(langsam aber sicher wird es spannend zu beobachten, wie lange deutschland noch durchhält, ohne umzufallen oder auch nur zu taumeln. mittlerweile ist es wohl keine übertreibung, fast schon rocky-sche nehmerqualitäten zu bewundern:

die infrastruktur liegt im hinteren mittelfeld, sowohl bei breitband als auch bei mobile; um die web-literacy steht es nicht besonders gut, schüler können nicht mal googlen, eliten meiden das soziale web, usw.; die netzpolitik ist luddistisch/paranoid/protektionistisch (lsr, pixelrecht, recht auf vergessen, auflöcherung der netzneutralität); startups: am bekanntesten noch als copycats, international irrelevant, wenn man e-commerce rausnimmt auch national fast irrelevant; medien eigennützig und spätestens seit der griechenland-krise international als hinterwäldlerisch wahrgenommen; usw. insgesamt gibt es eine art kollektiven double bind, bei dem jeder fortschritt mit einem mindestens gleich langen rückschritt neutralisiert wird. alles aber, ohne sichtbare spuren zu hinterlassen. das system ist resilient, es tuckelt vor sich hin. allerdings stellt sich die frage, ob es nicht doch einen tipping point gibt und wann der ggf. erreicht ist. zumindest auf symbolischer ebene beginnt es langsam zu bröckeln, auch die absolute kernkompetenz, das geniale ingenieurwesen, wird thematisiert und fiaskos wie der flughafen berlin brandenburg sind in der rahmenden narration weniger ein statistischer ausreisser als ein symptom einer sich ausbreitenden unfähigkeit.)