Eine weitere eher allgemeine und im Grunde völlig offensichtliche, aber auch durchaus wichtige und öfter als nicht ignorierte Unterscheidung, ist die Unterscheidung, ob irgendwas den Grad der Benutzung steigert, oder den Nutzen/die Nützlichkeit.

(das spezielle dilemma dieser unterscheidung ist, dass – beschränken wir uns hier einmal auf webdienste – der persönliche nutzen, also der grad zu dem man durch die benutzung das eigene leben verbessert, verschönert, erleichtert, anreichert, usw., der einzige grund sein sollte, warum man einen dienst benutzt.* gleichzeitig ist die quantifizierung der benutzung, also das zählen der benutzer, der monatlich aktiven benutzer, der verbindungen, der einträge, der favs, der reaktionen, der verweildauer und aller damit assozierten metriken, das einzige kriterium, das für die bewertung eines dienstes von allen bewerten – vom vc und der investorengruppe bis zum spezialisierten blogger und gemeinen journalisten – wahrgenommen und berücksichtigt werden kann. reibungen entstehen natürlich dann, wenn massnahmen, die die benutzung steigern sollen, auf kosten des nutzens gehen, was fast immer der fall ist; hypothese: das pimpen einiger metriken auf kosten der nützlichkeit kann auch ein weilchen gut gehen – dank der gleichzeitigkeit der ungleichzeitigkeiten der benutzer gibt’s auch immer eine gewisse elastizität und die möglichkeit zur rekonsolidierung, sinnlos aufgeblasene ballone werden früher oder später aber platzen)

((nur ein beispiel für das skurille pimpen einer metrik auf kosten der nützlichkeit: die startseite von twitter war bis vor kurzem die letzten jahre nur auf einen step im funnel optimiert: das konvertieren von nicht-angemeldeten usern zu angemeldeten; hat man twitter nichteingeloggterweise aufgerufen, konnte man nichts anderes machen, als sich anzumelden; man konnte sich nicht umschauen was das denn eigentlich ist, man konnte nicht mal suchen – ich habe das in lauwarme cervisia revisited etwas detaillierter beschrieben. das ist deshalb dümmer als dumm, weil twitter damit nicht nur potentiell interessierte leute vergraulte und dafür leute zum anmelden brachte, die noch kein sinnverständnis dafür hatten und dann mit viel höherer wahrscheinlichkeit als karteileichen endeten, das ist deshalb dümmer als dumm, weil twitter wohl der webdienst war, der diese art von stunts am allerwenigsten nötig gehabt hätte, weil leute ohnehin immer und immer wieder darauf gestupst wurden; anders als die meisten anderen projekte, die sich zumindest nachvollziehbar als hail mary denken ‘wenn sich schon einer hier her verirrt hat, dann reiben wir ihm zumindest schnell als erstes die möglichkeit zum abonnieren des newsletters unter den monitor, bevor er wieder weg ist’, hätte twitter die möglichkeit zum langsamen verführen gehabt, was viele benutzer in der folge deutlich engagierter und das wachstum vl. etwas langsamer, aber auch organischer und deutlich nachhaltiger gemacht hätte.))

*die differenz benutzung / nutzen hebt sich gelegentlich in einem kurzschluss auf, siehe dazu kurzschluss

(abt: draw the distinction!)