(auch nur am rande aber weil ich mir gelegentlich bei papierbasierten büchern denke, dass sogar der eine oder andere absatz oder die eine oder andere seite den oft absurden preis von 10, 20 oder auch 30 euro mehr als wert ist: auch den nutzen von twitter müsste man eigentlich ganz konkret in bezug auf die lebenshaltungskosten für den jeweiligen zeitraum berechnen, einfach weil die tweets immer nur im jeweiligen zeitstrom auftauchen, und da ist es dann ganz einfach so, dass es in einem monat halt 10 oder 20 oder vl. auch 30 wirklich mindblowing-gute tweets gibt, die aber eben die lebenshaltungskosten für den gesamten zeitraum als bezahlt vorausgesetzt haben müssen, während bücher ausser der lesezeit keine weiteren lebenshaltungskosten verursachen usw.)

radar

(auch nur am rande aber was mich immer öfter nervt: wie feeds mit einem assoziativen, imaginativen, whatever stockfoto als prefix ausgeliefert werden, das dann den gesamten inhaltlichen einstieg der ersten zwei textlichen absätze überdeckt)

((es steckt glaub ich keine bösartigkeit dahinter, es wird halt vom cms einfach das header-image übernommen, das dem artikel im web in der single article view die besondere bedeutsamkeit verleihen soll und das dort zumindest besser funktioniert1; es zeigt aber trotzdem das völlige nichtverstehen der infoökonomischen prinzipien von feedreadern, die sich üblicherweise mit den tasten j/k durch hunderte artikel durcharbeiten müssen und wo der ‘real estate’ des ersten eindrucks für die entscheidung zum weiterlesen oder nicht absolut entscheidend ist und der also einfach weggeworfen wird))

1 besser funktionieren beinhaltet hier übrigens auch, dass das bild selbst das lesen des artikels optional macht, weil es selbst schon eine ausreichend zufriedenstellende erfahrung offeriert. wenn unter der falte nix mehr kommt, zumindest hat sich einer im photoshop bemüht usw.)

eher devoha, aber an der aktuellen anpassung von google an die olympischen spiele kann man wohl schön die richtung sehen, die google in den nächsten jahren designtechnisch einschlagen wird. oder genauer: wie sie ihr neues motto mobile first implementieren. und sie tun es doch eher penetrant:

einerseits verwenden sie ihren doodle in der webversion für nichts anderes, als ihre mobile app zu promoten, in der man dann den doodle spielen kann. RLY?!

startseite

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andererseits gehen sie in ihrer minipage mit den infos mit ihrem material design all in. und während das auch bei mobilen apps je mehr nervt und/oder langweilt, desto öfter man ihm begegnet (und interessanterweise tatsächlich immer dümmlicher wirkt, je besser man ihre philosophie dahinter kennt, die sie allen vortragen, die nicht bei drei auf den bäumen sind), so hat die 1:1 umsetzung als webseite fast schon eine unfreiwillige komik. ihr problem war, ist und bleibt, dass sie sich selbst glauben.

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fyi: auch lacan funktioniert nur noch socialmedial abgeleitet, also vom subject supposed to know zum subject most likely to multiply usw.

(blogpost über DAS infoökonomische dilemma des derzeitigen webs: den umstand, dass es zu vieles gibt, von dem man alles gelesen haben sollte, alles gesehen haben sollte, alles gehört haben sollte, usw.)

((hint: der verpflichtung zum ‘alles von’ könnte man sicherlich die option der selektion entgegenhalten, die sich allerdings immer auf eine urteilskraft stützen müsste, die sich selbst wiederum der kritik stellen müsste, wobei sich zumindest die effektivität auf ihre reine performanz beziehen könnte, aka: so falsch es ist, der gute journalist funktioniert als subject supposed to know, der die bedingungen der möglichkeit zum urteil bei den allermeisten erst generiert, usw.))

