Feed Studies

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    RT @iA RSS is the new Vinyl.
  • 313328427849613313
    kl. tipp für alle neuen feedreader: statt techcrunch, mashable, engadget & co besser cat- und cute overload content als prefills.
  • Subscription update
    Seth Godin championed RSS.
  • Flavor of the Day
    Seth Godin kondensiert die RSS ist tot Debatte.
  • The Night of the Living Feeds
    Über Feeds und Infoökonomie usw.
  • The Feedhead
    Eine persönliche Miniökonomie des Feedlesens.
  • Short Cuts Pt. 4 (Tod von RSS Edition)
    In den letzten Wochen war mal wieder viel vom Tod von RSS zu hören. Ohne auf die jeweiligen Thesen im Detail einzugehen trotzdem ein paar Worte dazu, warum das ein blödsinniger hubbub ist.
  • Short Cuts Pt. 3 (User Edition)
    Im Grunde funktioniert das Web sehr einfach.
  • RIP RSS
    Steve Gillmor sagt Rest in Peace RSS.
  • Zurück in die Gegenwart
    der Guardian als erstes echtes Mainstreamnewsmedium seine Feeds auf Fullfeed um. Es wird interessant zu beobachten sein, ob und wie sich dadurch die Mischungsverhältnisse ändern.
  • Volle Länge
    Full Text RSS - erzeugt Feeds in voller Länge für Seiten, die nur Excerpt-Feeds anbieten.
  • commoncraft
    RSS in Plain English
  • Reflex
    Es ist bei mir zu einem Reflex geworden, Feeds, die nur als Excerpt daherkommen, sofort und ungelesen wieder zu unsubscriben.
  • FeedLounge
    FeedLounge - ein Feedreader mit einem Bezahlmodell.
  • Too many RSS feeds? Put ’em on probation
    Merlin Mann mit einem kongenialen RSS hack.
  • Newsfeeds Lesen a la GTD
    Daniel Miessler hat den Ansatz von GTD bzgl. des Lesens von Newsfeeds weitergedacht.
  • Denken in Feeds
    Jeff Jarvis denkt über Feeds nach, und wie sich das Web verändern wird.

  • 314291708860956672

    20.03.2013
    RT @iA RSS is the new Vinyl.

    313328427849613313

    17.03.2013
    kl. tipp für alle neuen feedreader: statt techcrunch, mashable, engadget & co besser cat- und cute overload content als prefills.

    Subscription update

    19.12.2011
    My favorite way to read blogs is with an RSS reader, of which there are many.

    Flavor of the Day

    05.01.2011

    RSS is quiet and fast and professional and largely hype-free. Perhaps that’s why it’s not the flavor of the day.

    Seth Godin … zum gerade wieder keimenden rss ist tot, nein doch nicht kammerspiel.

    (kl. datenpunkt am rande: techcrunch hat vor kurzem das momb verlinkt und der ausgelöste traffic hat sich mehr oder weniger paritätisch zwischen tc.com und google.com/reader verteilt, und das sagt zwar nichts über die gesamte leserschaft von tc aus und wie sie es liest (ich vermute doch stark, dass tc wesentlich mehr besucher und streunende leser auf der webseite als im gr hat), aber es sagt etwas über die sich auch aus tc raus- und weiterklickende leserschaft von tc aus, und zwar, dass diese tc zur hälfte im google reader liest; nochmal: jeder 2te proaktiv klickbegierdige leser von tc liest es im google reader. tc sieht das nicht in ihren stats, weil die nur das reinkommende messen, aber die hälfte ihrer strahlkraft nach aussen entsteht selbst aussen und zwar via rss.)

    ((bonuszitat meiner mutter:

    für die einfach gestrickten ist immer nur das allerneueste fortschrittlich.

