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die romantische komödie


Nützliche Unterscheidungen

in dieser ‘Serie’ stelle ich einige nützliche Unterscheidungen vor.



Nützliche Unterscheidungen pt. 53 (The Leeway Edition)

Eine weitere zumindest pragmatisch sehr nützliche Unterscheidung ist die Unterscheidung ob etwas ganz grundsätzlich durch eigenes Verhalten beeinflusst werden kann oder nicht.

(eine ganz andere frage ist, welche konsequenzen man daraus zieht, vor allem bei grundsätzlichen haltungen – der mensch ist grundsätzlich frei, der mensch muss vor sich selbst beschützt werden, etc. – landet man schnell auf eis; aber ab und an würde es debatten doch nützlicher machen, wenn das als kriterium zumindest im hinterkopf behalten würde)

(abt: draw the distinction!)

01.06.2019 # http://hackr.de/2019/06/01/nuetzliche-unterscheidungen-pt-53-the-leeway-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 52 (The Private Edition)

Eine weitere zumindest pragmatisch sehr nützliche Unterscheidung ist die Unterscheidung ob resp. wie privat etwas bleiben soll oder nicht.

(ein guter teil aller privacy-bezogenen probleme verabschiedet sich, wenn man sich kurz überlegt, wie privat man das jeweilige ding haben will und dann entsprechend agiert. weder muss man alles wie seinen augapfel behüten, noch muss alles öffentlich auf facebook gepostet werden. es gibt dinge, die will man vielleicht nicht von google getrackt haben, da passt man halt auf und sichert sie vl. verschlüsselt und nur lokal; der betriebene aufwand orientiert sich idealerweise am bereich und an den möglichen konsequenzen, einfach aus prinzip kann man tracker ja auch mit einem randomiser verwirren usw.)

(abt: draw the distinction!)

14.04.2019 # http://hackr.de/2019/04/14/nuetzliche-unterscheidungen-pt-52-the-private-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 51 (The Imaginative Edition)

Eine weitere zumindest pragmatisch sehr nützliche Unterscheidung ist die Unterscheidung ob irgendwas sich-vorstellbar ist oder nicht.

(nur zum beispiel kann man sich etwa nicht wirklich richtig vorstellen, was ‘programmieren’ ist, was man dabei tut, was man bei welchem kenntnisstand dann tun kann und was nicht, ob man dafür talent hat oder nicht, ob es einem spass macht oder nicht, usw.)

((die unterscheidung ist etwa dafür nützlich, unbeantwortbare fragen oder wünsche zu entdecken. die frage nach dem traumjob ist sinnlos, weil man es sich nicht vorstellen kann, man muss nur beginnen irgendwas gut zu machen))

(abt: draw the distinction!)

10.01.2019 # http://hackr.de/2019/01/10/nuetzliche-unterscheidungen-pt-51-the-imaginative-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 50 (The Freedom Edition)

Eine weitere zumindest pragmatisch sehr nützliche Unterscheidung ist die Unterscheidung in funktionale und strukturelle/bastlerische Freiheit.

(diese unterscheidung ist besonders nützlich, wenn man über die trajektorie des potentials von gerätschaften nachdenkt; funtionale freiheit bedeutet dabei die freiheit, die dadurch entsteht, irgendwas mit den dann jeweils zur verfügung gestellten mitteln benutzen zu können und also die damit verbundenen möglichkeiten ausnützen zu können/müssen; strukturelle/bastlerische freiheit bedeutet dabei die freiheit dinge genau so machen zu können, wie man sie machen will

die paradigmatische gerätschaften für funktionale freiheit sind natürlich iphones und ipads, die mehr oder weniger geschlossene systeme sind, allerdings über apps eine hunderttausendschaft an usecases abstrahieren, die sich damit einfach so erledigen lassen und die dadurch einen einen großteil vom gesamtnutzen bedienen können, einfach weil das meiste was wir tun nicht besonders speziell ist.

die paradigmatischen gerätschaften für strukturelle/bastlerische freiheit sind wiederum linux kisten, aber auch alle PCs und macs, weil man bei denen sämtliche work- und infoflows mehr oder weniger vollständig optimieren kann, indem man eine bricolage aus allen jeweils zur verfügung stehenden mitteln kreieren kann. das kann sinnvoll sein, wenn man weiß warum, was aber natürlich einige der gesellschaftlich ‘wertvollsten’ anwendungsfälle sein können)

(abt: draw the distinction!)

24.11.2018 # http://hackr.de/2018/11/24/nuetzliche-unterscheidungen-pt-50-the-freedom-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 49 (The Bootstrapping Edition)

Eine weitere zumindest pragmatisch sehr nützliche Unterscheidung ist die Unterscheidung, ob eine Unterscheidung eine nützliche ist oder nicht.

(abt: draw the distinction!)

21.04.2018 # http://hackr.de/2018/04/21/nuetzliche-unterscheidungen-pt-49-the-bootstrapping-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 48 (The Cause and Effect Edition)

Eine weitere zumindest pragmatisch sehr nützliche Unterscheidung ist die Unterscheidung in erhoffte und/oder erwartete und unbeabsichtigte Konsequenzen.

(diese unterscheidung ist besonders nützlich, wenn man es irgendwie mit dem web zu tun hat, weil es fast immer anders kommt, als man intentiert. die gute nachricht ist, dass die unbeabsichtigten konsequenzen mitunter auch viel besser als erhofft ausfallen können; die schlechte ist, dass fast jeder versuch einer (gern von politikern vorgenommen oder inkumbents erwünschten) kontrolle oder (gern von aktivisten angedachten) verbesserung das gegenteil vom erwünschten bewirkt. sich retrospektiv anzuschauen, was eigentlich passiert ist, ist jedenfalls keine schlechte idee)

(abt: draw the distinction!)

02.12.2017 # http://hackr.de/2017/12/02/nuetzliche-unterscheidungen-pt-48-the-cause-and-effect-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 47 (The Workaround Edition)

Eine weitere zumindest pragmatisch nützliche Unterscheidung zur Bewertung von Aussagen und Prämissen ist die Frage, ob es für irgendwas vermisstes ein Workaround gibt.

(öfter als nicht werden in irgendwelchen reviews oder berichten dinge aus dem fenster geworfen, weil sie genau ein ding nicht tun, ein teilchen nicht haben, ein feature nicht unterstützen; dabei fehlt oft nur ein kleiner schritt davor oder danach oder drumherum, um das erwünschte zu erreichen; und während man ganz allgemein workarounds eher vermeiden sollte, hängt nat. auch von der häufigkeit des auftretens ab usw., manchmal eröffnen sich dadurch deutlich bessere oder billigere alternativen)

(abt: draw the distinction!)

01.12.2017 # http://hackr.de/2017/12/01/nuetzliche-unterscheidungen-pt-47-the-workaround-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 46 (The Risk Edition)

Eine weitere nützliche Unterscheidungen kommt schon wieder von Seth Godin und unterscheidet/differenziert/quantifiziert zwei Arten an Risiken : solche, die man beeinflussen kann, und alle anderen.

Here’s the simple approach: How much would it cost you (in time, money, effort, distraction) to make yourself ten times less likely to be at risk?

(abt: draw the distinction!)

30.11.2017 # http://hackr.de/2017/11/30/nuetzliche-unterscheidungen-pt-46-the-risk-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 45 (The Inverse Edition)

Eine weitere zumindest pragmatisch nützliche Unterscheidung zur Bewertung von Aussagen und Prämissen ist die Frage, ob irgendjemand jemals das Gegenteil behaupten würde.

das ganze ist mehr als die summe der teile! vs. nein, das ganze ist nichts anderes als die summe der teile! usw.

(aussagen, bei denen niemand jemals das gegenteil behaupten würde, sind dann selten falsch, öfter als nicht aber ein indikator für ein sogenanntes nonetnona, sind aber vl. gerade deshalb für verschiedene gruppenbildungen oder als aufruf für ein neues zeitalter sehr beliebt. und auch wenn sie üblicherweise keine eigentliche information enthalten, so sind sie trotzdem nicht sinnlos, weil sie die aufmerksamkeit auf etwas lenken können, etc.)

