Der endlose Geschichtenerzähler ist ein wirklich selten gesehener Zeitgenosse, der sich dadurch auszeichnet, dass er Thesen, Behauptungen und Aussagen quasi endlos fortsetzen kann und jedenfalls nie zu einem echten Punkt bringen muss, weil er in seiner Narration an fast beliebiger Stelle Abzweigungen folgen kann, die er dann mit der gleichen narrativen Qualität vorträgt, oder indem er in Begriffe oder Themen hineinzoomt, die er dann oft in enzyklopädischer Gebildetheit erklärt und darlegt, usw.

(wenn es wirklich gut läuft erzeugt er einen raum, der selbst interessanter ist, als es die these jemals gewesen wäre und den man quasi ‘serendipitös’ durchlaufen kann; üblicherweise ist der effekt aber, dass ein gedanke wesentlich wichtiger klingt, als er ist und der gwm. nur mit einer bedeutungsscheinschwangerheit aufgeladen wird. anders als der schaumschläger, der einfach willkürliche anschlüsse mit einem rolodex aus bullshit bingo permutiert, steht sich der endlose geschichtenerzähler mit seiner bildung und tief empfundenen assoziationen quasi selbst im weg)

(abt. supermarket studies)

2014 zumindest einmal rivva verlinken: ✓ Everything as a Service

(blogpost über DAS fundamentale dilemma im derzeitigen web: den umstand, dass grösste teile des diskurses über das web nicht erkennen, wann es sich um ein spieltheoretisches problem handelt, das wenn schon nicht spieltheoretisch dann zumindest unter anerkennung des spieltheoretischen spielfelds behandelt werden müsste, und also die teilnehmer in deren jeweiligen argumentationsmodi vergleichen und/oder bewerten und/oder in den jeweils anderen oder einen dritten beobachtungsmodus übersetzen usw., was natürlich dann nicht nur selten was bringt, sondern was eben ein genuines übersehen der grundsätzlichen unauflösbarkeit der diskussion selbst bedingt)

((dass es überhaupt zu einer auflösung kommt liegt dann meistens nur daran, dass länger laufende diskussionen früher oder später in der sackgasse faktizität von recht oder ökonomie landen, also auf einem ggf. anderen schauplatz entweder entschieden werden oder sich entscheiden))

(((bonuspunkte wie immer für konkrete fallstudien und sternchen für eine umfassende typologie; anbieten würde sich hier sicherlich zb der aktuelle streit zwischen amazon und den verlagen um den preis von ebooks, da sind nicht nur die verschiedensten ebenen vertreten, amazon gwm. volkswirtschaftlich, hachette betriebswirtschaftlich, die autoren eine mischung aus schäferhund und naivem idealismus, da gibt es, kommt mir vor, sogar eine art metaspiel, bei dem alle den spieltheoretischen charakter sogar erkennen, es aber zum spiel gehört so zu tun als würde man das nicht)))

Horses aren’t unemployed now because they got lazy as a species, they’re unemployable.

Humans need not apply via kottke

endlich wieder einmal ein quiz:

welche features wurden bei hackr.de in jüngster zeit entfernt?

(für alle quizmaster: pro feature gibt es einen punkt, maximal gibt es 3)

hype cycle 2014

und alle Jahre wieder der Hype Cycle von Gartner (siehe auch hype cycle und hype cycle 2009 und hype cycle 2010 und hype cycle 2011 und hype cycle 2012 und hype cycle 2013 und wie immer siehe auch die siggi beckersche sozio-technologische voraussetzung für einen hype)

kl. update zu sabbatical : live.hackr wird langsam wieder den gewohnten betrieb aufnehmen. es hat sich zwar nichts am grundsätzlichen unbehagen geändert, aber die möglichen lektionen haben sich auch ausgeschöpft, zumindest innerhalb meiner parameter. (für mich das erfreulichste war, dass ich einige serien, die mich davor selbst zunehmend genervt haben, also eben papierkörbe, lazy blogs, leftovers, zeitgenossen, quizzes, etc., dann doch vermisst habe, zumindest als psychohygienisches ventil, aber auch als outboard brain um es gleich wieder mit gutem gewissen vergessen zu können usw.)

(eher eine #nts aber vl. interessiert das einen von euch und es ist in jedem fall gut zu wissen, dass es sowas gibt):

sips ist eine art universelles konversions- und manipulationstool für bilddateien, das mit jedem mac kommt. wer also ein bild in etwa jpg, gif oder png herumliegen hat, der kann es mit sips vergrössern, verkleinern, croppen, drehen, usw. im terminal:

sips -z 155 250 beta.png

^ erzeugt etwa die übersichtlichen screenshots fürs momb

sips -Z 400 squirrel.png

^ stutzt ein bild auf die grossartige, hier benutzte grösse zusammen, usw.

praktisch sind auch noch:

sips -r 90 bild.png

^ dreht ein bild um 90°

sips -p 75 400 icon.png

^ füllt ein bild bis zur angegebenen grösse aus.

(eher eine #nts aber vl. interessiert das einen von euch und es ist in jedem fall gut zu wissen, dass es sowas gibt):

pandoc ist eine art universeller konvertierer zwischen allen gängigen markup formaten. wer also ein dokument in etwa docbook, latex, markdown oder textile herumliegen hat, der kann es mit pandoc in jedes andere strukturierte format aber auch in html, txt, pdf oder epub konvertieren, wobei die auszeichnungsinformationen und links wo möglich erhalten bleiben.