(((bonuspunkte wie immer für konkrete ethnographische und ökonomische beschreibungen und sternchen für eine umfassende typologie)))

(blogpost über DAS fundamentale dilemma des derzeitigen webs UND der derzeitigen welt: den umstand, dass die vernetzung von menschen mit menschen zumindest den durchschnittlichen diskurs der menschen immer dümmer macht, während die vernetzung von maschinen mit maschinen zumindest den durchschnittlichen diskurs der maschinen immer effektiver macht, was mittelfristig kein gutes ende finden kann)

((bonuspunkte wie immer für konkrete ethnographische und ökonomische beschreibungen und sternchen für eine umfassende typologie))

(auch nur eine minirandbemerkung: während man auf youtube oder in den interwebs doch oft das gesuchte findet, das wirklich gute findet man dort dann doch nicht, was natürlich die archivkraft vom dispositiv aufs briefmarkensammeln reduziert)

(blogpost über DAS fundamentale dilemma des derzeitigen webs: den umstand, dass smartere und oder eigensinnigere tools – man denke etwa an greasemonkey, pipes, ifttt, usw. – mehr oder weniger zum scheitern verurteilt sind, einfach weil sie ein minimum an aufwand und pflege verursachen)

((bonuspunkte wie immer für konkrete ethnographische und ökonomische beschreibungen und sternchen für eine umfassende typologie))

(auch nur am rande: diese blödsinnige deutsch/europäische forderung nach ‘erklärung von algorithmen’ könnte eine can of worms öffnen, nämlich die dann nicht weniger plausible forderung nach einer erklärung der algorithmen aka verfahrensanweisungen und prozesse von allem anderen, sei es staat, unternehmen, vereinen oder sonstigen institutionen oder organisationen)


kl. nachtrag zu 754309616087998464 : weil ich diese woche in die anfängerkurse von udacity hineingeschnuppert habe und doch darüber erstaunt bin, wie weit man in 10 tagen kommen kann:

nach den schnell durchzuschauenden ud837 und ud839 hat man sich android studio eingerichtet und sein handy im entwicklermodus angeschlossen; hat ein verständnis vom zusammenhang zwischen den java-files und den diversen resources (layout, values, drawable, assets, usw.) und zumindest ein grundverständnis vom android framework; kennt einige layouts (frame, linear, list, grid) und deren möglichkeit zur interaktiven verschachtelung, was viele szenarien zumindest rudimentär abbildet; kennt einige views (text, image, web, list, button) und deren möglichkeit zb. zur dynamischen befüllung via adaptern und kann sie auch via listenern und handlern ‘autoreaktiv’ machen und sowohl explizite als auch implizite intents triggern; und kann via webviews webseiten integrieren oder sich via json diverseste daten schnappen und integrieren. was zumindest eine minimalistische version von so einigem ermöglicht.

(kl. nachtrag zu den minimal models pt. 3 : ein relativ wichtiger parameter, den ich dort ausgelassen habe, ist die jeweilige soziale/monetäre/symbolische signifikanz. sprich: was wichtig oder teuer ist, darf auch mal überlegung/aufwand erfordern und muss keine einclickgeste sein; und je wichtiger und teuerer es ist, desto mehr überlegung/aufwand darf erwartet werden)

((was nur zur sicherheit nicht bedeutet, dass irgendwas von mobilen apps nicht abgebildet werden kann, solange sie nicht spürbar schlechter als die beste nichtmobile alternative sind))

fyi: die mittelfristige bürgerliche asymptote der umstände ist weniger ein escapism als ein avoidism.

fyi: das wesentliche merkmal unserer zeit ist weder das netz (netzzeitalter usw.), noch die information (informationszeitalter usw.), noch die postdemokratie (wtfzeitalter usw.), sondern der ganz grundsätzliche double bind von allen gesellschaftlichen sphären.

eine art nanoreview von the inevitable von kevin kelly in tweets:

