(für aufmerksamere leser: das folgende modell ist im ersten teil ein remix vom minimal model pt. 1, der media edition und ich ersetze eigentlich nur die begriffe; im zweiten teil bespreche ich dann aber die teilweise auch gegebenen unterschiede)

part 1

stellen wir uns einmal eine welt vor, in der für den gemeinen menschen es nur eine art an computativer gerätschaft gibt: gehäuse, in denen eine platine steckt, die man mit dingen wie einem prozessor, arbeitsspeicher, festplatten, karten für diverse erweiterungen, tastatur, maus und einem monitor verbinden kann. man kann die internen komponenten austauschen, wie man will; man kann die externe peripherie anschließen, die man will; man kann das betriebssysteme und die software installieren, die man will; man könnte auch selbst komponenten bauen oder software entwickeln und verkaufen, wenn man es kann und einem danach ist. man kann unter dem strich damit machen, was man will. nennen wir sie PC.

alle, die bedarf an einer computativen gerätschaft haben, benutzen PCs für alles, was sie tun wollen (moorhuhn spielen, sich zahlen für die spreadsheets vom business plan ausdenken, musik produzieren, AI-algorithmen programmieren, etc.), was sollten sie auch sonst tun. es wird sich ein bestimmter raum an entwicklern von hard- und software einerseits und benutzern andererseits ausbilden, und die benutzung wird sich auf einem gewissen aktivitätsniveau mit einer gewissen, je spezifischen verteilung von ‘jobs’ der benutzung einpendeln.

stellen wir uns nun vor, dass dann eine zweite gerätschaft hinzukommt, die alle komponenten von einem solchen PC so schrumpft, dass sie inklusive berührungssensitivem bildschirm in eine tafel zotter schokolade passt. man kann zwar nicht mehr alles machen was man will, aber man kann sich noch immer apps aus einem kontrollierten store herunterladen und diese apps dann benutzen wie man will. nennen wir sie iphone.

was wird passieren?

  • leute werden eine ganze reihe an neuen ‘jobs’ entdecken, die mit dem neuen, viel kleineren und viel billigeren gerät plötzlich sinnvoll werden (einige, weil sie davor grundsätzlich unmöglich waren, andere, weil sie davor grundsätzlich möglich aber gwm. sinnlos oder unpraktikabel waren).
  • es wird eine umverteilung/migration der beteiligung geben: leute werden beginnen, iphones statt PCs für die neuen jobs zu verwenden, und für die jobs, für die iphones besser als PCs geeignet sind. (für welche dinge sich neue gerätschaften besser eignen ist übrigens schwer vorauszusehen; es gibt einige jobs, die auf dem iphone erstaunlich gut funktionieren)
  • einige leute werden sich erstmals eine computative gerätschaft zulegen, entweder weil sie erstmals für sich sinnvolle jobs entdecken oder weil sie für sie erstmals einfach oder billig genug ist.
  • einige andere werden fortan PCs und iphones verwenden, einige wenige weiterhin nur einen PC, einige nur oder nur noch iphones.
  • die anzahl der benutzer von gerätschaften wird insgesamt zunehmen.
  • die anzahl der ausgeführten ‘job-ereignisse’ wird in diesem fall wohl dramatisch zunehmen, nicht nur weil das iphone vor allem sehr ‘kleine’ jobs ermöglicht, sondern auch weil man das iphone 24/7 bei sich tragen kann und man damit also diese kleinen und kleinsten aktivitäten permanent ausführen kann.
  • der marktanteil der gerätschaften wird sich verschieben. (die gesellschaftliche bewertung davon ist jedoch eine schwierige sache, weil der marktanteil an den gesamten aktivitäten tatsächlich nichts über die nachhaltigkeit oder gesellschaftliche relevanz der nützlichkeit aussagt.)

als ergebnis entsteht irgendwann jedenfalls ein neues technologisches milieu mit zwei ebenen der ausdifferenzierung: einerseits differenzieren sich die gerätschaften ‘gegeneinander’ aus; andererseits differenzieren sich innerhalb der einzelnen gerätschaft die aktivitätspotentiale der jeweiligen jobs untereinander aus. sowohl die gerätschaften selbst als auch die qualität und quantität der ‘jobs’ innerhalb der jeweiligen gerätschaft pendeln sich auf einem gewissen neuen aktivitätsniveau ein.

these:

mit jeder weiteren gerätschaft entstehen – immer der gleichen logik folgend – jeweils immer wieder neue milieus, die sich jeweils immer wieder einerseits bezüglich der gerätschaften untereinander und andererseits in jeder gerätschaft in sich selbst bezüglich der jobs und ereignisse ausdifferenzieren.

