live.hackr

die romantische komödie


RTV Studies

als kl. nachtrag zu Was man von Big Brother über Trump lernen kann noch ein paar bonus-lektionen, die wir aus dem reality tv ziehen können:

  • competition ist asymmetrisch. jede stärke kann eine schwäche sein und jede schwäche eine stärke. viele gute spieler sehen die erste metaebene nicht, nämlich dass alleine die tatsache, dass sie extrem gut spielen, blut vermeiden, etc. selbst schon eine zielscheibe auf ihren rücken malt
  • don’t name names. falls du gefragt wirst, frage zurück und gehe von dort
  • don’t have targets, zumindest nicht in den ersten wochen; einer der häufigsten gründe früh auszuscheiden ist, dass man aus irgendeinem grund irgendjemanden raus haben will, dass der dann davon wind bekommt und dass man selbst deshalb von dem oder dessen allianz das ziel wird und draussen ist. in den ersten wochen ist es nur wichtig, durchzuschwimmen
  • don’t assume what people say is true. für mich einer der seltsamsten fehler, dass in big brother oft das ganze haus einer vorgetragenen behauptung einfach glaubt. im veto ‘I’m coming after you’ sagen und dann nichts in diesem sinne zu machen heisst überhaupt nichts, trotzdem wird das oft noch wochen später als gegeben hingenommen usw.
  • fast alle überschätzen sich selbst (mitunter radikal) und halten die meisten anderen für idioten. wer den eigenen stolz abschalten kann, kann das sehr für sich ausnützen
  • don’t overthink. die dümmsten fehler wurden gemacht, weil irgendwer in der ersten woche 10 schritte zuweit und drei achsen zu kompliziert gedacht hat. mit glück hält sich der schaden in grenzen, mit pech ist man als erster oder zweiter draussen.
    die effektivsten spieler denken schon nach, treffen dann aber auch eine entscheidung auf basis der aktuellen umstände und reevaluieren ggf. im nächsten loop
  • schau dir die regeln an und versuche sie wirklich zu verstehen. schau dir auch ein paar alten staffeln an und versuche dabei auch den sinn vom spiel zu verstehen resp. ein feeling dafür zu entwickeln. den sinn vom spiel zu verstehen ist etwas anderes als die regeln des spiels zu kennen. nur als beispiel: jury-management bei survivor oder big brother; wer gewinnen will, muss einerseits bis zum ende kommen, andererseits dort dann aber mehr jury-stimmen als das gegenüber haben; man muss also verstehen, was den juroren wichtig ist, usw.
  • das micromanagen von problemen erzeugt immer mehr unerwartete und/oder nicht bedachte probleme an anderer stelle. die ganzen twists, die sich die macher von reality shows ausdenken, um die shows spannender zu machen, führen fast immer exakt zum gegenteil vom erwünschten, weil die leute natürlich ihr verhalten anpassen; alle twists bei big brother canada etwa haben sogenannte ‘big moves’ erzeugt, einfach weil irgendwer eine riesige macht bekommen hat mit der er halt was machen konnte, aber genau das hat ‘organische’ big moves abgeschafft, weil kein spieler mehr was macht, wenn er damit rechnen muss von einem twist overruled zu werden. das einzige wichtige ist unterm strich das casting.
meta 11.11.2016 #