Google Studies

  • Die Zeitgenossen der Gesellschaft Pt. 17: Der Rechtmacher
    Der Rechtmacher ist ein abstrakter aber in den verschiedenen Instantiierungen extrem weit verbreiteter Zeitgenosse, der sich dadurch auszeichnet, dass er es den anderen Leuten Recht machen will.
  • The Google Supposed To Know
    Google will das Subject Supposed To Know sein und ist aber nur ein Doofus.
  • G14
    ^ omg, google wurde heute 14.
  • Even Favicons Get The Blue
    Googles neues Favicon 2012
  • Harmartia
    echovar über Google.
  • I/O 2012 (Neue Bescheidenheit Edition)
    Über die neue Bescheidenheit von Google.
  • I/O 2012 (State of Google Edition)
    Ein paar Anmerkungen zur Google I/O.
  • Google Plus Eins
    Google Plus wird ein Jahr alt.
  • The Walking Dead
    Echovar über die Unterschiede zwischen Facebook und Google.
  • Googleheimer
    Ein kleiner, psychohygienischer Rant über Google.
  • Google Bull Terrier
    Google killt Friend Connect, Knol und einige andere Projekte.
  • Phänomen und Logik der Kreise
    weitere minianmerkung zu google+, genauer gesagt ein viertes bauchgefühl.
  • Archäologie des Kreises
    noch eine minianmerkung zu google+, genauer gesagt ein zweites bauchgefühl.
  • Der Kreis der Gesellschaft
    weitere minianmerkung zu google+, genauer gesagt ein zweites bauchgefühl.
  • Im Namen des Kreises
    Kleine Anmerkung zum sozialen Design von Google+.
  • What Will Have Been?
    Der Rest der Ankündigungen der Google I/O.
  • City of Glass
    Google macht sich jetzt vollends zum Affen und weist Facebook-User, die ihre Kontakte in Facebook importieren wollen, auf einer zwischengeschaltenen Alarmseite auf die Geschlossenheit von Facebook hin
  • ReciprociCity
    duh, Google besteht beim Zugriff auf die Kontaktdaten via der Contacts API fortan auf Reziprozität.
  • ReQuoting pt. 50 (The Social Is Edition)
    Über das Soziale nach Facebook und Google.
  • Google Mini-Me
    was ich mir von google me wünschen würde.
  • Smells Like Fish Spirit
    hmm, irgendwas riecht fischig, bei diesem google und verizon proposal (“A joint policy proposal for an open Internet”).
  • The Real Life
    devoha: die The Real Life Social Network v2 Präsentation von Paul Adams, einem UX-Spezialisten von Google.
  • Head of Social
    Google sucht einen Head of Social
  • The XX
    Über die Antisynthese am Beispiel von Gmail.
  • Kurzschuss
    Über Google und Facebook und Komplexität.
  • ReQuoting pt. 39 (The Simple Edition)
    Die drei Mantras von Google, u.a. keep it simple.
  • the good, the bad and the ugly
    Über Zizek und Google in China.
  • ReQuoting pt. 36 (The March of Technology Edition)
    Über den Fehler Google als Mitbewerber und nicht als veränderte Technologie zu sehen.
  • Dear Geniuses
    Umair Haque über den Blocking-Google Blödsinn.
  • New Wave
    devoha hier auch noch: die vorstellung von google wave
  • GGoats
    Google leiht sich eine Ziegenherde.
  • I'm 01100110
    Der erste Tweet von Google.
  • Schachter geht zu Google
    hui, Joshua Schachter wurde von Google angeheuert.
  • Das Leben des Favicons
    Google hat mal wieder ein neues Favicon.
  • 10g
    Google wird 10 Jahre alt. Der Doodle.
  • The first Android-powered phone
    pars pro toto von etwa 500 Artikeln zum Thema 'das Android Handy ist da' heute.
  • Show Off!
    Blogger.com sozialisiert sich, wirft Followers ins Gemisch. Zu wenig zu spät.
  • Trillion
    Der Google Index hat eben die Billion-Seiten Marke überschritten.
  • ReQuoting pt. 22
    Carr behauptet, Google macht uns dumm. Batelle sagt nein.
  • Google Ki/onote
    Keynote von Google I/O, der Developer Conference in San Francisco.
  • Google Tumble
    Google Reader bekommt zwei neue Features: Notes und ein Bookmarklet zum Sharen von beliebigen Artikeln.
  • Down on Earth
    Google Maps bekommt für einige Städte eine Street View.
  • Reader
    Der Google Reader bekommt ein paar kleinere Verbesserungen.
  • Shopping Pt. 3
    Google übernimmt YouTube für 1,65 Milliarden Dollar.
  • Nörgeln
    Die neue Version vom Google Reader hat - Trommelwirbel - eingebaute Suche.
  • Schindler
    Verdichtung (bzw. Auslassung) eines Artikels in der FAZ über Google.
  • Trends
    Google Trends und Zustimmung von Langreiter.
  • PigeonRank
    Google startet PigeonRank.
  • Google Receives $25 Million in Equity Funding
    Eine Art hello world von Google: sie haben 25 Mio. Funding bekommen.

  • Die Zeitgenossen der Gesellschaft Pt. 17: Der Rechtmacher

    25.11.2014

    Der Rechtmacher ist ein abstrakter aber in den verschiedenen Instantiierungen extrem weit verbreiteter Zeitgenosse, der sich dadurch auszeichnet, dass er es den anderen Leuten Recht machen will.

    Das ist sicher nicht die bösartigste Einstellung, die man haben kann, allerdings führt sie öfter als nicht zu unserem beliebten gut gemeint ist schlecht gemacht oder durchdacht.

    Der mit Abstand größte Rechtmacher-Doofus ist natürlich Google – bei denen kann man fast die Hypothese aufstellen, dass das Rechtmachen ihre große Schwäche ist, sprich sie immer dann genial oder zumindest gut sind, wo sie versuchen irgendwas so gut wie möglich zu machen und mit diesen Serien dann etwa bei einem neutralen Funktionalismus (etwa gmail vor 6, 7 jahren) oder einer autoritären Algorithmokratie (etwa google suche vor 6, 7 jahren) landen, und immer dann bestenfalls unbeholfen oder debil sind, wo sie versuchen das dann noch besser zu machen, indem sie es personalisieren, antizipieren und eben dem User rechter zu machen (so ziemlich jeder versuch email oder die suchergebnisse in dieser richtung zu verbessern ist bis dato in einem fiasko oder einer stillen revision geendet, siehe dazu googleheimer). Wobei Gmail und Suche ja noch tendenziell resilient sind und die Interventionen von Google noch relativ locker wegstecken konnten, problematischer ist natürlich, dass die ganze Vision von Google in diese Richtung schielt.

    die genuin falsche grundannahme ist, dass es dieses im moment ‘richtige’ gibt und man es nur auf basis der daten ausrechnen muß, daten hat google ja im idealfall wohl genug, es kennt den ort, es kennt die zeit, es kennt die gesamte vorgeschichte, alle bisherigen suchen, käufe, mahlzeiten, treffen, alle kontakte, die gesamte kommunikation, usw., da kann das dann wohl nicht so schwer sein. aber genau das ist der fehler. dieses ‘richtige’ gibt es nicht vorab, sondern nur retrospektiv. bei allem was den funken eines persönlichen werts hat, spielt das begehren eine viel grössere rolle als die summe aller neutraler sachverhalte. man kann glaub ich fast sagen, dass alles, was uns eine suchmaschine vorschlagen kann, per definitionem ‘wertlos’ wird und das begehren verscheucht. das begehren kommt immer nur von der seite, von der wir es nicht erwarten oder sehen können. google will also wohin, wohin es – zumindest für moderat komplexe lebewesen – nicht kann.

    The Google Supposed To Know (nts: mich öfter selbst zitieren)

    In eine ähnliche Sackgasse laufen aber auch alle anderen Rechtmacher, die die Zukunft der Ausdifferenzierung von sozialen Objekten (Zeitungen als personalisierte Nachrichtenströme, Fernsehen als personalisierte Ströme von Sendungen und Serien, etc.) in personalisierten Empfehlungssystemen sehen. Sie übersehen den entscheidenden Punkt, nämlich dass Wert nur aus Differenz entsteht. Wenn alles gut ist, ist nichts gut. Intensitäten kann man nur in Relation zu einem ‘Mangel’ erzeugen. Hunger ist der beste Koch. Und sie übersehen, dass Identitäten nur im aktiven Auslassen von dem, was man nicht ist, entsteht; das registrierende Auslassen ist eine wichtige Geste.

    Empfehlungssysteme sind grossartig zur Inspiration, als Reize, als Serendipity, usw. – aber sie sind kein guter kategorischer Imperativ für gesellschaftliche mediale Produkte.

    (wer sich noch daran erinnern kann: die über die filterbubble jammerten, jammerten exakt über den falschen punkt. das problem einer algorithmischen bubble ist nicht, dass man die alternativen stimmen nicht mehr zu sehen bekommt und deshalb auch keine alternativen blickwinkel kennen lernt, das problem der algorithmischen bubble ist, dass man die alternativen stimmen nicht mehr zu sehen bekommt und deshalb nicht mehr so tun kann, als gäbe es die ohnehin bestehende bubble nicht)

    (abt. supermarket studies)


    The Google Supposed To Know

    16.05.2013

    kleine randbemerkung: die grosse phantasie von google seit einigen jahren ist deklarierterweise, den menschen zu einem konkreten zeitpunkt an einem konkreten ort genau die information zu liefern, die man wissen möchte oder die man braucht, oder das perfekte produkt (track, film, buch, restaurant, gericht, etctrara) vorzuschlagen, das man idealsterweise kaufen oder rezipieren möchte. look, buy one get one free. google will sozusagen der ideale und allwissende butler sein, der das leben aller in ein einziges schlaraffenland verwandelt. und dieses glückliche leben dokumentiert man dann auf g+, das erkennt ja jetzt auch eigenständig die fotos auf denen alle lachen.

    die genuin falsche grundannahme ist, dass es dieses im moment ‘richtige’ gibt und man es nur auf basis der daten ausrechnen muß, daten hat google ja im idealfall wohl genug, es kennt den ort, es kennt die zeit, es kennt die gesamte vorgeschichte, alle bisherigen suchen, käufe, mahlzeiten, treffen, alle kontakte, die gesamte kommunikation, usw., da kann das dann wohl nicht so schwer sein. aber genau das ist der fehler. dieses ‘richtige’ gibt es nicht vorab, sondern nur retrospektiv. bei allem was den funken eines persönlichen werts hat, spielt das begehren eine viel grössere rolle als die summe aller neutraler sachverhalte. man kann glaub ich fast sagen, dass alles, was uns eine suchmaschine vorschlagen kann, per definitionem ‘wertlos’ wird und das begehren verscheucht. das begehren kommt immer nur von der seite, von der wir es nicht erwarten oder sehen können. google will also wohin, wohin es – zumindest für moderat komplexe lebewesen – nicht kann.


    G14

    27.09.2012

    google 14

    ^ omg, google wurde heute 14.


