fyi: ironie ist im sozialen unmöglich.

Eine weitere nützliche und eigentlich gut bekannte, aber üblicherweise falsch utilisierte Unterscheidung ist das Constraint.

(ich verwende constraint, weil es im deutschen keine entsprechung ohne für diese unterscheidung kontraproduktive konnotationen gibt; zwang, einschränkung, restriktion, limitation, etc. haben alle den hauch eines makels oder mangels, während constraint zumindest nach meinem empfinden weitestgehend neutral klingt)

Ein Constraint ist allerdings keine normale nützliche Unterscheidung, sondern eine Unterscheidung mit nur einer (Innen-)Seite, die sich nur dann erzeugt, wenn man dem Constraint unterliegt.

(tut man es nicht ist man nicht auf einer anderen seite der unterscheidung, sondern einfach im ununterschiedenen raum)

Ich glaube so formuliert wird auch schon der Wert des Constraints offensichtlich: es wird aus dem Nichts ein Raum erzeugt. Und in diesem Raum wird natürlich nichts möglich, was im allgemeinen Raum grundsätzlich nicht auch möglich wäre, er ist ein strikte Untermenge der Möglichkeiten, aber durch die Beschränkung auf das Constraint entsteht öfter als nicht auch eine Verdichtung, die zu interessanteren Ergebnissen führt als sie sonst entstanden wären. Mehr ist nicht immer besser.

(das ist ein fast schon peinliches statement of the obvious, aber das übersehen des konstitutiven werts von constraints zieht sich durch grösste teile vom gebabbel über technologie und dem web, die grundannahme ist fast immer, dass jede form von beschränkung schlecht ist, dass jedes aufbrechen von grenzen gut ist, dass einzig das wuchern und wachsen und die freie entfaltung wünschenswert ist; fast alle medialen idealformen – das buch, die papierzeitung, die LP, das blog, twitter, haikus, usw. – entstehen innerhalb eines bündels extrem restriktiver constraints und keine aufweichung macht den output besser; das gleiche gilt für fast alle paradigmatischen apps und tools und überhaupt)

(abt: draw the distinction!)

fyi: sinn lässt sich nicht digitalisieren.

Eine weitere im Grunde offensichtliche, aber derzeit in den meisten das Web u/o Technologie u/o vor allem den gesamten Komplex AI/AR/VR betreffenden Debatten und Produkten öfter als nicht übersehene Unterscheidung ist die zwischen Disruption und Interruption.

(als faustregel kann man sich wohl merken, dass nichts was derzeit von den pundits und ihrem journalistischen hofstaat als disruptiv konzipiert wird, sich im futurum exaktum auch als disruptiv herausgestellt haben wird – und wenn, dann anders als gedacht)

((ihr grundproblem ist wie so oft, dass sie das feld gewinnen und nicht die echten probleme lösen wollen, was sie und ihre tools dann selbst (als timesucker, als bioadapter, etc.) zum problem macht))

(abt: draw the distinction!)

kleiner nebenabfall von einem udacity projekt, aber das fand ich irgw. nicht unwitzig:

aapl

amzn

fb

goog

msft

twtr

yhoo

cowsonly

Der erste Metatrend 2017 ist ganz eindeutig der Bezug auf Hunde, Katzen und alle anderen tierischen Freunde mit Federn oder Fell in den Aprilscherzen.

Natürlich waren Tiere auch in den Jahren davor immer schon ein beliebtes Element vieler lustiger Produktideen, aber heuer haben sie den 1. April weitgehend dominiert, nur eine kleine Auswahl aus dem MoMB :

(die april fools sind ja ein von vielen unterschätzter indikator für den technologischen zeitgeist, weil sie gwm. entweder die ansonsten unausgesprochenen phantasien (wurden von google übernommen als pm) oder in variationen das aktuelle trendthema (vor 2 jahren der selfie stick) reflektieren. in diesem sinne ist auch interessant was fehlt, und da war heuer die irrelevanz vom komplex AI/VR/AR das augenscheinlichste. es gab vl. eine handvoll, aber im vergleich zu den jahren davor nimmt das eher ab, obwohl es von google, microsoft und facebook gepusht wird wie nix anderes)

Der Stan (m/f) ist ein immer öfter zu sehender Zeitgenosse, der sich dadurch auszeichnet, dass er eine simplizistische und hypertrophe Begeisterung für eine Person oder seltener eine Sache entwickelt und dann auch mit jeder Faser seines Herzens gegen alle auch noch so berechtigten Widerstände vertritt.

