Warum ist Deutschland in allen Dingen Web so daneben?

Ich bin euch ja noch meine Antwort auf Quiz Pt. 61 schuldig.

Und die ist: wegen den Deutschen.

——

Derzeit gibt es wohl zwei dominante Kulturformen, die das allgemeine sozio-technologische Potential einer ‘Gesellschaft’ reflektieren:

(1) das Fernsehen
(2) das Web

Beide Formen sind hochgradig komplex (duh) und auf vielfältige Weise mit mehreren anderen gesellschaftlichen Subsystemen verwoben (duh). Beide sind nicht als Produkt, sondern nur als systemisches Bündel an Produktions-, Rezeptions- und Distributionsbedingungen, die alle selbst wiederum in den verschiedensten systemischen Abhängigkeiten zu Bildung, Technologie, Finanzierung/Kapital, Politik/Recht, etc. stehen, zu verstehen.

Das gesellschaftlich mögliche Potential beider Felder entsteht als Equilibrium im Zusammenspiel der jeweils beteiligten Strukturen, wobei es innerhalb dieses Equilibriums nur beschränkt die Möglichkeit zum ‘Ausbruch’ nach oben gibt.

Sprich: es ist nicht möglich, in einer Kultur einfach schnell mal besseres Fernsehen zu machen, oder einfach schnell mal bessere Startups zu erzeugen, indem man sie ein bisschen fördert oder in Schulen C++ unterrichtet. Will man sich verbessern, muss man das Niveau des Gesamtsystems erhöhen, was nur gelingen kann, wenn man das Zusammenspiel versteht.

(was es allerdings gibt, sind lokale maxima und talente, die auch in anderen milieus funktionieren könnten. ein harald schmidt war in seiner hochzeit mitunter sogar besser als ein david letterman; ein stefan raab macht – egal ob man ihn mag oder nicht – unterhaltsames fernsehen, das in dieser form woanders gar nicht möglich wäre; ein christoph waltz kommt in hollywood überhaupt erst zur entfaltung; usw.)

Spielen wir das nur mal als Milchmädchen frei assoziativ mit Fernsehserien durch: Es gibt die Ebenen der Produktion, die einerseits mehrere kulturelle Gebiete wie Schauspiel, Literatur/Drehbuchschreiberei, Musik/Ton und Regie/Kamera integriert, aber natürlich auch alle anderen Aspekte einer Produktion wie Schnitt, Casting, Kostüme, Bühnenbild und Set Design, Postproduktion und Special Effects, etctrara beinhaltet. Dann gibt es die Ebene der Kritik und der Rezeption, also wie viele Leute es anschauen, welche Leute es anschauen, was von Kritikern oder Sehern darüber gesagt und geschrieben und gevloggt wird, welche Themen oder Charaktere sich ins kulturelle Unbewusste einprägen, welche Bilder oder Themen davon zu zirkulieren beginnen, auch welche Veranstaltungen es dazu gibt (Comic-Con, Bambi), usw. Und es gibt natürlich die Ebene der Finanzierung, Distribution, Vermarktung und Ausstrahlung, also dem Gewebe an öffentlichen und privaten Fernsehanstalten, an Produktionsfirmen, an Programmverantwortlichen, Showrunnern, Werbenden, usw, die auch wiederum alle in unterschiedliche Strukturen mit unterschiedlichen Rahmenbedingungen eingebettet sind.

(nicht jede erwähnte und vergessene schraube wirkt sich sofort auf alle anderen schrauben aus, d.h. es gibt schon grössere und kleinere abstraktionen, aber vieles hängt mit vielem anderen mehr oder weniger direkt zusammen)

Für jede der beteiligten ‘Positionen’ gibt es offizielle oder inoffizielle Bildungswege, Werdegänge und Verfahren der Besetzung (gewerkschaftlich, meritokratisch, nepotistisch, etc.). Und auf jeder Ebene werden sich formelle oder informelle Prozesse etablieren und ausdifferenzieren. Und das Zusammenspiel von allem etabliert dann eben halt das jeweils konkrete gesellschaftliche Gesamtmilieu.