    Even Favicons Get The Blue

    14.08.2012

    g

    ^ devoha: Googles neues Favicon (siehe auch Das Leben des Favicons)


    Harmartia

    30.07.2012

    One of the interesting characteristics of Google is that it doesn’t partner well. In the end, as a corporate philosophy, it believes that anything you can do, it can do better.

    echovar über google.


    I/O 2012 (Neue Bescheidenheit Edition)

    30.06.2012

    noch ein kleiner Nachtrag zu Google Plus Eins und I/O 2012 State of Google Edition nachdem ich mich durch eine ganze Reihe an – teilweise wirklich sehr interessanten – Sessions geschaut habe:

    @pfefferle hatte sie ja schon entdeckt und mit der History API (session vid) bekommt Google+ nun gwm. eine Art Schreib-API und der Ansatz scheint mir für G+ zu stimmen: wenn eine Anwendung History unterstützt und ein User die Anwendung autorisiert, dann kann eben jener User auf eben jener Anwendung Dinge zunächst mal für den eigenen Gebrauch auf G+ posten, um es dort dann ggf. öffentlich oder mit Gruppen zu sharen. Das ist zwar ein bisschen umständlich, aber damit vermeiden sie wohl, dass Anwendungen die Erfahrung von G+ übernehmen.

    Was mir aber insgesamt – neben dem Ausbleiben der großen blöden Projekte und der an deren Stelle getretenen großen Schlüssigkeit – aufgefallen ist, ist eine fast durchgehende neue Bescheidenheit, die vl. wieder der Grund für das Ausbleiben der Projekte und der Schlüssigkeit ist.

    Ich vermute, dass Google die Zusammenfassung meines keimenden Unbehagens mit Google gelesen und nicht nur gelesen sondern in der größtmöglichen Intensität studiert hat. Fast alle dort aufgeworfenen Problemfelder wurden irgendwie adressiert.

    Realistischerweise sollte ich aber vermuten, dass hier Google eher einen anderen Umstand utilisiert: die Tatsache, dass sie ein datengetriebenenes Unternehmen sind, welches alles misst und seine Prozesse und Entscheidungen auf Basis dieser Messungen adjustiert. Sprich: auch wenn ihnen der gesunde Hausverstand fehlt (was wiederum modelltechnisch nichts als ein Problem mangelnder Diversifikation ist), ihre Logfiles zeigen ihnen, was nicht funktioniert. Und während sie Flops wie Buzz, Wave, Knol, Lively, Jaiku, Health, Answers, Aardvark, Bookmarks, Notebook, Video, Music, etctrara immer auf Umstände schieben konnten, Google+ war Chefsache, sie haben alles draufgeworfen und es blieb dennoch ein Dud. Also konnte sich auch Google endlich mal die Fragen stellen, wo wie und warum es kratzt. Auf was konkret sie da gekommen sind kann man leider nicht deduzieren – da wär ich aber gern ein Mäuschen gewesen – , aber eine Lektion war eindeutig, den Anspruch und die Erwartungshaltung mal ein bisschen zu relativieren. Eine konkrete deduzierbare Einsicht war, dass ihnen die soziale Masse nicht einfach zufliegt, nur weil sie 250 Mio (~50% der Gmail-Accounts) Benutzer zum ‘upgraden’ zu G+ usurpiert quasi geschupst und mit seotechnischen Karotten für die Verbreitung auf Webseiten gesorgt haben. Auch wenn sie nicht wie alle anderen bei Null beginnen müssen, auch sie müssen sich auch die kleinen und kleinsten konkreten Aktivitäten verdienen, mit neuen experimentieren, iterieren und dann das verstärken was funktioniert. Es schaut so aus als hätten sie jetzt damit begonnen.


    I/O 2012 (State of Google Edition)

    29.06.2012

    (ok, blöder titel, nur ein paar kleine anmerkungen zu google, da die ankündigungen auf der google i/o jetzt ja gemacht wurden und nix wichtiges mehr kommt)

    das vl. spannendste an der i/o war das völlige ausbleiben der grossen blöden würfe, die man von google kennt und schätzt. mehr oder weniger alles, was vorgestellt wurde (siehe tag 2 und tag 1), ist eine inkrementelle verbesserung von vorhandenem, die kopfgeburten wurden rigoros abgesägt; alles verbliebene wurde schneller, besser, kleiner, mehr user, hübscher, billiger. primär ging es darum, die lücke zu apple zu schliessen. und wenn man den demos glauben kann, dann ist ihnen das auch durchaus gelungen. sekundär ging es darum, den möglichkeitsraum für web- und mobile anwendungen zu verscheiben. und wenn man den demos glauben kann, dann ist ihnen auch das durchaus gelungen (maps werden wirklich immer irrer, spracherkennung, docs und einiges andere funktioniert auch offline, rein css-basierte games schauen aus wie aus der konsole, etc.). aber auch wenn es dann einige dinge gab, die in dieser skalierung dann nur noch google anbieten kann – für 100.000$/h kann man etwa 700.000 kerne anmieten und auch als privatperson komplexere berechnungen vornehmen -, kaum ein feature war noch nicht woanders gesehen.

    (was ist mit google glass, könnte man hier einwerfen, aber glass ist natürlich keinen funken innovativ, sondern ein reines engineering problem von einem gedanken, den sich science fiction autoren oder screenwriter nicht mal mehr trauen würden aufzuschreiben, so klar liegt er auf der hand. aber gleichzeitig muss man das dann halt auch machen und warum nicht google etc.)

    aber wenn schon nix neu war, alles war auf eine fast schon beängstigende weise schlüssig. und auch wenn vieles dann auch doch sehr an apple erinnert, sie scheinen sich auch erstmals wirklich designer und ui-spezialisten geleistet zu haben; alles war auf eine fast schon beängstigende weise optisch erträglich. wie man’s macht ist’s falsch, aber dieser neue pragmatismus ist irgendwie auch total langweilig. hoffentlich haben die ganzen rückschläge google nicht die träume ausgetrieben.


    Google Plus Eins

    28.06.2012

    google plus

    Heute vor einem Jahr hat Google Google+ vorgestellt: Real-life sharing, rethought for the web . Und seit gestern veranstaltet Google den alljährlichen Sanity-Check Google I/O (für einen Überblick der Keynote siehe Google I/O Tag eins), dort wurde mit den Google+ Events, dem Party Mode und der Version für Tablets das vorläufige Zwischenergebnis markiert; eine adhoc Diagnose von G+:

    • sie scheinen die fixe Idee, Facebook Konkurrenz machen zu wollen, zumindest vorläufig aufgegeben zu haben. Für Google+ ist das gut, weil sie einen Kardinalfehler nicht mehr in die Grundannahmen von G+ hineinbauen: den Glauben, es gäbe Social und den Wunsch zu Sharen als abstraktes Bedürfnis. Ich glaub zwar nicht, dass sie das wirklich verstanden und deshalb reagiert haben, aber man kann mit einem Blödsinn ja auch aufhören, ohne zu wissen warum das ein Blödsinn war.
    • für G+ bedeutet das, dass es das erste Mal eine konkrete Richtung bekommt und Google tatsächlich mit Elementen spielt, die sie haben, und auf eine Weise spielt, die sie auch können. (sie kommen zwar aus mind. drei richtungen: hangouts aka facetime; tabletview aka socialized flipboard bzw. google currents; events aka facebook, aber die stören sich nicht gegenseitig)
    • es bedeutet auch, dass die Werbebotschaft plötzlich besser passt. Die war davor irgendwie völlig schizoid, weil sie geglaubt haben, dass man mit dem Stil von Apple auch ‘Soziale Systeme’ verkaufen könne. Nur verkauft Apple natürlich das genaue Gegenteil von dem, was sie bewerben; die regressive Phantasie eines phantastischen Lebens mit liebender Jungfamilie und lachenden Freunden ist gwm. die imaginäre Ergänzung zum ‘masturbatorischen’ Gadget. Mit einem iPhone oder iPad kann man diese Imagination dann auch aufrechterhalten; auf G+ findet man sich schnell in der Wüste des Realen wieder.
    • von einer API bis dato kein Wort, wobei es für handerlesene Partner wohl eine gibt. Mich würde es zwar wundern, wenn sie nicht heute oder morgen eine vorstellen würden, aber ich verstehe Google irgendwie sogar, wenn sie es nicht tun. Ich weiss, Ökosystem und so, aber Google muss hier andere Phasen durchmachen, als ein neues Startup.
    • neben den endlich einmal genannten sinnvollen Zahlen – ca. 50 mio daily active users – kann ich bestätigen, dass sich der Google+ Button und/oder eine Google+ Page zumindest unter den Startups doch als Standard etabliert hat. Eigentlich gibt es nur noch drei Buttons im Web: Twitter (auf 90+% aller Seiten), Facebook (auf 80+% aller Seiten) und eben G+ (auf 60-70% aller Seiten, zumindest der neueren). Pinterest, Tumblr, Linkedin, etc. sieht man dann noch sporadisch, alle anderen sind fast schon Fundstücke. (nur am rande aber erfreulich: fast jedes, also wirklich fast jedes startup hat auch noch ein eigenes blog, und auch da geht der trend fast weg vom tumblr oder posterous)

    Unterm Strich ist Google+ also auf einem guten Weg.


    The Walking Dead

    24.06.2012

    Google, observing the growth of these gesture farms, rightly recognizes that the Web is no longer enough. The Google+ project attempts to graft a living Network entity on to the footprint analyzing machine they already have in place. But does this move Google from the land of the dead to the land of the living? If Google is mostly dead, does it operate more like a zombie? Is it subject to disease and viruses? And if it’s not, is it really alive?

    Echovar wieder einmal sehr schön über die Unterschiede zwischen Facebook (ein lebender Organismus bestehend aus lebenden und likenden Suborganismen, der in seinem Charakter als Farm aber auch anfällig für Krankheiten und Seuchen ist) und Google (ein Bot, der die Fussspuren und Exkremente der lebenden Organismen untersucht, der jetzt aber auch leben will, aber weder weiß, was das bedeutet, noch die Probleme sieht, die damit verbunden sind)


    Googleheimer

    31.01.2012

    google

    Achtung: Rant below; aber mich nervt Google in letzter Zeit so systematisch, dass das einmal psychohygienisch raus muss.

    Der erste Megatrend 2012 ist eindeutig das Dissen von Google. Dieses hat nicht nur quantitativ zugenommen, auch die Qualität der Kritik hat sich genuin verschoben – und das Suchen von Alternativen wurde zu einem beliebten Hobby. Kritik an Google gab es natürlich schon immer, aber sie war üblicherweise eher leichtgewichtig und hat sich an kleineren Fragen (Datenschutz, sind sie vielleicht doch böse, haben sie vielleicht nur ihre eigenen wirtschafltichen Interessen im Sinn, fehlt ihnen die soziale DNA, …) abgearbeitet. Die Fragen sind zwar an der Oberfläche die gleichen geblieben, aber mir scheint, dass sich darunter in letzter Zeit die für Google wesentlich fatalere Frage verbirgt, ob Google nicht in Wirklichkeit eine gewaltige Dumpfbacke ist.