    damit erklärt sich nicht nur die unsägliche rss-ist-tot trope, sondern auch das wer-bookmarked-denn-heute-noch? gedöns und vieles andere; feeds abonnieren und lesen bzw. (auch anti-) soziales bookmarking sind auf ihre art perfekte technologien, die aber ihren wert nur durch jeweils konkrete individuelle aktualisierungen erzeugen und erfahrbar machen; dieser dem jeweiligen individuum unmittelbar zugängliche weil eben selbsterzeugte wert ist halt im sensorium der socmed-crowd nicht wahrnehmbar, und irgendwie scheint es auch unter den (immer noch) aktiven selbst zu periodischen sinnkrisen und selbstzweifeln zu kommen, ist der strom nicht am ende doch viel besser/intensiver/weiter/etc.? aber zumindest den längenvergleichsbasierten krisen könnte man mit einer milchmädchenrechnung zum grundsätzlichen marktanteils begegnen, etwa (quantitativ): es gibt halt 100x mehr leute, die kurze nachrichten für freunde schreiben (twitter/fb), als leute, die längere texte für fremde schreiben (blogs); oder (qualitativ): ein link, das man nach dem durchprozessieren von 500 anderen links als speicherungswert für die eigene ewigkeit und also primär für sich selbst auserkiest (delicious), hat eine andere qualität und haltbarkeit (vor allem für einen selbst) als ein link, das im vorbeifahren und/oder während dem vorprozessieren mal schnell und aus den verschiedensten motivationen getwittert wird; bzw. das quantitiv umgeschrieben: es gibt halt viel mehr zeugs, in dem man suchen kann, als was man finden kann, uswusf.))

    für die einfach gestrickten ist immer nur das allerneueste fortschrittlich.


    The Night of the Living Feeds

    14.09.2010

    Schöner Satz zum RSS ist wieder einmal tot hubbub von Dave Winer:

    I keep saying the same thing over and over, the Google Reader approach is wrong, it isn’t giving you what’s new — and that’s all that matters in news.
    Succinctly put — news is about what’s new — and that’s it.

    Die eigene Antwort auf die Frage, ob sich mit Twitter und Memetrackern die Technik des Abonnierens und Lesens von Feeds erübrigt hat oder nicht, hängt davon ab, für was man sich wie sehr interessiert (bzw. ob man sich überhaupt für etwas interessiert).

    Interessiert man sich für die die Neuigkeit der Neuigkeit an sich, dann haben Feedreader tatsächlich ausgedient. Twitter ist da einfach der wesentlich effektivere Kanal, und die vollständige Anschlusskommunikation findet auf Twitter selbst (durch wiederholung der nachricht mit eigenem senf, durch retweets) statt. Was dabei neuigkeitswertig ist, ist systemeigenrichtig (um bolz zu paraphrasieren) – ist eine Nachricht neuwertig, dann findet sie mich automagisch indem ich den Strom einschalte; was mich nicht findet, kann es per definitionem nicht sein, sonst würde es ja im neuigkeitsrelevanten Zeitfenster von [die letzten 10 min, in de die letzten 10h] auftauchen. Zur Lückenfüllung am Abend noch Techmeme und passt.

    Interessiert man sich aber für etwas (ein thema, eine person, etc.) selbst, dann sind und bleiben Feedreader die beste Technik, um dieses Interesse zu vertiefen.

    Die erste Disposition führt als Organisationsstruktur zu einem (hypereffektiven, postmodernen) Schwarm, die zweite zu mehr oder weniger einsamen (existentialistischen, modernen) Individuen, die im Levy Flight herumkrebsen.

    Ich mag beide Formen, was mich aber zunehmend nervt ist der latente Nihilismus des Schwarms. Es reicht ihm nicht der Wille zur Macht (unter den kollektiv geführten aber singulär repräsentierten regimen von facebook, twitter, 4chan, etc.), öfter als nicht ist damit auch eine Lust am Zerstören aller anderen Formen verbunden (können wir bitte RSS und das damit verbundene schuldgefühl der unread items endlich beerdigen und uns alle auf twitter einigen? nochmal winer: You don’t have to hunt around to find the newest stuff. And it doesn’t waste your time by telling you how many unread items you have. Who cares.; können wir bitte endlich einen schlussstrich unter gedruckte bücher und zeitungen ziehen und uns auf das (strahlende) ipad und wenn’s sein muss den (hässlichen) kindle konzentrieren? etc.)

    thema: feeds und der nihilismus des scharms


    The Feedhead

    06.03.2010

    the feedtail

    (anlässlich dieser basicthinking kürzt feed debatte (etwa, oder, oder) eine persönliche miniökonomie der feeds, wobei ich den ganzen komplex monetarisierung und die damit meistens verbundene moralisierung ausklammere, der ist auf mehreren ebenen unfruchtbar)

    • die y-achse indiziert mein interesse an einer quelle
    • die x-achse die anzahl an mit der jeweiligen interessantheit assoziierten quellen
    • die rote l-kurve zeigt meine verteilung an

    es gibt also nur sehr sehr wenige quellen, an denen ich sehr sehr grosses interesse habe, es gibt hunderte quellen, an denen ich eigentlich doch schon interessiert bin, und es gibt millionen quellen, die sicher auch gelegentlich irgendwas irgendwie interessantes beinhalten.

