(auch nur am rande, aber weil ich gerade meine aufgenommenen radio-bestände sichte und es in der zeitlichen konzentration doch extrem auffallend war: aus irgendeinem grund tut sich der dt. sprachraum mit dem wort ‘prokrastination’ ganz besonders schwer und mich würde eigentlich wirklich interessieren warum. mir ist schon klar, dass es auf der einen seite eine weit verbreitete ganz grundsätzliche aversion gegen fremdworte und anglizismen gibt, auf die die sozialpädagogisch ambitionierteren geladenen experten dann üblicherweise mit dem mantra einfache sprache reagieren, denn was man nicht auch einfach sagen kann hat man ohnehin nicht verstanden usw., und wenn man versehendlich einen fachbegriff oder ein fremdwort verwendet, dann entschuldigt man sich oder übersetzt ihn dezent in einem nebensatz, aber bevor der geladene experte das wort ‘prokrastination’ das erste mal droppt kommt es zu einem regelrechten affenzirkus an entschuldigungen und vorwarnungen; das framing ist fast immer eine variation von ‘ich versuche ja einfach zu sprechen und komplizierte fachbegriffe oder fremdwörter zu vermeiden, wenn ich mich an eine allgemeine öffentlichkeit wende, aber ich werde diese regel jetzt einmal brechen, weil der begriff wirklich zu gut passt, ich möchte mich aber doch schon vorab dafür entschuldigen, falls ihr kopf kurz raucht, weil sie u.u. ein ihnen neues wort hören, aber sie brauchen gar keine angst haben, so kompliziert ist es nicht und auch ich habe es erst vor kurzem das erste mal gehört’. erstaunlich ist das mitunter auch deshalb, weil einem kaum ein anderes fremdwort in den sinn kommt, das in den letzten 10, 15 jahren häufiger erklärt wurde und anlass zu ganzen radiosendungen und sogar sendungsserien geboten hat, selbst in meinen beständen fand ich jedes jahr zumindest ein feature, selbst auf minidisk hab ich noch eine sendung dazu gefunden)