(wie man es installiert steht hier, das mit dem basictex steht eh dabei, man braucht nicht das 2,5gb tex)

pandoc -s -S input.ext -o output.ext

^ wenn die filename extension stimmt, reicht das üblicherweise zum konvertieren aus, zb

pandoc -s -S test.md -o test.textile
pandoc -s -S test.md -o test.pdf
pandoc -s -S test.textile -o test.html

mit -f format resp -t format kann man die formate ggf. noch spezifizieren.

beim zielformat pdf ist vl. noch gut zu wissen, dass man mit

pandoc -s -S test.textile -H margins.sty -o test.pdf

formatierungsoptionen aus dem file margins.sty einlesen kann.

\usepackage[vmargin=1in,hmargin=1in]{geometry}

und inline kann man mit \newpage einen seitenumbruch angeben.

suchoptionen

^ oha, bin mir nicht sicher wie lange das schon geht, aber wenn man in einer google suche auf suchoptionen/search tools – beliebige zeit zu letzte woche/any time zu past week – nach relevanz sortiert zu nach datum sortiert/sorted by relevance zu sorted by date klickt, dann bekommt man die suchergebnisse tatsächlich einmal fast chronologisch angezeigt. that’s quite huge, insgesamt fühlt sich google in letzter zeit wieder deutlich weniger mit ‘sozialen’ und ‘kontextuellen’ verschlimmbesserungen zugemüllt an.

(via)


kleiner nachtrag zu lauwarme cervisia das vor ziemlich genau 5 jahren den anfang vom (natürlich endlosen) ende von twitter markierte. seit diesem zeitpunkt versuchen sie, twitter zu managen. einerseits bezüglich den imperativen wachstum und monetarisierbarkeit; andererseits als versuch den usern nahezulegen, was twitter resp. ein tweet zu sein hat.

ich wärme das auf, weil die resilienz von twitter, also wie gut es nach fünf jahren interventionen der teilweise schon blöderen sorte immer noch funktioniert, doch erstaunlich ist (wobei das natürlich eben keine leistung von twitter ist, sondern eine eigenschaft des datentyps tweet. das antifragile potential haben sie natürlich zerstört.)

(die aktuelle kampfmetrik ist deklarierterweise die anzahl aktiver eingeloggter user und das ausgemachte mittel scheint konversation um jeden preis zu sein. die startseite ist für alle nichteingeloggten zb überhaupt nur noch ein formular zur anmeldung, sogar das suchfeld wurde eliminiert:

twitter homepage 2014

^ twitter 2014.

twitter homepage 2009

^ 2009 gab es zumindest noch ein suchformular und eine liste mit den trendenden hashtags.

die falsche strategie von ihnen ist, nichts ahnende leute zu fleissigen twitterern machen wollen, nachdem man sie erst mal zur anmeldung genervt hat. bis sie den bereich zum abstellen der benachrichtigungsmails gefunden haben, haben wir sie schon im sack und mit den monatlichen ‘we missed you’ emails bekommen wir zumindest einen klick für unsere metrik für unsere investoren. miniquiz: was wäre die richtige(re) strategie?

die falsche grundannahme von ihnen ist, dass twitter eine plattform für überhaupt alle ist – und das geht zurück bis zu ev williams und ihren anfängen. im falle twitter stimmt das zwar tatsächlich, aber nur als ‘ideal’, und das ist ein fundamentaler unterschied. real gibt es nämlich zu jedem zeitpunkt nur eine potentialität (die sich im laufe der zeit natürlich verschiebt). statt also zu versuchen, die jeweils konkreten potentialitäten zu entfalten und das gesamtmilieu für die potentialität zu verbessern, versuchen sie zu rekrutieren und zu missionieren und zerstören gerade damit die latenten potentialitäten.)

cat

I Know Where Your Cat Lives – eine art plattform für postprivacy cats.

Meistens, wenn ich eine Frage gestellt bekomme (selbst wenn sie mich berührt), wird mir klar, dass ich absolut nichts zu sagen habe.

- Deleuze, Dialoge, S. 9.

^ abt. heute vor einem jahr

pinboard 5

^ Pinboard wird fünf

My job is to project an aura of calm, solvency, and permanence in an industry where none of those adjectives applies. People are justifiably risk-averse when it comes to their bookmarks, and they are looking for stability.

(siehe Pinboard Is Four Years Old, Pinboard Turns Three, Two Years of Pinboard und One Year Of Pinboard)

popular

^ next up in der selfreaggregate reihe: Popular Plus (meine plusse mit 5+ plussen; man muss ein paar sekunden warten, bis das google richtig anzeigt)

siehe auch:

live.hackr feiert heute seinen 9ten Geburtstag!

Einen herzlichen Dank an alle, die hier immer noch vorbeischauen, ohne euch wäre es nicht wirklich lustig!

google plus badge

hollidays badge

early user badge - since 2006

^ google killt jetzt auch noch orkut – ich will hiermit nur meine badges retten.

popular

^ next up in der selfreaggregate reihe: Popular Tweets (meine tweets mit 5+ favs und/oder retweets)

siehe auch:

google plus

Und heute vor drei Jahren hat Google Google+ vorgestellt: Real-life sharing, rethought for the web .

(anders als vor zwei jahren – siehe google plus eins – fällt mir heuer nicht nur wenig, sondern eig. überhaupt nichts dazu ein)

cardboard

^ der Hit der I/O: Cardboard

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