kleine randbemerkung: die grosse phantasie von google seit einigen jahren ist deklarierterweise, den menschen zu einem konkreten zeitpunkt an einem konkreten ort genau die information zu liefern, die man wissen möchte oder die man braucht, oder das perfekte produkt (track, film, buch, restaurant, gericht, etctrara) vorzuschlagen, das man idealsterweise kaufen oder rezipieren möchte. look, buy one get one free. google will sozusagen der ideale und allwissende butler sein, der das leben aller in ein einziges schlaraffenland verwandelt. und dieses glückliche leben dokumentiert man dann auf g+, das erkennt ja jetzt auch eigenständig die fotos auf denen alle lachen.

die genuin falsche grundannahme ist, dass es dieses im moment ‘richtige’ gibt und man es nur auf basis der daten ausrechnen muß, daten hat google ja im idealfall wohl genug, es kennt den ort, es kennt die zeit, es kennt die gesamte vorgeschichte, alle bisherigen suchen, käufe, mahlzeiten, treffen, alle kontakte, die gesamte kommunikation, usw., da kann das dann wohl nicht so schwer sein. aber genau das ist der fehler. dieses ‘richtige’ gibt es nicht vorab, sondern nur retrospektiv. bei allem was den funken eines persönlichen werts hat, spielt das begehren eine viel grössere rolle als die summe aller neutralen sachverhalte. man kann glaub ich fast sagen, dass alles, was uns eine suchmaschine vorschlagen kann, per definitionem ‘wertlos’ wird und das begehren verscheucht. das begehren kommt immer nur von der seite, von der wir es nicht erwarten oder sehen können. google will also wohin, wohin es – zumindest für moderat komplexe lebewesen – nicht kann.