(neue gerätschaften entstehen üblicherweise durch einführung von neuen unterscheidungen, die technologisch möglich werden; neben der unterscheidung offen, modular, klobig und stationär (PC) und geschlossen, monolithisch, handlich und immer dabei (iphone) wie in unserer welt, gibt es viele andere, wie ausdifferenzierung entlang der grösse des screens, der art der eingabemöglichkeit (keyboard+maus, touch, voice, etc.), der autonomie (autonom und selbstbetrieben/abhängig von der cloud), bzgl. des formfaktors, bzgl. des preisfaktors, bzgl. des freiheitsfaktors und vielen anderen. und jede unterscheidung verdoppelt gwm. die anzahl der möglichen gerätschaften, wobei es aber auch clusterbildungen resp. kategorien und nicht genutzte kombinationen gibt.).

was kann man nun schon aus diesem allereinfachsten modell lernen?

  • eine neue gerätschaft wird die anzahl der grundsätzlich möglichen ‘jobs’ erhöhen (etwa weil sie schneller oder kleiner oder billiger oder omnipräsent ist) und kann die anzahl der systemweit ausgeführten ‘job-ereignisse’ erhöhen oder aber auch reduzieren (etwa weil sie dinge zusammenfasst oder überflüssig macht). in beiden fällen funktioniert das leben danach idealerweise besser. die anzahl der ausgeführten job-ereignisse selbst ist jedenfalls eine völlig sinnlose metrik.1
  • man kann und sollte mehrere gerätschaften gleichzeitig verwenden, idealerweise verwendet man für jeden job das jeweils dafür geeignetste gadget.2 die alte gerätschaft muss jedenfalls nicht sterben, damit die neue sinnvoll oder wertvoll wird. (das klingt offensichtlich aber viele fühlen sich leider nur wohl, wenn sie irgendwas ausstopfen und an die wand hängen können.)
  • es ist ganz grundsätzlich nicht schlecht oder beklagenswert, wenn eine alte gerätschaft ‘marktanteile’ an eine neue verliert. es ist ganz grundsätzlich nicht gut oder bejubelnswert, wenn eine neue gerätschaft ‘marktanteile’ gewinnt und eine alte verdrängt. das ergebnis der anpassung ist ein gleichgewicht auf höherem niveau. es gibt ganz grundsätzlich nichts zu urteilen, sondern nur was zu beobachten. (don’t ask yourself if this is a good thing or a bad thing. ask yourself what’s going on)
  • der ‘marktanteil’ der verschiedenen gerätschaften ist auch nicht sinnvollerweise vergleichbar, weil sie völlig unterschiedliche funktionen mit unterschiedlicher wertigkeit entlang der achsen persönlich, sozial und system (siehe querfinanz ) erfüllen können.
  • es bringt nichts, die alten marktanteile im neuen milieu retten zu wollen oder künstlich zu pimpen. (marktanteile sind kein recht und auch kein erwartbarer effekt einer ‘anstrengung’, marktanteile reflektieren die homöostatische ausdifferenzierung aller zu einem zeitpunkt gegebenen parameter)
  • die effekte und möglichkeiten der jeweiligen gerätschaft sind also keine ‘leistung’ der gerätschaft oder der hersteller, sondern effekte, die durch die benutzung entstehen.
  • es gibt strukturell keine zeitlichkeit oder vorrecht der einen gerätschaft über die andere; ist die neue gerätschaft einmal da, koexistiert sie mit allen anderen gerätschaften gleichwertig. (der kleine vorteile von der historisch älteren gerätschaft ist, dass die leute erst wechseln/ihr verhalten adaptieren müssen und die (natürlich sunk) costs der anschaffung. das asymptotische gleichgewicht für eine bestimmte konstellation ist aber zeitlos.) zwar wird es im konkreten historischen verlauf gewisse wellen geben (überschätzung am anfang, zuerst hysterie und dann verachtung bei beobachteter abnahme, etc.), früher oder später passt sich die verteilung jedoch an, weil das kämpfen gegen die ineffizienzen zu teuer wird.
  • ganze kategorien von gerätschaften können durchaus auch obsolet werden und verschwinden. (allerdings sollten sie überleben können, solange es zumindest einen halbwegs populären ‘job’ gibt, für den sie die gerätschaften sind, die dafür am besten geeignet ist.)
  • gelegentlich können die verschiebungen und migrationen ob eines neuen gadgets auch sehr schnell gehen und/oder sehr grosse auswirkungen haben.
  • es ist wirklich wichtig, nicht den fehler zu machen, die übergangsphase von einem zustand in den neuen als etwas anderes als eine anpassung ans neue gleichgewicht zu interpretieren. (das ist natürlich der fehler, den alle machen, die sich zahlen von neuen formfaktoren anschauen und dann aleatorisch extrapolieren um dann wasauchimmer und jedenfalls den tod von irgendwas zu prognostizieren.)
  • auch wenn kategorien von gerätschaften wegen anderen kategorien üblicherweise ‘marktanteile’ verlieren, so wird doch gleichzeitig auch ihr eigenes profil geschärft. sie werden also besser, weil sie zunehmend für die jobs herangezogen werden, für die sie wirklich geeignet sind.