(abt: draw the distinction!)

28.05.2017 # http://hackr.de/2017/05/28/nuetzliche-unterscheidungen-pt-45-the-inverse-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 44 (The Fuel Edition)

Eine weitere ganze Reihe von zumindest pragmatisch recht nützlichen Unterscheidungen kommt wieder einmal von Seth Godin und unterscheidet die Arten an Treibstoff , die die eigene Maschinerie betreiben:

  • Avoidance of shame (do this work or you’ll be seen as a fraud/loser/outcast)
  • Becoming a better version of yourself
  • Big dreams (because you can see it/feel it/taste it)
  • Catastrophe (or the world as we know it will end)
  • Competition (someone is gaining on you)
  • Compliance (the boss/contract says I have to, and even better, there’s a deadline)
  • Connection (because others will join in)
  • Creative itch (the voice inside of you wants to be expressed)
  • Dissatisfaction (because it’s not good enough as it is)
  • Engineer (because there’s a problem to be solved)
  • Fame (imagining life is better on the other side)
  • Generosity (because it’s a chance to contribute)
  • It’s a living (pay the writer)
  • Peer pressure (the reunion is coming up)
  • Possibility (because we can, and it’ll be neat to see how it works in the world)
  • Professionalism (because it’s what we do)
  • Revenge (you’ll show the naysayers)
  • Selection (to get in, win the prize, be chosen)
  • Unhappiness (because the only glimmer of happiness comes from the next win, after all, we’re not good enough as is)

(abt: draw the distinction!)

24.05.2017 # http://hackr.de/2017/05/24/nuetzliche-unterscheidungen-pt-44-the-fuel-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 43 (The Problematic Edition)

Eine weitere zumindest pragmatisch nützliche Unterscheidung ist die Frage ob etwas ein Problem ist oder ein Umstand.

(frei nach clay shirky, der einmal ich glaube issak rubin den ausspruch if you have the same problem for a long time, maybe it’s not a problem, maybe it’s a fact zugeschrieben hat)

Die Unterscheidung Problem/Umstand ist als Unterscheidung funktional deshalb interessant, weil sie gwm. nur auf der Ebene der Bewertung wirksam ist, die Beschreibung des jeweiligen Phänomens ist üblicherweise die gleiche und der Unterschied ist der Sache gwm. inhärent. Oder anders gesagt: man erkennt erst an der Bewertung (oder Betonung), ob der Unterschied gesehen wird oder nicht.

Gleichzeitig ist es oft so, dass die falsche Bewertung eines Umstands als Problem die in der Folge angedachten ‘Lösungen’ dann selbst erst an anderer Stelle Probleme erzeugen, weil man Umstände eben nicht lösen kann, sondern man mit ihnen leben/herumleben muss.

(es liegt glaub ich die vermutung nicht fern, dass mehr oder weniger die gesamte europäische und besonders natürlich die deutsche mediale hysterie und der dadurch getriggerte politische (re-)aktionismus bezüglich dem web/technologie nichts anderes ist als lösungen für fälschlicherweise als problem verstandene umstände, die dann auf der falschen ebene behandelt werden sollen; so betrachtet erklären sich phänomene wie oettinger, das leistungsschutzrecht, das recht auf vergessen, das netzwerkdurchsuchungsgesetz usw. fast von selbst)

(abt: draw the distinction!)

11.05.2017 # http://hackr.de/2017/05/11/nuetzliche-unterscheidungen-pt-43-the-problematic-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 42 (The Constrained Edition)

Eine weitere nützliche und eigentlich gut bekannte, aber üblicherweise falsch utilisierte Unterscheidung ist das Constraint.

(ich verwende constraint, weil es im deutschen keine entsprechung ohne für diese unterscheidung kontraproduktive konnotationen gibt; zwang, einschränkung, restriktion, limitation, etc. haben alle den hauch eines makels oder mangels, während constraint zumindest nach meinem empfinden weitestgehend neutral klingt)

Ein Constraint ist allerdings keine normale nützliche Unterscheidung, sondern eine Unterscheidung mit nur einer (Innen-)Seite, die sich nur dann erzeugt, wenn man dem Constraint unterliegt.

(tut man es nicht ist man nicht auf einer anderen seite der unterscheidung, sondern einfach im ununterschiedenen raum)

Ich glaube so formuliert wird auch schon der Wert des Constraints offensichtlich: es wird aus dem Nichts ein Raum erzeugt. Und in diesem Raum wird natürlich nichts möglich, was im allgemeinen Raum grundsätzlich nicht auch möglich wäre, er ist ein strikte Untermenge der Möglichkeiten, aber durch die Beschränkung auf das Constraint entsteht öfter als nicht auch eine Verdichtung, die zu interessanteren Ergebnissen führt als sie sonst entstanden wären. Mehr ist nicht immer besser.

(das ist ein fast schon peinliches statement of the obvious, aber das übersehen des konstitutiven werts von constraints zieht sich durch grösste teile vom gebabbel über technologie und dem web, die grundannahme ist fast immer, dass jede form von beschränkung schlecht ist, dass jedes aufbrechen von grenzen gut ist, dass einzig das wuchern und wachsen und die freie entfaltung wünschenswert ist; fast alle medialen idealformen – das buch, die papierzeitung, die LP, das blog, twitter, haikus, usw. – entstehen innerhalb eines bündels extrem restriktiver constraints und keine aufweichung macht den output besser; das gleiche gilt für fast alle paradigmatischen apps und tools und überhaupt)

(abt: draw the distinction!)

06.05.2017 # http://hackr.de/2017/05/06/nuetzliche-unterscheidungen-pt-42-the-constrained-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 41 (The Rupture Edition)

Eine weitere im Grunde offensichtliche, aber derzeit in den meisten das Web u/o Technologie u/o vor allem den gesamten Komplex AI/AR/VR betreffenden Debatten und Produkten öfter als nicht übersehene Unterscheidung ist die zwischen Disruption und Interruption.

(als faustregel kann man sich wohl merken, dass nichts was derzeit von den pundits und ihrem journalistischen hofstaat als disruptiv konzipiert wird, sich im futurum exaktum auch als disruptiv herausgestellt haben wird – und wenn, dann anders als gedacht)

((ihr grundproblem ist wie so oft, dass sie das feld gewinnen und nicht die echten probleme lösen wollen, was sie und ihre tools dann selbst (als timesucker, als bioadapter, etc.) zum problem macht))

(abt: draw the distinction!)

26.04.2017 # http://hackr.de/2017/04/26/nuetzliche-unterscheidungen-pt-41-the-rupture-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 40 (The Bullshitting Genius Edition)

Eine weitere in diesen Zeiten recht nützliche Unterscheidung kommt von Günter Hack und unterscheidet 2 Arten von Dingen: kompletter Schwachsinn und teuflisches Genie.

Wenn kompletter Schwachsinn nicht von teuflischem Genie unterschieden werden kann, dann ist vielleicht der Maßstab falsch.

(abt: draw the distinction!)

06.02.2017 # http://hackr.de/2017/02/06/nuetzliche-unterscheidungen-pt-40-the-bullshitting-genius-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 39 (The Comparatively Super Edition)

Eine weitere besonders pragmatisch nützliche Unterscheidung kommt schon wieder von Seth Godin und unterscheidet das ‘most’ vom ‘enough’ :

Everyone competes on something. That thing you compete on is your most. The other things you do, those need to be enough. The two mistakes organizations and freelancers make:

  • They try for ‘most’ at things where ‘enough’ is just fine, and they waste their effort.

  • They settle for ‘enough’ when the market is looking for the one with the ‘most’.
The only way to maximize your most is to be really clear where your enough is.

(abt: draw the distinction!)

13.12.2016 # http://hackr.de/2016/12/13/nuetzliche-unterscheidungen-pt-39-the-comparatively-super-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 38 (The Reasonable Edition)

Eine weitere im Grunde offensichtliche, aber derzeit in vielen das Web u/o Technologie u/o Politik/Sozialität im Zeitalter der mobilen Vernetztheit betrefenden Debatten öfter als nicht übersehene Unterscheidung ist die zwischen Voraussetzung und Ursache.

