(kontextlose randbemerkung (hab ich als kommentar zu einem eigentlich als witz gemeinten tweet begonnen, also let’s dance als dancing with the stars klon, weil ich da gerade LD das erste mal gesehen habe und von DWTS davor nur gehört, und dann hab ich auf yt gesehen, dass LD ja tatsächlich die 1:1 reproduzierte deutsche ausgabe von DWTS ist, und dann hab ich mir ein paar folgen von DWTS zum vergleich angeschaut, weil es ja nicht so oft vorkommt, dass man dinge auf so vergleichbarem playing field mit tatsächlich frischem blick betrachten kann, zumal ja sogar die abcd-listigkeit der prominenten und die mischung der juroren exakt emuliert wurde und ich in beiden bündeln jeweils nur einen kannte (LD sag ich nicht, ist mir doch zu peinlich, DWTS den jakobi jones wegen seines touchdown returns beim super bowl), usw. aber irgendwie driftete das dann von meiner ursprünglichen assoziationsfrage ‘was startups aus den unterschieden lernen könnten’ ab; hier bevor ich es jetzt beim ausmisten lösche zumindest zwei punkte))

extrem auffallend ist, dass das publikum bei DWTS ein sehr granulares repertoire an feedback für tänze hat, während das publikum bei LD deutlich weniger stufen kennt und dabei auch kein gespür für den wert der leistung zu haben scheint. ich glaube nicht, dass die einzelnen zuschauer hier weniger vom tanzen verstehen als dort, ich glaube eher, dass die möglichkeit zur ausdifferenzierung ein sozialer effekt ist, der hier nur zwei stufen (wir patschen mit oder nicht) und dort eben ein differenzierteres vokabular hat, das durch gegenseitige beobachtung und ansteckung eine soziale bewertung generiert. (und nur am rande: so übertrieben das klingt: dieses fehlen von einem sozialen sensorium ist der eigentliche death blow für deutsche startups.) auch auffallend ist, dass die aufführungen bei DWTS primär ergebnisorientiert konzipiert und der lernprozess deshalb produktorientiert gestaltet wird während die aufführungen bei LD primär prüfungsorientiert konzipert sind und die beurteilung des eigenen werts vor allem an ein eigenes bemühen geknüpft wird. teilweise vermitteln die kandidaten dabei eine lust wie beim besuch beim zahnarzt und sie danach froh sind, weil es ja eh nicht so schlimm war und man verspricht, sich weiter und noch mehr zu bemühen und betont, wie sehr man es will. auf der einen seite sehen wir also sich von innen ausfüllende falten der möglichkeitsräume und ein spielerisches pushen an die eigenen grenzen, auf der anderen eine serie der selbstdisziplinierung und einem grundgefühl der dauernden überfordertheit. es gäbe noch einige andere interessante aspekte, die zentralität des prozesses des castings und die unterschiede in der sportlichkeit (während der prätext bei DWTS immer das gewinnen wollen ist, so wird bei den letzten zwei pärchen das ausscheiden des einen vom anderen immer mit einem oh und bedauernder umarmung begleitet, während etwa jürgen bei LD in einen jubel ausbricht, weil er gegen eine ohnehin verletzte und humpelnde ältere dame gewinnt, der nur noch von stephan raab übertroffen wird, wenn er gerade dem kandidaten die million vor der nase weggeschnappt hat, usw.), vl. dazu bei gelegenheit mehr, jetzt aber im trash.