bis hier verlief das modell mehr oder weniger synchron zum media model. die unterschiede möchte im folgenden abschnitt skizzieren:

part 2

  • im vergleich zum media model – bei dem sich die medien primär gegeneinander ausdifferenzieren und dabei gwm. inhaltliche formkörper etablieren – gibt es hier doch eine viel stärkere abhängigkeit von technologischen entwicklungen und sozio-ökonomischen umständen, was zwei konkrete serien triggert:
    (a) eine art gemeinsame ‘technologische phylogenese’ bei der entstehungsgeschichte der gerätschaften, einfach weil bestimmte unterscheidungen von technologischen errungenschaften abhängig sind. für die unterscheidung online/offline braucht man das web; für die unterscheidung stationär/mobil braucht man das mobile web; für gewisse formfaktoren müssen bestimmte komponenten klein genug, oder schnell genug, oder billig genug sein, etc – wobei sie das dann aber für alle immer gwm. zum gleichen zeitpunkt werden.
    (b) gleichzeitig kann man auch eine viel stärker variierende individuelle ‘technologische ontogenesen’ bei der adaption der gerätschaften erwarten, einfach weil die lebensläufe konkrete und viel härtere umstände etablieren, die den zugang zu und den umgang mit gerätschaften definieren.
  • während die phylogenetische serie aus der perspektive der atemporalität betrachtet werden sollte – i.e.: ist eine gerätschaft erst mal da, muss die welt so tun, als wäre sie schon immer da gewesen, und das ist wichtig, weil die jeweiligen umverteilungen dann keine progression weg von einem und hin zu einem besseren anderen sind, sondern eine homöostatische anpassung an das gleichgewicht, das es geben würde, wenn es alle gerätschaften immer schon gegeben hätte – müssten die ontogenetischen serien empirisch pragmatisch und politisch beschrieben werden (was den rahmen dieses modells aber sprengt).3
  • statt unseren blick jedenfalls auf das systemisch irrelevante technologisch ‘werdende’ oder ‘wachsende’ zu richten und ohne uns von der berechtigten kritik an den gesellschaftlichen bedingungen zum zugang zu sehr ablenken zu lassen, sollten wir also primär die ausdifferenzierung der jobs im auge behalten, die in bestimmten technologischen milieus dann möglich werden und die konkrete benutzung dann tatsächlich empirisch/ethnographisch beschreiben.4 es reicht, vl. verständlicher formuliert, nicht aus zu messen, wie oft eine gerätschaft benutzt wird, man sollte sich vor allem auch anschauen, wofür und mit welchen persönlichen und gesellschaftlichen konsequenzen.

exkurs: jobs und mobility

schauen wir uns vl. kurz an, wofür etwa iphones geeignet sind und wofür nicht.

(a) sie sind perfekte persönliche entertainment- und consumption devices. man kann radio, musik oder podcasts hören wo und wann man will; man kann youtube-videos oder tv-serien anschauen wo und wann man will; man kann sich mit spielen soviel zeit vertreiben, wie man will, man kann kürzere artikel lesen, so viele man will, solange die augen noch können.

(b) sie sind perfekte persönliche communication devices. sie machen einen via text, chat oder skype dauererreichbar und wer muss kann sogar emails schreiben oder telefonieren.

(c.) sie sind perfekte persönliche butler für dinge, die gerade anstehen (wo bin ich gerade? wo ist das nächste? wie wird das wetter? welcher song spielt gerade im hintergrund? was kostet das bei amazon? wie viel ist 31+5? bestell ein taxi! übersetze mal schnell! sie sind eine universelle fernbedienung, sie können sogar das garagentor öffnen, usw.)

(d) sie sind perfekte persönliche documentation devices. man kann photos machen, videos drehen, tonaufnahmen machen, wer will kann auch seine aktivitäten erfassen, seine biodaten erfassen, seine geodaten erfassen, etc. und alles visualisieren und archivieren.

(es ist also ein no brainer, dass jeder mensch, der auch nur irgendwie dazu die möglichkeit hat, ein iphone haben wird. und man braucht kein via vertrag querzufinanzierendes absurd überteuertes iphone: ein ungesperrtes moto-g auf dem ein near-stock marshmallow läuft kostet $130, für $10/m bekommt man vertragsfreie 1,5GB daten pro monat, es sind die bezahlbarsten zaubermaschinen aller zeiten und man muss schon sehr stur sein, um sich dem zu verweigern. statt iphone sage ich fortan also smartphone)

gleichzeitig sind sie für andere dinge weniger gut geeignet. spielfilme schaut man sich doch lieber auf einem grösseren screen an. etwas längere emails oder blogposts sind vl. noch möglich aber nicht praktisch, fürs verfassen von langen texte sind sie wirklich unpraktikabel. auch das recherchieren von nicht ganz trivialen zusammenhängen wird schnell umständlich. man wird auf ihnen auch nicht programmieren oder komplexere produktionsprozesse definieren (in diesem sinne sind sie keine autopoetischen gerätschaften), etctrara. alles, was nicht in eine serie an einfachen, kleinen happen aufgeteilt werden kann, wird schnell schwer.5

smartphones sind also perfekte gerätschaften zum konsum von wert und für persönliche und phatische kommunikation, zur produktion von gesellschaftlichem wert für andere und von sozialem sinn sind sie aber ungeeignet.6

aber warum ich auf diesen statements of the obvious so herumreite: es hilft zwei fehler zu vermeiden, die bei der naiven extrapolation von ‘mobile’ und ‘iot’ üblicherweise gemacht werden:

(a) die von den ganzen mobile-firstlern gemachte annahme, dass sich die mobilen verteilungen anteilsmässig wie die davor bei den PCs verhalten werden. und weil bald 90% mobil abläuft, sollte man also möglichst viel auf mobil werfen, weil es ja ein 10x so interessanter markt ist. was dabei aber übersehen wird ist, dass im mobilen 95% der aktivitäten mit einer handvoll an anwendungen verbracht wird – eben denen, die die primären anwendungsfälle am besten lösen – und plötzlich streitet man sich mit zwei millionen anderen apps um die verbleibenden 5% krümel, was schon eine deutlich unattraktivere proposition ist (in der es natürlich noch immer interessante meganischen gibt, die sich aber auch wieder mit einem sehr fetten head und sich einem schnell ausdünnenden langen schwanz verteilen; tools wie googles firebase helfen vl. noch eine zeit lang, dort zumindest relative vorteile zu haben, sind mittelfristig aber nur ein race to the bottom, weil sie ja von allen anderen auch eingesetzt werden). man sollte sich also gut überlegen, ob das eigene soziale objekt oder der eigene anwendungsfall für mobile geeignet ist oder nicht und wie man ihn ggf. ‘mobilisiert’.

(niemand heuert zb. ein handy an, um damit einzukaufen, was ja die unhinterfragte prämisse im feld ecommerce zu sein scheint. apps müssen einen signifikanten und konkreten nutzen offerieren, der sich aus den spezifischen möglichkeiten des smartphones ergibt – sprich lokalität, identität, einfachheit im bezahlen, habitualisierte gesten (eg. tinder), zeitfaktor wie auktionen oder stündliche aktionen, ggf. sozialität, von mir aus auch coupons, etc., ansonsten ist der screen einfach zu klein und man setzt sich halt am abend an sein macbook. eine ausnahme ist der vl. gerade deshalb von allen so gepushte bereich chat(bots), weil hier die grösse des screens relativ unwichtig ist. einfach das motto mobile first auszurufen bringt jedenfalls nichts, wenn man keinen zumindest wirklich guten job dafür hat, und die eigene app mit gewalt zu pushen bringt überhaupt nichts, weil sie auch genauso schnell wieder gelöscht ist oder vor sich hin gammelt, wenn sie keinen nachhaltigen und einzigartigen wert für den benutzer offeriert. app-installs zu kaufen ist ähnlich sinnvoll wie twitter-followers zu kaufen. die 100k schauen gut aus, bringen aber exakt nix. wer die zalando-studies von excom verfolgt, der kann derzeit quasi in echtzeit mitverfolgen, wie zumindest systematisch versucht wird, für sich selbst/den gesamten bereich mode einen mobilen shopping-sinn zu finden)

(b) die von der tech-crowd gerne gemachte annahme, dass sich diese gegenüber dem PC exponentielle nützlichkeit des smartphones dann auch in den kommenden kategorien an gerätschaften (watch, biochips, smart-xy, usw.) immer wieder fortsetzen wird und die singularität also naht. auch hier gibt es sicher noch grössere und kleinere ritzen und potentiale, aber man sieht glaub ich schon bei der apple watch sehr schön, wie wenig echten mehrwert sie generiert, selbst wenn sie in ein paar jahren auch ohne iphone funktioniert (wobei ich übrigens trotzdem glaube, dass sie ihr geld allemal wert ist, wenn man im apple kosmos bleiben möchte und nicht mit einer pebble oder so experimentieren möchte, die derzeit an interessanteren stellen herumschrauben). auch voice – also alles von siri bis echo – hat seine grenzen (und leidet vor allem auch der dämlichen und auch von niemandem hinterfragten grundannahme, dass leute wirklich mit ihren gerätschaften sprechen wollen, was die entwicklung der szenarien behindert, wofür voice wirklich am besten geeignet ist, die es natürlich auch gibt; aber auch bei voice wird das gerade beobachtbare explosive wachstum fälschlicherweise als unaufhaltsames neues paradigma und nicht als homöostatische anpassung interpretiert). und der gesamte komplex iot generiert jährlich gerade tausende neue gadgets, aber keiner weiss so wirklich warum; alle laufen, weil alle anderen auch laufen, aber die paradigmatischen anwendungsfälle sind noch immer das garagentor, kustomisierbare beleuchtung, der selbst die milch nachbestellende kühlschrank und ansonsten fast immer gimmicks, die zwar fans vom yps natürlich das herz höher schlagen lassen, aber das leben nicht wirklich verbessern. öfter als nicht verkomplizieren sie unnötigerweise dinge, die man mit einem handgriff auch einfach selbst tun könnte. aber davon abgesehen: es gibt nur wenige ‘perfekte’ gerätschaften, die eine art idealer universeller canvas für alles mögliche sind (und apple hat interessanterweise 3 davon: das iphone SE, das kleine ipad pro und das 13’ macbook pro, irgendwas machen sie also richtig) und wir werden wohl in nächster zeit resp. bis zur nächsten radikalen technologischen unterscheidung keine weitere mehr sehen. bis dahin zerfasern sich die kommenden verteilungen zunehmend an den rändern und müssen sich also eher eine ebene darüber an emergente thematische plattformen andocken, die den gemeinsamen leim und infrastruktur liefern (und die sich derzeit gerade um den besten platz in der ersten reihe streiten, themen sind etwa car, home, payment, health, usw.)