Aus Vogelperspektive betrachtet: die Welt muss da sein, damit in ihr irgendwas geschehen kann; trotzdem ist die Welt dann nicht Ursache für alles, was in ihr geschieht. Die Sprache muss da sein, damit mit ihr irgendwas gesprochen werden kann; trotzdem ist die Sprache nicht Ursache für alles, was mit ihr gesprochen wird. Usw.

Man kann das dann beliebig granular herunterbrechen, derzeit gerade aber gerne verwechselt: die Existenz von Facebook ist eine Voraussetzung dafür, dass darauf Nachrichten, Meme und Seme kursieren und sich auch in kreisenden Bewegungen steigern können, aber Facebook ist nicht die Ursache dafür, dass sich in bestimmten Clustern besonders die allerblödesten postfaktischen Erregungen hochschaukeln.

(natürlich gibt es immer wieder auch einen mehr oder weniger starken zusammenhang zwischen dem ermöglichenden und dem verursachsenden – im fall socmed hat das soziale und das infoökonomische design der jeweiligen plattform mitunter auch signifikanten einfluss darauf, was wie mit welcher verstärkungslogik strömt etc. – trotzdem laufen alle interventionen, die diese unterscheidung nicht treffen, etwa die ganzen ‘facebook ist schuld an trump wegen den fakenews in den filterbubbles’ erklärungen, was sich ja als primäres narrativ der selbstberuhigung der medien über sich selbst etabliert hat, in die leere, weil sie am symptom doktoren wollen und nicht am grund, der in dem fall das eigene sichnichtfestlegenwollendebessermaldämlichstellen ist)

(abt: draw the distinction!)

20.11.2016 # http://hackr.de/2016/11/20/nuetzliche-unterscheidungen-pt-38-the-reasonable-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 37 (The Money Edition)

Eine weitere nicht nur pragmatisch nützliche Unterscheidung kommt schon wieder von Seth Godin und unterscheidet 2 Arten von Problemen: welche, die man mit Geld beheben kann, und andere, die sich nicht mit Geld beheben lassen.

The third, of course, are problems that appear that they can be solved with money, but can’t. They range from the mythical man-month to the relationship that uses resources as a false proxy for other things yet to be discussed. Culture, process and expectations are tempting targets, but the resources spent often make the problem worse in the long run.

If a problem can be fixed with money or other resources, and you can afford it, you should do so, quickly, efficiently and without breaking a sweat. For the other kind of problems, resist that shortcut and get to the heart of the matter instead.

(abt: draw the distinction!)

03.09.2016 # http://hackr.de/2016/09/03/nuetzliche-unterscheidungen-pt-37-the-money-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 36 (The Usage vs. Utility Edition)

Eine weitere eher allgemeine und im Grunde völlig offensichtliche, aber auch durchaus wichtige und öfter als nicht ignorierte Unterscheidung, ist die Unterscheidung, ob irgendwas den Grad der Benutzung steigert, oder den Nutzen/die Nützlichkeit.

(das spezielle dilemma dieser unterscheidung ist, dass – beschränken wir uns hier einmal auf webdienste – der persönliche nutzen, also der grad zu dem man durch die benutzung das eigene leben verbessert, verschönert, erleichtert, anreichert, usw., der einzige grund sein sollte, warum man einen dienst benutzt.* gleichzeitig ist die quantifizierung der benutzung, also das zählen der benutzer, der monatlich aktiven benutzer, der verbindungen, der einträge, der favs, der reaktionen, der verweildauer und aller damit assozierten metriken, das einzige kriterium, das für die bewertung eines dienstes von allen bewerten – vom vc und der investorengruppe bis zum spezialisierten blogger und gemeinen journalisten – wahrgenommen und berücksichtigt werden kann. reibungen entstehen natürlich dann, wenn massnahmen, die die benutzung steigern sollen, auf kosten des nutzens gehen, was fast immer der fall ist; hypothese: das pimpen einiger metriken auf kosten der nützlichkeit kann auch ein weilchen gut gehen – dank der gleichzeitigkeit der ungleichzeitigkeiten der benutzer gibt’s auch immer eine gewisse elastizität und die möglichkeit zur rekonsolidierung, sinnlos aufgeblasene ballone werden früher oder später aber platzen)

((nur ein beispiel für das skurille pimpen einer metrik auf kosten der nützlichkeit: die startseite von twitter war bis vor kurzem die letzten jahre nur auf einen step im funnel optimiert: das konvertieren von nicht-angemeldeten usern zu angemeldeten; hat man twitter nichteingeloggterweise aufgerufen, konnte man nichts anderes machen, als sich anzumelden; man konnte sich nicht umschauen was das denn eigentlich ist, man konnte nicht mal suchen – ich habe das in lauwarme cervisia revisited etwas detaillierter beschrieben. das ist deshalb dümmer als dumm, weil twitter damit nicht nur potentiell interessierte leute vergraulte und dafür leute zum anmelden brachte, die noch kein sinnverständnis dafür hatten und dann mit viel höherer wahrscheinlichkeit als karteileichen endeten, das ist deshalb dümmer als dumm, weil twitter wohl der webdienst war, der diese art von stunts am allerwenigsten nötig gehabt hätte, weil leute ohnehin immer und immer wieder darauf gestupst wurden; anders als die meisten anderen projekte, die sich zumindest nachvollziehbar als hail mary denken ‘wenn sich schon einer hier her verirrt hat, dann reiben wir ihm zumindest schnell als erstes die möglichkeit zum abonnieren des newsletters unter den monitor, bevor er wieder weg ist’, hätte twitter die möglichkeit zum langsamen verführen gehabt, was viele benutzer in der folge deutlich engagierter und das wachstum vl. etwas langsamer, aber auch organischer und deutlich nachhaltiger gemacht hätte.))

*die differenz benutzung / nutzen hebt sich gelegentlich in einem kurzschluss auf, siehe dazu kurzschluss

(abt: draw the distinction!)

23.03.2016 # http://hackr.de/2016/03/23/nuetzliche-unterscheidungen-pt-36-the-usage-vs-utillity-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 35 (The Think Worthy Edition)

Eine weitere zumindest pragmatisch nützliche Unterscheidung kommt von Seth Godin und unterscheidet 2 Arten von Problemen: welche, über die man nachdenken sollte, und alle anderen, wo es eh egal ist oder auf die man ohnehin keinen Einfluss hätte.

We live in the age of information surplus, when there are answers and shortcuts and highlights and notes and summaries for everything. But not nearly enough time to even be aware of them.

(abt: draw the distinction!)

24.02.2016 # http://hackr.de/2016/02/24/nuetzliche-unterscheidungen-pt-35-the-thinkworthy-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 34 (The Factual Actual Edition)

Eine weitere eher allgemeine und im Grunde völlig triviale, aber auch durchaus wichtige Unterscheidung ist die Unterscheidung, ob irgendwas eine Lösung für ein echtes Problem ist, oder ob es nur eine Lösung für etwas ist, was überhaupt kein Problem sein sollte.

(vl. nicht das beste beispiel, aber die ganze idee vom always on ist schon auf ganz grundsätzlicher ebene ein absoluter schwachsinn, bei dem schon die nominale lösung selbst nur wenig mehrwert liefert; mit ein bisschen schlauheit im verhalten lassen sich fast alle szenarien überbrücken, bei denen man keinen internetzugang hat, absoluter worst case ist meistens, dass man sich einen podcast anhören oder ein buch lesen muss, dass man sich letzte woche heruntergeladen hat; die indifferenzkurve für medien ist aber ohnehin flach, die kosten für alles immer steigen aber exponentiell, wobei google fi natürlich trotzdem ein guter ansatz ist, aber eben gerade nur, weil man über die gesamtkosten nicht mehr nachdenken muss)

(abt: draw the distinction!)

08.11.2015 # http://hackr.de/2015/11/08/nuetzliche-unterscheidungen-pt-34-the-factual-actual-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 33 (The Actual Factual Edition)

Eine weitere eher allgemeine und im Grunde völlig triviale, aber auch durchaus wichtige Unterscheidung ist die Unterscheidung, ob irgendwas nur gesagt resp. konstatiert wird, oder wirklich stattfindet.