(der name stammt natürlich von eminem, der in seinem song ursprünglich die traurige geschichte von einem stalker fan erzählte, aber als bezeichner hat es sich in den letzten 15 jahren ein bisschen weg vom stalker und hin zu einem obsessiven fan gewandelt, wobei ganz lustig ist, dass das stalking auf einer anderen seite wieder zurückgekehrt ist, weil die stans mitunter jene stalken, die das objekt ihrer begierde kritisieren)

Und während der Stan einzeln betrachtet ob seiner Erwartbarkeit eher ein uninteressanter Zeitgenosse ist – er ist halt einfach immer für alles, was für sein Idol ist oder seinem Idol hilft und gegen alles, was seinem Idol widerspricht oder gegen sein Idol ist oder auch nur den Hauch einer Kritik verbreitet und insofern also der Zeitgenosse mit der geringstmöglichen Unwahrscheinlichkeit überhaupt ist – so ist diese Erwartbarkeit auch gleichzeitig die Bedingung der Möglichkeit der Entwicklung eines Kollektivs an Stans, die im Schwarm auf sozialer Ebene dann interessantere Effekte triggern können.

(das streichen jeglicher komplexität aus der wahrnehmung u/o bewertung und die reduktion auf ein einziges binäres verhältnis für oder gegen das idol minimiert die sozialen und kommunikativen ‘transaktionskosten’ der gruppenbildung gwm. auf null. jeder stan erkennt jeden anderen stan auf den ersten blick; ganz lustig dabei ist, dass das stan-sein keine geschichte kennt und also permanent aktualisiert werden muss, ansonsten wird auch über alte freunde und co-stans zähnefletschend hergefallen)

(für systemische ausdifferenzierungen ist der stan interessant, weil schon kleine gruppen an stans eine enorme wirksamkeit haben, oder zumindest den eindruck einer enormen wirksamkeit erzeugen können. kaum ein artikel oder thread in einem auch nur im ansatz populären medium (sei es nun zeitungen, blogs, plattformen oder communities) kann einen ‘kritischen’ artikel zum idol publizieren, ohne dass zumindest ein stan eine ‘korrektur’ formuliert. das ist jetzt eher eine hypothese, aber mir kommt es fast so vor, als ob die stans ab einer gewissen anzahl eine sich selbst organisierende schwarmbildung entwickeln, die herumschwirrt und einerseits sicherstellt, dass jeder relevante inhalt zumindest markiert wird (d.h. es wird nicht von jedem auf alles reagiert, wenn schon eine markierung vorhanden ist zieht man auch weiter), dass aber auf ich sag mal umkämpfte inhalte auch mit der gebotenen kollektiven verve reagiert wird (d.h. wenn es zu diskussionen kommt, werden mehr und mehr stans angezogen))

(abt. supermarket studies)

auch nicht weitergekommen sind wir 2016 jedenfalls beim verstehen, was das alles bedeutet, vor allem was die mengen und die massen betrifft.

(uns fehlt vor allem noch immer der log-filter, der die phänomene auf ein intelligibles maß skaliert, ansonsten kommt uns natürlich alles wie ein hereinbrechendes hochwasser oder tsunami vor. und das wäre in vielen fällen noch nicht einmal verzerrt, weil viele dinge ohnehin nur das ergebnis von netzwerkeffekten sind, denen ansonsten aber keine besondere bedeutung oder bedeutsamkeit zukommt)

auch nicht weitergekommen sind wir 2016 jedenfalls beim aufbau einer gewissen systemischen dichte für ‘nachhaltige’ webdienste, also dienste, die zwar eine soziale komponente haben, sich aber trotzdem autonom finanzieren und regenerieren können und die eine hohe resistenz gegenüber außeneinflüssen haben.

(pinboard ist dafür sicher das beste beispiel, eine gewisse kleinheit und finanziertlosigkeit scheint mir insgesamt fast die grundbedingung dafür zu sein)

just setting up my twttr

Huch, vor elf Jahren wurde der erste Tweet abgesetzt.