—-

1 besonders blöd ist natürlich die annahme, dass mehr benutzung besser und/oder wünschenswert ist; ich habe überhaupt nichts gegen die sinnlose benutzung von technologie als freizeitbeschäftigung oder zur überbrückung von zeit, aber die benutzung von technologie erzeugt nur wert, wenn sie das leben eines benutzers verbessert und/oder mehr zeit für andere dinge erzeugt, und sie generiert nur sozialen sinn, wenn sie anschlusskommunikation ermöglicht; wert entsteht jedenfalls nicht, indem man möglichst viel leben mit technologie verbringt.

2 hier spielt natürlich der preisfaktor eine rolle, dh. man muss entweder in gerätschaften investieren, kann alternativ aber immer auch aus dem eigenen bündel vorhandener gerätschaften selektieren.

3 nur zum beispiel: das ipad ist nicht der bessere PC, das ipad ist die gerätschaft für leute, die keinen weiteren ansprüche an jobs haben als die, die das ipad kann (was übrigens völlig ok ist); das smartphone ist nicht schon bei 80% und also schon fast der endpunkt der evolution, das smartphone ist die gerätschaft für die 99% unserer aktivitäten, für die es gut genug ist, usw.

4 jobs können üblicherweise von mehreren gadgets jeweils mehr oder weniger gut erledigt werden. gerätschaften können andererseits auch mit peripherie kombiniert werden, was ihnen dann ganz andere potentiale eröffnet. einfache gadgets lassen sich etwa mit einem bluetooth-keyboard für aufgaben öffnen, für die sie alleine nicht geeignet wären.

5 wobei limitationen manchmal natürlich auch gut sein können, weil sie den fokus quasi erzwingen. wer mit dem iphone youtuber ist, der muss sich konzentrieren, wer mit dem iphone ein blogger ist, der muss sich kurz fassen, usw.

6 nur zur sicherheit: sowohl smartphones als auch tablets sind alles andere als reine consumption machines, vor allem für phatische kommunikation und kleine datentypen wie chat und messages, aber auch für alles was mit narration zu tun hat. ich mokiere mich nicht darüber, dass aus 1000 ausgeführten aktivitäten 990 privat und gesellschaftlich nutzlos sind; ich mokiere mich nur darüber, dass es keinen unterschied in der bewertung gibt.

fyi: wir erleben gerade den übergang von einer gesellschaft des sql zu einer des nosql.

(was das bedeutet, weiß keiner)

(nts: was fehlt sind continuations für blogposts, ggf. auch für tweets)

fyi: die wichtigste metapher für unsere zeit sind nicht die bits und bytes, sondern der elektrische strom.

(was fehlt: eine art aleatorische theorie der gesellschaft)

((hypothese: wir sind eher aleatopoietisch als autopoietisch, das fehlende werk von luhmann ist ‘der zufall der gesellschaft’ usw.))

die (ohnehin) selten gestellte frage: ist es eigentlich nützlich?

die (eigentlich) nie gestellte frage: ist es wirklich nützlich?

(ganz grundsätzlich mein ich das jetzt nicht im sinne vom 5-fachen hinterfragen, aber damit käme man doch zumindest über die hälfte des weges etc.)

fyi: das internet ist keine lösung; es ist die frage, wie die gesellschaft ausschauen würde, wenn es das internet schon immer gegeben hätte.

(wenn man so will entspricht die welt einem startup, das sich gerade selbst sucht, ich habe das in the strain schon ein bisschen angedeutet; zu bemerken sind dabei vl. zwei dinge: einerseits bekommt es diese suche mit den historischen strukturen zu tun, die es nur geben konnte, weil es das internet noch nicht gegeben hat, die die eigene existenz – inklusive aller opportunistischer unterstützungsstrukturen – nun aber bis zu den zähnen bewaffnet verteidigen; andererseits muß man aufpassen, homöostatische anpassungen an das erwartbare gleichgewicht nicht mit ‘trends’ zu verwechseln, die eine richtung in eine ‘zukunft’ beschreiben, was natürlich dazu verleitet den wert von ereignissen oder verhalten völlig falsch einzuschätzen und wertvolle techniken verfrüht abzuschreiben)


kl. nachtrag zu 596681851009380353 weil man es doch auch missverstehen kann:

in den ersten 20 minuten seiner keynote hat er – unterhaltsam und sympathisch wie immer – in mehreren iterationen einen gedanken etabliert: die eulen sind nicht, was sie scheinen; wir erzeugen die realität auf basis unserer selektiven wahrnehmung, die sich im historischen verlauf auch ständig kulturell rekalibrieren muss.

