Paul Graham’s September Sermon geht um schwarze Schwäne und gute schlechte Ideen.

Seine Theorie der guten schlechten Idee orientiert sich dabei an Peter Thiel und geht etwa so:

der sweet spot für Startups sind Ideen, die wie schlechte Ideen klingen (sonst wären sie schon gemacht1) aber gute Ideen sind (sonst wär es witzlos sie zu machen) und nur die Gründer erfolgreicher Startups erkennen das.

Facebook zb. klang für ihn wie eine wirklich blöde Idee – eine Seite auf der Studenten abhängen könnnen, wtf – aber Zuckerberg hat das durchschaut und jetzt sehen wir ja wie nützlich so eine Weitsicht sein kann.

Die falsche Grundannahme – wir kennen das Thema langsam – ist natürlich zu glauben, dass Ideen schon mit einer ihnen eigenen inhärenten Qualität geboren / formuliert werden. Die Qualität / der Wert einer Idee ist ihr aber nicht eingebaut, also kein latentes Potential, sondern ein Virtual für alle möglichen Zukünfte, das nur retrospektiv in seiner Realisierung beschrieben werden kann.

(etwas schwammige analogie: aus jedem spermium oder eizelle könnte der nächste zizek werden und aus einigen wird auch zumindest was respektables, aber man sieht es halt nicht unter dem mikroskop)

((wenn man will ist graham also ein naiv/romantischer modernist, während die samwers schon viel weiter sind und eher als zynische postmodernisten beschrieben werden können; auch bzgl. der phantasie sind die samwers weiter als graham: paul träumt eher davon, dass sich investments vermillionenfachen und sich die startups in ein schlaraffenland verwandeln; die samwers suchen eher die intensitäten an den oberflächen))

1 man fühlt sich auch an den witz erinnert, bei dem ein ökonom auf der strasse 20 dollar sieht, sie aber nicht aufhebt, weil sie schon ein anderer aufgehoben hätte, wenn es echte 20 dollar wären