(wir sind an einem punkt angekommen, an dem es so viel mist gibt, dass man sich – und das galt natürlich trotzdem eh immer schon, aber in anderen verstärkungs- und aufmerksamkeitsdispositiven – wirklich für etwas interessieren muss, man sich selbst in die dinge investieren muss, usw., um noch einen nutzen zu haben und/oder sinnvollerweise funktionieren zu können)

internet archive

^ Flickr begrüßt 14 Millionen Fotos aus dem Internet Archive in den Flickr Commons.

Internet Archive Book Images

gopro dog

^ gibts leider noch nicht für katzen aber trotzdem sehr super: gopro für hunde

apropos Aktualisierung von 140 Prozent Plus : auch kathrin passig hat ihre (auch schon wieder in die jahre gekommenen) standardsituationen der technologiekritik überarbeitet : Neue Technologien, alte Reflexe. der vollständigkeit halber also auch eine art aktualisierung meiner damaligen kritik (siehe Standardsituationen aus 2009; ich empfehle überhaupt zuerst standardsituationen zu lesen, dann kathrins standardsituationen 2014 und dann das hier):

wie schon bei den alten standardsituationen dreht es sich auch bei den neuen standardsituationen um ein erfassen der technologischen gegenwart, nur hat sie diesmal die standardargumente der luddistischen neinsager antithetisch mit standardargumenten technoptimistischer jasager konfrontiert, um das ganze dann dialektisch in einigen pragmatischen handlungsanleitungen für ein dem neuen gegenüber aufgeschlossenes leben und/oder wirtschaften aufzulösen.

und während mir zwar die allegorie des laubhaufens für den igel wie jedem echten freund von katzencontent das herz wärmt, meine kleine kritik an ihrem ansatz ist, dass sie das problem (‘was bedeutet technologie für uns jetzt und in zukunft?’) schon wieder auf der falschen, oder was heisst falsch, aber auf einer für den diskurs unfruchtbaren ebene löst.

das problem mit ihrer parade von nein- und jasagern ist, dass sie sie nur ‘literaturwissenschaftlich’ dokumentiert, aber überhaupt nicht epistemologisch kritisiert (sie überlegt sich nicht, was der tätiger einer aussage über das ausgesagte überhaupt wissen kann, und wenn es um das web geht ist das in den seltensten fällen besonders viel, die leute glauben und sagen halt irgendwas, auch zu dingen von denen sie keine ahnung haben oder die ganz grundsätzlich unwissbar sind). ein rudimentärer nutzen davon ist sicherlich eine art pattern recognition für die eben standardtropen und denkreflexe von menschen, aber das hat alles mit der möglichen wissbarkeit überhaupt nichts zu tun und bringt uns auch nicht weiter.

das problem mit ihrer synthese ist, dass sie den diskursiven anspruch überhaupt über bord wirft und die lösung gwm. in den bereich lifehacks und/oder produktivitätstechnik verschiebt (sie also plateautechnisch lustigerweise wieder bei ihrem ‘dinge geregelt kriegen’ landet). ihre tipps – genauso wie viele andere tipps vieler anderer – sind dann sicherlich nicht falsch und tatsächlich nützlich, besonders auch als starthilfe oder erste hilfe, aber im dispositiv der aussagemöglichkeiten über das web und technologie kommen wir damit natürlich nicht weiter.

Eine Art Aktualisierung von 140 Prozent Plus : Holger Schmidt ist mit Twitter zwar der Saft ausgegangen, aber er hat für seine Serie zum Glück mit Pinterest einen zumindest semiwürdigen Nachfolger gefunden:

Seit dem vergangenen Sommer hat sich die Zahl der Website-Besucher hierzulande schon von 600 000 auf 2,1 Millionen erhöht

2014/08/22: Pinterest-Nutzung in Deutschland schnellt hoch

Pinterest, das soziale Foto-Netzwerk, ist in Deutschland auf Wachstumskurs.

2014/06/23: Pinterest legt in Deutschland zu

Innerhalb eines Jahres ist die Besucherzahl von Pinterest in Deutschland um 181 Prozent auf 864000 gestiegen.

2013/06/09: Pinterest kommt in Deutschland auf Touren

Nach dem sprunghaften Wachstum im Februar wächst Pinterest in Deutschland weiter, aber erheblich langsamer.

2012/05/21: Pinterest wächst langsamer

Im Februar ist die Besucherzahl in Deutschland um 288 Prozent emporgeschnellt.