(ich will da gar nicht auf startuprobbenbabies eintreten und deshalb lasse ich es)

(abt: draw the distinction!)

08.11.2015 # http://hackr.de/2015/11/08/nuetzliche-unterscheidungen-pt-33-the-actual-factual-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 32 (The Beneficial Edition)

Eine weitere eher allgemeine und im Grunde extrem wichtige, allerdings selten mitgedachte Unterscheidung ist die Unterscheidung, ob irgendwas gesellschaftlich nützliche Effekte erzielt oder nicht.

(ja stimmt, das problem dabei ist, dass sich niemand anmassen kann zu entscheiden, was gesellschaftlich nützlich ist und was nicht, usw., aber ich glaube doch, dass es auf der einen seite ein bündel an einstellungen, haltungen, ideen und prinzipien gibt, die ganz allgemein als gesellschaftlich wünschenswert akzeptiert sind, und dass es aber auf der anderen seite auch ein anderes bündel von dingen gibt, die man ganz allgemein nicht will. und man muss nicht alles vollständig erklären und beweisen können, um fehler oder probleme zu erkennen.)

((der wert dieser unterscheidung besteht nicht notwendigerweise darin, dass man sein gesamtes künftiges handeln danach ausrichtet, sie ist oft schon nur dadurch nützlich, dass man sie sich bei der beobachtung oder bewertung von dingen kurz ins bewußtsein ruft; oft ist es zb. so, dass die frage, ob man für oder gegen irgendwas ist, völlig sinnlos, weil die antwort davon abhängt, um was es sich als input handelt, usw.))

(abt: draw the distinction!)

28.07.2015 # http://hackr.de/2015/07/28/nuetzliche-unterscheidungen-pt-32-the-beneficial-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 31 (The Infant Edition)

Eine weitere eher allgemeine und im Grunde wichtige, allerdings selten mitgedachte Unterscheidung ist die Frage, ob ein Dienst oder Tool den Benutzer infantilisiert oder emanzipiert.

(das ist natürlich keine korrekte dichotomie, sondern eher zwei grundsätzliche richtungen, und es gibt ein breites spektrum an möglichen intensitäten, und auch die bewertung ist komplexer als das eine pfui und das andere hui, aber es ist doch nützlich, sich zumindest bewußt zu machen, wenn einen ein dienst oder tool infantilisiert oder was das für die jeweilige plattformdynamik bedeutet; ich spare euch die beispiele, aber der paradigmatische infantilisierer ist natürlich google)

(abt: draw the distinction!)

26.07.2015 # http://hackr.de/2015/07/26/nuetzliche-unterscheidungen-pt-31-the-infant-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 30 (The Baseline Edition)

Eine weitere pragmatisch oft nützliche Unterscheidung oder besser unterscheidende Grenze ist die Baseline, die das Niveau markiert, das mit der ‘besten dummen’ Heuristik oder Algorithmus erreicht werden kann.

(ich lasse das einmal so stehen, weil die implikationen der baseline je nach feld oder thema doch mitunter völlig verschieden sein können, aber es ist doch gelegentlich lustig, sich die baseline zu überlegen und die konkreten ‘ereignisse’ nicht absolut, sondern in relation zu dieser baseline zu bewerten)

((und zumindest eine vermutung: alles, was an oder in der nähe der baseline operiert, wird früher oder später gnadenlos kommodifiziert))

(abt: draw the distinction!)

29.03.2015 # http://hackr.de/2015/03/29/nuetzliche-unterscheidungen-pt-30-the-baseline-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 29 (The Mastery Edition)

Eine weitere kleine, aber zumindest pragmatisch nützliche Unterscheidung kommt aus Japan und unterscheidet 3 Phasen der ‘Meisterschaft’: Shu, Ha und Ri.

Stark verkürzt: im Shu folgt man den Regeln bedingungslos (also auch dann, wenn man sie nicht versteht und repetitiv); im Ha beginnt man die Regeln wo angemessen zu brechen; im Ri ist man selbst die Regel.

(via siggibecker viavia intenseminimalism)

(abt: draw the distinction!)

25.12.2014 # http://hackr.de/2014/12/25/nuetzliche-unterscheidungen-pt-29-the-mastery-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 28 (The Categorical Scope Edition)

Eine weitere kleine, aber zumindest pragmatisch nützliche Unterscheidung unterscheidet 2 Arten von ‘Ansprüchen’ für die technische Lösung von (kleineren) Problemen: welche, die einem kategorischen Imperativ genügen müssen und also einen gesellschaftlich wünschenswerten Ausgang erzeugen, wenn sich alle Menschen daran halten würden, und andere, die eine individuelle Verbesserung unter Berücksichtigung aller kontextuellen Rahmenbedingungen erzeugen sollen und also einen individualistisch besseren Ausgang erzeugen, wenn man sich selbst daran halten würde.

(das ist natürlich offensichtlich, aber es entstehen gelegentlich unstimmigkeiten, wenn die ebenen vermischt werden, also entweder der kategorische anspruch auf individuelle subansprüche gemappt wird oder idiosynkratische lösungen als allgemeingültig verkauft werden)

(abt: draw the distinction!)

02.12.2014 # http://hackr.de/2014/12/02/nuetzliche-unterscheidungen-pt-28-the-categorical-scope-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 27 (The Only You Edition)

Eine weitere zumindest pragmatisch nützliche Unterscheidung kommt von Seth Godin und unterscheidet 2 Arten von Jobs: welche, die man nur selbst machen kann, und alle anderen, die man auch delegieren könnte.

When you get rid of every job you do that could be done by someone else, something needs to fill your time. And what you discover is that you’re imagining growth, building partnerships, rethinking the enterprise (working on your business instead of in it, as the emyth guys would say). Right now, you don’t even see those jobs, because you’re busy doing things that feel efficient instead.

(^ diese seine schlussfolgerung ist dann natürlich teilweise falsch, vor allem die vollständige eliminierung von allgemeinen skills aus dem eigenen bündel ist nicht nur nicht wünschenswert, sondern kann auch schnell die bedingung der möglichkeit für das eigene selbst zersetzen, aber als gedanklicher hintergrund ist die unterscheidung seminal)

(abt: draw the distinction!)

23.11.2014 # http://hackr.de/2014/11/23/nuetzliche-unterscheidungen-pt-27-the-only-you-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 26 (The Stream and Tags Edition)

Komplementär zur Pen and Paper Edition : Eine weitere wirklich nützliche Unterscheidung ist ganz sicherlich die Unterscheidung: verbessert eine/meine Lösung für ein Problem die bestmögliche Lösung für das gleiche Problem, die mit einer Inbox (für interne oder externe ströme), einem Editor und Tags und/oder entsprechend angepasstem Verhalten möglich wäre?

(die blaupausen für ein setup mit internem/externen strom sind natürlich delicious resp. gmail, die sind in ihrem wesen nichts anderes als maschinen zum erzeugen oder empfangen von strömen bei anschliessendem taggen)

(abt: draw the distinction!)

24.10.2014 # http://hackr.de/2014/10/24/nuetzliche-unterscheidungen-pt-26-the-stream-and-tags-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 25 (The Pen and Paper Edition)

Eine weitere wirklich nützliche Unterscheidung ist ganz sicherlich die Unterscheidung: verbessert eine/meine Lösung für ein Problem die bestmögliche Lösung für das gleiche Problem, die mit Bleistift, Papier und/oder entsprechend angepasstem Verhalten möglich wäre?

(abt: draw the distinction!)