Hier ist nun das Ding: dieses Gesamtmilieu definiert weitgehend einerseits die durchschnittlich erwartbare minimale Qualität von Produktionen und andererseits die maximale Höhe der Idealproduktion. In einer Kultur mit hohem Gesamtmilieu ist nicht nur jede durchschnittliche Produktion viel besser als jede durchschnittliche Produktion aus einer Kultur mit niedrigerem Gesamtmilieu, in einer Kultur mit hohem Gesamtmilieu sind auch die Spitzen (die The Wire’s, die Breaking Bad’s oder die Jon Stewart’s) ungleich viel höher, als sie in einer Kultur mit niedrigerem Gesamtmilieu überhaupt möglich sind.

Innerhalb eines (niedrigeren) Milieus fällt das nicht auf, weil alles andere ja genauso mittelgut ist und es eine lokale Verteilung mit lokalen Hits gibt. Die eigene Höhe im internationalen Vergleich spürt man nur, wenn man die eigenen Programme international verkaufen will. Und bei Fernsehserien kann man sich ja leicht ausmalen, wie das Verhältnis von Import zu Export ist.

Ich glaube die Frage, warum es fast unmöglich ist, aus dem lokalen Milieu auszubrechen, wird am Beispiel Fernsehen recht anschaulich: Bei guten TV-Serien (oder auch Reality TV) sind einfach alle Ebenen irre gut; die Schauspieler sind irre gut und die Stories bzw. die Dialoge sind irre gut und die Cinematographie ist irre gut und der Schnitt ist irre gut und die Musik ist irre gut und die ganze Qualität der Produktion ist irre gut, usw. Was bedeutet, dass es diese guten Schauspieler und Schreiber und Regisseure und Kameramänner und Editoren und alle anderen zuerst einmal geben und dass man sie dann auch finden und bekommen muss. Und in Kulturen mit hohem Milieu haben sich diese Prozesse eben zu einem Grad ausdifferenziert, dass es einerseits einen sich permanent nachfüllenden Pool an Talenten gibt, und andererseits Mechanismen die besten zu entdecken und auf die aktuellen Projekte zu mappen. Und weil sich Talent nicht in einem Vakuum entwickelt sondern nur im Benchmark gegen andere wird dieser Pool an Talenten umso besser, je besser er schon ist. Und je grösser und besser der Pool ist, desto eher professionalisieren und spezialisieren sich die Filterprozesse; Aufgaben wie Casting werden überhaupt erst dann ‘als Kunst’ geschätzt und anerkannt, wenn man aus einem vollen Pool schöpfen kann, aber auch weiß, dass es auch alle anderen tun. (deutsches reality tv beginnt üblicherweise mit wirklich lahmem casting, was ihnen in konsequenz dann kein material für subtileres storytelling gibt, sondern halt nur für ein sich akzelerierendes gegenseitiges anschnauzen)

Komponenten beim Web

Mit dem Web verhält es sich grundsätzlich sehr ähnlich. Es gibt die Ebene der Produktion, die mehrere technische/informatische Gebiete wie Systemanalyse, Programmieren, Entwicklung von bösen Algorithmen, Datenbanken, Testen oder Design integriert, aber natürlich auch alle anderen Aspekte eines Projekts wie Projektmanagement, Qualitätssicherung, Administration, Dokumentation, usw. beinhaltet. Dann gibt es die Ebene der Benutzung und der Rezeption, also wie und wie viele und welche Leute es verwenden, was die Blogger oder Benutzer darüber sagen, welche soziale Objekte erzeugt werden und wie sie fliessen können, wie es via APIs o.ä. mit dem Gesamtsystem anderer Dienste zusammenhängt, usw. Und natürlich die Ebene der Leitung, Finanzierung und Vermarktung, also den Gründern und Managern, dem Gewebe an öffentlichen Förderungen und Einrichtungen und Wagniskapital, an Human Resources und Contractors, an Werbenden und zahlenden Kunden, Presse, Kommunikation, Community Management, usw. die auch alle wiederum in unterschiedliche Strukturen mit unterschiedlichen Rahmenbedingungen eingebettet sind.

