Der insgesamt besonnene Anil Dash jammert über das Gejammer über die sprunghaft schleichende Vertrottelung von Twitter – und irgendwie bin ich bei seiner Kritik an der webpolitisch korrekten Reflexkritik bei ihm, nur basiert diese seine Kritik genauer betrachtet selbst auf einer noch viel blöderen Grundannahme.

Von seinen cheap shots (ui, die geeks fühlen sich entmachtet und das können sie nicht ab, ui, der erweist sich als genderpolitisch nicht koscher, aber rate mal, wer girls who code unterstützt, usw.) einmal abgesehen, seine ganze Argumentation basiert auf der fragwürdigen Unterscheidung, dass es einerseits das edle Ziel purer und guter Technologie gibt – I love the idea of a realtime cloud API company! I’m that dude. I write long, rambly blog posts about it, just like I did about Twitter itself, back when it was young. I love this kind of idealism – , dass man sich andererseits aber halt auch mit der Welt und den Marktgesetzen abfinden müsse. Mich erinnert das ein bisschen an den Wall Street Banker, der im Herzen tiefer und ehrlicher Marxist ist. Er tut so, als wäre es an sich schon eine grossartige Leistung, für APIs, die Cloud, Offenheit, Ökosystem, etc. zu sein. Ja was, soll man dagegen sein? Ja, ich stehe dem Strom und der Offenheit kritisch gegenüber??

(bleibt natürlich die frage, was man zu der entwicklung von twitter und/oder insgesamt überhaupt sinnvollerweise sagen kann)