minianmerkung, genauer zwei minianmerkungen, zu sascha lobos Die digitale Kränkung des Menschen :

(1) es ist ein durchaus schöner text, dem ich aber nur die these (unser optimismus und unser glaube ans web war naiv, die grimasse der gegenteiligen wirklichkeit hat uns nun eingeholt, was uns fundamental kränkt, aber auch einen neustart ermöglichen sollte) nicht ganz abkaufe. sascha wusste ganz genau, dass das internet das radikal gute und das radikal böse und alles dazwischen verstärken kann (kevin kelly hat das ja als hauptthese im von ihm geschätzten what technology wants, ich kann mir nicht vorstellen, dass sascha das überlesen oder verdrängt hat und auch sonst reicht ein kurzer blick in die wissenschaftsgeschichte). die aussage ist also nicht wörtlich zu verstehen, sondern rhetorisch, aber das ist gut gemacht und ich glaube der text wirkt.

(2) mit der 4ten kränkung irrt er sich deshalb aber. (es gibt aber eine andere 4te grosse kränkung der menschheit, die ist aber nicht digital sondern sozial, und zwar die erkenntnis, dass wir bei all der gegebenen vernetztheit mit allen anderen unterm strich dennoch alleine sind (das bitte nicht missverstehen, ich will nicht darauf hinaus, dass es keine digital vermittelten echte freundschaften oder kein gemeinsames handeln geben kann etc.))