Eine weitere zumindest pragmatisch nützliche Unterscheidung ist die Frage ob etwas ein Problem ist oder ein Umstand.

(frei nach clay shirky, der einmal ich glaube issak rubin den ausspruch if you have the same problem for a long time, maybe it’s not a problem, maybe it’s a fact zugeschrieben hat)

Die Unterscheidung Problem/Umstand ist als Unterscheidung funktional deshalb interessant, weil sie gwm. nur auf der Ebene der Bewertung wirksam ist, die Beschreibung des jeweiligen Phänomens ist üblicherweise die gleiche und der Unterschied ist der Sache gwm. inhärent. Oder anders gesagt: man erkennt erst an der Bewertung (oder Betonung), ob der Unterschied gesehen wird oder nicht.

Gleichzeitig ist es oft so, dass die falsche Bewertung eines Umstands als Problem die in der Folge angedachten ‘Lösungen’ dann selbst erst an anderer Stelle Probleme erzeugen, weil man Umstände eben nicht lösen kann, sondern man mit ihnen leben/herumleben muss.

(es liegt glaub ich die vermutung nicht fern, dass mehr oder weniger die gesamte europäische und besonders natürlich die deutsche mediale hysterie und der dadurch getriggerte politische (re-)aktionismus bezüglich dem web/technologie nichts anderes ist als lösungen für fälschlicherweise als problem verstandene umstände, die dann auf der falschen ebene behandelt werden sollen; so betrachtet erklären sich phänomene wie oettinger, das leistungsschutzrecht, das recht auf vergessen, das netzwerkdurchsuchungsgesetz usw. fast von selbst)

(abt: draw the distinction!)