfung lust- und leblos, etc.) erklären.

    (eine technik, mit der wir uns in diesem szenario dann als menschen reetablieren können, zaubert er am ende dann übrigens doch aus dem hut: den perspektivenwechsel. leider befolgt er seinen eigenen ratschlag nicht, er hätte damit einige der von ihm vorgestellten auswegslosigkeiten selbst mit alternativen gängen umbauen können)

    ((zwei perspektiven, die sich zum gelegentlichen wechsel oft nicht nur angeboten hätten sondern die sich fast aufdrängen, die er aber gewissenhaft vermieden hat, sind persönliche produktivitätstechnicken/gtd und soziologie; david allen und gina trapani erwähnt er zwar, er kennt sie aber wohl nur vom hörensagen und tut sie vorschnell ab; mit pierre bourdieu hat er angeblich sogar einmal gespeist, wenn er dessen begriff vom ‘habitus’ zur beschreibung von unbewusst automatisiertem verhalten statt dem begriff ‘algorithmus’ verwendet hätte, hätte er sich und uns einige doofe anschlussüberlegungen erspart, weil gewisse blöde assoziationshöfe – der wahn um die algorithmen verfolgt uns ja bis heute – erst gar nicht aufgekommen wären))

    unterm strich hätte er es als techniktagebucheintrag schreiben sollen; als subjektive erzählung eines eigenen konfliktes ist es durchaus interessant und wäre auch nicht ohne relevanz. als theorie oder erklärmuster der gesellschaftlichen verhältnisse ist es leider eher doof – und nicht, weil es zum damaligen zeitpunkt so doof sein musste.

    1 meine heuristik ist bei büchern, dass man weniger für das buch bezahlt, sondern dass man sich selbst für das lesen bezahlt, weil einem die eigene zeit, die man mit dem buch verbringt, zumindest bei taschenbüchern immer mehr wert sein sollte als der preis des buches, und dass man also keine bücher kaufen sollte, nur weil sie verbilligt sind.

    2 ärgerlich natürlich nur deshalb, weil der als herausgeber der faz dann die nächsten jahre ganz wesentlich den tonfall und das niveau der ‘internetdebatten’ vorgegeben hat. schirrmacher war halt wohl auch der fortschrittlichste unter den zeitungsmachern, alle anderen haben das immer als oberste grenze konzipert.


    My little Tijuana Revisited

    20.03.2015

    my little tijuana

    aus der beliebten abt. heute vor 10 jahren: ein mashup von my little tijuana


    老总发 Revisited

    06.03.2015

    mister wong ch

    kleiner Nachtrag zu 老总发 : Mister Wong China tuckelt offensichtlich (anders als das mutterschiff) noch immer fröhlich vor sich hin.


    Short Cuts Pt. 5 Revisited

    26.02.2015

    gestern zufällig auf Twitter wieder hochgespült und aus der abt. etwa vor fünf jahren: Short Cuts Pt. 5 Early Adopter Edition



    Aber im Web gibt es keine Zeitlichkeit, weil alles für alle immer schon gleichzeitig ist. Jede neue Anwendung ist sofort für alle verfügbar, jeder neue Inhalt ist sofort für alle zugänglich. Das Web ist keine Serie von disparaten Linearitäten, sondern ein Gewebe, das alles in sich aufnimmt und synchron miteinander verbindet; eine Gleichzeitigkeit von Ungleichzeitigkeiten; ein Potential, dessen Möglichkeiten angezapft werden können, oder nicht. Das Web ist postkontemporär.

    Ganz allgemein gesagt sind Webdienste Möglichkeitsräume. Möglichkeitsräume, die zwei Serien triggern können:

    Eine Serie der individuellen Intensität, also dem Grad mit dem man den Dienst für sich selbst (aktiv oder passiv) nutzt und sein Leben dadurch besser, interessanter, spannender macht. (Auch wenn man etwas nicht benutzt, ist es gewissermassen doch als Umwelt da. Allerdings ist die persönliche Intenitätsstufe dann halt null.)