    Der Vollständigkeit halber sei dazugesagt, dass Google noch immer die wichtigste Firma im Web ist; sie sind finanziell erfolgreich; sie haben noch immer eine Reihe von unübetroffenen Qualitäten und Kompetenzen; sie offerieren uns noch immer einige geniale lebens- und weltverbessernde Produkte; Google ist auch noch immer das einzige Unternehmen, das sich an gewisse unmögliche Dinge wagt (natürlich auch, weil sie sich das halt leisten können, aber sie müssten ja nicht); Google hat das moderne Web wie wir es kennen mehr oder weniger katalysiert und in dieser Form möglich gemacht; und sie versuchen wohl auch – by and large – das Richtige zu tun.

    Having said that verdecken diese ihre Qualitäten und Erfolge aber auch eine Demenz, die sich langsam aber sicher ausbreitet und die Google entdecken sollte, bevor es zu spät ist. Die Menschen beginnen sie nämlich zu spüren, deshalb auch diese neue Qualität der Kritik.

    Bei der Beurteilung des Geisteszustands von Google müssen wir uns natürlich auf das Sammeln und Interpretieren von Hinweisen und Symptomen beschränken. Isoliert betrachtet sind viele der Hinweise nicht besonders signifikant. Und auch eindeutige Hinweise auf signifikante Probleme sind nicht immer auf Google als solches verallgemeinbar, weil Google mitunter in Zellen organisiert ist und eine faule Zelle nicht notwendigerweise mit einer Faulheit des gesamten Systems Google korreliert. Gleichzeitig können aber auch genau die kleinen Symptome – die freudschen Vergoogler – den Zustand des gesamten Systems besser beschreiben, als die offiziellen Darstellungen oder die inoffizielle offizielle Selbstwahrnehmung.

    Die Liste mit ganz konkreten Fehlern, Flops und Fails ist lang. Einige Fehlergruppen: übernommene oder selbst entwickelte Produkte, die dann gekillt wurden (Jaiku, Knol, Aardvark, Dodgeball, Slide, Google Wave, Google Buzz, Google Bookmarks, Google Notebook, Google Health, Google Video, Google Lively, Google Answers, uswusf.); übernommene oder selbst entwickelte Produkte, die mehr schlecht als recht dahinvegetieren (Orkut, Chromebooks, Google Music, Google TV, Google Books, Chrome Store, usw.); das systematische Verschlechtern von guten Produkten (Beschneiden von Features, die nützlich waren; Aufblähen mit unnötigen Features; Verschlimmbesserungen im Design; Einführen von Beschränkungen; …);

    Dazu kommt eine wirklich lange Reihe von gekillten kleineren Produkten aus der Labs-Serie und von gekillten kleineren Features. Bei vielen muss man da sagen: ok, das waren Experimente, die auch als solches deklariert waren, da geht auch manches schief, wird von den Usern nicht angenommen, verursacht zu viel Aufwand, etc. Aber es waren auch coole Dinge dabei, um die es schade ist und wo man sich doch wundern muss. Wer, wenn nicht Google, könnte sich auch Spielereien leisten?

    Und es gibt eine Palette von mehr oder weniger indirekten Hinweisen dafür, dass etwas kracht: es gibt eine lange Liste von guten angeheuerten Leuten, die es nicht lange bei Google ausgehalten haben; das immer häufigere Auftreten als Politiker; die Zunahme von Lobbyismus; das Starten von Think Tanks; das Schalten von Werbung (omg), usw.

    Aber bis vor kurzem hat das unser Verhältnis zu Google nicht wesentlich beschädigt, weil sie ein Phantasma aufrecht erhalten konnten: unseren Glauben an ihr Wissen. Viele Flops sind leicht zu erklären – hey, wir experimentieren halt viel herum -, aber auch die wirtschaftliche, politische oder charakterliche Kritik, ob im konkreten Fall berechtigt oder nicht, war unterm Strich egal, solange Google das Subjekt blieb, dem unser Wissen unterstellt werden konnte, weil ihr Kern – die Suche – intakt blieb.

    Subject supposed to know

    Im Gegensatz zu Facebook oder Twitter, besteht der eigentliche Wert von Google im Glauben der Welt an die Genialität von Google. Wir gehen zu Facebook oder Twitter, weil dort unsere Freunde Dinge posten. Aber wir gehen zu Google, weil wir glauben, dass sie wissen. Google war das paradigmatische lacansche subject supposed to know. Es war eine Black Box, die man Beliebiges fragen konnte, und die ohne grössere Umwege die richtigen Antwort lieferte. Auch wenn nicht immer alle Ergebnisse ‘richtig’ waren, sie waren noch immer richtiger als bei allen Anderen, und ein, zwei Verfeinerungen weiter hat man das Gewünschte gefunden.

    Facebook oder Twitter andererseits mussten nie als ‘wissend’ angesehen werden, weil allen Usern auf Facebook oder Twitter klar ist, dass sie selbst diejenigen sind, die alles machen; Facebook variiert zwar ein bisschen, was im Hauptstrom zu sehen ist und was nicht, aber im Großen und Ganzen helfen sich die Leute selbst.

    Mit Google+ und der Sozialisierung der Suchergebnisse macht sich Google nun nicht nur angreifbar, sie zersetzen die Ordnung des Imaginären selbst. Wenn sie neben dem Suchergebnis anmerken ‘weil der Autor 15.000 Follower auf G+ hat’ oder ‘weil das der und der Kontakt geshared haben’ schreiben, ich aber weiß, dass derjenige vom jeweiligen Thema keine Ahnung hat und besser nicht als Hauptreferenz zitiert werden sollte, und wenn das Ergebnis dann auch noch nicht gut ist, oder wenn Google Vermutungen über das, was ich wohl meine, in die Suchergebnisse hineinfakturiert und mir deshalb falsche Antworten auf Fragen liefert, die ich gar nicht hatte, dann bringen sie das Konzept ihrer eigenen Dummheit selbst auf den Tisch. Indem Google in der Suche das ehemalig Implizite explizit macht, macht es sich selbst kritisierbar, wenn die Interpretation nicht funktioniert. Und dann liegt auch der Schluss nahe, dass Google auch ansonsten nicht so besonders schlau ist.

    (die neuen sozialen, lokalen, etc. signale sind ja vl. als signal unter anderen gar nicht schlecht, oder nicht schlechter als altmodische dinge wie pagerank; 20.000 circler sind wohl tatsächlich schwerer zu simulieren als der standard SEO shit, der dann auch kompetenz simulieren will. aber vorgeführt zu bekommen, welche bedeutung ihnen google plötzlich zuschreibt oder welche falsche wertigkeit google plötzlich unterstellt, ist irritierend, und gegen falsche grundannahmen ankämpfen zu müssen ist ärgerlich. es gibt wenig, was mich in letzter zeit mehr frustriert hat, als ihr ungefragtes anzeigen der ergebnisse vom ‘did you mean’ suchbegriff. liebes google: I did not.)

    Wenn sie glauben, sie wissen besser was ich will, als ich selbst, aber sie lösen das nicht ein, dann wirken sie dumm.

    Es gibt wohl eine Reihe von systemischen Problemfeldern, die für die zunehmende Tollpatschigkeit von Google verantwortlich sind. Hier die Top 7:

    Selbstüberschätzung

    Ich glaube die Selbstüberschätzung ist der zentrale Grund, warum Google so viel Mist macht. Es ist wohl nicht verwunderlich, dass sie von sich selbst viel halten. Aber Google hatte das notwendige Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein und das Richtige zu tun. Die damalige Welt war bevölkert von Sauropoden, die sich primär für das Melken von Eyeballs interessierten. Google hat sie mit einer radikalen Ausrichtung am Kundennutzen ausgerottet, ihr Motto ‘don’t be evil’ war in diesem Kontext disruptiv.

    Das bedeutet aber nicht, dass sie zu allen anderen Zeitpunkten und an allen anderen Orten auch das Richtige tun können. Die von ihnen gefundene Lizenz zum Gelddrucken verdeckt in der Tat eher ihre Unfähigkeiten zu späteren Zeitpunkten. Ihr Problem: Ihr gesamtes auf ‘Genialität’ und C-Code debuggende PhDs ausgerichtetes Mitarbeitergebilde und ihre ausschliesslich auf Messbarkeit basierten Entscheidungsprozesse lassen für sie keine andere Denkbarkeit zu.

    Mit der Selbstüberschätzung verbunden ist eine partielle Realitätsverleugnung, die es ihnen verunmöglicht, einige Dinge realistisch zu sehen oder zu beurteilen. Die Tatsache, dass es ein soziales Web gibt und dass dieses soziale Web einen anderen König gewählt hat, haben sie jahrelang tatsächlich ausgeblendet, ähnlich wie Steve Ballmer jahrelang Apple ausgeblendet hat.

    Aber auch die Möglichkeit, dass sie sich mit einer Einschätzung mal völlig irren können, kommt ihnen nicht so wirklich in den Sinn. Wenn sie aus der langen Geschichte ihrer Flops eines gelernt haben sollten, dann das. Aber nein, klappt was nicht, wird aktuell einfach die Zeitachse verschoben, die neue Trope (bei den Chrome Books, bei Google TV, bei Google+, etc.) lautet: wartet nur 6 Monate, dann seht ihr, wohin wir wollen. Ihr wisst nicht alles, was wir wissen. Wir haben einen Plan.

    Die Selbstüberschätzung führt in letzter Zeit auch immer öfter zu einer Geste des our way or the highway – eine Krankheit, die sie u.a. mit Apple teilen. Aber während Apple dann häufig eine wirklich magische Erfahrung abliefert, wartet Google dann meistens mit Prototypen im Stile von Homer Simpson auf.

    Lack of Leadership

    It’s about caring enough to make an effort. If we define good enough sufficiently low, we’ll probably meet our standards. Caring involves raising that bar to the point where the team has to stretch.

    who cares

    Der Mangel an Führung äussert sich bei Google zumindest auf zwei Ebenen:

    die erste ist projektbezogen. Es scheint viele Projekte zu geben, die einfach niemanden haben, der die Rolle des Gründers ausfüllt und das Projekt gegen widrige Umstände verteidigt. Zumindest nach der ersten Staffelübergabe fehlen alle Prozesse oder Mechanismen, um Projekte in der gebotenen Intensität weiterzuführen.

    Und Google hat wohl auch ein Problem an der Spitze. Das ist zwar sehr spekulativ und basiert auf den Videos einiger Auftritte oder Gesprächsrunden mit Larry Page, aber mich dünkt, die Kommunikation geht eher in Richtung eines Titoismus, bei dem nach oben immer nur die gefälschten Erfolgszahlen durchgereicht werden. Man denke an die hochgepimpten Zahlen für Google+, die eher an die Erfüllung eines Fünfjahresplans erinnern.

    (ich weiss nicht, ob larry page oder eric schmidt wissen, wie dünn und konzeptionell daneben G+ im vergleich zu facebook wirklich ist, beide haben wohl keinen der dienste wirklich benutzt; vielleicht wissen sie es ja auch und demonstrieren zweckoptimismus. aber so gute schauspieler sind sie glaub ich nicht.)