in den verbliebenen 10 minuten hat er dann das problem skizziert – mit dem netz werden plötzlich massive konflikte wie unglaublicher hass sichtbar – und dann einige techniken zur gemeinsamen bewältigung/verarbeitung vorgestellt, wie man mit den konflikten umgehen müsste. man könnte filtern, selbstreflexion betreiben, die ichbezogenheit ablegen, inseln der vernunft etablieren, mit humor reagieren oder ambiguitätstolerant sein.

und das sind alles keine schlechten tipps, aber sie sind doch einerseits eher generell und stimmen immer und überall, sind aber andererseits auch leichter gesagt als getan. mal schnell die ichbezogenheit abzulegen ist halt nicht so einfach, das hat er ja im ersten teil eindrucksvoll gezeigt.

und das ist in etwa, was ich mit ‘sein grundsätzlicher fehler ist, das problem wahrnehmungsphysiologisch zu framen’ gemeint habe. indem er das thema primär im dilemma unserer wahrnehmungen positioniert hat, wahrnehmungen, die uns einerseits täuschen und die wir andererseits kollektiv anpassen müssen, blieb ihm dann nicht viel anderes übrig, als den von ihm mit dem netz gesehen konflikten durch ‘verschiebungen’ unserer wahrnehmungen mit den von ihm genannten techniken zu behandeln.

trotz der inseln der vernunft steht er dem nachdenken (lummas ‘denkt da mal drüber nach’ oder dem alternativen versuch, die sich mit dem web ergebenen verhältnisse zu verstehen) eher ironisch gegenüber. das ist deshalb nicht unkonsequent, weil er den damit verbunden drang zu ‘gewissheiten’ eben misstrauen muss, wahrheit ist für ihn halt ein kompromiss.

dabei – und das ist in etwa, was ich mit ‘fruchtbarer wäre vl. gewesen, das problem epistemologisch zu framen’ gemeint habe – schliessen sich die beiden ebenen, also wahrnehmung/bewusstsein auf der einen seite und wissen/wahrheit auf der anderen, nicht nur nicht aus, nur im zusammenspiel kommt man aus den eigenen falschen wahrnehmungen gwm. raus, ohne sie dabei aufgeben zu müssen.

die von ihm im ersten teil erwähnten beispiele haben ja alle gemein, dass wir (zumindest grundsätzlich) wissen, wie sie funktionieren. und während uns unsere sinne weiterhin ‘täuschen’, können wir etwa optische illusionen weiterhin geniessen, genau weil wir wissen, dass und wie sie uns täuschen. wir kommen zwar nicht aus unserem bewusstsein raus, aber das ist auch nicht nötig, wir können uns nämlich immer im bewusstsein über die damit verbundenen limitationen bewusst sein, wenn wir sie verstanden haben. (wir müssen das ja nicht andauernd und immer machen, das wär wohl nicht praktikabel; aber wir können es machen, wenn es wichtig ist)

und wir kommen auch aus unserem netz nicht raus, aber auch hier könnten wir lernen, wie es funktioniert, welche prozesse und/oder dynamiken und/oder gesetzmässigkeiten es gibt oder auch nicht, und mit diesem wissen könnten wir dann unsere empfindungen, die wir im oder wegen dem netz machen, relativieren bzw. adäquater einschätzen. bevor wir also unsere wahrnehmungen verschieben, sollten wir versuchen zu verstehen, was warum wie eigentlich wirklich passiert.

paradoxerweise ist es ja genau der bezug auf eine ‘echte wirklichkeit’, mit denen sich verschiedene ‘falsche wahrnehmungen’ nicht als feinde (wer hat die einzige richtige falsche wahrnehmung? nieder mit den blaulosen) sondern als willkommene und nützliche diversität verstehen lassen (cool, ihr seht blaus und wir sehen grüns, machen wir beim klassifizieren von pflanzen ein team). sein mantra für ein besseres miteinander ‘wahrheit ist immer ein kompromiss’ ist gut gemeint, bewirkt unterm strich aber genau das gegenteil vom intentierten, weil es die partikularität des einzelnen gwm. nicht schätzen kann, sondern im kompromiss auflösen muss (ok, da kommen wir nicht weiter, dann sagen wir halt zu allem türkis).