    Und eine Serie der kollektiven Resonanz, also dem Grad mit dem der Dienst zum Schwingen gerät, Koppelungen und Rückkoppelungen mit anderen Diensten, Systemen, Feldern eingeht und dabei das Leben für die Freunde und die Welt besser, interessanter, spannender macht.

    Für jeden Einzelnen geht es also, um zum Early Adopter zurückzukommen, weniger darum, ob man früher oder später damit beginnt, einen Dienst zu nutzen, sondern um die Intensität, mit der man ihn zu einem je gegebenem Zeitpunkt nutzt, und um die Resonanzkörper, die dadurch um ihn herum entstehen. Wenn man etwas nicht verwendet, weil man keinen persönlichen Anknüpfungspunkt darin sieht, dann ist man nicht hinten, sondern handelt rational. Wenn man auf jeden Zug aufspringt, der gerade losdüst, ohne sein Leben dadurch besser zu machen, ist man zwar Early Adopter, aber auch ein Dummkopf.

    (nts: mich öfter selbst zitieren)

    ich habe das damals in eine ‘kritik’ an der beschreibung ‘early adopter’ gepackt und das konzept wird heute ja kaum noch verwendet, aber ich glaube der gedanke der grundsätzlichen ‘postcontemporality’ vom web, die den übergang von einer logik der geschichtlichkeit zu einer logik der serien markiert, ist auch unabhängig davon nützlich.

    (am rande eigentlich ganz lustig: die aktuelle version vom damaligen motiv vom early adopter ist ja das motiv der schulkinder, die gott weiß was für apps verwenden und die es dann idealerweise den eltern unter gemeinsamen lachen zeigen oder erklären)


    Textpattern, Wordpress, Rails Revisited

    21.02.2015

    bbyt textpattern wordpress rails 2005

    aus der beliebten abt. heute vor 10 jahren: der tag an dem ich textpattern, wordpress und rails kennenlernte.

    (wordpress und rails sind dann bekannt geworden, textpattern hat aber mein herz erobert, lol)

    ((apropos textpattern: in letzter zeit war es übrigens hier vl. ruhiger als sonst, weil ich gerade einiges im unterbau aufräume resp. rausschmeisse. im grunde kann ich glaub ich schon die regel aufstellen, dass alles, was ich irgendwann als besonderes feature oder verbesserung eingebaut habe und was dann nicht völlig eigenständig und ohne mehraufwand läuft, irgendwann ein klotz wird, und dass der klotz umso grösser und umso schwieriger zu entwirren wird, je mehr aufwand er ursprünglich verursacht hat))


    Aleatoric Next Action Revisited

    01.02.2015

    bbyt aleatoric next action 2005

    kleiner Nachtrag zu den Next Action Balls : damals war ich anscheinend überhaupt in Hochform, heute vor 10 Jahren die komplementäre Technik der aleatorischen next action


    Let it Snow Revisited

    16.12.2013

    snow

    ^ これは単なる私の一日行われ

    (siehe let it snow)


    Privacy Ltd Revisited

    11.12.2013

    aus der beliebten abt. heute vor 6 jahren: Privacy Ltd – Seth Godin über Privacy

    There’s been a lot of noise about privacy over the last decade, but what most pundits miss is that most people don’t care about privacy, not at all.

    Your credit card company knows an insane amount about you.

    What people care about is being surprised.

    So far, government and big companies have gotten away with taking virtually all our privacy away by not surprising most of us, at least not in a vivid way. Libertarians are worried (probably with cause) that once the surprises start happening, it’ll be too late.


    Am Ende der Wurst Revisited

    04.12.2013

    Das Web ist ein System, das es anderen Systemen ermöglicht, füreinander Umwelt zu sein.

    heute vor drei Jahren in am Ende der Wurst

    (das lustige ist, dass sich mehr oder weniger alle themen und empörungen des letzten jahres (überwachung, datenschutz, algorithmen und big data, etctrara) auf den ganz einfachen umstand zurückführen lassen, dass sich (menschliche, organisatorische, staatliche, etc.) systeme plötzlich und vor allem ungewollt als input der umwelt eines anderen (wieder menschlichen, organisatorischen, staatlichen, etc.) systems wiedergefunden haben und sich darob dann empören. sogar die geheimdienste sind ja primär darüber empört, dass sie durch e. snowden das objekt einer gesellschaftlichen beobachtbarkeit und in der folge empörung wurden.

    um mich nochmal das ende der wurst zu zitieren:

    Dabei wichtig ist: Es ist grundsätzlich offen wer was wie damit macht; mit einigen Dingen werden wir rechnen, mit anderen nicht. Und das bringt natürlich Menschen und Institutionen zum Auszucken, das muss geregelt werden.

