20g

google 20 doodle

(nts: ein ding bei dingen: ihr nutzwert ist immer ein radikaler überschuss, sprich: wir können sie nie maximal ausnutzen, zu ende benutzen, usw. oder nur die allerwenigsten dinge, die allermeisten nur zu einem bruchteil. insofern brauchen wir kein schlechtes gewissen zu haben. (industriell hergestellt verschiebt sich das nat. nochmal) der bezug ist auch immer persönlich – sprich: dem nächsten sind sie egal, er hat den bezug nicht)

(blogpost ausnahmsweise mal über kein dilemma, aber doch über ein signifikantes problem im derzeitigen web: den umstand, dass erfinder und entwickler glauben zu wissen, was ihre erfindung bewirken wird oder bewirken sollten, nur weil sie es entwickelt haben. wir sehen again und again, dass sie es nicht tun, und tatsächlich auf jeder ebene falsch liegen (von tim bernes lee bis @jack und zuckerberg))

((bonuspunkte wie immer für konkrete ethnographische, ökonomische und semiotische beschreibungen und sternchen für eine umfassende typologie))

(mir ist das tatsächlich noch nie aufgefallen, aber ganz lustig: dt. bücher und en bücher sind an ihrer rückseite verkehrt beschriftet; dt. sind zum einordnen optimiert (kopf nach links drehen), en zum stapeln (kopf nach rechts drehen))

dezentral, blockchain ist der technokratische (und debil durchgestrichene) bruder der simulakren. wenn man so will werden gerade die konzepte von baudrillard von vor 40 jahren realisiert

(bei ihm war das kapital / die verhältnisse der produktion auf der 3. stufe angekommen; in der ersten gab es einen direkten bezug zur natur, in der zweiten einen zum tauschwert, in der dritten nur noch zum zirkulationswert von zeichen, so in die richtung, und mit bitcoin sind wir gwm. auf dieser dritten ebene einer reinen simulation, nur simuliert sie gwm. den bezug auf den tauschwert der 2.)

(im grunde gibt’s zwei richtungen: das 5-fache hinterfragen der japaner und das 5-fache verblöden der dt. politiker und journalisten (nach dem motto es geht immer noch blöder))

fyi: webdienste müssen trotz der menschen funktionieren können, nicht dank der oder für die menschen.

hackr.de

kleiner tipp: die vl. einfachste methode, im web fast clutter free herumzustreunen, ist, sich die safari technology preview herunterzuladen und dort dann unter ‘Develop’ Bilder und Javascript zu disablen, das kann man mit einem klick an- und austogglen. (hier bringts jetzt noch nicht ganz so viel, aber nicht wenige seiten werden damit erstmals sogar zumindest erträglich)

disable

Tool oder Extension, das den Browser der eigenen Wahl nach einem etwaigen Reset bei den jeweiligen Plattformen mit einem kontrollierten Bündel an automatisierten Requests quasi wieder mit den Basics der eigenen Präferenzen vorpopuliert.

fyi: plattformen sind die indifferenzkurven der gesellschaft.

meeker 2018

devoha: Mary Meeker mit ihrem jährlichen (genau genommen halbjährlichen) Bericht zum Stand des Internets (ich mag sowas ja)

(siehe Mary Meeker’s View Of The World In 355 Slides und Mary Meeker’s View Of The World In 213 Slides und Mary Meeker’s View Of The World In 197 Slides und Mary Meeker’s View Of The World In 50 Slides)

Der Alte Dattl (m/f, eher m) ist ein in doch häufig zu sehender Zeitgenosse, der sich dadurch auszeichnet, dass er die Welt nur nach dem letzten von ihm benutzten Wahrnehmungsfeld bewertet und auch bei größtenteils kontrafaktischen Begebenheiten nicht mal auf die Idee kommt, dass sich vl. das ganze Dispositiv in den letzten 20 Jahren verändert hat.