    Mangel an Geschmack

    Wenn Google was noch weniger kann als sozial, dann ist es Design. Es ist ihr Glück, dass der auf Speed fokussierte Minimalismus ihnen entgegen gekommen ist, weil man da einfach weniger falsch machen kann, aber das Design ist üblicherweise auf allen Ebenen (vom Layout bis zum sozialen Design) eine Katastrophe. Und schlimmer: es ist ihnen nicht bewusst, dass es eine Katastrophe ist. Bzw. noch schlimmer, die Katastrophe ist rekursiv: es ist ihnen ja bewusst, siehe das aktuelle globale Redesign, nur bleibt es ja auch unter der Bedingung der Katastrophenbewußtheit eine Katastrophe, und diese second order Katastrophe wird als solche wieder nicht erkannt. Geschmack kommt in ihrem Referenzsystem halt einfach nicht vor. Aber Geschmack wird immer wichtiger, weil Apple die Latte höher und höher hängt und das iPad und die iPad-Apps den Rest erledigen.

    Trägheit

    Wie langsam und träge der ganze Apparat Google mittlerweile geworden ist, sieht man etwa an der Pseudonymdebatte. Sie haben nicht weniger als 7 Monate gebraucht, um Pseudonyme – also doch ein Kampfthema – auf Google+ – also doch ihr aktuelles Kernprodukt – so irgendwie und immer noch unausgegoren zu unterstützen.

    (immerhin verstehe ich jetzt die Motivation für ihr Pseudonymitätsverbot; ihr search plus your world SPYW Dings braucht soziale Richtigkeit, sonst funktioniert es nicht, weil man sonst eben diese aleatorischen Ergebnisse bekommt. Nur wirft das natürlich wieder die fundamentalere Frage nach ihrer Urteilskraft auf, weil sie wissen müssten, dass das Web so nicht funktioniert.)

    Neid und Gier

    Google ist überall dort gut, wo sie ihre ursprüngliche Mission verfolgen – das Wissen aufzubereiten und universell zugänglich zu machen. Die ersten Jahre haben sie sich auch darauf beschränkt.

    Irgendwann haben sie aber damit begonnen, sich an anderen Firmen zu orientieren, die andere Wege gefunden haben, im Web Geld zu machen. Und auch wenn das dann mit ihrer Mission nichts zu tun hatte, wollten sie das dann auch haben. Was folgte ist eine lange Liste an Me-Too-Produkten, Flops und Facepalms (Twitter – Jaiku, Wikipedia – Knol, Yahoo Answers – Google Answers, iTunes – Google Music, Amazon – Google Books, Groupon – DailyDeal, Facebook – Google+, etc.).

    Ein paar versuchte Klone, Schwamm drüber. Was aber bedenklich ist, ist die offensichtliche prozessuale Lernunfähigkeit von Google. Als hätten sie eine Zwangsstörung machen sie den gleichen Fehler immer wieder.

    Damit komplementär verbunden ist auch eine fast schon skurrile Blindheit für das, was die oft offensichtlichen und für sie viel sinnvolleren Optionen oder Möglichkeiten betrifft. Nur ein Beispiel: Google Mini-Me

    (übrigens nix gegen ihre diversifikation, aber sie sollte schlauer und weniger fatalistisch betrieben werden, sie sind ja oft bereit ein paar milliarden zu versenken, ab einem grenzwert ist es dann ja auch schon wieder egal usw.)

    Infantilität

    Gelegentlich blitzt auf, wie infantil Google im Kern eigentlich ist. Man hat das lange nicht gesehen, weil sie davor mit grundsätzlicheren Problemen beschäftigt waren.

    Auch hier beginnt es mit der Verwässerung ihrer Mission, aus ‘die Informationen der Welt zugänglich und nützlich zu machen’ wird immer öfter der feuchte Traum eines Nerds: Der Computer soll mir das Denken abnehmen und das Leben vorhersagen. Was in den 60er Jahren die automatisierten Haushaltsroboter waren, ist seit 2010 die infantile KI von Google.

    (Was mich hier stört ist nicht die KI / das ML, das ist superinteressant und birgt enormes Potential – vor allem für Google, die könnten ja aus dem vollen schöpfen -, sondern die von Google anvisierten Use Cases.)

    Ein anderes Beispiel für die Infantilität sind die Gimmicks, die sich immer wieder einschleichen, etwa der Effekt beim Löschen eines Circles. Bei der Demo ist es cute und beim ersten Mal ist es lustig, dann wünscht man sich aber, dass sie doch mehr Energie ins allgemeine Handling der Circles gelegt hätten (das defacto unbrauchbar ist, was natürlich isoliert betrachtet Wurst, aber wegen der Bedeutung von Google+ für Google ein Irrsinn ist).

    Ein weiteres Beispiel ist ihr ‘das kann ich auch’ Reflex; Google, ich glaub dir, dass du wie Bing das Hintergrundbild ändern kannst. Du musst das nicht am nächsten Tag in einer Hauruckaktion beweisen.

    Oder auch die Catfights mit Facebook, siehe etwa reciprocity oder city of glass

    Degeekification

    Für mich persönlich eine der grössten Enttäuschungen ist, dass Google immer mehr auf die Geeks scheißt und Features nach rein buchhalterischen Kriterien bewertet.

    Beispiel Offenheit: ja, da sind wir die allergrössten Fans von. Aber selbst sind wir nur dort offen, wo es uns passt. Ich mokiere hier gar nicht, dass sie die Kernalgorithmen nicht offenlegen oder einige Datenbanken nicht zum vollständigen Absaugen öffnen. Aber sie sind bei einer ganzen Reihe von Dingen nicht offen, bei denen sie es ohne Probleme für sich und mit Nutzen für andere sein könnten; sie offerieren fast nirgends RSS Feeds. Sie haben teilweise groteske Limits bei kleineren APIs. usw.

    Beispiel Geekheit: mit dem internen und externen Geek Appeal schmücken sie sich ja gerne. Aber dann entfernen sie aus ihren Produkten genau die Features, die für Geeks interessant wären. Das ist doch traurig, weil man gerade von Google wie bei den Labs-Experimenten erhoffen könnte, dass sie sich auch Dinge, die halt nicht jeder verwendet, die aber die Spezialisten sehr schätzen, wertschätzen und kultivieren.

    Nur am Rande gesagt: das Kultivieren von Features, die Geeks mögen, macht auch – gerade für Google – geschäftlichen Sinn, weil die dortigen Aktivitäten oft erst durchsickern, nachdem sie eine Zeit lang gegärt haben, die später aber das Salz in der Suppe werden, die Gesamtqualität erhöhen, die ein Indikator für Trends sind, der dann ein paar Jahre später der Mainstream wird, etc., aber das wäre Thema für einen eigenen Rant.


    Google Bull Terrier

    23.11.2011

    Google setzt die Jagd auf Randprojekte fort und killt (den facebook-killa aus 2008) Friend Connect, (den wikipedia-killa aus 2007) Knol, (den delicious-killa aus ichweissnichtmehrwann) Bookmarks Lists und ein paar andere Projekte und schreibt Wave und Gears endgültig ab.

    (man muss wohl keinem projekt nachweinen, aber die grabsteine erinnern doch daran, wie lange google schon im ‘social’ herumstochert, wie schamlos sie teilweise kopieren wollen und wie dämlich sie sich gleichzeitig dabei anstellen, welche offensichtlichen chancen sie nicht sehen, usw.)


    Phänomen und Logik der Kreise

    18.08.2011

    weitere minianmerkung zu google+, genauer gesagt ein viertes (siehe im namen des kreises und der kreis der gesellschaft und archäologie des kreises) bauchgefühl:

    k) wenn ich mir so anschaue, wer mir folgt, dann hat google+ im grunde schon verschissen, weil der soziale graph nicht irgendwie organisch wächst, sondern jenseits von gut und böse wuchert. (mir kann ja gerne jeder folgen, und auch leute, die ich nicht kenne, aber in den meisten fällen kann ich dann doch so gar keine schnittmenge zu meinen interessen erkennen, was ich dann doch eher darauf zurückführe, dass denen selbst nicht so recht klar ist, warum sie mir folgen, i.g.s. verhalten sie sich wie refollow-spambots, allerdings ohne das zu sein, auf alle fälle sehr merkwürdig und auf keinen fall besonders gedeihlich für das zarte pflänzchen der sozialen beziehungen und das hat sich google mit der klarnamenspflicht dann wohl nicht gedacht etc.)

    aber immerhin ist es ganz lustig, den quadranten des amerikanischen philosophen donald rumsfeld sozial zu paraphrasieren; there are known knowns, there are things we know we know (aka facebook, freunde die sich kennen); and there are known unknowns (aka twitter, unbekannte leute die wir aber kennen); but there are also unknown unknowns (aka google+). wenn man will ergänzt subjot den quadranten, als unknown knowns (unbekannte, deren output jedoch sofort vertraut wirkt.)

    thema: g+ mit donald rumsfeld gelesen


    Archäologie des Kreises

    03.08.2011

    weitere minianmerkung zu google+, genauer gesagt ein drittes (siehe im namen des kreises und der kreis der gesellschaft) bauchgefühl:

    h) man spürt an allen ecken, dass eines fehlt, nämlich eine reifungsphase, während derer sich der dienst ausdifferenziert (funktionen durch die benutzer abgeklopft, besetzt und reinterpretiert werden, entwicklung einer grundkultur mit geteilten werten was gutes verhalten ist, vor allem natürlich etablierung des sozialen objektes). effekt ist ein viel zu schnell aufgeblasenes gebilde, das auf kulturell viel zu dünnen beinchen steht.

    i) unter anderem kommt es deshalb viel zu früh zu einer goldgräberstimmung (verteilung der pfründe) und zu autoreferentiellen praktiken der popularitätssteigerung. am besten sieht man das an der art der tools, die sich rund um google+ entwickelt haben:

    follower charts und directories (socialstatistics, plusalyzer, gpluscharts, circlecount, group.as, findpeopleonplus, recommendedusers)

    get more followers und andere follower management tools (plusmeads, googleminus)

    profileurl shortener, teilweise mit analytics (plusya, iplus.im, gplusid, goplus, plus.ly, topl.us, gplus.to, usw.)

    crossposting tools (googleplustotwitter, gplussync, tweetmyplus, syyn.cc, plusto)

    add me widgets (widgetsplus, google+ wordpress widget)

    - nette/experimentelle/verspielte tools, wie es sie in der anfangszeit von den meisten anderen später dann populären plattformen gab, sucht man vergeblich (es sei dazugesagt, dass das teilweise am fehlen der API liegen kann; kennt man die ID kann man anscheinend ohne API am leichtesten die anzahl der followers scrapen).

    j) gleichzeitig haben sie es geschafft, mit google+ nach google wave die zweite wirklich postmoderne webanwendung zu entwickeln. aber während google wave die logik des postmodernismus auf der technologischen ebene verankerte (siehe dazu wave runner), so bringt google+ die logik des postmodernismus quasi an die oberfläche des sozialen selbst (das verhalten basiert nicht auf einer auflösung eines modernistisch/traumatischen kerns, sondern ist ein selbstzitat von einem anderen dienst – twitter, facebook, tumblr, heise kommentarthread – und die aggregierte summe ein patchwork ohne dahinter usw.)