    (welche quelle für einen interessant ist oder nicht ist übrigens nicht nur naturgemäss für jeden verschieden, das hängt auch davon ab, welche anderen quellen man kennt und liest. je mehr andere quellen man liest, desto mehr verschiebt sich das attribut interessant ins kompatibel komplementierende)

    nun ist es so, dass es natürlich toll wäre, alles auch nur irgendwie interessante zu lesen, nur geht sich das zeitlich nicht aus. man muss also für sich selbst infoökonomische verfahren entwickeln, was man wie in sich reinlässt und was nicht.

    je nach disposition gibt es eine ganze reihe möglicher verfahren. man kann zb. einzelne quellen und/oder redaktionell vorselektierende portale und/oder algorithmisch vorselektierende memetracker bookmarken und täglich ansteuern und alles andere ignorieren (oder mit anderen praktiken kombinieren). oder man kann (wichtige nachrichten finden mich blabla) in div. sozialen empfehlungsströmen treiben und alles aufsaugen und alles andere ignorieren (oder mit anderen praktiken kombinieren). oder man kann – und das ist die mit abstand bequemste und effizienteste methode, um viele heterogene inputströme zu konsumieren – sich sein eigenes bündel an quellen via RSS zusammenstellen und diese in einem feedreader lesen (und das mit anderen praktiken kombinieren).

    (welche praktiken für einen passend sind oder nicht ist übrigens wiederum nicht nur naturgemäss für jeden verschieden, es ist auch völlig unwertend. allerdings trifft man idealerweise seine entscheidung, nachdem man sich etwas mit allen möglichkeiten herumgespielt hat)

    aber wie gesagt: wer viele quellen effizient lesen möchte, der kommt um einen feedreader nicht herum. das ist nix für alle, es erfordert zeit, aber es hat auch einige von anderen methoden nicht emulierbare vorteile. vor allem bei echtem interesse an einem thema. auch die besten portale, thematisch fokusiertesten memetracker und smartesten aggregatoren tendieren zum hochspülen des kleinsten gemeinsamen nenners, die echten goodies findet man nur im feedreader.

    doch zurück zum diagramm:

    jedes der oben erwähnten (und aller anderer) verfahren verursacht neben dem sich ergebenden informationsnutzen auch rezeptionskosten (zeit, anzahl an klicks, anzahl an medienbrüchen, usw.). der wert einer quelle unterm strich ergibt sich also nicht alleine aus der interessantheit, sondern auch aus dem damit verbundenen aufwand. (man könnte die rote kurve also auch als indifferenzkurve lesen: je interessanter, desto mehr aufwand nehm ich in kauf, je weniger (aber natürlich immer noch) interessant, desto weniger.)

    in meinem setup gibt es zwei grenzwerte:

    • blauer punkt: quellen, die ich immer lese, egal ob fullfeed oder excerptfeed oder nofeed. rein theoretisch übrigens, in meinem feedreader hab ich glaub ich zwei excerptfeeds, alle anderen haben ohnehin fullfeeds.
    • grüner punkt: quellen, die ich nur lese, wenn es sie im fullfeed gibt.

    anders als noch vor zwei, drei jahren ist es mir als kleine randbemerkung mittlerweile übrigens völlig wurscht, ob wer einen fullfeed hat oder nicht; twitter und friendfeed und alle memetracker haben meine klickbereitschaft doch deutlich verändert und im dortigen kontext stört mich auch das herumklicken nicht. aber im feedreader empfinde ich excerptfeeds als extrem störend, weil sie den leseflow doch stark unterbrechen, und also subscribe ich sie nur seltenst. nicht weil ich mich als klickvieh verraten fühle etc., sondern einfach weil es für mich bessere alternativen gibt.

    als publisher muss man sich über eines jedenfalls im klaren sein: das umstellen von fullfeeds auf excerptfeeds bringt vl. einige klicks, birgt aber auch mitunter signifikante opportunitätskosten. man verliert nicht nur leser (alle, bei denen man auf deren eigenen indifferenzkurve zwischen dem grünen und blauen punkt liegt), man verliert gerade die, denen das wichtig ist, weil sie mehr als nur eine quelle lesen und ihren output dann sharen und faven und streuen usw, man verliert die katalysatoren und damit alle von diesen getriggerten indirekten klicks. do the math, wobei das natürlich von der verteilung der dispositionen der leserschaft abhängt.