20.10.2014 # http://hackr.de/2014/10/20/nuetzliche-unterscheidungen-pt-25-the-pen-and-paper-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 24 (The Responsible Edition)

Eine weitere besonders nützliche Unterscheidung ist ganz sicherlich die Unterscheidung: besteht mein Verhältnis zu einem Ding eher in einem Verhältnis der Bringschuld oder eher in einem Verhältnis der Holschuld? Kann ich mich bequem im Ohrensessel neben dem Kamin zurücklehnen, weil das Ding ohnehin bei mir vorstellig werden und sich dann erklären muss, oder muss ich mir die Waldviertler anziehen und mich selbst darum kümmern, wenn ich das Ding benützen will?

und als allgemeine Formel kann man hier sicherlich sagen: Wenn du das Internet pragmatisch egoistisch benutzen und du also deine eigenen Möglichkeitsräume damit erweitern willst, dann zieh dir lieber deine Waldviertler an und kümmere dich selbst darum. Dem Internet ist egal, ob du bloggst oder ellost oder etc. oder nicht, und wenn du die sich dadurch jeweils für dich selbst ergebenden Möglichkeitsräume nicht von selbst siehst und erwartest, die dich überzeugenden 10 vorgekauten Gründe vorserviert zu bekommen, bevor du dich irgendwann zur Teilnahme erbarmst, dann geht es allen ohne deine Teilnahme wahrscheinlich besser.

(es geht dabei vor allem um die disposition; ist man neugierig oder ist man satt und überdrüssig. man muss sich nicht alles selbst aus der nase ziehen können, aber man muss bereit sein fragen zu stellen, sich anzuschauen was andere machen oder sich einzubringen und selbst zu experimentieren)

(abt: draw the distinction!)

11.10.2014 # http://hackr.de/2014/10/11/nuetzliche-unterscheidungen-pt-24-the-responsible-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 23 (The Position Edition)

Ein bisschen devoha aber eine weitere öfter als nicht nützliche Unterscheidung kommt aus den Sozialwissenschaften und unterscheidet 2 Arten von ‘Positionen’:

  • emisch – die Innenansicht bzw. Selbstwahrnehmung eines Systems
  • etisch – die Aussenansicht bzw. ‘wissenschaftliche’ Wahrnehmung ebendieses Systems

(abt: draw the distinction!)

27.01.2014 # http://hackr.de/2014/01/27/nuetzliche-unterscheidungen-pt-23-the-position-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 22 (The P Trinity Edition)

Eine weitere zumindest pragmatisch nützliche Unterscheidung kommt von Horace Dediu und unterscheidet 3 Ps als Grundbausteine von Organisationen:

A company is nothing more (and nothing less) than three things: people, processes and purposes. In the language of the software engineer these would be inputs, algorithms and specifications. In the language of classical business analysis they are assets (or resources), organization structures and business models. In military theory, these are logistics, tactics and strategy.

This is the trinity which allows for an understanding of a complex system: the physical, the operational and the guiding principle. The what, the how and the why.

(der ganze text ist dann übrigens ein paradebeispiel für die latente schizophrenie von asymco – siehe techblog des jahres und dolm des jahres ; kaum geht es ums web oder um google macht er abstruse grundannahmen, gegen die er dann vorgeht, und willkürliche hakenschläge)

(abt: draw the distinction!)

23.01.2014 # http://hackr.de/2014/01/23/nuetzliche-unterscheidungen-pt-22-the-p-trinity-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 21 (The Applause Edition)

Eine weitere zumindest pragmatisch nützliche Unterscheidung kommt von Seth Godin und unterscheidet 3 Arten von Reaktionen:

  • Applause
  • (genuine, useful, insightful, etc.) Feedback
  • Snark

(abt: draw the distinction!)

11.01.2014 # http://hackr.de/2014/01/11/nuetzliche-unterscheidungen-pt-21-the-applause-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 20 (The Instant Gratification Edition)

Eine weitere besonders nützliche Unterscheidung (und kleiner Nachtrag zur Effort Edition) ist ganz sicherlich die Unterscheidung: wie wenig oder viel unmittelbare Intensität erzeuge ich denn mit meinem Verhalten auf den jeweils möglichen Plattformen?

und als allgemeine Formel kann man hier sicherlich sagen: Plattformen mit mehr instant gratification (wie views, likes, etc.) verdrängen vergleichbare Plattformen mit weniger davon. Und ab einem gewissen Schwellenwerten an unmittelbarer Intensität werden andere mögliche Unterscheidungen (privacy, ownership, usw.) irrelevant.

(das nicht zu sehen oder zu verstehen ist und bleibt übrigens der grösste verhinderer für die evolution vom offenen web, weil die entwicklungen oft in richtung ‘hier. nicht so intensiv aber offen’ geht und sie sich dann wundern, warum das niemanden interessiert)

(abt: draw the distinction!)

14.12.2013 # http://hackr.de/2013/12/14/nuetzliche-unterscheidungen-pt-20-the-instant-gratification-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 19 (The Effort Edition)

Eine weitere besonders nützliche Unterscheidung ist ganz sicherlich die Unterscheidung: wie viel Aufwand erfordert denn die Produktion bzw. die Rezeption von Datentypen im jeweils konkreten Fall als soziales Objekt einer Plattform?

(man könnte die aufwände sicher noch weiter differenzieren in zeit-aufwand, geld-aufwand, konzentrations-aufwand, etc., aber mit ‘aufwand’ alleine ist es auch schon recht nützlich differenziert)

((der aufwand für produzenten und konsumenten korrespondiert oft, aber bei weitem nicht immer. die konsequenzen davon müsste man mal durchdenken, zumal recht interessante konstellationen dadurch entstehen, dass konsumenten primär auf ebene ihres eigenen aufwands vergleichen aber produzenten ihren aufwand primär auf ebene des erwartbaren erfolges ‘kalkulieren’))

Diese Unterscheidung ist natürlich ziemlich offensichtlich, interessanterweise wird sie bei der ‘Bewertung’ von Plattformen und Trends aber selten berücksichtigt. Dabei kann schon eine kleine Reduktion des Aufwands Platzhirsche ersetzen (man denke an instagram vs. flickr; der aufwand für die produzenten ging bei instagram plötzlich gegen den klick null, da ja anders als bei flickr auch der ‘anspruch’ der plattform an die fotos im schnappschuss und nicht in der bildkomposition und einer diskussion über die gewählte linse besteht).

als allgemeine Formel gilt: je kleiner der Aufwand für Produzenten, desto mehr produzieren sie davon. Ein Tweet geht schneller als ein Roman mit 1000 Seiten, also gibt es mehr Tweets. Und je kleiner der Aufwand für Rezipienten, desto mehr konsumieren sie davon. Die meisten lesen mehr Tweets als Romane von Thomas Pynchon.

(das problem, wenn man so will, dabei ist natürlich, dass mit jedem übergang zu was noch unaufwändigerem, auch der potentielle ‘wert’ oder ‘inhalt’ oder die ‘mögliche komplexität’ der vorigen formation verringert wird und also immer mehr immer schneller immer wertloseres zeug zirkuliert; aber darüber jammern nützt halt nix, und es gibt natürlich auch für aufwändigere produktionen neue sweet spots im sich ausdifferenzierenden milieu, man denke an die populären kanäle auf youtube, die fast alle schon zumindest wieder semiprofessionell produziert sind. trotzdem ist das für die ‘incumbents’ immer eine blöde situation, weil sie vor dem dilemma stehen, entweder den schritt nach ‘unten’ mitzugehen und sich dabei auflösen oder verlieren könnten, oder starr zu bleiben und zu riskieren vom neuling in 5 jahren für ein butterbrot übernommen zu werden, wenn es ihnen nicht gelingt, ihren wertvorschlag unter den neuen bedingungen zu restabilisieren (was aber in vielen fällen möglich sein sollte, wenn sie offen genug bleiben))

(abt: draw the distinction!)

13.12.2013 # http://hackr.de/2013/12/13/nuetzliche-unterscheidungen-pt-19-the-effort-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 18 (The Altitude Edition)

Eine weitere zumindest pragmatisch recht nützliche Unterscheidung ist ganz sicherlich die Unterscheidung: auf welcher Höhe unterscheide ich eigentlich die Dinge (und ist die höhe dort dann überhaupt noch signifikant oder nicht)?