    thema: g+ und postmodernismus


    Der Kreis der Gesellschaft

    10.07.2011

    weitere minianmerkung zu google+, genauer gesagt ein zweites (siehe) bauchgefühl:

    d) das soziale design der kreise ist zwar patschert, hat aber den funken einer nicht uninteressanten phantastischen qualität (im sinne von todorov/polanski als riss in der realität / unsicherheit, ob man selbst oder die welt verrückt ist, man denke an repulsion, rosemary’s baby, usw.). was man sieht ist zwar für einen selbst selbstevident, korrespondiert aber mit keiner intersubjektiv teilbaren realität.

    e) die facebooksche symmetrie der beziehungen ist sinnvoller, als ich vermutet hätte; ein kreis ‘freunde’ funktioniert nur dann, wenn mir die inkludierten zumindest auch folgen und idealerweise die zuordnung teilen. gerade bei den kreisarten, bei denen google gegenüber facebook punkten will, ist die reziprozität fast notwendig (und die nichtverifizierbarkeit von solchen i/o-circles fast ein dealbreaker).

    f) für funktionale kreise hingegen ist die asymmetrie ein vorteil, allerdings muss man selbst die kreise mindestens in input-circles und output-circles trennen und also doppelt gemoppelt organisieren; was dann aber noch immer fehlt, wäre die möglichkeit beliebige o-c’s von anderen mit beliebigen eigenen i-c’s zu pipen.

    g) überhaupt natürlich filter, und was ich mir hier wünschen würde (und was die sache wirklich gut machen würde) wäre die möglichkeit, sich selbst nach einem regelwerk die eigenen filter ‘programmieren’ zu können. das braucht nicht mehr als ein editor zu sein, mit dem man zu erfüllende kriterien UND verknüpfen und daran eine aktion binden kann. (aber absolut notwendig jedenfalls ist die möglichkeit bestimmte circles aus dem hauptstrom zu verbannen.) hier könnte sich google wirklich mal ausgeeken ohne es für die dummies zu komplizieren, wenn es allgemeintaugliche presets gibt.

    thema: g+ und das phantastische


    Im Namen des Kreises

    05.07.2011

    facebooker verhalten sich auf google+ sofort facebookesk (abt. google)Fri Jul 01 via web Favorite Retweet Reply

    (nts: mich öfter selbst zitieren)

    minianmerkung zu google+, genauer gesagt ein erstes bauchgefühl, weil ich mich damit noch nicht besonders lange herumgespielt habe, aber ich bin glaub ich nicht ganz so begeistert, wie einige andere, und here is why:

    a) das soziale design ist ein bisschen patschert. auch wenn das verfolgen i.g.z. facebook asymmetrisch und also sehr webby ist (siehe asymmetric core), man also anderen folgen kann ohne dass sie zurückfolgen müssen etc., so ist diese asymmetrie i.g.z. twitter nicht nur asymmetrisch auf dieser ebene des verfolgens/empfangens, sondern auch asymmetrisch auf der ebene des sendens. und damit ist es vl. ein bisschen zu viel des guten, weil der raum ‘unvertraut’ definiert wird. der sender bläst die nachricht in einen trichter, den er für ein bündel von adressierten eingerichtet hat, und die empfänger bekommen die nachricht durch einen u.u. ganz anderen trichter, den sie für ein bündel von adressierern eingerichtet haben, aber zwischen sender und empfänger kommt es zu keiner kommunikativen verständigung über die art dieser trichter, zu keinem abgleich der erwartungshaltungen an diesen trichter usw. missverständnisse scheinen mir da vorprogrammiert.

    (im grossen und ganzen haben sie sich an paul adams’ real life orientiert, ohne das aber im design abzubilden; der name des kreises ist geblieben, aber nicht die reziprozität des kreises im echten leben)

    b) es fehlt mir (zumindest derzeit noch) die carlness, also der grund, warum es das eigentlich gibt (ausser dass google auch was mit social machen will), die wesenheit von google+, die das sharen auf eine spezifische und eigene art strukturiert (und die man auf allen populären plattformen spüren kann; der fehler von google war schon immer zu glauben, dass es ein sharen an sich gibt, während sich das sharen immer in dialektik mit dem jeweiligen ökosystem ausdifferenziert, man denke an facebook, twitter, tumblr, dem alten myspace usw.). mein strom kommt mir eher schizoid vor, in dem sinne, dass die meisten eine von einem anderen dienst bekannte praktik wiederholen, sich jeder dabei aber einen anderen dienst ausgesucht hat, viele facebook.

    c) das ist zwar nicht besonders sozial, aber ich hasse das geschnatter von leuten, die ich nicht kenne, das aber in meinen strom gespült wird und das teilweise die idiosynkratischen nettigkeiten zum unangenehmen hin verstärkt. ich liebe den katzencontent von leuten, denen ich folge, aber ich kann auf die adhoc chats darüber verzichten. und es gibt keinen weg, das zu filtern.

    ansonsten gibt es viele kleinigkeiten, siehe das piratepad von @chl, aber unterm strich ist es doch sehr super.

    thema: g+ und seine carlness


    What Will Have Been?

    14.05.2011

    kleine Ergänzung zu Angry Birds Chrome : neben den verärgerten Vögeln hat Google auf der I/O

    • Ice Cream Sandwich – die nächste Version von Android – vorgestellt (Our goal with Ice Cream Sandwich is to deliver one operating system that works everywhere, regardless of device)
    • und dann gibt’s natürlich bald die Chromebooks inkl. den subscriptions basierten Ausgaben für Unternehmen bzw. Schulen

    Insgesamt hat Google anscheinend wieder eine etwas klarere Linie gefunden und verhadert sich nicht mehr in so solipsistischen Dingen wie Google TV oder Google Wave oder Friend Connect. Und während das völlig fehlende Gespür für social bzw. simplicity/usability doch in jeder Faser von Google spürbar und vorhanden bleibt, so bleibt Google doch das einzige Unternehmen, dem man anmerkt, dass sie sich in Richtung einer Zukunft strecken und auch unverdauchliche Knochen angehen.


    City of Glass

    10.11.2010

    Trap my contacts now

    lauter google updates heute… Nachtrag zu ReciprociCity und GiantsuckingsoundCity : Google macht sich jetzt vollends zum Affen (nix gegen Affen) und weist Facebook-User, die ihre Kontakte in Facebook importieren wollen, auf einer zwischengeschaltenen Alarmseite (via) auf die Geschlossenheit von Facebook hin (Hold on a second. Are you super sure you want to import your contact information for your friends into a service that won’t let you get it out? usw.)

    Es liegt nicht an Google, den Benutzern vor einer Aktion eine Vorlesung zu halten, und es liegt auch nicht an Google, einen Kreuzzug für die gute Sache zu führen und die Welt bzw. die dunklen Ecken des Webs mit dem eigenen Licht zu missionieren, diesen Kreuzzug aus allen denkbaren Schauplätzen zufälligerweise aber nur gegen den Gegner zu führen, auf dessen Goldkammer man ein Auge geworfen hat.

    (oder etwas weniger martialisch formuliert: die obsession von google mit facebook entspricht der beziehung von daniel quinn zu den stillmans in dem auster büchl)


    ReciprociCity

    05.11.2010

    duh, Google besteht beim Zugriff auf die Kontaktdaten via der Contacts API fortan auf Reziprozität :

    5.8. Google supports data portability. By accessing Content through the Contacts Data API or Portable Contacts API for use in your service or application, you are agreeing to enable your users to export their contacts data to other services or applications of their choice in a way that’s substantially as fast and easy as exporting such data from Google Contacts, subject to applicable laws.

    Der Grund ist natürlich, dass sie sich denken: es kann doch nicht sein, dass Facebook sich unseren social graph einverleiben kann, aber wir nicht den von Facebook. Aber die Methode hat zwei Probleme:

    (1) es geht sie nichts an. Es sind die Daten der User und wenn einer seine Kontakte in einen anderen Dienst importieren will, dann kann es nicht an Google liegen nein zu sagen, weil der andere Dienst nicht die gleiche Möglichkeit offeriert.

    (2) und beunruhigender: Google erweist sich als erratisch. Bis dato konnte man Google mit etwas gutem Willen immer unterstellen, nach bestimmten Prinzipien und mit einer bestimmten Moral ausgestattet zu handeln. Dass ihnen dieses Handeln in der Folge auch immer selbst zugute kam, konnte als positiver Nebeneffekt beschrieben werden. Wenn sie aber beginnen diese Prinzipien dort zu verklausulieren, wo sie ihren unmittelbaren Vorteil plötzlich nicht mehr sehen oder um Druck auf einen Konkurrenten auszuüben (auch wenn das motiv nachvollziehbar ist), dann bedeutet das, dass man ihnen alles zutrauen kann. Das Problem also ist, dass ihnen das überhaupt in den Sinn kommt (bzw. dass sie in der Folge keine Mechanismen haben, dieses in den Sinn Gekommene (klar kann das einem Engineer, der am Google Me sitzt und sozialgraphische Allmachtsphantasien entwickelt, auch mal durch den Kopf gehen) zu verwerfen.)

    thema: google wird unberrechenbar


    ReQuoting pt. 50 (The Social Is Edition)

    23.09.2010

    One thing that I think is really important — that I think is context for this, is that I generally think that most other companies now are undervaluing how important social integration is. Right, so even the companies that are starting to come around to thinking, ‘oh maybe we should do some social stuff’, I still think a lot of them are only thinking about it on a surface layer, where it’s like “OK, I have my product, maybe I’ll add two or three social features and we’ll check that box”. That’s not what social is. Social is.