    (im falle basicthinking (oder auch heise etc.) ist das, glaub ich, eher egal, weil die vorwiegend, glaub ich wiederum – das müsste mal jemand statistisch auswerten -, vor allem leute ansprechen, die wenige andere quellen kennen, die wenige feeds lesen, und für die basicthinking also ohnehin sehr interessant ist, also im blauen bereich liegt.)

    thema: fullfeeds


    Short Cuts Pt. 4 (Tod von RSS Edition)

    20.01.2010

    In den letzten Wochen war mal wieder viel vom Tod von RSS zu hören. Ohne auf die jeweiligen Thesen im Detail einzugehen trotzdem ein paar Worte dazu, warum das ein blödsinniger hubbub ist.

    Zunächst werden oft zwei Dinge vermischt: RSS als Format und RSS als kulturelle Technik des Abonnierens und Lesens von Feeds. Gemeint wird immer zweiteres, aber die Schlussfolgerungen werden manchmal vermischt. Egal, diese Unstimmigkeit erkennt man schnell und kann man abheften.

    Was bleibt ist die Annahme, dass Feedlesen eine aussterbende Gattung ist, die von neueren, besseren, effizienteren, fortgeschritteneren Techniken abgelöst wurde. Und diese Annahme ist auf mehreren Ebenen problematisch. Das Äugen auf und die Bervorzugung von Charts (Wachstum hier, Verluste dort) anstelle der Wahrnehmung von Wert; die Notion eines ‘weiter ist besser’ bei blinder Zerstörung der Vorhandenen; der Begriff von Early Adopters, die die fortgeschrittensten Techniken reflektieren aber in Wirklichkeit dichtere Formen gegen dünnere eintauschen; die Annahme, dass was sich nicht als mainstreamtauglich für alle herausstellt nix wert ist; usw.

    Das alles ist im Grunde egal, jeder soll machen was er will, und was andere tun tangiert einen persönlich wenig (anders als bei sozialen systemen, wo die koppelung viel stärker ist). Aber ganz stimmt das dann doch wieder nicht, weil man selbst natürlich auch nur irgendwie im Gesamtökosystem verankert ist, und auch wenn man seinen eigenen informationsökonomischen Haushalt selbst bestimmen kann, so schwimmt man eben im aggregierten Ergebnis der Aktionen aller anderen; und die Resonanzräume, die durch die Praktik des Rezipierens und Prozessierens von Feeds getriggert werden, sind interessanter, als die Resonanzräume, die durch verstümmelte Formen wie Beschränkung auf Twitter und Memetracker und Empfehlungssysteme mit anschliessendem Retweeten und Liken getriggert werden.

    Nix gegen Memetracker und Twitter und Empfehlungssysteme, die sind super und haben ihren Wert und können einige Dinge viel besser, als das persönliche (zuerst einmal Finden und) Abonnieren und Lesen von Feeds.

    Aber das (zuerst einmal Finden und) Abonnieren und Lesen von Feeds ist die potentiell dichteste, effizienteste und persönlich wertvollste Technik. Sie sollte das Herz der individuellen Anbindung an den Gesamtstrom sein.

    Die wunderbarste Eigenschaft des Webs sind die kleinen Dinge und die Möglichkeit einer Ausdifferenzierung an den Rändern. Wie strange man auch immer selbst veranlagt ist, wie noch so unwahrscheinlich die eigenen Interessen, im Web gibt es für alles Anschlusskommunikation. Massenmedien müssen per definitionem immer Massen ansprechen, aber niemand ist Masse und also pendelt sich das was sie tun auf irgendeinem kleinsten gemeinsamen Nenner ein. Aber im Web gibt es immer einen, der sich auch mit dem Thema beschäftigt, der Dinge radikaler beschreiben kann, der ohne Rücksichtnahme auf Allgemeinverständlichkeit und also dichter denken kann und vielleicht für einen gerade richtig ist etc. Massenmedien müssen für alle gut genug sein, aber im Web dürfen Spezialisten für andere Spezialisten gut genug sein, und auch wenn das nur 10 Leute sind ist die Welt ein besserer Ort.