Und auch hier gibt es für jede der beteiligten Positionen offizielle oder inoffizielle Wege der Ausbildung und Besetzung und auf jeder Ebene eine Ausdifferenzierung formeller und informeller Prozesse zum gesellschaftlichen Gesamtmilieu, das auch hier wieder ganz weitgehend einerseits die durchschnittlich erwartbare minimale Qualität von und andererseits die maximale Höhe der Idealproduktion definiert. Wir kennen die Logik von oben.

Zu erwähnen ist vielleicht, dass es bei Startups natürlich ein viel breiteres Spektrum an Größenordnungen als beim Fernsehen gibt. Es gibt ja tatsächlich Ein-Personen Startups, die gesellschaftlich durchaus signifikante Effekte erzielen können. Und es gibt Probleme, die mehrere Tausend hochgradig spezialisierte Leute beschäftigen können und manche Milieus beschäftigen sogar zehntausende Leute damit alle andern zu überwachen. Der sweet spot für Startups scheint jedenfalls aber ein Kern von zwei, drei Leuten zu sein. Aber ob groß oder klein, alle sind an ihr Milieu gebunden.

Aber es gibt zwei wichtige Unterschiede:

Die Auswirkungen sind gesellschaftlich deutlich relevanter, weil es nicht nur ein Markt für Unterhaltung ist und/oder die Gesellschaft auf symbolischer Ebene tangiert (was natürlich auch nicht zu unterschätzen ist), sondern eben direkt in grundsätzlich alle anderen gesellschaftlichen Subsysteme einwirkt und diese u.u. transformiert, egal ob die das selbst dann wollen oder nicht. Dieses ‘es ändert sich alles’ klingt zwar wie eine blöde Plattitüde, aber es kann ja jeder versuchen sich zu erinnern, wie die Welt vor nur 20 Jahren noch war und es geht natürlich erst los, nur wissen wir noch nicht wohin.

Und die Bedeutung der ‘Rezeption’, also der Feedbackloops mit den ‘Benutzern’, ist nicht nur ungleich höher, sie ist essentiell, weil die Entwicklung neuartiger Dienste nur in Koevolution mit Benutzern möglich ist. Aus den Standardsituationen (aus 2009, also immer 5 jahre dazurechnen):

gerade im und um das internet lagen eigentlich alle schon immer falsch, man braucht nur an die metaphern und visionen von vor 15 jahren denken. niemand hat vor 10 jahren mit wikipedia, google oder blogs, vor fünf jahren mit facebook, youtube oder flickr, noch vor zweieinhalb jahren mit twitter und mit den damit einhergegangenen strukturveränderungen gerechnet, einfach auch deshalb, weil die meisten tools selbst reine zufälle waren, deren effekte noch nicht mal die gründer auch nur erahnten. facebook entstand, weil zuckerberg ein fauler hund war und aufgaben crowdsourcen wollte; flickr war ein abfallprodukt eines online-games; die wikipedia entstand, weil aus der eigentlich angedachten nupedia, die von experten geschrieben werden sollte, nix wurde; twitter war als sms-dienst unter freunden gedacht, den die user dann umfunktionalisiert haben und zu dem gemacht haben, was es ist. wir wissen alle nix und selbst wenn man mit einer aussage/prognose zufällig richtig liegt, dann eher deshalb, weil irgendeine aussage immer stimmt, und nicht weil man es wissen konnte.