    Michael Arrington via MG Siegler

    (ist natürlich eine kleine breitseite an google (deren me laut eric schmidt dann doch eher in richtung social layers über einige existierende produkte geht), und während er in bezug auf google spot on ist, für google ist social scheinbar immer noch ein feature, liegt er selbst bzgl. dem social auch völlig daneben, er interpretiert social fundamentalistisch/essentialistisch als gerüst, auf dem alles andere basiert. social ist aber weder ein feature, noch ein ding an sich, sondern ein funktiv einer jeweiligen immanenzebene)


    Google Mini-Me

    07.09.2010

    gerüchte um ein kommendes google me kursieren ja schon eine weile, was ich mir wünschen würde, pretty please:

    google sollte sich auf das konzentrieren, was sie ursprünglich wollten und auch wirklich gut können – “die auf der Welt vorhandenen Informationen zu organisieren und allgemein zugänglich und nutzbar zu machen” – und nicht versuchen, selbst ein player im social zu werden. ersteres ist im bereich social web noch nicht gelöst und schreit fast nach einer lösung, zweiteres ist gelöst und sie haben dafür einfach kein händchen, wie sie immer wieder demonstrieren.

    wenn man ihr mission statement auf das soziale web überträgt, dann wäre die aufgabe für google – ‘die auf der welt von menschen auf sozialen plattformen erzeugten informationen zu organisieren und allen daran interessierten zugänglich und damit interagierbar zu machen’.

    mit fünf kleinen komponenten könnte ein google me diesen anspruch leicht und mit bestehenden mitteln, protokollen, apis und gegebenheiten erfüllen und sich selbst in eine soziale metawollmilchsau verwandeln:

    • social search
    • social reader
    • social writer
    • social contacts
    • profile

    social search

    die social search sucht und findet: (1) alles, was ich selbst auf den verschiedensten diensten gepostet habe, auch im privaten also nicht für alle sichtbaren. (2) alles, was meine freunde auf den verschiedensten diensten geposten haben, auch im privaten, wenn ich es auf dem jeweiligen dienst sehen dürfte. (3) alles, was alle anderen auf den verschiedensten diensten geposten haben, wenn es public ist.

    mit buzz sind sie teilweise schon dort, friendfeed ist es schon fast ganz, auch mit den sinnvollen such-operatoren, nur suchen buzz und ff derzeit halt nur im von auf buzz resp. friendfeed publizierten anteil, google me müsste nur noch in die tiefen der tools hineingehen (wie es etwa greplin tut). und sie sollten zumindest nicht ausschliesslich auf den googleschen relevanz-saft setzen (wie bei buzz), sondern ergebnisse auch chronologisch anzeigen. eine google-gute suche im gesamten selbstoutput wär jedenfalls auch die beste motivation, leute zum anmelden und verknüpfen von services zu bewegen.

    social reader

    der social reader ist ein reader für alles soziale: (1) als reader für alles, was meine freunde auf den verschiedensten diensten geposten haben, auch im privaten, wenn ich es auf dem jeweiligen dienst sehen dürfte, auch wenn sie nicht bei google me angemeldet sind (think brizzly nicht nur für facebook und twitter sondern jeden beliebigen dienst). (2) als reader für alles, was alle anderen auf den verschiedensten diensten geposten haben, wenn es public ist.

    unterm strich also wie der google reader, nur dass man damit alle existierenden sozialen outputs konsumieren und darauf reagieren kann. der reader sollte vollständig und nahtlos mit den anderen diensten integriert sein, reaktionen auf die beiträge anderer sollten nativ auf dem jeweiligen dienst erfolgen (ein like auf irgendwas auf facebook sollte ein facebook like sein, eine antwort auf einen tweet ein tweet mit gesetztem in_reply_too, ein kommentar auf einen blogeintrag sollte dort als echter kommentar erscheinen, ggf. mit assoziierung des eigenen disqus handles, etc.) google sollte aber keine weitere ebene der privacy einführen, könnte aber die google contacts in den mix werfen und dort dann mit irgendwelchen gruppen differenzieren, und sollte die auf den jeweiligen diensten gewählten settings respektieren und auch ströme von leuten integrieren, die nicht auf google me sind.

    der knackpunkt aber auch das potential beim social reader sind die filter und views. im grunde reicht es aber schon aus, wenn man sich beliebig viele views selbst erstellen könnte. eine view ist der output einer liste von usern mit beliebig vielen include und exclude filtern (etwa: aus der liste meiner kontaktgruppe webmonkeys (skopus der user) zeige mir alle status updates von twitter, laconica und buzz (include filter), verstecke aber alle, die dort jeweils nur syndiziert wurden (also via twitterfeed, foursquare, …; exclude filter)).

    die filter könnten durchaus dumm sein, durch die verknüpfung ließen sich aber supernützliche konstrukte bauen (unix prinzip der pipes).

    social writer

    mit dem social writer kann man von google me aus auf allen anderen diensten publizieren. bonuspunkte, wenn man selbst dafür regelwerke definieren könnte (wie etwa bei tarpipe). der writer ist eig. nur eine standalone ergänzung zu den reaktionsmöglichkeiten vom reader, man müsste dann aber google me nie mehr verlassen, wenn man nicht will.

    der vorteil eines writers wäre auch, dass alle anwendungen mit einem schlag inputdevice-agnostisch würden, solange google me das gerät unterstützt (web, email, android, sms, …). think posterous ohne die posterous-einträge.

    social contacts

    das ist ein bisschen trickreich, man könnte hier auch sehr coole g’schichten machen, aber wichtig würde ich finden, dass google hier zwar den existierenden social graph (also die summe alle existierenden partialgraphen auf twitter, facebook, gmail contacts, etc.) aufsaugt und ggf. aufwertet, es aber bei en bestehenden beziehungen auf den jeweiligen diensten belässt und selbst keine zusätzliche komplexitäten einführt, ausser vl. listen.

    in der minimalversion ist es ein sich selbst aktualisierendes adressbuch, das sich automagisch aus den bestehenden beziehungen befüllt, egal ob wer auf google me ist oder nicht. think friendfeed mit den virtual contacts.

    profile

    ums profil kommt man wohl nicht herum, hier kann man selbst jene dienste hinzufügen und verwalten, die man claimen möchte (auch mehrere twitter accounts, etc.). alle anderen sehen die kerndaten, die assoziierten dienste und einen lifestream mit den letzten outputs, für die sie sichtbarkeitsberechtigung haben (freunde bei facebook sehen meine facebook updates, die anderen nicht, usw.). man kennt das prinzip von den lifestream-aggregatoren und auch von google profiles, zu ergänzen wäre diese aber um eine vollständige und nahtlose integration mit autorisierungspflichtigen diensten (im grunde ein etwas aufgemotztes friendfeed). auch ums folgen/verfolgt werden kommt man wohl nicht herum, eigentlich sollten sie aber die finger davon lassen und das nur auf reader-basis verwenden.

    (hmm, friendfeed habe ich ja mehrmals erwähnt, friendfeed hat wirklich einen schönen sprung – zumindest auf der social-reader seite und bzgl. der filter – vorgelegt. friendfeed hat aber (neben dem verkauf an facebook) einen grossen fehler gemacht: sie haben den reader selbst an einen eigenen social graph gekoppelt und in der folge einerseits weniger den nutzen als reader vom sozialen der freunde sondern als distributionsplattform für das eigene soziale (inkl. dem anhäufen von followern, cross postings auf gruppen, etc.) promotet, andererseits die gesamten ströme auf sich gwm. reterritorialisiert und die diskussion damit vom ursprünglichen auslöser dissoziiert (man muss an die ebene des limbo bei inception denken: plötzlich befindet man sich in einem kommentarstrang, weil ein kontakt bei einem friendfeed kommentar-thread mitdiskutiert, der selbst nur der like des retweets eines tweets über einen artikel auf digg ist, usw.). diese vertikale vernestelung hat natürlich auch was an sich und auch die dissoziation ist an sich nicht tragisch, aber es ist vielen nicht sehr leicht gefallen, für sich einen i/o-modus zu finden.)

    anyway, in einem satz sollte google me ein dashboard für das social web sein, ein meta-read/writer für alles soziale. google hätte damit zwar nichts eigenes, würde aber das gesamte soziale weitestgehend durchdringen (alles was öffentlich ist und zusätzlich alles private, was mit dem eigenen account verbunden wurde), hätte damit also eigentlich ohnehin alles.

    und das alles ließe sich, wie gesagt, mit existierenden standards und technologien realisieren (inputs via apis, pubsubhubbub oder als fallback rss, autorisierung via oauth, etwaigen anderen mechanismen oder un/pw, posts via api, likes, comments via api oder salmon, etc.).

    (wären eigentlich noch immer sinnvolle wünsche)


    Smells Like Fish Spirit

    10.08.2010

    hmm, irgendwas riecht fischig, bei diesem google und verizon proposal (“A joint policy proposal for an open Internet”).

    (vorgeschichte: letzte woche hat die nyt über gespräche zwischen google und verizon berichtet und einen möglichen deal bzgl. priorisierter datenübertragung vermutet; google hat das dann kategorisch bestritten, blödsinn, we are committed to an open internet, allgemeine gespräche gibt’s schon lange; ein paar tage später dann diese erklärung und ein zusammengeschusterter conference call)

    inhalt: wir lieben das internet und solange das zeugs legal ist, darf bei wireline nicht diskriminiert werden, aber es könnte mal neue dienste geben, und da darf dann schon diskriminiert werden, wie sonst könnte es innovationen geben, aber das muss transparent kommuniziert werden.

    gigaom hat das u.a. inhaltlich kritisiert und beschrieben, was das für andere startups bedeuten könnte – aber was sich mir echt nicht einleuchtet ist, warum sich google auf politischer ebene in so eine jauchegrube setzt. politisches intervenieren ist sicher auch google nicht fremd, aber bis dato haben sie sich, soweit ich das überblicken kann, eher defensiv verhalten und ihre praktiken (natürlich im namen der offenheit, aber die interessen haben sich da gedeckt) verteidigt (i.e. ihre stellungnahme zur us-version des leistungsschutzrechts). warum sie sich aber gerade in einem so heiklen bereich öffentlich hinstellen und einen lauen kompromiss vorstellen, der im kern gegen alles läuft wofür sie bis dato gestanden sind und bei dem sie ganz offensichtlich ein künftiges mobiles tafelsilber, das ihnen nicht einmal gehört, gegen jetzige interessen verscherbelt haben, und eine art regelwerk inkl. sanktionsmechanismen (”… a penalty of up to $2 million on bad actors …”) vorstellen, das aber eben auch nicht mehr als eine stellungnahme von zwei privaten unternehmen ist, an dem sie aber natürlich trotzdem gemessen werden und bei dem ihr don’t worry, we love the public internet eher wie ein schlechtes doublespeak wirkt, ist unverständlich.


    The Real Life

    12.07.2010

    devoha: die The Real Life Social Network v2 Präsentation von Paul Adams, einem UX-Spezialisten von Google. (an sich nicht schlecht, aber einerseits ist das problem ja nicht die beschreibung (man hat verschiedene freundesbündel, es gibt verschiedene grade von nähe), sondern die schlussfolgerungen und (social-)design-entscheidungen, die man auf basis der dieser beschreibung zugrundeliegenden unterscheidungen trifft, und andererseits ist natürlich gerade der versuch der abbildung der strukturen vom real life der falsche dampfer.


    Head of Social

    12.05.2010

    This is a new and very strategic position, as Google knows it is late on this front and is appropriately humble about it. In Google’s view, conceptually, there are two ways to tackle social, each impacting who may be successful in this senior post: 1) building an innovative offering specifically in this area; or 2) developing the capability and integrating social into Google’s existing portfolio.

    (requoting gigaom) … Google sucht einen Head of Social

    (wen sie da nehmen wird nicht uninteressant sein, weil dadurch die disposition von google sichtbar wird; es ist ja nicht gerade so, dass keine der smartesten köpfe (im sozialen) bei google wären, nur wurde denen ganz offensichtlich das leben nicht besonders leicht gemacht (engeström ist frustriert wieder abgezogen, von schachter hört man nix, messina ist eher im verteidigungsmodus, von horowitz hört man auch wenig, usw.); kein gutes signal wäre jedenfalls, wenn sie einen typus viralitäts-manager benennen, weil ihre soziale unterperformanz nur ein symptom, also nicht ihr problem ist)


    The XX

    10.04.2010

    (anlässlich dieses gmail-emuliert-folders-thingies …)

    Folgt man der gemeinen Dialektik, dann kann man die Entwicklung von Phänomenen oft sehr treffend als Spirale von Thesen, Antithesen und auf etwas höherem Niveau quasi doppelt verneinten Synthesen beschreiben.