    Privacy kann etwa als der Versuch eines Systems, das was von ihm selbst von anderen Systemen wahrgenommen werden kann zu begrenzen und zu kontrollieren, beschrieben werden; Datenschutz als der Versuch der Regelmentierung, was andere Systeme mit Daten, die sie von einem System schon haben, machen dürfen (z.b. nicht verkaufen oder inkl. Namensnennung veröffentlichen); Copyright als der Versuch der Regelmentierung, welches andere System geschützte Inhalte (re)publizieren darf; etc.

    viele dieser – ich sag einmal – ‘organe’, die systeme entwickeln wollen, um die eigene behandelbarkeit durch andere systeme zu regelmentieren und kontrollieren, haben sich in den letzten monaten natürlich völlig überhitzt oder auch als absolut nutzlos erwiesen. flankierend kam es also zu einerseits immer hysterischer werdenden beschreibungen und immer irrationaleren gegen- und abwehrreaktionen.)


    Links vom 28. Nov 2005 Revisited

    28.11.2013

    Die Daten die dadurch entstehen, kann man sich durch ein riesiges, dendritisches Netzwerk visualisiert vorstellen, das je nach Tageszeit sektorielle Fluten aufweist. Hinter je einem Huflein von kleinen Knoten sitzt ein biologisches Gehirn. Wir sind das Interface. Alles hat sich mit einem Schlag verkehrt. Was sagen die Schwellungen der dendritischen Röhrchen über die Relevanz der Knötchen aus? Wo sitzt die Intelligenz? Im Zwischen oder im über?

    dendritisches NetzwerkSiggi Becker über (das damals frisch geschlüpfte) Google Analytics

    Micromedia differs fundamentally from mass media. First, it’s usually microchunked. Second, because it’s microchunked, it’s plastic. Third, micromedia is liquid: prosumers can trade info about it – via ratings, reviews, tags, comments, playlists, or a plethora of othes. These are also micromedia; micromedia whose economic value lies in its complementarity with other micromedia.

    Media 2.0Umair Haque über Medien, vor allem Micromedien usw.

    Focus on the smallest possible problem you could solve that would potentially be useful. […] Focusing on a small niche has so many advantages: With much less work, you can be the best at what you do. Small things, like a microscopic world, almost always turn out to be bigger than you think when you zoom in.

    10 Regeln für Web StartupsEv Williams mit 10 Regeln für Web Startups


    Passwort: Monkey Revisited

    06.11.2013

    kl. Nachtrag zu Passwort: Monkey : monkey konnte sich erstaunlich gut behaupten und hat in den letzten 7 jahren nur 6 plätze bei den beliebtesten passwörtern (in diesem fall bei adobe) eingebüßt.


    5s Revisited

    16.09.2013

    seiri, seiton, seiso, seiketsu, shitsuke

    ^ da apple ja 5s gerade hyped usw: 5s anno 2004


    Flickr Memes Revisited

    25.07.2013

    transparent flat

    Transparent Screens
    What’s in your Bag

    ^ aus der beliebten serie heute vor 8 jahren: Flickr Memes


    Proprioception Revisited

    27.06.2013

    It’s like proprioception, your body’s ability to know where your limbs are. That subliminal sense of orientation is crucial for coordination: It keeps you from accidentally bumping into objects, and it makes possible amazing feats of balance and dexterity.
    Twitter and other constant-contact media create social proprioception. They give a group of people a sense of itself, making possible weird, fascinating feats of coordination.

    ^ oh mann, auch schon wieder 7 jahre her, dass wired in How Twitter Creates a Social Sixth Sense mit social proprioception / sozialem 6ten sinn eine der punktgenauesten beschreibungen von twitter abgeliefert hat.