(siehe just setting up my twttr 10, just setting up my twttr 9, just setting up my twttr 8, t7, just setting up my twttr 6, just setting up my twttr 5, just setting up my twttr 4, just setting up my twttr, 2 jahre twitter und immr)

fyi: der grundfehler fast jeder digitalpolitik ist, rechte mit effekten zu verwechseln und dann nicht zu versuchen, sie dann im zeitalter der digitalisierung bezüglich ihres eigentlichen sinns ggf. umzuformulieren und zu schärfen, sondern nur, um die welt auf die bisher gesehenen effekte zu beschränken.

auch nicht weitergekommen sind wir 2016 jedenfalls bei der entwicklung eines europäischem entwurfs für technologie und das web. aber es gibt keine alternative und eigenständige vision, es wird nur nachvisioniert, was man aus dem valley vorgesetzt bekommt. was dazu führt, dass die höchste stufe der autonomie das nachbauen ist (ein deutsches twitter oder facebook, ein europäisches google, eine europäische cloud, usw. wir kennen die ergebnisse) und wo ansonsten verhindert wird.

(was schade ist, weil es nicht notwendigerweise so ist, weil der weg das valleys nur einer der möglichen wege ist. im grunde wär sogar recht spannend zu sehen, was eine alternative linie, die die sensibilität der europäischen verhältnisse inkorporiert, produzieren könnte, aber man muss halt einen eigenen weg finden und darf nicht die vorhandenen unterscheidungen, metriken und kräfte übernehmen und sich nur reaktive positionieren)

google cloud

kl. nachtrag zu 841036605653692416 und eher eine nts, aber die google cloud next 2017 (eine playlist mit allen vorträgen liegt hier, die keynotes hier und hier ) ist dann doch etwas erschreckend, weil es die auf absehbare zeit geltende synthese von google darstellt und sich google gwm. als corporate douche bag selbst gefunden hat (these war ihre pragmatisch-geniale algorithmik bei der suche und adsense; antithese ihre grössenwahnsinnige debilität bei allem anderen und besonders allem sozialen). es ist wirklich so eines dieser dinge, die man so nicht vorhersehen kann, die dann retrospektiv aber auch nicht gänzlich überraschen, die aber doch ein echter schock sind, wenn man sich nach zwei, drei jahren das erste mal wiedersieht.

wenn man so will sehen wir das symptom davon, dass sie nie eine bewältigungsstrategie für ihre flops, facepalms und fails gefunden haben, und dann zunehmend nur noch das selektiert und verstärkt haben, was ihnen den damit verbundenen makel und die immer tiefer verdrängte scham nicht verursacht, was halt die corporate douchebagery wurde, weil dieser bereich selbst so lange affirmativ wirkt, solange man sich an die regeln hält und sich mit den etablierten ritualen, sprachformen, habitus, etc. identifiziert. das traurige dabei ist, dass für google leicht auch eine andere, utopischere synthese möglich gewesen wäre, wenn sie nur ein eitzerl mehr demut und weniger grössenwahn aufbringen hätten können, weil sie dann auch irritationen aus der umwelt in ihre feedbackloops einbauen hätten können und dadurch ihre selbstwahrnehmung verbessern.

die meisten ihrer fails waren ja nicht deshalb fails, weil die idee selbst schon idiotisch war (wobei es die auch gab), die meisten fails wurden deshalb fails, weil google als system einen hermetischen grad an operativer geschlossenheit entwickelt und die umwelt nur über extrem limitierte selektionen angeschlossen hat, das aber in bereichen, wo der gesamte wert der anwendung oder plattform darin besteht, die umwelt möglichst differenziert wahrzunehmen und sich in dialektik damit zu entwickeln.

(was google übrigens intern nie entwickeln konnte ist sinn, aber das ist ein anderes thema)

gelandet sind sie jetzt jedenfalls in einem sicheren hafen als infrastrukturprovider einer cloud für fortune 500 companies mit allen rahmenbedingungen, die vor allem hierarchisch tiefe it-strukturen mit faible für salesmen und integrationsberater ansprechen und also irgendwie dort, wo man vor 10 jahren vl. noch microsoft vermutet hätte, die lustigerweise bei einem, ich sag mal, hipperen und teilweise auch deutlich offeneren portfolio gelandet sind. traurig hier besonders auch, dass man sie irgendwie noch nie so glücklich und in ihrem element gesehen hat.