    Einer der eigenartigen Aspekte vom Web ist, dass sich die Synthesen oft nicht auf einem ‘höheren’ Niveau ausdifferenzieren, sondern dass sich die dialektische Spirale gwm. nach unten dreht. Es kommt zu Antisynthesen, die für alle zusammen weniger wert sind.

    Beispiel Gmail

    Bevor Gmail 2004 lanciert wurde, gab es (ein bissl konstruiert, aber um den punkt zu machen:) als These viele mehr oder weniger gute Mailprogramme für den Desktop und als Antithese einige mehr oder weniger schlechte webbasierte email-Clients (Hotmail, Yahoo, AOL usw.), die zwar im Web liefen, aber die grundsätzliche Metaphorik nicht hinterfragten.

    Doch dann kam Gmail und hat Email radikal neu definiert und als Gmail synthetisiert. Man kann sich heute, glaub ich, nur schwer vorstellen, wie radikal anders Gmail damals war; Google hat gesagt: wir geben euch Tags und wir geben euch Threads und wir geben euch Suche und wir geben euch Speicherplatz und wir geben auch Speed und that’s it. Wie so oft war das nichts für alle (jeez, was gab es für ein geschrei und bemängelungen und feature requests und beweisführungen wie viel besser outlook ist, weil es zehntausend spezialfälle behandeln kann), aber wer sein Verhalten unter dem neuen Paradigma redefinieren konnte, für den war das ein Quantensprung.

    gmail nested labels Zurück in die Gegenwart und was macht Google im Jahr 2010? Sie emulieren mit ihren Labs-Features alles, wovon sich Gmail ursprünglich distanziert hatte; sie bauen peu à peu wieder jede Komplexität ein, deren Ballast sie ursprünglich abgelegt hatten. Sie fördern nicht mehr kreatives und flüssiges Verhalten, das man sich selbst auf Basis der losen Koppelung der Elemente für sich selbst definieren (und auch erlernen) muss, sondern sie versuchen auch die festgefahrensten Verhaltensmuster aus historischen Kontexten abzudecken.

    Man kann bei Google insgesamt zunehmend beobachten, wie sie ihre ursprüngliche Edge verlieren, weil sie sich mehr und mehr an den Spreadsheets der Marktanteile und am kleinsten gemeinsamen Nenner der Verständlichkeit für möglichst alle orientieren.

    Das ist zwar alles nicht gänzlich unverständlich, aber die erzwungenen Kompatibilitäten haben diese Antisynthese als Nebeneffekt, die Dienste werden für alle schlechter.

    Das Phänomen Antisynthese lässt sich natürlich auch bei einigen anderen Playern und Bereichen beobachten, aber bei Google ist es halt am auffälligsten, weil Google teilweise meilenweit vor dem Rudel war. Seit zwei, drei Jahren machen sie aber aus den meisten Dingen die sie angreifen eine mess.

    thema: die dialektik der antisynthesen


    Kurzschuss

    30.03.2010

    kleine anmerkung zu den angedachten nächsten facebook privacy settings

    der grossteil der kritik (siehe, oder, oder) zielt, natürlich nicht zu unrecht, auf das vertrauen ab.

    ich glaub aber, dass der jeweilige vertrauensverlust in sie als unternehmen nicht ihr grösstes problem werden wird. sowohl facebook als auch google wissen, dass sie ohne dem grundvertrauen in sie auch schneller wieder weg sein können, als sie gekommen sind. die google buzz geschichte war sicher ein griff auf die herdplatte, aber nix, was das genuine vertrauen in google erschüttert; facebook dehnt auch gerne den bogen, aber sie sagen zumindest immer, was sie tun, und ggf. rudern sie auch zurück; jedenfalls sollte sich niemand mehr weder über facebook noch über google bzgl. ihrer datenminenden und -verwertenwollenden hamsterhaftigkeit grundsätzlich wundern.

    ihr grösseres problem könnte die zunehmende komplexität werden, die sie in sich selbst durch die verwässerung der grenze zwischen öffentlich und privat einbauen, und die damit verbundenen unsicherheiten. einerseits ist es ein riesiger aufwand für das tool, verschiedene stufen der privatheit und öffentlichkeit gleichzeitig und/oder abgestuft zu ermöglichen (siehe buzz, umständlicher gehts nimmer). andererseits sind vermischte grenzen auch für die user anstrengend, weil man sich als kommunizierender über nichts mehr sicher sein kann (siehe facebook, was von mir taucht em ende plötzlich wo auf, ohne dass ich einen schimmer davon hab).

    (mehr oder weniger alle gut funktionierenden kommunikationsformen im web sind entweder dediziert privat (email, im, icq, skype, das alte facebook, etc.) oder dediziert public (youtube, last.fm, flickr, blogs, twitter, usw.). für den benutzer gibt es keinen mentalen overhead, er weiss, was er zu erwarten hat, sowohl vom dienst als auch von den beziehungen.)

    google und facebook kommen von den entgegengesetzten enden (google ist der könig des öffentlichen, facebook der des privaten), beide sind damit aber nicht zufrieden und haben begehrlichkeiten auf das reich des anderen (google will den social graph interpenetrieren, facebook will den vorhandenen social graph veröffentlichen), beide sind auf jeweils unterschiedliche art bereit, ihre stärken dafür zu opfern. beide bauen komplexitäten ein, die das eigene angebot mittelfristig unattraktiver machen.

    (ich befürchte facebook hat im bereich öffentlich-sozialer rundfunk den besseren plan (im sinne von ist sich der konsequenzen besser bewusst und nimmt sie bewusster in kauf) und google hat diesbezüglich leider überhaupt keinen plan. leider, weil ein offenes web zumindest auf absehbare zeit wohl google braucht, um unter den neuen bedingungen (echtzeit, mobil, lokal, transsozial, etc.) zu sich zu finden)

    ((mir ist es ein echtes rätsel, warum google die gier hat, auch das soziale an sich koppeln zu wollen, und sich nicht darauf beschränkt, das vorhandene soziale zu fördern, zu sichten, zu vernetzen und zu organisieren. wenn man so will ist facebook die molare kraft, die zwar böse ist, aber bzgl. der eigenen funktionslogik alles richtig macht, und google ist auf dem besten weg, das eigene molekulare mojo zu verspielen und eine art molares mini-me von facebook zu werden))

    (auch 2012 gelesen noch immer eine gute analyse, wobei ich jedoch die kosten der komplexität deutlich überschätzt habe)


    ReQuoting pt. 39 (The Simple Edition)

    26.02.2010

    1. Algorithmically-generated results.
    2. No query left behind.
    3. Keep it simple.

    Googles Amit Singhal via Blogoscoped

    (wobei vor allem die (auf sich selbst und nicht auf die user bezogene) kombination der mantras einiges erklärt, vor allem was die google’sche elephantimsocialporzellanlandenhaftigkeit betrifft, etwa die einstellung von ftp-blogs bei blogger (unsere infrakstruktur ist hinter den vorhängen sooo kompliziert, dass es für uns aus auslieferungssicht dann sooo einfach ist, dass so was zwar hinter den vorhängen extrem triviales aber aus skalierbarer auslieferungssicht dann im vergleich irre umständliches wie (s)ftp nicht abbildbar ist), oder die fast schon obstrus anmutende einfachheit im googleschen gmail/buzz/contacts/reader/wave-cosmos, in dem man zwar als user ohne übertreibung mindestens einen tag und 8 dummy accounts bräuchte, um alle möglichen konstellationen einmal durchzuspielen, damit man wirklich durchblickt, wer wann wo was sehen und tun darf und wer wann wo was nicht, und was man wo wie einstellen müsste, damit alle genau das richtige sehen und tun dürfen, die aber sicher google-intern alle drei kriterien erfüllt.)


    the good, the bad and the ugly

    13.01.2010

    Slavoj Zizek hat in letzter Zeit ja immer wieder die Selbstauflösung des linken Diskurses beschrieben, der verloren hat und nichts anderes mehr tut, als zu versuchen dem rechten Diskurs ein ein bisschen humaneres Antlitz zu verleihen (ein bisschen mehr menschenrechte, ein bisschen mehr soziale gerechtigkeit, ein bisschen mehr umweltschutz, …), die Grundannahmen (globaler Kapitalismus, …) wurden aber als einzige Denkbarkeit geschluckt.

    (beispiel etwa seine kritik am oskar-prämierten ‘das leben der anderen’ – der film tut zwar so als wäre er eine abrechnung mit dem system der ddr und der stasibespitzelung, zurückgeführt wird das amorphe böse aber dann auf die jedem nachvollziehbaren egoistischen motive des hauptmanns, der einfach das tut, was jedes gesunde neoliberale subjekt täte, nämlich die zur verfügung stehenden mittel für die befriedigung der eigenen begierden (die frau des anderen) einzusetzen usw.)

    Wie stark dieses Subjekt das Denken rahmt zeigt Google, es ist ganz einfach eine Undenkbarkeit, dass es da irgendwas gibt, das so was wie eine Moral hat und tatsächlich auch danach handelt, auch wenn es was kostet.

    (allgemein etwa jaja, gut tun ist leicht, solange man davon profitiert, aber wartet nur bis die werbeeinnahmen weniger lukrativ sprudeln, dann wird sich die wahre fratze zeigen (vor kurzem louis gray, glaub ich, finds nicht mehr) oder unlängst etwa jaja, klingt ja schön, aber kostet es ihnen wirklich soviel, so toll hat sich das geschäft ja nicht entwickelt, und sie schauen gut aus und bringen andere unter zugzwang, etc., ist es jedenfalls nicht so, dass hinter jedem akt, so gut auch immer er tut, oder so offensichtlich böse auch immer er ist, nicht ganz einfach ein banales eigeninteresse steckt? wo kommen wir denn sonst hin.)


    ReQuoting pt. 36 (The March of Technology Edition)

    16.12.2009

    So naturally the sociopaths are outraged that their control is being taken away. Newspapers, book publishers, television companies, ad agencies – their businesses are all failing, while Google’s is on the rise.
    The thing that’s hard for the sociopaths to get their head around is that this isn’t because one of their rivals has outsmarted them – it’s just the march of technology.

    Aaron Swartz via blogoscoped


    Dear Geniuses

    24.11.2009

    The problem isn’t that Google’s being an evil monopolist. It’s that you used to be evil monopolists, and failed to invest in the quality of production.

    The Anti-Google Counter-Revolution


    New Wave

    30.05.2009

    devoha hier auch noch: die vorstellung von google wave (yt direktlink) ((ann))

    ein paar links: Google Wave. Die Neuerfindung von E-Mail Google Wave. What Might Email Look Like If It Were Invented Today Google Waves Goodbye to E-Mail, Welcomes Real-Time Communication Gmail in real-time. Google does the Wave Google Wave Drips With Ambition. A New Communication Platform For A New Web. Could Google Wave Redefine Email and Web Communication Wave: Google’s take on the future of communication Google Wave


    GGoats

    02.05.2009

    google goats

    Google Goats – die geheime Ziegenarmee von Google.


    I'm 01100110

    26.02.2009

    I’m 01100110 01100101 01100101 01101100 01101001 01101110 01100111 00100000 01101100 01110101 01100011 01101011 01111001 00001010


    Schachter geht zu Google

    13.01.2009

    hui, Joshua Schachter wurde von Google angeheuert, wie es ein Tweet von Josh Kopelman andeutete und nach etwas Recherche von TechCrunch bestätigt wurde.