    (was retrospektiv betrachtend interessanterweise derzeit gerade sichtbar wird, ist eine art diskursive propriozeption, also eine spürbare eigenempfindung des diskurses selbst, wie also die aussagen und das aussagbare etc. selbst nur funktive innerhalb von ich sag einmal genealogischen serien a la foucault sind, nur dass alles extrem beschleunigt und also mit entsprechenden zentrifugalkräften, wackelnden reifen usw. abläuft)


    #2233435 Revisited

    26.06.2013

    hmm, sehe gerade, dass assotsiationsklimbim genau heute vor 7 Jahren Lazy Blog 31 auf den kompaktest möglichen Punkt gebracht hat:

    wären die dazugehörigen diskussionen nicht immer noch blöder, man müßte fast sagen, es wird immer noch blöder.

    (#2233435)


    Lazy Blog Ep. 25 Revisited

    24.06.2013

    (falls noch wer an lazy blog 25 tüftelt und noch eine fallstudie sucht: der aktuelle schwung an neuen (und alten) feedreadern könnte sich ev. gut dafür eignen. fast alle sind mittlerweile durchaus brauchbar und solide und performant, aber keiner lässt einen eigensinn erkennen, optimiert einige features für eine ganz bestimmte demographie oder ist von der optik her auffallend)


    Tweet des Tages 831707312 Revisited

    24.06.2013

    Stop asking 'Is this a good or bad thing?' and start asking 'What's going on?'

    mcluhan heute vor fünf jahren

    (mcluhan’s account wurde leider suspended; die aufforderung ist aber nützlicher denn je, fast alle unfruchtbaren diskussionen lassen sich auf willkürliche moralische positionen zurückführen)


    Readers Edition II Revisited

    06.06.2013

    Heute vor 7 Jahren ist gestern die Readers Edition gestartet, siehe Readers Edition II.

    Um mich wieder einmal selbst (mit einem dash haque) zu zitieren:

    Ich hoffe, dass ich mich sehr irre, aber ich befürchte, dass der dahinterstehende Gedanke interessanter sein wird als das Ergebnis.

    Die traditionellen Massenmedien leiden ja vorwiegend deshalb unter einem psychologischen Knacks, weil sie merken, dass ihr Modell (Content generieren bzw. einkaufen, verpacken, Zugang kontrollieren bzw. verkaufen) unter den Bedingungen bei denen überall und von allen generiert wird, nicht auf eine, sondern auf hunderte Arten verpackt und umverpackt wird, der Datenfluss letztendlich völlig unregelmentiert ist aber sich via menschlicher Filter (Linkblogger), maschineller Filter (smart aggregators) und allen hybriden Filtern (etwa digg), usw. einfach nicht mehr bzw. immer weniger greift. Das spricht nicht gegen die Medien (eine gute Zeitung ist und bleibt was sehr schönes), sondern für die Hypereffizienzen der Ränder.

    Die Readers Edition ist nun von der Struktur her eher noch zentralistisch (es wird für die RE geschrieben, es wird moderiert und redigiert, …) und outsourced lediglich die Erstellung der Inhalte.

    Mal so dahingesagt erbt die RE dadurch die Nachteile des einen Modells ohne die Vorteile des anderen Modells (rezeptionstechnisch: ein auf die eigenen Interessen und Lesegewohnheiten optimierter Inputstrom extrahiert aus hunderten Quellen, blabla; produktionstechnisch: ein positives Aufwand/Nutzen-Verhältnis wie etwa bei flickr (weil man die Photos halt hat) oder bei del.icio.us (weil man sich die Links merken und für sich selbst organisieren will) oder irgendwie auch bei der Wikipedia (weil man irgendwie für die Ewigkeit schriebt)) zu nutzen.