(nur am rande: lustigerweise irritierte mich hier an diplix das gleiche, was mich schon vor kurzem bei seinem bevorzugen der dummheit über die bösartigkeit irritiert hat, nur war damals das problem entlang anderer gegensätze fomuliert)

(und nur prophylaktisch: den einwurf ‘dann mach’s doch selbst’ weise ich zurück)

gestern zufällig auf Twitter wieder hochgespült und aus der abt. etwa vor fünf jahren: Short Cuts Pt. 5 Early Adopter Edition



Aber im Web gibt es keine Zeitlichkeit, weil alles für alle immer schon gleichzeitig ist. Jede neue Anwendung ist sofort für alle verfügbar, jeder neue Inhalt ist sofort für alle zugänglich. Das Web ist keine Serie von disparaten Linearitäten, sondern ein Gewebe, das alles in sich aufnimmt und synchron miteinander verbindet; eine Gleichzeitigkeit von Ungleichzeitigkeiten; ein Potential, dessen Möglichkeiten angezapft werden können, oder nicht. Das Web ist postkontemporär.

Ganz allgemein gesagt sind Webdienste Möglichkeitsräume. Möglichkeitsräume, die zwei Serien triggern können:

Eine Serie der individuellen Intensität, also dem Grad mit dem man den Dienst für sich selbst (aktiv oder passiv) nutzt und sein Leben dadurch besser, interessanter, spannender macht. (Auch wenn man etwas nicht benutzt, ist es gewissermassen doch als Umwelt da. Allerdings ist die persönliche Intenitätsstufe dann halt null.)

Und eine Serie der kollektiven Resonanz, also dem Grad mit dem der Dienst zum Schwingen gerät, Koppelungen und Rückkoppelungen mit anderen Diensten, Systemen, Feldern eingeht und dabei das Leben für die Freunde und die Welt besser, interessanter, spannender macht.

Für jeden Einzelnen geht es also, um zum Early Adopter zurückzukommen, weniger darum, ob man früher oder später damit beginnt, einen Dienst zu nutzen, sondern um die Intensität, mit der man ihn zu einem je gegebenem Zeitpunkt nutzt, und um die Resonanzkörper, die dadurch um ihn herum entstehen. Wenn man etwas nicht verwendet, weil man keinen persönlichen Anknüpfungspunkt darin sieht, dann ist man nicht hinten, sondern handelt rational. Wenn man auf jeden Zug aufspringt, der gerade losdüst, ohne sein Leben dadurch besser zu machen, ist man zwar Early Adopter, aber auch ein Dummkopf.

(nts: mich öfter selbst zitieren)

ich habe das damals in eine ‘kritik’ an der beschreibung ‘early adopter’ gepackt und das konzept wird heute ja kaum noch verwendet, aber ich glaube der gedanke der grundsätzlichen ‘postcontemporality’ vom web, die den übergang von einer logik der geschichtlichkeit zu einer logik der serien markiert, ist auch unabhängig davon nützlich.

(am rande eigentlich ganz lustig: die aktuelle version vom damaligen motiv vom early adopter ist ja das motiv der schulkinder, die gott weiß was für apps verwenden und die es dann idealerweise den eltern unter gemeinsamen lachen zeigen oder erklären)

Eine weitere besonders nützliche Unterscheidung ist ganz sicherlich die Unterscheidung: besteht mein Verhältnis zu einem Ding eher in einem Verhältnis der Bringschuld oder eher in einem Verhältnis der Holschuld? Kann ich mich bequem im Ohrensessel neben dem Kamin zurücklehnen, weil das Ding ohnehin bei mir vorstellig werden und sich dann erklären muss, oder muss ich mir die Waldviertler anziehen und mich selbst darum kümmern, wenn ich das Ding benützen will?

und als allgemeine Formel kann man hier sicherlich sagen: Wenn du das Internet pragmatisch egoistisch benutzen und du also deine eigenen Möglichkeitsräume damit erweitern willst, dann zieh dir lieber deine Waldviertler an und kümmere dich selbst darum. Dem Internet ist egal, ob du bloggst oder ellost oder etc. oder nicht, und wenn du die sich dadurch jeweils für dich selbst ergebenden Möglichkeitsräume nicht von selbst siehst und erwartest, die dich überzeugenden 10 vorgekauten Gründe vorserviert zu bekommen, bevor du dich irgendwann zur Teilnahme erbarmst, dann geht es allen ohne deine Teilnahme wahrscheinlich besser.

(es geht dabei vor allem um die disposition; ist man neugierig oder ist man satt und überdrüssig. man muss sich nicht alles selbst aus der nase ziehen können, aber man muss bereit sein fragen zu stellen, sich anzuschauen was andere machen oder sich einzubringen und selbst zu experimentieren)

(abt: draw the distinction!)

Bruce Sterling und Jon Lebkowsky / The Well zum Stand der Dinge

(siehe SotW 2013, 2012, 2011, 2010, 2009, 2008, 2007 und 2006)

ich hab das gespräch zwischen bruce sterling und dan reed schon im hackr.tv erwähnt, und das empfehle ich jedem sich anzuhören, aber ein konzept sei hier nochmal betont: die pace layers (man könnte die schichten für den komplex web sicher nochmal etwas granularer definieren, aber allein die ruhe, die man bekommt, wenn man den affenzirkus in der oberen schicht etwas gelassener bewerten kann, aber auch die signaltöne für phasen der wachsamkeit sind bitcoins wert)

noch ein kleiner hörtipp: P is for Personal – asymco über die neuen iPhones.