(nur als cheap shot zb die von fast allen über 40 vorgebrachte generalkritik an instagram oder youtube, da will ja jeder nur ein star sein und zeigen wie super das eigene leben ist, während doch gleichzeitig beim machen der selfies das leben selbst verloren geht, weil man den moment selbst nicht mehr genießen kann, sondern nur noch dokumentieren will usw., ohne zu sehen, dass sich sowohl die ebene der identifikation und subjektbildung als auch der semiotischen verkettungen via internet auf den verschiedensten plateaus redifferenzieren kann)

((der alte dattl muss übrigens nicht alt sein, es gibt auch junge alte dattl; und der alte dattl muss auch nicht dumm sein, er aktualisiert nur seine wahrnehmungsmatrix nicht und sieht das nicht))

(((echte und ernstgemeinte bitte: man merkt ja selbst nicht, wenn man ein alter dattl wird. wer bei mir den eindruck bekommt, dass ich es insgesamt bei einem thema/feld bin, der kann mich gerne darauf hinweisen)))

(abt. supermarket studies)

Die Selbstbeschäftigung der Gesellschaft von Niklas Luhmann #dsbdg

fyi: wir sind derzeit im web viel besser im erzeugen von möglichkeiten von sinn als im benutzen vom sinn.

(ohne grossartige beschreibung des speziellen oder allgemeinen milieus, im grunde gibts ja auch kaum was dazu zu sagen und auch über die unsaggebbarkeit gibts nichts mehr zu sagen, aber gleichzeitig ist das alles auch egal, usw.)

techdirt

Anyway und spät aber doch, das für mich beste/nützlichste Techblog 2017 war schon wieder Techdirt. Mike Masnick (via) ist noch immer eine Art ein-Mann-Armee, der mit glasklarer Urteilskraft sämtlichen Schwachsinn des medial-politischen Komplexes dekonstruiert und gleichzeitig dabei ohne Hysterie auskommt.

Apropos Techdirt: auf Kickstarter läuft gerade ein Projekt von Masnick: CIA: Collect It All – produziert wird ein Kartenspiel, das die CIA für ihre Agenten entwickelt hat. Läuft noch eine Woche, get it! (wenns nicht wehtut)

Eine lobenswerte Erwähnung geht an Dave Winer und seinem scripting ; der glaubt zwar immer das Gegenteil von mir, aber es ist gut zu wissen, dass es ihn gibt. Und Dave ist sicher auch der Unbeirrbarste, was das die Beirrbarkeit durch eigene Irrungen betrifft, und dem man vl. am allerwenigsten von allen vorwerfen kann, dass er es jenseits eines Blablas nicht auch versucht (wenn man sucht kommt man sicher auf einige dutzend projekte im und um das offenen web). Lustigerweise wird dieses Beharren zumindest mit scripting dann doch eben wieder auch zu einer Art Enzyklopädie eines gesamten Zeitraums, die ohne dieses Insistieren schon längst verloren wäre.

siehe Techblogs des Jahres und Techblogs des Jahres 2009 Edition und Techblogs des Jahres 2010 Edition und Techblogs des Jahres 2011 Edition und Techblogs des Jahres 2012 Edition und Techblogs des Jahres 2013 Edition und Techblogs des Jahres 2014 Edition und Techblogs des Jahres 2015 Edition und Techblogs des Jahres 2016 Edition

traditionell ein paar worte zur google i/o, die uns die letzten drei tage über den geisteszustand von google informierte: die spätestens seit 2012 beobachtbare ‘neue bescheidenheit’ von google (siehe I/O 2012 Neue Bescheidenheit Edition oder I/O 2015 Anhaltende Bescheidenheit Edition oder I/O 2016 Permanente Bescheidenheit Edition oder I/O 2017 Beharrliche Bescheidenheit Edition) hat sich auch in diesem jahr nicht nur als zum grundzustand von google etabliert, sondern trägt vl. sogar die ersten früchte. die großen blöden würfe blieben auch heuer wieder aus, irgendwie kann man sich wirklich kaum noch daran erinnern, dass google das potential für große blöde würfe überhaupt jemals hatte, im grunde bauen sie halt weiter ihren assistenten und ai in alles ein, aber die meisten ankündigungen könnten die wenigsten von denen aus 2017 unterscheiden.

trotzdem haben sie (übrigens wie facebook auf der f8) wellbeing/happyness als neues mantra für sich entdeckt, und das macht sich auf einigen produkten, besonders im neuen android p, tatsächlich bemerkbar, da haben sie fast einmal gegenüber ios vorgelegt (dumm nur, dass das halt dann frühestens in 2 jahren in dann bestenfalls jeder 3. hand liegt, der vorgänger oreo hat ja gerade erst jetzt zur i/o die 5% marke geknackt). und während ihnen spürbar noch immer jeder hausverstand dabei fehlt, die sinnvollen von den sinnlosen interventionen zu unterscheiden, so sind doch auch so einsichten wie vielleicht macht noch mehr crab vom hüpfendsten nicht immer am glücklichsten als neue parameter recht nützlich.

fyi: programmieren ist die (natürlich mehr oder weniger gut gelungene) bemühung eines menschen, einer maschine möglichst wenig arbeit zu machen.

