(blogpost über DAS fundamentale dilemma im derzeitigen web: den umstand, dass sich das web – anders als andere gesellschaftliche subsysteme wie musik, film, tv, literatur, mode, überhaupt der komplex jugendkultur, etc. – nur ungenügend über kulturelle genres und subgenres ausdifferenziert, sondern dazu tendiert, jedwede ‘kultur’ so schnell wie möglich auszubügeln und als konsequenz eher bei den extremen ozean resp. wüste landet, was in der folge natürlich die qualität und vielfalt der kulturellen blüten und deren effekte stark beeinträchtigt, weil vor allem das experimentieren für das richtige drucklevel und das etablieren von geeigneten milieus, die für das richtige mischungsverhältnis aus konzentration, feedback, motivation und eigensinn aber auch für eine gewisse zeitliche stabilität sorgen können, anscheinend nur in kleineren einheiten wie der posse, dem corner, der gang, der schule, vl. dem genre möglich ist, das web aber meistens einen nicht mehr bewältigbaren überschuß produziert)

((natürlich sehen wir immer wieder ‘kultur’, oft aber nur als sternschnuppe und übergangsphänomen bis es von der socmed-crowd entdeckt und neutralisiert wird; aber es gibt auch gallische dörfer, man denke an ask metafilter oder auf postmoderne art 4chan oder die heise foren. hier ist sicher auch g+ interessant, dessen kultur besteht gwm. in der genuinen kulturlosigkeit selbst, was überhaupt das aktuelle paradigma zu sein scheint. bonuspunkte wie immer für konkrete fallstudien und sternchen für eine umfassende typologie und genealogie))