    Blogs sind nun die ideale Form, um partikulare Expertise von anderen mit spezifischen Interessen zu mappen, und das Abonnieren und Lesen von Feeds ist die ideale Form, um die spezifischen eigenen Interessen zu beliefern. Blogs sind deshalb ideal, weil es drei Dinge besser als jede andere Form vereint: Geschmack, Urteilskraft und Komplementarität.

    Geschmack

    Über Geschmack kann und braucht man nicht zu streiten, aber es ist eine binäre Kategorie. Wird der eigene Geschmack getroffen, ist man happy, sonst muss man halt durch.

    Urteilskraft

    Bei der Urteilskraft ist es ein bissl wie bei dem Geschmack, die gefühlte Unterstellung einer Urteilskraft ist immer ein subjektives Gefühl, die vom eigenen Wissenstand abhängt. Anders als beim Geschmack muss das Vertrauen in die Urteilskraft des Anderen allerdings erst aufgebaut werden und wachsen. Auch anders als beim Geschmack kann man über die Urteilskraft schon streiten.

    Komplementarität

    Bei der Komplementarität geht es darum, zu welchem Grad das, was man selbst ohnehin weiß, ergänzt wird. Auch Dinge mit wunderbarem Geschmack und präzisester Urteilskraft sind völlig witzlos und wertlos, wenn man alles ohnehin schon kennt. (einer der grössten fehler der mehrzahl von systemen ist die annahme, dass sich möglichst gleiches mir gleichem mischen soll)

    thema: rss und urteilskraft


    Short Cuts Pt. 3 (User Edition)

    20.01.2010

    Im Grunde funktioniert das Web sehr einfach. Das Web ist wahrscheinlich der grösste Möglichkeitsraum, den die Menschheit je hervorgebracht hat. Nicht weil die zugrundeliegende Denkleistung so phänomenal ist, sondern weil es eine Infrastruktur definiert, die sämtliche Medien subsummiert und in sich aufnimmt, und vor allem: weil es unsere Möglichkeiten der Kommunikation potenziert.

    Das Web macht also ein Angebot, genauer: das Web ist die Summe aller Einzelangebote in Form von Anwendungen und deren Zusammenspiel.

    Um ein beliebiges Angebot wahrzunehmen müssen 3 Voraussetzungen erfüllt sein:

    • man muss das Angebot kennen.
    • man muss das Angebot verstehen.
    • man kennt kein ‘besseres’ Bündel das mehr Nutzen bringt.

    Unter dem Strich: es geht darum, dass wir durch die Benutzung eines Dienstes besser dastehen, als ohne.

    Man kann – wenn man will – Webanwendungen in zwei Kategorien unterteilen:

    • Anwendungen, deren Sinn sich selbst erklärt.
    • Anwendungen, deren Sinn sich erst durch Nachdenken / Nachahmen / Anwendung etc. erschliesst.

    Ich will niemandem zu nahe treten, aber es sprechen einige Symptome dafür, dass die meisten Menschen sehr gut darin sind, Anwendungen die sich selbst erklären für sich nutzbar zu machen, wenn sie ihnen Nutzen bringen (i.e. die meisten schauen mal schnell was in der Wikipedia nach, oder gehen auf ebay auf Schnäppchenjagd, oder bestellen sich Bücher bei Amazon, oder bestellen Zugtickets, oder schauen Videos auf YouTube, usw usf.)

    Doch schon deutlich weniger erkennen das Potential von Anwendungen, deren Sinn und Nutzen sich nicht sofort erschliesst und aufdrängt. Man darf glaub ich 2 Fehler nicht machen: glauben, dass man alles verwenden muss. Oder glauben, dass man nichts versäumt. Man darf auch nicht glauben, dass nur Wert hat, was für alle wertvoll ist. Die Schönheit im Web ist das Potential der Ausdifferenzierung, dass sich jeder das Bündel an Anwendungen zusammenstellen kann, das mit den eigenen Interessen am meisten kompatibel ist, dass jeder genau soviel Zeit investieren kann, wie er will.