Das Powerdummy (m/f, eher m) ist ein in Youtube- und Bloggerkreisen doch häufig zu sehender Zeitgenosse, der sich dadurch auszeichnet, dass er mit Technik u/o dem Web aufwendig aber elegant Probleme löst, die man gar nicht haben müsste.

(powerdummies werden gerne mit powerusern verwechselt, paradigmatisch da sicher mac power users die seit jahren eigentlich fast nichts anderes tun, als irre aufwändig aber elegant probleme zu lösen, die niemand haben müsste, aber auch google ist fast bei allen neueren interventionen fast immer primär ein powerdummy usw.)

(abt. supermarket studies)

lobo

(link to video)

in alter tradition ein kurzer eindruck zur jährlichen lage der nation von sascha lobo bei der re:publica, zumal lobo ja doch immer ein schönes symptom vom jeweiligen zustand vom web in deutschland ist, allerdings fällt mir heuer noch noch weniger als letzes jahr dazu ein, deshalb nur topologisch:

nachdem sascha seinen standpunkt der problembeschreibung zwischen der rp13 und der rp16 jeweils immer auf die nächste ebene verschoben hat (rp13: zum sozialmedialen macht! rp14: zum gesellschaftlichen organisiert euch! strukturiert euch! rp16: zum wirtschaftlichen trotzdem! gründet!) und auf der rp17 dann eine besinnliche einkehr in den sozialmedialen diskurs selbst machte (diskutiert!), kehrt er diese einkehr in diesem jahr gwm. nochmal um, nimmt das internet überhaupt aus der gleichung und fordert den einsatz für und die rettung der liberalen demokratie und ihrer werte ganz grundsätzlich (rettet sie!). das macht die sache nicht leichter.

hab mich in den letzten tage mal mit jekyll herumgespielt, und das ist doch sehr super, weil:

  • es aus dokumenten in form von textfiles eine webseite aus textfiles auf basis einer konfiguration in textfiles erzeugt,
  • es auf sinnvollen defaults basiert, mit denen man schon sehr weit kommt, die sich aber an jeder stelle überschreiben lassen, was es vollständig flexibel macht

ein minimales aber vollständiges projekt schaut etwa so aus:

in index.md wird nur angegeben, dass als layout default.html verwendet werden soll, in _config.yml kann man dinge wie den titel der seite oder die struktur für die permalinks definieren und in _layouts/default.html steht das html für die seite mit placeholdern für die inhalte.

fehlen nur noch die inhalte, und die müssen in der minimalversion in markdown sein, mit dem prefix des datums benannt werden und in den ordner _posts gelegt werden (jekyll interpretiert den namen des files als datum und titel der publikation, im file kann das dann überschrieben werden, muss es aber nicht)

aber auch ein sinnvolles setup ist nicht viel komplizierter:

das enthält dann in assets noch statische files wie bilder oder css-files für die webseite, ein paar zusätzliche layouts, um verschiedene inhalte verschieden darstellen zu können, ohne die logik in die layouts hineinbauen zu müssen, ein paar includes für sich wiederholende dinge wie header oder footer und sogar eine data-file, falls man zb. irgendwelche listen herumliegen hat und einbauen möchte – also alles, was eine einfache webseite oder blog braucht.

das praktische dabei ist also, dass einerseits nicht nur der gesamte content und sämtliche konfigurations-files leicht etwa auf github gebackuppt und versioniert werden kann (mit allen damit verbundenen vorteilen wie multiuser contributions, branches, requests, ..), sondern dass auch der output ohne weitere abhängigkeiten von datenbanken oder php-versionen auf jedem webserver mit minimalem footprint gehostet werden kann. einzige abhängigkeit ist jekyll selbst, was sich aber auch mit homebrew installieren und aktualisieren und mit gemfiles kontrollieren/einfrieren lässt.

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