(nts: mich öfter selbst zitieren)

Aber der Zufall kommt, das habe ich damals nicht betont, nicht von allein; er entsteht nur in der Dialektik zwischen der Art, wie Leute ein Angebot be- und oft missnutzen und für sich interpretieren, und der Aufmerksamkeit von Gründern, die sich abzeichnende Flüsse wahrnehmen und im Idealfall aufgreifen und damit laufen. Ohne die Neugier der frühen Benutzer entsteht ganz einfach nichts Neues. (Permutationen sind ab einem gewissen Grad des Verständnisses dann natürlich möglich, aber auch die erhöhen im besten Fall die Wahrscheinlichkeit für einen gewissen Erfolg; man sieht das daran, wie wenige Gründer ihren ersten Erfolg dann wiederholen können, auch wenn sie dann deutlich freundlicher behandelt werden, was natürlich auch schon wieder der Grund für das ‘Nichtfunktioneren’ sein kann, weil ihnen der tatsächliche Gegenwind fehlt; VC folgt übrigens einer anderen Logik, die versuchen Wahrscheinlichkeitsverteilungen zu optimieren)

Und das ist dann eigentlich schon das K.o. für rein deutsche Startups in der ersten Runde, die notwendige Dichte an explorativen Benutzern gibt es hier einfach nicht, weil alles Neue zunächst als reine Zumutung wahrgenommen wird, die einen mit einer Vollbegründung erst von ihrem Sinn und Nutzen überzeugen muss, bevor man sich vl. mal zur temporären Benutzung erbarmt. Rationalität und Erbsenzählerei sind in einigen Bereichen nützliche Eigenschaften, als Katalysatoren für Startups sind sie aber ungeeignet. In Deutschland ist sicherlich einiges suboptimal, aber auch Medien und Politik, die zwei größten absichtlichen Bremser, können nichts verunmöglichen was wirklich ans Tageslicht will. Das große Unglück für die deutschen Startups sind die deutschen User.

(wenn das noch nicht reicht, dann kommt in deutschland noch dazu, dass gründungen häufig bwl-getrieben sind, was auch noch die zweite seite der erwähnten dialektik behindert, weil es bei denen im vergleich zu tech-getriebenen deutlich schwerer ist, aufmerksam zu sein und sich mit agilität anzupassen)

Und das bedeutet leider, dass das ganze Standard-Repertoire an von Politikern, Verbänden, Vertretern und Bloggern geforderten Förderungen überhaupt nichts bringt, weil sie im besten Fall ein Problem lösen, das von diesem Grundproblem dann schon im Keim erstickt wird. Die (oft bemängelte) Anzahl an Startups zb. ist ja überhaupt nur dann bedeutsam, wenn es einerseits zu mehr Variation führt und es andererseits auch eine gesellschaftliche Selektionsfunktion gibt, die die potentiell funktionierenden Startups dann entdecken kann. Ansonsten ist das ein reiner crap shoot. (inkubatoren sind die standard-maschine zur erzeugung dieser variation, nur benötigen auch die wieder eine gewisse systemische dichte als katalysator, die üblicherweise durch eine art hunger-funktion erzeugt wird, die es in deutschland eigentlich – zum glück – auch nicht gibt).

(nur zur sicherheit: mich interessieren hier nur native webstartups, die irgendeine neue beziehung oder verbindung von davor unverbundenem ermöglichen, irgendein neues soziales objekt generieren, irgendwelche neuen ströme erzeugen oder fliessen lassen, irgendeinen neuen möglichkeitsraum erzeugen. mich interessiert hier nicht die abbildung von grundsätzlich ohnehin gut verstandenen verhältnissen jetzt halt auch im web, das folgt mitunter einer etwas anderen logik mit teilweise grösserer steuer- und planbarkeit; auch der komplex internet of things und alles was mikro- oder makroskopisch mit hardware zu tun hat funktioniert anders)

Wenn man sich also sagen wir mal auf mittlerem Niveau überlegt, wo man ansetzen soll und was man tun kann, um international mitzuspielen zu können, dann ist es wichtig, die eigenen Schwächen zu verstehen, damit man an seinen asymmetrischen Stärken arbeiten kann.

Das ist im Falle Web im Vergleich zum Fernsehen auch deshalb relativ wichtig, weil im Web nur die Ebene der Produktion an das lokale Milieu gebunden ist; die Ebene der Rezeption ist zumindest grundsätzlich flüssig, d.h. für Benutzer gibt es keine Notwendigkeit, mittelgute lokale Reinterpretationen zu verwenden, weil man immer auch das Original verwenden kann. Der Name World Wide Web deutet das schon an.

