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die romantische komödie


Leftovers 2017



Leftovers 2017 (Universality? What Universality? Edition)

auch nicht weitergekommen sind wir 2017 jedenfalls dabei, einige universalitäten oder generalisierbarkeiten im web zu erkennen, zu benennen und irgendwann dann als bekannt vorauszusetzen, um uns auf die spezifischeren dinge konzentrieren zu können.

(das beginnt bei so harmlosen dingen wie youtubern, die sich im kollektiv wünschen, dass die geneigten zuschauer das video doch commenten, liken und sie dann subscriben, was sie dann auch nicht müde werden in tatsächlich jedem video zu betonen, und endet bei politikern, denen nichts besseres einfällt als jede webseite zu verpflichten jeden besucher darüber zu informieren, dass auch sie cookies verwendet und die ip-adresse loggt, was halt eine völlig informationslose verunsicherung ist, weil das halt tatsächlich jede einzelne webseite tut. und während das bei den youtubern vl. sogar noch über ein gewisses phatisches element erklärt werden kann, ich denk an euch, denkt ihr auch an mich, usw, so sind so maßnahmen wie die cookieregelung nicht nur ein kolossales ärgernis, sondern bewirken dann sogar das exakte gegenteil von dem, was vermutlich der sinn sein sollte (ich gehe einmal davon aus, dass sie das nicht aus anderen, zynischeren motiven oder aus reiner bösartigkeit tun). denn wenn auf jeder seite ‘achtung’ gerufen wird, dann hört man es auch nicht mehr dort, wo es vl. wirklich sinnvoll wäre)

((und es bewirkt ja nicht nur das gegenteil vom intentierten, es steht dann blöderweise auch noch jeder möglichen lösung im weg, die über eine generalisierung oft leicht erreicht werden könnte. das sieht man derzeit gerade im schön rund um die einführung der dsgvo, die in ihrem kern ja erstaunlich sinnvoll ist, nur in der umsetzung eher an einen schildbürgerstreich erinnert))

23.04.2018 # http://hackr.de/2018/04/23/leftovers-2017-universality-what-universality-edition

Leftovers 2017 (Settings Edition)

auch nicht weitergekommen sind wir 2017 jedenfalls damit, settings oder optionen auch nur für die fundamentalsten aspekte von plattformen anzubieten.

(ich hab mich mittlerweile schon damit abgefunden, dass dienste ihre defaults an den uninteressiertesten aller erreichbaren usern orientieren, um die meisten marktanteile herauszuquetschen, man’s gotta eat. und ich kann zumindest auch noch nachvollziehen, dass sie versuchen ihre features zu entwickeln und an trends oder konkurrierende dienste anzupassen, auch wenn sie dabei die nützlichkeit für einige benutzergruppen oder anwendungsfälle reduzieren oder eliminieren. was ich aber echt nicht nachvollziehen kann ist, dass sie auch die offensichtlichsten einstellungen wie der teufel das weihwasser meiden und nicht zumindest irgendwo tief in den settings opt-outs für das nervigste und opt-ins für das nützlichste offerieren)

((nur als beispiel, weil ich gestern ein zweites echo dot in der küche eingerichtet habe, um dann feststellen zu müssen, dass timer nicht mit anderen echos geteilt werden: dass die echos per default isoliert operieren ist sicher sinnvoll, dass es aber kein häkchen ‘share timers’ gibt ein echter kopfkratzer; die nützlichste fehlende einstellung aller wäre natürlich die möglichkeit, diese twitter-cards zu deaktivieren und die tweets as is anzuzeigen))

27.02.2018 # http://hackr.de/2018/02/27/leftovers-2017-settings-edition

Leftovers 2017 (Meta Edition)

auch nicht weitergekommen sind wir 2017 jedenfalls beim offerieren und utilisieren von metadaten auf den plattformen für unsere medien, also bücher, alben, fotos usw.