2012/03/19: Pinterest wächst in Deutschland um 288 Prozent

Die Foto-Website Pinterest hat ihr Wachstumstempo abermals erhöht.

2012/03/16: Pinterest wächst immer schneller

Pinterest hat in Deutschland nur 69 000 Nutzer

2012/02/20: Die zweite Reihe rüttelt an Facebook

ello world

^ ello – eine art politisch und designtechnisch korrektes twitter. diese ‘you are not the product’ trope reicht zwar sicher nicht aus, aber es besteht sowohl in der knetmasse des designs als auch der funktionalität ein gewisses potential, könnte also zumindest ein neues subjot werden.

(thx und via to @kosmar)

((ich bin @hackr ))

Der endlose Geschichtenerzähler ist ein wirklich selten gesehener Zeitgenosse, der sich dadurch auszeichnet, dass er Thesen, Behauptungen und Aussagen quasi endlos fortsetzen kann und jedenfalls nie zu einem echten Punkt bringen muss, weil er in seiner Narration an fast beliebiger Stelle Abzweigungen folgen kann, die er dann mit der gleichen narrativen Qualität vorträgt, oder indem er in Begriffe oder Themen hineinzoomt, die er dann oft in enzyklopädischer Gebildetheit erklärt und darlegt, usw.

(wenn es wirklich gut läuft erzeugt er einen raum, der selbst interessanter ist, als es die these jemals gewesen wäre und den man quasi ‘serendipitös’ durchlaufen kann; üblicherweise ist der effekt aber, dass ein gedanke wesentlich wichtiger klingt, als er ist und der gwm. nur mit einer bedeutungsscheinschwangerheit aufgeladen wird. anders als der schaumschläger, der einfach willkürliche anschlüsse mit einem rolodex aus bullshit bingo permutiert, steht sich der endlose geschichtenerzähler mit seiner bildung und tief empfundenen assoziationen quasi selbst im weg)

(abt. supermarket studies)

2014 zumindest einmal rivva verlinken: ✓ Everything as a Service

(blogpost über DAS fundamentale dilemma im derzeitigen web: den umstand, dass grösste teile des diskurses über das web nicht erkennen, wann es sich um ein spieltheoretisches problem handelt, das wenn schon nicht spieltheoretisch dann zumindest unter anerkennung des spieltheoretischen spielfelds behandelt werden müsste, und also die teilnehmer in deren jeweiligen argumentationsmodi vergleichen und/oder bewerten und/oder in den jeweils anderen oder einen dritten beobachtungsmodus übersetzen usw., was natürlich dann nicht nur selten was bringt, sondern was eben ein genuines übersehen der grundsätzlichen unauflösbarkeit der diskussion selbst bedingt)

((dass es überhaupt zu einer auflösung kommt liegt dann meistens nur daran, dass länger laufende diskussionen früher oder später in der sackgasse faktizität von recht oder ökonomie landen, also auf einem ggf. anderen schauplatz entweder entschieden werden oder sich entscheiden))

(((bonuspunkte wie immer für konkrete fallstudien und sternchen für eine umfassende typologie; anbieten würde sich hier sicherlich zb der aktuelle streit zwischen amazon und den verlagen um den preis von ebooks, da sind nicht nur die verschiedensten ebenen vertreten, amazon gwm. volkswirtschaftlich, hachette betriebswirtschaftlich, die autoren eine mischung aus schäferhund und naivem idealismus, da gibt es, kommt mir vor, sogar eine art metaspiel, bei dem alle den spieltheoretischen charakter sogar erkennen, es aber zum spiel gehört so zu tun als würde man das nicht)))

Horses aren’t unemployed now because they got lazy as a species, they’re unemployable.

Humans need not apply via kottke

endlich wieder einmal ein quiz:

welche features wurden bei hackr.de in jüngster zeit entfernt?