    (nur am rande: lustig, dass ich noch outsourcing geschrieben habe, der begriff crowdsourcing wurde nämlich just ins leben gerufen ; lustig auch, dass die einschätzung bzgl. der RE weitestgehend stimmt, dass sich aber seitdem natürlich die krise/disruption auf die krise/das disruptive selbst ausgeweitet hat)


    Attention Suckers Rerevisited

    04.05.2013

    heute vor 7 Jahren

    Alle mir bekannten Web 2.0 Anwendungen, Blogs oder sonstigen Internetschrebergärten versuchen nicht das Aufmerksamkeitsproblem zu lösen, sondern für sich zu entscheiden. Was ein riesiger Unterschied ist und die weitere Entwicklung des Gebrauchswertes des Netzes sehr behindert.

    (Siggi Becker)


    Kurzschuss Revisited

    20.03.2013

    aus gegebenem anlass muss ich fast noch ein (in den eingeweiden eines wildschweins gelesenes) posting aus dem märz 2010 – 15 monate vor google+ – ausgraben: Kurzschuss :


    google und facebook kommen von den entgegengesetzten enden (google ist der könig des öffentlichen, facebook der des privaten), beide sind damit aber nicht zufrieden und haben begehrlichkeiten auf das reich des anderen (google will den social graph interpenetrieren, facebook will den vorhandenen social graph veröffentlichen), beide sind auf jeweils unterschiedliche art bereit, ihre stärken dafür zu opfern. beide bauen komplexitäten ein, die das eigene angebot mittelfristig unattraktiver machen.

    (ich befürchte facebook hat im bereich öffentlich-sozialer rundfunk den besseren plan (im sinne von ist sich der konsequenzen besser bewusst und nimmt sie bewusster in kauf) und google hat diesbezüglich leider überhaupt keinen plan. leider, weil ein offenes web zumindest auf absehbare zeit wohl google braucht, um unter den neuen bedingungen (echtzeit, mobil, lokal, transsozial, etc.) zu sich zu finden)

    ((mir ist es ein echtes rätsel, warum google die gier hat, auch das soziale an sich koppeln zu wollen, und sich nicht darauf beschränkt, das vorhandene soziale zu fördern, zu sichten, zu vernetzen und zu organisieren. wenn man so will ist facebook die molare kraft, die zwar böse ist, aber bzgl. der eigenen funktionslogik alles richtig macht, und google ist auf dem besten weg, das eigene molekulare mojo zu verspielen und eine art molares mini-me von facebook zu werden))

    (nts: mich öfter selbst zitieren)


    The Night of the Living Feeds Revisited

    16.03.2013

    aus gegebenem anlass muss ich fast ein posting aus 2010 ausgraben: The Night of the Living Feeds (daraus die zitate unten; nts: mich öfter selbst zitieren); damals ging es um die auslaufrille rss ist tot, aber zwei angesprochene punkte wurden eben wieder relevant:

    1. interesse

    ob das (aufwändigere) lesen von feeds für einen sinnvoll ist, oder ob das dahinplätschern im social media strom nicht ausreicht, hängt vom grad des eigenen interesses an einem thema ab.

    Interessiert man sich für die die Neuigkeit der Neuigkeit an sich, dann haben Feedreader tatsächlich ausgedient. Twitter ist da einfach der wesentlich effektivere Kanal, und die vollständige Anschlusskommunikation findet auf Twitter selbst (durch wiederholung der nachricht mit eigenem senf, durch retweets) statt. Was dabei neuigkeitswertig ist, ist systemeigenrichtig (um bolz zu paraphrasieren) – ist eine Nachricht neuwertig, dann findet sie mich automagisch indem ich den Strom einschalte; was mich nicht findet, kann es per definitionem nicht sein, sonst würde es ja im neuigkeitsrelevanten Zeitfenster von [die letzten 10 min, in de die letzten 10h] auftauchen. Zur Lückenfüllung am Abend noch Techmeme und passt.

    wenn man sich ein bisschen interessiert, dann treibt man am besten im strom und fischt aus dem vorbeitreibenden heraus. das wichtigste ist da sicher dabei und sicher auch was nettes und was zufälliges, das reicht völlig aus.

    wenn man sich doch schon für etwas interessiert, dann treibt man am besten im strom und schaut vielleicht, dass man einigen menschlichen filtern folgt, die einem einige nuggets herauspicken, und checkt am abend vl. den aggregator zum thema. auch das reicht dann völlig aus.

    wenn man sich wirklich für etwas interessiert, dann fischt man natürlich auch im strom, aber dann kommt man um das lesen von einem selbstselektierten bündel an feeds nicht herum, weil man dann ja alles wissen will, weil man selbst derjenige ist, der die anderen spezialisten kennt, der für andere kuratiert, weil man die allerbesten texte tatsächlich nie im strom und schon gar nicht auf einem aggregator findet.