(schaut man sich die möglichkeiten zum editieren der metadaten auf den platzhirschen der verschiedenen formate an, dann muss man sich schon etwas wundern, wie schlecht das implementiert und wie lieblos davon gebrauch gemacht wird, wenn überhaupt (im kindle kann man nicht mal autor oder titel editieren, ohne den umweg über etwa calibre machen zu müssen). wundern vor allem deshalb, weil metadaten die vl. am tiefsten hängende frucht sind, um die haptik und nützlichkeit von sammlungen zu verbessern, und ab einer gewissen größe überhaupt benutzbar zu halten. und ich meine jetzt nicht metadaten nach irgendwelchen bibliographischen standards, sondern einfach die für den jeweiligen datentyp im normalgebrauch offensichtlichsten (google music ist da gar nicht so schlecht, nur machen sie in der folge davon keinen gebrauch))

((auch auffallend ist die völlige abwesenheit von tags, die in kombination mit metadaten natürlich bei minimalsten vorgaben von seiten der plattform die größte universalität und konfigurierbarkeit bieten würden, aber die sind mit dem ende von delicious auf die liste gefährderter kulturtechniken gelandet, fürchte ich))

26.02.2018 # http://hackr.de/2018/02/26/leftovers-2017-meta-edition

Leftovers 2017 (Baby and Bathwater Edition)

und als komplementärer nachtrag zu den leftovers best of the best edition :

auch nicht weitergekommen sind wir 2017 jedenfalls beim ausschütten des kind mit dem bade – aka dem verwerfen von dingen, nur weil sie nicht alle probleme und aspekte lösen.

immer wenn zb in irgendeinem feature im radio oder feuilleton über irgendwas funktionierendes berichtet wird, da schau her, tablets lassen sich in dieser schule gut integrieren, ja hui, ai kann ja das und das, usw., dann dauert es keine 5 minuten bis sich nicht ein experte meldet, der warnt, dass damit nicht alle probleme der welt gelöst werden können und meistens impliziert, dass man davon besser die finger lässt.

(und nur am rande, dass man sich 2017 noch immer allen ernstes die frage stellen kann, ob digitale medien zb im unterricht helfen können und nicht nur ablenken, ob ai viele prozesse unterstützen kann und nicht notwendigerweise ersetzten oder zerstören wird ist skurril)

04.01.2018 # http://hackr.de/2018/01/04/leftovers-2017-baby-and-bathwater-edition

Leftovers 2017 (Best of the Best Edition)

auch nicht weitergekommen sind wir 2017 jedenfalls beim vermeiden dieses leidigen suchens nach dem besten tool für irgendeine tätigkeit. was ist besser, word oder latex? iphones oder android? macbooks oder ipads? medium oder wordpress?

aber das beste tool gibt es nicht. die meisten tools haben verschiedene vor- und nachteile, aber viel entscheidender noch: es hängt alles davon ab, was man selbst konkret braucht, wie man selbst konkret arbeitet, was man selbst schon weiss, was man schon hat, wieviel man zahlen möchte, usw.

(kleine anmerkung: die existenz eines default-tools für einen bereich kann sinnvoll sein, weil es einen bedenkenlosen einstieg ermöglicht, bevor man überhaupt die kriterien kennt oder abschätzen kann und das sich also anbietet, solange man nicht weiss, warum man ein anderes alternativ verwendet. zb firefox oder chrome, wobei man jeden anderen browser verwenden kann wenn man weiss warum)

04.01.2018 # http://hackr.de/2018/01/04/leftovers-2017-best-of-the-best-edition

Leftovers 2017 (Dichotomy Edition)

auch nicht weitergekommen sind wir 2017 jedenfalls beim vermeiden dieser idiotischen falschen dichotomien. ist es segen oder fluch? rettet es die welt wie sie ist, oder ist es ein wertloser hype? löst es die alte gerätschaft vollständig ab, oder ist es ein dud?

falsche alternativen übersehen, dass dinge differenzierter sein können und üblicherweise sind, dass verschiedene dinge gleichzeitig sein können und üblicherweise sind, dass dinge für unterschiedliche leute unterschliedliche funktionen haben können und üblicherweise tun. besser ist die frage: unter welchen umständen ist/funktioniert es gut, unter welchen schlecht? für wen funktioniert es gut/schlecht? welche direkten und indirekten konsequenzen sind damit verbunden? usw.

03.01.2018 # http://hackr.de/2018/01/03/leftovers-2017-dichotomy-edition