(nur als oberflächlicher eindruck, die unterschiede der clouds von amazon, google und microsoft müsste man sich ohnehin irgendwann mal genauer anschauen, nicht nur was die produkte, features und preise betrifft, sondern auch die ideologischen grundannahmen, den grad der freiheiten usw.)


apple 2012-17
(aggregate revenue w/o iphones ipod, mac, services, other 2011-2016)

(schon ein bisschen älter, hab es damals vergessen zu posten, aber bevor ich es wegwerfe usw.)

hab interessehalber die zahlen von apple auch mal über die kalenderjahre aggregiert, und neben der flachheit sind mir bei einem kurzen überfliegen aufgefallen:

apple hat 2016 trotz ihres jüngsten rekordquartals 16 mio. weniger iphones verkauft als 2015. und sie haben 2016 16,9 mrd. weniger umsatz gemacht als 2015. das muss man auch erst mal schaffen.


average unit price
(average unit price iphone, ipad, mac 2011-2016)

der durchschnittliche unit price der iphones liegt seit 2010 konstant im bereich 640 +/- 30 (633, 655, 632, 607, 626, 672, 2016 bei soliden 647); der durchschnittliche unit price der ipads sinkt seit 2011 allerdings kontinuierlich (615, 602, 567, 543, 505, 2016 gerade noch 481), der der macs sinkt sogar schon seit 2007 jahr für jahr (1475, 1439, 1394, 1351, 1325, 1306, 1295, 1291, 1279, 2016 gerade noch 1278)

(der fallende unit price der ipads deutet übrigens darauf hin, dass sie sich bei den ipad pros preistechnisch kolossal verzockt haben; und wenn das kleine ipad pro mit 128gb in kombination mit dem doch nützlichen stift 900 euro und das grosse ipad pro mit 128gb, stift und diesem lächerlichen keyboard (die konfiguration für ihr ‘der beste computer ist vielleicht keiner’) 1300 kostet, dann muss man sich vl. nicht wundern)


services, watch
(devices, services pro device, watches sold high, penetration 2013-2016)

und auch der komplex services nimmt seit ich es beobachten kann ab, wenn man ihn auf die im umlauf befindlichen geräte bezieht, hat sich aber 2014 etwa bei 20/gerät eingependelt.

(meine heuristik war die anzahl an in den davorigen 5 jahren verkauften ios und macos geräten dividiert durch die revenues der services im jeweiligen jahr. das ist sicher nicht ganz genau, ist aber als annäherung gar nicht so schlecht, weil iphones länger als androids im markt bleiben und auch weiterverkauft werden können, weil macs doch ein paar jahre halten, weil ipods vl. noch länger halten und weil es sicher auch noch ein paar watches gibt, die überproportionale service-revenues erzeugen; das sei aber nur für den hinterkopf genannt, signifikanter wäre sicher die verteilung der services pro user mit mindestens einem apple device)

und die apple watch kann mit 9,1 (2015) resp. 8,4 mio (2016) verkauften stück (bei einer freundlichen heuristik) gleichzeitig als top und flop beschrieben werden; es stimmt interessanterweise, dass in den ersten zwei jahren mehr watches als an­no da­zumal (2007 und 2008) iphones verkauft wurden, andererseits hatte das iphone dann vier jahre lang wachstumsraten im dreistelligen bereich, während die watch trotz best quartal ever schon im zweiten jahr um 5-10% gefallen ist. und wenn man es freundlich rechnet haben derzeit maximal 2% aller möglichen iphone-user (man braucht ja mindestens ein iphone 5) auch eine watch.

die zahlen sind natürlich trotzdem erstaunlich, gegen alle trends und selbst ihren kleinsten geschäftsbereich others (also dongles, watches, ipods, beats und co, 2016: 10mrd) würden alle anderen mit handkuss nehmen. aber der einzige treibende motor ist das iphone, alle anderen bereiche tuckeln bestenfalls auf gleichbleibendem niveau dahin, auch wenn leute wie asymco immer wieder zahlen cherry picken, um der strategie von apple dann einen genialen spin zu geben.

(nur als randbemerkung: bei asymco ist, das kann man dann erst bei genauerem hinschauen bemerken, wirklich unterhaltsam zu beobachten, wie er formal anders als einige politiker tatsächlich vereidbar bleibt, mit seinen selektionen dann aber trotzdem dinge suggeriert, die kontextuell betrachtet falsch oder irreführend sind; nur als beispiel: im q1fy17 hatte apple mit 695 tatsächlich den höchsten durchschnittlichen unit price für iphones in einem quartal aller zeiten, nur hat er das als ein bis dato unbekanntes und alleine bei apple gesehenes wunder interpretiert, das entgegen jeder marktüblichen kommodifizierung und damit verbundenen verbilligung von hardware immer noch teurer werden kann; das stimmt, nur war der durchschnittliche unit price für iphones über das jahr betrachtet 2015 um $25 höher als 2016 und ist im grunde seit 6, 7 jahren gleich. oder wie apple seit der einführung der touch bar den durchschnittspreis für macs um fast 200 erhöhen konnte, nur erwähnt er hier nicht, dass im weihnachtsquartal immer mehr ausgegeben wird (jo mei, dann gönn ich mir halt die zusätzlichen 8gb ram für 240), dass über das jahr betrachtet der durchschnittspreis für macs auch im zeitalter der touch bar gesunken ist; und auch die services sind weniger der strategische geniestreich, zu denen er sie immer stilisiert, sondern zumindest derzeit gerade mal eine lineare funktion der im umlauf befindlichen gerätschaften)