    (nur zur sicherheit: ob man sich bzw. wie sehr man sich für etwas interessiert ist keine leistung an sich, man interessiert sich oder man interessiert sich nicht, das ist halt so. aber der grad des interesses korrespondiert idealerweise mit der den techniken des rezipierens. und wer sagt, dass er keine feeds braucht, weil ihn twitter ausreichend informiert, der sagt damit halt auch, dass er sich nicht sehr für das thema interessiert)

    ^ ((diese klammer als satzzeichen wurscht lesen. wurscht auf, wurscht zu, alles dazwischen ist wurscht))

    2. nihilismus des schwarms

    das strömen in tweets und das lesen von feeds führt zu verschiedenen strukturen:

    Die erste Disposition führt als Organisationsstruktur zu einem (hypereffektiven, postmodernen) Schwarm, die zweite zu mehr oder weniger einsamen (existentialistischen, modernen) Individuen, die im Levy Flight herumkrebsen.

    interessanter aber ist fast, wie sehr sich der damals schon spürbare nihilismus seither verstärkt hat:

    Ich mag beide Formen, was mich aber zunehmend nervt ist der latente Nihilismus des Schwarms. Es reicht ihm nicht der Wille zur Macht (unter den kollektiv geführten aber singulär repräsentierten regimen von facebook, twitter, 4chan, etc.), öfter als nicht ist damit auch eine Lust am Zerstören aller anderen Formen verbunden (können wir bitte RSS und das damit verbundene schuldgefühl der unread items endlich beerdigen und uns alle auf twitter einigen?

    der ganze bullshit von twitter seit dick costolo und der ganz blödsinn von google, seit sie auf social machen, auf der spitze der schwachsinnigkeit eben jetzt die vernichtung vom google reader, das alles ist ein symptom dieses nihilismus, der den verbliebenen frei flottierenden eigensinn am liebsten weglöschen will. ich beginne langsam zu befürchten, google weiß, was sie da tun (auch wenn sie wohl nicht mit diesem grad an aufschrei gerechnet haben und auch wenn ihnen wohl die indirekten folgekosten erst jetzt langsam zu dämmern beginnen), die wollen das ökosystem zertrampeln im naiven glauben, teile werden sich schon auf g+ reterritorialisieren.

    aus der serie: Reader—


    Lazy Blog Ep. 2 Revisited

    04.03.2013

    apropos Listen Up : siehe dazu auch Lazy Blog Ep. 2 :

    (blogpost über DAS fundamentale dilemma im derzeitigen web: den umstand, dass es einfach nichts kostet, im oder dem web gegenüber ein totaler jackass zu sein. bonuspoints für eine topologie der zonen und des impacts (etwa spammer, die eigentlich nur lästige fliegen sind, oder lobbyisten, die vorsätzlich jede beschneidung von freiheiten und möglichkeitsräumen in kauf nehmen, um etwaige pfründe zu verteidigen oder überhaupt nur aus prinzip)…)

    (nts: mich öfter selbst zitieren)

    der fall lsr wird deshalb spannend zu beobachten sein, weil es in diesem fall für die betroffenen durchaus möglichkeiten gibt, den verlagen ganz reale und auch spürbare kosten zu verursachen, wenn es zu einem gewissen grad an sozial koordiniertem handeln kommt, was die verlage im derzeitigen zustand der etwas realitätsflüchtigen kollektiven selbsthypnose aber nicht sehen, was sich mittelfristig aber in eine veritable strukturelle paranoia verwandeln könnte/dürfte, weil die diskrepanz zwischen selbstwahrnehmung und wirklichkeit natürlich immer grösser wird.