(sprich: bin ich in der stratosphäre, dann sind +/-50m ziemlich egal und auch die höchste erreichbare oder bisher erreichte höhe für irgendwas ist dann eher für rekordjäger als für den hausgebrauch interessant; reviews tun aber gerne so, als wären genau diese 50m die entscheidendsten und kommen dadurch zu dämlichen bewertungen)

(abt: draw the distinction!)

07.11.2013 # http://hackr.de/2013/11/07/nuetzliche-unterscheidungen-pt-18-the-altitude-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 17 (The Autonomy Edition)

Eine weitere zumindest pragmatisch recht nützliche Unterscheidung ist ganz sicherlich die Unterscheidung: was kann man im gegebenen Milieu einfach selbst machen (und was nicht)?

(abt: draw the distinction!)

22.06.2013 # http://hackr.de/2013/06/22/nuetzliche-unterscheidungen-pt-17-the-autonomy-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 16 (The Sustainability Edition)

Eine weitere zumindest pragmatisch recht nützliche Unterscheidung ist ganz sicherlich die Unterscheidung: ist eine Tätigkeit nachhaltig oder nicht.

(nachhaltig hier jetzt nicht im ökologischen sondern im profanen persönlichen produktivtätstechnischen sinn; sprich: kann die tätigkeit auch über den ersten enthusiasmus hinaus mit persönlichem nutzen betrieben werden. und dabei spielen vereinfacht drei dinge zusammen: die motivation, der nutzen und der aufwand. unterm strich muss motivation plus nutzen grösser als der aufwand bleiben. das blöde dabei: die funktionen für nutzen und motivation tendieren zum sinken (mit einem asymptotischen auspendeln auf einem je spezifischen aber gewissen niveau) während der aufwand häufig zumindest gleich bleibt oder wächst. selbst dinge, die mit großem überschuss starten, werden oft schon nach wenigen tagen, wochen oder monaten ‘verluste’)

((wie lange die tätigkeit dann in der realität betrieben wird, hängt dann natürlich von vielen anderen faktoren ab, etwa direkte oder indirekte ‘entlohnung’ oder strategisches kalkül aka erhoffte entlohnung in einer zukunft oder stures verharren wegen sunk costs oder das bündel an alternativen etc.))

(abt: draw the distinction!)

19.04.2013 # http://hackr.de/2013/04/19/nuetzliche-unterscheidungen-pt-16-the-sustainability-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 15 (The Borderline Edition)

devoha: Eine weitere besonders nützliche Unterscheidung kommt von Felix Stalder und unterscheidet 2 Seiten von Dingen:

  • das Front End – die für den Benutzer sichtbare Seite des Webs, in dessen Möglichkeiten er sich suhlen kann, auf dem sich Organisationsformen bilden können, wo Diskurse wuchern können, etc.
  • das Back End – die Infrastruktur aus Röhren und Schläuchen und Rechenzentren, die in einer Koevolution eine (ich übertreibe ihn) zunehmend böse, strukturierende Macht wird, die ihre eigene, datensammellustige, faschistische Logik entwickelt, Wissen über Benutzer zu Werbezwecken oder böserem (Überwachung, Disziplinierung, …) privatisiert, usw.

Er beschreibt das recht schön hier

(abt: draw the distinction!)

10.04.2013 # http://hackr.de/2013/04/10/nuetzliche-unterscheidungen-pt-15-the-borderline-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 14 (The Bricolage Edition)

Eine weitere besonders nützliche Unterscheidung ist ganz sicherlich die Unterscheidung: fordere ich (von Tools / von der Welt / …) Features, die genau das tun, was ich will, oder nehme ich (die Tools / die Welt / …) wie sie sind und schaue, was damit möglich wird.

(es ist natürlich nicht ganz so einfach und es haben beide ihren wert, aber die erste disposition führt tendenziell zu serien, die komplexitäten aufbauen und dabei aber die möglichkeiten verringern, die zweite disposition führt tendenziell zu serien, bei denen die möglichkeiten aus den einschränkungen entstehen; bürokrat mit pflichtenheft vs. bastler mit skills; akkumulation vs. rekombination; etc.)

((die tangente der zweiten disposition könnte man mit deleuze tier werden nennen, man denke an ninja cat))

(abt: draw the distinction!)

27.03.2013 # http://hackr.de/2013/03/27/nuetzliche-unterscheidungen-pt-14-the-bricolage-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 13 (The Relationship Edition)

Eine weitere besonders nützliche Unterscheidung ist ganz sicherlich die Unterscheidung: um was für eine Art an Beziehung handelt es sich denn gerade, wenn die Beziehung durch das Web vermittelt wurde?

Handelt es sich um

  • eine topologische Relation, werden also Dinge verbunden, die davor nicht verbunden waren?
  • eine dromologische Relation, werden also schon bestehende Beziehungen schneller?
  • eine intensive Relation, werden also schon bestehende Beziehung dichter, intensiver?
  • eine ökonomische Relation, werden also schon bestehende Beziehungen billiger, effizienter?

(die unterscheidung ist deshalb nützlich, weil die jeweils getriggerten neuen ereignisserien mitunter eine gänzlich andere dynamik entfalten können, die aber meistens eben ununterschieden unter den fleckerlteppich web gekehrt werden)

(siehe dazu am ende der wurst Das Web ist ein System, das es anderen Systemen ermöglicht, füreinander Umwelt zu sein.)

(abt: draw the distinction!)

08.03.2013 # http://hackr.de/2013/03/08/nuetzliche-unterscheidungen-pt-13-the-relationship-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 12 (The Name Edition)

devoha: Eine weitere vl. nicht an sich besonders nützliche aber tatsächlich wichtige Unterscheidung ist ganz sicherlich die Unterscheidung: handelt es sich bei einem Signifikanten um einen Namen oder nicht.

(das ist mehr als ein bisschen duh, aber sehr viele missverständnisse lassen sich, wenn man einmal darauf achtet, darauf zurückführen, dass leute nicht verstehen oder nicht sehen, wenn es sich bei einem bezeichner gerade um einen namen (einer app, eines startups, eines blogs, eines vereins, etc.) handelt, der aber eben nur ein leerer pointer ist und beliebig gewählt werden kann, sie diesen bezeichner aber als begriff interpretieren oder zumindest literal konnotieren. die unterscheidung ist also zumindest als beobachtung nützlich, ob sie also vom gegenüber getroffen wird, weil sich einiges an unwahrscheinlichkeit erklären lässt, wenn er es nicht tut)

(abt: draw the distinction!)

12.02.2013 # http://hackr.de/2013/02/12/nuetzliche-unterscheidungen-pt-12-the-name-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 11 (The Things Edition)

devoha: Eine weitere besonders nützliche Unterscheidung kommt von Bruce Sterling und unterscheidet 4 Arten von Dingen:

  • Beautiful Things
  • Emotionally Important Things
  • Tools, devices and appliances that efficiently perform some useful function
  • Everything Else

Er beschreibt das ganz grossartig etwa ab 30:00

(eine andere nützliche Unterscheidung, die er in seiner Keynote auf der Reboot einführt, ist die Wertigkeit von Innen nach Aussen (i.e. die könige der dinge, die dinge, denen man die meiste beachtung schenken sollte, bei denen man am meisten auf die qualität achten sollte, sind die dinge, die uns räumlich am nächsten sind und mit denen wir die meiste zeit verbringen: die unterwäsche, das gewand, die schuhe, das bett, der sessel, man kann das für sich nach aussen und auch nach innen weiterdenken)

(also als kleiner reminder: primär bzw. eher das optimieren, was einen direkt umgibt, am meisten tangiert, usw.)

((für das everything else gibt es natürlich eine reihe von möglichen strategien, das muss nicht notwendigerweise in der selbstauflösung landen, auch wenn eliminieren wohl das gscheiteste für leute mit hang zum sammeln ist; das wichtigste ist wohl, das mental durchgearbeitet und entschieden und gwm. psychohygienisch wirklich abgeschrieben zu haben und einfach zu wissen, dass das in diese kategorie fällt (‘morally prepared’)))

(abt: draw the distinction!)