(es ist nicht nur völlig sinnlos, den höchstentwickelten projekten des höchstentwickelten milieus à la ‘wir brauchen ein europäisches google’ direkt konkurrenz machen zu wollen, es ist auch eine verschwendung von ressourcen, die in andere projekte gesteckt werden könnten. mit den 200 mio die etwa in theseus gepumpt wurden, hätte y-combinator 1.667 startups inkubieren können. das problem dabei ist natürlich, dass es im milieu dementsprechende verfahren geben müsste, die diese sinnvolleren projekte erkennen kann, was auf mittelhohem niveau eher unwahrscheinlich ist, es hängt eben alles mit allem zusammen)

Es wird ein bisschen lang und das ist vl. Thema für ein anderes Posting, aber ich glaube es ist die Hoffnung nicht ganz unbegründet, dass das ‘Deutsche’ nicht nur das Problem, sondern auch die Lösung ist, weil es einige tatsächlich distinktive Eigenschaften und ausgeprägte Qualitäten hat, die sich für die zukünftige Ausdifferenzierung vom weltweiten Gesamtmilieu als nützlich erweisen könnten.

mehr von Seth’s Startup School : How to downgrade

(alles statements of the obvious: wenn möglich don’t, ansonsten bau zumindest eine brücke oder gib einen knochen, ansonsten own up, die aber trotzdem in sicher 95% der fälle ignoriert werden)

godin

Seth’s Startup School als Podcast (ann)


(nts: mich öfter selbst zitieren)

neu bei coursera: Gamification, hat heute begonnen und kann ich – zumindest nach der ersten einheit – empfehlen. kevin werbach scheint ähnlich wie scott page bei model thinking eine gute mischung aus informiert, abgeklärt, praktisch, gut gelaunt und gleichzeitig dicht zu finden.

ein verständnis von gamification ist wohl tatsächlich auch weblebensdialektisch recht nützlich, weil die kenntnis der eingesetzten techniken natürlich einerseits bei der ‘feindbeobachtung’ hilft – sprich: man lernt zu sehen, wann und wie irgendwer versucht einen zu gamifizieren -, man dadurch aber auch den natürlichen abwehrreflex – ohne mir! – überkommen und es also quasi second order mässig zulassen kann. es ist eines dieser (handvoll an) konzepte, deren verständnis webkomplexitäten reduziert und gleichzeitig ausdifferenzierungen katalysiert.

Der erste Megatrend 2011 sind ganz eindeutig diese Single Photo Sites als Splash Pages für noch nicht gelaunchte Sites…

LifeLitUp

LifeLitUp

Wawadoo

Wawadoo

MealTik

MealTik

spekios

spekios

Aden Earth

Aden Earth

Wovox

Wovox

Let's do this

Let’s do this

Kajoo

Kajoo

destinity

destinity

Betapolis

Betapolis

rewardli

rewardli

OvenAlly

OvenAlly

drumbi

oder auch abstrakt: drumbi

nur als Auswahl, viele mehr in der Sammlung Invitation im MoMB.

Paul Grahams Dezember Predigt: Could VC be a Casualty of the Recession?

The reason startups no longer depend so much on VCs is one that everyone in the startup business knows by now: it has gotten much cheaper to start a startup. There are four main reasons: Moore’s law has made hardware cheap; open source has made software free; the web has made marketing and distribution free; and more powerful programming languages mean development teams can be smaller. These changes have pushed the cost of starting a startup down into the noise. In a lot of startups – probaby most startups funded by Y Combinator – the biggest expense is simply the founders’ living expenses.

$3000 is insignificant as revenues go. Why should anyone care about a startup making $3000 a month? Because, although insignificant as revenue, this amount of money can change a startup’s funding situation completely.

Once you’re profitable you don’t need investors’ money. And because Internet startups have become so cheap to run, the threshold of profitability can be trivially low.

And while founders may not have needed VC money the way they used to, they were willing to take it if offered—partly because there was a tradition of startups taking VC money, and partly because startups, like dogs, tend to eat when given the opportunity.