    Twitteur der Woche Pt. 1 Revisited

    18.01.2013

    frank93 frank93

    ^ heute vor 5 jahren: Twitteur der Woche Pt. 1

    (abt. früher war alles besser)


    ReQuoting pt. 36 (The March of Technology Edition) Revisited

    14.01.2013

    So naturally the sociopaths are outraged that their control is being taken away. Newspapers, book publishers, television companies, ad agencies – their businesses are all failing, while Google’s is on the rise.
    The thing that’s hard for the sociopaths to get their head around is that this isn’t because one of their rivals has outsmarted them – it’s just the march of technology.

    Aaron Swartz via blogoscoped via ReQuoting pt. 36


    Lazy Blog Ep. 15 Revisited

    30.12.2012

    (blogpost über DAS fundamentale dilemma im derzeitigen web: den umstand, dass ‘offenheit’ zwar leicht und tatsächlich gedankenlos zu fordern oder herbeizuwünschen ist, dass die forderung oder der herbeiwunsch ober ein moo point ist, solange sie nicht mit einem vorschlag für eine alternative und ‘bessere’ reterritorialisierung begleitet wird. idealerweise wäre diese erzählung dann spannender als bla aber offen. bonuspunkte wie immer für konkrete fallstudien und sternchen für eine umfassende typologie)

    ^ falls sich wer an LB 15 versuchen will, der Appell von Spreeblick das Web 2013 zurückzuerobern bietet einiges an Stoff. Die Forderung ist wie alle anderen Forderungen nach Blogs, Offenheit und Freiheit natürlich gut gemeint, aber schlecht durchdacht (und schwankt vom vibe her zwischen grossväterlicher sentimentalität und dramatischer hyperbel; nur als beispiel: schon der erste satz – Vorbei die Zeiten, in denen für die Öffentlichkeit gedachte Inhalte im öffentlichen Raum – dem Web nämlich – stattfanden, wo sie in den meisten Fällen von allen Internet-Nutzern gefunden, gesehen, verlinkt und kommentiert werden konnten. – trieft vor apokalyptischem pathos, ist aber völlig aus der luft gegriffen. was ist vorbei und seit wann? was kann nicht mehr gefunden, gesehen, verlinkt und kommentiert werden? wohl posts auf facebook, die aber in vielen fällen eben genau nicht für die öffentlichkeit gedacht sind, sondern nur für die suböffentlichkeit der eigenen freunde. paradoxerweise kann man es ihm anders auch nicht recht machen, denn wenn etwas ungewollt dann tatsächlich von der öffentlichkeit gefunden und gesehen wird, dann droht der grosse flyer mit dem #privacyfail usw. ok, cheap shot, aber das geht so weiter). Das Problem mit solchen Texten ist leider, dass sie sich mit dem romantisierten Bild des edlen wilden Blogs begnügen und alle sind dann zwei Tage über sich selbst gerührt, aber die realen Verhältnisse (also die infoökonomischen produktions-, rezeptions-, und distributionsbedingungen und das gesamtsystem aller möglichen ströme – und funktionierende blogs sind im gesamtmilieu aller kommunikationen eher unwahrscheinliche blüten) ignorieren, womit man aber den Blogs keinen Gefallen tut, weil die Verhältnisse natürlich nicht verschwinden.

    update: wer von spreeblick hergeschickt wurde, könnte bei gegebener lust und laune komplementär auch diese artikel lesen: 5 Jahre live.hackr und Lazy Blog Ep. 16 – dann wird glaub ich deutlicher, was ich bei johnny kritisiere und vor allem: was nicht


    Schwarmacher Revisited

    26.11.2012

    anlässlich der jüngsten tirade von frank schirrmacher ein kurzes zitat aus schwarmacher, das irgendwie diesmal fast noch besser zutrifft:

    das lustige an ihm ist, dass er selbst quasi ein glaubender der von ihm kritisierten ‘internetideologien/-en’ ist, nur die angedachten ergebnisse, visionen, utopien negativ und dystopisch bewertet. er selbst denkt technodeterministisch, nur verzweifelt seine humanistische seele an den entwürfen. auf alle fälle ist er weitaus abgespaceter, als man vermuten würde)