(kl. nachtrag: die tweets klingen, wenn ich sie so sehe, doch deutlich muffiger, als ich das buch beim lesen empfand. nur zur sicherheit: es ist über weite strecken gut und man sollte es auf alle fälle lesen, alleine schon als schnappschuss im dispositiv. mein kleines unbehagen entstand dadurch, dass so ziemlich in jedem kapitel der jeweilige begriff eigentlich besser ist, als er ihn dann ausgeführt hat. ich hab mir fast in jedem kapitel ‘hmm, ist das nicht eine themenverfehlung?’ gedacht, weil plötzlich ein abschnitt aus dem leftfield kam, der in sich vl. nicht falsch ist, aber mit dem hauptbegriff nix zu tun hat. (ich vermute fast, dass das mit dem schreibprozess zusammenhängt. nach ‘what technology wants’ hat er wohl eine kleine pause gemacht, dann hat er über 2 jahre material gesammelt und skizzen verfasst, und die hat er dann auf die 12 themen verteilt, wenn sie irgendwie gepasst haben). und inhaltlich würde ich wohl kritisieren, dass er die komplexe begehren, kultur, politik und sinn einfach ausklammert, aber das ist hier ja eh eine endlosschleife. aber wie gesagt: lesetipp)

in einer vielleicht neuen tradition ein paar worte zur wwdc, die uns gestern über den gemütszustand von apple informierte (siehe dazu auch das serial #apple-2016-june-event mit den live tweets).

und viel gibt’s eig. nicht zu sagen, so ziemlich jedes vorgestellte feature war eine – mehr oder weniger schlüssige, mehr oder weniger schicke, mehr oder weniger kindliche – inkrementelle verbesserung, die es eig. auch schon vor einem jahr geben hätte können (os x heisst jetzt macOS, siri und apple pay laufen jetzt auch auf ebendiesem macOS, siri bekam sogar eine api, shared clipboards und login via continuity, watchOS apps starten schnell und ohne 5 sekündigen beach ball, es gibt einen timer, der einen ans atmen erinnert, es gibt sogar watchfaces mit minnie mouse, für tvOS gibts anwendungen die im herbst kommen, ein paar apps wie music, photos oder homekit wurden etwas slicker, man kann sich sein eigenes mr clippy fenster im fenster bauen, und der messenger bekam verschiedensten blödsinn, text2emoji usw.)

watchOS, iOS, macOS, tvOS

trotzdem kann man leider konstatieren, dass sie mit ihrer vierheit watchOS, iOS, macOS und tvOS doch einen guten griff auf alle screens von 2 bis 80 inches haben, auch wenn sie spürbar selbst noch nicht wirklich wissen, wofür watchOS und tvOS wirklich gut sind. gefühlsmässig ist es aber nur eine frage der zeit, bis sich das findet, weil ihre ausrichtung unterm strich stimmt.

(als satelliten gibt es dann auch noch carplay und homekit, auch die sind eher uninspiriert durchdacht, aber startklar genug, um ggf. auf entwicklungen aufspringen zu können)

und während der allgemeine duktus wie bei google in richtung infantilisierung geht, so ist ihre fluchtlinie doch weniger der bio-adapter (wie bei google), sondern die disney world, in der alltägliche erfahrungen magisch übermalt und aufgewertet werden.

fyi: genau genommen sind blogs das ergebnis angewandter groucho-marx’scher ethik (“I do not want to write for any publication that would accept me as a writer”)

(zumindest alle bücher, die noch öS resp. DM preise haben endlich mal lesen)

fyi: hello alexa ist ist das neue hello api.

(siehe etwa Alexa, meet Remember The Milk)

(blogpost über DAS fundamentale dilemma des derzeitigen webs: den umstand, dass sich kritischer diskurs und geschwafel nur schwer in konkreten code und plattformen transformieren lassen)

((ein möglicher aufhänger wäre etwa wie medium, das es eigentlich nicht geben sollte, zu einem hamsterdam der bemühtheit werden konnte))

(((bonuspunkte wie immer für konkrete fallstudien und sternchen für eine umfassende typologie und gegenstrategie)))

fyi: diese highlights bei medium geben mir immer dieses gefühl der abgelesenheit von gebraucht gekauften büchern oder skripten

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