(horace droppt einiges an knowledge, nur als beispiel sein requoting von steve jobs’ ‘it’s easy to foresee the future, but it happens a lot slower than you think’ (~12:20) das die ganzen xy ist tot debatten erübrigt, wobei er selbst natürlich so sehr reduziert und kontingente grundannahmen eliminiert, dass die bedeutung seiner schlussfolgerungen selbst wieder schwer zu erkennen ist usw.)

Stop asking 'Is this a good or bad thing?' and start asking 'What's going on?'

mcluhan heute vor fünf jahren

(mcluhan’s account wurde leider suspended; die aufforderung ist aber nützlicher denn je, fast alle unfruchtbaren diskussionen lassen sich auf willkürliche moralische positionen zurückführen)

enthalten und ausgeführt hier

er ist die chance unseres jahrhunderts: befreiung von philosophie durch technik

Umair Haque mit einem ausführlichen Rant gegen die Versnackung von Problemen und Ideen

TED thinking” is shorthand for the ideas industry’s obsessive, infantilizing, and creepily weird fixation with “innovation”, with “growth”, with “change”, with “value”, “utility”, and “marketability.”

und mit einer Art theologischer Ethik der echten Probleme

In this way, Great Ideas demand precisely the opposite of TED thinking. They demand our lasting engagement, dedication and commitment; our time and energy; our frustration and infuriation; our suffering, passion, and pain — not merely our easy wonder and wide-eyed astonishment. They demand not just our rapture, but something more human: every bit of our fuller, truer, better selves.

devoha: Eine weitere besonders nützliche Unterscheidung kommt von Bruce Sterling und unterscheidet 4 Arten von Dingen:

  • Beautiful Things
  • Emotionally Important Things
  • Tools, devices and appliances that efficiently perform some useful function
  • Everything Else

Er beschreibt das ganz grossartig etwa ab 30:00

(eine andere nützliche Unterscheidung, die er in seiner Keynote auf der Reboot einführt, ist die Wertigkeit von Innen nach Aussen (i.e. die könige der dinge, die dinge, denen man die meiste beachtung schenken sollte, bei denen man am meisten auf die qualität achten sollte, sind die dinge, die uns räumlich am nächsten sind und mit denen wir die meiste zeit verbringen: die unterwäsche, das gewand, die schuhe, das bett, der sessel, man kann das für sich nach aussen und auch nach innen weiterdenken)

((für das everything else gibt es natürlich eine reihe von möglichen strategien, das muss nicht notwendigerweise in der selbstauflösung landen, auch wenn eliminieren wohl das gscheiteste für leute mit hang zum sammeln ist; das wichtigste ist wohl, das mental durchgearbeitet und entschieden und gwm. psychohygienisch wirklich abgeschrieben zu haben und einfach zu wissen, dass das in diese kategorie fällt (‘morally prepared’)))

(abt: draw the distinction!)

plato notes

^ wired über plato notes, das community memory terminal, memex und andere urahnen von ‘social media’

(abt. früher war alles besser)

((nur am rande: das ist auch eine spur für die frage, wer die wiederentdeckung des selbst wie und warum macht, von martin lindner : man entdeckt sich mitunter dann wieder, wenn man ein déjà vu hat, das hatten wir doch schon mal, wo war denn das noch schnell? wenn dieses gefühl unwahrscheinlich viele gleichzeitig haben, dann deutet das darauf hin, dass wir uns ein einer neuen grösseren loop auf sozialer ebene befinden, sprich: eine breitere gruppe an neuen/anderen leuten beginnt das eigentlich schon bekannte in ihrer eigenen timeline zu entdecken. die tragikomik entsteht, weil sich die timelines der explorativen hacker und der implorativen macher nicht synchronisieren, dass also diejenigen, die die grundsätzlichen möglichkeitsräume abstecken und zeigen, wie und was man mit irgendwas technisch machen kann, schon längst wieder weg sind, wenn diejenigen auftauchen, die mit irgendwas tatsächlich was machen könnten oder wollten, was suboptimal ist, weil die oft nicht die besten trüffelschweine für praktiken und pragmatische lösungen oder bastler innerhalb von einschränkungen sind, weswegen die ausdifferenzierung dann auf niedrigem niveau erfolgt, wir kennen ja das muster. noch mehr am rande: das ist auch der grund, warum viele journalisten die letzten sind, die blogs entdecken, oder warum viele professionelle photographen die letzten sind, die flickr entdeckt haben, was dann selbst wieder in der signifikanz weggespült wurde, weil halt facebook und instagram dann wirklich jedem unmittelbar einleuchtet usw.))

(das web braucht keine vordenker und schon gar keine politiker, dachte ich in meinem ohrensessel)

oder was man von einem mini flat-white über die neuen 5s – Singularity, Sociality, Spontaneity, Synchronicity, Solubility – lernen kann.

If You Were the Next Steve Jobs…

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