    (für die mischung im milieu web ist das möglicherweise huge – eine der smartesten gestalten geht zur wichtigsten firma und füllt u.u. deren blinden fleck. yahoo war im vergleich zu google schon recht früh ‘sozial’-smart und hat schon 2005 neben delicious und flickr einige andere gute einkäufe gemacht, google hat das verschlafen entweder teuer bezahlt (youtube) und murkst mit anderen mehr schlecht als recht dahin (jaiku). aber yahoo macht sich selbst ein nachhaltigkeitsproblem und verzeichnet – sicher auch krisenbedingt aber sicher auch nicht nur deshalb – die massive abwanderung der köpfe nach auslaufen der sperrfrist, und diese aktion von seiten googles kann durchaus als zeichen eines paradigmenwechsels, oder eher vervollständigung des paradigmenportfolios, interpretiert werden, weil der deal für beide seiten sinnvoll sein musste, was es nur ist (delicious und die dahinterliegenden technologien (sozialflow von tags etc.) reversezuengineeren wäre für google kein problem // schachter ist interessegetrieben und dürfte nach dem verkauf von delicious wohlhabend genug sein), wenn was grösseres im busch steckt.)


    Das Leben des Favicons

    11.01.2009

    google favicon

    dedovoha: Googles neues Favicon (und die Geschichte dazu) ((ich finds nicht so schlecht))


    10g

    28.09.2008

    google 10 doodle


    The first Android-powered phone

    23.09.2008

    But there’s more to the Android story. Not only does it allow all applications open access to the phone’s functionality; the platform itself will also be open. The Open Handset Alliance has announced its intention to open source the entire Android platform by the end of the year. Along with the other members of the Alliance, we hope that Android can provide a meaningful contribution to all players in the mobile ecosystem: the developers, the wireless carriers, the handset manufacturers, etc.


    Show Off!

    28.08.2008

    follower bei blogger

    Blogger.com sozialisiert sich, wirft Followers ins Gemisch (Blogger.com Blogger können Blogger.com Blogs followen, gefollowte Blogger.com Blogs können die Followerschaft anzeigen, in Blogger gibt’s eine Reading List mit den gefollowten Blogs und auch in Google Reader ist das integriert)

    Meine standard Google, du sozialer Tolpatsch Predigt spare ich mir, aber interessant dabei ist, dass Google hier deutlicher als sonst den Fokus auf eine inzestuöse Selbstbefruchtung legt (beteiligt sind Blogger.com, Google Reader, bald Friend Connect) und damit eine Disposition offenbart, die man sonst eher MS, Yahoo, Apple zuschreibt.


    Trillion

    25.07.2008

    1 trillion pages (ein 400 millionstel dabei aus hackr.de)


    ReQuoting pt. 22

    11.06.2008

    … when I am deep in search for knowledge on the web, jumping from link to link, reading deeply in one moment, skimming hundreds of links the next, when I am pulling back to formulate and reformulate queries and devouring new connections as quickly as Google and the Web can serve them up, when I am performing bricolage in real time over the course of hours, I am “feeling” my brain light up, I and “feeling” like I’m getting smarter. A lot smarter, and in a way that only a human can be smarter

    john battelle via jurij m lotman zum neuen nick carr rant ob uns google dumm macht

    (die frage an sich ist ein blödsinn, aber schief von oben betrachtet ist ganz witzig, dass carr in seinem text genau das macht, was battelle als gegenargument für sich beansprucht. gerade carr macht so eine art echtzeit-bricolage von statements, die miteinander nichts zu tun haben und die über non sequiturs miteinander verbunden sind, die aber den carr-geneigten lesern das gefühl des schlauerwerdens geben usw. trotzdem hat carr (google macht uns dumm weil wir uns selbst zur artificial intelligence degradieren) gwm. mehr recht als battelle (google macht uns schlau, frag nur die 80er jahre poststrukturalisten), nur geht er nicht weit genug. die eigentliche google-lesson müsste sein, dass wir erst via google sehen, dass unsere intelligenz nie authentisch sondern immer schon eine artificial artificial intelligence (mechanical turk) war usw.)

    (auch 2012 gelesen noch immer eine gute analyse)


    Google Ki/onote

    31.05.2008

    (youtube direktlink)

    super easy super stunning super souveränes Video von der Keynote von Google I/O

    (nicht uninteressant, aber fast schon obsessiv an die steve jobs keynotes angelehnt (blablabla kleine anekdote blablabla let me introduce this pm from myspace blablabla was super easy to build blablabla when is gears for myspace available? today! applaus blabla let me introduce this engineer blablabla stunning feature raunen, applaus blablabla i’d like to invite blablabla woudn’t it be great if? blablabla is available today! applaus blablabla etc.) und irgendwie schon unerträglich arrogant / bevormunderisch in der disposition.)


    Google Tumble

    06.05.2008

    Google Reader hat sich ein paar neue Features spendiert, zwei davon ganz nett:

    your stuff - notes

    unter Your stuff gibt’s jetzt Notes, mit denen man gwm. Kurznachrichten in den eigenen Shared Items Strom hinzwitschern kann.

    note-feld

    und in diesem Notes-Bereich findet man auch ein Note in Reader Bookmarklet, mit dem sich beliebige Seiten mit einem Klick markieren und wenn man will sharen und wenn man nochmal will annotieren lassen.

    Nützlich wäre, wenn man die Notes dann auch wieder löschen oder zumindest ändern könnte (dann wäre es auch zum Brainstormen etc. geeignet) und wenn man gebookmarklet’e Artikel gleich während des Eingebens taggen könnte, aber as is ist vor allem das Bookmarklet wirklich nützlich, weil sich damit damit eine Art Tumblelog emulieren lässt. Anders als beim normalen Sharen können auch nur Textpassagen ausgewählt werden – und oft will man sich aus einem 2000 Wort Traktat nur einen Satz merken.


    Down on Earth

    30.05.2007

    screenshot google maps street view

    Google Maps bekommt eine neue Street View (Beispiel New York)

    (via mspro @ twitter)


    Reader

    10.10.2006

    Im Blog zum Google Reader wurden gestern ein paar nachgeschobene Verbesserungen beschrieben – eine davon kann tatsächlich als Paradigmenwechsel beschrieben werden (auch wenn’s wohl leicht ironisch gemeint ist):

    We’ve added a small “Refresh” link at the bottom of the list of subscriptions, so you can easily refresh them to see if there are new items. Better yet, they will automatically refresh every few minutes, so you shouldn’t even have to click the link. When an unread count has changed, it will flash yellow for a split-second to help you find it. This yellow fade made our Web 2.0 meter that we have in our office move up a tick.

    (Google ist natürlich das Paradebeispiel eines Unternehmens, das die dem Web 2.0 eigenen ökonomischen Grundbedingungen ausnützt, aber der kulturelle/menschliche/kollaborative/soziale Aspekt des Web 2.0 und der Terminus an sich ist ihnen bisher am Allerwertesten vorbei gegangen, das war ihnen völlig egal, das diente bestenfalls als Umgebungsvariable für indizierbaren Content und als Sensor für etwaige Click- und Aufmerksamkeitsströme)


    Shopping Pt. 3

    09.10.2006

    Google To Acquire YouTube for $1.65 Billion in Stock


    Nörgeln

    29.09.2006

    … hilft anscheinend doch, zumindest ist die neue Version des Google Reader die Minimalversion von dem, was man sich (2 Jahre nach Gmail) von der ersten erwarten hätte dürfen können.

    Solide, sharen ist etwas vereinfacht, die Listview ist nett, die völlig überflüssige alte Suche (die ja irgendwo gesucht hat) ist entfernt worden, leider – hello, Google – ist noch immer keine Suche innerhalb der eigenen subscriptions implementiert, kopfkratz.

    In der Ankündigung wird immerhin das Grundprinzip von RSS neu erfunden und als Inbox-Metapher umdefiniert.


    Schindler

    12.06.2006

    Verdichtung (bzw. Auslassung) eines Artikels in der FAZ über Google (via)

    „Und das, obwohl Google im vergangenen Jahr 6,1 Milliarden Dollar Umsatz mit Online-Werbung erzielt hat. Das ist in England oder in Amerika ganz anders“, sagt Schindler.

    „Diese Unkenntnis sei ein wichtiger Grund, warum die Online-Werbung in Deutschland bisher erst 4,4 Prozent an den gesamten Werbeausgaben ausmache“, … sagt Schindler.

    „Zudem ist die durchschnittliche Kaufkraft der Internetnutzer größer als die Kaufkraft der Fernsehzuschauer“, sagt Schindler.

    „Wer heute weniger als 20 Prozent seiner Marketing- und Vertriebsbudgets in die Online-Welt investiert, verpaßt seine besten Zielgruppen“, sagt Schindler.

    „Aufgrund dieser fehlerhaften Rechnung bauen die Unternehmen ihren Markenaufbau und ihren Vertrieb im Internet nicht schnell genug aus und verpassen damit nicht nur die Möglichkeit des Online-Vertriebs, sondern schädigen auch ihre klassischen Kanäle“, sagt Schindler.

    „Diese Lücke wird schlagartig größer“, sagt Schindler.

    „Meta ist inzwischen einer der weltgrößten Anbieter von Toilettentrennwänden“, sagt Schindler.

    „Mit der Werbung bei Google sind wahrscheinlich mehr Menschen zu Millionären geworden als intern mit dem Börsengang“, sagt Schindler.

    „Google wird in Deutschland noch viel Spaß haben“, sagt Schindler.

    „Die Kombination aus Relevanz, Auktionsmechanismus und Automatisierung – gekoppelt mit der Digitalisierung – wird die Werbebranche in den kommenden 20 Jahre revolutionieren“, sagt Schindler.

    „Das sind Prototypen, um unser System in andere Mediengattungen auszudehnen“, sagt Schindler.

    „Wie das geht, zeigen Adidas mit seiner Modemarke Y-3 oder Nike mit yoga.com“, sagt Schindler.

    „Wir wissen, dass die Fernsehnutzung in den relevanten Zielgruppen immer mehr abnimmt“, sagt Schindler.

    „Ich bin fest davon überzeugt, dass die Erlöse aus dem Online-Geschäft die sinkenden Werbeeinnahmen im klassischen Geschäft kompensieren können“, sagt Schindler.


    Trends

    11.05.2006

    infinite entertainment! For the easily entertained.

    chris langreiter zu den Google Trends


    PigeonRank

    01.04.2006

    Google Technology PigeonRank

    Google uses only low-cost, off-the-street pigeons for its clusters. Gathered from city parks and plazas by Google’s pack of more than 50 Phds (Pigeon-harvesting dogs), the pigeons are given a quick orientation on web site relevance and assigned to an appropriate data coop.PigeonRank


    Google Receives $25 Million in Equity Funding

    07.06.1999

    Google, a start-up dedicated to providing the best search experience on the web, today announced it has completed a $25 million round of equity funding led by Sequoia Capital and Kleiner Perkins Caufield & Byers.