    Dass sich Leute, die beruflich mit dem Web zu tun haben, ein anderes Produktportfolio zusammenstellen und mehr Zeit investieren ist klar, sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es trotzdem Opportunitätskosten gibt, Tools nicht zu kennen und zu verstehen.

    Ich stelle mir seit langem die Frage: woher kommt der Widerstand sich 30 Minuten hinzusetzen und zu versuchen RSS zu verstehen, wenn das die eigene Produktivität was den Konsum von Nachrichten betrifft, um den Faktor 5 bis 10 erhöht? Mehr als 30 Minuten dauert es nicht, dennoch halten sich die Adaptionsraten in Grenzen.

    Wenn man die Voraussetzungen oben als Matrix verwendet: viele kennen es nicht, und vielen, die irgendwie darüber gestolpert sind, erschlisst sich der Sinn nicht. Es geht nicht darum, ob RSS jetzt ein Hype ist oder nicht und was irgendwer über RSS sagt oder nicht sagt, es geht darum, dass RSS einen enormen Wertvorschlag macht, den man annehmen kann, oder nicht. Und nur wer RSS kennt kann eine informierte Entscheidung darüber treffen, in welchem Umfang er RSS einsetzt oder nicht. Wer dann lieber den Guardian genüsslich in seinem Lieblingscafe liest, der macht alles richtig. Aber wer aufgrund einer Ignoranz die Möglichkeiten erst gar nicht kennt, der bleibt halt auf seinen Opportunitätskosten sitzen. Macht natürlich auch nichts, aber trotzdem ist es schade drum.

    Nun sind alleine in den letzten 3 Jahren mindestens 20.000 Services gestartet (keine Hausnummer) und es wäre mehr als ein Fulltimejob, jeden dieser Dienste auf den individuellen Nutzen hin zu überprüfen. Es gibt also auch Informationsbeschaffungskosten. Wenn es mehr Aufwand macht einen Dienst zu finden als er dann nutzen bringt, dann ist es nicht sinnvoll diesen Aufwand einzugehen. Zum Glück hat das Web Mechanismen etabliert, die einem die meiste Arbeit abnehmen. Die Antwort heisst nicht Massenmedien wie TV, Spiegel oder Heise, sondern Blogs. Einige Tausend Blogger haben es sich zur Aufgabe gemacht wie Eichhörnchen auf die Suche nach dem nächsten grossen Ding zu gehen, sie testen aus, filtern, bewerten usw. Blogs, die sich dabei als besonders gut erweisen bekommen grössere Leserschaften und fungieren als Verstärker. Das heisst nicht, dass sie alles finden oder dass sie das beste toll bewerten, aber im grossen und ganzen funktioniert das nicht schlecht.

    (eigentlich eine immer noch gülitige erklärung und anleitung für fast alles; basiert glaub ich auf ‘eine minitheorie der benutzung von webapps’ aus 2008)


    RIP RSS

    06.05.2009

    Twitter, Facebook, FriendFeed – whatever they grew from, they morphed into a realtime CMS for the emerging media. Twitter, not RSS, became the early warning system for new content. Facebook, not RSS, became the social Rolodex for events, casual introductions to RSS’ lifeblood, the people behind the feeds. FriendFeed, not RSS, captured the commentsphere. RSS got locked out of its own party.

    Steve Gillmor sagt R.I.P. zu RSS.


    Zurück in die Gegenwart

    26.10.2008

    guardian logo

    warp back ins Jahr 2002 oder so, Dave Winer stellt RSS 2.0 vor, wenn man will die Geburtsstunde des modernen RSS (man kann auch anders wollen, es gab vorher Interventionen, und nachher (Atom etc.) – aber so gefühlsmässig hat sich damit RSS auch in der allg. wahrnehmung etabliert.)

    warp wieder forward ins Jahr 2008, und also nur 6 Jahre danach stellt der Guardian als erstes echtes Mainstreamnewsmedium seine Feeds auf Fullfeed um. Dass das sogar Google eine Meldung wert ist zeigt, wie undenkbar das bisher erschien.

    Es wird interessant zu beobachten sein, ob und wie sich dadurch die Mischungsverhältnisse ändern. Wenn eine der besten Zeitungen der Welt plötzlich genauso bequem zugänglich ist wie Blogs, und als einzige Zeitung überhaupt ohne sich als Klicker und erstmals also als Leser zu fühlen, dann könnten das andere schon bald spüren.

