Kl. Nachtrag zur Rede zur Lage der Nation :

Einmischen, machen oder zumindest spenden sind ja gerne genannte Anweisungen. Leider sind auch sie ein Beispiel für ‘gut gemeint ist schlecht gemacht’ weil sie as is leere Imperative sind, die es einer Gruppe erlaubt, kurz über sich selbst gerührt zu sein, dann aber konsequenzlos und ohne Anschluss bleiben, weil die Bissen und Probleme zu gross sind.

Ich würde deshalb vorschlagen, die ‘Verpflichtung’ zum Einmischen nach den Faktoren Nähe und Möglichkeit zu parametrisieren bzw. sie als ‘Funktion’ davon zu verstehen.

Man hat mehr ‘Verpflichtung’ sich um die Dinge zu kümmern, die einem nahe sind, und der Grad dieser Verpflichtung nimmt mit zunehmender Entfernung zunehmend ab. (Nähe kann sich dabei natürlich durchaus auch durch Interesse konstituieren usw.)

Und man hat mehr ‘Verpflichtung’ sich um die Dinge zu kümmern, die man selbst auch effektiv lösen kann oder zu denen man effizient beitragen kann, etwa weil man in der gesellschaftlichen Position dazu ist, und auch der Grad dieser Verpflichtung nimmt mit abnehmender Möglichkeit zunehmend ab.

Pick your battles.

Es bringt ja nichts, wenn man sich ein Jahr um irgendwas strauchelt, was aber keinen Effekt hat, oder was für einen anderen einen Anruf bedeutet hätte, oder was ein anderer dann mit einem Anruf blockieren kann, oder von dem man überhaupt nicht wissen kann, welche Effekte es überhaupt hat. Was aber auch nicht bedeutet, dass man vor größeren Themen resignieren soll, wenn man keinen direkten Einfluss hat; oft kann man etwa an Zwischenschritten arbeiten, Dinge synthetisieren und aktivieren usw.

Gleichzeitig entsteht Wertschätzung nur durch Einsatz, es zahlt sich also schon aus, im Rahmen der eigenen Mitteln und Möglichkeiten an Dingen und Verbesserungen zu arbeiten. Nette Geschichte Opa, komm, setz dich.