24.01.2013 # http://hackr.de/2013/01/24/nuetzliche-unterscheidungen-pt-11-the-things-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 10 (The Prescribing Information Edition)

Eine weitere besonders nützliche Unterscheidung ist ganz sicherlich die Unterscheidung: was ist denn der Geltungsbereich von so Dingen wie Aussagen oder Tipps? Der Beipackzettel oder das Kleingedruckte von Aussagen, wenn man so will.

(die unterscheidung ähnelt pt. 5 inception, aber sie differenziert gwm. horizontal und nicht vertikal. sie ist natürlich ein no brainer, aber die effekte der konsequenz, dass gwm. jede aussage immer gleichzeitig stimmt und nicht stimmt, sind nicht nur massiv sondern akkumulativ)

(abt: draw the distinction!)

08.11.2012 # http://hackr.de/2012/11/08/nuetzliche-unterscheidungen-pt-10-the-prescribing-information-editon

Nützliche Unterscheidungen pt. 9 (The Orthogonality Edition)

Eine weitere besonders nützliche Unterscheidung ist ganz sicherlich die Unterscheidung: denke ich über ein Ding nach (handelt es sich um die Sache, etc.) oder denke ich über eine Aussage über das Ding nach (handelt es sich um eine Meinung über eine Sache, etc)?

So trivialphilosophisch die Frage klingt, sie ist aus einem Grund ein nützlicher Kanister zur Einstufung von Diskursen: Leute tendieren dazu, die Bewertung einer Aussage über ein Ding zumindest gefühlsmässig mit der Bewertung des Dings selbst gleichzusetzen. Und Diskurse und Diskussionen drehen sich selten um die Sache, sondern meistens um Aussagen über die Sache. Die einen freuen sich in der Folge dann über jede jubilatorische Aussage und verstärken sie, egal wie doof; die anderen füllen dann seitenweise Flächen im Feuilleton, egal wie hanebüchen, hauptsache kritisch, tausend Wörter und mit zumindest einer historischen Referenz aus dem 19. Jhr. oder davor. Usw.

Die Widerlegung eines blöden Arguments gegen eine Sache ist jedoch kein Argument für die Sache. Sie zeigt nur, dass das Argument blöd war. Genausowenig ist die Widerlegung eines blöden Arguments für eine Sache ein Argument gegen die Sache. Sie zeigt nur, dass auch dieses Argument blöd war. Dinge und Aussagen über Dinge verhalten sich zueinander orthogonal. Die armen Dinge können nichts dafür, was irgendwer, egal ob er es gut meint oder nicht, über sie behauptet.

(nur am rande: man kann und sollte natürlich tiefer bohren, teilweise wird es sicherlich spannend; allein schon das phänomen, dass aussagen quasi verkehrsunfälle sind – wir können nicht wegschauen und sie nicht nicht-sehen, wenn wir sie einmal gehört haben – ist schon grossartig; oder der komplex aussagen als hegemonialer kampf mit dem strategischen spektrum vom (ver)schweigen bis zum aleatorischen overkill; oder das epistemologsche dilemma, dass wir natürlich die dinge ohnehin nie unmittelbar sondern immer über aussagen vermittelt erfahren können; etctrara; wie gesagt: schon mit der ganz groben unterscheidung bekäme man die grössten brocken zerlegt und verpackt)

(abt: draw the distinction!)

06.11.2012 # http://hackr.de/2012/11/06/nuetzliche-unterscheidungen-pt-9-the-orthogonality-editon

Nützliche Unterscheidungen pt. 8 (The Straw Fire Edition)

Eine weitere besonders nützliche Unterscheidung ist ganz sicherlich die Unterscheidung: handelt es sich um ein Strohfeuer oder nicht?

Ein Strohfeuer entsteht natürlich, wenn ein Feuer ausschliesslich durch Verbrennen leicht brennbaren Materials erzeugt wird. Ein Strohfeuer kann also kurzfristig durchaus auch beachtliche Intensitäten (oder im subphänomen brandrodung: beachtliche ausmaße) annehmen, ist aber eben keine Quelle für ‘nachhaltige’ Energie oder Wärme.

(das paradigmatische beispiel der letzten zeit im web ist sicher zynga, wobei die geschichte leider meistens fälschlicherweise als tragödie – also schuldlos schuldig – und nicht als strohfeuer beschrieben wurde)

((nur am rande: eines der merkmale des strohfeuers ist, dass es durchaus auch in ein lagerfeuer bzw. in einen stabileren zustand überführt werden kann. die eigentliche tragik von zynga ist ja, dass sie das potential völlig unbedacht und einem reinen wachstumsdiktat folgend abgefackelt haben und in der konsequenz bei poker als der letzten ausquetschbaren substanz gelandet sind))

(abt: draw the distinction!)

20.10.2012 # http://hackr.de/2012/10/20/nuetzliche-unterscheidungen-pt-8-the-straw-fire-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 7 (The Moo Edition)

Eine weitere besonders nützliche Unterscheidung ist ganz sicherlich die Unterscheidung: ist ein Argument ein Moo Point oder nicht?

Das Konzept des Moo Points stammt natürlich von Joey Tribbiani: ein Argument, das so relevant ist, wie die Meinung einer Kuh. Unwichtig, also moo.

(nur als kleines beispiel: sagt man etwa etwas negatives über app.net, kommt unweigerlich einer angelaufen, der sagt: „aber du übersiehst den wichtigsten punkt. app ist kein twitterklon, app will viel mehr – ein central messaging bus für das offene web, ein offenes ökosystem/plattform und nicht nur die app (haha) – sein, offeriert ja eine uneingeschränkte API, etc..“ das problem dabei ist natürlich, dass es einen unterschied zwischen dem ‘etwas sein wollen’ oder dem ‘sagen etwas zu sein’ und dem ‘etwas sein’ gibt.

es ist dabei durchaus legitim, den eigenen ansatz zu kommunizieren und mit den technischen attributen zu bewerben. aber es liegt im wesen von netzwerk-, plattform- und ökosystemeffekten, dass sie erst ab einer gewissen größe auftreten. bis dahin ist das kommunizieren des potentials – und das haben vor app schon dutzende sich anschickende ökosysteme gemacht und das werden auch nach app noch dutzende sich anschickende plattformen machen – eben leider moo. was wiederum nicht gegen app spricht, aber halt das argument relativiert)

(abt: draw the distinction!)

20.10.2012 # http://hackr.de/2012/10/20/nuetzliche-unterscheidungen-pt-7-the-moo-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 6 (The Kitsch Edition)

Eine weitere besonders nützliche Unterscheidung ist ganz sicherlich die Metaunterscheidung: ist meine Unterscheidung kitschig oder nicht?

(wahrscheinlich ist sie es und das macht natürlich nichts, aber es ist nützlich das im hinterkopf zu behalten; kitsch mein ich übrigens nicht negativ konnotiert, sondern eher im sinne eines durch die unterscheidung erzeugten emotionalen überschusses; je grösser die worte also desto höher die wahrscheinlichkeit)

(abt: draw the distinction!)

16.10.2012 # http://hackr.de/2012/10/16/nuetzliche-unterscheidungen-pt-6-the-kitsch-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 5 (The Inception Edition)

Eine weitere besonders nützliche Unterscheidung ist ganz sicherlich die Unterscheidung: auf welcher Ebene befinde ich mich mit meinen Unterscheidungen (meta!) und Beschreibungen und was bedeuten die diagnostizierten Effekte und Gesetze eigentlich eine Ebene darüber oder darunter?

(systemtheoretisch stellt sich diese frage natürlich nicht, weil in den systembeschreibungen davon ausgegangen werden kann, dass die jeweiligen systeme ihre selektionsroutinen usw. selbst generieren, da ist es wenn als strategische kalkulation der möglichen umweltreaktionen relevant, das für sich durchzuspielen; die vorgeschlagenen unterscheidung meint eher die groben vertikalen schichten; und da vermute ich, dass von vielen auf der einen ebene stattfindenden prozessen, beschleunigungen und potentialitäten oft – sicher nicht immer, es gibt natürlich eine ganze palette der möglichen interpenetrationen und nichtlineare relationen wie tipping points – auf der anderen eigentlich wenig übrigbleibt, zb weil die betrachtete ebene das phänomen ganz gut einkapselt; sprich: manche dinge wirken zwar unglaublich interessant, sind aber schon eine ebene höher völlig irrelevant)

(abt: draw the distinction!)