    (dass da gerade der guardian vorreitet ist, ist natürlich kein zufall; neben der bbc ist der guardian wohl das einzige mainstream-medium, das die dynamik des web wirklich mitdenkt, das immer auch wirklich gute leute – am anfang etwa ben hammersley – mit dabei hatte und denen auch zugehört hat, das immer auch technologie mitentwickelt und nicht irgendwann dann halt auch adaptiert hat, weil es gerade schick war oder es alle anderen auch schon gemacht haben, usw.)


    Volle Länge

    09.03.2008

    wenig tested – weil ich excerpt feeds mehr oder weniger reflexartig unsubsribe – (für die paul graham essays funktionierts) aber super: Full Text RSS

    (abt. was nicht passt wird passend gemacht)


    commoncraft

    28.04.2007

    RSS in Plain English (wirklich nett)


    Reflex

    14.06.2006

    nur so am Rande: irgendwie ist es bei mir zu einem Reflex geworden, Feeds, die nur als Excerpt daherkommen, sofort und ungelesen wieder zu unsubscriben.


    FeedLounge

    18.01.2006

    FeedLounge [ http://feedlounge.com/ ] – ein Feedreader mit sozialen Features (wenn man will) – wurde vor ein paar Tagen released. Zumindest mutig dabei ist die Entscheidung, FeedLounge nur als bezahlten Service (5$/Monat) ohne eingeschränkte Gratisversion wieauchimmer anzubieten.

    update 21.5.2008: das experiment war nicht erfolgreich, feedlounge gibt’s nicht mehr


    Too many RSS feeds? Put ’em on probation

    14.10.2005
    Merlin Mann mit einem kongenialen RSS hack.

    Use tags/folders for structuring the significance of newssources for yourself, e.g.:

    • checkout – for new feeds that potentially could be interesting to you
    • on probation – for old feeds that did’nt cut it recently
    • topically named folders – for the rest

    Now whenever you stumble upon an interesting feed don’t worry, deliberately subscribe and label it checkout

    At the same time deliberately move feeds to the on probation folder if they get boring or redundant.

    Every two weeks or so clear these two folders and move the feeds from checkout to the topical folders, if they add value to your mix, and dump feeds from the on probation folder if nothing exciting has happened. Don’t worry too much, if they are worth it, you will stumble upon them again.


    Newsfeeds Lesen a la GTD

    01.08.2005

    Daniel Miessler hat den Ansatz von GTD bzgl. des Lesens von Newsfeeds weitergedacht:

    the urge to check the latest goings on in the blogsphere and/or news is overpowering. We simply can’t help but be distracted by the thought of something new and exciting hitting the Internet without us knowing. Much productivity is lost during the day specifically because of this phenomenon; but there’s hope. The answer lies in a two-step process — 1) using a dependable system, and 2) learning to trust that system.

    Des Problems Lösung besteht dann einerseits darin, einfach auch mal loszulassen, sich nicht vom Wahn immer alles und unbedingt in Echtzeit zu rezipieren treiben zu lassen, und andererseits für sich einen effizienten (Shortcuts verwenden,…) und vertraubaren (ich erfasse alles, ich verpasse nichts,…) Workflow definieren.


    Denken in Feeds

    24.07.2005

    Jeff Jarvis denkt über Feeds nach, und wie sich das Web verändern wird. Feeds sind dabei die treibende Kraft im Übergang zum Web 2.0.

    Web 1.0 is built primarily on the former, the resources and articles and pages and mostly static things: It’s about stuff that sits and is found at an address. It’s about search. It’s about URLs and permalinks. It’s about Google and Yahoo before that. All that is valuable, always will be.

    But Web 2.0 adds on the wonders of the latter: feeds (RSS, Atom, FeedBurner, et al); lists (OPML, etc.); conversations (blog posts, Technorati links, PubSub feeds, comments); swarming points (tags on Flickr, Del.icio.us, Technorati, Dinnerbuzz); heat sensors (Blogpulse et al); aggregations (e.g., Command-Post.org); communities (Craig’s List, et al); alerts (Craig’s List feeds); decentralized distribution (bittorrent, etc.); and on and on.