Aber founders sind auch wie Affen:

Imagine what it would do to the VC business if the next hot company didn’t take VC at all.

VCs think they’re playing a zero sum game. In fact, it’s not even that. If you lose a deal to Benchmark, you lose that deal, but VC as an industry still wins. If you lose a deal to None, all VCs lose.

Im Umkehrschluss kann man deutschen VCs weiterhin gute bis rosige Zeiten prophezeien. Die Gründerszene ist weitestgehend top down, ein CEO und sein Marketing-Freund haben eine Idee (oft die, die Idee von einem anderen hier auch zu haben, cheap shot), das VC wird immer gebraucht, um dann die Realisierung und die Koordination der Realisierung einzukaufen.

Ev Williams (Blogger Gründer, bevor es Google gekauft hat, dann Odeo und Twitter) gibt Blogger ein paar Tipps.

I don’t believe blogging is dying, but…it’s complicated. Like in most healthy ecosystems, new species are breeding. Whether or not they’re called “blogging” is a question perhaps best left for scientists, but there are many new forms that are undeniably part of the blogging genus.

Interessante Case Study wie Ylastic die YUI verwendet hat. Ylastic ist übrigens auch nicht unspannend, ist ein UI für AWS.

Time

So I’m telling you in advance: raising money is hard.

Paul Grahams August Sermon: A Fundraising Survival Guide

screenshot propeller

Propeller seems to have gone the way of Yahoo Buzz, which to me, basically says: we (AOL) are a huge company, and we need a Digg clone. But, we don’t want to confuse the non-nerdy audience, so we’re going to make the site seem as plain and simple as possible.
Wrong. Users who create communities around sites like these love their news organized. They love being able to quickly scan a lot of items.

Mashable zum neuen Design von Propeller, wahre Worte, die das grundsätzliche Dilemma skizziert, das grosse Unternehmen haben, wenn sie sich auf sich erfolgreich erwiesene Modelle stürzen und diese Massenkompatibel machen wollen (und sie können nicht anders, als das zu wollen, und also können sie nicht anders, als in diesem zuge auch noch den letzten funken wert/sinn/ausdifferenzierungspotential/usw. zu zerstören).

Paul Graham’s Juli Sermon: (30) Startup Ideas We’d Like to Fund

A lot of people don’t seem to understand a key implication of the long tail: Given the choice, it’s better to make a hit.

The problem, of course, is that you don’t have a choice. You can give the hit a shot, but it’s awfully crowded at that end of the curve.

wieder da

evan williams snippet

arrington interviewt evan williams

in related news die crunchbase api usw.

Frank Westphal über gnip. Highly recommended.

Advice = limited life experience + overgeneralization

Buchheit (gmail, ff) in seinem Talk in der Ycomb Startup School.

(auch: building a product that is perfect for everyone is impossible. your two choices are: build a product that is tolerable for everyone; build a product that is perfect for a subset and then let others come around)

I/O

Google I/O Session Videos and Slides (77 Sessions, teilweise seriously cool stuff, teilweise etwas verkaufsgesprächig)

Ruf

das kompetitive Spektrum im Reputation Management

Design Patterns für Reputation Managment Systems (Repmans) von Yahoo

The Competitive Spectrum is the first pattern you should look at because it asks you to consider the degree of competitiveness in the community you are trying to build or foster. Are you aiming for a highly cooperative community, an arena for death-matches, or something in between? The answer to that question will inform which of the remaining Reputation patterns best apply to the design of your site or application.

heute vor 2 Jahren

Alle mir bekannten Web 2.0 Anwendungen, Blogs oder sonstigen Internetschrebergärten versuchen nicht das Aufmerksamkeitsproblem zu lösen, sondern für sich zu entscheiden. Was ein riesiger Unterschied ist und die weitere Entwicklung des Gebrauchswertes des Netzes sehr behindert.

(Siggi Becker)

irgendwie ist Seth Godin echt nicht schlecht… Why bother having a resume?

(abt. post xing)

« vorher