(für alle quizmaster: pro feature gibt es einen punkt, maximal gibt es 3)

hype cycle 2014

und alle Jahre wieder der Hype Cycle von Gartner (siehe auch hype cycle und hype cycle 2009 und hype cycle 2010 und hype cycle 2011 und hype cycle 2012 und hype cycle 2013 und wie immer siehe auch die siggi beckersche sozio-technologische voraussetzung für einen hype)

kl. update zu sabbatical : live.hackr wird langsam wieder den gewohnten betrieb aufnehmen. es hat sich zwar nichts am grundsätzlichen unbehagen geändert, aber die möglichen lektionen haben sich auch ausgeschöpft, zumindest innerhalb meiner parameter. (für mich das erfreulichste war, dass ich einige serien, die mich davor selbst zunehmend genervt haben, also eben papierkörbe, lazy blogs, leftovers, zeitgenossen, quizzes, etc., dann doch vermisst habe, zumindest als psychohygienisches ventil, aber auch als outboard brain um es gleich wieder mit gutem gewissen vergessen zu können usw.)

suchoptionen

^ oha, bin mir nicht sicher wie lange das schon geht, aber wenn man in einer google suche auf suchoptionen/search tools – beliebige zeit zu letzte woche/any time zu past week – nach relevanz sortiert zu nach datum sortiert/sorted by relevance zu sorted by date klickt, dann bekommt man die suchergebnisse tatsächlich einmal fast chronologisch angezeigt. that’s quite huge, insgesamt fühlt sich google in letzter zeit wieder deutlich weniger mit ‘sozialen’ und ‘kontextuellen’ verschlimmbesserungen zugemüllt an.

(via)


kleiner nachtrag zu lauwarme cervisia das vor ziemlich genau 5 jahren den anfang vom (natürlich endlosen) ende von twitter markierte. seit diesem zeitpunkt versuchen sie, twitter zu managen. einerseits bezüglich den imperativen wachstum und monetarisierbarkeit; andererseits als versuch den usern nahezulegen, was twitter resp. ein tweet zu sein hat.

ich wärme das auf, weil die resilienz von twitter, also wie gut es nach fünf jahren interventionen der teilweise schon blöderen sorte immer noch funktioniert, doch erstaunlich ist (wobei das natürlich eben keine leistung von twitter ist, sondern eine eigenschaft des datentyps tweet. das antifragile potential haben sie natürlich zerstört.)

(die aktuelle kampfmetrik ist deklarierterweise die anzahl aktiver eingeloggter user und das ausgemachte mittel scheint konversation um jeden preis zu sein. die startseite ist für alle nichteingeloggten zb überhaupt nur noch ein formular zur anmeldung, sogar das suchfeld wurde eliminiert:

twitter homepage 2014

^ twitter 2014.

twitter homepage 2009

^ 2009 gab es zumindest noch ein suchformular und eine liste mit den trendenden hashtags.

die falsche strategie von ihnen ist, nichts ahnende leute zu fleissigen twitterern machen wollen, nachdem man sie erst mal zur anmeldung genervt hat. bis sie den bereich zum abstellen der benachrichtigungsmails gefunden haben, haben wir sie schon im sack und mit den monatlichen ‘we missed you’ emails bekommen wir zumindest einen klick für unsere metrik für unsere investoren. miniquiz: was wäre die richtige(re) strategie?

die falsche grundannahme von ihnen ist, dass twitter eine plattform für überhaupt alle ist – und das geht zurück bis zu ev williams und ihren anfängen. im falle twitter stimmt das zwar tatsächlich, aber nur als ‘ideal’, und das ist ein fundamentaler unterschied. real gibt es nämlich zu jedem zeitpunkt nur eine potentialität (die sich im laufe der zeit natürlich verschiebt). statt also zu versuchen, die jeweils konkreten potentialitäten zu entfalten und das gesamtmilieu für die potentialität zu verbessern, versuchen sie zu rekrutieren und zu missionieren und zerstören gerade damit die latenten potentialitäten.)

cat

I Know Where Your Cat Lives – eine art plattform für postprivacy cats.

Meistens, wenn ich eine Frage gestellt bekomme (selbst wenn sie mich berührt), wird mir klar, dass ich absolut nichts zu sagen habe.

- Deleuze, Dialoge, S. 9.

^ abt. heute vor einem jahr

pinboard 5

^ Pinboard wird fünf

My job is to project an aura of calm, solvency, and permanence in an industry where none of those adjectives applies. People are justifiably risk-averse when it comes to their bookmarks, and they are looking for stability.

(siehe Pinboard Is Four Years Old, Pinboard Turns Three, Two Years of Pinboard und One Year Of Pinboard)

popular

^ next up in der selfreaggregate reihe: Popular Plus (meine plusse mit 5+ plussen; man muss ein paar sekunden warten, bis das google richtig anzeigt)

siehe auch:

live.hackr feiert heute seinen 9ten Geburtstag!

Einen herzlichen Dank an alle, die hier immer noch vorbeischauen, ohne euch wäre es nicht wirklich lustig!

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