    (nts: mich öfter selbst zitieren)


    Der Parasit Revisited

    30.08.2012

    aus gegebenem anlass #lsr ein etwas älteres zitat:

    für das dahinmurksen [des deutschen webs] gibt es wohl viele gründe, zumindest einen strukturellen, den ich sehr spannend finde, möchte ich erwähnen:

    das nicht ertragen können, dass ein anderer aus der eigenen existenz ungefragt und ohne direkte bezahlung irgendeinen nutzen zieht.

    dieses grundgefühl zieht sich durch alle schichten und ist – so verständlich auch die haltung ist, wer wollte das schon – im web die blockade schlechthin.

    paradigmatisch wird das von der kulturindustrie repräsentiert: zeitungsverleger halten es nicht aus, dass eine nachricht ohne direkte bezahlung gelesen wird und dass google davon sogar finanziell profitiert, musikverwerter halten es nicht aus, dass ein track ohne bezahlung angehört oder als untermalung einer slideshow benutzt werden kann und dass google davon sogar finanziell profitiert, usw., […]

    komplementär zu diesem grundgefühl kommt der anspruch, aus der verwertung eines produktes auch noch den letzten tropfen wert aussaugen zu wollen.

    dass auch die produzenten vorteile davon hätten, wenn sie ihre objekte/produkte netzwerktauglich machten, ist dabei egal. ich schneide mir lieber den finger ab, bevor ein anderer von meiner leistung profitiert, ohne dass ich direkt bezahlt werde oder mein explizites einverständnis gebe, und den finger schneide ich mir übrigens ganz sicher nicht ab, also fordere ich umfassende kontroll- und sanktionssysteme, die diesem treiben der nutznießer einhalt gebieten. die kosten für die systemische verunmöglichung von missbrauch sind aber üblicherweise um faktoren höher, als der tatsächliche schaden selbst.

    (nts: mich öfter selbst zitieren)

    das leistungsschutzrecht ist natürlich das pure symptom dieser haltung, welches die groteske grimasse sichtbar macht. das ist so unwahrscheinlich, dass man keese dafür fast dankbar sein könnte.

    stefan niggemeier spinnt diesen gedanken übrigens gerade schön weiter.


    Object Socials Revisited

    30.04.2012

    Heute vor zwei Jahren: Social Objects vs. Object Socials

    (mit dem übergang von social objects zu object socials – also von objekt-vermittelter intersubjektivität zur subjekt-vermittelten interobjektivität – war ich doch erstaunlich nahe dran, nur war es eher noch aus einer perspektive des humanismus verfasst; die formel stimmt zwar, aber man müsste sie rekursiv ergänzen, sprich den wechsel der perspektive wieder in den jeweiligen perspektivenwechsel einführen; der subjekt-anteil der subjekt-vermittelten interobjektivität ist also selbst nichts anderes als das ergebnis der objekt-vermittelter intersubjektivität usw. und dann landen wir in der effektivsten timeline halt beim kurzschluss, den ich witzigerweise ein paar tage davor eh schon gesehen hab usw.)


    Attention Suckers Revisited

    04.05.2008

    heute vor 2 Jahren

    Alle mir bekannten Web 2.0 Anwendungen, Blogs oder sonstigen Internetschrebergärten versuchen nicht das Aufmerksamkeitsproblem zu lösen, sondern für sich zu entscheiden. Was ein riesiger Unterschied ist und die weitere Entwicklung des Gebrauchswertes des Netzes sehr behindert.

    (Siggi Becker)


    SemWeb 3.0 Revisited

    25.03.2008

    und heute vor einem Jahr: SemWeb 3.0


    Schnell vs. Beschleunigend Revisited

    15.02.2008

    heute vor 2 Jahren: schnell vs. beschleunigend (becker @ dromology)

    condensed edition:

    Schnelle Nachrichten oder Informationen müssen das Pathos der endlichen Spiele (siehe JP Carse) perpetuieren

    Beschleunigende Nachrichten oder Informationen etablieren ein neues Niveau, sind somit grundsätzlich

    (abt. reuse)