09.10.2012 # http://hackr.de/2012/10/09/nuetzliche-unterscheidungen-pt-5-the-inception-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 4 (The Problematic Edition)

Eine weitere besonders nützliche Unterscheidung ist ganz sicherlich die Unterscheidung: ist etwas ein Problem oder nicht? wenn man nur solche Dinge als Probleme definiert, die sich nicht durch ein zumutbares Maß an wissbarem Wissen oder machbarem Machen von selbst erledigen.

(das ist natürlich eher eine phantastische differenz, weil man deren effekte nur selbst aber dafür sehr bestimmt sieht)

(abt: draw the distinction!)

05.10.2012 # http://hackr.de/2012/10/05/nuetzliche-unterscheidungen-pt-4-the-proplematic-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 3 (The Epistemology Edition)

Eine weitere besonders nützliche Unterscheidung ist ganz sicherlich die Unterscheidung: kann eine Frage überhaupt beantwortet werden und wenn ggf. ja: kann dann der Befragte die Frage überhaupt beantworten?

(ich spare mir hier einen rant, aber es ist nützlich, das im hinterkopf zu behalten, weil man die ansonsten zu verkraftenden kognitiven dissonanzen in eine art performatives theater umdeuten kann)

(abt: draw the distinction!)

02.10.2012 # http://hackr.de/2012/10/02/nuetzliche-unterscheidungen-pt-3-the-epistemology-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 2 (The Society of Control Edition)

Eine weitere besonders nützliche Unterscheidung ist ganz sicherlich die Unterscheidung brauch ich die publizistische Kontrolle über meinen Output/oder nicht.

Die muss man niemandem erklären, aber es ist eine andere Sache, den eigenen Output dann auch (a) tatsächlich so zu unterscheiden und dann (b) auch an die Unterscheidung zu halten und das geeignete Medium zu wählen.

(ein nicht nur gelegentlich gesehenes problem entsteht dann, wenn man so tut als müsste der inhalt unbedingt unter der eigenen kontrolle stehen, man aber gleichzeitig eine plattform wie facebook/twitter/g+ verwendet, die jederzeit ihre bedingungen ändern kann und das in der vergangenheit wohl auch getan hat. der saure apfel ‘gut, dann hoste ich das selbst’ ist da zwar die eine option, die andere ist aber, einfach den anspruch an die kontrolle bewusst abzugeben; dann lebt es sich leichter und man kann es sich auch in einem (mit sterling gesprochen) favela gemütlich machen und die kommunikation eher als mündliche und abschreibbare zu verstehen, was sie in den meisten fällen ohnehin ist, nur fallen die kosten für das so-tun als wär es nicht so und die gesamte unsicherheit weg)

(abt: draw the distinction!)

24.09.2012 # http://hackr.de/2012/09/24/nuetzliche-unterscheidungen-pt-2-the-society-of-control-edition

Nützliche Unterscheidungen pt. 1 (The Trinity Edition)

Eine besonders nützliche Unterscheidung ist ganz sicherlich das Bündel der Dreiheit Produktions-, Distributions- und Rezeptionsbedingungen.

Wenn man sich überlegt, welche Auswirkungen das Web (oder eine neue Technologie, oder eine soziale Praktik oder Plastik, etc.) auf die Art, wie und warum wer oder was produziert, wie und warum das in der Folge verteilt werden kann, wer was wie und warum konsumiert haben könnte und wie sich diese drei Faktoren auch wechselseitig beeinflussen und zu welchen Milieus sie sich formieren könnten, dann bekommt man eine durchaus gute Intuition von den mittelfristig erwartbaren Effekten.

Man kann damit nicht wissen, wie sich das dann im Detail realisieren wird, aber man wird sich über wenig wirklich wundern müssen und man wird auch naive Vorhersagen oder Arbeiten an unfruchtbaren Äckern als solche erkennen können.

(abt: draw the distinction!)

ad hoc bonus case study: bildung

(nur als oberflächlich angerisses beispiel zur bestimmung des ballparks könnte man sich zb die frage stellen, wie sich das internet auf unser bildungssystem, unsere ausbildung, weiterbildung, bildungsinhalte, etc. auswirkt. konkrete analysen sind natürlich etwas differenzierter und ich schliesse hier die ‘erzeugung von neuem wissen’ aus, da schaut es nämlich etwas anders aus und kombiniert würde das schnell wieder eine verkettung von bedingungen und ein- und ausschlussklauseln etc. geben. und ich schliesse hier auch konkretes handlungswissen wie kochen oder stricken oder diy etc. aus, auch das hat nämlich wieder eine andere dynamik. der faktor produktion bezieht sich also eher auf die erzeugung und bündelung von (durchaus auch nano- aber) kanonischen lehrinhalten. und es geht auch nicht um die problematisierung der gesellschaftlichen interpenetration, also die funktion von ausbildung als produktionsfaktor von arbeitsfähigen subjekten, etc. als beispiel hier geht es wirklich nur – und das ist ja trotzdem massiv – um die dynamik der vermittlung bestehender wissenssysteme, also schulwissen und nicht forschendem universitärem und sonstigem fachwissen)

  • produktion

schocker: im bereich der produktion ändert sich nicht viel.

(grund: es bleibt im grunde genauso teuer, inhalte zu erzeugen und die ‘kosten’ dafür liegen jedenfalls deutlich über dem ‘ich mach dann halt mal so’, das sieht man jetzt schon auf vielen lernplattformen mit ugc: nach dem hello world ‘so geht in javascript die for-loop’ verlässt fasst alle die lust. es ändern sich teilweise die motivationsstrukturen, einige sonderfälle werden sicherlich getriggert; vor allem bei inhalten an den rändern wird man das vl. auch spüren; und es gibt einige neue formen – youtube, ipad, plattformen wie moodle oder course builder – die befüllt werden wollen, aber that’s about it.)

((in einer zweiten iteration gibt es dann eine riesiges möglichkeitsfenster für die, die die inhalte unter den neuen distributions- und rezeptionsbedingungen reproduzieren, man denke an udacity, wenn sie ihren coursera-komplex nicht hätten, aber auch das ist ein eher triviales und rein technisches problem. die inhalte selbst sind da.))

  • distribution

omg: hier ändert sich alles, das problem ist mit dem web im grunde gelöst.

(sprich: das gesamte wissen – das gesamte schulwissen und jede vorlesung und die gesamte aufgezeichnete vorgeschichte – könnte grundsätzlich jedem zur verfügung stehen. nur inhalte, die sich explizit verweigern, würden es nicht. aber auch die verweigerung tut (anders als bei anderen bereichen wie literatur, film oder musik) dem system nicht weh, weil dann halt ein anderer (oder tausend andere) den inhalt zur verfügung stellt.)

  • rezeption

autsch, die wird für den ‘lernenden’ teuer, plötzlich hat nämlich er das problem.

(etwas überspitzt sehen wir den übergang von einem vorgegebenem linearen system mit wenigen auswahlmöglichkeiten – welche schule vor ort, ggf. welcher studiengang bei welcher uni – bei denen die leistung institutionell überprüft und sanktioniert wird zu einem völlig rhizomatischen system mit hundertausenden ein- und ausgängen. das ist zwar grundsätzlich super, aber die möglichkeiten triggern eine palette an problemen – suche von inhalten, die riesigen kosten der bewertung von inhalten für den lernenden, motivation, legitimation, etctrara. -, die eine lösung suchen und deren ausdifferenzierung das feld in den nächsten jahren massgeblich festlegen werden (und wo es noch lange nicht ausgemacht ist, welcher anteil am potential freigesetzt werden kann, wir sehen jetzt schon, wie sich frühe verkrustungen bilden, wie etwa coursera die luft aus dem raum ‘vertrauen durch reputation’ saugt)).

(abt: draw the distinction!)

23.09.2012 # http://hackr.de/2012/09/23/nuetzliche-unterscheidungen-pt-1-the-trinity-edition