rivva 2007

^ 2007

rivva 2017

^ 2017

kleines update zu Rivva : Rivva wird heute zehn Jahre alt.

(auch nur am rande, aber weil ich gerade meine aufgenommenen radio-bestände sichte und es in der zeitlichen konzentration doch extrem auffallend war: aus irgendeinem grund tut sich der dt. sprachraum mit dem wort ‘prokrastination’ ganz besonders schwer und mich würde eigentlich wirklich interessieren warum. mir ist schon klar, dass es auf der einen seite eine weit verbreitete ganz grundsätzliche aversion gegen fremdworte und anglizismen gibt, auf die die sozialpädagogisch ambitionierteren geladenen experten dann üblicherweise mit dem mantra einfache sprache reagieren, denn was man nicht auch einfach sagen kann hat man ohnehin nicht verstanden usw., und wenn man versehendlich einen fachbegriff oder ein fremdwort verwendet, dann entschuldigt man sich oder übersetzt ihn dezent in einem nebensatz, aber bevor der geladene experte das wort ‘prokrastination’ das erste mal droppt kommt es zu einem regelrechten affenzirkus an entschuldigungen und vorwarnungen; das framing ist fast immer eine variation von ‘ich versuche ja einfach zu sprechen und komplizierte fachbegriffe oder fremdwörter zu vermeiden, wenn ich mich an eine allgemeine öffentlichkeit wende, aber ich werde diese regel jetzt einmal brechen, weil der begriff wirklich zu gut passt, ich möchte mich aber doch schon vorab dafür entschuldigen, falls ihr kopf kurz raucht, weil sie u.u. ein ihnen neues wort hören, aber sie brauchen gar keine angst haben, so kompliziert ist es nicht und auch ich habe es erst vor kurzem das erste mal gehört’. erstaunlich ist das mitunter auch deshalb, weil einem kaum ein anderes fremdwort in den sinn kommt, das in den letzten 10, 15 jahren häufiger erklärt wurde und anlass zu ganzen radiosendungen und sogar sendungsserien geboten hat, selbst in meinen beständen fand ich jedes jahr zumindest ein feature, selbst auf minidisk hab ich noch eine sendung dazu gefunden)

Eine weitere in diesen Zeiten recht nützliche Unterscheidung kommt von Günter Hack und unterscheidet 2 Arten von Dingen: kompletter Schwachsinn und teuflisches Genie.

Wenn kompletter Schwachsinn nicht von teuflischem Genie unterschieden werden kann, dann ist vielleicht der Maßstab falsch.

(abt: draw the distinction!)

(während ich das konzept der filterbubble strikt ablehne, so wäre ich doch für einen gewissen ausgleich der emotionalen input-streams, i.e. wenn das, was man sieht, zu frustrierend ist, dann ein cute overload etc.)

(hab mir spasseshalber mal ausgerechnet, wieviel meine gadgets pro tag ihrer lebenszeit so kosten und dabei war ganz interessant, dass nur noch meine kamera mit 1,13 über diesen magischen 1€/tag liegt, alle anderen gerätschaften haben sich nach dieser faustregel mittlerweile, teilweise schon lange, amortisiert (mac 0,96; lenovo 0,46; ipad 0,21; moto g 0,19; ipod touch 0,18 usw.), wobei ich zugegebenerweise schon eher old school bin. auch ganz interessant war übrigens der direkt vergleich mit peripherie, die teilweise locker mithält (monitor 0,97; drucker 0,42; maus 0,29; keyboard 0,21 usw))

(nicht unwitzig ist ja, dass fake news 2016+ bei den fakenewskritikern und -pessimisten mehr fake thinking (falsche grundannahmen, non sequiturs, hysterie, blöder aktionismus, etc.) verursacht hat, als alles andere)

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